Moritz

Die Fälle Wolfsburg und Hamburg - Absturz von ehemalig erfolgreichen Vereinen

Der VfL Wolfsburg und der Hamburger SV zählen nicht zu den Vereinen die finanziell wenig Möglichkeiten haben, allerdings spielen beiden Vereine seit geraumer Zeit im unteren Bereich der Bundesliga. Wie ist das zu erklären?

Die Entwicklung des HSV

Der Abstieg des Hamburger SV ist keinesfalls überraschend. In den letzten 7 Spielzeiten zählte der HSV ganze 5 mal in der Abschlusstabelle zu den letzten 5 Vereinen. Zweimal musste man in die Relegation und konnte sich dort in der Liga halten. 2012/2013 konnte der HSV auf dem 7. Platz abschließen und 2015/2016 immerhin auf dem 10. Platz. Auch diese Platzierungen sind höchstens Mittelmaß und der Trend ging deutlich nach unten. Somit kommt der Abstieg für viele erwartet und Fußball-Deutschland scheint fast schon erleichtert und froh, dass der BuLi-Dino nun doch zum ersten Mal in die Zweitklassigkeit abrutscht. Dabei vergisst man fast wie erfolgreich der HSV noch von 2003 bis 2011 war, als man immer zumindest 8. wurde und 4 mal in den Top 5 der Liga landete. 

Viele Trainerwechsel und Spieler-Rotationen sprechen auch nicht wirklich für Kontinuität und der Verein. Und dabei hat der HSV eigentlich mehr finanzielle Mittel als kleinere Bundesligisten wie Mainz, Freiburg, Augsburg, Hannover und auch Berlin und Leipzig (zumindest nach der Bilanz in 2016). Jedoch wirtschaftet der HSV schon seit Jahren nicht gut und fuhr in den vergangenen Jahren durchgehend Verluste ein (Quelle: https://fussball-geld.de/finanzbilanz-hamburger-sv/).

Die Entwicklung des VfL

Der VfL Wolfsburg könnte in den Spuren des HSV folgen. Die Wölfe retteten sich zweimal in Folge erst in der Relegation. Exakt das selbe Spiel wie in Hamburg vor 3 Jahren. Der Absturz kommt dabei schnell: Vor 3 Jahren fuhr man unter Dieter Hecking noch die Vize-Meisterschaft ein, vor 2 Jahren wurde der VfL (durch die Doppelbelastung in der CL - man kam ins Viertelfinale gegen Real Madrid) immerhin 8. In der darauffolgenden Spielzeit wurde ihr Erfolgstrainer Dieter Hecking im Oktober nach einem schwachen Start entlassen. Seitdem geht die Talfahrt der Wölfe nur noch schneller voran und die folgenden 3 Trainer (Valerien Ismael, Andries Janker, Martin Schmidt) hielten sich alle nur ein halbes Jahr bevor die Reißleine gezogen wurde.

Und auch der VfL spielt dabei finanziell in anderen Dimensionen. Getrieben von Eigentümer und Hauptsponsor VW sowie durch die nicht allzu lange zurückliegenden Erfolge haben die Wolfsburger ein beachtliches Budget zur Verfügung. Einnahmeberichten zu Folge verbuchte man im Jahr 2016 noch die vierthöchsten Einnahmen aller Bundesligisten (Quelle: https://fussball-geld.de/einnahmetabelle-der-1-bundesliga/). Der Marktwert des Kaders lag vor der diesjährigen Saison noch bei 134 Millionen €, womit man zumindest im Mittelfeld der Liga datiert und auch jetzt nach der Saison ist dies noch der Fall, man konnte den Marktwert sogar auf 142 Millionen steigern.

Grundlegende Probleme

Es scheint somit, dass in Hamburg und Wolfsburg andere, mehr grundlegende Probleme die Ursachen sind. Auffällig sind die vielen Trainerwechsel und die damit einhergehenden Wechsel in der Spielphilosophie, Taktik und akquirierten Wunschspieler (--> Transfers). Auch, dass beide Vereine recht schnell von erfolgreichen Saisons in die tieferen Regionen der Bundesliga abstürzten sind charakteristisch. Es scheint, als wollte man die erfolgreichen Zeiten unbedingt erhalten und hat damit durch kurzfristiges Denken den Verein in viel größere Krisen gestürzt. Die vielen Trainerwechsel sprechen für fehlende Kontinuität und langfristige Denke.

