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Der Austragungsort der WM 2026 steht fest! Oder: Warum Marokko keine Chance hat!

Die FIFA versprach nach der Ära Blatter für Transparenz zu sorgen. Entscheidungen sollten nicht mehr im dunklen Hinterzimmer fallen. Doch die Realität sieht anders aus!

Der Kongress stimmt ab, doch der Sieger steht fest!

In wenigen Tagen befindet der in Moskau tagende FIFA-Kongress, welcher der aktuellen Bewerber sich über die Austragung der WM 2026 freuen darf. Nach den äußerst fragwürdigen Entscheidungen zu den Weltmeisterschaften 2018 und 2022, die bekanntermaßen nach Russland und Katar vergeben wurden, wird auch die kommende Entscheidung keine völlig vorbehaltlose und frei von Einflüssen getroffene sein.

Im Prinzip steht das Ergebnis sogar schon fest. Denn unabhängig von der tatsächlichen Eignung der beiden möglichen Kandidaten, einerseits Marokko und andererseits das Staatentrio USA, Kanada und Mexiko, wird der Kongress dem Bewerber Marokko keine Chance einräumen.

Infantino Putin

Infantino und Putin, zwei Brüder im Geiste.

Noch nie hat ein Präsident so offen Einfluss genommen!

Die Gründe hierfür sind leider altbekannt und einfach zu benennen, denn es geht im Fußball leider zunehmend und scheinbar ausschließlich um Geld, Macht und Politik. Der rollende Ball selbst spielt höchstens noch zwischen dem Anpfiff und dem Abpfiff jene Rolle, die er eigentlich verdient.

Da treibt zum einen der aktuelle US-Präsident sein Unwesen, indem er den Mitgliedsstaaten der FIFA offen androht, selbige bei einer negativen Abstimmung nicht weiter zu unterstützen. Und dies vor den offenen Augen der FIFA, die für sich immer und ständig eine völlige Unabhängigkeit von jeglicher Politik proklamiert.

Russia 2018 World Cup

Stolze Russen nach der WM Vergabe.

Zum anderen hat sich die FIFA und deren Chef Infantino selbst in eine verzwickte Lage gebracht. Nicht nur, dass Infantino offen für eine Vergabe an die USA wirbt, vor allem vor dem Hintergrund, dass die USA schon für 2022 als Veranstalter vorgesehen war und der Zuschlag bekanntlich an das kleine Katar ging. Vor allem finanziell steht die FIFA klamm wie selten da. Als Infantino erstmals gewählt werden wollte, warb er mit der Auszahlung von Milliardensummen an alle Mitgliedsverbände, sollten diese ihm die Gefolgschaft zusichern. Doch diese Ausgaben waren schon damals nicht gedeckt, seit seinem Amtsantritt hat Infantino ein Minus von rund 500 Millionen Euro eingefahren und damit ein Drittel des Festgeldes der FIFA ausgegeben. Um diese Löcher im Säckel wieder zu schließen, sollen künftige WM-Turniere mit nunmehr 48 statt „nur“ 32 Teilnehmerstaaten stattfinden. Diese Aufblähung des Spielplanes garantiert natürlich eine ungleich höhere Einnahme für den Weltverband und somit vielleicht auch ein Schließen des Finanzloches.

Corniche Doha Qatar

Skyline von Doha in Katar.

Schon bald 48 statt 32 Teilnehmer? Hauptsache Geld verdienen!

Schon Katar, ein Land halb so groß wie Hessen, stößt mit 32 Teilnehmern an seine Grenzen. Ein möglicher Gastgeber wie Marokko, wo derzeit schon circa 30000 Hotelbetten fehlen würden, träfe diese Entscheidung wesentlich härter, als es die wirtschaftlich starken Nordamerikaner treffen würde. Schon allein aus logistischen Gründen steht die Entscheidung also fest. Die FIFA muss es nicht spannend machen, braucht dem fußballverrückten Land aus dem Norden Afrikas keine Hoffnung auf einen Zuschlag suggerieren. Die WM 2026 wird in den nächsten Tagen über den großen Teich nach Nordamerika vergeben und dort, wo mehr Geld zu verdienen ist, Station machen. Zum Nachteil der Fußballfans, zum Nachteil Nordafrikas, zum Nachteil einer transparenten, fairen WM-Vergabe, welcher nicht sofort der Hauch von Korruption und Vetternwirtschaft anhaftet. Und all dies vor allem deshalb, um die Finanzen der FIFA zu konsolidieren und dem politischen Druck Trumps nachzugeben.  

