18+ | Spiele mit Verantwortung | Es gelten die AGB | Glücksspiel kann süchtig machen | Wir erhalten Provisionen von den aufgeführten Wettanbietern

Sascha

Warum der italienische Fußball international nicht mehr mithalten kann

Die Vereine der Serie A erleben in den internationalen Wettbewerben der Saison 2025/26 eine der bittersten Phasen ihrer jüngeren Geschichte. Während die höchste italienische Spielklasse zu Hause weiterhin spannend und ausgeglichen bleibt, droht den Klubs in der UEFA Champions League ein historisches Desaster. (Bild: IMAGO / NurPhoto)

Inter Mailand, der souveräne Klassenprimus Italiens, scheiterte bereits in den Playoffs am krassen Außenseiter Bodø/Glimt aus Norwegen (1:3 im Hinspiel, 1:2 im Rückspiel), Juventus Turin kassierte bei Galatasaray ein demütigendes 2:5 (trotz 2:1-Pausenführung), und der SSC Napoli flog schon in der Ligaphase raus – inklusive eines 2:6-Debakels bei PSV Eindhoven. Nur Atalanta Bergamo konnte mit dem glücklichen Einzug ins Achtelfinale in letzter Sekunde gegen den BVB etwas Gesicht wahren.

Fabio Capello, der als Spieler und Trainer Legendenstatus genießt, bringt das Problem auf den Punkt:

„Italienische Mannschaften spielen in einem sehr langsamen Tempo. Wenn sie auf Teams treffen, die Pressing und hohes Tempo spielen, fehlt ihnen die Qualität, sie sind das hohe Tempo nicht gewohnt und machen Fehler. Das ist der Schlüssel. Im Moment sind wir nicht aggressiv genug“, so der ehemalige Fußballlehrer.
„Sobald in der Serie A das Tempo angezogen wird, wird sofort gepfiffen – ein Tackling ist zu hart, ein Ohr wird berührt, und der Spieler geht zu Boden. Deshalb sind das die Ergebnisse. Wir spielen langsam, leider, und wenn das Tempo steigt, ist es schwer, gefährlich zu werden.“

Das 79-Jährige Trainer-Urgestein nennt damit einen der Kernpunkte: Die Serie A hat sich taktisch in eine Komfortzone eingerichtet, in der Schiedsrichterentscheidungen, wenig Pressing-Resistenz und ein gemäßigtes Spieltempo dominieren. Im europäischen Vergleich wirkt das veraltet.

Finanzielle Kluft wird immer größer

Der sportliche Niedergang hat vor allem ökonomische Wurzeln. Laut UEFA-Berichten und Deloitte Football Money League 2026 liegt die Serie A bei den Gesamteinnahmen klar auf Platz vier in Europa (hinter Premier League, Bundesliga und La Liga), teilweise sogar auf Platz fünf bei den Matchday-Einnahmen. Die Premier League allein generiert fast 7,5 Milliarden Euro – mehr als doppelt so viel wie Italiens knappe 2,9 Milliarden.

• TV-Rechte in Italien: ca. 1,2 Mrd. €

• Premier League: ca. 3,4 Mrd. €

• Stadion-Einnahmen Serie A insgesamt: oft unter 450 Mio. € (viele Klubs teilen sich veraltete oder kleine Arenen)

Ohne moderne Stadien, ohne starke internationale Vermarktung und mit sinkenden TV-Geldern (der neue DAZN/Sky-Deal brachte sogar weniger als der vorherige) fehlt das Geld, um Top-Talente langfristig zu halten. Die besten italienischen Spieler (und viele Ausländer nach kurzer Zeit) wandern ab – vor allem nach England, aber auch nach Deutschland, Spanien oder Frankreich.

Alessandro Del Piero brachte es kürzlich so auf den Punkt: „Die Investitionskraft ist sehr niedrig geworden. Andere Märkte sind viel, viel größer geworden als unserer. Probleme? Unsere Stadien. Wir wissen, dass wir da besser performen müssen …“

Nachwuchsförderung und Spielphilosophie

Ein weiteres strukturelles Problem: Die italienischen Akademien produzieren zu wenig sofort einsatzfähige Profis für das internationale Top-Niveau. Viele Serie-A-Klubs setzen stattdessen auf günstige Ausländer oder Leihspieler, statt konsequent junge Italiener zu integrieren – Pio Esposito, Davide Barthesagi oder Antonio Vergara bilden da die Ausnahme. Talente emigrieren früh – und tauchen dann oft als Gegner wieder auf (wie diverse Ex-Serie-A-Spieler, die italienische Klubs in dieser Saison demütigten).

Kurzfristig hilft nur eine radikale Kehrtwende: aggressiveres Pressing trainieren, Tempo erhöhen, Schiedsrichter sensibilisieren und vor allem in Infrastruktur investieren. Langfristig braucht die Serie A eine neue TV-Rechte-Strategie und endlich den Mut zu Stadion-Neubauten. Fabio Capello formulierte es schon vor Jahren sinngemäß so: Der deutsche Weg – starke Nachwuchsarbeit, hohes Tempo, mutige Spielweise – sei das Vorbild.

Bis dahin bleibt der Eindruck: Der stolze italienische Fußball ist international nicht mehr konkurrenzfähig – und das tut weh, wenn man an die goldene Ära von 1980 bis 2010 denkt, als Milan, Juventus, Inter und die Roma Europa beherrschten und Teams aus der Serie A noch gefürchtet wurden. Die aktuelle Saison könnte der Tiefpunkt sein – oder der Weckruf, den viele seit Jahren fordern. Denn die Nationalmannschaft hat das Problem schon vor Jahren angedeutet.

