Ist Kohfeldt der Richtige für den Werder-Schlussspurt?

Ist Kohfeldt der Richtige für den Werder-Schlussspurt?

Nach dem kämpferischen Pokalfight gegen RB Leipzig hält Werder Bremen weiter an Florian Kohfeldt fest. Bis zum Saisonende wird der gebürtige Siegener Cheftrainer bei den Grün-Weißen bleiben. Unsere Werder-Experten Tim Bertels und Alex Warneke diskutieren, ob der Werder-Verbleib von Kohfeldt die richtige Lösung ist.

Pro: Kohfeldt ist die einzig richtige Lösung

Florian Kohfeldt ist die einzig sinnvolle Lösung für den Abstiegskampf. Das sollte spätestens nach der kämpferischen Leistung gegen RB Leipzig klar sein. Die Werderaner haben alles rein geworfen, um das Pokalfinale zu erreichen. Ein klares Zeichen, dass Kohfeldt die Mannschaft noch erreicht und sie auch für ihn spielen. Passend dazu nahmen Leonardo Bittencourt und Davie Selke den Werder-Coach, der seit November 2017 im Amt ist, nach Spielende in Schutz.

Zwar hat Werder in der Liga sieben Spiele verloren und offensiv nur wenig nach vorn gespielt, aber mit Wolfsburg, Bayern, Dortmund und Leipzig waren auch vier Großkaliber darunter, sowie eine schwere Auswärtspartie gegen Union Berlin (erst eine Heimniederlage).

Klar ist aber, dass von Werder, gerade offensiv, mehr kommen muss. Auf drei Unentschieden zu spielen, macht wenig Sinn und wäre für den Klassenerhalt auch zu wenig. Trotzdem sollte Bremen vor allem gegen die spielstarken Leverkusener und Gladbacher den Fokus auf die Null setzen, aber das Konterspiel präziser und schneller gestalten. Gegen Augsburg muss voll auf Sieg gespielt werden.

Ich bin überzeugt, dass Kohfeldt die Mannschaft für die letzten drei Partien richtig einstellen kann und dem Team die Gefahrensituation bewusst ist. Das Spiel gegen die Bullen gibt Hoffnung. Mit diesem Einsatz sollte Bremen die Klasse halten.

Eine optimale Alternative hat Werder sowieso nicht in der Hinterhand und auch die finanziellen Mittel für einen Trainerwechsel sind überschaubar. Thomas Schaaf stand als Nachfolger zwar schon in den Startlöchern. Doch seine letzten Aufgaben bei Eintracht Frankfurt und Hannover 96 waren ein Reinfall. Zudem wäre es zu spät gewesen, sein Spielsystem in das Werder-Spiel richtig zu integrieren. Diese Entscheidung hätte nur direkt nach dem Union-Spiel Sinn gemacht, um Schaaf genug Zeit zu geben, bis zum nächsten Ligaspiel etwas bewirken zu können.

Kommentar: Alex Warneke

Bundesliga Werder Bremen

Für Werder wäre es der zweite Abstieg der Vereinsgeschichte

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Contra: Mit Kohfeldt weitermachen? Voreilige Entscheidung

Der SV Werder Bremen hat – das muss man ohne Frage zugestehen – einen echten Pokal-Fight abgeliefert und nur unglücklich in der Nachspielzeit der Verlängerung 2:1 verloren. Die Mannschaft hat sich reingehangen und alles gegeben. Es hat definitv niemand gegen den Trainer gespielt. Doch DFB-Pokal ist nicht Bundesliga. Kurz nach dem Abpfiff wurde Trainer Florian Kohfeldt der Rücken gestärkt und eine Entlassung ist vorerst kein Thema mehr.

Das Problem ist unter anderem, wie absehbar dieses Szenario war. Es wurde eine deutliche Leistungssteigerung fürs Pokalspiel gefordert, damit Kohfeldt seinen Job behält. Kämpferisch hat zwar alles gestimmt, jedoch geht man an ein Pokalspiel ganz anders heran. Und auch wenn man gegen RB hinten sicher stand, ging nach vorne relativ wenig. Ein paar Chancen gab es fast nur auf Einladung der Leipziger Abwehr. Trotz Niederlage sitzt der Trainer also jetzt noch im Sattel – und das wohl für die drei letzten Spiele. Etwas anderes war nicht zu erwarten, es sei denn man hätte sich eine ungewöhnlich hohe Klatsche abgeholt.

Denkt man an die drei folgenden Gegner – das stabil stehende Leverkusen mit pfeilschnellen Konterspielern, der FCA mit dem neu installierten, altbekannten Weinzierl sowie die wiedererstarkte Borussia aus Mönchengladbach – so fragt man sich, wie man mit Kohfeldts Defensiv-Fußball in den letzten drei Spielen noch punkten soll.

Meiner Meinung nach wäre ein Trainerwechsel nach dem Union-Spiel fällig gewesen. Nach dem vernünftigen Pokalauftritt wird eine solche Leistung in der Liga leider höchst wahrscheinlich nicht wiederholt werden. Ein neuer Trainer hätte die Weichen neu gestellt, vielleicht ein frischeres System mit anderem Personal spielen lassen. Das wäre Werders Chance auf Unberechenbarkeit geworden. So scheint der Ausblick aber eher mau. Unter dem Strich bleibt natürlich trotzdem folgendes zu sagen: Gerne lasse ich mich eines besseren belehren!

Kommentar: Tim Bertels

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