Christian

Chaostage in Stuttgart

Der VfB Stuttgart ist 2016 aus der Bundesliga abgestiegen. Was vor zwei Jahren die Folge eines jahrelangen Niedergangs war, aber dennoch bei den Schwaben als Betriebsunfall abgetan wurde, ist nun der nächste Schritt einer Entwicklung erkennbar. Die Stuttgarter könnten den Weg von Vereinen wie Nürnberg oder Köln gehen, die seit langer Zeit zwischen Bundesliga und 2. Liga pendeln. Fahrstuhlmannschaft ist wohl das passende Wort.

Eine verfehlte Einkaufspolitik 

Nach dem bitteren Gang in die Zweitklassigkeit sind die Stuttgarter 2017 sofort wieder aufgestiegen. Man wollte alles besser machen und es schien, als wären die richtigen Entscheidungen getroffen worden. Der damalige VfB-Trainer Hannes Wolf galt als moderner Coach, der viel von Taktik verstand und eine gute Ansprache zu den Profis hatte. Das Aufstiegsteam der Schwaben bestand aus jungen und hungrigen Spielern und mit Michael Reschke war ein Sportvorstand an Bord, der sich vorher einen ausgezeichneten Namen als Kaderplaner der Bayern gemacht hatte.

Doch nach einer Negativserie wurde Hannes Wolf beurlaubt und mit Tayfun Korkut ein Trainer verpflichtet, der an die düsteren Jahre in Stuttgart erinnerte. Vor Wolf war der Trainerstuhl beim VfB fast ein Jahrzehnt ein Schleudersitz und Korkut reihte sich nach einem kurzen Höhenflug in die lange Riege der gefeuerten Coaches ein.

Dazu darf man ernsthaft die Transferpolitik des inzwischen beurlaubten Michael Reschke hinterfragen. Der ehemalige Sportvorstand, der ein Juwel wie Kingsley Coman entdeckte, verpflichtete im Schwabenland erfahrene Profis, die allerdings ihren Zenit längst überschritten und ihren Karrierehöhepunkt vor drei oder vier Jahren hatten. Spieler wie Zieler, Gomez, Beck oder Aogo haben in dieser Saison mehr mit sich zu tun, als dass sie dem VfB helfen können. Dagegen wurden die Youngsters wieder in die zweite Reihe geschickt und so ist die aktuelle Entwicklung ein Rückfall in alte Zeiten, die man in Stuttgart eigentlich hinter sich lassen wollte.

Nur ein Punkt aus den letzten sieben Ligaspielen

Der aktuelle Trainer Markus Weinzierl, und hier kann man aktuell betonen, galt in seiner Augsburger Zeit als erfolgreicher Bundesligatrainer. Bei Schalke wurde er nach einer Spielzeit entlassen und nun liest sich seine Bilanz als VfB-Trainer nicht gerade rosig. Unter Weinzierl haben die Schwaben elf von 15 Ligapartien verloren. Aus den letzten sieben Bundesligaspielen sprang sogar nur ein Punkt heraus. Dennoch bekam Weinzierl für die nächste Partie in Bremen vom neuen Sportvorstand Thomas Hitzlsperger eine Jobgarantie, weil sein Team sich bei der 1:3-Niederlage gegen RB Leipzig ordentlich verkaufte. Doch Weinzierl arbeitet derzeit mehr oder weniger auf Abruf und im Hintergrund wird sicherlich schon nach einem Nachfolger gesucht.

Dazu ist die Stimmung unter den Fans schlecht. Das Heimspiel gegen RB Leipzig war bei weitem nicht ausverkauft und die Canstatter Kurve, wo die treuesten Anhänger sonst ihre Mannschaft anfeuern, forderte lautstark den Rücktritt von Präsident Wolfgang Dietrich.

Der VfB Stuttgart sitzt derzeit auf einem Pulverfass und die Lage könnte sich verschlimmern. Nach der schweren Aufwärtsaufgabe bei den Bremern kommt es danach zum Showdown gegen Hannover. Momentan belegen die Stuttgarter den Relegationsplatz, weil auch die Konkurrenz im Abstiegskampf schwächelt. Doch das könnte sich nach den nächsten zwei Partien ändern.

Vorbei sind auf jeden Fall die Zeiten von „Kaderplaner“ Michael Reschke und Hoffnungsträger Hannes Wolf. Stattdessen bleibt eine triste Gegenwart übrig, in der erneut ein Abstieg droht.