Teile den Post
Sascha

Das französische Wrexham? | Le Mans peilt den Durchmarsch an

Le Mans, eine Region, die seit jeher für ihr historisches 24-Stunden-Rennen bekannt ist, versucht seit einigen Jahren, sich auch in der Welt des Fußballs zu etablieren. Dies geschieht dank des Projekts des Le Mans FC, einem französischen Verein, der in der Ligue 2 spielt und einen ähnlichen Weg wie das walisische Wrexham beschreitet. (Bild: IMAGO / Icon Sport)

Aber gehen wir der Reihe nach vor: Der Anteil des Vereins befindet sich in den Händen von OutField Capital, einem brasilianischen Fonds, der sich international im Sportsektor etabliert hat und in Brasilien zum führenden Fondsmanager mit einer eigenen Sportabteilung geworden ist, wie die Investition in den brasilianischen Verein Coritiba zeigt.

An dem Projekt sind auch bekannte Persönlichkeiten aus der Welt des Sports beteiligt, wie Novak Djokovic, der Miteigentümer des Le Mans FC geworden ist, und die ehemaligen Formel-1-Piloten Felipe Massa und Kevin Magnussen, die Anteile erworben haben. Aymeric Magne, Mitglied des Verwaltungsrats von OutField, erklärte, dass das Hauptziel des Vereins darin bestehe, eine solide Grundlage mit modernen Prinzipien zu schaffen, um die Mannschaft an die Spitze des französischen Fußballs zu bringen.

Die Liste der Investoren des Clubs wurde durch den Beitritt von Thibaut Courtois, Torwart von Real Madrid, der offiziell Aktionär wurde, und Georgios Frangulis, Eigentümer eines Unternehmens für gesunde Ernährung und Verlobter von Aryna Sabalenka, derzeit Nummer 1 in der WTA-Rangliste im Damentennis, erweitert.

Ein starkes Kollektiv statt große Namen

All diese Neuzugänge und Veränderungen zeugen vom Ehrgeiz dieses Vereins. Le Mans, die Symbolstadt des Motorsports, meint es nun auch im Fußball ernst. Die Mannschaft ist in dieser Saison in die Ligue 2 aufgestiegen und liegt derzeit auf dem fünften Tabellenplatz, nur drei Punkte hinter dem Tabellenführer Troyes und damit voll im Rennen um die Aufstiegsränge.

Auf der Bank sitzt Patrick Videira, ein französischer Trainer, der seine erste große Chance im Profifußball erhält, nachdem er zuvor Assistenztrainer beim Istres FC und Trainer des korsischen Vereins AS Furiani-Agliani war.

Auf dem Platz mit einer 3-5-2-Formation, einem Mannschaftswert von nicht mehr als 10 Millionen Euro und einem Durchschnittsalter, das zu den niedrigsten der Ligue 2 gehört. Auf dem Platz fallen natürlich keine internationalen Namen auf, aber die Stärke der Mannschaft liegt im Kollektiv: vom französisch-ghanaischen Kapitän Edwin Quarshie (30) über die Stürmer Dame Gueye (30) und William Harhouz (26) bis hin zum Torhüter Nicolas Kocik (27). Das Aushängeschild ist sicherlich der 19-jährige Isaac Cossier (19), Innenverteidiger des Jahrgangs 2006, ausgeliehen vom OSC Lille.

Das Projekt ist langfristig angelegt, und Le Mans steht nicht unter dem Druck, um jeden Preis den Aufstieg schaffen zu müssen, aber die Zukunft sieht rosig aus. An der Seite von Thierry Gomez, Präsident des Le Mans FC, wird OutField die notwendigen Ressourcen bereitstellen, um das Wachstum des Projekts stetig zu fördern. Der nächste Schritt? Der Bau eines Sportzentrums, das der Förderung lokaler Talente gewidmet ist.

Von der Regionalliga in die Ligue 1?

Nach den Jahren in der Ligue 1 und dem Abstieg im Jahr 2009 folgten für Le Mans schwierige Zeiten, die aufgrund finanzieller Probleme und hoher Verschuldung zur Liquidation des Vereins führten, sodass dieser in den französischen Regionalligen neu starten musste. Nach der Liquidation beschloss der französische Fußballverband den Abstieg des Vereins in die 6. Liga.

Anschließend startete Le Mans als Amateurverein neu und wurde später in den unteren Ligen neu organisiert und professionell aufgebaut. Seitdem wurde der Grundstein für den Wiederaufstieg gelegt, auch dank einer neuen Unternehmenspolitik:

Nach schwierigen Jahren hat der Verein wieder professionelles Niveau erreicht, sich von der Krise erholt und spielt nun in der Ligue 2, mit gezielten Investitionen und einem langfristigen Projekt, das auch von zahlreichen bekannten Persönlichkeiten aus dem Sportbereich unterstützt wird.

Gervinho, Sessegnon und das Halbfinale der Coupe de la Ligue

Le Mans war in der Vergangenheit eine Wohlfühloase für viele Stürmer, allen voran Gervinho. In der Saison 2006/07 investierten die Franzosen etwas mehr als 600 Tausend Euro, um ihn vom belgischen Verein Bevern zu verpflichten. Eine Investition, die sich auszahlen sollte, denn der Ivorer gehörte zu den Protagonisten jener Spielzeiten mit einem Rudi Garcia auf der Trainerbank, Stéphane Sessègnon im Mittelfeld und den Toren des Brasilianers Túlio de Melo.

