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Fussballtalente11

Federico Valverde (19) - Reals neuer Toni Kroos?

„Ich habe noch nie jemanden gesehen, der in diesem jungen Alter das Spiel schon so sehr verstanden hat!“, lobte Penarol-Coach Bengoechea den damals 16-jährigen Valverde nach seiner ersten Trainingseinheit für die erste Mannschaft des größten Verein Uruguays. Nur ein halbes Jahr später, im zarten Alter von 17 Jahren, hatte der junge „Pajarito“ bereits sechs Startelfeinsätze und sein ersten internationales Topspiel in der Copa Libertadores (ihm gelang sogar ein Assist) auf dem Konto.

Sein Durchbruch war in vollem Gange und wurde durch den Sieg im Finale der heimischen Liga, in dem er 120 Minuten auf dem Grünen stand, abgerundet. Bei seinem ersten Titel im Profibereich war er gewiss kein Nebendarsteller, denn mit seinem Wirken wertete er eine fußballerisch oft orientierungslose Mannschaft mit seiner spielerischen Stärke und Führungskompetenz auf.

Alle Verantwortlichen der „Carboneros“ waren sich im Klaren, dass hier ein Ausnahmetalent am Werk war. Doch auch den Königlichen aus Madrid war dies nicht entgangen, denn sie hatten ihre Scouts tief im Süden Südamerikas verschanzt, welche sofort zuschlugen. Im Sommer 2016 wechselte Valverde für eine stattliche Ablöse von fünf Millionen Euro in Spaniens Hauptstadt und kam in der Castilla, Reals zweiter Mannschaft, zum Einsatz.

Das Abenteuer Europa beginnt!

Oftmals tun sich junge Spieler schwer mit solch einem großen Umschwung: Ein neues Land, neue Traditionen, Klimaänderungen und primär damit, eine neue Art des Kickens zu erlernen. Doch nicht so beim Mittelfeldmann. Castilla-Coach Solari war sehr angetan über das rasche Adaptieren des Juwels, da er sein Positionsspiel und seine defensiven Skills in kürzester Zeit ungemein aufwerten konnte und sich somit nachhaltig für eine Leihe im Sommer letzten Jahres zu Deportivo La Coruna empfehlen konnte.

Doch bevor der Rechtsfuß das Abenteuer in Spaniens höchster Spielklasse antreten durfte, galt es noch die U20-WM mit der „Mini-Celeste“ zu bestreiten, welche man auf einem beeindruckenden vierten Platz abschloss. Darüber hinaus wurde Valverde zum zweitbesten Spieler des Turniers gekürt - mit dem „Silbernen Ball“ im Gepäck ging es anschließend zu „Depor“.

Sinnbild der Stadt ist die Statue von Maria Pita, einer Heldin aus dem 16. Jahrhundert, die La Coruna vor einer Invasion rettete. Doch im Gegensatz zur altehrwürdigen Heroin konnte das Ausnahmetalent die Hafenstadt nicht vor dem nahenden Unheil schützen. Die Saison verlief nämlich für den einmaligen spanischen Meister alles andere als rosig und man stieg am Ende gar als Drittletzter ab.

Eine Verletzung lässt Träume zerplatzen

Wenngleich der junge Edeltechniker den Abstieg des spanischen Traditionsclubs aus La Liga nicht verhindern konnte, so war der Wechsel für seine persönliche Entwicklung enorm wertvoll. Valverde gehörte mehr oder weniger zum Stammpersonal der Galicier und lieferte bis zu seiner schweren Knieverletzung in der Rückrunde beeindruckende Kostproben seines Könnens ab.

Oscar Tabarez, Nationaltrainer Uruguays, entschied sich jedoch aufgrund der langen Ausfallzeit gegen den viermaligen Nationalspieler und fuhr ohne ihn nach Russland. Ein Entscheidung, die er wohl spätestens nach dem Ausscheiden gegen Frankreich bereut haben dürfte. Denn gerade nach dem Rückstand gegen die „Équipe Tricolore“ hätte das Ausnahmetalent einer spielerisch limitierten „Celeste“ den entscheidenden offensiven Impuls verleihen können.

Genug über den Background des Youngsters, nun geht es an die Essenz seines Schaffens! Wie diese genau aussieht, erfährst du jetzt:

Stärken:

Einer seiner größten Vorzüge ist tatsächlich, dass er keine signifikanten Defizite besitzt. Valverde verfügt über ein enorm vielfältiges Repertoire, dass viele seiner Trainer sich uneins über dessen beste Position sind. Während er bei der U20-WM in Südkorea 2017 als klassischer Zehner zum Einsatz kam, sieht man ihn im Real-Lager eher als Sechser, welcher das Spiel aus der Tiefe aufzieht.

