Sascha

Der neue Pogba? | Lucien Agoumé im Porträt

Vor einem Jahr gewann Inter Mailand das Rennen gegen Spitzenclubs wie Manchester City und dem FC Barcelona um das französische Toptalent Lucien Agoumé (18). Nach einigen vielversprechenden Einsätzen bei den Profis soll der ehemalige Akteur vom FC Sochaux nun den nächsten Schritt bei Aufsteiger Spezia Calcio machen.

Viele Tifosi fragen sich jedoch, wer ist dieser 18-jährige Rohdiamant? Agoumé wurde 2002 in Kamerun geboren, erlernte allerdings das Fußballspielen in Besancon, einer Großstadt im Osten Frankreichs, bevor er 2014 in den Jugendsektor des FC Socheaux wechselte, in der er eine exponentielle Entwicklung aufnahm.

In wenigen Jahren stieg er in der Hierarchie des Vereins auf, um im Februar 2019 mit dem Preis "Clairefontaine Spieler des Monats" ausgezeichnet zu werden, den der französische Erstligist aufgrund von außerordentlichen Leistungen und vor allem für Seriosität auf und neben dem Spielfeld vergibt.

Ligue 1-Debüt mit 16

Ein Zeichen dafür, dass der zentrale Mittelfeldmann nicht nur ein außergewöhnliches Talent ist, sondern ein fokussierter Profi, der sich auf eine Zukunft auf hohem Niveau konzentriert. Sein Debüt unter den Großen gab er im Oktober 2018 im zarten Alter von gerade mal 16 Jahren, aber erst ab Dezember 2018 begann er ziemlich regelmäßig im Mittelfeld von „Les Lionceaux“ zu spielen.

Sein damaliger Trainer Omar Daf schulte den eigentlichen Spielmacher in einen tiefliegenden Sechser um, welcher im 4-2-3-1-System der Franzosen den kreativen Part im defensiven Mittelfeld übernahm. In Frankreich begann man umgehend damit ihn aufgrund seiner herausragenden Technik und Physis mit Paul Pogba zu vergleichen.

In der Zwischenzeit begann Agoumé in der französischen Nationalmannschaft zu spielen, zunächst in der U-16 und dann in der U-17. Beide Auswahlteams führte er gar als Kapitän aufs heilige Grün. Vor allem bei der U17-Europameisterschaft in Irland demonstrierte der junge Franzose seine außerordentlichen Führungsqualitäten, wenngleich „Les Bleuets“ im Halbfinale gegen Italien ausschied.

Langsame Physis, jedoch schnell im Kopf

Trotz seines noch sehr jungen Alters ist er ein Spieler der immer den Ball fordert und bereit ist Verantwortung auf dem Platz zu übernehmen. Dabei schreckt er auch nicht vor 40-Meter-Pässen in die Vertikale zurück, ist bereit auch mal einen risikoreichen Pass zu spielen. Agoumé ist sicherlich nicht der Schnellste, aber genau mit seiner Fähigkeit in die Vertikale zu passen, kann er das Spiel schnell machen und dieses Defizit kompensieren.

Zudem weiss der 1,85 Meter großgewachsene Schlaks schon vor der Ballannahme genau was er mit dem Ball anfangen wird. Er scheint seinen Gegenspielern also mental immer einen Schritt voraus zu sein. Umso spektakulärer kommt diese Eigenschaft dann kombiniert mit seinem außerordentlichen Passspiel und seiner Übersicht rüber.

Situationen in den Agoumé auf engstem Raum den Ball mit nur ein bis zwei Kontakten verarbeitet, um ihn dann umgehend lang und vertikal in die Tiefe zu spielen sind keine Seltenheit beim Rohdiamanten und machen ihn zu einem brandgefährlichen Aufbauspieler, welchen man nicht zu lange unbeaufsichtigt lassen sollte.

