In drei Bundesländern wurde noch nie Bundesligafußball gespielt

Seit 1963 gibt es die Fußballbundesliga, doch auch 56 Jahre später gibt es immer noch Bundesländer, in denen noch nie erstklassiger Fußball zu sehen war. Genau genommen ist es nur eines, denn in der ehemaligen DDR war die Oberliga die höchste Spielklasse und hier waren zum Beispiel auch Thüringen und Sachsen-Anhalt vertreten.         

Als der DFB Anfang der 1960er-Jahre beschloss, eine Bundesliga einzuführen, wollte man bei den Vertretern auf eine ausgewogene regionale Verteilung achten. So ist zu erklären, dass die Bayern nicht in die Bundesliga aufgenommen worden, weil die damals erfolgreicheren Vereine 1860 München und Nürnberg als bayerische Vertreter gesetzt waren.

Das Saarland erhielt mit dem 1. FC Saarbrücken einen Startplatz. West-Berlin war mit Hertha BSC vertreten und die beiden Stadtstaaten Bremen und Hamburg schickten mit Werder und dem HSV jeweils ein Team in die neugeschaffene Bundesliga.

Bevölkerungsreiche Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen (Dortmund, Köln, Meidericher SV, Schalke, Preußen Münster), Baden-Württemberg (Stuttgart und Karlsruhe) und Rheinland-Pfalz (Kaiserslautern) waren von Anfang an Bestandteil der Bundesliga, wie auch Niedersachsen (Eintracht Braunschweig) und Hessen (Eintracht Frankfurt).

Einzig Schleswig-Holstein blieb außen vor und das hat sich bis heute nicht geändert. Vereine wie Holstein Kiel oder der VfB Lübeck schafften nie den Sprung in die Bundesliga. Das könnte sich jedoch bald ändern, denn aktuell mischen die Kieler an der Tabellenspitze der 2. Liga mit.  

Die neuen Bundesländer kamen 1991 dazu  

Die Wiedervereinigung 1990 übte auch Einfluss auf die Bundesliga aus. Damals beschloss man, dass zwei Vertreter aus der DDR-Oberliga im westdeutschen Pendant mitspielen durften. So kam es, dass nun auch Mecklenburg-Vorpommern (Hansa Rostock) und Sachsen (Dynamo Dresden) Bundesligavertreter hatten. Brandenburg durfte sich um die Jahrtausendwende über Erstligafußball freuen, denn Energie Cottbus schaffte den Sprung ins Oberhaus.

Bis heute müssen jedoch die Fans aus Thüringen und Sachsen-Anhalt auf Bundesligafußball warten. In Thüringen könnte dies noch eine ganze Weile dauern, denn die beiden wichtigsten Vertreter Carl Zeiss Jena und Rot-Weiß Erfurt spielen nicht einmal zweitklassig. Sachsen-Anhalt war jahrelang gar nicht in den beiden höchsten deutschen Spielklassen vertreten. Jetzt spielt wenigstens Magdeburg im Unterhaus.

Streng genommen hat Ost-Berlin auch noch nie einen Verein in die Bundesliga schicken können. Der BFC Dynamo, Serienmeister in der DDR, versank nach der Wende in der Versenkung und Union Berlin macht sich erst seit ein paar Jahren Hoffnungen auf einen Bundesligaaufstieg. Aber Ost- und West-Berlin gibt es ja schon lange nicht mehr und die Hauptstadt hatte mit Blau-Weiss 90, Tennis Borussia und Tasmania Berlin auch schon andere Vereine als Hertha BSC in der Bundesliga.