Copa América – Brasilien gegen Peru im Finale

Copa América – Brasilien gegen Peru im Finale

Die diesjährige Copa América befand sich lange im Dornröschenschlaf, doch die beiden Halbfinals hatten es dafür in sich. Im ewigen Klassiker zwischen Brasilien und Argentinien setzte sich die Selecao gegen die Albiceleste um Superstar Lionel Messi durch und steht im Endspiel, das am Sonntag 22.00 MESZ stattfindet. Im anderen Semifinale bezwang Peru etwas überraschend Chile, den Titelträger der vergangenen beiden Austragungen der Copa. Dabei fiel der Sieg mit 3:0 deutlich aus und somit haben die Peruaner zum ersten Mal seit 1975 wieder das Finale der Südamerikameisterschaft erreicht. 

Das Comeback von Brasilien 

Die letzten Titel des fünfmaligen Weltmeisters liegen schon eine Weile zurück. Brasilien triumphierte bei der WM 2002 und entschied in den Jahren 2004 und 2007 die Copa für sich. Bei den Weltmeisterschaften gab es dagegen seit 2002 einige herbe Enttäuschungen. Bei vier Teilnahmen gelang nur einmal der Sprung ins Halbfinale, beim Heimturnier 2014, doch ausgerechnet dort verlor die Selecao 1:7 gegen die deutsche Nationalmannschaft. Auch bei der Copa sprang seit 2007 nichts Zählbares heraus.

Doch bei den Brasilanern hat sich unter Nationaltrainer Tite etwas entwickelt. Seit 2016 kassierte die Selecao in 40 Länderspielen lediglich 10 Gegentore und auch bei dieser Copa bissen sich gegnerische Offensivreihen an der Abwehr um Torhüter Alison Becker vom FC Liverpool die Zähne aus. Zudem hat nach dem WM-Desaster eine Wachablösung im Mittelfeld und Sturm stattgefunden. Neue Spieler wie Gabriel Jesus, David Neres, Richarlison, Roberto Firmino oder Everton sind nachgerückt. Da stört es auch nicht, dass Superstar Neymar bei der Copa América verletzt ausfällt.

Den Härtetest gegen Argentinien entschied Brasilien eindrucksvoll für sich. Erneut blieb die Selecao dabei bei diesem Turnier ohne Gegentor. Das Finale gegen Peru geht der Gastgeber der Copa nun als eindeutiger Favorit an. Ein Titelgewinn im eigenen Land würde zwar nicht das WM-Desaster von 2014 vergessen machen, doch es würde diese Wunde wenigstens ein bisschen heilen. Auch weil das Halbfinale gegen Argentinien im gleichen Stadion stattfand, in dem es das 1:7 gegen das DFB-Team gab, und das Endspiel im nationalen Heiligtum, dem Maracana, ausgetragen wird.

Dagegen hat der Erzrivale wieder einmal eine bittere Niederlage erlitten. Damit wartet Argentinien weiterhin auf den ersten Titel in diesem Jahrtausend. 

Lionel Messi – der Unvollendete

Bei der Frage nach dem besten Spieler aller Zeiten gehen die Meinungen auseinander. Lionel Messi ist sicherlich ein Spieler, dem diese Ehre gebühren könnte. Der argentinische Superstar ist fünfmaliger Weltfußballer, er hat mehrmals mit dem FC Barcelona die Meisterschaft und die Champions League gewonnen und zudem in La Liga über 400 Tore erzielt. Doch dem 32-Jährigen fehlt nach wie vor ein Titel mit seinem Nationalteam. Oft scheiterte Messi mit seinen Argentiniern kurz vor dem Triumph, wie bei der WM 2014 und bei den Copas 2015 und 2016. Auch 2019 muss Lionel Messi eine herbe Enttäuschung verkraften. Die Zeit wird somit langsam eng, mit der Albiceleste einen Titel zu holen. Bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar ist Lionel Messi dann 35 Jahre alt und sicherlich dann nicht mehr auf dem Niveau seines Zenits. Sein ewiger Kontrahent, Cristiano Ronaldo, hat dagegen mit dem EM-Sieg 2016 seinen Titel mit dem Nationalteam. Und auch Argentiniens Idol Diego Maradona hat sich mit dem WM-Triumph 1986 unsterblich gemacht.

So könnte die Karriere von Lionel Messi unvollendet bleiben.

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