Der FC Bayern ist wirklich für die Fans da

Warum ist man ein Bayernfan? Nun, wahrscheinlich liegt das bei mir auch daran, dass ich Verwandtschaft in München habe. In DDR-Zeiten war das die berühmte Westverwandtschaft und irgendwie war damals alles faszinierend, was aus München und dem Westen kam.

Zum ersten Mal bewusst in Berührung mit dem FC Bayern bin ich 1984 gekommen. Ich war damals sieben Jahre und durfte das DFB-Pokalendspiel schauen, weil dieses am Nachmittag stattfand. Die Bayern mit Udo Lattek und Karl-Heinz Rummenigge spielten gegen die Gladbacher mit ihrem Trainer Jupp Heynckes und Lothar Matthäus, der zum letzten Mal für die Borussia auflief.

Es war ein nervenaufreibendes Spiel und ich freute mich, als Lothar Matthäus seinen berühmten Elfmeter verschoss. Fortan war ich infiziert und ich verfolgte ab jetzt die Bayern. Mit allen Höhen und Tiefen. Die gewonnene Last-Minute-Meisterschaft 1986, die unglückliche Niederlage gegen den FC Porto 1987, Augenthalers Eigentor gegen Roter Stern Belgrad 1991, das Trainer-Comeback von Franz Beckenbauer 1994 usw.

Ziemlich schnell merkte ich aber, dass viele Menschen den FC Bayern abgrundtief hassen. In Thüringen, wo ich lebe, ist dies nicht immer leicht, wenn man Bayernfan ist, aber man gewöhnt sich daran und steht zu seinem Verein.

Die Bayern kannte ich bis 2016 nur aus dem Fernsehen. Zwar war ich bis dahin auch schon bei einem Bayernspiel in der Allianz Arena gewesen, aber irgendwie genügt es mir, den Rekordmeister von der heimischen Couch aus zu verfolgen. Dank Pay-TV kann man ja inzwischen jede Partie live sehen.

Selfies mit den Bayernspielern

In der ersten Runde des DFB-Pokals der Saison 2016/17 wurde den Münchnern der FC Carl Zeiss Jena zugelost. Somit spielte mein Lieblingsklub ganz in meiner Nähe. Ich sah aber bald die Aussichtslosigkeit, an Karten zu kommen. Das war jedoch nicht weiter tragisch, schaute ich das Pokalspiel im Fernsehen. Zudem war ich am Vorabend am Mannschaftshotel und konnte zum Beispiel ein Foto von Mats Hummels, der Autogramme gab, machen.

Am Morgen nach dem Spiel wollte ich noch einmal zum Mannschaftshotel, um vielleicht einen weiteren Blick auf Spieler zu erhaschen. Das Jenaer Esplanade, dort nächtigten die Bayern, kenne ich sehr gut, weil ich dort mal ein Praktikum gemacht hatte und eine Freundin von meiner Partnerin den Wellnessbereich managt und ich daher mit den Räumlichkeiten des Hotels vertraut bin. So wusste ich, dass es von der Tiefgarage über einen Fahrstuhl einen Zugang zur 1. Etage gibt. Ich versuchte einfach mein Glück und gelangte tatsächlich ins Hotel. Es war noch weit vor 8.00 Uhr und weit und breit war keiner zu sehen.

Ich wusste auch, dass jeder Hotelgast den gleichen Fahrstuhl benutzen musste, um nach draußen zu gelangen. Doch es würde noch eine ganze Weile dauern, bis der Tross der Bayern abreiste. So versuchte ich, mich unauffällig zu verhalten und vielleicht wie ein Hotelgast zu wirken. Dazu setzte ich mich in die Davidoff-Lounge des Hotels, die mit Fenstern versehen ist und sich nur 15 Meter vom Fahrstuhl befindet.

Ich war nun im Zentrum der Bayern. Mats Hummels und Teammanagerin Kathleen Krüger huschten ab und zu vorbei. Ich sah Pressesprecher Dieter Nickles und in der Davidoff-Lounge hielten sich unter anderem ein Zeugwart und ein Koch auf. Auch Leute von der Security, die mich aber nicht ansprachen. Draußen vor dem Hotel sammelten sich immer mehr Fans, ich nahm mir vor, mich weiter unauffällig zu verhalten.

Dann nach etwa zweieinhalb Stunden kamen die Spieler, um sich zum Mannschaftsbus, der vor dem Hoteleingang stand, zu bewegen. Zuerst sah ich Manuel Neuer, der allein unterwegs war. Ich fragte ihn höflich, ob ich ein Foto mit ihm machen dürfte. Er war einverstanden und so bekam ich ein Selfie mit ihm.

Dann kam Thomas Müller. Auch einzeln. Er wirkte wie im Fernsehen. Locker und gut drauf. „Herr Müller, könnte ich ein Foto mit Ihnen machen?“ Thomas Müller nickte und so hatte ich auch ein Selfie mit ihm.

Dieses ergatterte ich auch von Mats Hummels. Wie Manuel Neuer und Thomas Müller wirkte der Weltmeister äußerst sympathisch.

Danach kam eine Spielertraube mit David Alaba, Philipp Lahm, Joshua Kimmich und Robert Lewandowski. Leicht verunsichert von der Ansammlung dieser Stars fragte ich den größten Spieler nach einem Selfie. Es war Robert Lewandowski, der sich ebenfalls bereiterklärte. Wie auch Franck Ribéry, Arturo Vidal, Rafinha und Javi Martinez. Auch mit Herrmann Gerland erhielt ich ein Selfie und der „Tiger“ unterhielt sich sogar kurz mit mir.

Dann waren die Bayern verschwunden, doch ich hatte gerade Manuel Neuer, Thomas Müller und andere Bayernprofis aus nächster Nähe gesehen. Da konnte ich es auch verschmerzen, dass zwei meiner Lieblingsspieler, Arjen Robben und Jerome Boateng, nicht dabei waren, weil sie sich zu diesem Zeitpunkt mit einer Verletzung herumplagten. Ich war begeistert, denn die kurze Begegnung mit meinem Lieblingsverein hatte etwas äußerst Sympathisches und Wunderbares.

Ein familiärer Verein

Ab und zu mache ich in München oder der Umgebung Urlaub. So nutze ich jedes Mal die Gelegenheit, mir das Bayernmuseum in der Allianz Arena anzusehen und an der Säbener Straße vorbeizuschauen. Bei jedem der Besuche merkt man, dass der Klub um die Bedeutung der Fans weiß. Denn ohne sie wäre das Big Business Fußball nicht möglich. Man spürt immer eine gewisse familiäre Atmosphäre und eine große Fannähe. Das ist sicherlich auch ein Verdienst von Uli Hoeneß und ein Oliver Kahn steht sicherlich auch für diese Werte.

Sicherlich kann man in der Vereinspolitik manche Dinge kritisieren, aber irgendetwas scheinen die Klubbosse ja richtig zu machen, wie die ganzen Erfolge beweisen. Die Bayern achten bei Spielereinkäufen auch auf die Persönlichkeit des Profis. Deshalb haben Leon Goretzka, Joshua Kimmich und Serge Gnabry eingeschlagen. Diese Spieler würden Fans höchstwahrscheinlich auch kein Selfie verwehren, wenn man sie höflich fragen würde und so freue ich mich auf weitere Jahre als Bayernfan. Unterhaltung ist sowieso garantiert. Das hat der Fußball an sich. So wird sicherlich auch die nächste Saison spannend. Bei Interwetten kann man darauf tippen, dass die Münchner erneut das Triple holen. Die Quote hierfür beträgt 12,00.

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