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Getreu dem Motto „Pure Effizienz“

Darüber hinaus ist Spezias Leihgabe erschreckend zielstrebig für sein Alter, er zieht es immer vor mannschaftsdienlich zu spielen. Ein Faktor was für junge Talente nicht gerade typisch ist. Kein Geschnörkel oder Selbstdarstellerei, Lucien beschränkt sich auf die Essenz seines Spiels und könnte somit diesbezüglich als der „staubtrockene Buchhalter“ seines Teams bezeichnet werden.

Sollte der französische Juniorennationalspieler seine offensives Positionsspiel verbessern, und mehr Torgefahr entwickeln, dann käme er auch für die Position des „Mezzalas“ in Frage. Baustellen die Trainer Vincenzo Italiano sicherlich mit Inters „Rookie“ angehen wird.

Antonio Conte und Inter Mailand halten große Stücke auf ihr Juwel, daher soll der bis 2023 datierte Kontrakt um zwei weitere Spielzeiten im Voraus verlängert werden. In der vergangenen Saison war Lucien Agoumé fast immer auf der Bank der ersten Mannschaft vertreten, und es gelang ihm, drei Einsäte in Italiens höchster Spielklasse zu absolvieren. Inter wird genauso wie wir die Entwicklung ihres Ausnahmetalents mit Spannung verfolgen...

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Sascha

Auf den Spuren Kulusevskis? | Hans Nicolussi Caviglia (20) im Porträt

Es gibt nur wenige Spieler die innerhalb von nur einer Saison in der Serie C und der höchsten italienischen Spielklasse debütieren dürfen. Eigentlich nur einer und das war vorletzte Saison Hans Nicolussi Caviglia (20), welcher in der Ligapartie gegen Udinese Calcio für Juventus Turin seine ersten Profiminuten absolvieren durfte und damit einen Rekord aufstellte.

Zum ersten Mal mit den "Großen" gegen Udinese von Max Allegri aufgeboten zu werden, das hätte sich der italienische U21-Nationalspieler aus dem Aostatal wohl kaum erträumen können. Stattdessen ging Nicolussis Traum in der 79. Minute tatsächlich in Erfüllung.

Allegri hatte ihn einige Minuten zuvor zum Aufwärmen geschickt. Als das Ergebnis sicher schien - etwa zehn Minuten vor Schluss - drehte er sich zur Bank und rief ihm zu: "Du bist dran". Der vierte Offizielle kündigt den Wechsel an. Schnell weg mit der Trainingsjacke! Nicolussi kommt für Moise Kean ins Spiel, das andere im Jahr 2000 geborene Talent, welches gerade einen Doppelpack für den italienischen Rekordmeister schnüren konnte.

Mit der Nummer 41 auf dem Rücken (14 ist seine eigentliche Lieblingszahl wegen Vorbild Johan Cruyff) und dem Applaus der Tifosi betritt er den Rasen der Allianz Arena. Bei der ersten Ballberührung feiert ihn das enthusiastische Publikum und schenkt ihm damit Sicherheit. Starke Emotionen. Im Laufe der Minuten schmilzt es langsam, dank der Unterstützung und dem kontinuierlichen Rauslaufen der Nervosität, dahin.

Selbstbewusst gegen SPAL

Um die erste Nominierung in den Erstligakader zu feiern, veröffentlichte er das Foto mit der Liste des Profikaders in seinem persönlichen Instagram-Profil, während er in den 79 Minuten, die er auf der Bank gegen Udinese verbrachte, keine Sekunde innehielt und Cristiano Ronaldo beobachtete.

"Cristiano trainieren zu sehen ist etwas Besonderes, von jeder Berührung des Balles lernt man etwas. Ich war beeindruckt von seinem Ehrgeiz“, so Juves Rookie.

Auch gegen SPAL Ferrara schenkte Allegri dem Jungspund sein Vertrauen und wechselte ihn ein. Im „Paolo Mazza" demonstrierte Nicolussi mit einigen guten Spielzügen, Selbstvertrauen und einem gefährlichen Distanzschuss, der von Keeper Viviano abgewehrt wurde, sein Können.