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Vorhersehbare Pfiffe beim Länderspiel. Oder: Die Geister die ich rief.

Niemand durfte sich wundern, als beim Länderspiel Österreich gegen Deutschland vor allem zwei Spieler ausgepfiffen wurden. Hat der DFB mit seiner weichen Linie den Weg dafür erst frei gemacht?

Der Sieg der Österreicher, die Personalien um Neuer und Co. traten in den Hintergrund!

Es hätte so viele  interessante Themen gegeben, über die der geneigte Journalist nach dem gestrigen Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft in Österreich hätte berichten können. Und jedes dieser Themen für sich hätte das Zeug gehabt, eine Zeitungsseite zu füllen. Sei es die natürliche „Auslese“ der Spieler, welche die deutschen Farben in Russland vertreten sollen und dürfen, sei es das Comeback von Manuel Neuer im Tor der N11 nach seiner langen Verletzung, vielleicht hätte man sich dem 32 Jahre währenden sieglosen „Martyrium“ des kleinen Nachbarn widmen können oder das vorüberziehende Unwetter und den damit verbunden verspäteten Anstoß thematisieren können.

Doch für viele Fans in und aus Deutschland standen noch immer die Herren Özil und Gündogan im Fokus. Während das ein oder andere Fußballfachblatt auf das Thema einfach ganz verzichtete oder nur marginal anschnitt, griffen fußballfremde Medien dieses Thema eben doch auf und das zu Recht!

Denn fakt ist, dass für viele Fans der deutschen Nationalmannschaft nicht einfach so über das Thema hinweg gegangen werden kann, wie es sich die Betroffenen und Verantwortlichen gerne wünschen würden. Auch die mehr oder weniger halbherzigen Entschuldigungen der beiden sportlich herausragenden Nationalspieler haben kaum zur Beruhigung beigetragen. Und während man Özil eine gehörige Portion Naivität unterstellen möchte, hat sich der sonst als intelligent erscheinende Gündogan mit seiner persönlichen Widmung auf dem Vereinstrikot für nicht wenige Fans zu einer „Persona non grata„ entwickelt. 

Diese Meinung war beim gestrigen Länderspiel auch in der Intensität der Pfiffe messbar. Und interessanter Weise kamen diese nicht nur aus dem mit rund 500 Fans spärlich besetzten Block, sondern auch von den Heimfans aus Österreich, denen das Thema ebenso präsent zu sein scheint. 

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Mesut Özil in London, Archivbild

Politik ist Sport und Sport ist Politik!

Man könnte sicherlich viele Gründe anführen, warum die Spieler ohne große Sanktionen weiterhin für die N11 auflaufen dürfen. Sei es der Zeitpunkt des Skandals so kurz vor einer WM, sei es die ohnehin angespannte politische Lage zwischen Deutschland und der Türkei oder der Wille der Funktionäre, sich aus politischen Themen heraushalten zu wollen. 

Da sich aber Politik und Sport in den seltensten Fällen trennen lassen und Forderungen, nicht zu politisieren, einfach wenig zielführend sind, muss sich der Verband und jeder Einzelne mit diesem Thema beschäftigen. Und damit eben auch mit Politik. Erst Recht deshalb, weil die beiden Spieler eben höchstselbst mit ihrem Erdogan-Auftritt besagte Politik ins Spiel gebracht haben.

Bierhoff

Oliver Bierhoff, Archivbild

Der DFB setzt kein Zeichen!

