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Sascha

Vom Kaffee-Feld in den Signal Iduna Park | Das ist Kauã Prates (18) vom BVB

Kauã Prates de Almeida steht seit diesem Sommer im Kader von Borussia Dortmund. Der 1,83 Meter große Linksverteidiger gehört zu den zahlreichen Wunderkindern von Nils Ole Book bei den Westfalen. Warum der 18-jährige Abwehrspieler als eines der größten Abwehrtalente seines Jahrgangs gilt, erklären wir euch in unserer Analyse. (Bild: IMAGO / Jan Huebner)

Aus dem Inneren Espírito Santos, einer Stadt, in der Kaffeeplantagen und Viehweiden den Alltag bestimmen und große Fußballstadien weit entfernt liegen, kommt einer der jüngsten Brasilianer, die Borussia Dortmund je verpflichtet hat. Kauã Prates de Almeida war zehn, als Cruzeiro ihn aus Montanha holte, sechzehn, als er in der Copa Sudamericana debütierte, und kaum volljährig, als er im Sommer 2026 das ehrwürdige schwarz-gelbe Trikot überstreifte.

Der Weg von der Kleinstadt in den Signal Iduna Park ist kein romantisches Märchen, sondern die Geschichte eines Jungen, der früh die Familie hinter sich ließ, in einer Jugendakademie reifte und mit einer Mischung aus Physis, Zweikampfstärke und auffälliger Ruhe schon Trainer und Mitspieler beeindruckte, lange bevor der BVB rund sieben Millionen Euro für ihn zahlte. Wer ihn heute betrachtet, sieht nicht nur einen Linksverteidiger mit Vertrag bis 2031, sondern einen Spieler mit einer Menge Potenzial.

Werdegang

Prates kam 2019 als Zehnjähriger in die U11-Jugend von Cruzeiro, nachdem er bei Probetrainings und in einem lokalen Projekt in seiner Heimatstadt aufgefallen war. Die Entfernung von rund 400 Kilometern nach Belo Horizonte war für den Jungen aus der ländlichen Region ein großer Schritt. Er durchlief die Nachwuchsabteilungen und spielte schon als 17-jähriger Teenie regelmäßig in der U20, mit der er das Finale der brasilianischen Meisterschaft dieser Altersklasse erreichte. Im September 2024 unterschrieb er seinen ersten Profivertrag über drei Jahre.

Sein Debüt in der ersten Mannschaft feierte er am 7. Mai 2025 mit 16 Jahren und neun Monaten in der Copa Sudamericana beim 1:1 gegen Mushuc Runa. Damit gehörte er zu den jüngsten Debütanten in der jüngeren Cruzeiro-Geschichte – in einer Reihe mit Größen wie Ronaldo oder Vitor Roque.

Bis zu seinem Abschied absolvierte er insgesamt 17 Pflichtspiele und erzielte am 10. Januar 2026 im Campeonato Mineiro gegen Pouso Alegre sein erstes Profitor. International gewann er 2025 mit der brasilianischen U17 die Südamerikameisterschaft und kam dort zu fünf Einsätzen; später folgten bereits zwei Partien für die U20.

Im Februar 2026 machte Dortmund den Transfer offiziell. Weil Prates noch minderjährig war, konnte er erst nach seinem 18. Geburtstag im August 2026 wechseln. Seit der Bekanntgabe kam er bei Cruzeiro kaum noch zum Einsatz, was die Vorbereitung auf den Sprung nach Europa erschwerte. Dennoch reiste er bereits im Februar nach Dortmund, absolvierte den Medizincheck und lernte Trainer Niko Kovač sowie einige Mitspieler kennen.

Spielerprofil - Der wilde & moderne Außenverteidiger

Prates ist ein moderner, athletischer Linksverteidiger, der auch als Innenverteidiger oder auf der linken Schiene in einer Dreierkette einsetzbar ist. Sein auffälligstes Merkmal ist die Kombination aus Tempo, Physis und Technik. Er verfügt über enormes Beschleunigungsvermögen und setzt seinen Körper in Zweikämpfen wie ein wilder Bulle aggressiv und konsequent ein. Gegnerische Flügelspieler haben daher oft Probleme, an ihm vorbeizukommen.

Sein Stellungsspiel und Timing wirken für sein Alter bereits reif, und er gewinnt viele Duelle, fängt Pässe ab oder blockt Bälle erfolgreich. Leonardo Jardim, sein Trainer bei Cruzeiro, beschrieb ihn als „ausgewogenen Außenverteidiger, den alle Trainer mögen“, der sowohl defensiv als auch offensiv Qualität mitbringe, gute Flanken schlage und Standards beherrsche.

„Er hat enormes Potenzial und eine überdurchschnittliche Reife“, so Jardim.

Auch Sebastian Kehl hob bei der Verpflichtung seine Qualitäten hervor.

„Er ist ein hoch veranlagter Spieler, der von seinem Profil sehr flexibel ist und in der Defensive in verschiedenen Systemen mehrere Positionen bekleiden kann. Mit seiner Zweikampfstärke, seiner Robustheit und seiner Mentalität wird er unsere Mannschaft in der kommenden Saison ganz sicher bereichern.“

Mit dem Ball sucht Prates vorwiegend den Weg nach vorne. Er dribbelt gerne, trägt den Ball in freie Räume und bringt sich als "Breitengeber" ein. Kurze und mittlere Pässe gelingen ihm solide, und in engen Situationen zeigt er eine gute Technik. Wenn er in den Strafraum vordringt, kann er mit dem linken Fuß abschließen. Seine Laufbereitschaft und Einsatzfreude sind hoch – denn er arbeitet unermüdlich gegen den Ball und neutralisiert Kontersituationen mit seiner Athletik.

Die Entwicklungsfelder

Schwächen liegen vor allem in der Feinheit der Ausführung. Die Genauigkeit seiner Flanken und das Passspiel unter Druck sind noch ausbaufähig; gelegentlich entstehen Ballverluste durch unsaubere Ballannahme oder zu riskante Dribblings.

Durch seine aggressive Art produziert er relativ viele Fouls, wie auch beim verschuldeten Elfer in der Vorbereitung. Im Luftzweikampf ist er trotz der Körpergröße nicht immer dominant. Die geringe Anzahl an Profi-Minuten – insgesamt nur rund 17 Pflichtspiele – bedeutet auch, dass er die Intensität und Taktik des europäischen Fußballs erst noch vollständig verinnerlichen muss, was man auch hin und wieder an seiner ausbaufähigen Positionierung gegen den Ball erkennen konnte.

Privater Hintergrund, Charakter & Mentalität

Montanha ist eine kleine Stadt mit etwa 19.000 Einwohnern, geprägt von Kaffeeanbau und Viehzucht, ohne große Fußballstrukturen. Prates stammt aus derselben Region wie Richarlison (Spurs) und wurde in einem lokalen Projekt entdeckt. Die frühe Trennung von der gewohnten Umgebung und der Umzug in die Jugendakademie formten ihn.

Seine Familie zog mit oder hielt sich in Belo Horizonte auf und unterstützte ihn eng. Er selbst betonte immer wieder, dass er für sie Tore schießen und Titel gewinnen wolle.

„Meine Familie ist sehr glücklich“, sagte er nach frühen Einsätzen und wünschte sich, sie mit einem Treffer zu ehren.

Diese Herkunft aus bescheidenen Verhältnissen und die Erfahrung, schon mit zehn Jahren den Schritt in die große Stadt zu wagen, scheinen eine ausgeprägte Reife und Demut gefördert zu haben. Mitspieler wie Lucas Silva und Fagner lobten seine Persönlichkeit und Lernbereitschaft: Er frage viel nach und lasse sich nicht einschüchtern. Prates ist gläubig, dankt öffentlich Jesus und beschreibt sich als Familienmenschen.

Im Gespräch mit Dedê beschrieb er, was die Fans erwarten dürfen: viel Kampfgeist und den Willen, jeden Ball zu gewinnen, dazu einen Spieler, der viel nach vorne geht, oft flankt, aufs Tor schießt und zugleich gut verteidigt. Seine Ziele benannte er ohne Umschweife: Champions League und Meisterschaft mit Dortmund gewinnen und individuell zu einem der besten Außenverteidiger der Welt reifen.

