Moritz

Nach der Nations League - Prognosen zum 3. Spieltag

Bildquelle: Bildbyran

Die Kickfieber-Vorschau auf den 3. Bundesliga Spieltag dieser Saison. nach der Nations League Pause der BuLi können wir uns auf einige interessante Duelle freuen. Wir geben euch zu jeder Partie die Kickfieber-Prognose

Die Sieglosen


Da wären zum einen die noch sieglosen Vereine. Zwei Niederlagen zum Start können schon mal passieren, aber man darf bloß nicht in eine Negativspirale kommen. Beim SC Freiburg dürfte man bei dem auf keinen Fall einfachen Auftaktprogramm (Pokalsieger Frankfurt & CL-Teilnehmer Hoffenheim) noch ruhig angesichts der Nullnummer sein. Bei den anderen drei Teams, die bisher nichts zu jubeln hatten, dürfte das anders aussehen. Vizemeister Schalke, Euro-League Teilnehmer Leverkusen und die Rückrunden-Überraschung VfB Stuttgart haben mit großer Sicherheit andere Ansprüche (wobei der VfB am letzten Spieltag gegen die Bayern ran musste) und müssen jetzt abliefern. 

Für Leverkusen wird die Niederlagenserie zum Saisonstart wohl noch weiter gehen. Man gastiert in der Allianz-Arena beim Rekordmeister und darf sich nicht zu große Hoffnungen machen. Trainer Heiko Herrlich's Stuhl dürfte auch mit einer Niederlage dort nicht deutlich mehr wackeln als er sowieso schon tut - solange es kein bayrisches Schützenfest wird. Kickfieber Prognose: Bayern - Leverkusen --> 3:0 

Auch Schalke hat ein schweres Los im Auswärtsspiel "auf dem Bökelberg" in Gladbach. Wie schwer es ist dort Punkte mitzunehmen hat schon Leverkusen am 1. Spieltag erfahren (0:2) Niederlage. In diesem Spiel ist fast alles möglich, die Teams sind generell wohl auf Augenhöhe und die Tagesform sowie das Quäntchen Glück entscheiden über Sieg oder Niederlage. Kickfieber Tipp: Mönchengladbach - Schalke --> 1:1

Mit Freiburg und Stuttgart treffen die zwei letzten Teams mit 0 Punkten auf dem Konto direkt aufeinander. Stuttgart ist dabei noch ohne eigenen Treffer und muss auswärts im sonntäglichen Schwabenderby ran. Auch in diesem Spiel ist unserer Meinung nach vieles möglich. Der VfB hat allerdings mehr Zugzwang als der Sportclub, welcher hingegen Heimvorteil genießt. Daher ist unsere Kickfieber Prognose: Freiburg vs. Stuttgart --> 1:1


Die Siegreichen - Der perfekte Start 

Den perfekten Start haben neben den Bayern nur zwei andere Teams geschafft und das recht überraschend - Hertha BSC und VfL Wolfsburg. Die beiden treffen nun am 3. Spieltag aufeinander und eine Serie wird definitiv reißen, vielleicht auch beide. 

Die Hertha setzte sich im Auftaktspiel zu Hause gegen Aufsteiger Nürnberg mit 1:0 durch und setzte danach ein imposantes 2:0 auf Schalke nach. Die Wölfe überraschten auch viele mit ihrem Auftaktsieg gegen Schalke in letzter Minute (2:1) und am letzten Spieltag in Leverkusen (1:3) - also zwei Clubs, die sich in der Spitzengruppe der Bundesliga behaupten wollen. Damit haben die Wölfe für Aufsehen gesorgt und die Hertha wird gewarnt sein. Einen wahrscheinlichen Ausgang abzuschätzen ist so gut wie unmöglich, aber unsere Prognose ist auch hier: Kickfieber Prognose: Wolfsburg - Hertha --> 1:1

Die restlichen Spiele


Auch die restlichen Spiele sind nicht uninteressant, gerade weil am Saisonstart noch vieles möglich scheint und man die Teams noch nicht 100% einschätzen kann. 

