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Die Trikotsponsoren der 18 Bundesligisten

Durch die große Popularität und die hohe Medienpräsenz der Fußballclubs ist es für viele Firmen nach wie vor äußerst reizvoll, Sponsor bei einem Bundesligisten zu sein. Besonders als Trikotsponsor erreicht man so bundesweite, und sogar auch weltweite Aufmerksamkeit, weil Spiele der Fußballbundesliga auf jedem Kontinent gezeigt werden und Fans auf der ganzen Welt Fußballtrikots ihres Lieblingsvereins kaufen.

Dementsprechend können viele Vereine ihre Trikots lukrativ vermarkten. Angefangen hat diese Form der Werbung in den 1970er-Jahren. Vorreiter war Eintracht Braunschweig, die auf ihren Trikots mit Jägermeister warben. Auf den Hosen ist Werbung bisher ein Tabu. In der österreichischen Bundesliga wurde das mal praktiziert, doch Fans sind sicherlich froh, dass sich so etwas nicht durchgesetzt hat.

Bayern, Dortmund und Schalke mit den höchsten Einnahmen

Eine genaue Zahl bezüglich der Einnahmen aus Trikotsponsoring lässt sich nicht bestimmen, weil viele Verträge leistungsbezogen sind und es extra Prämien für sportliche Erfolge, wie Deutsche Meisterschaften oder das Erreichen der Champions League, gibt. Doch Schätzungen gehen davon aus, dass die 18 Bundesligisten durch ihre Trikotsponsoren Einnahmen von ca. 180 Millionen Euro generieren. Das sind im Durchschnitt 10 Millionen Euro pro Club.

Spitzenreiter bei den Einnahmen sind die Bayern, die von der Telekom pro Jahr 35 Millionen Euro erhalten. Diese Partnerschaft besteht seit Anfang des Jahrtausends und wurde 2015 für acht Jahre verlängert. Zusätzlich zur Telekom werben die Bayern auf ihren Trikotärmeln mit Qatar Airways, was den Münchnern noch einmal 10 Millionen Euro pro Saison einbringt.

Auch die Trikotbrust von Borussia Dortmund und Schalke 04 ist begehrt. Evonik, das auch gleichzeitig Anteilseigner beim BVB ist, zahlt dem Revierklub pro Jahr 20 Millionen Euro, um auf den schwarz-gelben Trikots werben zu dürfen. Schalke erhält von Gazprom pro Jahr zwischen 20 und 24 Millionen Euro für diese Form der Werbung.

Ein Sonderfall ist der VfL Wolfsburg, weil die Wölfe eine 100-prozentige Tochter des VW-Konzerns sind. Doch Schätzungen gehen davon aus, dass der Autobauer für Trikotsponsoring 20 Millionen Euro in den Gesamtetat des VfL Wolfsburg einfließen lässt. Allerdings soll das finanzielle Engagement von VW durch die Verstrickungen in den Abgasskandal in den letzten Jahren von 100 Millionen Euro auf 80 Millionen Euro heruntergeschraubt worden sein.

Auch bei RB Leipzig ist die genaue Summe unklar, die Red Bull für das Trikotsponsoring bei den Sachsen pro Jahr veranschlagt. Es wird bei Rasenball auch eisern geschwieden, wieviel Red Bull insgesamt für das Bundesligateam der Leipziger ausgibt. Aber es wird davon ausgegangen, dass für den Red-Bull-Schriftzug auf den Leipzig-Trikots 9 Millionen Euro pro Jahr veranschlagt sind.

Union Berlin und Paderborn kassieren am wenigsten

Bei Borussia Mönchengladbach zierte jahrelang der Schriftzug der Postbank die Trikots, was nicht allen Fans der Fohlen gefallen hat, weil das gelbe Logo der Postbank nach ihrer Meinung nicht zum traditionellen Trikot der Gladbacher passen würde. Ab der nächsten Saison gibt es diese Probleme nicht mehr, weil die Zusammenarbeit zwischen beiden Partnern 2020 beendet wird. Noch ist unklar, wer Nachfolger der Postbank, die 6,5 bis 9 Millionen Euro pro Jahr gezahlt haben, wird.

