Christian

Die Bayern könnten vor einer erfolgreichen Ära stehen

Zweifellos sind die Bayern in diesem Jahrzehnt das Nonplusultra im deutschen Fußball. Seit der Saison 2012/13 holten die Münchner sieben Deutsche Meisterschaften in Folge, gewannen in den letzten sieben Jahren viermal den DFB-Pokal und triumphierten 2013 in der Champions League.

Doch gerade in der Königsklasse gab es zuletzt einige herbe Enttäuschungen, allerdings auch gegen zum Teil absolute europäische Schwergewichte.

Nun haben die Verantwortlichen des deutschen Rekordmeisters die wohl aktuell wichtigste Personalie im Club geklärt. Trainer Hansi Flick, bei Mannschaft und Fans gleichermaßen beliebt, hat einen Vertrag bis 2023 unterschrieben. Auch auf Empfehlung von Jupp Heynckes, der mit den Bayern 2013 das Triple gewann und durch seine Art, mit Spielern umzugehen, viel Erfolg hatte.

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Hansi Flick wird ein ähnliches Geschick, Stars zu handeln, nachgesagt. Eine gute Voraussetzung, um in München Erfolg zu haben, denn nicht jeder gute Trainer passt auch in die bayerische Landeshauptstadt.

Um die Jahrtausendwende hatte der deutsche Rekordmeister ebenfalls einen Coach, der über viel Empathie und Menschlichkeit verfügte und im Club allseits beliebt war. Ottmar Hitzfeld hieß dieser Trainer und wie Jupp Heynckes könnte Hansi Flick nun wieder eine erfolgreiche Ära bei den Bayern prägen.

Stars und mögliche Neuzugänge haben jetzt Gewissheit

Es ist kein Geheimnis, dass Manuel Neuer seine Vertragsverlängerung bei den Münchnern eng mit der Trainerpersonalie verbunden hat. So ist es sehr wahrscheinlich, dass einer der besten Torhüter aller Zeiten noch ein paar Jahre beim deutschen Rekordmeister spielt. Auch eine Weiterverpflichtung von Thomas Müller ist wohl nur noch Formsache.

Thiago und David Alaba, denen Wechselgedanken nachgesagt werden, kennen die Arbeitsweise von Hansi Flick und können nun mit mehr Gewissheit ihre Zukunft planen.

Auch mögliche Neuzugänge wissen jetzt, was sie in München erwartet. Der bestehende Kader ist unter dem 54-Jährigen in dieser Saison ohnehin erfolgreich gewesen. In der Bundesliga gab es zwölf Siege in 15 Partien, mit zum Teil überragenden Leistungen. Zudem konnten die Bayern in der Champions League mit dem 3:0 bei Chelsea ein Ausrufezeichen setzen.

Dementsprechend logisch war die Vertragsverlängerung mit Hansi Flick. Viele Experten, und auch Jupp Heynckes, sehen in ihn den idealen Bayerntrainer.

Sollten sich die Vorhersagen bestätigen und Konstanz auf dem Trainerposten einkehren, könnten sich die Bayern-Verantwortlichen um Karl-Heinz Rummenigge, Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic in der kommenden Zeit um andere wichtige Fragen kümmern. Der „Titan“ hätte zudem genügend Ruhe, sich einzuarbeiten ohne eventuelle Brandherde löschen zu müssen. Auch andere Themen wie Transfers, Scouting von Talenten und das Heranführen von Youngsters an die Profimannschaft könnten unaufgeregt abgearbeitet werden.

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Gerade bei den vereinseigenen Nachwuchskräften sieht die Führungsriege viel Potential und Hansi Flick scheint der ideale Trainer zu sein, der diese Talente fördert, damit manche in einigen Jahren wichtige Stützen des FC Bayern sind. Oliver Batista Meier gilt zum Beispiel als solch ein Kandidat.

Dabei wurde Hansi Flick eigentlich als Co-Trainer verpflichtet. Doch diese Personalie könnte sich als wahrer Glücksfall für die Münchner herausstellen.