Da wäre zum Beispiel Mainz 05, die mit 4 Punkten sehr happy sein dürften und über den Erwartungen, gerade weil man im Sommer wieder mal einen großen Umbruch im Kader umsetzen musste. Gegen den FC Augsburg, die auch 4 Punkte auf dem Konto haben, könnte Mainz sich erstmal früh Luft im Abstiegskampf verschaffen. Die Augsburger wollen aber wohl eher diesmal vielleicht auch ein Wörtchen ums internationale Geschäft mitreden und dürfen noch nicht zu früh den Anschluss verlieren. Gerade gegen vermeintlich schwächere Teams wie den FSV muss man dafür aber Punkten. Die Kickfieber Prognose: Mainz - Augsburg --> 1:2

Die Eintracht aus Frankfurt, die am letzten Wochenende eine Niederlage in langer Unterzahl erst in der letzten Minute durch einen direkt verwandelten Freistoß kassierte, muss beim recht ordentlich gestarteten BVB ran. Zu Hause sind die Westfalen eigentlich eine Macht, lediglich 4 Teams waren letztes Jahr heimstärker. Die SGE ist dabei schwer einzuschätzen, aber wir denken doch eher schwächer als die Dortmunder, die dieses Jahr wieder Vizemeister werden wollen (die Meisterschaft traut sich doch niemand mehr ernsthaft als Saisonziel auszugeben, oder?). Die Kickfieber-Prognose: BVB - SGE --> 3:1

Die beiden Aufsteiger haben auch schon jeweils den ersten Punkt gesammelt nachdem man den 1. Spieltag jeweils mit einem Tor Differenz verlor. Die Clubberer reisen mit ihren Fans in den hohen Norden, wo der SV Werder vor der Saison Euro-League Ansprüche geäußert hat und dieser mutigen Saisonziel-Ausgabe nun auch Taten folgen lassen will. Nervenstärke zeigte man beim Last-Minute Sieg durch einen direkten Freistoß in Frankfurt, aber so richtig überzeugt hat man doch noch nicht.  Nürnberg war aber im Auswärtsspiel in Berlin zu schwach, um fern der Heimat Punkte mitzunehmen. Die Kickfieber Prognose: Werder Bremen - Nürnberg --> 2:1 

Anders dagegen die Fortuna aus Düsseldorf, die am letzten Spieltag auswärts RB Leipzig einen Punkt abluchsten. Das erste Heimspiel verloren sie allerdings nach Führung noch mit 2:1 gegen Augsburg. Und nun kommt CL-Teilnehmer Hoffenheim mit Jungstar Nagelsmann an der Seitenlinie. Die Sinsheimer Jungs zeigten auswärts in München eine ansprechende Leistung und vor zwei Wochen daheim gegen Freiburg zumindest, dass man auch Arbeitssiege einfahren kann. Genau das wird auch jetzt benötigt und wir trauen der TSG das zu. Kickfieber Prognose: Düsseldorf - Hoffenheim --> 1:2

Das letzt Spiel des Spieltags (allerdings nur in unserer Prognose) ist Leipzig gegen Hannover. RB startete nicht ordentlich, lediglich ein Punkt und keine überzeugenden Auftritte in der Euro-League. Damit muss jetzt schon etwas kommen, wenn man die Saison nicht schon direkt am Anfang in den Sand setzen will. Aber mit Hannover kommt ein Team, das durch gezielte Neuzugänge in der Defensive (Walace & Wimmer) sehr stabil zu sein scheint und bereits den hoch-ambitionierten Bremern und Dortmundern einen Punkt abtrotzen konnte. Einfach wird es daher nicht für RB, aber einen Auswärtssieg trauen wir den Niedersachsen in Sachsens Bundesliga-Stadt auch nicht zu: Kickfieber-Tipp: Leipzig vs Hannover --> 1:1

 

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Moritz

Kommentar zur Nations League

Die brandneue Nations-League geht am Donnerstag, den 6. September zum ersten Mal an den Start. Dabei besteht doch noch viel Unklarheit über den recht komplizierten Modus (wir erklären hier wie es funktioniert) und wir sind in Deutschland auch gefühlt noch tief in der WM-Katerstimmung versunken. Ein Kommentar:

Fairer Wettbewerb - oder eiskaltes Vermarktungskonzept?