Kleinere Brötchen müssen die beiden Aufsteiger Union Berlin und Paderborn backen. Der Wettanbieter Sunmaker unterstützte den SCP schon in der 2. Bundesliga. Im Oberhaus überweist Sunmaker den Paderbornern 2 Millionen Euro, dass ihr Schriftzug auf den Trikots des SCP erscheint.

Union Berlin hatte viele Jahre Layenberger als Trikotsponsor. Doch überraschenderweise, auch zum Unmut vieler Union-Fans, wirbt nun der luxemburgische Immobilienkonzern Aroundtown auf den Trikots der Eisernen. Die Berliner, die der etwas andere Fußballclub sein wollen und die in einer Stadt beheimatet sind, wo Wohnungsmangel herrscht und die Mieten explodieren, erhalten so 2,5 Millionen Euro pro Jahr.

Hier ist der Überblick über alle Trikotsponsoren der Bundesliga

Team 2019/20 Einnahmen Laufzeit

FC Bayern Telekom 35 Mio. € 2023

FC Schalke 04 Gazprom 20 – 24 Mio. € 2022

VfL Wolfsburg Volkswagen 20 Mio. € unbefristet

Borussia Dortmund Evonik 20 Mio. € 2025

RB Leipzig Red Bull 9 Mio. € k.A.

Borussia M'Gladbach Postbank 6,5 – 9 Mio. € 2020

1. FC Köln Rewe 7,5 Mio. € 2021

Hertha BSC Tedi 7,5 Mio. € 2021

Werder Bremen Wiesenhof 7,3 Mio. € 2022

Eintracht Frankfurt Indeed 6,7 Mio. € 2020

Bayer 04 Leverkusen Barmenia 6 Mio. € 2024

1899 Hoffenheim SAP 5 Mio. € 2020

FSV Mainz 05 Kömmerling 4 Mio. € 2023

FC Augsburg WWK 3 – 4,5 Mio. 2030

Fortuna Düsseldorf Henkel 3 Mio. € 2020

SC Freiburg Schwarzwaldm. 3 Mio. € 2021

Union Berlin Aroundtown 2,5 Mio. € 2021

SC Paderborn Sunmaker 2 Mio. € 2021

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Fakten und Zahlen zur 57. Bundesligasaison

Knapp drei Monate mussten die Fußballfans in Deutschland warten. Nun geht sie wieder los – die Bundesliga. Des Deutschen liebstes Kind startet in die 57. Saison und wir haben die interessantesten Fakten und Zahlen zusammengetragen.

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So oft holten sich die Bayern in der Bundesliga die Deutsche Meisterschaft. Statistisch gewannen die Münchner also in jeder zweiten Bundesligasaison den Titel. In diesem Jahrtausend war der deutsche Rekordmeister sogar noch erfolgreicher. 14 von möglichen 20 Meisterschalen gingen nach München.

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Bisher spielten 55 Vereine in der Bundesliga. Union Berlin ist nun das 56. Team in der höchsten deutschen Spielklasse.

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Gleich acht Trainer feiern am 1. Spieltag ihr Bundesligadebüt. Mehr Neulinge gab es nur in der Saison 1963/64. Logischerweise, denn es war die Premierenspielzeit.

8,14 Millionen Euro

Laut Transfermarkt hat ein Bundesligaspieler diesen Marktwert im Durchschnitt. Insgesamt sind die 551 Spieler im Oberhaus 4,48 Milliarden Euro wert. Den höchsten Marktwert besitzt Dortmunds Jadon Sancho (100 Millionen Euro). Das wertvollste Team haben die Bayern (759,65 Millionen Euro).

202

So viele Bundesligatore hat Robert Lewandowski bisher geschossen. Damit liegt er auf Platz 5 der ewigen Torjägerliste. In dieser Saison könnte der Pole die vor ihm liegenden Manfred Burgsmüller (213 Tore) und Jupp Heynckes (220) einholen. Unangefochtener König in dieser Statistik ist aber Gerd Müller (365).

765

So oft waren die Bayern Tabellenführer. Dahinter folgen Borussia Dortmund (177), Werder Bremen (129), Borussia Mönchengladbach (129) und der HSV (115). Insgesamt konnten 33 Vereine die Tabellenführung genießen.