Diese Prägung spiegelt sich in seiner Mentalität wider: Entschlossenheit, Demut und der Wille, hart zu arbeiten, ohne den Kontakt zu den Wurzeln zu verlieren. Dedê diagnostizierte treffend einen „Jungen aus einer guten Familie“ und einen Spieler, der „rennt, keinen Ball verliert und sich voll und ganz einsetzt“. Die frühe Selbstständigkeit und der familiäre Rückhalt scheinen ihn widerstandsfähig und fokussiert gemacht zu haben – Eigenschaften, die beim Übergang in die Bundesliga entscheidend sein dürften.

Potenzialeinschätzung 8 / 10

Prates besitzt das Profil eines Spielers, der langfristig auf höchstem Niveau bestehen kann. Lars Ricken nannte ihn „einen extrem spannenden Spieler“ und „einen der talentiertesten Spieler Südamerikas“. Mit seiner Physis, dem Tempo und der Vielseitigkeit kann er in verschiedenen Systemen Niko Kovačs eine Rolle finden. Die Fähigkeit, sowohl offensiv Breite zu geben als auch defensiv stabil zu stehen, passt zum modernen Anforderungsprofil eines Außenverteidigers.

Ich würde daher sein Potenzial bei 8 bis 8,5 von 10 ansetzen. Das ist bewusst hoch, aber nicht maximal. Prates bringt mit 18 schon die Mischung mit, die europäische Topklubs bei Außenverteidigern suchen. Dazu kommen eine für sein Alter ungewöhnliche Reife, mentale Stabilität und die Bereitschaft, sich sprachlich und kulturell anzupassen. Das sind keine Selbstverständlichkeiten.

Eine glatte 9 oder 10 würde ich ihm noch nicht geben. Dafür sind die Stichproben noch zu klein, die Feinheiten im Passspiel, in der Flanke und unter Druck sind noch nicht auf Bundesliga-Niveau, und der Sprung von Brasilien nach Dortmund ist enorm. Ob er Stammspieler auf Champions-League-Niveau wird oder „nur“ ein sehr guter, vielseitig einsetzbarer Bundesligaspieler, entscheidet sich in den nächsten zwei bis drei Jahren.

Kurz: Das Talent reicht für eine Karriere als einer der besten Linksverteidiger seiner Generation. Ob er das auch erreicht, hängt weniger vom Körper als von der Anpassung, der Konstanz, der Entscheidungsqualität und der Förderung durch BVB-Coach Niko Kovac ab.

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Der 30 Tore-Mann ohne Profispiel | Das ist Malik Pimpong (18) von der SGE

Malik Pimpong gehört zu den spannendsten jungen Offensivspielern, die Eintracht Frankfurt in den vergangenen Jahren verpflichtet hat. Der dänische Angreifer wechselte im Sommer 2026 vom FC Midtjylland an den Main und unterschrieb einen Vertrag bis 2031. Mit seinen 1,90 Metern Körpergröße und seiner Vielseitigkeit bringt er Eigenschaften mit, die bei der SGE traditionell geschätzt werden, daher haben wir ihn für euch auf Stärken und Schwächen geprüft. (Bild: IMAGO / HMB-Media)

Malik Pimpong kommt nicht als fertiger Bundesliga-Stürmer nach Frankfurt, sondern als Versprechen durch seinen Nachnamen. Der 18-Jährige trägt das Erbe eines ehemaligen ghanaischen WM-Teilnehmers und die Torgefahr eines dänischen Jugend-Torschützenkönigs in sich, ohne je eine einzige Pflichtminute im Herrenfußball bestritten zu haben.

Der 1,90 Meter-Hüne wechselt vom FC Midtjylland an den Main – und erklärt im selben Atemzug, dass er nicht davon leben will, Pimpong zu heißen. Genau dazwischen liegt die Spannung: zwischen dem Jungen, der mit seinem Vater schon trainierte, als er noch kaum laufen konnte, und dem Angreifer, der in 30 U19-Partien 24 Tore schoss, zwischen der vorsichtigen Neuaufbau-Strategie der Eintracht und dem Verdacht, dass in diesem Körper mehr steckt als nur das eines belieben Talents.

Werdegang eines Torjägers

Malik Razak Engholm Pimpong durchlief die gesamte Jugendakademie des FC Midtjylland, jenes Klubs, bei dem sein Vater Razak einst zu einem der bekanntesten ausländischen Spieler der Superliga aufstieg. Schon in den unteren Altersstufen fiel der junge Pimpong durch seine Torquote auf. In der Saison 2024/25 erzielte er in 15 Einsätzen für die U19 sechs Treffer, darunter einen in der UEFA Youth League.

Den großen Durchbruch brachte dann die Spielzeit 2025/26: Mit 20 Toren in 26 Ligaspielen wurde er Torschützenkönig der dänischen U19-Liga, insgesamt kam er in 30 Pflichtspielen auf 24 Treffer. Vier weitere Tore gelangen ihm in genauso vielen Youth-League-Partien. Über zwei Spielzeiten hinweg sammelte er im U19-Bereich rund 30 Tore in knapp 46 Auftritten.

Parallel entwickelte er sich zum Stammspieler der dänischen Jugendnationalmannschaften. Für die U17 kam er auf 13 Länderspiele und sechs Tore, für die U18 auf acht Einsätze und vier Treffer, und bereits für die U19 standen drei Partien mit zwei Toren zu Buche. Zweimal gehörte er sogar zum Kader der Profis von Midtjylland in der Europa League, ohne jedoch eingewechselt zu werden.

Der Wechsel nach Frankfurt, der nach übereinstimmenden Berichten zwischen drei und vier Millionen Euro kostete und teilweise mit dem Rückkehr-Transfer von Rasmus Kristensen verrechnet wurde, markierte den logischen nächsten Schritt für den Youngster.

Spielerprofil - Moderner abschlussstarker Neuner

Der größte Fokus richtet sich auf das, was Malik Pimpong auf dem Platz auszeichnet. Der Rechtsfuß wird primär als Linksaußen geführt, kann aber ebenso als Mittelstürmer oder auf dem rechten Flügel eingesetzt werden. Seine Größe von 1,90 Metern kombiniert er mit einer überraschenden Schnelligkeit und einem guten Timing im Zweikampf.

"Ich bin ein wuchtiger Spieler und recht flott.“ Auf Englisch ergänzte er, er sei ein „big player, physical player“ mit ein wenig Tempo. Das waren seine erste Selbsteinschätzung für die Fans der Eintracht im Vorstellungsvideo auf dem Vereinskanal.

Darüber hinaus hält Pimpong den Ball gut unter Druck, nutzt seinen Körper wie ein Zulu sein Schutzschild und bringt eine solide Technik mit, die ihm erlaubt, in engen Räumen zu agieren. Die Torquote spricht für sich: Er ist ein eiskaltes Abschlussmonster, der sowohl aus dem Spiel heraus als auch nach Flanken und Standards Gefahr ausstrahlt.

Die Vereinsverantwortlichen vergleichen ihn häufig mit Hugo Ekitiké, dem ehemaligen Frankfurter Stürmer, der bei der SGE den Sprung in die absolute Weltklasse schaffte. Beide teilen die Kombination aus Größe, Tempo, Ballbehauptung und technischer Qualität.

Sportdirektor Timmo Hardung fasste die Stärken bei der Verpflichtung zusammen:

„Malik ist ein großes Talent, das ein gutes athletisches Paket mitbringt. Er ist technisch versiert und kann Tore schießen. Gleichzeitig besitzt er eine gute Siegermentalität, und wir sind überzeugt, dass in ihm etwas Spannendes steckt.“

Auch der frühere Akademie-Leiter von Midtjylland, Flemming Broe, hatte bereits 2024 ähnliche Worte gefunden und betont, dass hinter dem athletischen und torgefährlichen Paket noch viel mehr verborgen liege. In meinen Augen ein potenzieller moderner Mittelstürmer der eiskalt in der Box zuschlägt, aber auch im Hold-up-Play glänzt und somit Mittelfeld und Angriff verbinden kann.

Die Entwicklungsfelder

Die Schwächen ergeben sich fast zwangsläufig aus der fehlenden Profi-Erfahrung. Pimpong hat bislang kein einziges Pflichtspiel im Herrenfußball absolviert. Der Sprung von der U19 in die Bundesliga bedeutet eine erhebliche Steigerung der physischen Intensität, des Tempos und der taktischen Komplexität.