Die Grundidee der Nations League finde ich erstmal gut. Anstatt von wenig attraktiven, unwichtigen und meist ungleichen Freundschaftsspielen - nach dem Motto David gegen Goliath im Schongang um einen leeren Blumentopf- werden in der Nations League deutlich spannendere und wichtigere Spiele stattfinden, bei denen es sogar um Tickets für die EM geht. Die EM-Teilnahme durch den Erfolg bei der Nations-League zu schaffen ist auch für alle teilnehmenden Teams möglich, also auch recht fair gestaltet denke ich. Teams wie Georgien oder Kasachstan haben nun viel höhere Chancen auf eine Teilnahme als beim vorigen Modus. Der Fußball wird so also deutlich attraktiver auch in diesen kleinen Ländern - also eine clevere Vermarktungsstrategie der UEFA? 

Große Vorfreude - Attraktives Angebot für die Fans

Die Vorfreude bei den Fans ist bereits groß - auch wenn noch einiges an Unklarheit herrscht. Zum einen wie ernst die Nationalmannschaften den neuen Wettbewerb letztlich nehmen, aber zum anderen auch wie viel attraktiver die Begegnungen durch den Modus werden. 

Ich rechne damit, dass die Nationen den Wettbewerb recht ernst nehmen und somit mit recht attraktiven Begegnungen. Das sollte die Beliebtheit der Nations League bei den Fans dann noch weiter steigern und langfristig wohl zu deutlichen Mehreinnahmen führen. Aber auf wessen Kosten geht dies?

Mehrbelastung der Spieler

Was auch ganz klar mit der Neueinführung der Champions League einher geht ist eine gesteigerte Belastung der Spieler, denn anstatt bedeutungsloser Freundschaftsspiele gibt es nun 4 bzw. 6 mehr Pflichtspiele. Wie förderlich diese Mehrbelastung für die allgemeine Qualität des Fußballs ist, würde ich zumindest mal in Frage stellen. Mehr Belastung ist meist nicht einhergehend mit höherer Qualität. Das ist bei Maschinen nicht anders als beim Menschen (nein, ich stelle Mensch und Maschine nicht auf eine Ebene und betone auch Fußballprofis nicht so zu behandeln). 

Denn der Schongang der Spieler in den bisherigen Freundschaftsspielen war doch meist auch Ausdruck einer dringend benötigten Pause, oder nicht? Natürlich kann ich in keinen Spielerkopf gucken, aber sicherlich hätte der ein oder andere (vielleicht auch die Mehrheit der Mannschaft?!) nichts dagegen gehabt, wenn er ab und an beim Länderspiel nicht gespielt hätte, solange das nicht bedeutet seinen Stammplatz zu verlieren. Und mir persönlich würde es genauso gehen. 

Ein Argument, gegen das ich kein wirkliches Gegenargument vorbringen kann, ist, dass Spieler in anderen Sportarten, wie zum Beispiel dem Eishockey, viel härter belastet werden. Allein in der deutschen 1. Eishockey-Liga, der DEL, müssen die Spieler 52 antreten - und das nur von September bis Anfang März! Dazu kommen andere Wettbewerbe. Also sind meine Zweifel unbegründet? Oder sind Fußballer einfach softer und halten nicht so viel aus, gerade weil es im Eishockey auch ganz anders zur Sache geht? 

Fazit

Ich freue mich schon auf die Nations League, habe aber auch noch ein wenig Skepsis. Ich erwarte allerdings, dass sich diese legt sobald die ersten Spiele absolviert sind. Für uns Fans ist es prima, wir können uns auf mehr attraktiven Fußball freuen (zumindest auf dem Papier - das muss erst noch faktisch belegt werden). Nicht so happy dürfte die Club-Szene sein, denn wie schon erwähnt ist es eine deutliche Mehrbelastung und ein weiterer Wettbewerb, auf den die Spieler ihren Fokus lenken. Aber lassen wir uns mal überraschen!

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Saisonstart versaut - bevor die Liga begonnen hat

Die erste Pokalrunde ist traditionell in der Woche vor dem ersten Bundesliga-Spieltag der Saison, welche am Freitag 24.08. mit der sehr vielversprechenden Eröffnungspartie FC Bayern München - TSG Hoffenheim beginnt. Perfekt also, um die Form der Bundesligisten direkt vor dem Start zu sehen. 