Schlüssel: Langfristiges Konzept und mehr Kontinuität 

Aber nun scheinen beide Vereine diese Problematik erkannt zu haben und wollen auf mehr Kontinuität zu setzen. 

Mit Christian Titz drehte der HSV gegen Ende der Saison nochmal auf und schaffte fast das Wunder. Nun wurde der Vertrag von Interimstrainer Titz (vorher Trainer der Amateure und B-Jugend) verlängert, einem Trainer, der im Profigeschäft ein unbeschriebenes Blatt ist und sich seit 3 Spielzeiten im Verein hochgearbeitet hat (B-Jugend --> Amateure --> Profis). Das Konzept wird von den kleineren Bundesliga-Vereinen wie Mainz und Freiburg seit jeher recht erfolgreich verfolgt und könnte auch in Hamburg fruchten.

Wolfsburg hat Bruno Labbadia zur Rettung engagiert und diese ist knapp eingefahren worden. Es scheint als bleibe Labbadia beim VfL und könnte durch seine Erfahrung und Leidenschaft den Club wieder in seichtere Gefilde zurückführen. Es ist jedoch ganz normal, dass ein Trainer Zeit braucht um seine Konzepte auch umsetzen zu können und daher wird langfristiges Denken beim VfL von Nöten sein.

Es bleibt abzuwarten was die Verantwortlichen der Führungsetage beim Hamburger SV und VfL Wolfsburg aus den vergangenen Jahren gelernt haben.   

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Bundesliga Rückschau - Die Top 4

Die Top 4 der BuLi - heißt auch: Unsere Repräsentanten für die Championsleague im nächsten Jahr. Gemessen am Trend der diesjährigen Saison, wird es ein erfolgreicheres europäisches Jahr für die deutschen Clubs?

Der deutsche Meister - FC Bayern München

Beim FC Bayern herrscht in diesen Tagen eher Krisenstimmung. Nach der überraschenden und in vielerlei Hinsicht unglücklichen Pokalniederlage gegen Eintracht Frankfurt ist die Laune auf dem Tiefpunkt. Nach dem Ausscheiden aus der CL im Halbfinale gegen Real Madrid vergeigen die Münchner auch das Double. Somit steht "nur" die Meisterschaft zu Buche, aber so richtig Freude will darüber nicht aufkommen. Mats Himmels will nicht mal die Meisterschaft auf dem Rathausbalkon feiern..

Das ist schon ein trauriges Armutszeugnis für die Bundesliga, sollte die Meisterschaft doch eigentlich die größte Freude der Fußballer-Seele auslösen. Aber mal ehrlich, wer schmeißt anlässlich seines 28. Geburtstags schon eine große Party, wenn man 5 Jahre davor schon richtig gefeiert hat? Und es war ja schon von Anfang an klar, dass der 28. Geburtstag dann in einem Jahr dazu kommt, also was soll die Aufregung? 😋

Fazit: Gerade die letzten Wochen zeigten einige Probleme bei den Münchnern auf, die die Verantwortlichen nun angehen müssen wenn man wieder zur Weltklasse gehören will. Für die Bundesliga reicht es leider allemal auch so

Vize-Meister Schalke 04

Der souveräne 2. Platz der Blau-Weißen kam schon überraschend für viele - wahrscheinlich auch für S04 selbst! Wenn man sich den Kader anschaut ist diese Platzierung auch eigentlich zu gut, dann auch noch mit ihrem sehr jungen und recht unerfahrenen Trainer Domenico Tedesco (der seine Sache allerdings hervorragend gemacht hat - großes Lob!). Und die Schalker spielten dabei auch nicht immer den ersten und attraktivsten Fußball - sondern waren vielmehr gnadenlos effektiv und taktisch (defensiv) sehr stark. Aber der 2. Platz ist vielleicht doch eher der schwachen BuLi-Konkurrenz zuzusprechen als einer übermäßig starken Knappen-Elf. Interessant wird daher das nächste Jahr mit Doppelbelastung in Europas Spitzen-Wettbewerb!