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Christian

Messi und Barca-Stars verzichten auf 70 Prozent ihres Gehaltes

In den letzten Tagen gab es einige Irritationen über die Stars des FC Barcelona. Gerüchte kamen auf, dass Lionel Messi & Co. zu keinem Verzicht ihrer Einkommen bereit waren. Nun hat sich der argentinische Superstar mit einem Instagram-Post zu Wort gemeldet und die Vorwürfe, die angesichts der derzeitigen Lage in Europa schwer wiegten, entkräftet.

Barcas Spieler verzichten auf 70 Prozent ihres Gehaltes und helfen damit ihrem Club, dem erhebliche finanzielle Einbußen drohen.

Seitenhieb gegen den FC Barcelona

In seinem Instagram-Post erklärt Lionel Messi, dass er und das Team immer bereit für Gehaltskürzungen waren. Die letzte Woche habe man im Mannschaftskreis intensiv überlegt, wie man Barca und seinen Mitarbeitern unter die Arme greifen könnte. Die „Suche nach der passenden Formel“ habe eben etwas gedauert und daher sei das Team verwundet wegen einiger Reaktionen aus dem Verein.

„Aufgrunddessen sind wir schwer überrascht, dass es innerhalb des Vereins jemanden gibt, der uns in den Fokus rückt und versucht, uns unter Druck zu setzen, damit wir etwas tun, von dem uns immer klar war, dass wir es machen würden.“
Lionel Messi

Lionel Messi stellt weiterhin klar, dass nie etwas anderes als finanzielle Hilfen für die Katalanen und ihre Mitarbeiter zur Disposition stand.

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„Dass wir uns bislang nicht geäußert haben, liegt daran, dass wir zuerst Lösungen finden wollten, die dem Klub, aber auch denen, denen die Krise am meisten zusetzt, wirklich helfen. Aus unserer Sicht ist jetzt der Moment gekommen, in dem wir verkünden, dass wir für die Dauer dieser Notsituation auf 70 Prozent unserer Gehälter verzichten. Wir werden außerdem unseren Beitrag leisten, damit die Angestellten des Vereins während der Krise ihren vollen Lohn erhalten.“
Lionel Messi

Sicherlich werden sich jetzt die Wogen ein wenig glätten, doch dem FC Barcelona stehen wohl unruhige Zeiten bevor. Grund sind die zu erwarteten fehlenden Einnahmen, die Barca an den Rand des Abgrunds bringen könnten, obwohl die Profis auf 70 Prozent ihres Gehaltes verzichten.

Teurer Kader und wenig Rücklagen – ein Teufelskreis, wenn die Einnahmen wegbrechen

Vor kurzem verkündete der FC Barcelona noch stolz, dass beim Jahresumsatz die Milliardengrenze überschritten wurde. Barca, ist der erste Club, dem das gelang. Einnahmen aus der Champions League, Ticketverkäufe, TV- und Sponsorengeldern fallen aber erst einmal weg. Allein aus Ticketverkäufen erzielen die Katalanen fast 100 Millionen Euro pro Jahr. Das Vereinsmuseum, das momentan geschlossen ist, bringt jährlich die erstaunliche Summe von 60 Millionen Euro ein.

Obwohl Lionel Messi auf 70 Prozent seines Gehaltes verzichtet, würde er trotzdem noch 7,92 Millionen Euro pro Jahr kassieren (Stand 2016). Nach dem versprochenen Gehaltsverzicht würde Barca lediglich 1,33 Millionen Euro pro Monat am Gehalt des Argentiniers sparen. Profis wie Antoine Griezmann und Luis Suarez verdienen auch nicht wenig.

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Zudem sind die teuren Transfers der Superstars oft fremdfinanziert. Antoine Griezmann bezahlte zum Beispiel ein Hedgefond aus den USA.

Die geplante Rückholaktion von Neymar liegt wohl erst einmal auf Eis. Barca könnte bald ganz andere Sorgen haben, sollte nicht bald wieder gespielt werden. Aber diese Sorgen würde der FC Barcelona mit zahlreichen anderen Clubs teilen.