Während gerade für unterklassige Vereine die 1. Pokalrunde das Saisonhighlight überhaupt darstellt, ist es für die erstklassigen Clubs jedoch eher riskant. Denn: Eigentlich können sie nur verlieren und ein sicheres Weiterkommen ist die standardmäßige Erwartungshaltung für die 18 besten Clubs Deutschlands. 

Und so kann man sich den Saisonstart natürlich direkt vermiesen und mit Verunsicherung in die neue Saison starten. Das hat seit Einführung der Bundesliga jedes Jahr mindestens einen Erstligisten getroffen, 1970/1971 haben sogar fast die Hälfte der Bundesligisten ein Erstrundenaus verkraften müssen (8 Vereine). Das ist dabei wirklich kein Phänomen der Vergangenheit: Erst 2014/15 haben 5 Erstligisten den Saisonstart verpatzt, 2012/13 sogar 6. In dieser Saison war es wie in den vorigen zwei Spielzeiten: 2 Bundesligisten ereilte das bittere Schicksal. 

Fast-Blamage

Das wäre doch mal was gewesen: Der Rekordmeister scheidet in der 1. DFB-Pokalrunde gegen einen Regionalligisten aus! Das wäre aber dann auch zu schön gewesen, obwohl die Hoffnungen vieler Fußballfans gute 80 Minuten lang hoch lebten und sich mit jeder Minute exponentiell steigerten. Am Ende bot Drochtersen dem Münchner Starensemble lange Zeit sehr respektabel die Stirn und spielte wahrscheinlich das beste Spiel seit Clubbestehen. Doch für die Sensation reichte es am Ende nicht. Aber was lässt das über die Form der Bayern schließen?!

Saisonstart versaut

Wie schon erwähnt ereilte 2 Bundesligisten das frühe Aus im Pokal. Der Shooting-Star der letzten Rückrunde, der VfB Stuttgart, verlor in Rostock mit 2:0. Ob die Schwaben die wirklich hervorragenden Ergebnisse der letztjährigen Rückrunde nicht in der neue Spielzeit fortführen können? Auch spielerisch war das letztes Jahr nicht so grandios wie die Ergebnisse sagen, aber man war gnadenlos effektiv. Nun, wir sind gespannt wie der VfB aus den Bundesliga-Startlöchern kommt.

Der VfB kann sich noch bedanken, dass sein Ausscheiden vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit bekommt. Das hat einen Grund: Pokalsieger Eintracht Frankfurt, die im vorhergehenden Pflichtspiel den FC Bayern um sein fest eingeplantes Double brachten, schieden peinlich beim SSV Ulm aus! Nachdem man bereits beim Supercup 5:0 gegen den FC Bayern unter die Räder kam ist das nun schon der zweite heftige Nackenschlag bevor die Liga-Saison überhaupt begonnen hat. Man kann gespannt sein wie lange der neu geholte Trainer Adi Hütter Zeit bekommt sein Fußballkonzept in Frankfurt zu implementieren.

Unangenehme Underdogs 

Zweifelsohne wird es auch in der nächsten DFB-Pokal Runde wieder zum Ausscheiden einiger Erstligisten kommen. Ob dabei für einige noch im Wettbewerb befindliche Underdogs etwas drin ist bleibt abzuwarten. Es hat sich allerdings schon häufiger bewiesen, dass diese im Pokal besonders motiviert sind und daher sogar den Profis unangenehm werden können.

Die 3. Liga wird auch professionell betrieben, daher sprechen wir bei Wehen-Wiesbaden und Hansa Rostock mal nicht von Underdogs. Bei der Masse an 3.Liga-Ausscheidern sind die beiden jedoch sicherlich hervorzuheben. Noch mehr die Regionalligisten, von denen sich immerhin 3 in die nächste Runde bugsieren konnten: SV Rödinghausen, SSV Ulm (genau, die die der SGE ein Bein gestellt haben) und Weiche Flensburg.

Einziger 5.-Ligist der noch im Wettbewerb ist kommt aus Leipzig. Die BSG Chemie besiegt Jahn Regensburg mit 2:1 und hofft nun auf Dortmund bzw. einen kleinen Gegner aus der Regionalliga, gegen den das Pokalaus noch nicht vorbestimmt wäre. Einer unserer Partner, HFM-TV hat einen ansprechenden Video-Beitrag (hier klicken) dazu hochgeladen. Gerne mal reinschauen, die Betreiber sind mit viel Leidenschaft und Humor dabei! 