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So viele Eigentore hat Frankfurts Marco Russ in seiner Bundesligakarriere bisher fabriziert. Gelingt ihm noch einmal dieses Missgeschick würde der Abwehrspieler einen Rekord einstellen. Mehr als sechs Eigentore sind bisher noch keinem Bundesligaspieler passiert. Sechsmal ins eigene Netz trafen bislang nur Manfred Kaltz und Nikolce Noveski.

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Dortmunds Paco Alcacer hat in der letzten Saison zwölf Jokertore erzielt. Das gelang bis dato noch keinem Bundesligaspieler in einem Jahr. Die meisten Jokertore insgesamt erzielten Nils Petersen und Claudio Pizarro (jeweils 21).

43.449

So viele Besucher verfolgten in der Saison 2018/19 im Durchschnitt ein Bundesligaspiel. Seit der Spielzeit 2008/09 wurde jedes Mal die 40.000-Marke geknackt.

1,09 Milliarden Euro

Das ist die Summe, welche die 18 Bundesligavereine derzeit durch die TV-Vermarktung pro Saison erzielen. Dazu kommen weitere Einnahmen aus der Gruppenvermarktung, Sponsoring und internationalen Übertragungsrechten. Der aktuelle Fernsehvertrag läuft noch bis zur Spielzeit 2020/21. Dann wird neu verhandelt.

24

Mainz 05 verwandelte seine letzten 24 Elfmeter. Damit teilen sich die Rheinhessen einen Bundesligarekord mit dem VfL Bochum. Treffen die Mainzer noch einmal vom Punkt, sind sie alleiniger Rekordhalter.

813

Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel ist ein Dauerbrenner der Bundesliga. 813 Bundesligaspiele bestritt der 65-Jährige als Spieler oder Trainer. In dieser Statistik liegen nur Jupp Heynckes (1038) und Otto Rehhagel (1033) vor ihm.

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Jens Nowotny flog in seiner Bundesligakarriere insgesamt achtmal vom Platz. Kein Spieler sah in der höchsten deutschen Spielklasse häufiger die Rote Karte. Ihm auf den Fersen sind jedoch Herthas Vedad Ibisevic und Bayerns Jerome Boateng, die jeweils sechsmal die Rote Karte sahen.

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Claudio Pizarro ist der Profi, der momentan von den aktiven Spielern die meisten Bundesligaspiele vorweisen kann. Der Peruaner liegt damit auf Platz 17 der ewigen Rangliste und könnte in dieser Saison die 500-Marke knacken. Unangefochtener Spitzenreiter in dieser Statistik ist Karl-Heinz Körbel, der alle seine 602 Bundesligaeinsätze für Eintracht Frankfurt bestritt.

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Bundesliga 2019/20: Wer wird Meister, wer steigt ab?

Am Freitag ist es endlich soweit, die 57. Ausgabe der Bundesliga wird mit der Partie des FC Bayern gegen die Hertha aus Berlin eröffnet. Seit 2013 ging die Schale immer nach München; steht nach sieben Jahren FCB-Dominanz ein Führungswechsel an? Und für wen könnte es in Richtung Liga 2 gehen?

Dreikampf um die Meisterschale?

Seit Jahren versucht Borussia Dortmund, die Bayern vom Thron zu stoßen. Letztes Jahr sah es sogar lange nach einem Machtwechsel aus, am Ende zog die Borussia doch wieder den Kürzeren. Dieses Jahr hat man bereits ordentlich investiert: Mit Neuzugängen wie Mats Hummels, Nico Schulz oder Julian Brandt verfügt der BVB über hochklassige Spieler und Talente. Die Abgänge von Spielern wie Abdou Diallo oder Maximilian Philipp sind da verkraftbar, zumal die beiden Spieler über 50 Millionen Ablöse in die Kasse spülten. Das Team um Favre will dieses Jahr die Bayern nicht nur ärgern, sondern an ihnen vorbeiziehen. Gefallen lassen wird sich der FCB das nicht, auch wenn sie auf dem Transfermarkt noch nicht ganz so aktiv waren wie die Konkurrenz aus Dortmund. Mit Hernandez und Pavard ist die Verteidigung definitiv verstärkt. Doch nach dem Abschied von "Robbery" muss adäquater Offensiv-Ersatz her. Ein tatsächlicher Wechsel von Leroy Sané wäre eine Kampfansage, jedoch könnte der 23-Jährige aufgrund seiner Verletzung noch Monate ausfallen. Als Alternativen stehen aktuell Ivan Perisic von Inter Mailand und auch Timo Werner von RB Leipzig im Raum.