Entscheidungsfindung unter Druck, das richtige Timing bei tiefen Läufen und die defensive Mitarbeit gegen den Ball sind Bereiche, in denen er sich noch beweisen und anpassen muss. Als junger Spieler mit großem Potenzial bleibt zudem die Frage der Konstanz über eine volle Saison hinweg offen – etwas, das sich nur im Wettkampf auf dem höchsten Niveau klären lässt.

Privater Hintergrund und mentale Prägung

Der private Hintergrund von Malik Pimpong ist eng mit dem Fußball verknüpft, ohne dass er sich darauf ausruhen wollte. Sein Vater Razak Pimpong, geboren 1982 in Accra, kam als junger Spieler nach Dänemark, absolvierte über 100 Spiele für Midtjylland und später für den FC Kopenhagen, spielte in Norwegen und Ägypten und bestritt zehn A-Länderspiele für Ghana, darunter drei bei der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland.

Malik wuchs in diesem Umfeld auf. In einem Interview aus dem Jahr 2024 beschrieb er seine Kindheit als weitgehend normal, auch wenn es natürlich etwas Besonderes sei, einen Vater zu haben, der selbst im Geschäft war. Von klein auf trainierten Vater und Sohn gemeinsam, der Ball war ständiger Begleiter, und Razak gab praktische Tipps auf dem Platz. „Ich habe einen Fußball fast bekommen, als ich geboren wurde“, erzählte Malik, und fügte hinzu, dass sein Vater ihm schon Stiefel gab, als er gerade laufen lernte.

Entscheidend ist jedoch die Haltung, die der Sohn daraus entwickelte.

„Ich will nicht davon leben, dass ich Pimpong heiße. Es geht um hartes Arbeiten jeden Tag im Training und in den Spielen“, betonte er. Ich bin stolz auf die Unterstützung meiner Eltern, will aber meinen eigenen Weg gehen."

Diese Haltung – das bewusste Ablehnen einer bloßen Namens-Erblast und das Betonen von täglicher Arbeit – zeigtt seine Mentalität. Der Wettbewerb in den Jugendnationalmannschaften motiviert ihn zusätzlich. Die ghanaische Herkunft des Vaters öffnet zudem die Option, später einmal für die Black Stars zu spielen, auch wenn er bislang ausschließlich für dänische Jugendauswahlen auflief.

Die frühe und intensive Fußballsozialisation, gepaart mit dem Wunsch, sich selbst zu beweisen, dürfte ihm helfen, den Druck eines Transfers in die Bundesliga besser zu verarbeiten. Zudem wird sein Vater ihn mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn er mal mental struggeln sollte.

Potenzialeinschätzung: 8,5 / 10

Ich würde sein Entwicklungspotenzial bei 8,5 von 10 ansetzen. Die Acht kommt von dem, was schon sichtbar ist: eine außergewöhnliche Jugend-Torquote, ein Körper von 1,90 Metern mit Tempo, Abschluss und Ballbehauptung, echte Positionsflexibilität und eine Mentalität, die sich bewusst vom Vater-Namen abgrenzt.

Frankfurt hat genau solche Profile schon einmal zur Blüte gebracht, und ein Vertrag bis 2031 zeigt, dass der Verein an einen langen Entwicklungsweg glaubt. Die halbe Note Abzug ist zwingend, weil das größte Risiko noch nicht ausgeräumt ist: Pimpong hat null Pflichtspiele im Herrenfußball.

Zwischen U19-Torschützenkönig und belastbarem Bundesliga-Angreifer liegt ein harter Sprung in Tempo, Zweikampfhärte und Konstanz. Eine 9 oder 10 würde ich nur vergeben, wenn er das bereits auf Seniorenniveau angedeutet hätte. So bleibt er ein sehr hohes, aber noch unbewiesenes Potenzial – mit realistischer Chance auf einen Leistungsträger bei der SGE und einer Außenseiterchance auf deutlich mehr.

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Sascha

Ein holländischer Pirlo für den BVB? | Joey Veerman (27) in der Analyse

Joey Veerman gehört zu den profiliertesten Spielmachern, die die Eredivisie in den vergangenen Jahren hervorgebracht hat. Der 1,85 Meter große Rechtfuß aus dem nordholländischen Purmerend hat sich vom lokalen Talent zum mehrfachen Meister und nun zum Spieler einer europäischen Topadresse entwickelt. Seine Geschichte ist eine von geduldigem Aufstieg, technischer Brillanz und einer Mentalität, die ebenso oft gelobt wie kritisiert wurde. Da der BVB ihn nun verpflichtet hat, wollen wir ihn für euch analysieren (Bild: IMAGO / DeFodi Images).

In den engen Gassen von Volendam, wo der Geruch von frischem Fisch und der Wind der Zuiderzee den Alltag prägen, wuchs ein Junge heran, der später den Spitznamen „Paling Pirlo“ tragen sollte. Joey Veerman, der 27-jährige Niederländer mit dem präzisen rechten Fuß und dem unerschütterlichen Blick für den entscheidenden Pass, hat über Jahre hinweg die Eredivisie mit seiner Spielintelligenz und seiner unnachgiebigen Art geprägt.

Bei PSV Eindhoven wurde er zum Meistermacher, zum Assist-König und zum Spieler, der mit ruhiger Hand und kühlem Kopf ganze Spiele orchestrierte. Doch während andere längst den Sprung in eine der großen europäischen Ligen wagten, wartete Veerman – geduldig, selbstbewusst und manchmal frustriert – auf den richtigen Moment respektive den richtigen Verein.

Am 16. August 2026 löste Borussia Dortmund die Ausstiegsklausel von rund 22 Millionen Euro und holte den Mann, der gesagt hatte:

„Dortmund ist ein toller Verein … eine großartige Chance für mich, auf die ich schon seit Jahren gewartet habe."

Was wie das Ende einer Ära in Eindhoven klingt, könnte der Beginn einer neuen Geschichte im Signal Iduna Park sein. Denn Veerman bringt nicht nur Tore und Vorlagen mit, sondern eine Persönlichkeit, die polarisiert, begeistert und nie versteckt, was sie denkt. Die Frage ist nicht mehr, ob er bereit für die Bundesliga ist – sondern, wie schnell er Dortmund mit seinem Spiel und seinem Charakter prägen wird. Dem gehen wir in dieser Spieleranalyse auf den Grund.

Werdegang - Vom Dorfjungen zum dreifachen Meister

Veerman begann früh mit dem Fußball. Schon mit vier Jahren kickte er bei RKAV Volendam, zwei Jahre später wechselte er in die Jugend von FC Volendam. In der engen Dorfgemeinschaft, in der Handball in der Familie eine große Rolle spielte – sein Vater Richard war ein anerkannter Handballer –, entwickelte sich der Junge zu einem Spieler, der das Spiel mit dem Fuß statt der Hand dominierte.

Mit 17 Jahren debütierte er 2016 in der Eerste Divisie. In drei Spielzeiten bei Volendam zeigte er bereits die Qualitäten, die ihn später auszeichnen sollten: präzise Pässe über große Distanzen und ein ausgeprägtes Spielverständnis.

2019 holte ihn sc Heerenveen für rund 550 Tausend Euro in die Eredivisie. Dort reifte er zum Publikumsliebling und wurde 2021 zum Spieler des Jahres gewählt. Im Januar 2022 folgte der Sprung zu PSV Eindhoven für etwa sechs Millionen Euro. Bei den Eindhovenern entwickelte er sich zur zentralen Figur.

Mit PSV gewann er drei Meisterschaften in Folge (2024, 2025 und 2026), zwei KNVB-Pokale und dreimal die Johan-Cruijff-Schaal. In der Saison 2023/24 führte er die Assist-Liste der Liga an und steuerte in 41 Pflichtspielen sieben Tore und 19 Vorlagen bei. Auch in der Champions League setzte er Akzente: In der Spielzeit 2025/26 gehörte er zu den Spielern mit den meisten linienbrechenden Pässen.

Im August 2026, nach einer roten Karte in der Johan-Cruijff-Schaal und einem starken Auftritt gegen Excelsior, löste Borussia Dortmund seine Ausstiegsklausel für 22 Millionen Euro. Veerman unterzieht sich der medizinischen Untersuchung und soll einen Fünfjahresvertrag unterschreiben. Für ihn ist es der langersehnte Schritt in eine Top-Liga.