Sein exzellentes und variables Passspiel kombiniert mit einer starken Antizipationskraft prädestinieren ihn sogar dafür als alleiniger Sechser aufzulaufen, da er viele Pässe des Gegners mit Leichtigkeit abläuft. Genau wie sein großes Vorbild Toni Kroos vereint er pure Spielintelligenz, Konstanz und Rhythmusgefühl in sich.

Exakt wie der deutsche Nationalspieler verlagert er das Spiel, wenn es von Nöten erscheint, und setzt dadurch seine Mitspieler gekonnt in Szene. Ist er einem unangenehmen Pressing ausgeliefert, so schafft er es dank seiner ausgezeichneten Technik die Situation spielerisch zu lösen. Neben seinen strategischen Skills ist „Fede“ als Box-to-Box-Player gleichermaßen wirkungsvoll.

Oftmals geht er in dynamischer Manier weite Wege für sein Team, profitiert dabei von seiner ordentlichen Geschwindigkeit und Ausdauer. Erstmal im letzten Drittel angekommen, kann er dank seiner Übersicht den tödlichen Pass spielen oder per Fernschuss den Torwart herausfordern. Denn seine Fernschüsse sind für sein Alter schon weit ausgereift und es bedarf nur noch der letzte Feinschliff, um die höchste Effektivität zu erlangen.

Schwächen:

Um auf allerhöchstem Niveau bestehen zu können, muss der Südamerikaner körperlich jedoch unbedingt zulegen, denn ohne die notwendige Durchsetzungskraft wird es schwer seine Qualitäten ausspielen zu können. Auch wenn Valverde in der Offensive Akzente setzen kann, fehlt ihm noch die Effizienz, Tore direkt vorzubereiten oder gar selbst zu treffen.

Darüber hinaus fällt es ihm noch schwer sein komplettes Leistungsspektrum auf La Liga-Niveau nachzuweisen. Wäre das der Fall, würde er vermutlich zu einem Protagonist auf der iberischen Halbinsel avancieren und könnte sich vor Angeboten kaum mehr retten.

Prognose:

Die Kombination aus Allrounder-Qualitäten und einer für sein Alter untypischen Reife machen Valverde zu einem der spannendsten Talente weltweit. Dieser konnte in der abgelaufenen Saison im Dienste von La Coruna ohne Zweifel sein immenses Potenzial andeuten, jedoch sollte der amtierende CL-Sieger eine weitere Leihstation in Betracht ziehen, damit das Juwel den nächsten Schritt in seiner Entwicklung vollziehen kann.  

Auf der Bank der Galaktischen zu schmoren, wäre für Real Madrid und ihn selbst absolut kontraproduktiv, denn dieser Rohdiamant muss weiterhin geschliffen werden, um den höchsten Glanz zu erlangen. Bei gleichbleibender Entwicklung könnte er langfristig in die Fußstapfen von Toni Kroos hineinwachsen und als neuer Dirigent das weiße Ballett zu neuen Triumphen führen.

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Omid Noorafkan (20) - Der persische Hybride

Vorläufiger Scoutbericht:


Die iranische Nationalmannschaft überraschte in der Vorrunde der diesjährigen Weltmeisterschaft in Russland so manchen Zuschauer und direkten Gegner auf dem Platz. Wenngleich es „Team Melli“ letztendlich nicht ins Achtelfinale schaffte, verdiente sich der dreifache Asienmeister eine Menge Respekt der Fußballfans und konnte sich erhobenen Hauptes aus dem internationalen Turnier verabschieden.

Für uns war dies Anlass genug ins Landesinnere des Überraschungsteams zu schauen. Was tut sich im persischen Fußball und wer könnte der nächste Protagonist in der Elf von Coach Carlos Queiros werden?

Nur wenige schafften den Sprung

Esteghlal Tehran ist neben Perspolis einer der beiden Giganten des iranischen Fußballs, jedoch besitzt keiner der beiden Vereine eine hohe Strahlkraft, um aussichtsreiche Talente für ihre Jugendakademien zu gewinnen, da es in der Vergangenheit nur die wenigsten Jungspunde in den Profikader der beiden Protagonisten der Persian Gulf Pro League schafften.

Unser heutiges Talent Omid Noorafkan stellt da eine der wenigen Ausnahmen dar, die in den letzten Jahren erfolgreich den Sprung von der Jugendakademie direkt in die erste Mannschaft Esteghlals meisterten. Vor Beginn der letzten Saison hielt er gar den Rekord des jüngsten Debütanten in der Geschichte des zweifachen AFC-Champions-League-Siegers, als er im Alter von nur 18 Jahren und 271 Tagen zum ersten Mal in Irans höchster Spielklasse auflief.

