18+ | Spiele mit Verantwortung | Es gelten die AGB | Glücksspiel kann süchtig machen | Wir erhalten Provisionen von den aufgeführten Wettanbietern

  • Start
  • Sascha
  • Darum will Werder ihn verpflichten | Willem Geubbels (24) in der Analyse
Darum will Werder ihn verpflichten | Willem Geubbels (24) in der Analyse

Darum will Werder ihn verpflichten | Willem Geubbels (24) in der Analyse

Willem Geubbels verkörpert den klassischen Weg eines früh gehypten Talents, das nach einem steilen Aufstieg, tiefen Rückschlägen und einer späten Neuausrichtung wieder im Fokus europäischer Clubs steht, darunter auch Bundesligist Werder Bremen. Wir verraten euch warum die Norddeutschen den 24-jährigen Franzosen jagen und ob er überhaupt ins System passt. (Bild: IMAGO / ABACAPRESS)

Willem Geubbels stand schon mit 16 Jahren im Rampenlicht der Ligue 1 – und verschwand danach fast ebenso schnell wieder in den Schatten. Der Junge aus Villeurbanne, der als erster Spieler des 21. Jahrhunderts in Frankreichs höchster Liga auflief und für 20 Millionen Euro zu Monaco wechselte, galt als kommender Superstar.

Doch Verletzungen, mentale Blockaden und die gnadenlose Konkurrenz in den großen Vereinen ließen den Hype zerplatzen. Jahrelang suchte er seinen Weg, bis er in der Schweizer Provinz bei St. Gallen plötzlich wieder Tore schoss, als gäbe es kein Morgen. Nun, mit 24 Jahren und zurück in der Ligue 1 beim Paris FC, steht er erneut am Scheideweg:

Werder Bremen beobachtet ihn genau und soll bereits konkret mit Geubbels verhandeln. Doch was ist von dem einstigen Wunderkind übriggeblieben – und was könnte der gereifte Stürmer den Norddeutschen noch bringen?

Werdegang - Debüt als Teenie für Lyon

Der 1,86 Meter große Rechtsfuß, der primär als Mittelstürmer, aber auch auf den Außenbahnen einsetzbar ist, startete seine Fußballkarriere bei ASVEL, bevor er 2010 in die Akademie von Olympique Lyon wechselte. Mit nur 16 Jahren und einem Monat feierte er am 23. September 2017 sein Ligue-1-Debüt gegen Dijon und wurde damit der erste Spieler des 21. Jahrhunderts, der in der höchsten französischen Spielklasse zum Einsatz kam.

Wenig später folgte der jüngste Europa-League-Auftritt aller Zeiten. Der Hype war enorm, der Transfer zur AS Monaco im Sommer 2018 kostete rund 20 Millionen Euro – und markierte den Beginn einer schwierigen Phase. Bei Monaco kam Geubbels über die Rolle des Ergänzungsspielers kaum hinaus. In 15 Ligaspielen erzielte er nur ein Tor, eine Leihe zu Nantes in der Saison 2021/22 brachte 22 Einsätze und zwei Treffer, doch die erhoffte Entwicklung blieb aus.

Verletzungen und vor allem mentale Blockaden bremsten ihn. Erst der Wechsel zum FC St. Gallen im Januar 2023 veränderte alles. In der Schweizer Super League fand er den Rhythmus, den er brauchte. In 83 Ligaspielen schoss er 27 Tore und legte acht vor. Die Saison 2024/25 wurde zu seinem Durchbruch: 14 Treffer in 31 Meisterschaftsspielen, wettbewerbsübergreifend insgesamt 17 Tore in 41 Partien.

Im August 2025 holte ihn Paris FC für etwa neun Millionen Euro plus Boni zurück in die Ligue 1. In der abgelaufenen Spielzeit kam er auf rund 24 Einsätze und fünf Tore – solide, aber noch nicht explosiv genug, um den Status des unumstrittenen Stammspielers zu festigen. Doch der Hauptstadtklub gibt ihm nicht mehr Zeit und will ihn bereits wieder loswerden.

Spielerprofil - Der schnelle & flexible Goalgetter

Geubbels ist ein athletischer, schneller und dynamischer Angreifer mit gutem Körperbau und einer ausgeprägten Fähigkeit, Räume hinter der Abwehr zu attackieren. Seine Explosivität und Beschleunigung machen ihn besonders im Konterspiel gefährlich. In der Luft ist er eine echte Waffe – WhoScored und andere Datenplattformen bescheinigen ihm starke Werte in den Luftduellen, und auch bei St. Gallen profitierte er von seiner Kopfballstärke.

Die Abschlussqualität war in der Schweiz sein Markenzeichen: Er schoss viel und traf mit guter Quote, oft aus dem Strafraum. Bereits in seiner Monaco-Zeit kristallisierte sich sein Dribbling, die Ballkontrolle und die Vielseitigkeit heraus – er kann links, rechts oder zentral spielen und besitzt genug Technik, um Gegenspieler im Eins-gegen-eins zu überwinden. Ein Trainer bei St. Gallen stellte ihn konsequent als Mittelstürmer auf und gab ihm die Freiheit, überall auf dem Feld Räume zu suchen; genau diese kontinuierliche Spielzeit ließ die Tore kommen.

Die Entwicklungsfelder

Doch die Schwächen sind ebenso klar. In der Ligue 1 und früher bei Monaco blieb die Konstanz aus. Seine Passstärke (63,9%) ist stark verbesserungswürdig, und das über alle Distanzen. Seine Abseits-Wahrnehmung gilt als Schwachpunkt, und seine Fähigkeit, Mitspieler in Szene zu setzen, sind eher durchschnittlich – Assists blieben rar.