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Christian

Champions League: Vier Partien in dieser Woche

Es ist wieder angerichtet, denn die Champions League startet in dieser Woche in ihre heiße Phase. 16 Vereine sind noch dabei, die sich nun im Achtelfinale gegenüberstehen. Fans dürfen sich auf einige Topspiele freuen. So sind die Paarungen Manchester United-PSG und Tottenham-Dortmund absolute Highlights. 

Wie übersteht der BVB seine Minikrise?

Im bisherigen Saisonverlauf eilten die Dortmunder von Sieg zu Sieg. Nun scheint allerdings Sand im Getriebe zu sein. Das Unentschieden gegen Eintracht Frankfurt von vor zehn Tagen war vielleicht noch zu verschmerzen. Doch dann folgten das Pokalaus gegen Werder Bremen und ein 3:3 gegen die TSG Hoffenheim nach einer 3:0-Führung.

Erstmals unter Lucien Favre muss der BVB nun eine Reaktion zeigen. Die Gelegenheit dazu bietet sich im Wembley-Stadion, wo die gastgebenden Tottenham Hotspurs warten. Die Borussia geht sicherlich als leichter Favorit in die beiden Duelle gegen die Londoner, da ihre Superstars Harry Kane und Dele Alli derzeit verletzt ausfallen.

Die Borussia muss allerdings auch ohne Marco Reus auskommen. Zudem fehlen wichtige Stützen in der Abwehr. Dafür dürfte Shooting-Star Jadon Sancho groß aufspielen, wenn er in seiner Heimat antritt.

Man darf gespannt sein, wie sich der Tabellenführer der Bundesliga bei einem englischen Spitzenklub schlägt. 

PSG ohne Neymar

2011 sind die katarischen Scheichs bei Paris St. Germain eingestiegen. Trotz Investitionen in Milliardenhöhe hat es in der Champions League seitdem nicht einmal für das Halbfinale gereicht. In der letzten Saison war Real Madrid Endstation. Im Jahr davor gab es das epische 1:6 im Camp Nou.

Nun stehen die Franzosen wieder vor einer Herkulesaufgabe. Als Gegner wartet Manchester United, das unter seinem neuen Trainer Ole-Gunnar Solksjaer zehn von elf Partien in der Premier League gewinnen konnte. United ist zudem mit absoluten Spitzenstars gespickt, die unter Solksjaer wieder aufblühen.

PSG hat dagegen mit zahlreichen Verletzungssorgen zu kämpfen. So fallen momentan Neymar und Edinson Cavani aus.

Doch noch immer kann Trainer Thomas Tuchel auf ein schlagkräftiges Team bauen. So könnte eine mögliche Aufstellung ohne Neymar und Cavani aussehen: Buffon; Kehrer, Thiago Silva, Kimpembe, Bernat; Dani Alves; Marquinhos, Verratti, Di Maria; Draxler, Mbappé.

Mit diesen Spielern kann PSG zweifelsohne im Old Trafford bestehen, doch Manchester United wird extrem fokussiert sein und versuchen, seinen derzeit guten Lauf zu nutzen.

Gerät Real Madrid ins Straucheln?

In den letzten drei Jahren konnte Real Madrid die Königsklasse gewinnen, was seit deren Einführung 1991 einmalig ist. Doch seit dieser Saison müssen die Spanier auf Cristiano Ronaldo, der jetzt in Turin spielt, verzichten. Das schlägt sich zum Teil auf den Platz nieder. Nach holprigem Start sind die Madrilenen zwar im Augenblick Zweiter in La Liga, doch die Königlichen haben schon sechsmal verloren und 20 Tore weniger als Tabellenführer Barcelona geschossen.

Doch nun stehen wieder die großen Spiele an, in denen auch die mentale Fitness eine Rolle spiel. Die abgezockten Real-Stars um Weltfußballer Luka Modric werden sicherlich alles daransetzen, auch in diesem Jahr in der Champions League weit zu kommen.

Als Gegner im Achtelfinale wartet allerdings ein talentiertes und hungriges Team von Ajax Amsterdam. In der Vorrunde bereiteten Frenkie de Jong und Co. den Bayern einige Kopfzerbrechen. Nun möchten die Holländer auch die Madrilenen ärgern.

Die vierte Partie, die in dieser Woche ausgetragen wird, ist das Duell der Roma gegen Porto. Die Italiener standen in der letzten Saison im Halbfinale und sind auch in diesem Jahr nicht zu unterschätzen. Für den FC Porto hingegen wäre der Einzug ins Viertelfinale ein großer Erfolg und beide Kontrahenten dürften sicherlich froh über dieses Los gewesen sein. Denn als mögliche Gegner waren zum Schluss der Auslosung auch der FC Liverpool und die Bayern dabei.