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Vom Aufstieg in die U23 und dem Debüt in der Serie A in einer Saison

Der in Aosta geborene Mittelfeldspieler Nicolussi Caviglia war der Dreh- und Angelpunkt des Primavera-Teams, was ihm zu acht Spielen mit Juventus B in der dritten Liga verhalf. In 18 Einsätzen konnte er als zentraler Mittelfeldspieler 4 Tore für die Primavera erzielen. Darüber hinaus wusste er auch in der UEFA Youth League mit drei Scorerpunkten (zwei Tore, ein Assist) in sechs Spielen zu überzeugen.

Nicolussi ist ein extrem flexibel einsetzbarer Mittelfeldspieler mit hervorragenden technischen Fähigkeiten und einem guten Torgespür, gepaart mit einer geballten Ladung Kreativität. Manche würden ihn als modernen „Mezzala“ bzw „Box-to-Box-Player“ bezeichnen, welcher eine tolle Dynamik und Lauffreudigkeit in sich vereint.

Zudem sollten alle Torhüter gewarnt sein, wenn dieser einen Standard tritt, denn Nicolussi verfügt ähnlich wie Kevin De Bruyne über eine außerordentliche Schusstechnik, weshalb ihn die Medien gerne mit ihm vergleichen.

Dies bekam vor allem die US Sassuolo in der letztjährigen Coppa Italia zu spüren, als Perugias Leihgabe einen Freistoß direkt verwandelte und somit die „Neroverdi“ aus dem Wettbewerb beförderte. Denn der italienische Rekordmeister lieh das Juwel letzte Saison in die Serie B aus, damit er dort weitere Erfahrungen im Profifussball sammeln konnte.

Flexibilität das größte Plus

Am Ende der Spielzeit konnte das Talent immerhin ein Tor und fünf Vorlagen für die „Grifoni“ verbuchen, was ihn in den Fokus mehrerer Erstligisten beförderte. Am Ende bekam der FC Parma den Zuschlag auf eine einjährige trockene Leihe. Unter dem offensiv denkenden Trainer Fabio Liverani sollte Hans gut Chancen besitzen einiges an Spielzeit zu generieren.

Doch der ehemalige Übungsleiter der US Lecce wird nun nach der richtigen Position für den extrem flexiblen Mittelfeldmann fahnden. In der letzten Ligapartie setzt dieser Juraj Kucka auf der 10er-Position ein, die Nicolussi offensichtlich kreativer ausfüllen könnte, als der kraftvolle 33-jährige Slowake. Aber auch auf den Halbpositionen im 4-3-1-2-System Parmas käme der 20-jährige Italiener in Frage.

So oder so, die enorme Flexibilität spricht für Hans Nicolussi Cavaiglia und könnte dafür sorgen, dass er einen ähnlichen Werdegang bei den „Crociati“ antritt wie Dejan Kulusevski es letzte Saison tat. Wir werden für euch die Entwicklung des jungen Italieners mit Argusaugen verfolgen.

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Sascha

Mehr als nur ein Dzeko-Ersatz? | Borja Mayoral (23) im Porträt?

Aus der Jugend Real Madrids, die letzten zwei Jahre bei Leihclub Levante, bevor ihn die Roma nun in die ewige Stadt lotste. Doch kommt Borja Mayoral wirklich nur als vermeintlicher Dzeko-Backup, oder vielleicht sogar als kongenialer Partner des Bosniers?

Nachdem die Verhandlungen mit „Arek“ Milik endgültig gescheitert waren, handelten die „Giallorossi“ angesichts des bald endenden Transferfensters bei Mayoral umso zügiger. Denn schon seit Jahren suchen die Römer nach einer würdigen Alternative für den alternden Edin Deko (34), welchem Nicola Kalinic nicht gerecht werden konnte.