Wie falsch und kurz gedacht zudem Statements wie jenes von Oliver Bierhoff sind, der in einem Welt-Interview kundtat, 

„Mesut und Ilkay sind junge Menschen. Man muss sie nicht auf ewig verdammen.“ und „Es passiert auch hoch qualifizierten und erfahrenen Politikern, dass sie ins Fettnäpfchen treten, dass sie Fehler machen oder falsche Symbole aussenden - und danach gehts weiter. Für Fußballer sollten keine anderen Maßstäbe gelten.“ 

Widerspruch Herr Bierhoff, diese Maßstäbe sind eben nicht die selben und vergleichbar! Selbst ihnen sollte es nicht entgangen sein, dass sich die meisten jungen Menschen heutzutage eher an ihren Fußballidolen orientieren, statt einem Politiker nachzueifern, dessen Sprache sie nicht verstehen. Gerade ein Fußballer, der spätestens als Nationalspieler Millionen verdient, mindestens einen Berater an seiner Seite weiß, sollte sich seiner Funktion auch in der Außendarstellung bewusst sein. Gerade dieses „weiter so“ in der Politik geht den Menschen gehörig gegen den Strich, hier jetzt das Selbe für begangene Fehler im Fußball zu fordern, ist schlicht falsch und nicht zu glauben! Das einzige Signal, welches der Verband hier sendet ist, dass du dir vieles mehr erlauben darfst, wenn du einfach nur gut genug Fußball spielen kannst. Die möglicherweise richtige Entscheidung wäre es, Mesut Özil deutlich und öffentlich ins Gebet zu nehmen und Ilkay Güdogan ebenso öffentlich für einen gewissen Zeitraum, mindestens über die WM hinweg, zu suspendieren. 

Da der DFB hier jedoch keine klaren Grenzen setzt, muss er sich nun mit der Reaktion einer breiten Öffentlichkeit, vornehmlich dann bei Spielen der Nationalmannschaft, auseinandersetzen. Problematiken einfach auszusitzen, halbherzig darüber hinwegzugehen war noch nie eine gute Strategie. 

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Die 3. Liga so attraktiv wie nie? Oder: Raus mit den Zweitvertretungen aus dem Profifussball!

Zufällig erreicht die 3. Liga ein lange gefordertes Ziel. Alle Zweitvertretungen sind raus aus dieser Liga. Doch bleibt dies nur eine Ausnahme oder wie könnte es weiter gehen?

Die 3. Liga ist frei von Zweitvertretungen!

Am Ende dieser Saison wird es erstmalig nach Einführung der eingleisigen 3. Liga keine Zweitvertretung der Profivereine geben, die den Sprung in diese so traditionsreich besetzte Spielklasse schaffen. Der letzte Ableger von Werder Bremen muss den Gang in Liga 4 antreten und aus den Regionalligen wird es - Stand heute - keiner U23 gelingen, diesen Platz einzunehmen. 

Aber warum soll dies ein Gewinn für diese finanziell so arg gebeutelte Profiklasse, deren Vereine und Angestellten auf teilweise höchstem Niveau arbeiten, sein? 

Zum einen natürlich steht da die sportliche Attraktivität. Sicherlich kann man den Zweitvertretungen eine gewisse Klasse nicht absprechen. Viele hoch talentierte Spieler holen sich dort ihre ersten Erfahrungen auf einem hohem spielerischen Level. Doch gerade weil die Fernseh- und Werbeeinnahmen nicht so reichlich sprudeln, wie dies eine Klasse höher schon der Fall ist, sind die Vereine noch immer auf ihre Zuschauereinnahmen angewiesen. So zieht ein Traditionsverein wie der 1. FC Saarbrücken oder Hansa Rostock unwidersprochen mehr Fans an, als die zweite Mannschaft von Fortuna Düsseldorf oder Werder Bremen. Mit nur wenigen Ausnahmen stehen die Zweitvertretungen selbst in den Regionalligen in puncto Zuschauerschnitt am Ende der Tabelle und zu deren Auswärtsspielen sieht man meist nur ein paar Familienangehörige auf der Tribüne, als dass hunderte Gästefans den Umsatz mit ihrem Erscheinen ankurbeln. 