Mit dem ehemaligen Trainer der Roma auf der Bank wurde eines der wichtigsten Ergebnisse in der Geschichte des Vereins erzielt: das Halbfinale der Coupe de la Ligue, in dem Le Mans gegen Lens unter der Leitung von Jean-Pierre Papin verlor. Ein außergewöhnlicher Weg, auf dem Garcias Mannschaft auch die Hürde Lyon nahm, das damals von Juninho Pernambucano und einem sehr jungen Karim Benzema angeführt wurde.

Prognose

Le Mans war lange Zeit eine der besten Mannschaften der Ligue 2 und hatte eine sehr lange Serie ohne Niederlage (17 Spiele). Auch wenn es kürzlich mal ein oder zwei Dämpfer gab (z. B. 1:1 gegen Guingamp), bleibt die Mannschaft extrem stabil, defensiv solide und punktet regelmäßig.

Die Investoren und Aktionäre bringen nicht nur Geld, sondern durch die Promis auch Strahlkraft, bessere Transfers, Infrastruktur-Investitionen und höhere Ambitionen. Der neue Präsident/Verwaltungsrat-Chef sagt ganz offen: „Wir glauben, dass der Club in die Ligue 1 gehört“ und strebt damit die französische Elite an.

Le Mans stieg 2024/25 als Zweiter aus der National (3. Liga) direkt wieder in die Ligue 2 auf und hat sich dort sofort etabliert – statt Abstiegskampf spielen sie oben mit. Das ist für einen frischen Aufsteiger sehr ungewöhnlich und zeigt, dass der Kader und Trainer Patrick Videira sehr gut arbeitet.

Der Aufsteiger hat aktuell die fünftbeste Bilanz der Liga, und mit drei Punkten nur minimalen Rückstand auf die direkten Aufstiegsplätze, eine sehr stabile Form und plötzlich richtig viel Geld + Promi-Power im Rücken. Deshalb wird der Verein derzeit als echter Aufstiegskandidat gehandelt – die Chancen stehen so gut wie seit über 15 Jahren nicht mehr. Selbst wenn der Aufstieg diese Saison nicht gelingt, scheint der Verein optimal aufgestellt um bald wieder Geschichte in der höchsten französischen Spielklasse zu schreiben.

Teile den Post
Sascha

Juves nächster Kenan Yildiz? | Adin Ličina (19) im Porträt

Juventus Turin hat es wieder getan und nach Kenan Yildiz dem FC Bayern München einen weiteren Rohdiamanten ablösefrei abgeluchst. Der 19-jährige Adin Ličina hat sich entschlossen dem Weg des türkischen Jungstars in die Serie A zur alten Dame zu folgen. Beide Spieler haben ähnliche Anlagen und daher könnte dieser Transfer der nächste große langfristige Coup des italienischen Rekordmeisters sein. (Bild: IMAGO / Beautiful Sports)

Adin Ličina verkörpert den klassischen Fall eines Talents, das in einer der weltbesten Nachwuchsakademien reifte – und dann den Mut hatte, den nächsten Schritt anderswo zu wagen. Der am 6. Januar 2007 in Landshut geborene deutsche U19-Nationalspieler wechselte Anfang Februar 2026 ablösefrei vom FC Bayern München zu Juventus Turin, wo er zunächst bei der Next Gen in der Serie C eingesetzt wird, parallel aber bereits mit der Profimannschaft trainieren darf.

Aus der Bayern-Akademie zum italienischen Neuanfang

Ličina trat bereits mit acht Jahren (2015) in die Bayern-Akademie ein und durchlief dort sämtliche Jugendstufen bis zur U19 und den Bayern-Amateuren. In der Regionalliga bei Bayern II absolvierte er bis zu seinem Abgang 33 Einsätze, erzielte dabei drei Tore und gab sechs Vorlagen – vielversprechende, aber noch nicht spektakuläre Zahlen für einen damals 18-Jährigen in der vierten Liga.

Parallel sammelte er internationale Erfahrung in den deutschen Nachwuchsnationalmannschaften: von der U15 bis zur U19 bestritt er insgesamt 27 Länderspiele und erzielte vier Tore. Seine Wurzeln liegen übrigens teilweise in Montenegro – die Familie stammt aus der Region um Bijelo Polje –, was ihm neben der deutschen auch die montenegrinische Nationalmannschaft eröffnet.

Bayern sicherte sich beim Abgang eine 30-prozentige-Weiterverkaufsbeteiligung sowie ein Mitverkaufsrecht. Der Transfer erinnert frappierend an den Weg von Kenan Yildiz, der 2022 ebenfalls von Bayern-Campus zu den Bianconeri wechselte und dort inzwischen zum echten Jungstar aufgestiegen ist. Beide werden von derselben Agentur (Leaderbrock) vertreten, die nun vielleicht ein bewährtes Muster darin sehen.

Spielweise erinnert an Di Maria

Ličina ist 1,80 m groß, Linksfuß und vielseitig einsetzbar. Offiziell wird er hauptsächlich als rechter Flügelstürmer geführt, bringt aber auch Qualitäten als offensiver Mittelfeldspieler, linker Flügel und Schienenspieler mit.

Der flexible Offensivakteur zeichnet sich vor allem durch eine außergewöhnliche technische Qualität aus. Sein starker linker Fuß ermöglicht ihm präzise Abschlüsse, gefährliche Flanken und kreative Pässe, die oft den Unterschied machen. In 1-gegen-1-Situationen, besonders in engen Räumen, gilt er als nahezu unaufhaltbar, weil er mit seiner Beweglichkeit, hohen Agilität und exzellentem Ballgefühl seine Gegenspieler mühelos ausspielt.