Ich bin sehr glücklich endlich hier zu sein, es waren sehr hektische Tage, aber das Wichtigste ist, dass alles geklappt hat. Es ist eine Ehre für diesen historischen Klub zu spielen. Ich bin sehr dankbar für das Vertrauen in mich und ich werde alles dafür tun, die Fans glücklich zu machen“, sagte der ehemalige U21-Junioren-Nationalspieler.

Vor seinem Wechsel zur Roma trug der Mittelstürmer zwei Spielzeiten das Trikot von Leihclub UD Levante, wo er zumindest teilweise seine Qualitäten nachweisen konnte. Zwar konnte Mayoral mit 18 in der Profimannschaft Reals debütieren, jedoch sich nie wirklich durchsetzen, obwohl er in der „Castilla“ der Königlichen außerordentliche Leistungen erbrachte.

Flop in Wolfsburg

Auch für die Juniorennationalteams Spaniens, traf er am laufenden Band. Mit seinen Toren hatte er entscheidenden Anteil am Gewinn der U19- und U21- Europameisterschaften der „Furie Rosse“. Während er für die U19 in 16 Partien elf Tore erzielen konnte, so waren es in der U21 in 31 Begegnungen weiterhin beeindruckende 16 Treffer.

Es war auch sicherlich nicht einfach zwischen Benzema und Ronaldo seinen Platz zu finden, daher verlieh Real den Jungspund 2016/17 zum VfL Wolfsburg. Man versprach sich bei den Königlichen mehr Spielzeit für das Eigengewächs, doch es kam anders.

Mayoral konnte sich in der Bundesliga mit zwei Toren in 19 Einsätzen nur wenig weiterentwickeln und scheiterte genauso wie sein damaliger Teamkollege Victor Osimhen bei den Wölfen. Also entschieden sich die Madrilenen den 1,82 Meter großen Rechtsfuß innerhalb der heimischen La Liga auszuleihen – es ging für zwei Jahre nach Levante.

Protagonist bei Levante

Zwar tat sich Reals Leihgabe in seiner ersten Spielzeit für die „Granotas“ mit nur 3 Toren in 29 Ligaeinsätzen weiterhin schwer, doch im zweiten Jahr konnte er zu einem Protagonisten der „Frösche“ avancieren. Zudem gelang es dem 23-Jährigen seine Scorerquote gegenüber der Vorsaison mit zuletzt acht Buden und zwei Vorlagen zu verdoppeln.

Zwar wird dich seine Statistik genauso wenig wie mich vom Hocker reißen, jedoch scheint die Roma auch weitere Qualitäten an ihm ausgemacht zu haben. Beispielsweise seine überzeugende Physis, gepaart mit einer soliden Geschwindigkeit. Diese Komponenten und sein solides Dribbling machen Borja zu einem Stürmer, der in der Lage ist, aus eigener Kraft Räume für seine Mitspieler zu generieren.

Darüber hinaus kann er die Bälle gut abschirmen und sich als ungemein ballsicherer mitspielender Stürmer auch aktiv am Kombinationsspiel seines Teams beteiligen. 24 tödliche Pässe in genauso vielen Einsätzen für UD Levante unterstreichen den Wert, den Mayoral für eine Mannschaft haben kann.

Fazit: Wenig Risiko – viel Potenzial

Seine beste Saison absolvierte er allerdings als zweite Spitze im 4-4-2-System von Levante-Coach Paco Lopez (53). Daher stellt sich die Frage, wie er als alleinige Stürmer im 3-4-2-1-System der „Giallorossi“ zurechtkommt. Jedoch hätte Romas Übungsleiter Paulo Fonseca nun die Möglichkeit auf zwei Spitzen, beispielsweise mit einem 3-4-1-2 auszuweichen, was ihn taktisch flexibler und schwerer ausrechenbar macht.