Wenn man von den Zweitvertretungen aus Dortmund und München absieht, die es regelmäßig zu einem vierstelligen Schnitt bringen, erreichen andere U23 Mannschaften meist eine Zahl von deutlich unter 300 Zuschauern. 

Video: Alltagsvergleich der Zuschauer von Dortmund II und Schalke II.

Treten dann noch oftmals die Profis zeitgleich mit ihren Amateuren an, bleiben selbst bei den Zugpferden Bayern II und Dortmund II die Zuschauer weg und es herrscht Tristesse. 

Allein aus dieser Perspektive betrachtet kann es für die Liga nur ein Gewinn sein, endlich ohne diese Mannschaften spielen zu dürfen, zumal diese selbst bei einem erfolgreichen Abschneiden nicht in die 2. Liga aufsteigen dürften.

3. Liga Deutschland 2017 2018

Aktuelle Übersicht der 3. Liga, Saison 17/18

Welchen Sinn machen also die Zweitvertretungen aus sportlicher Sicht für die Bundesligisten? 

Das meist von Befürwortern genannte Argument ist natürlich die Heranführung junger Spieler an den Profifußball und damit an die erste Mannschaft eines Bundesligisten. Zudem können lange verletzte Spieler dort Spielpraxis sammeln und sich die nötige Fitness für den Bundesligaalltag holen. Diese und weitere sind sicherlich nachvollziehbare Gründe, an einer Zweitvertretung festzuhalten.

Doch warum haben sich Vereine wie Leverkusen, Bochum oder auch das angeblich so talentförderungswillige Leipzig dazu entschieden, ihre Amateure aus dem Spielbetrieb zurück zu ziehen? 

Sicherlich zum einen aus Kostengründen. Denn schon in der Regionalliga ist in der Regel ein siebenstelliger Betrag notwendig, um die dort bereits gezahlten Gehälter und Funktionskosten zu decken. Zum anderen aber auch, weil die Fluktuation zwischen den beiden Mannschaften eben nicht so hoch ist, als dass tatsächlich ausreichend Spielern der Sprung in die Profiabteilung gelingt. Erst Recht nicht, wenn die Zweitvertretung in der Regionalliga antreten muss, von wo der Sprung in eine der beiden ersten Ligen ungleich höher ausfällt. 

Bayer Leverkusen beispielsweise hat sich mit diesem Schritt ganz einfach gezwungen, talentierte Spieler aus der Jugend entweder direkt in die Profimannschaft einzubauen, oder eben diese Spieler in so genannten Ausbildungsvereine der 2. oder 3. Liga reifen zu lassen. Und hier schließt sich der Kreis auch wieder zur aktuellen finanziellen Situation der 3. Liga. Wenn irgendwann tatsächlich alle Bundesligisten diesen Weg einschlagen und ihre Talente in der 3. oder 4. Liga die nötige Wettkampfpraxis holen zu lassen, würden die Personalkosten in eben diesen Ligen erheblich sinken. In der Regel beteiligen sich die abgebenden Profivereine an den Gehältern oder betreuen diese Spieler auch aus der Ferne in den alltäglichen Dingen des Lebens. Eine so genannte Win-Win-Situation für alle Seiten. 

Erst Recht in diesen Zeiten, wo der Unterschied zwischen den Einnahmen aus Fernsehgeldern und Vermarktung zwischen der zweiten und dritten Liga unverhältnismäßig hoch ist. Leider mit dem Ergebnis, dass sich mancher Traditionsverein diese Liga auf Dauer nicht leisten kann, zuletzt durch die traurigen Beispiele aus Erfurt und Chemnitz belegt, die den Gang in die Insolvenz antreten mussten. 

Die einzige entgegenstehende Hürde aus dem Lizenzierungsverfahren, eine Zweitvertretung vorhalten zu müssen, ist seit wenigen Jahren entfallen. Dort war festgeschrieben, dass eine Profimannschaft eine Amateurmannschaft anzumelden hat. Dies gehört der Vergangenheit an und immer mehr Vereine beschäftigen sich auch mit diesem Thema.