Noorafkan

Vom Linksverteidiger zum Sechser

Es gibt viele Eigenschaften, die Noorafkan zu einem herausragenden Talent machen. Iran produziert im Allgemeinen technisch starke Mittelfeldspieler oder hart arbeitende, ballgewinnende Zweikämpfer. Noorafkan entpuppte sich in dieser Hinsicht als menschlicher Hybride, welcher beide Eigenschaften in sich vereint.  

Er startete als Linksverteidiger, als er für den achtfachen persischen Meister debütierte. Seine beeindruckenden Leistungen veranlassten Mansour Pourheidari, Vorgänger vom heutigen Estheghlal-Coach Winfried Schäfer, dazu, den persischen Rookie immer weiter ins Zentrum zu ziehen und ihn sich auf der defensiven Sechs oder der etwas offensiveren Acht beweisen zu lassen .

Sicherheit ist seine oberste Devise

Der iranische Neu-Nationalspieler verfügt über eine enorme Ausdauer, taktisches Bewusstsein und Disziplin, wie es für einen jungen Mittelfeldspieler selten der Fall ist. Er ist tapfer und zieht vor keiner Herausforderung zurück, am Ball bevorzugt er in der Regel die Sicherheit, bevorzugt daher ein einfaches Passspiel.  

Seine Führungsqualitäten kristallisieren sich bereits heraus, wenngleich er von einigen namhaften Führungsspielern umgeben ist, die einige Jahre älter sind als er. Der 1,82 Meter große Mittelfeldakteur hat auf verschiedenen Ebenen den Iran international vertreten und war 2017 Kapitän der Nationalmannschaft bei der U20-Weltmeisterschaft in Südkorea.

Aufgrund seines schnellen Aufstiegs und seiner konstanten Leistungen wurde er von Irans portugiesischem Volkshelden und Nationaltrainer Carlos Queiroz in die A-Nationalmannschaft eingeladen, in welcher er am 17. März diesen Jahres zum ersten Mal beim 4:0 Erfolg über Sierra Leone direkt 90 Minuten für „Team Melli“ auflief.

Irans Sechser der Zukunft?

Durch sein taktisches Verständnis und seine Vielseitigkeit hebt das Kraftpaket sich von vielen Talenten seiner Altersgruppe ab. Wenn man bedenkt, dass er einen sehr reifen Charakter für einen 20 Jahre alten Jungen besitzt, wird er hart auf und neben dem Platz arbeiten, um weiterhin seine Ziele zu realisieren.

Noorafkan hat sein Potenzial mehrmals angedeutet, sodass er in nicht allzu ferner Zukunft eine tragende Säule für die iranische Nationalmannschaft werden könnte. Mit dem 21-jährigen Saeid Ezatolahi vom russischen Erstligisten Amkar Perm hätte Nationaltrainer Queiroz ein kongeniales Duo im defensiven Mittelfeld für die nächsten Jahre sicher. 

Noorafkans Wechsel diesen Sommer in die Jupiter Pro League zum Tabellendritten RSC Charleroi ist ein kluger Schritt, um im europäischen Profi-Fußball Fuß zu fassen, da Belgiens höchste Spielklasse erfahrungsgemäß ein optimales Sprungbrett für junge aufstrebende Talente darstellt. Und wer weiß, vielleicht sieht man den jungen Perser bald auch schon in der Bundesliga …

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Pablo Maffeo (20) - Der Messi und CR7-Bezwinger in Diensten des VfB

Allgemeines:

War es auch ein Hauch von Schicksal, dass Pablo Maffeo als gebürtiger Katalane gerade in der katalanischen Stadt Girona in vergangenen Saison für Furore sorgte. Manchester City, vor seinem Wechsel zum VfB sein besitzender Verein, wurde von Pep Guardiola geführt, während dessen Bruder gar Anteile am spanischen Erstligisten aus Girona innehielt. Außergewöhnliche Konstellationen, die wirklich nur das Leben bietet.

Vor seinem Wechsel zu Girona verbrachte der Rechtsverteidiger, der in Barcelona geboren wurde, zehn Jahre in der Akademie von Barcas Stadtrivale Espanyol, bevor er 2013 als gerade mal 15-jähriger Bub‘ von City abgeworben wurde. Ein Tapetenwechsel, der für den generell heimatverbundenen Spanier gewiss nicht einfach war:

"Es ist schwierig, weil man seine Familie zurücklässt. Aber man wird dafür auch belohnt", sagte er über seinen frühen Wechsel ins Ausland.  