Seine Ballkontrolle und sein erster Kontakt sind auf höchstem Niveau, was ihm erlaubt, das Spiel schnell zu beschleunigen oder in engen Zonen Lösungen zu finden. Dazu kommen eine gute Übersicht, und eine hohe Spielintelligenz, die ihn zu einem echten Spielmacher machen – er sieht Räume und Mitspieler früh und setzt sie mit präzisen Pässen in Szene.

Seine Beschleunigung und sein Tempo auf den ersten Metern machen ihn zusätzlich gefährlich, wenn er mit dem Ball am Fuß ins Rollen kommt. Seine Kreativität sowie sein Flair sorgen dafür, dass er unberechenbar für den Gegner ist. Sein Spielstil kann mit Spielern wie Ángel Di María oder Hakim Ziyech verglichen werden, da er ähnlich trickreich und spielintelligent agiert.

Deutliche physische Defizite

Trotz dieser beeindruckenden Stärken hat Ličina noch klare Entwicklungsfelder. Seine Physis und Robustheit sind derzeit seine größten Schwächen – er wirkt in Zweikämpfen oft zu labil und verliert daher noch zu oft physische Duelle, besonders wenn es körperlich hart zur Sache geht. Die Intensität über die volle Spieldauer fehlt ihm noch, was dazu führt, dass seine Leistungskurve in manchen Partien schnell nachlässt und er nicht immer die gleiche Präsenz zeigt.

Sein schwacher rechter Fuß ist ein weiterer limitierender Faktor, da er zu sehr auf links angewiesen ist und Gegner das antizipieren können, indem sie ihn auf seine rechte Seite drängen. Im Kopfballspiel ist er aufgrund seiner Größe von 1,80 Metern und seines Gewichts ebenfalls unterlegen, was in der Serie A, wo Zweikämpfe und Standardsituationen eine große Rolle spielen, ein Nachteil sein könnte.

Kann er der nächste Yildiz werden?

Insgesamt überwiegen bei dem 19-Jährigen die technischen und kreativen Pluspunkte deutlich, was ihn zu einem hochinteressanten Talent macht. Seine Schwächen sind typisch für einen jungen Offensivspieler und können durch gezieltes Training – vor allem im Athletikbereich und in der Zweikampfstärke – behoben werden. Wenn Juventus es schafft, ihn physisch robuster und konstanter zu machen, hat er das Zeug, sich zu einem Top-Flügelspieler oder offensiven Mittelfeldspieler in Europa zu entwickeln.

Das Potenzial ist hoch – viele Scouts zählten Ličina in den Jahren 2024/25 zu den interessantesten deutschen U19-Talenten außerhalb der absoluten Top-Namen. Juventus traut ihm zu, mittelfristig den Sprung in den Profikader zu schaffen, ähnlich wie es Kenan Yildiz in den letzten Jahren vorgemacht hat.

Ob er tatsächlich das Niveau eines Top- europäischen Flügelspielers erreicht, hängt stark von seiner Entwicklung in den nächsten 18–24 Monaten ab – insbesondere von der Frage, ob er den Schritt von der Technik- zur physischen und taktischen Reife schafft, die in der Serie A gefordert wird.

Fest steht: Mit 19 Jahren hat Adin Ličina gerade erst das Kapitel „Bayern-Talent“ geschlossen und ein neues, spannendes in Turin begonnen. Die Alte Dame setzt erneut auf den bewährten Mix aus „deutscher Grundausbildung und italienische Weiterentwicklung“. Ob daraus ein Star wird, zeigt die Zeit – die ersten Highlights aus seiner Bayern-Zeit lassen aber durchaus hoffen.

Teile den Post
Sascha

Frankfurts neuer Hoffnungsträger | Das ist Albert Riera (43)

Albert Riera, der neue Hoffnungsträger an der Seitenlinie von Eintracht Frankfurt, ist in Deutschland noch ein weitgehend unbeschriebenes Blatt – und genau das macht seine Verpflichtung zu einer der überraschendsten Personalentscheidungen der laufenden Bundesliga-Saison. Wir stellen euch daher den neuen Cheftrainer der SGE genauer vor. (Bild: IMAGO / Newspix)

Der 43-jährige Mallorquiner, mit vollem Namen Albert Riera Ortega, übernimmt den Cheftrainerposten bei den Hessen nach der Freistellung von Dino Toppmöller. Dieser scheiterte vor allem an der anhaltenden Defensivkrise und einer zu hohen Gegentorzahl.

Sportvorstand Markus Krösche, bekannt für mutige und oft unkonventionelle Entscheidungen, setzt nun auf einen Trainer, der bislang vorwiegend in Slowenien und Frankreich gearbeitet hat – und dort kontroverse Spuren hinterlassen hat. Sportlich positiv, charakterlich eher negativ. Ehemalige Trainerkollegen bezeichneten Riera gar als arrogant, abgehoben und respektlos. Daher wollen wir uns den neuen Cheftrainer genauer anschauen.

Vom Flügelspieler zum leidenschaftlichen Taktiker

Geboren am 15. April 1982 in Manacor auf Mallorca, begann Rieras Fußballkarriere eher klassisch: Jugend beim RCD Mallorca, später Profidebüt. Als linker Mittelfeldspieler respektive Flügelstürmer machte er international Karriere – unter anderem bei Girondins Bordeaux, Espanyol Barcelona, Manchester City, FC Liverpool (wo er 2008/09 Premier-League-Erfahrung sammelte), Olympiakos Piräus und Galatasaray Istanbul. Für die spanische Nationalmannschaft bestritt er insgesamt 16 Länderspiele.