Hier der Link zum Video.

In Kürze folgen weitere Artikel über die Aussichten in Titel- sowie Abstiegskampf und weiteres zur neuen Saison, die wir wie ihr auch mit Hochspannung erwarten!

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Die Fälle Wolfsburg und Hamburg - Absturz von ehemalig erfolgreichen Vereinen

Der VfL Wolfsburg und der Hamburger SV zählen nicht zu den Vereinen die finanziell wenig Möglichkeiten haben, allerdings spielen beiden Vereine seit geraumer Zeit im unteren Bereich der Bundesliga. Wie ist das zu erklären?

Die Entwicklung des HSV

Der Abstieg des Hamburger SV ist keinesfalls überraschend. In den letzten 7 Spielzeiten zählte der HSV ganze 5 mal in der Abschlusstabelle zu den letzten 5 Vereinen. Zweimal musste man in die Relegation und konnte sich dort in der Liga halten. 2012/2013 konnte der HSV auf dem 7. Platz abschließen und 2015/2016 immerhin auf dem 10. Platz. Auch diese Platzierungen sind höchstens Mittelmaß und der Trend ging deutlich nach unten. Somit kommt der Abstieg für viele erwartet und Fußball-Deutschland scheint fast schon erleichtert und froh, dass der BuLi-Dino nun doch zum ersten Mal in die Zweitklassigkeit abrutscht. Dabei vergisst man fast wie erfolgreich der HSV noch von 2003 bis 2011 war, als man immer zumindest 8. wurde und 4 mal in den Top 5 der Liga landete. 

Viele Trainerwechsel und Spieler-Rotationen sprechen auch nicht wirklich für Kontinuität und der Verein. Und dabei hat der HSV eigentlich mehr finanzielle Mittel als kleinere Bundesligisten wie Mainz, Freiburg, Augsburg, Hannover und auch Berlin und Leipzig (zumindest nach der Bilanz in 2016). Jedoch wirtschaftet der HSV schon seit Jahren nicht gut und fuhr in den vergangenen Jahren durchgehend Verluste ein (Quelle: https://fussball-geld.de/finanzbilanz-hamburger-sv/).

Die Entwicklung des VfL

Der VfL Wolfsburg könnte in den Spuren des HSV folgen. Die Wölfe retteten sich zweimal in Folge erst in der Relegation. Exakt das selbe Spiel wie in Hamburg vor 3 Jahren. Der Absturz kommt dabei schnell: Vor 3 Jahren fuhr man unter Dieter Hecking noch die Vize-Meisterschaft ein, vor 2 Jahren wurde der VfL (durch die Doppelbelastung in der CL - man kam ins Viertelfinale gegen Real Madrid) immerhin 8. In der darauffolgenden Spielzeit wurde ihr Erfolgstrainer Dieter Hecking im Oktober nach einem schwachen Start entlassen. Seitdem geht die Talfahrt der Wölfe nur noch schneller voran und die folgenden 3 Trainer (Valerien Ismael, Andries Janker, Martin Schmidt) hielten sich alle nur ein halbes Jahr bevor die Reißleine gezogen wurde.

Und auch der VfL spielt dabei finanziell in anderen Dimensionen. Getrieben von Eigentümer und Hauptsponsor VW sowie durch die nicht allzu lange zurückliegenden Erfolge haben die Wolfsburger ein beachtliches Budget zur Verfügung. Einnahmeberichten zu Folge verbuchte man im Jahr 2016 noch die vierthöchsten Einnahmen aller Bundesligisten (Quelle: https://fussball-geld.de/einnahmetabelle-der-1-bundesliga/). Der Marktwert des Kaders lag vor der diesjährigen Saison noch bei 134 Millionen €, womit man zumindest im Mittelfeld der Liga datiert und auch jetzt nach der Saison ist dies noch der Fall, man konnte den Marktwert sogar auf 142 Millionen steigern.