Als Neuling nahm sich ein alteingesessener Gaucho diesem an:

“In meinen Augen ist Zabaleta der Beste”, schwärmte Maffeo. “Er ist wie mein Vater hier! Er ist sehr nett zu mir; als ich das erste Mal hierhin kam, sprach er mich direkt an. Er zeigte Interesse an meiner Familie und wollte wissen wie es mir geht. Ich denke er ist der netteste Mensch hier.“

Durchbruch in La Liga

Mehr wie einige Pokalspiele 2015 und 2016 sprangen leider nicht für Maffeo bei den„Citizens“ heraus, doch seine Leihgabe an Girona im Januar 2017 war sein persönlicher Durchbruch. Nachdem die Leihe für ein weiteres Jahr verlängert wurde, avancierte er zu einem der drei Top-Performer des Tabellenzehnten der La Liga.

Besonders herausragend waren seine Darbietungen gegen Messi und CR7. Ja du hast richtig gelesen. Gegen die beiden Weltfußballer spielte der 1,73 Meter kleine Wadenbeißer dermaßen stark, dass es anschließend vor Anfragen nur so hagelte.

"Sehr viele Anfragen aus England und Spanien", habe es für Maffeo gegeben, bestätigte Reschke. "Dennoch hat er sich für den VfB entschieden.“ Neun Millionen Euro waren die Dienste des Defensivmannes den Schwaben wert – Rekord in der Vereinsgeschichte der Stuttgarter. Doch wie genau sieht das Repertoire des kleinen Spaniers aus, mit dem er unter anderem die beiden noch aktiven Legenden ausschaltete?

Stärken:

Es gibt wirklich nicht viele, die Messi ausschalten können, aber Maffeo tat dies mit Bravour. Während Girona das Spiel ironischerweise gerade wegen der allgemeinen Manndeckung verlor, vollzog Maffeo seinen Job mit eherner Entschlossenheit. Indem er die Stärken von Messi neutralisierte und ihm unermüdlich auf dem Platz folgte, demonstrierte er seine Fähigkeit, taktischen Anweisungen diszipliniert zu folgen und sich selbst für das Team zu opfern.

Maffeo ließ sich vom argentinischen Nationalspieler auch durch blitzschnelle Körpertäuschungen nicht abwimmeln und störte die Aktionen Messis das ganze Spiel über. Manch einer scherzt, dass er den Gaucho bis heute noch verfolgt, denn dieser wirkte sehr genervt und konsterniert, beschwerte sich wiederholt beim Schiedsrichter über seinen treuen Begleiter.

Wie ein kleiner Pitbull

Maffeo ist kein stereotypischer Außenverteidiger: Anstatt sich ausschließlich auf sein Tempo zu verlassen, überzeugt der Außenverteidiger auch mit Raffinesse und ausgeglichener Balance in seinem Umschaltspiel. In der Vorbereitung der Saison 2016/17 traf Manchester City auf den FC Bayern. Pep schickte das Greenhorn gegen keinen geringeren als Dribbelkönig Franck Ribery ins Rennen.  

Maffeo spielte unbeeindruckt dessen mit überragendem Selbstvertrauen. Darüber hinaus erkannte er rasch Gefahrenherde, die vom Bayern-Stürmer ausgingen, und wusste auf Anhieb mit ihnen umzugehen, notfalls auch mit aggressiven und kompromisslosen Tacklings. Kein Zögern, keine Angst, keine Unentschlossenheit. Maffeo, selbst ein Hundeliebhaber, geht wie ein kleiner Pitbull auf seine Gegner los. Name, Statur und Alter seines Kontrahenten beeindrucken ihn keineswegs.

Auch am Ball eine Wucht

Neben seiner außergewöhnlichen Schnelligkeit, Bissigkeit und Leidenschaft im Zweikampf, mit denen er den ehemaligen französischen Nationalspieler in Schach hielt, erkannte er auch Lücken in der eigenen Defensive und schloss diese bevor die Bayern sie bespielen konnten. Im darauffolgenden Spiel gegen den BVB bestätigte er seine Leistung ein weiteres Mal.

Aber auch am Ball macht der 1,73 Meter kleine Wirbelwind eine richtig tolle Figur, vor allem wenn es ums Dribbling geht. Maffeo scheut kein 1-gegen-1-Duell, da er genau weiß wie exzellent er in dieser Disziplin ist. Er liebt es mit seinem Gegner „Katz und Maus“ zu spielen, düpiert seine Widersacher mit schnellen Drehungen um die eigene Achse oder mit blitzschnellen Tempodribblings und gutgetimten Finten, die in des Gegners Hälfte meist in einem präzisen Flankenspiel münden.