Sein Spielstil als Profi war schon geprägt von Technik, Tempo und Torgefahr – Eigenschaften, die er heute als Trainer seinen Mannschaften gleichermaßen einimpfen will. Nach dem Karriereende 2014 startete er seine Trainerlaufbahn zunächst als Co-Trainer bei Galatasaray (2020). Seit 2022 ist er Cheftrainer:

Mit NK Olimpija Ljubljana, ein slowenischer Erstligist, holte er das Double: Meisterschaft und Pokalsieg. Anschließen ging es in die Ligue 2 zum französischen Zwangsabsteiger Girondins Bordeaux: Trotz massiver Vereinskrisen schaffte er einen soliden Platz im Mittelfeld, doch am Ende musste der Verein Insolvenz anmelden und in die dritte Liga zwangsabsteigen. Riera kündigte um in die slowenische Liga, dieses Mal für NK Celje (Sommer 2024), zurückzukehren.

Mit seinem neuen Klub avancierte er zum überwältigenden Tabellenführer in der slowenischen PrvaLiga und konnte sich für die Conference-League-Play-offs qualifizieren. In Celje führte Riera eine sehr junge, hungrige Mannschaft zu dominantem, pressinglastigem und offensiv ausgerichtetem Fußball. Medien und Fans lobten seine hohe Siegesquote (oft über 60 %), seine klare Spielidee und vor allem seine Fähigkeit, Spieler emotional mitzureißen.

Emotional, polarisierend – und autoritär

Riera gilt als leidenschaftlich, lautstark und teils jedoch auch als kontrovers. In Pressekonferenzen und an der Seitenlinie strahlt er eine Aura aus, die an alte Schule erinnert: klare Ansagen, hohe Erwartungshaltung, aber auch echte Nähe zu den Spielern. Genau das erhoffen sich die Frankfurter Bosse – einen Trainer, der die Mannschaft mit härterer Hand führt als Toppmöller, gleichzeitig aber den mutigen, nach vorne gerichteten Stil beibehält, den Krösche seit Jahren propagiert.

Sein Ansatz ist geprägt von hohes Gegenpressing, Ballbesitzorientierung und aggressivem Umschaltverhalten – Elemente, die er aus seiner Zeit bei NK Olimpija Ljubljana (Meistertitel und Pokalsieg 2022/23) weiterentwickelt hat. Wichtigstes Prinzip: Flexibilität und Unvorhersehbarkeit. Riera betont immer wieder, dass es keinen starren Masterplan gibt – entscheidend ist, Überlegenheit in verschiedenen Zonen des Feldes zu erzeugen. „Wir werden nie auf den Gegner warten“, betonte der Spanier schon öfters.

Trotz Offensivfokus hat Celje unter Riera eine der besten Defensiven der Liga (wenig Gegentore trotz hoher Ballbesitzphasen). Das liegt am disziplinierten Gegenpressing und einer kompakten Restverteidigung. Riera fordert von seinen (meist jungen) Spielern Charakter, Professionalität und Mentalität eines „leva“ (Löwen) – harte Arbeit, keine Ausreden, ständige Verbesserung.

Die Verhandlungen mit Celje zogen sich bis Ende Januar 2026 hin. Trotz eines Vertrags bis 2028 und einer hohen Ausstiegsklausel (ursprünglich fünf Millionen Euro) einigte man sich offenbar auf eine Ablöse um die 1,3 Millionen Euro. Der 43-jährige Spanier mit russischen Wurzeln unterschreibt bei der Eintracht bis Sommer 2028. Erste Berichte deuten an, dass er bereits zum Bundesliga-Heimspiel gegen Bayer Leverkusen auf der Bank sitzen könnte, spätestens aber zur Vorbereitung auf das Auswärtsspiel bei Union Berlin Anfang Februar.

Chance und Risiko zugleich

Für Eintracht Frankfurt ist Riera ein kalkuliertes Risiko: Er bringt frischen Wind, internationale Erfahrung als Spieler und nachweisbaren Erfolg mit – allerdings auf deutlich kleinerem Parkett. Der Sprung vom slowenischen Tabellenführer in die Bundesliga mit ihren medialen und sportlichen Anforderungen ist enorm.

Die Defensive stabilisieren, die Offensive noch variabler machen und gleichzeitig die junge Truppe um Spieler wie Uzun, Knauff oder Ebnoutalib auf ein neues Level heben – das ist die Aufgabe, vor der Riera steht und die von ihm erwartet wird. Fans und Medien sind geteilter Meinung:

Die einen sehen in ihm den nächsten Coup eines Sportvorstands, der schon Oliver Glasner und Dino Toppmöller erfolgreich installierte. Die anderen warnen vor seinem kontroversen Charakter, und ob ein Trainer ohne Bundesliga-Erfahrung diese anspruchsvolle Aufgabe stemmen kann. Eines scheint jedoch sicher: Albert Riera wird mit einer leidenschaftlichen Attitüde kommen, und genau das könnte Eintracht Frankfurt in dieser Phase dringend brauchen.

Teile den Post
Sascha

Lazio im freien Fall? | Was hat Lotito vor?