Spielerprofil - Der passstarke und progressive Sechser

Veermans Spiel dreht sich um Kontrolle und Progression. Er agiert bevorzugt als tiefer Spielmacher oder als Achter in einem Doppelsechs- oder Dreier-Mittelfeld. Seine größte Stärke ist die Passqualität. Kurze und lange Bälle, Steilpässe und Flanken beherrscht er auf sehr hohem Niveau. In der Champions League 2025/26 lag er bei den progressiven Pässen und den Bällen in die letzte Drittel-Zone in der europäischen Spitze.

Seine Übersicht erlaubt es ihm, unter Druck Lösungen zu finden und das Spieltempo zu diktieren. Dazu kommen starke Standards und gefährliche Fernschüsse. In der Eredivisie war er über Jahre hinweg einer der besten Vorlagengeber – in manchen Kalenderjahren sogar weltweit führend bei Assists. Seine größte Stärke ist jedoch sein Steilpass. Er kann einen Mitspieler mühelos in eine Eins-gegen-Eins-Situation mit dem Torwart bringen.

Er ist pressresistent und besitzt eine hohe Spielintelligenz kombiniert mit einer eleganten Ballführung. Sein erster Kontakt ist extrem versiert, und er kann das Spiel dank seiner Handlungsschnelligkeit mit einem einzigen Pass entscheiden. Peter Bosz lobte ihn als Spieler, mit dem man „dreimal Meister werden kann“ und der trotzdem selbstkritisch bleibt.

Darüber hinaus bringt er gleichermaßen durch seine Größe von 185 cm eine wahre Dominanz in der Luft mit. Laut Sofascore konnte er letzte Saison ganze 69 Prozent seiner Luftduelle gewinnen und gehörte damit zur Elite der höchsten niederländischen Spielklasse.

Die Entwicklungsfelder

Die Schwächen liegen vor allem im athletischen und defensiven Bereich. Sein Sprinttempo ist begrenzt und liegt mit knapp 32,6 km/h deutlich unter dem Durchschnitt eines modernen zentralen Mittelfeldspielers. Auf engen Raum fehlt ihm manchmal die Agilität, so dass er die Bälle zu lange hält und dadurch das Tempo verschleppt. In intensiveren Ligen mit weniger Zeit und Raum wird er sich anpassen müssen, sonst drohen Ballverluste.

Gegen den Ball ist er zwar in der Luft ein wahres Monster, aber am Boden solide bis schwach. Seine Zweikampfquote am Boden liegt mit 56 Prozent im soliden Bereich, doch das abfangen gegnerischer Pässe ist mit 0,9 pro Spiel eher als schwach zu bewerten. Diese Werte könnten sich in der hochwertigeren Bundesliga weiter verschlechtern, sollte er an diesen Defiziten nicht arbeiten.

Privater Hintergrund, Charakter & Mentalität

Veermans Wurzeln in Volendam prägen ihn bis heute. Das Fischerdorf, bekannt für seine enge Gemeinschaft und den direkten Umgang, hat einen Spieler hervorgebracht, der ungeschminkt sagt, was er denkt.

„Ich bin nicht jemand, der am Samstagabend bei einem Glas Wasser sitzt, wenn ich frei habe. Da bin ich ganz ehrlich“, räumte er selbst ein.

Seine Eltern, besonders der handballbegeisterte Vater, gaben ihm Stabilität, doch die Mentalität des Dorfes – genießen, ehrlich sein, nicht künstlich wirken – blieb. Jugendfreunde berichten von einem Jungen, der immer gewinnen musste und bei Niederlagen weinte, zugleich aber das Leben nicht zu ernst nahm.

Diese Mischung aus Siegeswillen und Lebensfreude führte zu Widersprüchen. Ronald Koeman kritisierte mehrfach Veermans „Charakter“ und bevorzugte andere Spieler. Veerman reagierte darauf scharf:

„Wenn er mich nicht aufgrund meiner Qualitäten nominiert, ist das völlig in Ordnung. Aber komm mir bloß nicht mit Charakter. Das fängt langsam an, mich zu ärgern.“

Er empfand die öffentlichen Bemerkungen als unnötig und erklärte, der Bondscoach müsse ihn nicht mehr anrufen. Gleichzeitig gilt er bei Teamkollegen und Trainern als selbstkritisch und verantwortungsbewusst. Bosz betonte, er habe „ein Top-Charakter“.

Die Familie – Partnerin Chantalle Schilder, ebenfalls aus Volendam, und die Söhne Frenkie Joe (geboren 2023) und ein weiteres Kind – gibt ihm Bodenhaftung. Nach dem Debüt in der Nationalmannschaft eilte er zur Geburt seines ersten Sohnes ins Krankenhaus.

Die Volendamer Unbekümmertheit half ihm, Druck abzubauen und kreativ zu bleiben. Sie machte ihn aber auch angreifbar für Vorwürfe, er sei zu „easy-going“ oder ein Schönwetterspieler. In Wahrheit arbeitete er hart – er lief bei Heerenveen oft die meisten Kilometer – und entwickelte sich kontinuierlich weiter. Die Enttäuschungen früherer Transferversuche (unter anderem zu Brentford und Fenerbahçe) und die Kritik von Koeman scheinen ihn eher gestärkt als gebrochen zu haben. Er blieb geduldig und wartete auf den richtigen Schritt.

Potenzialeinschätzung: 8 / 10

Bei Borussia Dortmund trifft Veerman auf eine Mannschaft, die nach kreativer Kontrolle und progressivem Spiel aus dem Mittelfeld sucht. Sein Profil als aufbauender Sechser, der das Spiel öffnet und Assists liefert, ergänzt die dynamischeren und defensiveren Optionen im Kader. Dortmund braucht Spieler, die unter Druck ruhig bleiben und die Offensive anspielen können – genau das, was Veerman in der Eredivisie und Champions League bewiesen hat.

Die intensivere Bundesliga und die höheren Anforderungen im Zweikampf und Tempo werden ihn fordern. Sein begrenztes Sprintvermögen und Defensivverhalten könnten in manchen Spielen sichtbar werden, doch seine Übersicht und Passqualität können den Unterschied machen, besonders wenn er Partner an der Seite hat, die Absicherungsarbeit übernehmen.

Mit 27 Jahren steht er in seiner besten Phase. Sein Potenzial reicht aus, um in der Bundesliga und Champions League eine wichtige Rolle zu spielen. Wenn er sich an die höhere Intensität anpasst und defensiv noch den Feinschliff erhält, kann er zu einem stabilen Leistungsträger werden, der Dortmunds Spielkultur mit präzisen Bällen und Spielintelligenz enorm bereichert, weshalb ich sein Entwicklungspotenzial mit einer 8 bewerte.

Die Tatsache, dass er Jahre auf diesen Schritt gewartet hat und nun bewusst zum BVB geht, deutet darauf hin, dass er mental bereit ist. Für die Westfalen ist es ein erschwinglicher Transfer, der Qualität und Charakter in Form eines ehrlichen, selbstbewussten und technisch hochbegabten Mittelfeldspielers bringt.

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Spieleranalyse | Darum sollte der BVB Hector Fort (20) verpflichten

Borussia Dortmund hat in den vergangenen Jahren immer wieder bewiesen, dass es junge, athletische und entwicklungsfähige Außenverteidiger besser als fast jeder andere Klub entwickeln kann. Héctor Fort passt in dieses Bild, als wäre er eigens dafür gemacht worden. Tempo, Explosivität, Porgression und eine Menge Potenzial – all das, was den BVB-Stil ausmacht, besitzt der Spanier bereits. Daher wollen wir euch in diesem Artikel erzählen, warum der BVB bei Fort zuschlagen sollte. (Bild: IMAGO / DeFodi Images)

Er ist 20 Jahre alt, 1,85 Meter groß und trägt den Nachnamen, der wie ein Versprechen klingt: Fort. Héctor Fort García, geboren und aufgewachsen im Schatten des Camp Nou, war einmal das nächste große Versprechen der La Masia. Heute steht der Rechtsverteidiger an einem Scheideweg. Barcelona öffnet die Tür für andere Klubs und plant ohne den talentierten Rechtsfuß.

Letzte Saison an den FC Elche ausgeliehen, überzeugte er durch starke Leistungen u.a. die Scouts des FC Everton, Liverpool, Inter, Fulham und auch die Verantwortlichen des BVB. Da es schon zu konkreten Gesprächen mit den Westfalen gekommen ist, liegt ein Transfer in einem durchaus realistischen Bereich, und eine Ablöse würde erschwingliche 20 Millionen Euro bedeuten.

