Das ist Hamburgs neuer Trainer

Der HSV hat es wieder nicht geschafft. Zum zweiten Mal nacheinander verpassten die Hanseaten den Aufstieg. Nicht einmal zur Relegation hat es gereicht und so reagierte der einstige Bundesliga-Dino und verlängerte den auslaufenden Vertrag mit Cheftrainer Dieter Hecking nicht. Nun soll Daniel Thioune, der bisher Ligakonkurrent Osnabrück coachte, die Hamburger zurück in die Erstklassigkeit führen. Doch was zeichnet den 45-Jährigen aus, dass der HSV auf ihn baut und was sind seine Erfahrungen im Fußballgeschäft?

Zuallererst haben die Norddeutschen einen Trainer verpflichtet, der gezeigt hat, wie man mit vergleichsweise wenig Mitteln viel erreichen kann. Daniel Thioune übernahm 2017 den VfL Osnabrück, nachdem er bei den Niedersachsen im Nachwuchsbereich tätig war und dort auch einen großen Teil seiner Fußballerkarriere verbracht hatte. Mit den damals abstiegsbedrohten Osnabrückern schaffte Daniel Thioune den Klassenerhalt, um 2019 als Drittligameister in die 2. Bundesliga aufzusteigen. Dort behaupteten sich die Niedersachsen mit 40 Punkten am Ende souverän. Nun möchte der 45-Jährige den nächsten Schritt gehen und einen größeren Klub coachen.

In Hamburg findet er jedoch einen Verein vor, der nach dem erneuten Scheitern in der nächsten Saison bedeutend weniger finanzielle Mittel zur Verfügung hat. So gehört der HSV in der kommenden Saison zwar zu den Spitzenteams der 2. Liga, aber er ist eben nicht der Top-Favorit auf den Aufstieg, so wie es in den letzten zwei Jahren der Fall gewesen war.

Daniel Thioune spielte mit Marco Reus zusammen

Ein Erstligaeinsatz blieb dem 45-Jährigen verwehrt. Für den VfL Osnabrück, den VfL Lübeck, dort war unter anderem Dieter Hecking sein Trainer, und Rot-Weiss Ahlen kam er auf 126 Zweitligaeinsätze und 191 Partien in der Regionalliga. In seiner Ahlener Zeit traf er 2007 auf einen damals 18-Jährigen, bei dem man laut Daniel Thioune eine große Karriere vorhersehen konnte. So bat auch der damalige Ahlen-Kapitän seinen Trainer, diesen gewissen Marco Reus bei den Profis mittrainieren zu lassen.

Schließlich begann Daniel Thioune 2010 seine Trainerlaufbahn. Beim VfL Osnabrück stieg er zunächst als Co-Trainer ein. 2016 erlangte Daniel Thioune die Fußballlehrerlizenz des DFB und konnte somit als Cheftrainer arbeiten. Mit ihm absolvierte auch der damals noch unbekannte Julian Nagelsmann die Trainerausbildung und beide scheinen sich in Sachen Ehrgeiz ähnlich zu sein.

"Ich spiele nicht Fußball, um Zweiter zu werden, sondern um zu gewinnen. Mein Credo lautet: Siegen ist alles."

Dies ist eine Aussage aus seiner Osnabrück-Zeit, doch beim traditionsreichen HSV, der zwar in der letzten Zeit sportlich abgestürzt ist, gibt es nach wie vor ambitionierte Ziele. Und das ist eben Erstligafußball, der in der Hansestadt gespielt werden soll.

Für Daniel Thioune ist solch ein großer Klub sicherlich etwas Neues, doch er ist einer, der von seinen Spielern Einsatz und Professionalität fordert. Das sind zweifellos Eigenschaften, die dem HSV guttun.

„Deshalb lautet die Botschaft an meine Spieler: Sie können so lange exzentrisch sein, solange die Leistung stimmt. Sie können rumlaufen, wie sie wollen, sie können bunte Haare haben, gar kein Problem. Nur: Am Ende des Tages müssen sie liefern.“

Auch dass man seinen Fokus auf das Wesentliche nicht verliert und Prinzipien sind Daniel Thioune wichtig. Sicherlich ist seine Verpflichtung ein kleines Experiment für die Hanseaten, doch zu verlieren gibt es kaum noch etwas und so könnte die Zusammenarbeit zwischen dem 45-Jährigen und dem HSV vielleicht doch zu einer Erfolgsstory werden.

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