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Christian

Frauenpower im Profifußball

Vor 20 oder 30 Jahren hätte es sich kaum jemand vorstellen können, dass eine Frau ein Bundesligaspiel im Männerbereich leitet. Bibiana Steinhaus pfeift seit 2017 in der 1. Bundesliga und sie ist nicht die einzige, die in den männergeprägten Profifußball vorstößt. 

Harte Arbeit und konsequentes Handeln 

Mit 20 Jahren wurde Bibiana Steinhaus Schiedsrichterin. Nach einigen Einsätzen in der Regionalliga leitete die Polizeibeamtin seit 2003 Spiele der Frauenbundesliga. Ab 2003 war sie jedoch auch als Schiedsrichterassistentin in der 2. Bundesliga tätig. Damals argwöhnisch beäugt ging Bibiana Steinhaus ihren Weg weiter und im September 2007 pfiff sie die Zweitligapartie zwischen der TSG Hoffenheim und dem SC Paderborn.

Wie jeder Schiedsrichter unterliegt Bibiana Steinhaus strengen Bewertungskriterien seitens des DFB. So erfüllt die heute 39-Jährige sicherlich keine Frauenquote und muss sich jedes Wochenende beweisen. Durch konsequent gute Leistungen hielt sie ihren Status als Zweit- und Drittligaschiedsrichterin und wurde vermehrt in der 1. Bundesliga als vierter Schiedsrichter eingesetzt. 2017 pfiff sie schließlich ihre erste Partie in der höchsten deutschen Spielklasse und heute ist es Normalität geworden, wenn eine Frau ein Spiel der Bundesliga pfeift.

Bibiana Steinhaus ist sicherlich ein Vorbild für viele junge Frauen, ihren Weg konsequent zu gehen, um sich in der Männerdomäne Fußball zu behaupten.

Kathleen Krüger-inmitten der Bayernstars

Seit einigen Jahren sitzt wie selbstverständlich eine Frau bei Spielen des FC Bayern auf der Münchener Bank. Es ist Kathleen Krüger, die Teammanagerin des deutschen Rekordmeisters. Zu ihren Aufgaben gehört es, Dinge wie Sponsorentermine oder Auswärtsfahrten zu organisieren und in ihrer Funktion hat sie mit Granden wie Pep Guardiola und Jupp Heynckes zusammengearbeitet.

Die 33-Jährige war früher für die Damenmannschaft der Bayern aktiv und der damalige Sportdirektor Christian Nerlinger holte sie 2012 ins Funktionsteam der Münchener. Dort hat sie sich schnell ein Standing erarbeitet und ist Ansprechpartner der Bayernstars.

Imke Wübbenhorst macht sich als Trainerin einen Namen

In den vier höchsten Ligen Deutschlands ist das Trainerwesen nach wie vor fest in Männerhand. Noch nie war eine Frau als Trainerin im Profibereich tätig. Doch 2018 gab der Oberligist BV Cloppenburg die Verpflichtung von Imke Wübbenhorst, die bis dahin im Frauenbereich der Niedersachsen aktiv war, bekannt.

Doch Coaches unterliegen naturgemäß den Gesetzen des Geschäfts. Aktuell ist der BV Cloppenburg Tabellenletzter der Oberliga Niedersachsen. Imke Wübbenhorst kann mit ihrem Team vielleicht noch das Ruder herumreißen, doch auf jeden Fall ist sie eine Vorreiterin.

Auch im Schiedsrichterwesen war es vor Jahren nahezu undenkbar, dass eine Frau ein Spiel der Bundesliga pfeift. Vielleicht sehen wir in naher Zukunft mehr Frauen auf Trainerbänken. Am Ende gibt sicherlich die fachliche Qualität den Ausschlag und nicht, ob ein Coach ein Mann oder eine Frau ist.


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Christian

DFB-Pokal-Achtelfinale: Fünf Zweitligisten und elf Bundesligisten noch dabei

Am 25. Mai findet in Berlin das Finale des DFB-Pokals statt. Momentan sind noch 16 Teams im Wettbewerb vertreten, die in dieser Woche auf acht Mannschaften reduziert werden. Abgesehen vom Pokalaus der Frankfurter, die amtierender Titelträger sind, gab es bisher keine größeren Überraschungen. Zudem sind bereits alle Amateurvereine ausgeschieden. Auch ein Drittligist ist nicht mehr dabei.

Straucheln die Bayern in Berlin?