Werdegang eines echten La Masia-Produkts

Héctor Fort García, geboren am 2. August 2006 in Barcelona, ist ein typisches Kind der katalanischen Fußballkultur. Er wuchs im Viertel Les Corts auf, nur einen kurzen Fußweg vom Camp Nou entfernt, und trat 2011 der Penya Blaugrana Anguera bei. Dort fiel er bereits als Kind durch seine außergewöhnliche Physis und Torgefährlichkeit auf – als Stürmer soll er in einer Saison über 80 Tore erzielt haben.

Der Wechsel zur La Masia folgte dementsprechend früh, und Fort durchlief systematisch alle Jugendteams des FC Barcelona. In der Saison 2022/23 gehörte er bereits zum Juvenil A und absolvierte alle sechs Partien der UEFA Youth League.

Sein Durchbruch in die Seniorenmannschaft kam rasant. Im Dezember 2023 debütierte der damals 17-Jährige in der Champions League beim 2:3 gegen Royal Antwerp von Beginn an. Unter Xavi Hernández kam er in der Saison 2023/24 und 2024/25 zu insgesamt rund 30 Einsätzen für die erste Mannschaft, darunter auch in der Liga und im Pokal, wobei er zeitweise sogar als Linksverteidiger aushalf.

„Héctor Fort war brillant. Denkt daran, dass das nicht seine Position ist. Er spielt mit Leichtigkeit, mit Persönlichkeit, ohne Angst und mit dem Willen zum Erfolg. Das ist der Schlüssel“, lobte ihn Xavi während der Saison.

Nach dem Trainerwechsel zu Hansi Flick und der Konkurrenzsituation auf der Rechtsverteidigerposition (Jules Koundé u.a.) wurde er im September 2025 für eine Saison an den Aufsteiger Elche ausgeliehen. Dort sammelte er wertvolle Minuten: In etwa 17 Pflichtspielen (davon 14 in der Liga) steuerte er drei Tore und zwei Vorlagen bei, bevor eine Schulterverletzung ihn für mehrere Monate außer Gefecht setzte.

Im Sommer 2026 kehrte er zum FC Barcelona zurück (Vertrag noch bis 2029), und kämpfte in der Vorbereitung nun erneut um eine Rolle in der ersten Mannschaft – doch Hansi Flick soll sich gegen ihn und für Xavi Espart (19) entschieden haben, was den Weg für zahlreiche interessierte Vereine frei gemacht hat.

Spielerprofil - Der moderne und vielseitige Außenverteidiger

Fort verkörpert den Typus des modernen Außenverteidiger, der sowohl defensiv stabil als auch offensiv gefährlich ist. Mit 185 cm und 78 Kilogramm bringt er eine beeindruckende Physis für sein Alter mit. Seine größte Stärke liegt in der Kombination aus Explosivität, Geschwindigkeit und athletischer Robustheit. Er gewinnt Laufduelle, deckt viel Raum ab und kann auf beiden Seiten der Abwehr eingesetzt werden – ein Vorteil, den Xavi bereits früh nutzte.

„Er ist physisch ein sehr starker Junge, der nie kompliziert spielt. Er erfindet nichts, sondern spielt, was er sieht, und greift Räume im idealen Moment an. Er ist bereit, spielt mit Persönlichkeit und ohne Angst vor dem Scheitern. Er hat den Willen zum Erfolg, und das ist der Schlüssel“, lobte Xavi ihn nach einem starken Auftritt auf ungewohnter Position.

Offensiv sticht Fort durch seine Vorstöße, die Fähigkeit zum Kombinationsspiel und gelegentliche Torgefährlichkeit hervor. Bei Elche bewies er, dass er als Außenverteidiger, oder sogar etwas eingerückt gefährlich werden kann: Er trifft und legt auf, hält den Ball unter Druck und sucht den finalen Pass oder die Flanke. Seine Ballkontrolle, das Kurzpassspiel und die Entscheidungsfindung haben sich über die Jahre der Masia-Ausbildung deutlich verbessert.

Defensiv punktet er mehr mit sehr guter Positionierung, Antizipation statt durch sein Zweikampfverhalten. Er ist keiner der ständig in Herausforderungen geht, sondern liest das Spiel und unterbindet Angriffe oft durch rechtzeitiges abfangen der gegnerischen Pässe. Im Kopfballspiel ist er mit 54,5 Prozent gewonnenen Duellen solide für sein Alter.

Die Entwicklungsfelder

Schwächen zeigen sich vor allem in der noch nicht vollständig ausgereiften Konstanz und der begrenzten Erfahrung auf höchstem Niveau. Seine Flankenqualität gilt als ausbaufähig, und in Phasen hoher Intensität kann die defensive Aggressivität noch zunehmen - dies auch im defensiven Eins-gegen-Eins, wo er nur durchschnittliche 45,8 Prozent seiner Zweikämpfe gewinnt und vor allem gegen besonders agile Gegenspieler Defizite offenbart.

Die Verletzungsanfälligkeit (Schulterprobleme, muskuläre Beschwerden) hat seine Entwicklung zeitweise gebremst, und die Ruhe unter Dauerdruck der absoluten Elite muss sich weiter festigen. Dennoch bleibt der Gesamteindruck der eines intelligenten, lernwilligen und athletisch außergewöhnlich begabten Verteidigers, der sowohl defensiv zuverlässig als auch offensiv mehrwertstiftend ist.

Privater Hintergrund, Charakter & Mentalität

Fort stammt aus einer bodenständigen Familie aus Les Corts. Seine Mutter Cristina García arbeitet als Friseurin und Stylistin im Viertel, der Vater Sergi führt ein Familienunternehmen im Bereich Industrieräder und -halterungen und spielte selbst Fußball. Die Familie ist eng mit dem Viertel und dem FC Barcelona verbunden – die Eltern heirateten in der örtlichen Kirche an der Plaça de la Concòrdia, in der auch Fort getauft wurde und wo er als Kind seine ersten Ballkontakte hatte.

Noch heute lebt er bei den Eltern, studiert parallel Betriebswirtschaft (ADE) im Fernstudium und teilt mit dem Vater die Leidenschaft fürs Angeln sowie anschließendes gemeinsames Kochen. Ein Tattoo am Unterarm mit den Eltern, Geburtsdaten und der Kirche unterstreicht die enge familiäre Bindung.

Dieser Hintergrund prägt Forts Mentalität spürbar. Die Nähe zur Heimat und der Familie vermittelt Bodenständigkeit und Demut, trotz des frühen Rampenlichts. Er gilt als extrovertiert und teamorientiert abseits des Platzes, auf dem Rasen jedoch als harter Konkurrent, der Niederlagen schlecht verkraftet und sich in schwierigen Situationen erst recht aufbäumt.

„Er ist ein Wettbewerbs-Tier“, heißt es aus dem Umfeld. Die frühen Erfolge als Torschütze und der rasche Aufstieg in die erste Mannschaft haben Selbstbewusstsein und Persönlichkeit gestärkt, ohne dass er den Bezug zur Realität verloren hätte. Die Leihstation in Elche, inklusive Verletzung und der Notwendigkeit, sich in einem neuen Umfeld zu beweisen, dürfte seine Resilienz und Reife weiter gefördert haben.

Die enge Verbindung zum Barça-Umfeld und Freunden wie Lamine Yamal oder Pau Cubarsí zeigt Loyalität, zugleich aber auch den Ehrgeiz, sich durch Leistung durchzusetzen – Eigenschaften, die aus dem stabilen familiären und lokalen Fundament gespeist werden.

Potenzial-Einschätzung: 8,5 / 10

Borussia Dortmund hat in der Vergangenheit Interesse an Fort signalisiert und bleibt in aktuellen Gerüchten rund um einen möglichen Abschied aus Barcelona im Gespräch. . Forts Physis, seine Tempo- und Ausdauerwerte, die Vielseitigkeit auf beiden Flügeln sowie der offensive Drang machen ihn zu einem interessanten Kandidaten für den BVB.

Dort könnte er unter einem Nico Kovac, der junge Spieler fordert und fördert, schneller regelmäßige Minuten bekommen als im aktuell stark besetzten Barça-Kader. Die Mentalität – wettbewerbsorientiert, lernwillig und trotz lokaler Verwurzelung anpassungsfähig – passt gut zur Dortmunder Philosophie, in der Talent und Charakter oft den Ausschlag geben, was die jüngsten Beispiele Inacio und Reggiani unterstreichen.