Fazit: Mit unansehnlichem Minimalfussball das Ideale rausgeholt - darauf kann man erfolgreich aufbauen (aber hoffentlich etwas ansehnlicher für die Zuschauer) 

Durchstarter TSG Hoffenheim

Die Turn- und Sportgemeinschaft aus Hoffenheim schließt die Saison mit ihrer bisher besten Platzierung ab (davor war es der 4. Platz aus dem Jahr zuvor). Somit avanciert 1899 in den letzten beiden Jahren zur Spitzenmannschaft, dümpelte man davor eher im Mittelfeld herum (in 8 Jahren Bundesliga immer zwischen 7. und 15. Platz, davon 5 mal 8. bis 11. Platz). Ein großer Anteil am Erfolg hat sicher ihr ebenfalls sehr junger Trainer Julian Nagelsmann, aber die TSG hat sich auch fußballerisch weiterentwickelt und einen guten bis sehr guten Kader. Auch hier muss man jedoch die schelmische Frage stellen, ob die Bundesliga-Konkurrenz sich damit brüsten sollte, dass Hoffenheim so weit oben abschließt.. Ich sehe das ähnlich wie bei S04, die TSG ist eher Nutznießer der schwachen Konkurrenz. 

Aber dabei auch wahre Spätzünder! Nach recht vielversprechendem Saisonstart rutschte Hoffenheim dann immer mehr ab. Am 24. Spieltag stand man noch auf Platz 9 und es lief so gar nicht viel zusammen. Aus den letzten 10 Spielen wurden dann 7 gewonnen und nur eines (gegen das Überraschungsteam aus Stuttgart) verloren. Die Sensation machte die TSG am letzten Spieltag in Dortmund klar: Mit dem starken 3:1-Sieg in Deutschlands größtem Stadion schob man sich noch vorbei und darf nun nächstes Jahr ganz sicher in der Championsleague ran (nachdem man im letzten Jahr in der Qualifikation am CL-Finalist FC Liverpool  gescheitert war).

🍻🚿 BIERDUSCHE!!! 🍻🚿 #IhrseidsogeilJungs #Europaaapokaaal
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Fazit: Ich bin sehr gespannt wie die TSG im nächsten Jahr auftritt und welche Entwicklung man in der Rhein-Neckar Region nimmt!

Borussia Dortmund

Ein furioser Saisonstart des BVB (der allerdings schon lange in Vergessenheit scheint) mit dem man lange die Tabelle anführte und sogar 5 Punkte Vorsprung auf die Bayern aufbaute. Danach fiel die Leistung erschreckend ab und man fiel bis auf den 8.Platz zurück ehe man sich wieder bis auf den 2. Platz  hoch kämpfte und dann die längste zeit auf den CL-Plätzen 3 und 4 verweilte und sicher noch auf S04 schielte. Am Ende wär man um ein Haar noch aus der Championsleague gerutscht, hätte Bayer Leverkusen am letzten Spieltag etwas mehr Glück gehabt. Und auch sonst ist die Saison beim BVB sehr durchwachsen verlaufen. Aus der CL recht sang- und klanglos bereits in der Gruppenphase ausgeschieden, auch in der Europa-league konnte man dann nicht richtig überzeugen und zog grade noch so glücklich ins Achtelfinale ein, als man aber verdient gegen starke Salzburger ausschied. So bleibt beim BVB eher viel Ernüchterung hängen. Die Trainer standen häufig im Fokus und in der Kritik (wobei Peter Stöger noch das Minimalziel erreichen konnte), die Causa Aubameyang warf im Winter kein gutes Bild auf den Revierklub. Hier allerdings war der BVB eher Opfer als groß etwas dafür zu können. Einen immens wichtigen Leistungsträger verlor man somit aber dann trotzdem. Auch gegen Ende der Saison waren die Schauplätze eher neben dem Platz als darauf, als interne Probleme durch die Nicht-Berücksichtigung von Kapitän Schmelzer und Leistungsträger Sahin offenkundig wurden. 