Der Rekordpokalsieger hat sich bisher schwergetan. Gegen Drochtersen/Assel und den SV Rödinghausen reichte es jeweils nur zu zwei knappen Siegen. Nun sind die Münchner jedoch erstmals richtig gefordert. Im Berliner Olympiastadion gilt es für das Kovac-Team, dagegenzuhalten und die Bundesliganiederlage in Leverkusen wettzumachen. Die Bayern stehen im Februar unter besonderem Druck, steigt in diesem Monat auch die Champions-League-Partie in Liverpool, und es drohen alle Saisonziele verfehlt zu werden.

Die Hertha möchte hingegen ihren Sieg aus der Hinrunde der Bundesliga wiederholen und endlich im eigenen Stadion ein Pokalendspiel bestreiten.

Auch die Dortmunder mühten sich bisher ab. Gegen Greuther Fürth und Union Berlin, beides Zweitligisten, musste der BVB in die Verlängerung, um sich am Ende durchzusetzen. Doch die Borussia strotzt derzeit vor Selbstvertrauen und so soll mit der eigenen Kulisse im Rücken ein Sieg über Werder Bremen gelingen.

Traditionsduell in Hamburg

In den letzten Jahrzehnten wäre der HSV immer als Erstligist in diese Partie gegangen und die Nürnberger oft als Zweitligist. Das hat sich in dieser Saison geändert. Die Hanseaten spielen in dieser Saison im Unterhaus, sind dort aber derzeit Tabellenführer. Nürnberg ist 2018 in die Bundesliga aufgestiegen. Momentan steht dort aber lediglich Platz 17 zu Buche. Somit dürfte es in diesem Duell spannend zu sehen sein, wie aktuell die Kräfteverhältnisse zwischen der Spitzengruppe der 2. Liga und der Abstiegsregion der Bundesliga sind.

Ähnlich verhält es sich bei der Paarung Kiel gegen Augsburg. Der FCA liegt im Oberhaus nach dem 20. Spieltag auf Rang 15. Kiel rangiert sich in der 2. Liga auf Platz vier ein. In Schleswig-Holstein wird sicherlich die Euphorie groß sein, wenn der Einzug ins Viertelfinale gelingen soll.

El Plastico und ein West-Schlager

Die Wolfsburger konnten sich 2015 den Pokalsieg sichern. Solch einen Triumph würde RB Leipzig auch gerne einmal feiern. Diese Chance bietet der DFB-Pokal, sind die Sachsen noch drei Siege vom Endspiel in Berlin entfernt. Vorher muss das Rangnick-Team allerdings in der Volkswagen Arena bestehen.

Stimmungsvoll wird es sicherlich in der Arena Auf Schalke zugehen, wenn Königsblau auf Düsseldorf trifft. Der Motor der Fortuna stotterte zuletzt ein wenig, doch vielleicht können die Rheinländer bei den Schalkern bestehen.

Ein Zweitligaduell bietet die Begegnung zwischen Duisburg und Paderborn. Somit steht fest, dass mindestens ein Zweitligist unter den letzten acht Mannschaften sein wird. In diesem Jahrzehnt war noch kein Verein, der nicht in der Bundesliga spielte, im Pokalendspiel vertreten. Vielleicht ändert sich dies 2019.

Auch Heidenheim möchte seine Chance nutzen. Doch die Aufgabe gegen die wiedererstarkten Leverkusener dürfte alles andere als leicht werden.

 

Hier sind alle Partien im Überblick:

 

Hamburger SV-1. FC Nürnberg  

FC Heidenheim-Bayer 04 Leverkusen  

FC Schalke 04-Fortuna Düsseldorf

Holstein Kiel-FC Augsburg                      

Hertha BSC-Bayern München                

MSV Duisburg-SC Paderborn 07

Borussia Dortmund-Werder Bremen

RB Leipzig-VfL Wolfsburg

 

 

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Christian

Thomas Doll-der neue Hoffnungsträger in Hannover

Bei den 96ern schrillen derzeit die Alarmglocken. Nach dem Abstieg 2016 droht in dieser Saison erneut der bittere Gang in die Zweitklassigkeit. Interne Querelen belasten den Klub schon länger. Nun schlägt sich das auch auf dem Platz wieder. Fast als letztes Mittel haben die Niedersachsen Thomas Doll als neuen Trainer verpflichtet. Der Ex-Profi ist in der Bundesliga kein unbeschriebenes Blatt. So trainierte er schon den HSV und Borussia Dortmund.