Die Roma konnte sich mit Real auf eine zweijährige Leihe inklusive Kaufoption einigen. Ziehen die Hauptstädter diese nach einem Jahr, beträgt die Ablöse 15 Millionen Euro, nach der zweiten Saison soll sie 20 betragen. Angesichts dieser Prämisse können wir konstatieren, dass man mit Borja Mayoral einen vergleichsweise günstigen jungen Stürmer mit einer Menge Entwicklungspotenzial und taktischer Variabilität verpflichtet hat, der den Kader der Römer mit seinen Eigenschaften adäquat ergänzt und mehr Tiefe verleiht.

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Sascha

Auf den Spuren von Ruud van Nistelrooy | Sam Lammers im Porträt

Vom „Land der Tulpen“ in die „Stadt der Tausend“. Ein junger Holländer sucht sein Glück in Italien. „La Dea“, die Göttin, hat ihn mit Engelschören gelockt und so scheint es, als würde sich Atalanta Bergamo mit Sam Lammers (23) eines der interessantesten Talente der Eredivise zu schnappen.

Der 23-jährige Mittelstürmer des PSV Eindhoven kommt aus der Jugend des niederländischen Erstligisten und hatte dort die Ehre unter seinem Idol heranzureifen. "Mein Idol ist Ruud van Nistelrooy", welcher einst für Real Madrid und Manchester United auf Torejagd ging und somit einiges an Stürmerweisheiten für seinen Schützling parat hatte. Kein Wunder also, dass Lammers von seiner Spielweise her an „The Dutch Goal Machine“ erinnert.

Geboren in Tilburg, einer kleinen Stadt nahe Eindhoven, wurde der erst achtjährige Sam von den Scouts des ortsansässigen Erstligisten Willem II entdeckt und umgehend verpflichtet. Doch lange sollte sein Aufenthalt dort nicht andauern und so warb PSV mit dem Ruf einer hervorragenden Jugendakademie erfolgreich um die Dienste des Teenagers.

Durchbruch bei Leihclub Heerenveen

Er wuchs schnell in die Höhe und entwickelte sich auch als Spieler in einem rasanten Tempo weiter. Vor allem mit Jong PSV, der B-Mannschaft des niederländischen Spitzenclubs, sorgte er mit 40 Scorerpunkten (30 Tore, 10 Vorlagen) in 60 Partien und konstanten Leistungen nach drei Spielzeiten dafür, dass er in den Profikader befördert wurde. Bereits als 19-Jähriger debütierte Lammers im Oktober 2016 in der ersten holländischen Spielklasse.

Zwar erzielte der großgewachsene Stürmer in den folgenden Saisons einige Tore, sein endgültiger Durchbruch gelang ihm genauso wie dessen Mentor Ruud in Heerenveen. Für den SC traf Lammers in 35 Partien 19 mal und bereitete weitere fünf Treffer vor. Beim nordholländischen Club erzielte er nicht nur eine üppige Ausbeute, sondern demonstrierte gleichermaßen sein ganzes technisches Vermögen, gepaart mit einem tödlichen linken Fuß.

Atalantas Neuzugang ist eine Nummer neun, welche dank ihrer Größe es mit den physisch imposantesten Innenverteidigern Europas aufnehmen kann und somit eine ähnliche Wucht wie Dusan Zapata mitbringt. Sam kommuniziert viel mit seinen Teamkameraden während des Spiels und so verwundert es nicht, dass seine Laufwege in die Tiefe mit tödlichen Pässen belohnt werden.

Der perfekte Sturmpartner

Bei den „Superfriezen“ traf Lammers wie er wollte. Ob mit links (11), ob mit rechts (5), innerhalb (12) oder ausserhalb (4) des Strafraums, mit Instinkt, oder spektakulär aus der Distanz. Tatsächlich erlaubt ihm sein umfangreiches Fähigkeitenprofil an der gesamten Offensivfront wie ein Tornado zu wirbeln. Kurz gesagt, Lammers passt deswegen so gut in Gasperinis Team, da er mit jedem Stürmer zusammen auflaufen kann und sich am Spiel beteiligt.