Fazit: Kann nur besser werden! Beim BVB muss der folgerichtige Umbruch im Sommer kommen
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Moritz

Triple-Hoffnungen: Jupp, mach's nochmal!

Am Mittwochabend geht's um die Wurst: Der FC Bayern empfängt die Königlichen aus Madrid zum Hinspiel des CL-Halbfinales. Wer setzt sich durch? 

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Gibt's dieses Mal jubelnde Bayern?

Ein absoluter Kracher erwartet uns am Mittwoch-Abend zur Prime-Time. Der FC Bayern empfängt Real Madrid im ersten Spiel des CL-Halbfinales (20:45 Uhr) in der Münchner Allianz-Arena. Das entscheidende Rückspiel findet dann weniger als eine Woche später im Santiago Bernabeu der spanischen Hauptstadt statt (Dienstag, 1.5. - 20:45). 

Ein Fußballfest für alle Freunde des runden Leders, denn hier treffen zwei der weltweit besten Teams aufeinander. Wir sind uns sicher: Das wird ein Augenschmaus!

Beide Clubs haben in den vergangenen Jahren das Geschehen in der Championsleague mitbestimmt und Real ist amtierender Champion des Henkelpokals, sogar zum zweiten Mal in Folge! Zudem haben die beiden Teams in dieser Championsleague Saison bisher die meisten Torschüsse abgegeben. Real datiert nach 10 Spielen mit 173 und Bayern knapp dahinter mit 169 Torschuss-Versuchen. 

Ensemble der Superstars

Real kommt angeführt von Superstar Christian Ronaldo nach München, der in dieser Saison bereits 15 Mal in der CL genetzt hat. Das ist schon beeindruckend und gebührt Respekt, egal was man auch sonst von CR7 halten mag. Schließlich haben nur 8 Spieler in der Geschichte des FC Bayern mehr Tore im höchst-angesehenen Wettbewerb getroffen - in ihrer gesamten Karriere! Und mindestens 2 Spiele bleiben ihm ja noch, da muss die Innenverteidigung des FC Bayern auf höchster Hut sein.

Und damit hört es ja bei Real nicht auf. Das Team ist überflutet mit Superstars auf allen Positionen - wie z.B. Nationalspieler Toni Kroos - und bringt beachtliche 962 Millionen Markwert auf die Waage. Das deutsche Schwergewicht Bayern München kommt immerhin auf 779 Millionen und braucht sich keinesfalls verstecken. Angeführt wird der FCB von Top-Torjäger Robert Lewandowski, der seine Klasse im direkten Duell mit Ronaldo beweisen möchte.

Positive Bilanz - außer in den letzten 4 Jahren 

Die Bayern wollen diesmal den Finaleinzug gegen die Königlichen klar machen, scheiterte man doch schon im letzten Jahr an Real im Viertelfinale (1:2 und 2:4 nach Verlängerung) und auch im Jahr 2014 zeigten die Madrilenen im damaligen Halbfinale dem deutschen Rekordmeister deutlich seine Grenzen auf (0:1 und 0:4). Der letzte CL-Erfolg der Bayern liegt schon 6 Jahre zurück: 2012 setzte man sich gegen Real durch und zog damit ins Finale ein. 

Insgesamt ist Bayerns Bilanz gegen den spanischen Rekordmeister (33 Meisterschaften) allerdings positiv: Aus 24 Spielen gewannen die Münchner 12, spielten 2 mal Unentschieden und unterlagen 10 Mal bei 39:38 Toren. Gerade Bayerns Heimbilanz gibt eigentlich Grund zur Ruhe vor dem Mittwoch-Spiel: 9 Siege, 1 Unentschieden und 2 Niederlagen auf heimischem Rasen. 