Die Tifosi von Lazio Rom müssen in dieser Transferphase einiges wegstecken können, denn ein Leistungsträger wird nach dem anderen verkauft und nicht adäquat ersetzt. Der Frust der Fans gipfelt nun in den Abgangsgerüchten um Kapitän und Symbolfigur Alessio Romagnoli. Doch was hat Lotito vor mit dem römischen Traditionsverein? (Bild: IMAGO / ABACAPRESS)

Seit einiger Zeit wirkt es bei Lazio Rom ein wenig so, als würde man am Strand spazieren gehen und ein Kind entdecken, das am Rand einer Klippe sitzt. Mit einem unverantwortlichen Elternteil, in diesem Fall Signore Lotito, wurde der Verein sich selbst überlassen und scheint nun gefährlich nahe vor einem totalen Zusammenbruch zu stehen.

Der jüngste Schlag für die Lazio-Fans soll die Personalie des Kapitäns sein, da Alessio Romagnoli kurz vor einem Wechsel für angeblich 7,5 Millionen Euro zum katarischen Verein Al Sadd steht, der von der Europameister-Trainer Roberto Mancini trainiert wird.

Der Verkauf eines 31-Jährigen mit Gewinn ist zwar keine schlechte Sache an sich, da Romagnoli 2022 ablösefrei von Milan zu den Biancocelesti gewechselt war, aber es geht vielmehr darum, was der Innenverteidiger repräsentiert und das man nicht gewillt ist einfach den Vertrag des Leistungsträgers zu verlängern.

Romagnolis Weggang wirft Fragen bei Lazio auf

Romagnoli ist seit seiner Kindheit bekennender Lazio-Fan und kam mit großem Tamtam nach seinem Weggang aus Mailand zum Verein. Nachdem er viele Jahre Stammspieler bei den Rossoneri gewesen war und fast 200 Mal für den Verein in der Serie A gespielt hatte, schien sein Wechsel zu dem Verein, den er seit seiner Kindheit unterstützt hatte, ein großer Gewinn für alle Beteiligten zu sein.

Lazio holte einen der erfahrensten Innenverteidiger der Liga und Romagnoli durfte für den Verein seiner Kindheit spielen. Die Fans profitierten von beiden Faktoren und freuten sich darauf, Spieler zu sehen, die in diesem Trikot spielen wollten. Lazio ist dabei genau das zu entbehren. Wenn Romagnoli seinen erwarteten Wechsel zu Al Sadd vollzieht, verliert der Verein einen erfahrenen, leidenschaftlichen und entschlossenen Teil der Mannschaft.

Außerdem hat die römische Mannschaft dann nur noch wenige Optionen in der Verteidigung, zumal auch der spanische Innenverteidiger Mario Gila im Sommer den Verein verlassen könnte. Nicolo Casale wurde im Sommer an Bologna verkauft, und derzeit fallen die beiden 32-jährigen Spieler Samuel Gigot und Patric verletzungsbedingt aus.

Durch Romagnolis Weggang stehen dem Verein vorerst nur noch Gila und Oliver Provstgaard zur Verfügung – und auch Gila steht kurz vor dem Abschied. Der Verein muss also erneut investieren, aber angesichts der Zurückhaltung von Lazio-Präsident Claudio Lotito ist es schwer vorstellbar, dass die Biancocelesti im Januar einen Spieler von Romagnolis Kaliber, Qualität und Erfahrung verpflichten werden

Ausverkauf bei Lazio?

Es lässt sich nicht leugnen, dass die nächsten sechs Monate für Lazio entscheidend sein werden. Noch wichtiger ist, dass der Verein im Januar weitere Verstärkungen verpflichten muss, zumal er sich weiterhin von Spielern trennt.

Bislang wechselte Taty Castellanos zu West Ham, während Matteo Guendouzi zu Fenerbahce ging. Romagnolis Weggang scheint als nächstes anzustehen, während Matteo Cancellieri stark mit einem Wechsel zu Brentford in Verbindung gebracht wird, Fisayo Dele-Bashiru mit Premier-League-Vereinen und Trabzonspor in Verbindung gebracht wird und Nuno Tavares Berichten zufolge im Fokus von Besiktas ist. Ausverkauf bei Lazio?

Das bedeutet, dass im Januar bis zu sechs wichtige Spieler die Biancocelesti verlassen könnten. Auf der anderen Seite hat der Verein nach Aufhebung der Transfersperre in dieser Transferperiode bisher fast 30 Millionen Euro ausgegeben.

Petar Ratkov kam für 13 Millionen Euro aus Salzburg, wobei noch offen ist, ob der große serbische Stürmer das Zeug dazu hat, als Nummer neun des Vereins die Sturmspitze zu bilden. Kenneth Taylor kam von Ajax und scheint Guendouzi ersetzen zu sollen, um die eher offensive Rolle in Sarris Mittelfeld-Dreierkette zu übernehmen.

Bislang handelte es sich jedoch lediglich um Lösungen zur Bewältigung akuter Krisen, anstatt auf den Stärken der Mannschaft aufzubauen. In dieser Transferperiode hat sich Lazio nicht verbessert, sondern lediglich eine Reihe von Unsicherheiten durch eine andere ersetzt. Der Verein benötigt Verstärkungen in allen Bereichen des Spielfelds, aber es ist unrealistisch zu glauben, dass Lotito seine Geldbörse öffnen wird, um Sarri einen komplett neuen Kader zu ermöglichen.

Das Sarri-Dilemma

Maurizio Sarri selbst ist eine ganz andere Angelegenheit. Der Trainer hat bisher gute Arbeit geleistet, wenn man bedenkt, dass ihm seit seiner Rückkehr zu Lazio nur begrenzte Ressourcen zur Verfügung stehen, aber seine Position war nie ganz sicher.