Er ergänzt einen Zapata genauso gut, wie einen Muriel, obwohl diese völlig unterschiedliche Spielertypen sind. Das bringt nicht nur mehr Tiefe, sondern auch mehr Unberechenbarkeit. Gegen körperlich starke Teams würde eine Doppelspitze aus Zapata & Lammers enorm viel Wucht bedeuten, was eine völlig neue Option für „Gasp“ darstellt.

Doch es gibt eine entscheidende Frage. Bleibt er gesund? Denn nach seiner außergewöhnlichen Saison bei Leihclub Heerenveen verletzte er sich schwer am Knie und fiel ein halbes Jahr aus. Ob er nach so einer schweren Verletzung wieder seine alte Form erreicht und das auch noch auf Serie-A-Niveau wird sich zeigen.

Wenig finanzielles Risiko

Denn die „Bergamasci“ lernen gerade mit Mattia Caldara, dass das auch nach hinten losgehen kann, jedoch bleibt das finanzielle Risiko bei Lammers mit kolportieren neun Millionen Euro Ablöse und einer Millionen an Boni überschaubar.

In Holland trauert man ihm bereits hinterher. Auch den Ruf des Verräters sagt man ihm nach, da viele Fans und Vereinsverantwortliche des PSV sehr überrascht waren, als Lammers verkündete sein 2021 auslaufendes Arbeitspapier nicht verlängern zu wollen.

Der Wechsel in einer der Top-5-Ligen und damit die Verwirklichung eines Traums in der Stadt der Tausend sollte jedoch bei einem jungen aufstrebenden Talent wie Sam Lammers absolut legitim sein. Bei Atalanta wird er die perfekten Rahmenbedingungen für den nächsten Schritt in seiner Karriere vorfinden. Nun liegt es an ihm nach dem Land der Tulpen sein Glück im Land des Calcio zu finden.

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Sascha

Der Harry Kane Italiens? | Roberto Piccoli(19) im Porträt

Bei Atalanta Bergamo läuft die Gegenwart wie geschmiert. Dritter Platz in der Liga und damit die wiederholte Qualifikation zur Champions League konnte in der letzten Spielzeit eingetütet werden. Die Ziele für die kommende Spielzeit sind so ambitioniert wie noch nie zuvor, doch es wird in Bergamo auch schon an die Zukunft gedacht.

Einer der diese als Protagonist mitgestalten soll, ist der an Aufsteiger Spezia Calcio verliehene Roberto Piccoli (19). Dank eines hervorragend geführten Jugendsektors dürfen sich die „Bergamasci“ zurecht Hoffnungen machen, dass Primavera-Coach Massimo Brambilla das nächste Toptalent adäquat für die hohen Anforderungen der Serie A ausgebildet hat.

Torschützenkönig der UEFA-Youth-League

An der letztjährigen Primavera-Meisterschaft hatte der junge Mittelstürmer mit 16 Toren in 24 Pokal- und Ligaeinsätzen erheblichen Anteil, was ihm die Tür zur U19-Nationalmannschaft öffnete. Auch in der UEFA-Youth-League überzeugte Piccoli mit 8 Treffern in nur sieben Spielen für die „junge Göttin“ und avancierte zum besten Torjäger dieses prestigeträchtigen Turniers.

Auch in Italiens Beletage durfte er dreimal Erstligaluft schnuppern und sich den Hunger für mehr nehmen, denn Gian Piero Gasperini, Trainer der Profis, entgingen natürlich nicht die hervorragenden Auftritte des Primavera-Stürmers. So debütierte Roberto am 15. April 2019 gegen den damals noch erstklassigen FC Empoli. Gegen Udinese Calcio durfte dieser sich gar volle 90 Minuten austoben.

Der Harry Kane Italiens?