Dahoam ungeschlagen

Zudem ist der Rekordmeister dahoam seit geraumer Zeit eine Macht. In dieser Saison konnten nur die Teams aus Wolfsburg und Berlin je einen Punkt aus der Allianz-Arena entführen. Ansonsten hat Bayern 13 der 15 Bundesliga-Heimspiele allesamt gewonnen. Auch im Pokal und in der Championsleague sieht es ähnlich aus. Lediglich gegen Sevilla genügte sich der 28-fache deutschen Meister mit einem 0:0 zum Einzug ins Halbfinale, davor wurden alle Gegner aus der Arena geschossen. Aber die ganz großen Prüfungen waren bisher nicht dabei, sieht man mal von Paris St. Germain aus der Gruppenphase ab. In der Bundesliga sind lediglich teilweise Teams auf Augenhöhe mit den Bayern, die dann dort auch bestimmt nicht immer 100% abrufen weil man es ja nicht muss. Somit sind hochwichtige und knappe Spielen in dieser Saison sehr rar gesät gewesen.  Dieses Fehlen könnte problematisch werden wenn es, so wie jetzt, dann doch mal um alles geht.

Das sieht bei Real schon anders aus, die regelmäßig in der Liga und auch in den vergangenen CL-Runden einige Top-Teams vor der Brust hatten. Und Real ist eigentlich immer da wenn es muss - wie zuletzt beim umstrittenen und emotionalen Viertelfinal-Rückspiel gegen Juventus gesehen. In der Schlussphase baute Real immensen Druck auf und erzwingt das Siegestor per Elfmeter. Hoffnung macht allein, dass Real in der spanischen LaLiga diese Saison keine Sahne-Leistungen abruft und auf dem nicht ganz so königlichen 3. Platz stehen.

Prognose schwierig

Wie stehen nun die Chancen für das CL-Halbfinale? Es scheint alles möglich zu sein. Die Bayern werden sicher mit einem Sieg im Rücken nach Madrid fliegen wollen und daher das Hinspiel für sich entscheiden. Im Bernabeu zu bestehen ist dann allerdings eine Mammut-Aufgabe. 

Unser Tipp: Bayern-Sieg im Hinspiel und Unentschieden im Rückspiel. Jupp Heinkes führt den FCB wieder ins Finale! 

Ein Gewinner steht definitiv schon fest: Die Fußballfans, die sich das Spektakel mehr oder minder emotional mitgerissen anschauen dürfen. 

Was sind eure Tipps für die Halbfinal-Partien?

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Moritz

Spannung im Abstiegskampf

Die Bundesliga geht in die heißeste Phase zum Saisonende

Die Teams haben noch 5 Spieltage um Punkte zu sammeln und Spannung ist sowohl im Kampf um die begehrten Plätze im internationalen Geschäft als auch um den Klassenerhalt garantiert! 

Wir schauen uns die aktuelle Lage, die Formtrends und das Restprogramm der bedrohten Clubs an.

Abstiegskampf 

Im Abstiegskampf haben sich die Wackelkandidaten in den letzten Spieltagen herauskristallisiert. Nachdem sich einige Teams (teils überraschend) in den letzten Wochen deutlich Luft im Abstiegskampf verschafft haben - wie z.B. der VfB Stuttgart und Werder Bremen - wird es für andere Teams sehr eng und der Kampf um die Existenz hat begonnen. Hamburg, Köln, Mainz und Wolfsburg sind fast schon erwartungsgemäß beteiligt, jedoch rutschten zuletzt auch Teams die sich schon in Sicherheit wägten nochmal unten rein - genauer gesagt der SC Freiburg. Deren Formkurve zeigt sich mehr als bedenklich und somit müssen auch sie nochmal zittern.

Der HSV zuckt noch!