Sein Potenzial ist hoch. Als einer der besten Außenverteidiger seines Jahrgangs mit bereits europäischer Erfahrung, Torbeteiligung auf Profi-Niveau und der Fähigkeit, auf mehreren Positionen zu funktionieren, birgt er das Zeug zu einem stabilen und gefährlichen Außenverteidiger der internationalen Topklasse.

Mit kontinuierlicher Spielpraxis, der weiteren Schärfung der defensiven Details und der Vermeidung längerer Verletzungspausen könnte er sich in den kommenden Jahren zu einem Stammspieler bei einem ambitionierten Klub in einer Top-Liga entwickeln – sei es in Barcelona, Dortmund oder einem anderen Verein.

Die Kombination aus La Masia-Ausbildung, physischen Anlagen und mentaler Stärke aus dem familiären Umfeld macht ihn zu einem Spieler, dem man eine erfolgreiche Karriere zutraut.

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Sascha

Der unterschätze Neuner | Kölns Thijs Dallinga (26) in der Analyse

Thijs Dallinga verkörpert den Typ des klassischen Mittelstürmers, der in einer Zeit der hybriden Angreifer immer noch mit einem klaren Profil überzeugt. Der 1,90 Meter große Niederländer hat in seiner noch jungen Karriere bereits Höhen und Tiefen erlebt, die seinen Charakter geprägt haben. Nun führt sein Weg in die Bundesliga zum 1. FC Köln, weshalb wir ihn für euch analysiert haben. (Bild: IMAGO / Ball Raw Images)

Es gibt Spieler, die man einfach übersehen kann – und solche, die man unterschätzt, bis sie einem mitten ins Gesicht springen. Thijs Dallinga gehört zur zweiten Kategorie. Der 1,90-Meter-Niederländer aus dem tiefsten Groningen kam nicht mit großem Tamtam, sondern mit einer schier unglaublichen Torquote aus der zweiten holländischen Liga, schoss Toulouse zum Pokalsieg und landete dann in Bologna – wo die Erwartungen größer waren, als das Vertrauen von Ex-Trainer Italiano.

Nun, im Sommer 2026, steht sein Name plötzlich wieder auf den Wunschlisten deutscher Klubs, allen voran beim 1. FC Köln und dem SV Werder Bremen, welcher von den Rheinländern im Werben um den Mittelstürmer ausgestochen wurde. Denn der Effzeh konnte eine Leihe mit Kaufoption in Höhe von elf Millionen Euro raushandeln.

Doch was steckt hinter diesem Stürmer, der mal wie ein klassischer Neuner der alten Schule wirkt und mal wie ein Spieler, der noch lange nicht am Ende seines Potenzials angekommen ist? Wir erzählen euch seine Geschichte, geprägt aus Verletzungen, mentaler Härte, ländlicher Bodenständigkeit und einem unbändigen Willen.

Werdegang - Vom verletzten Talent zum europäischen Torschützen

Seine Anfänge lagen bei VV Siddeburen und VV Hoogezand, bevor er 2012 in die Jugend von FC Emmen wechselte. Dort debütierte er 2017/18 im Profibereich und erzielte in acht Einsätzen der "Eerste Divisie" sein erstes Tor. Der Wechsel zum FC Groningen 2018, dem Klub, den er als Kind mit seinem Vater besucht hatte, brachte zunächst Enttäuschung.

Eine langwierige Bauchmuskelverletzung setzte ihn außer Gefecht und kostete ihn entscheidende Minuten in einer Phase, in der junge Spieler unbedingt Spielpraxis brauchen. „Das war mental sehr schwer“, verriet er später über diese Zeit. Er lernte jedoch die Frustration zu akzeptieren und weiterzumachen.

Der ablösefreie Transfer in die 2. Liga zu Excelsior Rotterdam 2021 wurde zum Durchbruch. In der Saison 2021/22 schoss Dallinga 32 Tore in 37 Ligaspielen und weitere vier in den Aufstiegs-Playoffs zur Eredivisie – insgesamt 36 Treffer in 43 Partien. Er führte den Kader zum Aufstieg in die Eredivisie und wurde Torschützenkönig der zweiten Liga.

Toulouse holte ihn 2022 für eine damalige Klubrekordsumme. In der Ligue 1 erzielte er in zwei Jahren 26 Ligatore (12 und 14), dazu weitere Treffer im Pokal (7) und der Europa League (4). 2022/23 wurde er mit sechs Toren Torschützenkönig des Coupe de France und schnürte im Finale gegen Nantes den entscheidenden Doppelpack – Toulouse gewann den ersten großen Titel der Vereinsgeschichte.

Im Sommer 2024 wechselte er für rund 16 Millionen Euro zum FC Bologna, wo er Joshua Zirkzee ersetzen sollte. Die Erwartungen waren hoch, die Realität eher ernüchternd. In zwei Serie-A-Spielzeiten kam er auf lediglich fünf Ligatore bei deutlich reduzierten Minuten (oft nur als Joker), während er in den Pokal (3)- und Europapokalwettbewerben (3) treffsicherer blieb – darunter ein Champions-League-Tor gegen Borussia Dortmund und Beiträge zum Coppa-Italia-Sieg.

Sein Marktwert sank von zeitweise 18 auf etwa neun Millionen Euro. Ein Länderspiel-Debüt unter Ex-Bondscoach Ronald Koeman für die Niederlande 2023 bleibt bisher der einzige Einsatz für die A-Nationalmannschaft.

Privater Hintergrund, Charakter und Mentalität

Die ländliche Herkunft in der Provinz Groningen und die enge familiäre Einbindung haben Dallinga eine Bodenständigkeit mitgegeben, die in der Fußballwelt selten geworden ist. Sein Vater Eisse-Reint erzählte stolz von den ersten Fußballschuhen, die der Großvater geschenkt hatte.

Die Verletzungszeit in Groningen forderte ihn mental heraus und lehrte ihn, Rückschläge nicht als Ende zu betrachten. Schon in der Jugend entwickelte er eine Tunnelvision: ab der U17 achtete er konsequent auf Ernährung und Schlaf.

„Ich lasse mich nicht verrückt machen“, betonte er während der Torflut bei Excelsior – "weder vom Hype noch von der Kritik."

Heute lebt er zusammen mit seiner Partnerin Liz, einer ehemaligen Hochleistungs-Volleyballspielerin, und dem gemeinsamen Sohn Nilo. Die beiden unterstützen sich gegenseitig aus dem Wissen um den Leistungsdruck des Profisports. Neben dem Fußball interessiert er sich für Golf, liest und beschäftigt sich mit Finanzen und Märkten – eine Leidenschaft, die während des Übergangs vom Junioren- zum Seniorenbereich begann und ihm Balance gibt.

Seine Torjubel-Geste, die Hand unter dem Kinn, erklärt er so: Man müsse alles immer mit erhobenem Kopf angehen. Diese Haltung – nüchtern, selbstkritisch, familienorientiert und langfristig denkend – hilft ihm, Phasen mit wenig Spielzeit und öffentlicher Kritik zu überstehen, ohne den Glauben an die eigene Qualität zu verlieren.

Spielerprofil - Der arbeitswillige Mittelstürmer alter Schule

Dallingas größte Qualität liegt in der Strafraumarbeit. Er besitzt ein ausgeprägtes Gespür dafür, wann und wo er sich positionieren muss. Seine Läufe sind oft unauffällig, aber präzise getimt – er taucht genau dann im Rücken der Innenverteidiger oder im Zentrum der Box auf, wenn der Ball kommt. Das macht ihn zu einem typischen „Torjäger“, der Chancen effizient verwertet und dabei ein wenig an Jan-Klaas Huntelaar erinnert.

In seinen besten Phasen bei Excelsior und Toulouse lag seine Abschlussquote bei unfassbar hohen 42,6 Prozent; er brauchte relativ wenige Torschüsse (75), um Buden (32) zu erzielen. Besonders gefährlich ist er bei Standards, Hereingaben von den Außen und bei Abprallern, weil er den Ball ruhig und platziert verarbeitet, statt hektisch zu werden.

Seine Körpergröße von 1,90 Metern und die Fähigkeit, Bälle in der Luft zu behaupten, sind weitere klare Pluspunkte. Er gewinnt Luftzweikämpfe nicht durch pure Kraft, sondern durch gutes Timing und Reaktionsschnelligkeit.