Sei es das Drama im Sommer, als Sarri in die Hauptstadt zurückkehrte, aber Berichten zufolge nicht über das volle Ausmaß des Transferverbots von Lazio informiert wurde. Spekulationen in der italienischen Presse deuteten darauf hin, dass der Trainer bereit war, sofort zu gehen, aber er blieb und hat Lazio bisher auf einen respektablen 9. Platz geführt.

Jedoch gibt es einen Teil der Fangemeinde, die Sarri für überbewertet hält, da die Statistiken zeigen, dass seine zweite Amtszeit keine beeindruckende Siegquote oder zugrunde liegende Statistiken aufweist, die Lazio einen wirklichen Vorteil durch seine Arbeit als Trainer verschaffen würden. Einige glauben sogar, dass er den Verein mit seiner starren Struktur und mangelnden taktischen Flexibilität zurückhält.

Liegt es wirklich am Trainer?

Die Wahrheit ist jedoch: Lazio befindet sich seit dem Weggang von Simone Inzaghi, der zu Inter gewechselt ist, in einer Abwärtsspirale. Nach Inzaghi kam es schließlich zum Exodus des Trios, das unter dem heutigen Cheftrainer von Al Hilal maßgeblich zum Erfolg des Vereins beigetragen hatte: Luis Alberto, Sergej Milinkovic-Savic und Ciro Immobile.

Obwohl der Verein diese drei Ausnahmespieler verloren hat, hat er sie nie angemessen ersetzt. Die halbherzigen Versuche, neue Mittelstürmer zu verpflichten, waren stets enttäuschend, während das Mittelfeld dringend einen Spieler mit der Kreativität von Alberto oder den Allrounderqualitäten eines Milinkovic-Savic benötigt.

Fazit

Wenn es jemals einen Zeitpunkt für Lotito gab, in den Verein zu investieren, dann ist es jetzt. Lazio schreit geradezu nach einigen wirklich hochkarätigen Spielern, denn derzeit ist der Kader wenig überzeugend und von Sarri kann man keine Wunder erwarten. Doch wenn der Tifoso das Verhalten von Lotito analysiert, dann scheint es eher an das Verhalten eines Silvio Berlusconi in seiner Milan-Endphase zu erinnern.

Damals wurde ebenfalls ein Leistungsträger nach dem anderen verkauft, da Silvio nicht mehr bereit war mehr in den Verein zu investieren – dasselbe Gefühl bekommt man bei Lotito. Es wirkt so, als habe der Lazio-Mäzen geringere Ambitionen für den Hauptstadtklub ausgemacht und will sich aufgrund des ausbleibenden sportlichen Erfolgs mehr auf entwicklungsfähige Perspektivspieler konzentrieren, die deutlich günstiger sind. Doch die Gefahr ist, dass Lazio ähnlich wie Udinese zu einer grauen Mittelfeldmaus mutiert…

Teile den Post
Sascha

Diese Teams überraschten beim U23-Asien Cup

Der AFC U23 Asian Cup 2026 hat einige der größten Überraschungen der jüngeren Turniergeschichte geliefert. Während Japan seinen Titel zum ersten Mal erfolgreich mit einem dominanten 4:0 im Finale gegen China verteidigte, sorgten neben dem absoluten Titelfavoriten zwei Teams für eine große Überraschung. Diese wollen wir euch jetzt genauer vorstellen. (Bild: IMAGO / Xinhua)

China – Vom Nobody zum Finalisten

Kaum jemand hatte China vor dem Turnier nur annährend auf der Rechnung. In den vergangenen Ausgaben des Wettbewerbs waren die Chinesen meist früh gescheitert und galten international eher als unterklassig, sowohl mit der A-Nationalmannschaft, als auch im asiatischen U23-Bereich. Doch 2026 lief alles komplett anders!

Die Mannschaft erreichte als erste Nation überhaupt das Halbfinale (und später das Finale), obwohl sie in den ersten vier Spielen nur ein einziges Tor erzielte – eine Statistik, die fast schon absurd wirkt. Mit einer extrem kompakten Defensive und einem herausragenden Torhüter Li Hao eliminierte China deutlich höher eingeschätzte Teams.

Besonders beeindruckend war der Halbfinalsieg gegen Vietnam (3:0), das selbst eine starke Turnierphase hingelegt hatte. Im Endspiel gegen Japan war China dann zwar chancenlos (0:4), doch allein die Finalteilnahme gilt als historischer Erfolg. Chinesische Sportbehörden schickten Gratulationsschreiben, und selbst in der Niederlage wurde die Leistung als Grundstein für die nächste Generation der A-Nationalmannschaft gefeiert. China war zweifellos die größte Überraschung des gesamten Turniers.

Die Schlüsselspieler

Li Hao, Keeper des chinesischen Erstligisten Quingdao West Coast, war unbestritten der Spieler des Turniers für China. Der 21-Jährige hielt in mehreren Spielen (insbesondere in der Gruppenphase und im Achtel- bzw. Viertelfinale) den Kasten sauber und parierte teils spektakulär. Er wurde sogar von ehemaligen Profis wie Scott Carson öffentlich gelobt. Seine Ruhe und Reflexe waren der Hauptgrund, warum China trotz nur eines Tores in den ersten vier Spielen so weit kam. Im Halbfinale und Viertelfinale fischte er mehrere Hochkaräter heraus – ohne ihn wäre das Finale niemals möglich gewesen.