Ein begnadetes Talent

Seine Anfänge im Fußball absolvierte Thomas Doll bei Hansa Rostock. 1986 erfolgte der Wechsel zum BFC Dynamo, dem Serienmeister der DDR-Oberliga. Mit den Berlinern sicherte er sich auch 1987 und 1988 den Meistertitel und schnell wurde klar, dass Thomas Doll eines der vielversprechendsten Talente des DDR-Fußballs ist. So absolvierte der gebürtige Malchiner bis zur Wende 29 Länderspiele, in denen er sieben Tore erzielte.
Wie Ulf Kirsten und Matthias Sammer nutzte Thomas Doll 1990 die Gunst der Stunde und wurde Profi-Fußballer in der Bundesliga. Der Hamburger SV sollte sich jedoch nur eine Saison über die Spielkünste des Angreifers freuen dürfen, denn die italienische Serie A, die damals beste Liga der Welt war, rief und Thomas Doll wechselte für die damals sehr hohe Transfersumme von 15 Millionen D-Mark zu Lazio Rom.
Thomas Doll wurde auch Nationalspieler der DFB-Elf. Insgesamt bestritt er für die bundesdeutsche Auswahl 18 Länderspiele und wurde 1992 Vize-Europameister.
1993 kehrte der Italien-Legionär in die Bundesliga zurück, doch fortan warfen ihn immer wieder Verletzungen zurück. Nach einer Station in Bari spielte Thomas Doll erneut beim HSV, doch von 1998 bis 2001 absolvierte er lediglich 41 Pflichtspiele, weil er häufig verletzt ausfiel. So endete 2001 die Karriere und Thomas Doll wechselte in den Trainerbereich und betreute bis 2004 verschiedene Nachwuchsmannschaften der Hamburger.

Nach elf Jahren wieder Bundesliga

Die letzten fünf Jahre trainierte Thomas Doll Ferencváros Budapest. Und das sehr erfolgreich mit einem Meistertitel und drei Pokalsiegen. Der Ex-Profi schien sein Glück gefunden zu haben und wirkte zuletzt auch sehr aufgeräumt und zufrieden. Dennoch löste er im August 2018 seinen Vertrag in Ungarn auf, um sich eine neue Herausforderung zu suchen. Die hat er nun in Hannover gefunden.
In der Bundesliga kennt sich Thomas Doll mit Abstiegskampf aus. Den HSV hat er einmal als Tabellenletzten übernommen. Anschließend führte er die Hanseaten ins internationale Geschäft und in der Folgezeit auch in die Champions League.
Auch in Dortmund war Existenzkampf angesagt. Den BVB trainierte Thomas Doll in den Jahren 2007 und 2008 und mit dem damaligen Team der Schwarz-Gelben sprangen nur Mittelfeldplätze heraus. Legendär dürfte die Wut-PK in seiner Zeit als BVB-Coach sein. In ihr kritisierte Thomas Doll unter anderem den Umgang der Medien mit seinen Spielern. „Da lache ich mir doch den Arsch ab“, ist wohl der berühmteste Ausspruch aus dieser Pressekonferenz. 


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Kurz danach gingen Thomas Doll und die Dortmunder getrennte Wege. Es folgten Engagements in der Türkei und in Saudi-Arabien, bevor es nach Ungarn ging.
Nun kehrt Thomas Doll nach elf Jahren in die Bundesliga zurück. Sein Kontrakt in Hannover läuft bis Juni 2020 und gilt für die 1. und 2. Liga.

Schwierige Lage bei den 96ern

Die Situation in Hannover scheint verfahren. Die Niedersachsen haben in dieser Saison lediglich elf Punkte sammeln können und belegen derzeit Platz 17. Am Freitag wartet zudem mit RB Leipzig ein äußerst unangenehmer Gegner. 15 Spiele bleiben Thomas Doll, um doch noch das Ruder herumzureißen. Doch seine Mission dürfte schwierig werden. Die Mannschaft wirkt uninspiriert und zerstritten, Sportdirektor Horst Heldt steht mächtig in der Kritik und das Verhältnis von Verein und Fans ist seit längerer Zeit stark belastet. Doch Horst Heldt vertraut auf die Stärke seines neuen Trainers. „Als ehemaliger Fußballer weiß Thomas, wie die Spieler ticken. Er ist bekannt als akribischer Arbeiter mit einer klaren Ansprache. Wir sind fest davon überzeugt, dass er der Mannschaft mit all seiner Erfahrung genau das vermitteln kann, was sie benötigt, um die Wende zu schaffen“, so Hannovers Sportdirektor.
Man darf gespannt sein, ob Thomas Doll das fast Unmögliche schaffen kann. In seiner Karriere als Trainer ist er jedenfalls noch nie abgestiegen.

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