Zu guter Letzt kannst du dir natürlich vor Augen halten, dass jemand mit solchen Eigenschaften nicht nur eine Position bekleiden kann. Denn der rechte Verteidiger spielte schon so gut wie alles. In der Jugend wurde er gar als Innenverteidiger eingesetzt, da er trotz seiner geringen Größe auch in Luftduellen zu überzeugen weiß (laut whoscored.com seine größte Stärke). Vor seinem Wechsel zum VfB spielte er 28 Mal im defensiven Mittelfeld und könnte daher zusammen mit dem impulsiven Santiago Ascacibar eines der aggressivsten Sechserpaare der Bundesliga bilden.

Schwächen:

Zwar imponiert Maffeo mit seinen tollen Dribblings, jedoch muss er in Sachen Passspiel definitiv noch zulegen. In der abgelaufenen La Liga kam er auf eine Passquote von nur 74%, was für einen defensiven Außenspieler ausbaufähig ist. Daraus resultiert gleichermaßen seine verbesserungswürdige Effizienz. In 32 Einsätzen für den FC Girona konnte er lediglich ein Tor assistieren und kein Tor erzielen.

Zudem hat man das Gefühl bei ihm, dass er lernen muss, seine Kräfte über 90 Minuten besser einzuteilen, da er beispielsweise mit seinen zahlreichen 1-gegen-1-Duellen ein sehr kräfteraubendes Spiel besitzt. Das ein oder andere Passspiel würde ihn in solchen Situationen entlasten. Des Weiteren fängt er pro Spiel nur 1,5 Pässe des Gegners ab, was im mittelmäßigen Bereich anzusiedeln ist. Möchte er zur Elite aufschließen, dann benötigt er ohne Zweifel ein besseres Antizipationsvermögen, um Gefahrenherde bereits im Keim ersticken zu können.

Prognose:

Dass VfB-Chef Michael Reschke ein Auge für aussichtsreiche Talente hat, dürfte das jüngste Beispiel Benjamin Pavard mit Nachdruck demonstrieren. Dass man bereit war, nun Pablo Maffeo zum Vereins-Transferrekord zu machen, lag auch daran, dass der ehemalige Bayern-Scout ihn schon lange beobachtete.

"Wir haben ihn schon im Jugend- und Übergangsbereich gesehen, kamen da bei der Konkurrenz aber einfach nicht an ihn ran. Nun hat sich eine andere Situation ergeben – und wir waren vorbereitet", so Reschke. „Pablo ist ein Spieler mit einem großen Herzen und einer enormen Wucht, der als Außenverteidiger eine große Zukunft vor sich hat."

Worte, die demonstrieren, dass man im VfB-Lager von den Qualitäten Maffeos absolut überzeugt ist. Auch deswegen trauen wir ihm zu, dass er von Anfang an beim VfB als Stammspieler Fuß fassen wird und in den nächsten Jahren zu einem der Leistungsträger bei den Stuttgartern avanciert. Somit könnte der Katalane im Schwabenland zum nächsten „Pavard“ mutieren und dem dreimaligen deutschen Meister eine weitere saftige Ablösesumme bescheren.

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Diogo Dalot (19) - Von null auf hundert in nur acht Spielen

Eine berühmte Fußballerweisheit besagt „Nach der Saison ist vor der Saison“. Getreu diesen Mottos schlug United-Coach José Mourinho eiskalt auf dem Transfermarkt zu. Nach einer meisterlosen Premier-League-Spielzeit hat „The Special One“ den Entschluss gefasst, seinen Kader in der Defensive aufzuwerten und bei seinem ehemaligen Verein, dem FC Porto, gewildert. Objekt der Begierde, der gerade mal 19-jährige Rechtsverteidiger Diogo Dalot. Dieser konnte sein Glück kaum fassen:

"Zu Manchester United zu wechseln, ist eine unglaubliche Möglichkeit für mich. Ich bin in Portos Akademie groß geworden und bin so dankbar für alles, was sie für mich gemacht haben. Aber die Chance, zu einem der größten Klubs der Welt zu wechseln, konnte ich einfach nicht ausschlagen“, gab Portos Youngster zu Protokoll.

Die perspektivische Lösung für Valencia?