Apropos Leipzig: Während viele nur das Duell zwischen Bayern und Dortmund betrachten, könnten die Sachsen der lachende Dritte werden. Seit drei Jahren ist RB Leipzig in der Bundesliga. Letztes Jahr fehlten 14 Punkte auf die Spitze. Für die Saison 2019/20 darf man gespannt sein, wie die Bullen mit dem neuen Coach Nagelspann agieren. Mit einem Altersschnitt von ca. 23 Jahren sind die Leipziger die jungen Wilden der Liga. Womöglich fehlt ihnen die Erfahrung und die Konstanz, um die Spitze zu erobern. Doch immerhin stellte RB Leipzig in der vergangenen Saison die beste Verteidigung der Liga.

Internationale Plätze: Ein Dutzend Anwärter

Bayer Leverkusen ist zurück in der Königsklasse, Borussia Mönchengladbach spielt seit zwei Jahren wieder in der Europa League. Die daraus resultierende Dreifachbelastung erfordert einen breiten Kader und langen Atem. Auch Wolfsburg und Frankfurt befinden sich derzeit auf einem Höhenflug. Doch fraglich ist, ob diese Mannschaften das Pensum halten können. Der Eintracht fehlen im Vergleich zu letztem Jahr die Top-Stürmer Haller und Jovic, in Leverkusen wird man vor allem Julian Brandt vermissen. Zudem gibt es jedes Jahr wieder eine Hand voll neuer Anwärter auf die internationalen Plätze. So wird Hoffenheim sicherlich oben angreifen wollen und auch in Bremen liebäugelte man zuletzt mit dem oberen Tabellendrittel. Ein Fragezeichen ist auch, wohin es mit Schalke 04 geht. In der Spielzeit 2017/18 noch Vizemeister, haben die Königsblauen viele Krisen hinter sich und noch einige zu bewältigen. Sportlich gesehen ist beim S04-Kader auf jeden Fall mehr drin als Platz 14. Das Auftaktprogramm der Schalker hat es allerdings in sich: Nachdem man zu Beginn in Gladbach gastiert, kommt eine Woche später der FC Bayern.

Wer muss ins Unterhaus?

Fast jedes Jahr gelten die Mannschaften aus Augsburg, Mainz und Freiburg als Abstiegskandidaten. Doch Jahr für Jahr beweisen die drei Clubs, dass sie es auch mit kleinsten Mitteln und einfachen Tugenden verdienen, ihren Platz in der Bundesliga zu wahren. Dennoch wird man die Teams eher in der unteren Tabellenhälfte finden und für den einen oder anderen könnte es eine Zitterpartie werden.

Für Fortuna Düsseldorf geht es in das berühmte "schwere zweite Jahr". Mit dem zehnten Platz übertraf die Truppe von Friedhelm Funkel als Aufsteiger alle Erwartungen. Dennoch kann es ganz schnell wieder nach unten gehen, so wie 2012/13, wo man nach dem dramatischen Relegations-Aufstieg gegen Berlin lange auf Kurs Klassenerhalt war. Erst am letzten Spieltag rutschte Düsseldorf auf Platz 17 ab. Im Kader von Düsseldorf hat sich viel verändert und Funkel muss seine Truppe erneut einstellen.

