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Kickfieber Sascha
Analyse Niclas Fuellkrug DFB November 2026

(IMAGO / STEINSIEK.CH)

Nach West Ham und Milan | Füllkrugs Renaissance im DFB-Trikot

Niclas Füllkrug kehrt nach mehr als einem Jahr ins DFB-Team zurück – der Torjäger knüpft im Trikot der Werderaner wieder an alte erfolgreiche Tage an. Für Nationaltrainer Jürgen Klopp gilt primär das Leistungsprinzip und die menschliche Chemie, weshalb der Routinier ins Aufgebot der Nationalmannschaft zurückkehrt.
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Veröffentlicht: 5 November 2026, 17:50

Jürgen Klopp hat die Entscheidung getroffen, die in den vergangenen Wochen immer offensichtlicher wurde: Der 33-jährige Niclas Füllkrug gehört für die abschließenden Nations-League-Spiele gegen Serbien (13. November) und die Niederlande (16. November) wieder zum deutschen Aufgebot.

Nach seinem furiosen Start bei Werder Bremen – zwölf Tore in zehn Pflichtspielen, davon neun allein in der Bundesliga, wo er die Torschützenliste anführt – belohnt der Bundestrainer die starke Form.  

Gute Form und Tore schießen ist nie schlecht“, betonte Klopp und ergänzte: „Wenn morgen Europameisterschaft wäre, würden wir ihn natürlich mitnehmen, ist ja gar keine Frage.

Letztes Länderspiel vor 1 ½ Jahren

Füllkrugs letztes Länderspiel liegt mehr als 17 Monate zurück. Am 8. Juni 2025 stand er unter Julian Nagelsmann im Spiel um Platz drei der Nations League in Stuttgart in der Startelf gegen Frankreich. Deutschland verlor 0:2 (Tore durch Mbappé und Olise), obwohl die Mannschaft lange gut mithielt und Chancen herausspielte. Füllkrug war beteiligt:

Er vergab eine Kopfballchance und war an einem vermeintlichen Ausgleich durch Deniz Undav beteiligt, der nach einem VAR-Eingriff wegen eines Fouls an Adrien Rabiot aberkannt wurde. Sein letztes Tor für die Nationalmannschaft datiert vom September 2024 (beim 5:0 gegen Ungarn). In 24 Länderspielen hat er insgesamt 14 Treffer erzielt – eine starke Quote, die jedoch durch die anschließende Formkrise in den Hintergrund geriet.

Der Absturz in der Premier League

Der Absturz begann nach dem Wechsel von Borussia Dortmund zu West Ham United im Sommer 2024 für rund 27 Millionen Euro. In England kam Füllkrug nie richtig in Fahrt: Nur drei Tore in 29 Einsätzen. Verletzungspech (Achillessehne, Oberschenkel- und andere Muskelprobleme) zerstörte jeden Rhythmus. Taktisch passte es ebenfalls nicht:

West Ham war das Team mit den wenigsten rausgespielten Torchancen, daraus resultierten zu wenige Pässe in den Strafraum und zu viel Laufarbeit außerhalb seiner Stärken als klassischer Strafraumstürmer. Eine Leihe zur AC Mailand sollte in zur Europameisterschaft bringen. 

Aufbruchsstimmung verpufft auch in der Serie A

Doch die Rückrunde 2025/26 brachte auch in der Serie A keine Besserung. Allegri forderte einen Konterstürmer und bekam mit Füllkrug einen Strafraumstürmer, der wieder nicht ins System passte und kaum bis gar nicht in der Box gefunden wurde.

Dann brach sich West Hams Leihgabe den Zeh und kam überwiegend als Joker unter Schmerzen zum Einsatz. Seine Kämpfermentalität machte ihn bei den Tifosi beliebt, dennoch konnte er nie wirklich überzeugen und wirkte wie ein Fremdkörper in der defensiven Spielweise Allegris.