Otto Siffling Tribuene Im Carl Benz Stadion Des Sv Waldhof Mannheim 07

Wird der Waldhof trotz Relegation bald drittklassigen Fußball sehen?

Eine Reform der dritten und vierten Liga ist überfällig!

Es wäre also gut für den Fußball, gut für die Vereine unterhalb der ersten beiden Profiligen, wenn sich die Verantwortlichen, auch der Verbände, des Themas endlich annehmen würden. Und sollten sie dies tun, wäre eine Reform der Regionalligen die zwangsläufige Folge! Um den sportlichen Wert eines Regionalligameisters zu erhalten, um diese Ligen entsprechend wettbewerbsfähiger zu machen und diese auch auf dem Weg zu unterstützen, wird es Zeit, die aktuelle unsägliche Aufstiegsregelung zu reformieren. 

Zum einen gehören alle Meister der Regionalligen in die 3. Liga. Dafür benötigt es eine Zusammenlegung der 5 Regionalligen in nur noch 4 Spielklassen dieser Art. Die Aufteilung sollte auch relativ leicht von statten gehen. Der breite Norden bis nach Hessen und Nordrhein-Westfalen. Der Nordosten mit den neuen Bundesländern und Berlin, der Süden mit Bayern und Baden Württemberg und Teilen Südhessens und abschließend der bevölkerungsreiche Westen. Aus diesen 4 Ligen steigen die Meister direkt in eine 20 Vereine starke 3. Liga auf, in der Zweitvertretungen keine Spielberechtigung mehr haben.

Doch wie soll das alles finanziert werden? 

Relativ einfach und ebenso solidarisch! Durch den Wegfall der fünften Regionalliga würde Geld aus diesem Topf frei gesetzt, des Weiteren erhalten die Mannschaften mindestens die Mehrkosten erstattet, die die weiteren Anreisen verursachen würden. Im besten Fall jedoch erhöht sich der Anteil der Fernsehgelder signifikant, so dass ein Überleben auch in der vierten Liga möglich ist. Sollte dies tatsächlich umgesetzt werden, wäre die Attraktivität der ersten vier Spielklassen um ein Vielfaches gesteigert und dies natürlich auch unter dem Gesichtspunkt, den Sonntag den Vereinen unterhalb der dritten Liga vorzubehalten. Dazu gehören genau so wenig Montagsspiele, wie auch Gedankenspiele um chinesische Gastmannschaften!

Mit dem Abstieg der letzten Zweitvertretung aus Liga 3, dem hoffentlich weiter um sich greifenden Verzicht auf eben jene Mannschaften durch ihre Muttervereine, mit dem Bewusstsein, nicht nur mit Worten Solidarität zwischen den Verbänden und Vereinen zu demonstrieren und damit für ein ausgeglichenes, faires finanzielles Verhältnis zu sorgen, würde dem deutschen Fußballfan einiges an „Mehrwert“ und Lust auf diesen Sport zurück gegeben. Mal von der Planungssicherheit und einhergehenden Zukunftsplanung der Vereine abgesehen. Es liegt nur am Willen und Mut der einzelnen Verantwortlichen!

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Was ist die so genannte Tradition im Fußball wert? Oder: Warum bleibt man bei einem Absteiger?

Die einen meinen, den Fußball der Traditionalisten gäbe es nicht mehr. Die anderen zeigen, dass man sich mit dieser Meinung immer mal wieder irrt!

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Pfeif auf die Tradition, das Geld ist wichtig, oder?

Wie oft hört oder liest man in den letzten Jahren vor allem von den Befürwortern solcher Clubs wie RB Leipzig oder TSG Hoffenheim, dass man sich für Tradition nichts mehr kaufen könne. Die Zeit, in der eine große und gewachsene Fanbasis als Überlebensgarantie galt, sei vorbei und gut geführte Retortenclubs würden den Traditionsvereinen auf lange Sicht den Rang ablaufen.