Grundlegende Probleme

Es scheint somit, dass in Hamburg und Wolfsburg andere, mehr grundlegende Probleme die Ursachen sind. Auffällig sind die vielen Trainerwechsel und die damit einhergehenden Wechsel in der Spielphilosophie, Taktik und akquirierten Wunschspieler (--> Transfers). Auch, dass beide Vereine recht schnell von erfolgreichen Saisons in die tieferen Regionen der Bundesliga abstürzten sind charakteristisch. Es scheint, als wollte man die erfolgreichen Zeiten unbedingt erhalten und hat damit durch kurzfristiges Denken den Verein in viel größere Krisen gestürzt. Die vielen Trainerwechsel sprechen für fehlende Kontinuität und langfristige Denke.

Schlüssel: Langfristiges Konzept und mehr Kontinuität 

Aber nun scheinen beide Vereine diese Problematik erkannt zu haben und wollen auf mehr Kontinuität zu setzen. 

Mit Christian Titz drehte der HSV gegen Ende der Saison nochmal auf und schaffte fast das Wunder. Nun wurde der Vertrag von Interimstrainer Titz (vorher Trainer der Amateure und B-Jugend) verlängert, einem Trainer, der im Profigeschäft ein unbeschriebenes Blatt ist und sich seit 3 Spielzeiten im Verein hochgearbeitet hat (B-Jugend --> Amateure --> Profis). Das Konzept wird von den kleineren Bundesliga-Vereinen wie Mainz und Freiburg seit jeher recht erfolgreich verfolgt und könnte auch in Hamburg fruchten.

Wolfsburg hat Bruno Labbadia zur Rettung engagiert und diese ist knapp eingefahren worden. Es scheint als bleibe Labbadia beim VfL und könnte durch seine Erfahrung und Leidenschaft den Club wieder in seichtere Gefilde zurückführen. Es ist jedoch ganz normal, dass ein Trainer Zeit braucht um seine Konzepte auch umsetzen zu können und daher wird langfristiges Denken beim VfL von Nöten sein.

Es bleibt abzuwarten was die Verantwortlichen der Führungsetage beim Hamburger SV und VfL Wolfsburg aus den vergangenen Jahren gelernt haben.   

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Moritz

Bundesliga Rückschau - Die Top 4

Die Top 4 der BuLi - heißt auch: Unsere Repräsentanten für die Championsleague im nächsten Jahr. Gemessen am Trend der diesjährigen Saison, wird es ein erfolgreicheres europäisches Jahr für die deutschen Clubs?

Der deutsche Meister - FC Bayern München

Beim FC Bayern herrscht in diesen Tagen eher Krisenstimmung. Nach der überraschenden und in vielerlei Hinsicht unglücklichen Pokalniederlage gegen Eintracht Frankfurt ist die Laune auf dem Tiefpunkt. Nach dem Ausscheiden aus der CL im Halbfinale gegen Real Madrid vergeigen die Münchner auch das Double. Somit steht "nur" die Meisterschaft zu Buche, aber so richtig Freude will darüber nicht aufkommen. Mats Himmels will nicht mal die Meisterschaft auf dem Rathausbalkon feiern..

Das ist schon ein trauriges Armutszeugnis für die Bundesliga, sollte die Meisterschaft doch eigentlich die größte Freude der Fußballer-Seele auslösen. Aber mal ehrlich, wer schmeißt anlässlich seines 28. Geburtstags schon eine große Party, wenn man 5 Jahre davor schon richtig gefeiert hat? Und es war ja schon von Anfang an klar, dass der 28. Geburtstag dann in einem Jahr dazu kommt, also was soll die Aufregung? 😋

Fazit: Gerade die letzten Wochen zeigten einige Probleme bei den Münchnern auf, die die Verantwortlichen nun angehen müssen wenn man wieder zur Weltklasse gehören will. Für die Bundesliga reicht es leider allemal auch so

Vize-Meister Schalke 04

Der souveräne 2. Platz der Blau-Weißen kam schon überraschend für viele - wahrscheinlich auch für S04 selbst! Wenn man sich den Kader anschaut ist diese Platzierung auch eigentlich zu gut, dann auch noch mit ihrem sehr jungen und recht unerfahrenen Trainer Domenico Tedesco (der seine Sache allerdings hervorragend gemacht hat - großes Lob!). Und die Schalker spielten dabei auch nicht immer den ersten und attraktivsten Fußball - sondern waren vielmehr gnadenlos effektiv und taktisch (defensiv) sehr stark. Aber der 2. Platz ist vielleicht doch eher der schwachen BuLi-Konkurrenz zuzusprechen als einer übermäßig starken Knappen-Elf. Interessant wird daher das nächste Jahr mit Doppelbelastung in Europas Spitzen-Wettbewerb!