Piccoli wird aufgrund seiner Eigenschaften und einer Körpergröße von 1,90 Meter von den Medien mit Tottenhams Harry Kane verglichen. Als unerbittlicher Kämpfer, welcher nicht nur im Strafraum, sondern auch aufgrund eines hervorragenden kraftvollen rechten Fußes auch aus der Distanz gefährlich werden kann, avancierte Piccoli zum absoluten Fixpunkt im Angriffsfußball der Primavera.

Dank seiner Größe ist er dominant in der Luft, kann sich körperlich gut in Szene setzen und weiß trotzdem noch durch eine ausgezeichnete Geschwindigkeit zu überzeugen. Immer mitten im Geschehen, bereit, sich in vorderster Front entgegen der harten Attacken der Defensivhünen für sein Team zu opfern.

Wenn er den Angriff anführt, konnte die „Primavera atalantina“ von großen Titeln träumen und sie auch holen. Aber die Fans denken größer, und sie stellen sich schon jetzt vor, wie Piccoli die erste Mannschaft in eine goldene Zukunft führt wie die U19 in der Gegenwart.

Durchbruch bei Spezia?

Reifen soll der Rohdiamant der Lombarden also nun bei Aufsteiger Spezia, wo er durchaus aussichtsreiche Chancen auf regelmäßige Spielzeiten haben dürfte. Denn der routinierte Platzhirsch und ehemalige bulgarische Nationalspieler Andrey Galabinov (31) fällt gerne mal verletzungsbedingt aus und konnte seine Serie-A-Tauglichkeit in seiner Karriere kaum nachweisen.

Zudem erzielten mit Antonio Ragusa (8, jetzt Hellas Verona) und Emmanuel Gyasi (8) zwei Flügelstürmer die meisten Tore in der Aufstiegssaison für die „Aquile“. Somit bekommt Trainer Vincenzo Italiano (42) mit Atalantas Leihgabe den gewünschten brandgefährlichen Torjäger. Nun liegt es am gebürtigen Karlsruher den Youngster an die Serie A ranzuführen und ihn zum Durchbruch zu verhelfen.

Da es die Ligurier aufgrund der klammen Finanzen gewohnt sind auf Leihspieler zu setzen, dürfte Ex-Hellas-Profi Italiano im Umgang mit diesen eingespielt sein. Ich erwarte mir einiges von dieser Konstellation und wünsche mir für den sympathischen Aufsteiger und Roberto Piccoli bestes Gelingen.

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Sascha

Vom Krieg in die Champions League | Vedat Muriqi im Porträt

Vedat Muriqi ist der neue Name in Lazios Angriff. Doch bis zu seinem Wechsel zum italienischen Topclub war es ein harter und steiniger Weg für den Mittelstürmer. Der gebürtige Kosovare durchlebte aufgrund des Krieges auf dem Balkan und dem Einmarsch serbischer Milizen eine bewegte Kindheit. Zuflucht fand er in Albanien, doch Profi wurde dieser letztlich wieder im Kosovo.

Krieg auf dem Balkan. Invasion serbischer Milizen. Der Kosovo wurde Ende der Neunziger Jahre von Krieg und verheerendem Hass heimgesucht. Der heute 26-jährige Vedat Muriqi musste dies in zartem Alter von nur sechs Jahren hautnah miterleben, als vor seiner Tür die Welt unterging und das Knallen der Bomben das Zwitschern der Vögel ablöste.

„Wir mussten zwei Tage lang auf Flaschen im Keller schlafen und hatten nichts zu essen, nur ein wenig Milch. Wir aßen morgens, mittags und abends Brot und Zwiebeln“, erzählte er vor einiger Zeit der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu. „Die Serben sagten uns, dass sie unser Haus bombardieren würden, wenn wir nicht verschwinden.“

Vedat floh vor den Drohungen und der Gewalt aus seiner geliebten Heimatstadt Prizren und fand Zuflucht bei Verwandten in Albanien. Nachdem der Krieg vorbei war, kehrte die Familie zurück und Muriqi konnte die ersten Schritte auf dem Weg zu einer Profikarriere einleiten und fand wieder sein Lächeln zurück.

