Thomas Doll-der neue Hoffnungsträger in Hannover

Thomas Doll-der neue Hoffnungsträger in Hannover

Bei den 96ern schrillen derzeit die Alarmglocken. Nach dem Abstieg 2016 droht in dieser Saison erneut der bittere Gang in die Zweitklassigkeit. Interne Querelen belasten den Klub schon länger. Nun schlägt sich das auch auf dem Platz wieder. Fast als letztes Mittel haben die Niedersachsen Thomas Doll als neuen Trainer verpflichtet. Der Ex-Profi ist in der Bundesliga kein unbeschriebenes Blatt. So trainierte er schon den HSV und Borussia Dortmund.

Ein begnadetes Talent

Seine Anfänge im Fußball absolvierte Thomas Doll bei Hansa Rostock. 1986 erfolgte der Wechsel zum BFC Dynamo, dem Serienmeister der DDR-Oberliga. Mit den Berlinern sicherte er sich auch 1987 und 1988 den Meistertitel und schnell wurde klar, dass Thomas Doll eines der vielversprechendsten Talente des DDR-Fußballs ist. So absolvierte der gebürtige Malchiner bis zur Wende 29 Länderspiele, in denen er sieben Tore erzielte.
Wie Ulf Kirsten und Matthias Sammer nutzte Thomas Doll 1990 die Gunst der Stunde und wurde Profi-Fußballer in der Bundesliga. Der Hamburger SV sollte sich jedoch nur eine Saison über die Spielkünste des Angreifers freuen dürfen, denn die italienische Serie A, die damals beste Liga der Welt war, rief und Thomas Doll wechselte für die damals sehr hohe Transfersumme von 15 Millionen D-Mark zu Lazio Rom.
Thomas Doll wurde auch Nationalspieler der DFB-Elf. Insgesamt bestritt er für die bundesdeutsche Auswahl 18 Länderspiele und wurde 1992 Vize-Europameister.
1993 kehrte der Italien-Legionär in die Bundesliga zurück, doch fortan warfen ihn immer wieder Verletzungen zurück. Nach einer Station in Bari spielte Thomas Doll erneut beim HSV, doch von 1998 bis 2001 absolvierte er lediglich 41 Pflichtspiele, weil er häufig verletzt ausfiel. So endete 2001 die Karriere und Thomas Doll wechselte in den Trainerbereich und betreute bis 2004 verschiedene Nachwuchsmannschaften der Hamburger.

Nach elf Jahren wieder Bundesliga

Die letzten fünf Jahre trainierte Thomas Doll Ferencváros Budapest. Und das sehr erfolgreich mit einem Meistertitel und drei Pokalsiegen. Der Ex-Profi schien sein Glück gefunden zu haben und wirkte zuletzt auch sehr aufgeräumt und zufrieden. Dennoch löste er im August 2018 seinen Vertrag in Ungarn auf, um sich eine neue Herausforderung zu suchen. Die hat er nun in Hannover gefunden.
In der Bundesliga kennt sich Thomas Doll mit Abstiegskampf aus. Den HSV hat er einmal als Tabellenletzten übernommen. Anschließend führte er die Hanseaten ins internationale Geschäft und in der Folgezeit auch in die Champions League.
Auch in Dortmund war Existenzkampf angesagt. Den BVB trainierte Thomas Doll in den Jahren 2007 und 2008 und mit dem damaligen Team der Schwarz-Gelben sprangen nur Mittelfeldplätze heraus. Legendär dürfte die Wut-PK in seiner Zeit als BVB-Coach sein. In ihr kritisierte Thomas Doll unter anderem den Umgang der Medien mit seinen Spielern. „Da lache ich mir doch den Arsch ab“, ist wohl der berühmteste Ausspruch aus dieser Pressekonferenz.


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Kurz danach gingen Thomas Doll und die Dortmunder getrennte Wege. Es folgten Engagements in der Türkei und in Saudi-Arabien, bevor es nach Ungarn ging.
Nun kehrt Thomas Doll nach elf Jahren in die Bundesliga zurück. Sein Kontrakt in Hannover läuft bis Juni 2020 und gilt für die 1. und 2. Liga.

Schwierige Lage bei den 96ern

Die Situation in Hannover scheint verfahren. Die Niedersachsen haben in dieser Saison lediglich elf Punkte sammeln können und belegen derzeit Platz 17. Am Freitag wartet zudem mit RB Leipzig ein äußerst unangenehmer Gegner. 15 Spiele bleiben Thomas Doll, um doch noch das Ruder herumzureißen. Doch seine Mission dürfte schwierig werden. Die Mannschaft wirkt uninspiriert und zerstritten, Sportdirektor Horst Heldt steht mächtig in der Kritik und das Verhältnis von Verein und Fans ist seit längerer Zeit stark belastet. Doch Horst Heldt vertraut auf die Stärke seines neuen Trainers. „Als ehemaliger Fußballer weiß Thomas, wie die Spieler ticken. Er ist bekannt als akribischer Arbeiter mit einer klaren Ansprache. Wir sind fest davon überzeugt, dass er der Mannschaft mit all seiner Erfahrung genau das vermitteln kann, was sie benötigt, um die Wende zu schaffen“, so Hannovers Sportdirektor.
Man darf gespannt sein, ob Thomas Doll das fast Unmögliche schaffen kann. In seiner Karriere als Trainer ist er jedenfalls noch nie abgestiegen.

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