Was macht eigentlich Sandro Wagner?

Was macht eigentlich Sandro Wagner?

Er ist einer der wenigen Typen, die es in Fußballdeutschland gibt. Oder besser gesagt – gab. Denn Sandro Wagner ist seit Januar 2019 in China beschäftigt, bei Tianjin Teda. Dort hat der 31-Jährige einen Vertrag unterschrieben, der ihm in zwei Jahren 15 Millionen Euro netto einbringt. Doch sportlich könnte es für den Stürmer derzeit besser laufen, denn in seinen bisherigen zehn Saisonspielen hat er noch kein Tor erzielt. Dafür machte Sandro Wagner auf sich aufmerksam, als er den 5:1-Sieg der Bayern im Saisonfinale gegen Eintracht Frankfurt richtig vorhersagte.

Markenbotschafter der Bayern in China

Die Karriere von Sandro Wagner war begleitet von vielen Höhen und Tiefen. Als junger Profi schaffte er nicht den Durchbruch bei seinem Jugendverein. Es waren aber die Bayern, bei denen damals Stars wie Luca Toni und Miroslav Klose im Angriff spielten. Es folgten eher durchwachsene Stationen in Bremen, beim 1. FC Kaiserslautern und in Berlin, bevor er 2015 zum damaligen Aufsteiger Darmstadt 98 wechselte. Dort konnte Sandro Wagner überzeugen und schoss in der Saison 2015/16 insgesamt 15 Tore. Auch seine anschließende Zeit in Hoffenheim war durchaus erfolgreich.

Der Stürmer schaffte es sogar in die Nationalmannschaft und wurde mit dem DFB-Team 2017 ConfedCup-Sieger. Auch seine Quote im Nationaldress von fünf Toren in sieben Partien kann sich durchaus sehen lassen. Trotzdem wurde Sandro Wagner nicht für die WM in Russland nominiert, obwohl er damals laut ihm „der beste Stürmer in Deutschland“ war.

In der Bundesliga reichte es zum Backup für Robert Lewandowski, doch spätestens unter Niko Kovac wurde Sandro Wagner einfach nicht glücklich in München. Bei seinem Jugendverein, den er jetzt irgendwie in China repräsentiert. Wagner erzählt, dass ihn chinesische Fans in Bayern-Utensilien permanent um gemeinsame Fotos und Autogramme bitten. Auch in den chinesischen Medien ist Sandro Wagner mit seiner Bayern-Vergangenheit präsent. Die Zugkraft des deutschen Rekordmeisters ist eben auch im Reich der Mitte groß.

Sportlich ist die chinesische Liga bestenfalls zweitklassig, doch für den gebürtigen Münchener ist das Engagement in Asien auch ein Abenteuer, mit wertvollen Lebenserfahrungen, was überaus fürstlich entlohnt wird. Doch aus dem Rampenlicht ist Sandro Wagner vorerst verschwunden.

Der große Aufbruch der Super League ist erst einmal vorbei

Die chinesische Super League hat in der jüngsten Vergangenheit für Aufsehen gesorgt, in dem sie alternde Stars verpflichteten und diese fürstlich entlohnten. So verdiente Carlos Tevez 40 Millionen Euro per anno. Auch die Brasilianer Hulk und Oscar wurden so gelockt. Ziel war es, den chinesischen Fußball so weiterzuentwickeln, damit die Nationalmannschaft irgendwann um den WM-Titel mitspielen kann. Doch dieses Projekt scheint vorerst gescheitert zu sein, weil die großen Namen lustlos wirkten und die Super League auch häufig wieder verließen. Außerdem wurden auf ausländische Transfers Steuern erhoben und nun setzt man wieder vermehrt auf heimische Spieler. Dem Niveau ist das nicht unbedingt zuträglich. Der große Fußball findet eben in Europa und Südamerika statt. Das veranlasste auch Spieler wie Axel Witsel oder Anthony Modeste Verträge in der Bundesliga zu unterschreiben.

Sandro Wagner hingegen wählte den umgekehrten Weg. Fernab der glitzernden Fußballwelt hierzulande. Aktuell ist sein Verein Tabellensiebter, eine eher graue Spielzeit droht also, doch der 31-Jährige kann irgendwann einmal sicherlich auf eine bewegte Karriere zurückblicken. Mit einem Abenteuer in China.

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