Der Transfer verdeutlicht, dass der Trainer der „Red Devils“ Defizite auf den defensiven Außenbahnen ausgemacht hat, da man mit zwei umfunktionierten Flügelstürmern, und zwar Young und Valencia, die vakanten Stellen bisher besetzte. Talent Luke Shaw und der Italiener Matteo Darmian konnten die Ansprüche des englischen Rekordmeisters oftmals nicht erfüllen und sollen abgegeben werden. Ein entscheidender Umstand, der „Mou“ dazu bewogen haben muss, mit Diogo Dalot die Weichen für die Zukunft neu zu justieren.

Der englische Rekordmeister machte Gebrauch von der Freigabeklausel und überwies eine Ablösesumme in Höhe von 20 Millionen Euro in die portugiesische Hafenstadt. Aber wer ist dieser Teenager, welcher wettbewerbsübergreifend nur acht Einsätze benötigte, um den generell kritischen Fußballlehrer von seinen Qualitäten zu überzeugen und was kann er dem Old-Trafford-Club bieten?

Stärken:

"Diogo ist ein extrem talentierter, junger Verteidiger mit allen Qualitäten, um ein großartiger Spieler für diesen Klub zu werden", schwärmt Mourinho über den Rookie. "Er hat alle Attribute, die ein Außenverteidiger braucht: Körperlichkeit, taktische Intelligenz und technische Qualität."

Besonders auffällig zeigte der U17-Europameister von 2016 diese Qualitäten im CL-Rückspiel gegen den späteren Finalisten aus Liverpool. Dalot bekam es mit dem agilen Sadio Mané zu tun und sorgte dafür, dass Reds-Coach Jürgen Klopp den Senegalesen in der 75. Spielminute konsterniert vom Feld nahm.

Denn Dalot bot dem Senegalesen nicht nur zweikampftechnisch die Stirn, sondern vollzog ein dermaßen gelassenes Aufbauspiel mit hoch gespielten Seitenwechseln, beeindruckenden ersten Kontakten und ein sicheres Pass- und Stellungsspiel, sodass die United-Scouts ihre Bestätigung bekamen, dass der Portugiese es weit bringen kann.

Darüber hinaus gilt es zu erwähnen, dass Dalot unfassbar flexibel einsetzbar ist. Denn gegen Sadio Manè verteidigte der eigentliche Rechtsverteidiger auf der für ihn ungewohnten linken Außenbahn. Zudem spielte er in der Jugend lange Zeit auf den Außenpositionen im Mittelfeld, weshalb der Defensivspezialist auch offensiv eine entscheidende Rolle spielen kann.

Typ moderner Außenverteidiger

Eine wunderschöne Überleitung zu einem seiner nächsten großen Vorzüge. Seine Aktie stieg nach der erwähnten Liverpool-Performance ebenso sprunghaft an, weil er seine defensive Entschlossenheit mit offensiven Nadelstichen aufwertete, während letzteres gewiss eines seiner herausragendsten Attribute ist. Die Fähigkeit, fließend von der Defensive zum Angriff überzugehen, ist eine Facette des modernen Außenverteidigers, die in einem traditionelleren Verteidiger selten zu finden ist, aber der Jungspund kombiniert diese außergewöhnlichen Fähigkeiten in seinem Spiel. In der Offensive setzt Dalot am meisten durch seine Flankenläufe Akzente.

Diese sind dermaßen präzise, dass oftmals eine Großchance daraus resultiert. Seine unfassbare Schnelligkeit kombiniert mit einem soliden Dribbling machen ihn zu einem wahren Allrounder. Das bestätigte auch der bekannte portugiesische Fußballanalyst Tiago Estevao gegenüber den Medien: "Er ist physisch immens stark, schnell, unermüdlich und ein exzellenter Flankengeber. Er hat mit Leichtigkeit den Sprung in den Profifußball geschafft."

Schwächen:

Wir haben uns wirklich bemüht, Defizite bei ihm auszumachen. Doch bei seinen acht Profiauftritten haben sich keine signifikanten Schwächen herauskristallisiert. Lediglich seine Entscheidungsfindung ist ausbaufähig, jedoch ist das für einen so jungen Mann absolut normal und wird mit steigender Spielzeit erfahrungsgemäß optimiert.

Prognose:

Diogo Dalot war der jüngste Akteur, der in dieser Saison sieben Spiele in der Liga NOS gewann. Der daraus resultierende kometenhafte Aufstieg machte ihn für sämtliche Top-Klubs interessant. Auch der FC Bayern München streckte seine Fühler nach dem Ausnahmetalent aus, was zeigt, wie schnell es im heutigen Profifußball gehen kann. Doch dies birgt auch Gefahren, denn wie wird das ehemalige Porto-Talent mit diesem Aufstieg mental umgehen. Wie wird er mit dem Druck beim Manchester-Klub klarkommen?

