Quo vadis, HSV - Ehrenrunde oder Absturz? Teil 1

Quo vadis, HSV - Ehrenrunde oder Absturz? Teil 1

Nachdem wir die Abläufe, die mittlerweile zum Abstieg des HSV geführt haben, näher beleuchtet haben, widmen wir uns jetzt den Aussichten des HSV für die Zukunft und vor allem der kommende Saison. Dabei werden wir auf die Veränderungen des Kaders in den einzelnen Mannschaftsbereichen, das Trainerteam und die neue Führungsriege schauen und sehen ob der Dino es schafft die 2. Liga zu einem einjährigen Ausflug werden zu lassen oder ob der selbe Absturz in die Niederungen des Profifußballs droht wie anderen ehemaligen Traditionsvereinen. In Teil 1 beschäftigen wir uns dabei mit der Defensivabteilung der Mannschaft.

Tor:

Wer geht?

Christian Mathenia: In seinen zwei Jahren beim HSV hat er es nie wirklich geschafft sich als Stammtorhüter durchsetzen und hat sich mit Äußerungen über einen Wechsel noch während der Saison den Kredit bei den Fans verspielt. Wechselt für 500.000 Euro Ablöse zum 1. FC Nürnberg.

Wer bleibt?

Julian Pollersbeck: Kam zu Beginn der vergangenen Saison als U21-Europameister mit großen Vorschusslorbeeren vom 1.FC Kaiserslautern, hatte jedoch große Startschwierigkeiten. Aus dem Umfeld der Mannschaft waren Stimmen zu hören, die ihm eine mangelnde Einstellung zum Profidasein unterstellten und er fand sich deshalb sowohl unter Markus Gisdol, als auch Bernd Hollerbach meist auf der Bank wieder. Wurde von Christian Titz dann zur neuen Nummer 1 ernannt und rettete dem HSV mit zahlreichen spektakulären Paraden einige Punkte. Kann er diese Form beibehalten, wird er ein entscheidender Pfeiler des Grundgerüsts der Mannschaft für die neue Saison sein.

Tom Mickel: War vergangene Saison Keeper Nummer 3 und wird nach dem Abgang Mathenias wohl zur Nummer 2 aufsteigen. Gilt als solider Rückhalt und ist für die Rolle des Ersatzkeepers in Liga 2 eine absolut zufriedenstellende Lösung.

Wer kommt?

Morten Behrens: Als Keeper der U23 spielte auch er bereits letzte Saison unter Trainer Christian Titz. Hat nun einen Profivertrag bis 2020 unterschrieben und reiht sich als Keeper Nummer 3 in das Torhütertrio ein.

Verteidigung:

Wer geht?

Dennis Diekmeier: Sein Vertrag läuft in diesem Sommer aus und wird nicht mehr verlängert. Verlässt den HSV als dienstältester Profi, kam in den letzten Wochen unter Titz jedoch kaum noch zum Zuge und verlor seinen Stammplatz an Kapitän Sakai.

Kyriakos Papadopoulos: Beim Griechen stehen die Zeichen ebenfalls auf Abschied. Er gehört auch zu den Spielern, die über den größten Markt verfügen und wahrscheinlich auch eine entsprechende Ablöse einbringen werden. Gehörte in den letzten eineinhalb Jahren zwar zu den Leistungsträgern und rettete dem HSV mit starken Zweikämpfen und einigen Toren den ein oder anderen Punkt, war jedoch auch zum Ende, aufgrund seiner gelegentlichen Aussetzer, fehlenden Schnelligkeit und Schwächen im Spielaufbau nicht unumstritten. Bis jetzt stand vor allem eine Rückkehr nach Griechenland zu seinem Herzensverein PAOK Saloniki im Raum, jedoch ist eine Entscheidung hier noch nicht gefallen und es könnte sich auch noch ein zahlungskräftigerer Abnehmer finden.