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Christian

Fußballprofi ist man auch mit einem monatlichen Gehalt von 4000 Euro

Derzeit gerät die ganze Welt ins Wanken. Auch den Fußball betrifft die durch das Coronavirus hervorgerufenen Veränderungen. Da momentan nicht gespielt werden kann, fehlen den Vereinen Einnahmen, etwa aus TV-Geldern, Sponsorenverträgen und Ticketverkäufen. Die Lage scheint dramatisch. Bremens Geschäftsführer Klaus Filbry prognostiziert sogar, dass auch die großen Klubs irgendwann ernsthafte Probleme bekommen werden, wenn der Ball noch eine Weile länger nicht rollt. Angesichts der aktuellen Lage in Deutschland scheint es utopisch, dass in diesem Jahr noch Bundesligaspiele mit Zuschauern stattfinden können. Die letzte Hoffnung sind Geisterspiele, doch auch die sind in den nächsten Monaten wohl nicht zu realisieren, schon allein wegen der Ansteckungsgefahr unter Spielern, Trainern und Klubverantwortlichen. DFL-Chef Christian Seifert betont deshalb, dass es für viele Profiklubs „ums Überleben“ geht.

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Da sind die 20 Millionen Euro, die der FC Bayern München, Borussia Dortmund, RB Leipzig und Bayer Leverkusen gespendet haben, löblich, aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Millionengehälter müssen trotzdem weiterbezahlt werden, auch wenn die meisten Spieler auf einen Teil ihrer Gehälter verzichten. Auswirkungen auf den Transfermarkt wird es zusätzlich geben. Vorbei scheinen erst einmal 100-Millionen-Deals und zum Teil uferlose Gehälter.

Gibt es wirklich ein Sterben der Profiklubs?

Die viel zitierte Blase „Profifußball“ scheint zu platzen. Vorerst, denn wenn wieder Fußball gespielt wird und Partien im Fernsehen übertragen werden, wird der Rubel wieder rollen.

Vorher jedoch drohen den Vereinen aber massive finanzielle Einbußen. Christian Seifert sprach sogar davon, dass sich Kritiker von Geisterspielen „keine Gedanken mehr machen müssen, ob wir mit 18 oder 20 Profiklubs spielen. Denn dann wird es keine 20 Profiklubs mehr geben“.

Ein Fußballprofi ist man jedoch laut Definition, wenn man seinen Lebensunterhalt allein durch Fußballspielen bestreiten kann und nicht arbeiten gehen muss. Das wäre sogar schon bei einem monatlichen Einkommen von 2000 Euro oder 4000 Euro der Fall. Selbst eine Bundesliga mit solchen Zahlen könnte existieren und alle könnten unter Profibedingungen arbeiten.

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In solchen Dimensionen hat der Fußball sogar schon gelebt. Uwe Seeler hat in den Anfangsjahren der Bundesliga beim HSV 7200 Euro (umgerechnet zur heutigen Währung) pro Jahr verdient. Franz Beckenbauer als Ausnahmesportler soll bei den Bayern in den 70ern 350000 Euro jährlich bekommen haben. Günter Netzer verdiente damals 150000 Euro pro Jahr. Und selbst ein Rudi Völler hatte in den 80ern noch kein Millionenjahresgehalt.

Es ist auch schwer vorstellbar, dass es Traditionsvereine wie Eintracht Frankfurt oder Schalke 04 nicht mehr geben wird. Elf Fußballer lassen sich sicherlich immer finden, die die Vereinsfarben vertreten. Es gäbe dann eben keine Durchschnittsprofis mehr, die zum Teil weit über 10 Millionen Euro kosten.

TV-Rechtevergabe liegt auf Eis

Das Fußballgeschäft hat in den letzten Jahren geboomt. Möglich machten dies auch Fußballfans, die Abos bei Pay-TV-Anbietern hatten. Das war ein faires Geschäft. Man bezahlte Geld und konnte das Entertainment Fußball genießen.

Doch in der letzten Zeit wurde diese Schraube immer höher gedreht. So brauchten Fußballfans mehrere Abos, um in den Genuss aller Spiele zu kommen. Amazon kam als Anbieter zusätzlich ins Spiel. Die Telekom sicherte sich die TV-Rechte für die EURO 2024. Giganten wie Disney, Apple und Netflix wurden als neue Partner gehandelt.

DFL-Chef Christian Seifert rieb sich sicherlich am Anfang des Jahres die Hände wegen den bevorstehenden Verhandlungen um die TV-Bundesligarechte ab 2021. Es ist davon auszugehen, dass Fußballfans für Abos noch mehr hätten bezahlen müssen, in einem Dschungel von Anbietern.