Für Überraschung hat der HSV am letzten Wochenende gesorgt. Im samstäglichen Abendspiel schlugen die Hamburger zu Hause den Tabellenzweiten aus Schalke mit 3:2! Damit haben wahrlich nicht viele gerechnet und noch weniger mit einer so ansprechenden Leistung. Einen frühen Rückstand egalisiert, dann den Ausgleichstreffer geschluckt und am Ende doch noch das Spiel heimzufahren - Respekt! Jedoch warnt Trainer Titz zurecht: noch ist gar nichts erreicht. Immer noch steht man auf einem direkten Abstiegsplatz und muss in den letzten 5 Spielen an die gezeigte Leistung anknüpfen, um sich noch unten rauszuspielen. 5 Punkte auf den 16. Relegationsplatz den gerade Mainz 05 belegt und 7 Punkte auf das rettende Ufer, wo sich der VfL Wolfsburg gerade sonnt - ebenfalls mit einem Sieg im Kellerduell am letzten Wochenende wichtige Punkte gesammelt.  

Das Restprogramm der Rothosen sieht eigentlich vielversprechend aus. Man spielt zwar noch in Hoffenheim und Frankfurt, die beide im Rennen um Europa sicherlich kein Mitleid mit dem HSV haben werden. Allerdings stehen auch noch Schicksals-Partien gegen Freiburg (H) und Wolfsburg (A) an, bei denen die Hansestädter quasi doppelt Punkte aufholen können. Am letzten Spieltag empfängt man dann die Borussia aus Mönchengladbach, die aller Voraussicht nach nicht mehr ins internationale Geschäft eingreift und somit ein dankbarer Gegner am Saisonende wäre. 

Somit keimt nochmal Hoffnung auf in Hamburg, das hätte vor 2 Wochen keiner mehr für möglich gehalten. Allerdings ist es noch ein weiter Weg und der wird wenn dann wahrscheinlich nur über die Relegation führen. Aber da sind die Hamburger ja bereits Experten.

Kölner Hoffnungen schmelzen

Vor 2 Wochen haben wir noch folgendes geschrieben:

Die Kölner schöpfen tatsächlich nochmal Hoffnung! Zumindest der Sprung auf den Relegationsplatz scheint machbar wenn die direkten Duelle entsprechend verlaufen. Die teils euphorische Stimmung in Köln nach dem Sprung auf den 17. Tabellenplatz ist jedenfalls ein bestärkender Faktor und spricht eher für einen Lauf der Kölner.

Zum Leid der Domstädter liefen die letzten 2 Wochen leider nicht so gut wie man erwarten konnte. Nachdem man in Hoffenheim eine peinliche 6:0 Klatsche kassierte wurde auch letztes Wochenende gegen den direkten Konkurrenten Mainz nur ein Unentschieden erzielt. Da war deutlich mehr drin! Nun sieht es tatsächlich eher duster aus mit 6 Punkten Rückstand auf eben jene Mainzer und 8 Punkte Rückstand auf die Wölfe die sich am rettenden Ufer halten. 

Da macht nicht mal das Restprogramm des Karnevalsvereins noch große Hoffnungen. Es geht zwar noch gegen Freiburg und Wolfsburg und damit zwei direkte Konkurrenten. Darüber hinaus allerdings muss man noch zu den Münchner Bayern am vorletzten Spieltag und nach Schalke. Die Knappen werden sich nach der Blamage in Hamburg sicherlich nicht noch eine Rückschlag im Kampf um die Vizemeisterschaft einholen wollen und sind zu Hause auch nur zweimal geschlagen worden. Auch das Duell am kommenden Wochenende gegen die Berliner Hertha wird nicht leicht, allerdings machbar. Wenn man es denn wirklich will. Zuletzt scheiterte es jedoch weniger am Wollen sondern eher am Können.

Fazit: Für einen Klassenverbleib muss der FC noch einiges an Wundersirup in seinen Halbzeit-Tee mischen. Theoretisch möglich bleibt es noch und ganz abschreiben sollte man die Kölner nicht. Unsere Abschätzung ist jedoch dass es nicht mehr reicht.