In der kommenden Saison gibt es drei Neulinge: Der 1.FC Köln, SC Paderborn und Union Berlin. Automatisch gilt man als Aufsteiger als Abstiegskandidat, doch gerade für den 1.FC Köln ist der Mindestanspruch der Ligaverbleib. Vor nicht allzu langer Zeit kickte Köln in der Europa League, jetzt wollen Modeste und Co. die Liga wieder aufmischen. Der Kader ist qualitativ durchaus bundesligareif, ebenso wie jener von Union Berlin. Nach dem Sensations-Aufstieg haben sich die Eisernen geschickt verstärkt und mit Namen wie Gentner oder Subotic die nötige Erfahrung für die Mission Klassenerhalt ins Team geholt. Der SC Paderborn dagegen vertraut, wie bereits 2014/15, auf dem Konzept "never change a winning team". Nach dem Aufstieg soll das Spielsystem und in etwa der Kader erhalten bleiben. 2015 stieg Paderborn jedoch als Tabellenletzter wieder ab. Und auch dieses Jahr geht Paderborn als krasser Außenseiter in die Meisterschaft. Trainer Baumgart will davon überzeugen, dass Paderborn zurecht zu den besten 18 Clubs Deutschlands gehört.

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Nach einer guten Vorbereitung – Gladbach ist bereit für die Saison

Erstmals seit 2016 nehmen die Gladbacher wieder am Europapokal teil. Trotz Platz fünf in der abgelaufenen Spielzeit musste Trainer Dieter Hecking dennoch gehen, was für viele Beobachter etwas überraschend kam. Doch Sportdirektor Max Eberl wollte auf der Trainerposition etwas Neues ausprobieren und die Art des Fußballs bei der Borussia verändern. So verpflichtete Eberl Salzburgs Marco Rose, der von zahlreichen Bundesligaklubs umworben war. Der 42-Jährige, der mit RB Salzburg 2018 und 2019 österreichischer Meister wurde, kommt mit viel Vorschlusslorbeeren und einer klaren Spielphilosophie nach Gladbach und da es bis auf Thorgan Hazard keine nennenswerten Abgänge gab, hoffen die Fans der Borussia auf eine erfolgreiche Saison.

Die Spieler sind begeistert von Rose

Seit einigen Jahren absolvieren die Gladbacher im bayerischen Rottach-Egern ihre Sommervorbereitung. So auch diesmal. Unter dem Motto „Gemeinsam nach vorne“ versuchte Marco Rose seinen Spielern seine Ideen vom Fußball zu vermitteln. Das beinhaltet zum Beispiel das extrem hohe Vorwärtsverteidigen. Solch einen Spielstil pflegt zum Beispiel RB Leipzig und fordert von den Spielern laut Rose „mehr Laufbereitschaft und mehr Sprints“. Dies sei jedoch nicht das Komplettpaket, erklärt der 42-Jährige: „Wir wollen auch den kontrollierten Ballbesitz, aber eben nicht dabei einschlafen.“

Marco Rose verlangt einiges von seinen Profis, doch Sportdirektor Max Eberl hat während der Vorbereitung gemerkt, dass „die Mannschaft die Anweisungen aufsauge“. Er selbst sei angetan, wie die Spieler „mit höchster Bereitschaft und höchstem Engagement alles umsetzen“.

Auch Mittelfeldspieler Christoph Kramer ist vom neuen Trainer begeistert: „Mein Eindruck vom Trainer ist noch besser als der, den ich durch die Medien entwickelt hatte. Er hat eine sehr geile und klare Ansprache, ist sehr umgänglich, fair und ehrlich in der Kommunikation. Dass er eine sehr gute Idee von Fußball hat, war in den bisherigen drei Wochen der Vorbereitung schon zu sehen.“

Die Gladbacher brennen auf die neue Saison, doch gleich zu Beginn wartet eine unangenehme Aufgabe im DFB-Pokal. Anstatt einen Regionalligisten oder Amateurverein zu ziehen, wartet mit dem SV Sandhausen in der ersten Runde ein Zweitligist. Dennoch möchte die Borussia diese Pflichtaufgabe lösen. Danach steht in der Bundesliga ein Auftaktprogramm an, was schwieriger hätte sein können. Nach der Heimpremiere gegen Schalke 04 warten Mainz, Leipzig, Köln, Düsseldorf, Hoffenheim und Augsburg. Bis auf die Sachsen sind das alles Gegner, die in der abgelaufenen Spielzeit schlechter als die Gladbacher platziert waren. Nach dem Spiel gegen die Augsburger steht eine Länderspielpause an und dann wird man sicherlich ein erstes Fazit ziehen können. Kredit hat Marco Rose ohnehin erst einmal in Gladbach.