Mergim Mavraj: Wurde bereits bei Titz' Amtsantritt aussortiert und spielt in den Planungen des Trainers keine Rolle mehr. Er wird sich einen neuen Verein suchen.

Bjarne Thoelke: Wurde vom ehemaligen Sportchef Jens Todt als Backup zu Beginn der vergangenen Saison geholt, konnte sich jedoch nicht wirklich in die Mannschaft spielen. Sein Vertrag läuft im Sommer aus und wird nicht verlängert.

Wer bleibt?

Gideon Jung: Soll als Eigengewächs des HSV ein Gesicht der neuen Mannschaft werden und verfügt nach den vergangenen Spielzeiten schon über einige Erstligaerfahrung, gilt zudem auch als von Titz geschätzt. Ein solider Innenverteidiger, der in der kommenden Saison wohl einen Stammplatz relativ sicher haben wird.

Rick van Drongelen: Ein junger Innenverteidiger mit großem Potential. Hat in den letzten Wochen der Saison bereits seine Feuertaufe in der finalen Phase des Abstiegskampfes bestanden. Für ihn gibt es sicherlich Interessenten, mit finanziell verlockenden Angeboten, jedoch soll er, sofern diese Angebot nicht unmoralisch werden, gehalten werden.

Gotuku Sakai: Als Kapitän der Mannschaft verkündete er noch am Abend des feststehenden Abstieges, dass er mit in die zweite Liga gehen wird. Daraufhin hat er Wort gehalten und seinen Vertrag noch einmal bis 2020 verlängert. Ist auf der Position des Rechtsverteidigers gesetzt.

Douglas Santos: Sein Verbleib ist noch nicht gesichert, da er in der Rückrunde zu den wenigen Lichtblicken des HSV gehörte.Trainer Christian Titz jedoch mächte ihn unbedingt halten, da er mit Tatsuya Ito zusammen weiterhin die linke Seite, über die in den letzten Spielen am meisten Wirbel gemacht wurde, erhalten soll. Auch hier wird sich die Entscheidung danach richten, ob noch einmal ein Angebot eingehen wird, dass sowohl den Spieler, als auch den Verein überzeugt. Ansonsten wird der HSV hier wohl an seine Schmerzgrenze gehen und ihn halten.

Josha Vagnoman: Der 17-jährige Außenverteidiger gilt als eines der begehrtesten Hamburger Eigengewächse. Viele Topvereine wie Manchester City, Borussia Dortmund oder RB Leipzig haben bereits ihre Fühler nach ihm ausgestreckt. Doch in den vergangenen Tagen hat er seinen ersten Profivertrag bis 2021 unterschrieben. Er identifiziert sich mit dem HSV und möchte seine nächsten Entwicklungsschritte auch bei seinem Heimatverein gehen. Kann sowohl auf der linken, als auch rechten Außenverteidigerposition spielen und wird den beiden etablierten Kräften Santos und Sakai Druck machen.

Wer kommt?

David Bates: Die Verpflichtung des ablösefreien schottischen Innenverteidigers wurde im April relativ überraschend bekannt gegeben. Der 21-jährige kommt von den Glasgow Rangers, über seine Stärken und Schwächen ist noch relativ wenig bekannt, er soll jedoch über eine hohe Geschwindigkeit und Zweikampfstärke mit seinen 1,93 Meter verfügen. Welche Rolle er spielen wird, ist deshalb noch nicht zu erahnen.

Es lässt sich festhalten, dass der HSV bereits in der Defensivabteilung, mit Pollersbeck, Santos und van Drongelen, versucht seine Leistungs- und Hoffnungsträger zu halten und gleichzeitig durch den Verkauf von Spielern wie Papadopoulos, die der angestrebten Spielphilosophie, trotz ihres mitunter großen Namens, nicht vollumfänglich entsprechen, etwas Geld in die Kasse zu spülen. Beim nächsten Mal werden wir uns dann den Planungen für die Offensive des neuen HSV-Kaders widmen.

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