Dies ist offensichtlich nicht ganz richtig, denn der baldige Zweitligist 1. FC Köln und seine Anhänger erleben gerade, dass man sich eben doch auf seine lange Tradition, einem damit erworbenen Standing in der Stadt und Gesellschaft, mit heißblütigen und verwurzelten Fans etwas einbilden kann! Exemplarisch ist dies an den Beispielen des Nationalspielers Jonas Hector und Ausnahmetorhüters Timo Horn festzumachen. In Zeiten, in denen es nur noch um die Höhe der Ablösesummen geht, in der Spieler wahllos ihre Vereinswappen küssen und wenige Wochen später dennoch den Club wechseln, ist es geradezu eine Demonstration und Genugtuung, trotz des bevorstehenden Abstieges bei seinem Herzensclub zu bleiben.

Gegenüber dem Kicker äußerte sich Timo Horn zum Verbleib:

"Der FC ist mein Verein, in Köln bin ich zu Hause", so Horn. "Ich möchte unabhängig von der Ligazugehörigkeit hier bleiben."

In Zeiten, in denen Spieler wie Sandro Wagner sogar davon sprechen, zu wenig Gehalt für ihren "Beruf" zu erhalten und Ablösesummen jenseits der 100 Millionengrenze zur Normalität werden, möchte man vor diesen Spielern - selbst als Fan eines anderen Vereines - respektvoll den Hut ziehen.

Neymar Jr Presentation

Die Absurdität des Fußballs verkörpert PSG mit dem Transfer von Neymar!

Aber die selben Spieler hätten sich wahrscheinlich nicht für Wolfsburg entschieden!

Es spricht in erster Linie für den Charakter der genannten Spieler und die beiden hier exemplarisch aufgeführten Berufsfussballer sind auch nicht die ersten, die sich trotz Abstieg zu "ihrem" Verein bekannt haben. Aber sehr wahrscheinlich wäre dieses Bekenntnis der selben Spieler mit großer Wahrscheinlichkeit nicht erfolgt, hätten sie ihr Brot beim VfL Wolfsburg verdient. Ohne den Fans oder dem Verein aus Niedersachsen zu nahe treten zu wollen, aber eine wirkliche emotionale Bindung erreichst du nicht nur durch viel zu verdienendes Geld, sondern eben auch, wie stark eine Stadt, eine Region oder auch die Einwohner dort mit dem Verein verbunden sind. Und dies auch zu spüren ist. 

Sehr wahrscheinlich würde es in anderen Traditionvereinen wie Dortmund, Schalke, Bremen oder Dresden ebensolche Spieler geben, die trotz Abstieg in eine weniger attraktive Liga eine gewisse Verantwortung den Fans und ihrem Arbeitgeber gegenüber verspüren würden. Vielfach haben dieses Profis früher selber in der Fankurve gestanden oder zumindest in farblich passender Bettwäsche geschlafen. Doch gerade für den einfachen Fußballfan fühlt es sich unwahrscheinlich gut an, dass sein Club kein beliebiger Verein ist und jemals sein wird, weil er eben eine gewisse Tradition, Wertschätzung und Verantwortung seiner Stadt gegenüber verkörpert. Und dies ist bei all dem Wahnsinn, den ultrareiche Clubbesitzer aktuell in der Fußballwelt verbreiten, auch ganz gut so. Die Bundesliga sollte sich dieses Alleinstellungsmerkmal niemals nehmen lassen!

Noch ist Tradition manchmal mehr wert, als alles Geld der Welt!

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Einer von vielen Sargnägeln des Fußballs. Oder: Das Scheitern des Videobeweises!

Einer von vielen Sargnägeln des Fußballs. Oder: Das Scheitern des Videobeweises!

Westkurve April2011

Fankurve (Archivbild)

Vor der Wahrheit sollte man die Augen nicht verschließen!