Zweifellos besitzt der portugiesische U21-Nationalspieler ein unfassbares Potenzial, jedoch bleibt es abzuwarten, ob er lediglich einen zweimonatigen Lauf hatte oder ob er tatsächlich auch schon die notwendige Kontinuität besitzt, um den Anforderungen im Old-Trafford gerecht zu werden. Generell sehen wir diesen Transfer eher kritisch, jedoch ist Diogo Dalot in seiner Entwicklung schon so unglaublich weit, dass wir ihm zutrauen, diesen Schritt in nicht allzu ferner Zukunft dennoch zu meistern.

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Cristian Pavón (22) - Argentiniens Antwort auf Di Maria?

Argentiniens Offensive gehört zweifellos zur „Créme de la Créme“ des internationalen Weltfußballs. Neben dem mehrfachen Weltfußballer Lionel Messi kann Nationaltrainer Jorge Sampaoli auf weitere Weltstars wie Sergio Agüero, Angel di Maria oder einen Gonzalo Higuain vertrauen. Umso überraschender, dass es ein 22-jähriges, bis dato weniger bekanntes, Talent in den Kader für die WM 2018 geschafft hat. Es handelt sich um Boca Juniors‘ Rechtsaußen Cristian Pavón. Aufgrund einer überragenden Saison für den ehemaligen Club von Diego Armando Maradona war der Coach der „Albiceleste“ förmlich gezwungen den Jungspund einzuladen. „Pavón ist ein Spieler, der uns für die WM begeistert“, gab der frühere Chile-Coach enthusiastisch zu Protokoll. Denn der 1,67 Meter kleine Gaucho sorgte mit 23 Scorerpunkten in 33 Einsätzen für mehr als überzeugende Argumente für das Loblied.

Traumdebüt gegen Russland

Im November letzten Jahres durfte das 65 Kilogramm leichte Fliegengewicht sein Debüt gegen das WM-Gastgeberland feiern. Pavon wurde 15 Minuten vor Schluss beim Spielstand von null zu null aufs Feld entsendet. Nur fünf Minuten später spielte er einen wunderschönen Doppelpass mit Lionel Messi und bereitete das Siegtor von Sergio Agüero mit einer präzisen Hereingabe vor. Im darauffolgenden Test gegen den dreifachen Afrikameister Nigeria verloren die Südamerikaner zwar mit 2:4, jedoch konnte der kleine Tempodribbler gegen die „Super Eagles“ mit einem weiteren Assist auf Agüero gar den Grundstein für sein WM-Ticket legen.

Bei all den schönen Fakten über seinen Werdegang fragst du dich jetzt sicherlich „wo kommt der Kerl her?“. Pavón wurde in der argentinischen Millionenstadt Córdoba geboren, welche nicht nur für ihre Architektur im Stil der spanischen Kolonialzeit bekannt ist, sondern auch als Brutplatz für vielversprechende Fußballtalente gilt. Denn neben unserem Protagonisten entstammt beispielsweise ebenso Juves Paulo Dybala der Metropole aus der gleichnamigen Provinz.  

Nur sechs Monate Überzeugungszeit

Ähnlich wie der Juve-Stürmer startete der Youngster in einer Amateur-Liga, wechselte im zarten Alter von 16 Jahren in die erste Mannschaft von Talleres und debütierte ein Jahr später vor seinem 18. Geburtstag in der Nacional B – Argentiniens zweiter Liga. Der Youngster brauchte nur sechs Monate, um die Boca-Bosse davon zu überzeugen, sich mit drei Millionen US-Dollar seine Dienste zu sichern.

Relevant wurde er für den Traditionsclub, welcher in „La Bombonera“, dem stimmungsvollsten Stadion Südamerikas seine Heimspiele austrägt, erst nach einer Leihe zu Ligakonkurrent Colón. Dort übertraf er alle Erwartungen und avancierte mit neun Toren und zehn Assists zum wertvollsten Spieler und war somit einer der Hauptgaranten für den Titelgewinn in Argentiniens höchster Spielklasse 2016/17!

Stärken:

Der quirlige Gaucho ist ein sehr vielseitiger Spieler, welcher nicht nur auf der rechten Außenbahn, sondern auch im offensiven Zentrum agieren kann. Der Rechtsfuß besitzt die Gabe, sich optimal mit seinen Vorderleuten abzustimmen, sodass er fast immer anspielbar wirkt. Pavón versteht es in Perfektion, den freien Raum zu attackieren und dadurch hinter die gegnerische Abwehr zu gelangen. Darüber hinaus ist das Dribbling eine weitere Attraktion, die der Flügelmann zu bieten hat. In der abgelaufenen Primera Division überlistete der Offensivspezialist 66 Mal in 26 Ligapartien seine Opponenten und kam dadurch erst in die aussichtsreiche Lage seine zahlreichen Assists zu sammeln.