Bei der Aufstellung wird es Härtefälle geben

Gerade in der Offensive haben sich die Gladbacher hervorragend verstärkt. So konnte die Borussia zum Beispiel Marcus Thuram, den Sohn des Weltmeisters von 1998 Lilian Thuram, verpflichten. Aus Schalke kam Breel Embolo. Mit Alassane Plea und Dauerbrenner Raffael haben die Fohlen zudem weitere Optionen im Angriff. Auch im Mittelfeld herrscht ein Überangebot. So streiten sich mit Lars Stindl, Christoph Kramer, Florian Neuhaus, Jonas Hofmann, Denis Zakaria, Tobias Strobl, Michaël Cuisance und Patrick Herrmann acht Spieler um vier freie Mittelfeldplätze. Da wird es oft Härtefälle geben und es sieht so aus, dass Raffael und Patrick Herrmann hier erst einmal das Nachsehen haben, obwohl sie eine gute Vorbereitung absolviert haben.

Doch die Borussia tritt in dieser Saison bekanntlich auch in der Europa League an und mit dieser Doppelbelastung braucht es einen großen Kader. Die Euphorie rund um den Borussia-Park ist derzeit jedenfalls groß, aber natürlich müssen auch die Ergebnisse stimmen, damit Marco Rose und seine Mannschaft in Ruhe weiterarbeiten können. Deshalb soll vor allen Dingen ein Pokalaus in Sandhausen vermieden werden.

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Bayerns Hausaufgaben am Tegernsee

Der Supercup hat gezeigt, dass bei den Bayern noch längst nicht alles rund läuft. Vor allen Dingen in der Defensive hapert es bei den Münchnern derzeit noch. Das richtige Spielsystem zu finden, welches den Gegnern wenige Chancen zulässt, ist eine der Aufgaben, die Niko Kovac mit seinem Team während des Trainingslagers am Tegernsee, welches vom 6. Bis 10. August stattfindet, hat. Dazu sollen junge Spieler wie Alphonso Davies oder Sarpreet Singh weiter an die Profimannschaft herangeführt werden. Bayerns bisheriger Rekordeinkauf Lucas Hernandez wird zudem am Tegernsee erstmals ins Teamtraining einsteigen und natürlich warten die Fans des deutschen Rekordmeisters sehnsüchtig auf die endgültige Transferbestätigung von Leroy Sané.

Ist das System mit einem Sechser und zwei Achtern die Ideallösung?

Thiago ist zweifellos der begnadetste Fußballer in Reihen der Münchner. Doch in seiner Defensivarbeit hat der Spanier durchaus Schwächen. Gegen die Dortmunder blitzte zwar sein Können ein ums andere Mal auf, doch ein knallharter Abräumer, so wie sich zum Beispiel Javi Martinez auf dem Feld präsentiert, ist er nicht. Einer der Stärken von Thiago sind seine genialen Pässe, die jedoch oft mit viel Risiko gespielt werden. Gegen den BVB ging diese Spielweise zweimal schief und daher stellt sich für Trainer Niko Kovac die Frage, ob ein Spielsystem mit zwei Sechsern nicht doch die bessere Wahl wäre, weil so konsequenter gepresst werden könnte.

Bisher hat der Kroate zwei Achter im Mittelfeld bevorzugt, die das 4-3-3 ausfüllten. Auf diesen Positionen spielten im Supercup Leon Goretzka und Corentin Tolisso, doch die Ideallösung ist diese Aufstellung sicherlich nicht. Renato Sanches ist hier durchaus eine Option, doch es ist gut möglich, dass die Bayern auf dem Transfermarkt noch einmal nachlegen, auch weil die Spieler des derzeitigen Mittelfelds alles andere als schnell sind. Eine Möglichkeit wäre es auch, Joshua Kimmich in das zentrale Mittelfeld zu ziehen. Die Position des Rechtsverteidigers könnte dann Benjamin Pavard ausfüllen.