Progressive Pässe und kreative Aktionen fallen hinter die reinen Abschlussaktionen zurück. Mentale Aspekte spielten lange eine Rolle: Nach dem frühen Hype und den zahlreichen Verletzungen hatte er selbst eingeräumt, „Angst zu haben, wieder den vollen Sprint aufzunehmen“, aus Furcht vor erneuten Blessuren. In Paris zeigte sich, dass er unter dem höheren Druck der Ligue 1 noch nicht die gleiche Dominanz entfalten konnte wie in der Schweiz.

Darüber hinaus ist er kein Stürmer der den Ball mit dem Rücken zum Tor halten kann, was bei seinem letzten Verein einfach nicht zur Spielidee passte und auch eine Erklärung sein kann, warum es für den ehemaligen Juniorennationalspieler in Paris nicht gepasst hat. Das jetzige Werder und das St. Gallen aus der vorletzten Saison haben eine ähnlich vertikale taktische Ausrichtung, weshalb ein Transfer für beide Parteien Sinn macht.

Privater Hintergrund, Charakter & Mentalität

Geubbels wuchs in einem multikulturellen Umfeld auf: Sein Vater Ludovic ist Niederländer, die Mutter stammt aus der Zentralafrikanischen Republik. Die Onkel Amos und Kelly Youga spielten selbst professionell und repräsentierten die Zentralafrikanische Nationalmannschaft – Fußball lag der Familie also im Blut. Der Vater nahm eine äußerst präsente Rolle ein, agierte faktisch als Berater und Agent und begleitete den Sohn eng durch die turbulenten Jahre.

Das brachte Konflikte mit Clubs wie Lyon mit sich, in denen hohe finanzielle und sportliche Forderungen des Umfelds kritisiert wurden. Gleichzeitig schützte die Familie den jungen Spieler vor dem medialen Druck. Geubbels selbst beschreibt sich als ruhig, reif und familienorientiert – eng verbunden mit Geschwistern und den Eltern.

Diese Herkunft und die enge familiäre Führung haben seine Mentalität geprägt. Der frühe Ruhm mit 16 Jahren, gefolgt von Stagnation und Verletzungssorgen, erzwang eine vorzeitige Reife. In einem Interview nach dem Wechsel zu St. Gallen sagte er:

„Ich habe eine gewisse Ruhe gefunden“ – besonders im privaten Bereich. Die Schweiz bot ihm die Ruhe, die in Monaco und Nantes fehlte. Er arbeitete gezielt mental und physisch, überwand die Angst vor dem Sprint und begann, „ohne Bremse“ zu spielen. Die multikulturelle Identität und die familiäre Rückendeckung gaben ihm eine innere Stabilität, die ihn durch die schwierigen Jahre trug und ihn heute als reflektierten, erwachsenen Spieler erscheinen lässt, der den Hype hinter sich gelassen hat.

https://www.youtube.com/watch?v=eTmbDyJqBcA

Passt er zu Werder Bremen?

Werder Bremen sucht aktuell Verstärkung im Sturm. Mit dem neu verpflichteten Cedric Itten (29) und jungen Optionen wie Keke Topp (22), Kenny Quetant (20) oder Salim Musah (20) fehlt noch ein zuverlässiger, physisch robuster Torschütze, der in der Bundesliga sofort Wirkung zeigen kann. Geubbels’ Profil – Schnelligkeit, Kopfballstärke, Abschlusswille und die Erfahrung aus einer erfolgreichen Schweizer Phase – ergänzt die Werder-Offensive adäquat.

Die Bundesliga mit ihren intensiven Zweikämpfen und den schnellen Umschaltsituationen könnte seinen athletischen Stärken entgegenkommen. Gleichzeitig wäre Bremen ein Umfeld, das ihm Spielzeit und Vertrauen geben könnte, ähnlich wie einst St. Gallen.

Potenzial-Einschätzung: 7 / 10

Er hat die physischen und technischen Grundlagen (Schnelligkeit, Kopfballstärke, Abschlussqualität in der richtigen Umgebung), um in der Bundesliga oder einer vergleichbaren Liga ein solider, regelmäßiger Torschütze zu werden – etwa im Bereich von 10–15 Toren pro Saison als Stammspieler bei einem Mittelfeldklub.

Seine Vielseitigkeit und die mentale Reife, die er in der Schweiz entwickelt hat, sprechen dafür, dass er dieses Niveau auch halten kann. Ein höheres Potenzial (8+) würde voraussetzen, dass er in einer Top-Liga konstant überzeugt, deutlich mehr Torgefahr ausstrahlt und sich als Führungsspieler etabliert. Das hat er bislang weder bei Monaco noch beim Pariser FC nachhaltig gezeigt.

Die frühen Verletzungen und der lange Anlauf nach dem Hype haben ihn Zeit und etwas Entwicklungsspielraum gekostet. Mit 24 Jahren ist die absolute Höchstleistung noch möglich, aber die Wahrscheinlichkeit, dass er zum absoluten Top-Stürmer einer Top-Mannschaft oder zum Nationalspieler wird, ist für mich eher als unwahrscheinlich.

Hinweis: Wenn du etwas googelst, bekommst du neben den normalen Ergebnissen auch eine Box mit aktuellen News angezeigt. Wenn du Kickfieber als bevorzugte Quelle hinterlegst, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für dich auf. Füge Kickfieber hier als bevorzugte Quelle hinzu.

Teile den Post