Aufgrund der momentanen Situation liegen diese Verhandlungen aber auf Eis.

Der Profifußball wird durch das Coronavirus stark getroffen, wie so viele gesellschaftliche Bereiche. Doch es ist davon auszugehen, dass die Geldmaschinerie wieder anlaufen wird, sobald der Normalzustand da ist.

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Christian

Die CL-Pläne der UEFA sind äußerst fragwürdig

Derzeit hält das Coronavirus die Welt in Atem. An Fußball ist momentan nicht zu denken, erst recht nach den jüngsten Entwicklungen und den Maßnahmen der Politik.

Die Anzahl der Neuinfektionen und Toten wächst im Augenblick immer mehr an. Gerade Italien und Spanien sind besonders hart betroffen. In diesen beiden Ländern herrscht gerade der Ausnahmezustand, mit mehreren hundert Toten am Tag, und es sieht nicht danach aus, dass sich das in der kommenden Zeit ändern wird.

Trotzdem gibt es bei der UEFA konkrete Pläne, die Champions League in dieser Saison zu Ende zu führen und einen Titelträger zu küren.

Angesichts der Fernsehbilder, die besonders aus Italien gesendet werden, ist dies ein Skandal und zeigt, um was es im europäischen Spitzenfußball geht. Um Dollars, Euros und viele Millionen.

Juventus Turin noch im Wettbewerb

Diese Tatsache ist nicht neu, doch trotz der augenblicklichen Situation soll das Geldverdienen weitergehen.

Dabei ist es schwer vorstellbar, dass Juventus Turin sein Team im Wettbewerb lässt. Schon aus Gründen des Anstands und des Respekts der zahlreichen Infizierten. Italien steht kurz vor dem Kollaps, auch wirtschaftlich, und so ist davon auszugehen, dass die Verantwortlichen der „Alten Dame“ den italienischen Serienmeister aus der Champions League zurückziehen werden, so wie es Inter Mailand schon vor Wochen mit der Europa League praktiziert hat.

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8.3.2020 Vor dem Match Juventus-Turin-Inter Mailand

Real Madrid ist ebenfalls noch im Wettbewerb vertreten, hat aber auch derzeit andere Sorgen, wie ganz Spanien. Denn Lorenzo Sanz, langjähriger Real-Präsident und verantwortlich für Madrids Erfolge in den 1990er-Jahren, ist gerade an dem Coronavirus gestorben. Daher ist es fast auszuschließen, dass die Königlichen in dieser Saison noch einmal in der Champions League antreten werden, zumal die spanische Meisterschaft weiterhin ausgesetzt ist.

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Ein anderer Fakt führt die Pläne der UEFA ad absurdum, wie auch die Vorstellungen der DFL. Sollte sich auch nur ein Spieler, Trainer oder Verantwortlicher eines Vereins mit dem Coronavirus infizieren, müsste die ganze Mannschaft mindestens 14 Tage in Quarantäne. In England hat diese Maßnahme schon Arsenal London getroffen, in der Bundesliga den SC Paderborn, Hertha BSC und Eintracht Frankfurt.

In Deutschland wurde gerade ein Kontaktverbot erlassen. Da mutet es geradezu abenteuerlich an, dass in ein paar Wochen 22 Spieler auf dem Platz stehen, vorher weite Anreisen auf sich nehmen und in Hotels übernachten, die gerade geschlossen sind. Optimistisch könnte man das nennen, menschenverachtend aber auch, weil Fußballprofis buchstäblich missbraucht werden. Bayerns Thiago hatte das schon einmal angemahnt.

Die genauen Pläne der UEFA

Das Endspiel soll auf jeden Fall am 27. Juni in Istanbul stattfinden. Um die beiden Finalgegner zu ermitteln, gibt es verschiedene Szenarien. Losgehen könnte es am 14. April, obwohl zu diesem Zeitpunkt die Serie A, La Liga und die Premier League noch pausieren. Angedacht ist, dass an zehn Wochenenden und neun Mal unter der Woche gespielt wird. Alle Partien würden als sogenannte Geisterspiele stattfinden. Ein weiterer möglicher Starttermin wäre der 28. April. Alternativ könnte es am 5. Mai weitergehen. Dann könnte es ein Final-Four ab dem Halbfinale geben.