Das Trainingslager am Tegernsee bietet noch einmal die Chance, Abläufe einzustudieren und die optimale personelle Besetzung im Mittelfeld zu finden.

Viel Hoffnung setzen die Bayern bekanntlich in Lucas Hernandez, der die tragende Säule in der Hintermannschaft der Münchner werden soll. Der Spanier befindet sich mit seiner Reha im Plan und soll diese Woche schon mit der Mannschaft mittrainieren. Bisher hält sein Knie den Belastungen stand und wenn es weiter planmäßig läuft, könnte Lucas Hernandez im Kader des ersten Bundesligaspiels gegen die Hertha stehen.

Bevor am 16. August der Bundesligasaisonauftakt in der Allianz Arena steigt, müssen die Bayern am Montag im DFB-Pokal bei Energie Cottbus antreten. Die Partie beim Regionalligisten ist zweifelsohne eine Pflichtaufgabe und am Tegernsee können sich die Bayern-Stars optimal auf dieses Match vorbereiten. Auch mit einem Testspiel gegen den Kreisligisten Rottach-Egern. Im Vorjahr endete dieses Duell 20:2 für die Bayern.

Teamgeist als Schlüssel zum Erfolg

Den letztjährigen Saisonstart des deutschen Rekordmeisters kann man als gelungen bezeichnen. Das Kovac-Team eilte damals von Sieg zu Sieg, bevor die Delle im Herbst kam. Grundlage für die guten ersten Spiele war das Trainingslager am Tegernsee, in dem der Kroate durch effektives Konditionstraining der Bayernmannschaft den notwendigen Schliff gab. Die Zeit danach war jedoch auch durch einige atmosphärische Störungen zwischen Trainer und Team geprägt. Nun dürften sich beide Seiten nach rund einem Jahr aneinander gewöhnt haben und mit dem Gewinn des Doubles haben sich in dieser Zusammenarbeit auch schon Erfolge eingestellt. Um die ganz großen Ziele zu erreichen, braucht es neben spielerischer Klasse, Defensivarbeit und eventuellen Neuzugängen auch Teamgeist und Einstellung. Auch dazu dient das Trainingslager am Tegernsee.

Talente wie Ryan Johansson oder Sarpreet Singh können zudem in Rottach-Egern weiter auf sich aufmerksam zu machen, um sich für die erste Mannschaft zu empfehlen. Auch wenn diese Nachwuchsspieler Einsätze bei den Profis bekommen sollten, hat ein Blick auf die Ersatzbank des Supercupspiels gezeigt, dass die Bayern unbedingt ihren Kader verbreitern müssen. Das ist dann aber Aufgabe der Klubbosse.

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FIFA-Weltfußballer – auch Fans können abstimmen

Seit 1991 vergibt die FIFA den Titel des Weltfußballers. Als Erstes erhielt Lothar Matthäus diese Auszeichnung. Im letzten Jahrzehnt dominierten Lionel Messi und Cristiano Ronaldo, die insgesamt jeweils fünfmal zum Weltfußballer gewählt wurden, diese Wahl, bis 2018 Luka Modric diese zehnjährige Serie unterbrach.

Nun hat die FIFA eine 10 Spieler umfassende Shortlist veröffentlicht. Aus dieser Auswahl wird am 23. September auf einer Gala der neue Weltfußballer gekürt. Neben Spielern, Trainern und Journalisten dürfen auch Fans über den neuen Weltfußballer abstimmen. Fan-Wahl zum FIFA-Weltfußballer

Ein deutscher Spieler hat es nicht in die Shortlist geschafft, auch kein Profi aus der Bundesliga.

Virgil van Dijk ist bei den Wettanbietern Favorit

Bei der Weltfußballer-Wahl werden die Leistungen der letzten Saison berücksichtigt, einschließlich der großen Turniere wie die Copa America oder der Afrika-Cup. Natürlich fließt auch die Champions League in die Bewertung ein. Hier konnte bekanntlich der FC Liverpool triumphieren. Dementsprechend befinden sich drei Spieler der Reds in der Shortlist. Dabei werden von den Wettanbietern Abwehrspieler Virgil van Dijk die größten Chancen auf den Titel des Weltfußballers eingeräumt. Seine Quote steht zum Beispiel bei Unibet bei 1,65. Damit liegt der Holländer sogar noch vor Lionel Messi (2,50) und Cristiano Ronaldo (18,00). Auch van Dijks Teamkollegen Sadio Mane (16,00) und Mohamed Salah (19,00) haben schlechtere Quoten.