Hinzu kommt eine solide Ballmitnahme unter Druck und die Fähigkeit, den Ball mit dem Rücken zum Tor zu halten und weiterzuleiten, auch wenn das "Hold-up-Spiel" nicht seine absolute Kernkompetenz ist. In Phasen, in denen er in Form ist, wirkt er als kompletter Mittelstürmer, der sowohl als Zielspieler, als auch als "Finisher" funktioniert.

Mentalität und Arbeitseinstellung skalieren diese Stärken. Dallinga gilt als extrem selbstkritisch und trainingsfleißig. Ehemalige Trainer und Mitspieler beschreiben ihn als echten Gewinnertypen, der auch nach Fehlern oder Rückschlägen weiterarbeitet und Verantwortung übernimmt. Das erklärt, warum er nach Verletzungen und schwierigen Phasen immer wieder zurückgekommen ist.

Marinus Dijkhuizen (sein Trainer bei Excelsior in der Rekordsaison 2021/22) sagte über ihn:

„Er ist gut und wird noch viel besser werden. Ein echter Gewinner, seine Mentalität ist großartig. Thijs ist jemand, der Verantwortung für seine eigene Entwicklung übernimmt, Opfer bringt, Gas gibt und einfach alles gewinnen will, auch im Training. Er ist auch sehr selbstkritisch.“

Wer unter Vincenzo Italiano gespielt hat, wird natürlich auch gegen den Ball bestens ausgebildet, weshalb Dallinga auch in einem modernen Pressingsystem zuverlässig und effektiv mitarbeitet und sich nicht dafür zu schade ist, auch einem aufbauenden Verteidiger mit einem Tackling zuzusetzen.

Die Entwicklungsfelder

Die größte Limitation liegt in der Explosivität. Dallinga verfügt nicht über die absolute Höchstgeschwindigkeit, um konstant hinter die letzte Linie zu sprinten und Top-Innenverteidiger rein physisch zu dominieren. Gegen organisierte und schnelle Abwehrreihen fällt es ihm schwerer, Räume hinter der Kette zu nutzen. Er ist auf gutes Timing und die Zuarbeit der Mitspieler angewiesen – wenn diese fehlt oder die Gegner ihn eng decken, bekommt er Probleme.

Im direkten Duell fehlt ihm oft die nötige Aggressivität und Robustheit. Er selbst hat in Interviews eingeräumt, dass er in Zweikämpfen – besonders am Boden und in der Luft – noch bissiger werden muss. Gegen körperlich starke und taktisch disziplinierte Verteidiger (wie sie in der Serie A häufig vorkommen) verlor er zu viele Duelle oder war zu leicht vom Ball zu trennen. Das Hold-up-Spiel ist zwar solide, aber nicht dominant genug, um das Spiel systematisch an sich zu reißen und Mitspieler in Szene zu setzen, wenn er isoliert wird.

Dazu kommt die Frage der Konstanz. In der zweiten holländischen Liga und in der Ligue 1 wirkte er wie ein sicherer Torjäger. In Bologna zeigte sich, dass er unter höherem taktischem Druck, bei weniger Räumen und in einer Rotation mit mehreren starken Angreifern Schwierigkeiten hat, sein Niveau über längere Zeit zu halten. Die Entscheidungsfindung unter Druck und die Beteiligung am Spielaufbau sind verbesserungswürdig – er ist kein Spieler, der das Angriffsspiel von sich aus orchestriert.

Potenzial-Einschätzung: 7 / 10

Der 1. FC Köln sucht derzeit einen klassischen Mittelstürmer als Ergänzung und Konkurrenz zum verletzungsanfälligen Ragnar Ache. Dallinga passt in dieses Profil: erfahrener, europäisch erprobter Mittelstürmer mit Größe, Abschlussqualität und der nötigen Mentalität für eine Bundesliga-Herausforderung. Das deutsche Oberhaus ist physisch weniger "dreckig" und oft offensiver als die Serie A; hier könnte sein Strafraumgespür und seine Präsenz bei Standards und Flanken wieder stärker zur Geltung kommen.

Sein Potenzial liegt nicht im Weltklasse-Bereich, sondern in der Rolle eines zuverlässigen, zweistelligen Torschützen (10-15 Tore) für einen ambitionierten Bundesligisten. Mit 26 Jahren und der mentalen Reife aus Verletzungen, Aufstiegen und Rückschlägen besitzt er noch Spielraum, die Form der Toulouse-Jahre zurückzugewinnen und gleichzeitig an den physischen und taktischen Defiziten zu arbeiten.

Gelingt ihm der Neustart, kann er Köln als klare Alternative und Startelfkraft bereichern und sich selbst wieder in den Fokus der niederländischen Nationalmannschaft spielen. Die Kombination aus Talent, Erfahrung und Charakter macht ihn zu einem interessanten Kandidaten – vorausgesetzt, er bekommt die Minuten und das Vertrauen, die er für seine besten Leistungen braucht.

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Sascha

Hitzköpfiger Pole im Anflug auf die Bundesliga? | Lubins Marcel Reguła (19) in der Analyse

Marcel Wojciech Reguła (19) von Zagłębie Lubin ist einer der interessantesten jungen Offensivspieler der polnischen Ekstraklasa. Der 1,81 Meter große offensive Mittelfeldspieler hat in der vergangenen Saison den Sprung vom hoffnungsvollen Talent zum besten Jungspieler der Liga geschafft. Das hat auch Interesse aus der Bundesliga geweckt, wo mit dem BVB und dem 1. FC Köln gleich zwei Protagonisten um die Unterschrift des Youngsters streiten. Doch was macht ihn so begehrenswert? (Bild: IMAGO / Ball Raw Images)

Mit einem spektakulären Fallrückzieher im Derby gegen den Erzrivalen Śląsk Wrocław meldete sich Marcel Reguła im November 2024 auf der großen Bühne der Ekstraklasa an – und seitdem lässt der ehrgeizige Junge aus dem kleinen Dorf Targoszyn nicht nur die gesamte polnische Fußballszene, sondern inzwischen auch Scouts aus der Bundesliga und darüber hinaus nicht mehr los.

„Er fürchtet sich nicht, Risiko einzugehen, und respektiert keinen Gegner – egal, ob er als Stürmer, offensiver Mittelfeldspieler oder Flügelspieler eingesetzt wird. Er sucht den Zweikampf, ohne Respekt vor Alter oder Erfahrung. Und er akzeptiert keine Niederlage“, Worte des Zaglebie-Managers Rafał Ulatowski (53) die nur erahnen lassen, was der Jungprofi an Potenzial mitbringt.

Das 19-jährige Talent katapultierte seinen Marktwert in kürzester Zeit auf sieben Millionen Euro und könnte damit zum zweitteuersten Abgang in der Geschichte des Landes werden, sollte ein Transfer ins Ausland respektive der Bundesliga Zustandekommen. Wir werden in dieser Analyse den Jungen auf Stärken und Schwächen analysieren und euch verraten, warum der BVB und der Effzeh ihn jagen.

Werdegang - Fallrückziehertor im Derby

Reguła wuchs im Dorf Targoszyn in der Nähe von Jawor auf und begann seine fußballerische Laufbahn bei AKS Strzegom und Park Targoszyn. Schon als Siebenjähriger wurde er von Scouts des Śląsk Wrocław entdeckt und spielte zeitweise in deren Akademie. Die Familie entschied sich jedoch nach dem Saisonende 2014/15 bewusst für einen Wechsel zur Akademie von Zagłębie Lubin. Die Eltern waren überzeugt, dass dort die bessere langfristige Entwicklung möglich sei – eine Entscheidung, die sich im Rückblick als weitsichtig erwiesen hat.

Ab Oktober 2016 durchlief er alle Jugendmannschaften der Miedziowi. In der Reservemannschaft sammelte er ab 2023 erste Seniorenerfahrungen in der 4. Liga, bevor er im Herbst 2024 den Sprung in die Profimannschaft schaffte. Sein Debüt in der Ekstraklasa folgte Ende Oktober 2024, und bereits eine Woche später schrieb er sich mit einem spektakulären Fallrückzieher im Derby gegen Śląsk Wrocław in die Geschichtsbücher.

Der Vertrag wurde im Dezember 2024 vorzeitig bis Juni 2028 verlängert. In der Saison 2025/26 etablierte er sich endgültig als Stammspieler und wurde im Mai 2026 sogar zum Young Player of the Season der Ekstraklasa gewählt.