Spätestens nach dem Spiel des SC Freiburg in Mainz und dem Pokalfight Schalke gegen Frankfurt ist der Videobeweis in den Augen vieler Fans und Betroffenen gescheitert! Spieler, die nach erfolgtem Pausenpfiff und vollzogenem Gang in die Kabine erneut auf das Spielfeld zitiert werden, um einen Elfmeter auszuführen oder ein Tor für Schalke, welches ohne Einsatz des Videobeweises aberkannt wird, weil der Schiri die Szene zu früh abpfeift. Diese beiden Beispiele ließen in den letzten Tagen viele Fans mit dem Kopf schütteln und die Kommentarspalten überschlagen sich spätestens seit Mittwoch vor Häme und Kritik zur derzeitigen Praxis. Hinzu kommen viele weitere (Bei-)Spiele, in denen minutenlange Wartezeiten auf eine Entscheidung aus Köln keine Seltenheit waren oder einige strittige Szenen gar nicht erst durch den Videobeweis beurteilt wurden, wobei dies angebracht gewesen wäre.

Auf jeden Fall sind dies genug Beispiele und endgültige Nachweise dafür, dass der Videobeweis in dieser Form und vermutlich auch in keiner anderen Form gut für den wichtigsten Teil des Fußball sein kann und als gescheitert zu betrachten ist. Die explosiven Emotionen und die spontane Freude oder Enttäuschung, die diesen Sport ausmachen, werden in einer nicht mehr zu akzeptierenden Weise beschnitten! Die Seele des Spiels liegt begraben in einem Keller der Stadt Köln oder eher noch in irgendeinem Tagungsraum von DFB und DFL in Frankfurt.

Der Konsument - so die Bezeichnung der Zuschauer in den Vorstandsetagen - fragt sich am Beispiel Mainz gegen Freiburg, wie lange denn der Schiedsrichter hätte diesen besagten Elfmeter und dessen möglicher Folgeszenen ausführen lassen? Hätte der Torhüter den Schuss gehalten, wären dann ein, zwei oder drei Nachschüsse möglich gewesen? Oder hätte er sofort abpfeifen müssen, nachdem der Torhüter den Ball pariert hat? Und dies womöglich, als die Spieler aus dem Breisgau bereits gedanklich in der Kabine saßen und garantiert nicht mehr zu 100% auf dem Platz standen? Und exemplarisch ein paar Tage später das Gegenbeispiel im Pokal, wo auf Schalke der Unparteiische mutig ein Handspiel pfiff, ohne auf den möglichen Einsatz des Videobeweises zu warten. Wobei der Einsatz hier sogar angebracht gewesen wäre.

Oliver Drachta Schiedsrichter 08

Wie selbständig pfeifen Schiedsrichter zukünftig? (Archivbild)

Gibt es den mündigen Schiedsrichter bald nicht mehr?

Im Endeffekt wird es also immer wieder Situationen geben, in denen der Videoassistent oder Spielleiter auf dem Feld versagen und diese menschlichen Fehler nicht zu einem gerechteren Spiel führen. Aber dem Schiedsrichter kann der Fan irgendwann verzeihen, der Technik allerdings nicht. Schlimmstenfalls erzieht diese Technik Schiris dazu, unselbständig zu agieren und eben nicht mehr ihrer Wahrnehmungen bedingungslos zu vertrauen! Spiele werden weiterhin längere Unterbrechungsphasen haben oder sogar erst Minuten später unter dem Einsatz des Videobeweises leiden.

Schon oft wurden Änderungen und Anpassungen versprochen, doch tatsächlich gebessert hat sich nichts. Das Einzige was sich ändern wird, ist der unvergleichliche, spontane und nie zu kopierende Jubel nach einem Tor! Egal ob zu Hause vor dem TV und erst recht nicht auf den Tribünen im Stadion! Eben jenen Moment, der dieses Spiel so einzigartig macht! Wollen wir das wirklich für hin und wieder Gerechtigkeit? Oder wollen wir uns montags lieber über das Schiedsrichtergespann aufregen, als über die Unzulänglichkeiten eines gescheiterten Systems? Noch können die Verantwortlichen im Sinne des Spieles handeln, irgendwann ist es zu spät und die Generation nach uns wird nur noch in den unteren Ligen spontane Freude empfinden dürfen!

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