Neben Chinas Schlussmann glänzte vor allem Abwehrchef Hu Hetao von CD Rongcheng. Dieser war der unumstrittene Leader auf dem Platz und sorgte mit seinen Kommandos dafür, dass viele Angriffe der Gegner wegverteidigt wurden. Als flexibel einsetzbarer Verteidiger war Hu Hetao das organisatorische Herz der Abwehrkette. Er sprach nach dem Finale selbstkritisch, dass das Team „nicht sein bestes Spiel gezeigt hat“, doch über das gesamte Turnier hinweg war er einer der konstantesten und lautesten Feldspieler. Seine Zweikampfstärke und Führungsqualitäten halfen enorm, die junge Mannschaft zusammenzuhalten.

Vietnam schreibt südostasiatische Geschichte

Als der AFC U23 Asian Cup 2026 in Saudi-Arabien begann, standen die Prognosen klar: Japan als Titelverteidiger und Favorit, Südkorea, Australien, Usbekistan und Saudi-Arabien als Hauptanwärter auf die Medaillenplätze – und Vietnam? Die meisten Experten sahen die „Golden Stars“ irgendwo im erweiterten Mittelfeld, vielleicht als Achtelfinal- oder Viertelfinalkandidat, aber sicher nicht als Team, das bis ins Halbfinale und schließlich den dritten Platz eroberte.

Am Ende des Turniers hatte Vietnam jedoch mit dem dritten Platz Geschichte geschrieben – und das auf eine Weise, die selbst die optimistischsten Fans kaum für möglich gehalten hatten. Die Mannschaft vom südkoreanischen Trainer Kim Sang-sik spielte diszipliniert, schnell umschaltend und mit hoher Laufbereitschaft. Seine Truppe dominierte nicht immer spielerisch, aber es war effizient und ließ defensiv wenig zu.

Im Achtelfinale oder Viertelfinale kam dann der erste Paukenschlag: Vietnam bezwang die Vereinigten Arabischen Emirate (UAE) mit 3:2 nach Verlängerung – ein dramatisches Spiel, das landesweit für Euphorie sorgte und das Team ins Halbfinale katapultierte.

Das Halbfinale gegen das sensationell aufspielende China endete zwar mit einer klaren 0:3-Niederlage, doch selbst diese Partie zeigte Vietnams Qualitäten: Die "Golden Stars" kämpften bis zum Schluss, hatten Chancen und mussten sich nur einer chinesischen Mannschaft beugen, die in diesem Turnier über sich hinauswuchs. Der Sieg über Südkorea dagegen, wurde in Medien als „historischer Triumph“ und „Weckruf für asiatischen Fußball“ gefeiert und zeigte, dass Südostasien (Thailand inbegriffen) in Sachen Talentförderung ordentlich aufgeholt hat.

Die Schlüsselspieler

Zwei der entscheidendsten Schlüsselspieler der vietnamesischen U23-Nationalmannschaft beim AFC U23 Asian Cup 2026 waren Nguyễn Đình Bắc und Nguyễn Quốc Việt. Beide trugen maßgeblich zum historischen Bronzemedaillenerfolg bei.

Als Kapitän und absoluter Star des Turniers wurde Đình Bắc zum alleinigen Top-Scorer des gesamten Wettbewerbs gekürt – der erste Vietnamese, der diese Auszeichnung je holte und sogar der erste Südostasiat überhaupt. Mit 4 Toren und 2 Assists (in nur 361 Einsatzminuten, oft als Joker) entschied er Spiele wie den 1:0-Sieg gegen Saudi-Arabien oder traf entscheidend im Spiel um Platz 3. Seine Effizienz, Dribblings, Tempo und seine Nervenstärke im Elfmeterschießen gegen Südkorea machten ihn zum Symbol des vietnamesischen Erfolgs. Viele Fans bezeichnen ihn als den vietnamesischen Mbappé.

Quốc Việt war der kongeniale Partner von Đình Bắc in der Offensive und einer der konstantesten Leistungsträger. Er erzielte wichtige Treffer, darunter im Gruppenspiel und im dramatischen kleinen Finale gegen Südkorea (2:2 nach Verlängerung). Seine Vielseitigkeit – mal als hängende Spitze, mal weiter auf dem Flügel – gab dem Team mehr Flexibilität und half, die kompakte Defensive der Gegner zu knacken. Im Elfmeterschießen um den dritten Platz zeigte er ebenfalls Nerven aus Stahl.

Zusammen bildeten die beiden eine gefährliche Doppelspitze, die Vietnam zu 10 Turniertoren verhalf und den Unterschied ausmachte – vor allem in entscheidenden Momenten. Ihr Zusammenspiel war ein Hauptgrund, warum die „Golden Stars“ 2026 weit über Erwartungen performten.

Fazit

Während Japan sportlich überlegen blieb und seinen Status als Asiens U23-Nummer-eins zementierte, schrieb China die mit Abstand emotionalste und unerwarteste Geschichte des Turniers. Von „nur ein Tor in vier Spielen“ bis ins Finale – diese Mannschaft hat vielen Fans gezeigt, dass im asiatischen Jugendfußball die Kräfteverhältnisse schneller in Bewegung geraten können, als viele dachten.

Vietnam und einige Underdogs aus Zentral- und Südostasien rundeten das Bild eines Turniers ab, das einmal mehr bewies: Im U23-Bereich ist fast alles möglich. Der Weg nach 2028 (dann wieder olympische Qualifikation) ist für China und Vietnam nun klar gezeichnet: Der Schwung von 2026 muss in die A-Nationalteams transferiert werden. Asiens Fußball-Zukunft könnte bunter und ausgeglichener sein, als noch vor wenigen Wochen erwartet.

Teile den Post