Frauenpower im Profifußball

Frauenpower im Profifußball

Vor 20 oder 30 Jahren hätte es sich kaum jemand vorstellen können, dass eine Frau ein Bundesligaspiel im Männerbereich leitet. Bibiana Steinhaus pfeift seit 2017 in der 1. Bundesliga und sie ist nicht die einzige, die in den männergeprägten Profifußball vorstößt. 

Harte Arbeit und konsequentes Handeln 

Mit 20 Jahren wurde Bibiana Steinhaus Schiedsrichterin. Nach einigen Einsätzen in der Regionalliga leitete die Polizeibeamtin seit 2003 Spiele der Frauenbundesliga. Ab 2003 war sie jedoch auch als Schiedsrichterassistentin in der 2. Bundesliga tätig. Damals argwöhnisch beäugt ging Bibiana Steinhaus ihren Weg weiter und im September 2007 pfiff sie die Zweitligapartie zwischen der TSG Hoffenheim und dem SC Paderborn.

Wie jeder Schiedsrichter unterliegt Bibiana Steinhaus strengen Bewertungskriterien seitens des DFB. So erfüllt die heute 39-Jährige sicherlich keine Frauenquote und muss sich jedes Wochenende beweisen. Durch konsequent gute Leistungen hielt sie ihren Status als Zweit- und Drittligaschiedsrichterin und wurde vermehrt in der 1. Bundesliga als vierter Schiedsrichter eingesetzt. 2017 pfiff sie schließlich ihre erste Partie in der höchsten deutschen Spielklasse und heute ist es Normalität geworden, wenn eine Frau ein Spiel der Bundesliga pfeift.

Bibiana Steinhaus ist sicherlich ein Vorbild für viele junge Frauen, ihren Weg konsequent zu gehen, um sich in der Männerdomäne Fußball zu behaupten.

Kathleen Krüger-inmitten der Bayernstars

Seit einigen Jahren sitzt wie selbstverständlich eine Frau bei Spielen des FC Bayern auf der Münchener Bank. Es ist Kathleen Krüger, die Teammanagerin des deutschen Rekordmeisters. Zu ihren Aufgaben gehört es, Dinge wie Sponsorentermine oder Auswärtsfahrten zu organisieren und in ihrer Funktion hat sie mit Granden wie Pep Guardiola und Jupp Heynckes zusammengearbeitet.

Die 33-Jährige war früher für die Damenmannschaft der Bayern aktiv und der damalige Sportdirektor Christian Nerlinger holte sie 2012 ins Funktionsteam der Münchener. Dort hat sie sich schnell ein Standing erarbeitet und ist Ansprechpartner der Bayernstars.

Imke Wübbenhorst macht sich als Trainerin einen Namen

In den vier höchsten Ligen Deutschlands ist das Trainerwesen nach wie vor fest in Männerhand. Noch nie war eine Frau als Trainerin im Profibereich tätig. Doch 2018 gab der Oberligist BV Cloppenburg die Verpflichtung von Imke Wübbenhorst, die bis dahin im Frauenbereich der Niedersachsen aktiv war, bekannt.

Doch Coaches unterliegen naturgemäß den Gesetzen des Geschäfts. Aktuell ist der BV Cloppenburg Tabellenletzter der Oberliga Niedersachsen. Imke Wübbenhorst kann mit ihrem Team vielleicht noch das Ruder herumreißen, doch auf jeden Fall ist sie eine Vorreiterin.

Auch im Schiedsrichterwesen war es vor Jahren nahezu undenkbar, dass eine Frau ein Spiel der Bundesliga pfeift. Vielleicht sehen wir in naher Zukunft mehr Frauen auf Trainerbänken. Am Ende gibt sicherlich die fachliche Qualität den Ausschlag und nicht, ob ein Coach ein Mann oder eine Frau ist.


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