Sportlich hat die Champions League in dieser Saison ohnehin keinen Wert mehr. Auch den meisten Fußballfans dürften Spielausgänge in der Königsklasse egal sein, gerade in Italien und Spanien. Zurück bleibt nur ein Kopfschütteln, angesichts der Funktionäre der UEFA, für die anscheinend nur das Geldverdienen im Vordergrund steht und für die das Wort „skrupellos“ der passende Ausdruck ist.

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Christian

Die Bundesliga kann froh sein, wenn die neue Saison im August ohne Probleme starten kann

Die derzeitige Situation rund um das Coronavirus trifft den Fußball bis ins Mark. Fast alle nationalen Ligen haben den Spielbetrieb eingestellt, die Champions League und die Europa League wurden unterbrochen und die EM ist auf das nächste Jahr verlegt worden.

Die Bundesliga pausiert erst einmal bis zum 2. April, doch es ist wenig realistisch, dass im nächsten Monat überhaupt Spiele stattfinden können. Die DFL und die Vereine stehen jedoch unter Zugzwang und großem Druck. Es geht um mehrere hundert Millionen, die verloren gehen würden, wenn keine Partien stattfinden. Begegnungen mit Zuschauern sind für die nächsten Wochen und Monate nur sehr schwer vorstellbar und daher sind sogenannte Geisterspiele, also Partie ohne Zuschauer, die einzige Alternative.

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Leere Ränge bei der Partie Borussia Mönchengladbach-1. FC Köln

Doch es geht im Big Business Fußball auch um Fans. Nicht nur um die, die ins Stadion gehen, sondern auch um jene, die sich für den Fußball interessieren und Spiele vor dem Fernseher anschauen.

Doch momentan dürfte den wenigsten der Sinn nach dem runden Leder stehen. Deutschland, Europa und die ganze Welt stehen wegen des Coronavirus vor einer Wirtschaftskrise, wenn diese nicht schon da ist. Hierzulande bangen Millionen von Menschen um ihre Existenz und fürchten um ihre Angehörigen.

Da kann der Fußball nur zweitrangig sein. Trotzdem versucht die DFL verzweifelt die Saison zu Ende zu bringen, mit allerlei Szenarien

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Ein EM-Modus wird angedacht, mehrere Spiele in wenigen Tagen sollen absolviert werden – die Millionensummen der TV-Rechteinhaber und Sponsoren sollen fließen. Diese Gedankenspiele sind jedoch abstrus, weil die Wettbewerbsgleichheit schon längst nicht mehr gegeben ist, da manche Vereine sich noch im Trainingsbetrieb befinden und andere nicht.

SC Paderborn, Hertha BSC und Eintracht Frankfurt in Quarantäne

Alle Spieler der drei Vereine befinden sich derzeit in Quarantäne, die mindestens 14 Tage andauern wird. Es ist nicht auszuschließen, dass auch andere Vereine von dieser Maßnahme betroffen sein werden.

Ein Weiterspielen der laufenden Saison ist vielleicht ab Mai möglich. Das wäre auch der fast letztmögliche Zeitpunkt, da der 30.6. wie ein Damoklesschwert über allem schwebt. Dann laufen zahlreiche Verträge von Bundesligaspielern aus und die Clubs können neue Profis verpflichten.

In anderen Ländern sieht die Situation ähnlich aus und da der Transfermarkt international ist, könnten hier im Sommer ganz andere Spielregeln gelten, auch was Ablösesummen und Gehälter anbetrifft.

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Ein mögliches Transferziel im Sommer: Leroy Sané

Wie sich alles in zwei oder drei Monaten darstellen wird, kann kein Mensch sagen, doch Clubs, Spieler und Fans dürften zufrieden sein, wenn die neue Saison, die planmäßig am 21. August starten soll, überhaupt beginnt. Manche Virologen und Experten sehen selbst diesen Zeitpunkt als nicht haltbar an, um Profifußball zu spielen.

Ob es einen Deutschen Meister 2020 gibt und die Auf- und Absteiger im Sommer feststehen, steht in den Sternen, doch sportlich fair würden diese Entscheidungen nicht gefallen sein.