Obwohl Virgil van Dijk derzeit als bester Abwehrspieler der Welt gilt und in der abgelaufenen Saison mit seinen gezeigten Leistungen überzeugt hat, ist auch Lionel Messi ein heißer Favorit auf den Titel des Weltfußballers. Der Argentinier hat beim FC Barcelona erneut eine überragende Saison gespielt, mit 36 Toren in der spanischen Meisterschaft und zwölf Treffern in der Champions League. Allerdings reichte es in der Königsklasse nicht zum Titelgewinn, weil Barca in einem denkwürdigen Halbfinalduell gegen den FC Liverpool nach einem 3:0 im Hinspiel das Rückspiel 0:4 verlor.

Auch Kylian Mbappé hat in der vergangenen Spielzeit überzeugt. In der französischen Meisterschaft gelangen dem 20-Jährigen, der einen Marktwert von 200 Millionen Euro besitzt, 33 Tore. Der Superstar von Paris St. Germain wird sicherlich in den kommenden Jahren den Weltfußball mitdominieren, ob es jedoch 2019 zum Weltfußballer reicht, ist fraglich. Seine Quote für die FIFA-Wahl beträgt 28,00. Außenseiterchancen haben ebenfalls der kürzlich zu Real Madrid gewechselte Eden Hazard (31,00) und Tottenhams Harry Kane (40,00). Noch weniger Chancen werden den ehemaligen Ajax-Stars Matthijs de Ligt (51,00) und Frenkie de Jong (84,00) eingeräumt.

Hier ist die Shortlist im Überblick:

Virgil van Dijk (FC Liverpool)

Lionel Messi (FC Barcelona)

Sadio Mane (FC Liverpool

Cristiano Ronaldo (Juventus Turin)

Mohamed Salah (FC Liverpool)

Kylian Mbappé (Paris St. Germain)

Eden Hazard (Real Madrid)

Harry Kane (Tottenham Hotspur)

Matthijs de Ligt (Juventus Turin)

Frenkie de Jong (FC Barcelona)

Dagegen fehlt in diesem Jahr in der Auswahl zum Weltfußballer Neymar. Allerdings war der Brasilianer in dieser Saison oft verletzt. Auch Luis Suarez und Edinson Cavani wurden nicht nominiert. Ebenso wie Antoine Griezmann.

Wird Jürgen Klopp Welttrainer?

Als eindeutiger Favorit auf den Titel des Welttrainers 2019 gilt Jürgen Klopp. Der ehemalige BVB-Coach gewann in der abgelaufenen Saison mit dem FC Liverpool nicht nur die Champions League, er holte in der englischen Premier League auch beachtliche 97 Punkte, was zwar nicht zur Meisterschaft reichte, weil Guardiolas Manchester City noch besser war, doch die Reds verloren eben auch nur ein Premier-League-Spiel.

2018 gewann Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps die Welttrainer-Wahl. Allerdings wird Deschamps wohl dieses Jahr leer ausgehen, weil 2019 keine Welt- oder Europameisterschaft stattgefunden hat. Dafür ist Brasiliens Nationalcoach Tite, der mit der Selecao die Copa America gewann, nominiert.

Dennoch dürfte die Wahl zum Welttrainer 2019 Jürgen Klopp fast sicher sein.

Die Kandidaten für die Wahl zum Welttrainer im Überblick:

Djamel Belmadi (Nationalmannschaft Algerien)

Didier Deschamps (Nationalmannschaft Frankreich)

Marcelo Gallardo (River Plate)

Ricardo Gareca (Nationalmannschaft Peru)

Pep Guardiola (Manchester City)

Jürgen Klopp (FC Liverpool)

Mauricio Pochettino (Tottenham Hotspur)

Fernando Santos (Nationalmannschaft Portugal)

Erik ten Hag (Ajax Amsterdam)

Tite (Nationalmannschaft Brasilien)

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