Mainz braucht Siege

Beim FSV herrscht zumindest kurzfristige Erleichterung. 1:1 in Köln und somit den direkten Konkurrenten auf Distanz gehalten. Allerdings konnte man den Domstädtern nicht den finalen Todesstoß geben, auch wenn das möglich gewesen wäre. Davor gab es mit einem torlosen Remis gegen die schwächelnden Gladbacher auch nicht wirklich was zu feiern. Der Einsatz stimmte zuletzt wieder und man sieht dass das Team alles für den Klassenerhalt gibt, jedoch muss man dann eindeutig fehlende Mittel diagnostizieren. Nur 2 Siege in 2018 und die liegen auch schon etwas zurück. Aber genau das, Siege, braucht man, um den direkten Abstiegsplätzen weiter zu entfliehen und um das rettende Ufer noch erreichen zu können. 5 Unentschieden werden dafür nicht reichen.

Restprogramm

Gerade im nächsten Spiel wäre das ein Segen für die gebeutelte Mainzer Seele: Im Heimspiel empfängt man den SC Freiburg, das einzige Team dessen Form noch schlechter ist als die der Mainzer (1 Punkt aus den letzten 5 Spielen - Mainz holte immerhin 3). Mit einem Sieg würde man sogar definitiv den Relegationsplatz an den SC Freiburg übergeben. Die Aufgaben danach sind deutlich schwerer: Augsburg (A), Leipzig (H), Dortmund (A) und im letzten Heimspiel gegen Werder. Somit ist das nächste Spiel wirklich ein Endspiel um den direkten Klassenerhalt. Ansonsten wird es sehr schwer die enteilenden Konkurrenten aus Wolfsburg (2 Punkte Rückstand) oder die Breisgauer noch einzuholen.

Wolfsburg

Die Unentschieden-Meister aus Wolfsburg (fast 50% der Spiele endeten Remis) konnten zuletzt oftmals nicht mal mehr einen Gleichstand mit dem Gegner erzielen. Vier der letzten 5 Spiele war der VfL deinen Gegnern unterlegen, lediglich Mainz konnte man einen Punkt abringen. Somit hat auch der Trainerwechsel zu Bruno Labbadia keine Früchte getragen, wobei die letzten drei Gegner allesamt europäische Ambitionen hatten und die Spiele teilweise knapp verloren gingen. Trotzdem musste man letztlich froh sein, dass die Konkurrenz punktemäßig auch nicht wirklich vom Fleck kam und man noch alles selbst in der Hand hat. In Punkto Restprogramm haben die Wölfe es vermeintlich etwas leichter als die hinterliegenden Teams. Lediglich in Leipzig trifft man auf ein Top-Team, ansonsten hat man direkte Konkurrenten oder Mittelfeld-Teams auf dem Programm. Das kann aber auch zu einem Boomerang werden, sollten diese "6-Punkte-Spiele" verloren gehen.

Fazit - Spannung garantiert!

Klar ist, dass vieles (wenn nicht sogar fast alles) noch möglich ist. Sogar der HSV und die Kölner könnten sich durch eine Siegesserie noch aus dem Tabellenkeller herauskatapultieren. Ob dies realistisch angesichts einer mehr als verunsicherten Mannschaft und viel Unruhe im Umfeld, ist eine andere Frage. 

Erheblich zittern dürfte man in Mainz und Wolfsburg angesichts des erstarkten FC aus Köln und einer scheinbar möglichen Aufholjagd. Allerdings ist auch für diese beiden Clubs bei einer eigenen Leistungssteigerung noch vieles möglich. Der Formtrend spricht nicht dafür, jedoch könnte bei einer plötzlichen Leistungsexplosion beim Karnevalsverein oder den Wölfen sogar noch der SC Freiburg und die so gut in die Saison gestarteten Hannoveraner in den Abstiegssumpf gezogen werden. Auch die Berliner Hertha ist noch nicht zu 100% durch. Das scheint aber eher unwahrscheinlich. 

Es sieht nach einem Dreikampf um den Relegationsplatz bzw. das rettende Ufer aus: Mainz, Wolfsburg und Köln. 

Dabei dürften die direkten Duelle entscheidend werden, bei denen die Kölner nach zuletzt noch den besten Leistungen als Favorit zu werten sind. 

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Spannung im Kampf um Europa

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