Löw erklärt harten Cut mit den Weltmeistern

Löw erklärt harten Cut mit den Weltmeistern

Auf der Pressekonferenz in der DFB-Zentrale in Frankfurt sprach Bundestrainer Joachim Löw über das abrupte Ende mit den Nationalspielern Thomas Müller, Mats Hummels und Jerome Boateng. Gerade für die Art und Weise, wie Löw es den drei Spielern vom FC Bayern übermittelte, erntete er viel Kritik. Auf der PK äußerte sich Löw zu seiner Entscheidung und der Zukunftsplanung der deutschen Nationalmannschaft.

Keine Hintertür für Müller und Co.

Mehrmals betonte Jogi Löw, was die Spieler Müller, Hummels und Boateng für einmalige Dienste für die Nationalelf erwiesen haben. Sie prägten die "erfolgreichste Dekade des deutschen Fußballs", sprach Löw. Zu seiner Kommunikationspolitik sagte der Bundestrainer, er habe es ihnen unbedingt persönlich mitteilen wollen, und nicht etwa am Telefon oder gar durch die Presse. Die Entscheidung sei ihm keineswegs leicht gefallen. Doch nach der ernüchternden WM 2018 und einer verkorksten Nations-League-Saison muss jetzt was passieren. Der Auftakt in die EM-Qualifikation sei nun die Gelegenheit, ein neues Kapitel aufzuschlagen. Und dazu gehört eben auch, ein Altes zu beenden. Löw hält es für den richtigen Zeitpunkt, nun die ersten tiefgreifenden Schritte in dem so oft geforderten Umbruch in der Mannschaft einzuleiten. Joachim Löw plant für den Qualifikationszyklus ohne das Bayern-Trio und es soll auch keine Hintertürchen geben, doch wieder zurückzukehren. Das würde den Prozess des Umbruches nur lähmen.

"Sie sollten es von mir persönlich erfahren." - Joachim Löw über die Entlassung von Müller, Hummels und Boateng

Drei U21-Spieler rücken nach

Für das Testspiel gegen Serbien am Mittwoch wurde auf der Pressekonferenz auch der Kader bekannt gegeben. Dass für die drei Bayern-Stars drei Neue nachrücken würden, konnte man sich ausrechnen. Der Bundestrainer entschied sich dafür, erstmals Lukas Klostermann, Niklas Stark und Maximilian Eggestein für die A-Nationalmannschaft einzuberufen. Alle drei Spieler kommen aus der U21-Nationalmannschaft. Niklas Stark, welcher in dieser Saison bei Hertha BSC Berlin eine Stammgröße darstellt, wird mit einigen Spielern wie Süle, Rüdiger oder Tah um die Innenverteidigerpositionen konkurrieren. Aussichtsreicher dürfte es beim Rechtsverteidigter Klostermann sein. Bislang agierte Thilo Kehrer auf Rechtsaußen in einer Fünferkette, der Mann von Paris Saint-Germain ist jedoch gelernter Innenverteidiger. So könnte sich der 1,89m große Lukas Klostermann auf der eher unterbesetzten Rechtsverteidigerposition für Löw anbieten. Maxi Eigestein von Werder Bremen ist dagegen im zentralen Mittelfeld einzuordnen, wo die Konkurrenz aktuell wahrscheinlich noch zu groß ist. Mit Kroos und Kimmich verfügt Löw bereits über zwei exzellente Sechster. 

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Lukas Klostermann ist einer von drei neuen im DFB-Aufgebot

Löw rechnet fest mit EM 2020

Von der jungen Generation verspricht sich der Coach, dass sie u.a. wieder mehr Dynamik in das deutsche Spiel bringen soll. Prinzipiell hält Löw an dem Ballbesitzfußball fest. Von den jungen Spielern erwartet Löw, dass wieder mehr Tempo ins Spielgeschehen kommt und man sich den Gegner wieder mehr und mehr zurechtlegen kann. Der Bundestrainer ist der festen Überzeugung, dass diese junge Truppe in der EM-Qualifikation bestehen und zur Europameisterschaft 2020 fahren wird.

So ganz loslassen an der Weltmeister-Generation kann Löw allerdings nicht: Auch in diesem Jahr wird Manuel Neuer die Nummer 1 der Nationalmannschaft sein, auch wenn sich Marc-André ter Stegen auf "Weltklasseniveau" befinde. Auch an Toni Kroos als zentralen Motor der Mannschaft hält Löw weiterhin fest. Perspektivisch geht Löw aber davon aus, dass Kimmich und Goretzka die Rolle als "Leitwölfe" einmal ausfüllen werden. 

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