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Christian

Dem FC Liverpool droht das Verpassen des Meistertitels

Die derzeitige Situation ist weit weg von der Normalität. Das gilt auch für die wichtigste Nebensache der Welt – den Fußball. Fast in ganz Europa ruht der Ball. Sowohl in den jeweiligen nationalen Ligen als auch in den europäischen Wettbewerben. Auch die Europameisterschaft, die eigentlich im Juni beginnen sollte, wurde auf das nächste Jahr verschoben.

Hierzulande gibt es einen spannenden Meisterschaftskampf, der in England schon lange entschieden ist. Das liegt am FC Liverpool, der von 29 Partien in der Premier League 27 gewann, bei einem Unentschieden und einer Niederlage.

Das ist absolut rekordverdächtig und das von Pep Guardiola trainierte Manchester City liegt bei einem absolvierten Spiel weniger 25 Punkte hinter den Reds. Bei noch neun ausstehenden Begegnungen bräuchte das Klopp-Team lediglich zwei Siege, um sich zum englischen Meister zu krönen.

Liverpool wartet seit 1990 auf den Meistertitel

Es ist zwar nur Fußball, dennoch wäre man in Liverpool tiefenttäuscht, sollte die Saison abgebrochen und annulliert werden. Denn die Anhänger der Reds warten nicht weniger als 30 Jahre auf den englischen Meistertitel und so nah wie in dieser Saison war der FC Liverpool noch nie dran.

Damals, 1990, war man noch englischer Serienmeister, ein Titel, den sich irgendwann Manchester United mit seiner Trainerlegende Sir Alex Ferguson holte. Der FC Liverpool versank hingegen in der Premier League oft im Mittelmaß, trotz Legenden wie Steven Gerrard oder Xabi Alonso und einem gewonnenen Champions-League-Finale 2005.

Dann kam jedoch Jürgen Klopp und mit ihm der Erfolg. Der Kult-Trainer hat mit dem Kult-Club schon die Champions League gewonnen, doch der ganze Verein und seine Anhänger lechzen nach dem Titel in der Premier League.

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Leicester City-FC Liverpool 26.12.2019

Dementsprechend fokussiert ging der FC Liverpool die Aufgaben in der nationalen Liga an und ein Sieg folgte auf den anderen. Nach der Hinrunde standen 18 Siege aus 19 Partien und ein Vorsprung von 16 Punkten auf den Tabellenzweiten auf der Habenseite.

Doch mittlerweile ist auch in England der Ligaalltag zum Erliegen gekommen, und wie in der Bundesliga werden verschiedene Szenarien diskutiert, wie es mit der aktuellen Saison weitergehen soll.

Dazu treffen sich am Donnerstag Vertreter der Premier-League-Teams, um über die weitere Vorgehensweise zu beratschlagen.

Drei verschiedene Szenarien

Aktuell ist die Saison in der Premier League, wie auch in der Bundesliga, lediglich unterbrochen. Eine Möglichkeit wäre es, wenn es die Situation zulässt, die Saison mit sogenannten Geisterspielen im Juni oder Juli zu beenden.

Es steht jedoch auch ein Abbruch der Spielzeit im Raum, mit einer vollständigen Annullierung aller Ergebnisse. Dann wäre der FC Liverpool auch nicht 2020 englischer Meister.

Doch es gibt vielleicht Hoffnung für die Reds, denn die Clubs der Premier League haben bereits angekündigt, sich nicht dagegenzustemmen, sollte das Klopp-Team zum Meister gekürt werden. Letztendlich entscheidet dies aber die FA.

Jürgen Klopp bleibt dazu wie gewohnt nüchtern und analysiert die Gesamtlage:

„Ich habe bereits gesagt, dass Fußball immer die wichtigste der unwichtigen Sachen zu sein scheint. Heute sind der Fußball und Fußballspiele überhaupt nicht wichtig. Natürlich wollen wir nicht vor leeren Stadien spielen und wir wollen nicht, dass Spiele oder Wettbewerbe ausgesetzt werden. Aber wenn dies einem Einzelnen hilft, gesund zu bleiben - nur einem - werden wir es ohne nachzufragen tun.“

Dem ist wohl nichts hinzuzufügen.

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