Das Comeback des Thomas Müller

Das Comeback des Thomas Müller

Am Wochenende feierte Thomas Müller den Gewinn seiner achten Deutschen Meisterschaft. Damit steht er in einer Riege mit Bayern-Größen wie Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Oliver Kahn oder Mehmet Scholl. Ohnehin ist Thomas Müller jetzt schon eine Legende. Seit nunmehr zehn Jahren prägt der 29-Jährige den deutschen Rekordmeister, er hat fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt und er wird den Fans auch aufgrund seiner Art lange in Erinnerung bleiben.

Doch Thomas Müller hat in der Vergangenheit auch tiefe Täler durchschritten. Mit dem Höhepunkt des desaströsen WM-Ausscheidens der deutschen Nationalmannschaft bei der WM in Russland und der Ausbootung aus dem DFB-Team. Auch bei den Bayern war er nicht immer gesetzt. Aber in der Rückrunde der abgelaufenen Saison präsentierte sich Thomas Müller wieder so wie man ihn kennt. Als Raumdeuter, der mit unermüdlichem Einsatz Platz für Mitspieler schafft und an vielen Torchancen direkt oder indirekt beteiligt ist.

Die Rückkehr zum 4-2-3-1-System

Die Karriere von Thomas Müller begann 2009 unter Louis van Gaal, dessen Aussage „Müller spielt immer“ richtungsweisend war. Doch unter Pep Guardiola, der sein Amt in München 2013 antrat, fand sich der Angreifer in den wichtigen Spielen zunehmend auf der Bank wieder. Auch unter Carlo Ancelotti war dies oft der Fall. Das lag auch daran, dass Thomas Müller häufig auf die rechte Außenbahn ausweichen musste, wo er nicht die volle Tragweite seiner Fähigkeiten entfalten konnte.

Die Stärken des 29-Jährigen liegen vielmehr auf der 10, wo er durch seine Lauffreudigkeit Räume schafft, Lücken schließt und immer wieder Chancen kreiert. Häufig musste Thomas Müller jedoch woanders aushelfen und zum Beispiel bei der Nationalmannschaft auch die Rolle eines Stürmers einnehmen.

So war es auch in dieser Saison, bis Niko Kovac auf das altbekannte 4-2-3-1, das unter Louis van Gaal und Jupp Heynckes bestens funktionierte, umstellte. Thomas Müller konnte nun wieder auf seiner alten Position glänzen und seine Stärken ausspielen. Auch Mitspieler wie Robert Lewandowski oder die Außenbahnspieler Serge Gnabry und Kingsley Coman profitierten vom unermüdlichen Einsatz des 29-Jährigen, weil er immer wieder Gegenspieler auf sich zog und ständig eine Gefahr für gegnerische Teams war.

Und so hat sich Thomas Müller seinen Stammplatz bei den Bayern zurückerobert. Gerade bei den wichtigen Siegen gegen Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt blühte der Mittelfeldspieler wieder auf und so ist mit ihm auch in der Zukunft zu rechnen. Ohnehin ist das Bayern-Urgestein, das seit 19 Jahren beim deutschen Rekordmeister ist, ein Leader, gerade abseits des Platzes. Das war er auch in der deutschen Nationalmannschaft, bis Joachim Löw ihm mitteilte, dass er in Zukunft ohne ihn plant. Diese Entscheidung klang sehr endgültig, auch weil neue Hierarchien im DFB-Team geschaffen werden sollten. Doch Thomas Müller ist gerade einmal 29 Jahre alt. Zur nächsten Europameisterschaft wäre er 30, bei der nächsten WM erst 32 Jahre.

Vielleicht gibt es für den 100-maligen Nationalspieler doch noch eine Rückkehr ins DFB-Team. Auf jeden Fall wird Thomas Müller auch in den kommenden Jahren den FC Bayern prägen und es ist nicht auszuschließen, dass er noch die ein oder andere Deutsche Meisterschaft feiert. Rekordhalter in dieser Statistik ist Franck Ribéry, der es auf neun Titel bringt. Doch Thomas Müller könnte ihn irgendwann überholen.

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