Serge Gnabry – der Senkrechtstarter

Serge Gnabry – der Senkrechtstarter

Beim 8:0-Sieg der deutschen Nationalmannschaft über Estland war Serge Gnabry wieder einmal einer der auffälligsten Spieler. Zudem steuerte der 23-Jährige zwei Tore zum Erfolg bei.

Gnabry ist zweifelsohne einer der Shootingstars der abgelaufenen Saison. Er hat den Durchbruch bei den Bayern geschafft, was ihm nicht jeder unbedingt zugetraut hat. Zudem ist er als derzeitiger Stammspieler der Münchener ein Gesicht des Umbruchs im DFB-Team und ein Hoffnungsträger für die kommenden Jahre. Beim deutschen Rekordmeister hat Gnabry als Rechtsaußen das schwere Erbe von Arjen Robben angetreten, doch in dieser Spielzeit konnte der pfeilschnelle Flügelflitzer überzeugen. 17 Torbeteiligungen in 30 Bundesligaspielen sprechen eine deutliche Sprache.

Eine Marktwertsteigerung von 20 Millionen Euro auf 60 Millionen Euro 

Serge Gnabry wurde 1995 als Sohn eines Ivorers und einer Schwäbin in Stuttgart geboren. 2006 wechselte er in die Jugendabteilung des VfB, doch 2011, mit gerade einmal 16 Jahren zog es ihn nach England. Der FC Arsenal nahm das Talent unter Vertrag und fortan spielte Gnabry für die Londoner in diversen Jugendmannschaften. Ab und an kam der Rechtsaußen auch in der Premier League zum Einsatz, doch zahlreiche Verletzungen verhinderten den ganz großen Durchbruch.

Der kam dann jedoch bei den Olympischen Spielen 2016. Gnabry, der ab der U16 alle Jugendmannschaften des DFB durchlaufen hat, brillierte in Brasilien und gewann mit der Olympiaauswahl die Silbermedaille. Gnabry selbst erzielte im Turnierverlauf sechs Tore. Nun rief die Bundesliga und in der Saison 2016/17 machte der damals 21-Jährige bei Werder Bremen auf sich aufmerksam. 2017 gaben ihm die Bayern einen Dreijahresvertrag, um Gnabry aber, auch auf dessen Wunsch, an die TSG Hoffenheim auszuleihen.

In die Saison 2018/19 startete Gnabry schließlich als fester Bestandteil des Münchener Star-Ensembles, doch zahlreiche Skeptiker zweifelten, ob sich der Rechtsaußen beim deutschen Rekordmeister durchsetzen könne. Doch Gnabry erlebte eine Leistungsexplosion. Mit schnellen Antritten und einer exzellenten Technik wirbelte er gegnerische Abwehrreihen ein ums andere Mal durcheinander und in zahlreichen Spielen war er der Matchwinner. Da war es logisch, dass sein Marktwert regelrecht in die Höhe schoss. Lag dieser bei Saisonbeginn laut transfermarkt.de bei 20 Millionen Euro, ist er nun bei 60 Millionen Euro angesiedelt, was ihn zum viertwertvollsten Spieler der Bayern und zum siebtwertvollsten Profi der Bundesliga macht.

Da ist es logisch, dass auch die deutsche Nationalmannschaft auf Gnabry baut. Der U21-Europameister von 2017 bildet im DFB-Team momentan eine gefährliche Flügelzange mit Leroy Sané. Bei den Bayern ist sein Gegenpart auf Linksaußen Kingsley Coman. Sicherlich werden die Münchener noch den einen oder anderen Spieler für die Außenpositionen dazukaufen, doch Gnabry braucht sich auf keinen Fall vor hochkarätiger Konkurrenz verstecken.

So darf man gespannt sein, wie die Karriere des 23-Jährigen weiter verläuft. Die ganz wichtigen Spiele bei großen Turnieren und in der Champions League werden kommen. Doch Gnabry bringt alles mit, um dann bestehen zu können. 

Soziales Engagement und vegane Ernährung

Serge Gnabry galt in seiner bisherigen Karriere als sehr verletzungsanfällig. In dieser Saison hat Gnabry jedoch die meisten Pflichtspiele absolvieren können. So stehen in der Bundesliga 30 Einsätze zu Buche. Das liegt auch daran, dass der 23-Jährige seine Ernährung umgestellt hat. So gab Gnabry in einem Interview an, dass er sich nun vegan ernährt. Weiterhin macht der Rechtsaußen viele Entspannungs- und Dehnübungen. Auch Yoga gehört dazu. Im Kraftraum findet man Gnabry sehr oft, wie Arjen Robben, sein Vorgänger bei den Bayern, einmal erzählte. Wie der Holländer scheint Gnabry hart an sich zu arbeiten.

Der 23-Jährige schaut auch über den Tellerrand, was nicht unbedingt selbstverständlich für Fußballprofis ist. So möchte sich Gnabry in Afrika, der Heimat seines Vaters, sozial engagieren. Dabei strebt ihm das Schulwesen vor. Ohnehin macht Gnabry schon bei der Aktion „Common Goal“ mit. Dabei spenden Fußballprofis ein Prozent ihres Gehalts für soziale Projekte.

Doch Gnabry muss auch auf dem Platz liefern. Eine Basis hat sich der Rechtsaußen geschaffen. Nun kann der nächste Karriereschritt erfolgen. Das bedeutet, viele Titel mit den Bayern und der deutschen Nationalmannschaft zu holen.

 

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