Pavón liebt es seine Gegenspieler in hohem Tempo, den Ball eng am Fuß, anzulaufen, um dann durch eine blitzschnelle Körpertäuschung diese zu überwinden. Aufgrund seiner enormen Geschwindigkeit ist er oftmals auch in der Lage, mehrere Spieler auf einmal, ohne sich seines fintenreichen Dribblings überhaupt bedienen zu müssen, stehen zu lassen. Dabei legt er sich das Spielgerät einfach sehr weit vor und überläuft seine Kontrahenten mit Leichtigkeit.

Der perfekte Assistgeber

Seine effektiven Laufwege und seine exzellenten Dribblings sind das Fundament dafür, dass er wettbewerbsübergreifend zwei tödliche Pässe pro Spiel abgeben konnte, welche wie bereits erwähnt in elf direkte Vorlagen mündeten.

Seine messerscharfen Hereingaben sind eine weitere Fähigkeit, die den jungen Argentinier zu einem hervorragenden Vorbereiter macht. Selbst wenn seine Mitspieler in der Box nur einen Quadratzentimeter Platz haben und nur 1,20 Meter groß sind, Pavón wird sie finden und sie wie ein Kellner eines Luxusrestaurants adäquat bedienen.

Was das südamerikanische Talent jedoch zu einer richtigen Offensivwaffe macht, ist, dass er gleichermaßen aus der Distanz gefährlich werden kann. Bestaunen durfte man dies zum Beispiel Anfang April dieses Jahres in der Copa Libertadores gegen Junior, als er den Ball gefühlvoll vom linken Sechzehnerrand flach ins lange Eck schlenzte. Darüber hinaus ist der Mann mit der Rückennummer sieben trotz seiner geringen Größe außerordentlich standfest und mit fairen Mitteln sehr selten vom Ball zu trennen.

Schwächen:

Die Erfahrung zeigt, dass junge Spieler häufig Defizite in Sachen Kaltschnäuzigkeit aufweisen. Ebenso der Neunationalspieler, welcher gerne mal die ein oder andere Großchance liegen lässt und daher im mentalen Bereich über Verbesserungspotenzial verfügt. Seine eher mittelmäßige Passquote von 74% mündet aus seinen teilweise schlampigen Ballabgaben, die er sich primär im Aufbauspiel leistet. Zudem rennt er bei gegnerischen Ballbesitz seine Gegenspieler meist in sehr hohem Tempo an, was es sehr einfach macht ihn auszuspielen und er es dann trotz seiner Schnelligkeit nur schwer wieder hinter den Ball schafft.

Prognose:

Cristian Pavón gehört zusammen mit Lautaro Martinez zweifellos zu den größten Talenten Argentiniens. Während Letzterer seine Zelte zukünftig wohl bei Inter Mailand aufschlagen wird, steht hinter der Zukunft des Boca-Juwels noch ein großes Fragezeichen. Arsenal, Juventus und nun auch Paris Saint Germain gehören zu den größten Interessenten um den Boca-Rookie, welcher seinen Herzensverein jedoch nicht für eine vergleichsweise geringe Ablöse verlassen möchte, wie der Berater des Ausnahmetalents vor kurzem bestätigte:

„Wir sind stolz, dass Boca die Klausel anheben will.“ Allerdings müssen dafür auch die Vertragsbedingungen wesentlich verbessert werden. Er fügte hinzu, dass der Spieler den Vertrag durch Anwendung der Klausel niemals einseitig kündigen würde: „Wir werden Boca nicht durch die Hintertür verlassen.“

Damit wird die bisherige Ausstiegsklausel laut argentinischen Medien von 28,8 Millionen auf knapp 43,3 Millionen Euro ansteigen. In der heutigen Zeit der explodierenden Ablösesummen kann man getrost sagen, dass das enorme Potenzial des vielseitigen Offensivtalents diese Forderung rechtfertigt, da er alles mitbringt, die Zukunft der „Albiceleste“ nachhaltig zu prägen. Bei gleichbleibender Entwicklung könnte er nicht nur einer der Protagonisten Argentiniens bei der WM 2022 in Katar werden, sondern auch zur Créme de la Créme der europäischen Topfußballer avancieren.

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