Privater Hintergrund, Charakter & Mentalität

Reguła stammt aus einem ländlichen Umfeld in Niederschlesien. Die Entscheidung der Eltern, ihn früh in eine professionelle Akademie zu geben und dabei bewusst den rivalisierenden Klub Śląsk zugunsten von Zagłębie zu verlassen, deutet auf eine zielgerichtete und disziplinierte familiäre Unterstützung hin.

Er selbst widmet Tore häufig seiner Familie und den Menschen, die ihn auf dem Weg begleitet haben. Als Kind war er ein ausgesprochener Barcelona-Fan und fasziniert vom Spielstil der Katalanen – ein Hinweis auf einen früh ausgeprägten Anspruch an den attraktiven Fußball.

Diese Herkunft und der späte physische Reifungsprozess (er galt als Spätentwickler) scheinen seinen Charakter stark geprägt zu haben. Trainer beschreiben ihn durchgehend als „bissig, aufsässig und unnachgiebig. Schon als Zehnjähriger erlebte er Niederlagen in Trainingsspielen extrem emotional und musste gewinnen. Sein Instinkt, Entscheidungen in Sekundenbruchteilen zu ändern und nach Ballverlusten sofort aktiv zu werden, wurde früh bemerkt.

Marcin Włodarski, der ihn in den U-Nationalmannschaften betreute, sprach von einer gesunden Selbstsicherheit, die sich mit den Jahren noch verstärkt habe.

“Eine komplizierte und schwierige Person – kommt drauf an, mit welchem Bein er aufsteht. Aber im Ernst: Marcel ist der ideale Typ für den Fußball. Unglaublich charakterstark.“
— Leszek Ojrzyński (sein Trainer bei Zagłębie Lubin)

Piotr Błauciak schätzte genau diese „Ungezogenheit“ auf dem Platz: Reguła murmelte und warf Kommentare zurück, aber er kämpfte um jeden Ball und kehrte sprintend in die Defensive zurück. Diese Mischung aus dörflichem Ehrgeiz, familiärer Entschlossenheit und früher Konkurrenzsituation hat offenbar eine Mentalität geformt, die Niederlagen nicht akzeptiert und Verantwortung sucht.

Spielerprofil - Eine Mischung aus El Mala und Saelemakkers

Marcel Reguła lebt von seiner Intensität und seinem Mut. Seine größte Stärke ist wie bei El Mala das Dribbling- und das 1-gegen-1: Er sucht den direkten Zweikampf, egal gegen wen, und lässt sich nicht einschüchtern. Trainer und Gegenspieler berichten übereinstimmend, dass er enge Räume öffnet und mit Tempo, kurzen Schritten, enger Ballführung und Körpertäuschungen an Gegnern vorbeikommt.

Besonders in offenen Situationen oder bei Kontern kann er mit einem plötzlichen Antritt und einer schnellen Richtungsänderung gefährlich werden. Sein Ballgefühl und die Geschwindigkeit, mit der er Entscheidungen trifft, heben ihn von vielen seiner Altersgenossen ab. Schon als Kind fiel seine Handlungsschnelligkeit auf – er ändert Entscheidungen in Sekundenbruchteilen und reagiert blitzschnell auf das, was um ihn herum passiert.

Dazu kommt wie beim Kölner Ausnahmetalent eine bemerkenswerte Torriecher- und Abschlussqualität. Der spektakuläre Fallrückzieher im Derby gegen Śląsk war kein Zufall, sondern Ausdruck einer akrobatischen und unkonventionellen Abschlussstärke. Er ist gierig auf Tore und nimmt Verantwortung in der Offensive an.

Seine Vielseitigkeit und Defensivverhalten ist ähnlich wie bei Saelemakkers ein weiterer Pluspunkt: Er kann als Zehner, auf dem Flügel oder sogar als hängende Spitze eingesetzt werden und fühlt sich im Strafraum besonders wohl. Regula bewegt sich so klug, dass er selbst in der Box oftmals anspielbar bleibt.

Mental ist er einer der stärksten jungen Spieler Polens. Er akzeptiert keine Niederlage, erlebt sogar Trainingsspiele extrem und bringt eine Siegermentalität mit, die Trainer als „Mentalität eines Gewinners“ beschreiben. Dieser Ehrgeiz und Verbissenheit machen ihn zu einem schwierigen, aber extrem wertvollen Charakter.

Auch wenn er kein klassischer Zweikämpfer ist, darf Regula als Pressingmonster bezeichnet werden! Pro Spiel gewinnt er laut Sofascore 5 Bälle vom Gegner zurück, und solide 52 Prozent seiner defensiven Bodenzweikämpfe, sowie sehr starke 66,7 Prozent seiner Luftduelle - Werte die ungewöhnlich gut für einen Offensivspieler sind und ihn damit für moderne Pressingsysteme qualifizieren.

Die Entwicklungsfelder

Schwächen liegen vor allem im physischen Bereich und in der noch begrenzten Erfahrung. Als Spätentwickler musste er zunächst körperlich aufholen, denn seine Werte in Sprintgeschwindigkeit, Sprungkraft und absoluter Durchsetzungsfähigkeit sind solide, aber nicht außergewöhnlich. In defensiven Phasen und bei hohen Pressingintensitäten kann die Konstanz noch schwanken.

Zwar besitzt Regula mit nur 60 Prozent erfolgreiche Pässe eine eher schwache Passquote, jedoch ist dies kein Zufall und kann mit der Spielweise von Zaglebie Lubin erklärt werden. Denn sein Team hat den geringsten Ballbesitz in der Liga und setzt auf einen tiefstehenden Block mit schnellen Umschaltmomenten. Bekommt unser Talent also den Ball, sind von ihm schnelle progressive und riskante Aktionen unter Druck gefordert, worunter naturgemäß die Passquote leiden kann.

Die gelben und vereinzelt roten Karten deuten darauf hin, dass der Ehrgeiz gelegentlich in Unkontrolliertheit und Hitzköpfigkeit umschlägt. Die Entscheidungsfindung unter dem Druck einer Top-Liga und die Konstanz über eine volle Saison hinweg sind die nächsten Entwicklungsschritte die er angehen muss um auf ein neues Level zu kommen.

Potenzial für die Bundesliga?

Ja, Marcel Reguła besitzt das Potenzial für die Bundesliga – und zwar nicht nur als Ergänzungsspieler. Sein Profil ist technisch stark, mutig und mental robust - passt gut zu Klubs, die junge, entwicklungsfähige Talente mit Persönlichkeit suchen. Das Interesse von Borussia Dortmund (deren Chefscout ihn 2026 live beobachtete) und dem 1. FC Köln zeigt, dass deutsche Scouts ihn bereits auf dem Radar haben.

Der Marktwert lag 2026 bei rund sieben Millionen Euro und dürfte bei einem Wechsel weiter steigen. Zagłębie-Präsident Paweł Jeż hat öffentlich erklärt, dass Reguła das Format für die besten Ligen Europas besitzt und eines Tages den teuersten Abgang der Klubgeschichte darstellen könnte.

Potenzial-Einschätzung: 8 / 10

Marcel Reguła besitzt auf einer Skala von 1 bis 10 ein Potenzial von etwa 8. Das bedeutet, dass er realistisch das Format hat, um sich in der Bundesliga als regelmäßiger Stammspieler bei einem soliden bis guten Verein zu etablieren und perspektivisch sogar in der polnischen A-Nationalmannschaft eine Rolle zu spielen – vorausgesetzt, er entwickelt sich weiter und trifft auf die richtigen Entscheidungen.

Sein größtes Kapital ist die Kombination aus Handlungsschnelligkeit, spielerischer Qualität, Siegermentalität und der Fähigkeit, in entscheidenden Momenten Verantwortung zu übernehmen. Die Tatsache, dass er in einem eher reaktiven, konterorientierten System bei Zagłębie Lubin groß geworden ist, hat seine Stärken im Umschaltspiel und im direkten Duell besonders gefördert.

Gleichzeitig fehlt ihm noch die absolute physische Robustheit und der Nachweis eines starken Passspiels in einer Mannschaft die auf Ballbesitz setzt. Ein Sprung in die absolute europäische Spitze (also Richtung 9 oder 10) erscheint aktuell weniger wahrscheinlich, weil ihm dafür noch die physische Dominanz, die absolute Entscheidungsreife und die Erfahrung für unterschiedliche Systeme fehlen. Dennoch ist ein Potenzial von 8 bereits sehr hoch und rechtfertigt die Aufmerksamkeit, die er derzeit aus der Bundesliga erfährt.

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