Fazit: Mit unansehnlichem Minimalfussball das Ideale rausgeholt - darauf kann man erfolgreich aufbauen (aber hoffentlich etwas ansehnlicher für die Zuschauer) 

Durchstarter TSG Hoffenheim

Die Turn- und Sportgemeinschaft aus Hoffenheim schließt die Saison mit ihrer bisher besten Platzierung ab (davor war es der 4. Platz aus dem Jahr zuvor). Somit avanciert 1899 in den letzten beiden Jahren zur Spitzenmannschaft, dümpelte man davor eher im Mittelfeld herum (in 8 Jahren Bundesliga immer zwischen 7. und 15. Platz, davon 5 mal 8. bis 11. Platz). Ein großer Anteil am Erfolg hat sicher ihr ebenfalls sehr junger Trainer Julian Nagelsmann, aber die TSG hat sich auch fußballerisch weiterentwickelt und einen guten bis sehr guten Kader. Auch hier muss man jedoch die schelmische Frage stellen, ob die Bundesliga-Konkurrenz sich damit brüsten sollte, dass Hoffenheim so weit oben abschließt.. Ich sehe das ähnlich wie bei S04, die TSG ist eher Nutznießer der schwachen Konkurrenz. 

Aber dabei auch wahre Spätzünder! Nach recht vielversprechendem Saisonstart rutschte Hoffenheim dann immer mehr ab. Am 24. Spieltag stand man noch auf Platz 9 und es lief so gar nicht viel zusammen. Aus den letzten 10 Spielen wurden dann 7 gewonnen und nur eines (gegen das Überraschungsteam aus Stuttgart) verloren. Die Sensation machte die TSG am letzten Spieltag in Dortmund klar: Mit dem starken 3:1-Sieg in Deutschlands größtem Stadion schob man sich noch vorbei und darf nun nächstes Jahr ganz sicher in der Championsleague ran (nachdem man im letzten Jahr in der Qualifikation am CL-Finalist FC Liverpool  gescheitert war).

🍻🚿 BIERDUSCHE!!! 🍻🚿 #IhrseidsogeilJungs #Europaaapokaaal
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Fazit: Ich bin sehr gespannt wie die TSG im nächsten Jahr auftritt und welche Entwicklung man in der Rhein-Neckar Region nimmt!

Borussia Dortmund

Ein furioser Saisonstart des BVB (der allerdings schon lange in Vergessenheit scheint) mit dem man lange die Tabelle anführte und sogar 5 Punkte Vorsprung auf die Bayern aufbaute. Danach fiel die Leistung erschreckend ab und man fiel bis auf den 8.Platz zurück ehe man sich wieder bis auf den 2. Platz  hoch kämpfte und dann die längste zeit auf den CL-Plätzen 3 und 4 verweilte und sicher noch auf S04 schielte. Am Ende wär man um ein Haar noch aus der Championsleague gerutscht, hätte Bayer Leverkusen am letzten Spieltag etwas mehr Glück gehabt. Und auch sonst ist die Saison beim BVB sehr durchwachsen verlaufen. Aus der CL recht sang- und klanglos bereits in der Gruppenphase ausgeschieden, auch in der Europa-league konnte man dann nicht richtig überzeugen und zog grade noch so glücklich ins Achtelfinale ein, als man aber verdient gegen starke Salzburger ausschied. So bleibt beim BVB eher viel Ernüchterung hängen. Die Trainer standen häufig im Fokus und in der Kritik (wobei Peter Stöger noch das Minimalziel erreichen konnte), die Causa Aubameyang warf im Winter kein gutes Bild auf den Revierklub. Hier allerdings war der BVB eher Opfer als groß etwas dafür zu können. Einen immens wichtigen Leistungsträger verlor man somit aber dann trotzdem. Auch gegen Ende der Saison waren die Schauplätze eher neben dem Platz als darauf, als interne Probleme durch die Nicht-Berücksichtigung von Kapitän Schmelzer und Leistungsträger Sahin offenkundig wurden. 

Fazit: Kann nur besser werden! Beim BVB muss der folgerichtige Umbruch im Sommer kommen
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