Werdegang, Ziele und Eigenschaften

Das erste Trikot, welches er in seiner Jugend trug war das von Heimatverein KF Liria, dem Rekordpokalsieger (3) des Kosovo. Dann ging es wieder zurück nach Albanien , wo er für Teuta und Besa Kavajë (Albanien) auflief. 2014, im Alter von 20 Jahren, begann das Abenteuer in der Türkei, wo er zunächst die Trikots von Giresunspor, Genclerbirligi und Rizespor tragen sollte.

Muriqis Entwicklung stieg progressiv an und so bekundete 2019 Fenerbahçe Istanbul Interesse am bulligen Mittelstürmer. Das Angebot des türkischen Spitzenclubs glich jenem Zug, der nur einmal im Leben an dir vorbei fährt. Muriqi sprang drauf. Einige Monate später wurden selbst die stärksten Vereine in Europa auf ihn aufmerksam.

"Wenn ich ihn spielen sehe, erinnert er mich an Lewandowski. Es ist noch zu früh, um daran zu denken, ihn bei Bayern zu sehen, vielleicht sogar anstelle von Robert, aber wenn er weiter so wächst...", lobte ihn sein ehemaliger Sturmpartner Max Kruse seiner Zeit. Doch ist der Vergleich zulässig?

Lewandowski 2.0?

Muriqi ist ein leidenschaftlich kämpfender Spieler, der sich in jeden Zweikampf zu 100 Prozent aufreibt und mit seinen 1,94 Meter enorme physische Präsenz zeigt. Er bewegt sich klug im Raum, ist brandgefährlich in der Luft und kann die Bälle auch unter Druck der gegnerischen Defensive festmachen und somit den Ballbesitz für das aufrückende Team sichern.

Ähnlich wie Lewandowski meist mit dem Rücken zum Tor, fungiert er als Zielspieler in vorderster Front, der sich mal ins Mittelfeld fallen lässt, aber auch auf den Außen zu finden ist, einzig um das Spiel seiner Mannschaft zu unterstützen. Klar ist er deutlich größer und vor allem langsamer als der Bayern-Stürmer, allerdings ähnelt seine Spielweise in der Tat der des Polen.

Lazios Sportdirektor Igli Tare tätigt keinen Transfer ohne Hintergedanken. Denn der Linksfuß ist mit diesen Attributen der perfekte Sturmpartner für den agilen Ciro Immobile und kann ihn ähnlich wie Felipe Caicedo adäquat ergänzen. Muriqi ist der ersehnte mitspielende Koloss im Sturmzentrum, nach dem die „Biancocelesti“ schon länger fahndeten, wie die im Nachhinein bestätigten Verhandlungen mit Olivier Giroud letztes Transferfenster bereits demonstrierten.

Stats

Mit Zahlen kann der kosovarische Nationalspieler (23 Spiele, 8 Tore) gleichermaßen überzeugen. In der abgelaufenen Saison erzielte der Hüne wettbewerbsübergreifend 17 Tore für Fenerbahce, bereitete weitere sieben Treffer vor und avancierte somit zum Topscorer der Türken. Muriqi war sich schon seit Wochen einig mit den Hauptstädtern, doch der Transfer geriet aufgrund bürokratischer Vorgänge ins Stocken.

Lazio überweist für den Stürmer mit türkischen Pass rund 17,5 Millionen Euro an Fenerbahce. Zwei weitere Millionen können in Form von etwaiger Boni hinzukommen. Muriqi unterschreibt bis 2025 und erhält zwei Millionen an Jahressalär für seine Dienste. Vom Kosovo-Krieg in die Champions League und die Geschichte Vedat Muriqis ist noch nicht zu Ende...

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