Der einstige Hoffnungsträger der Nationalmannschaft stand plötzlich vor dem Nichts. „England ist für mich als Spielertyp und Athlet wahrscheinlich nicht gemacht“, räumte er später selbst ein.

Die Renaissance an alter Wirkungsstätte

Die Rückkehr auf Leihbasis zu Werder Bremen im Sommer 2026 wurde zum Wendepunkt. In vertrauter Umgebung, mit Flanken und Anspielen, die zu seinem Spiel passen, und dem Vertrauen des Vereins blühte der Routinier endlich wieder auf. Er führt nicht nur die Torschützenliste an, sondern prägt als Führungsspieler das Spiel seiner Mannschaft.

Es ist offensichtlich, dass es zwischen Werder und mir passt“, sagte er selbst. Füllkrug selbst kommentierte die Nominierung bescheiden: „Ich freue mich über die Nominierung. Durch die guten Leistungen unserer Mannschaft konnte ich profitieren und empfinde das auch als großartige Anerkennung für unser gesamtes Team. Wenn mein Land mich braucht, bin ich da. Selbst mit 40 oder noch älter wäre ich immer noch bereit.

Was Füllkrug der Nationalmannschaft bietet

Für Jürgen Klopp kann Füllkrug in der aktuellen Phase eine echte Bereicherung sein – taktisch und menschlich. Taktisch liefert er sofortige Qualität vor dem Tor: Abschlusssicherheit, Kopfballstärke und die Fähigkeit, als Joker oder Startspieler Spiele zu entscheiden. In einem Kader, der in den kommenden Spielen Punkte braucht, um in der Nations League noch Chancen zu wahren, ist ein treffsicherer Mittelstürmer mit Erfahrung Gold wert.

Menschlich bringt der Familienmensch und Teamplayer Ruhe, Führungsstärke und einen positiven Einfluss mit. Klopp würdigte genau das: „Er hat für Werder Bremen einen unglaublichen Einfluss auf das Spiel, nicht nur durch seine Tore, sondern auch durch die Art und Weise, wie er auftritt. Da hilft die Erfahrung, die er mitbringt, natürlich brutal.“

Für den Bundestrainer, der auf Leistungsprinzip und zwischenmenschliche Chemie setzt, ist der wieder erstarkte Füllkrug kein Widerspruch zur langfristigen Entwicklung, sondern eine sinnvolle Ergänzung für die Gegenwart. Ob er gegen Serbien oder die Niederlande zum Einsatz kommt, bleibt abzuwarten. Fest steht: Nach der Talfahrt im Ausland hat Niclas Füllkrug bei Werder nicht nur seine Form, sondern auch seine Relevanz für die Nationalmannschaft zurückerobert.

Spieleranalyse Niko Ilicevic Eintracht Frankfurt Oktober 2026

(IMAGO / Schüler)

SGE-Rekordkandidat mit 16 | Kann Niko Ilicevic der nächste Karl werden?

Dank seines 16. Geburtstags öffnet sich für Niko Iličević endgültig das Tor zum Profifußball. Das Offensivtalent von Eintracht Frankfurt steht unmittelbar vor seinem Bundesliga-Debüt, worauf viele Insider der SGE schon lange warten. Von Europas Elite gejagt, will er in Frankfurt in Ruhe seinen Weg gehen. Wir verraten euch was der Junge zu bieten hat und warum er nach Lennart Karl eins der größten Spielmachertalente seiner Generation werden könnte.
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Veröffentlicht: 31 Oktober 2026, 12:00

Die Gerüchte um Iličević gehören zu den intensivsten im aktuellen Nachwuchsbereich. Real Madrid, der FC Barcelona, Manchester City, Bayern München, Liverpool, Chelsea, Tottenham, Newcastle, AC Mailand und Inter gehören zu den Klubs, die den Linksfuß beobachten oder beobachtet haben. Besonders im Sommer und Herbst 2026 verdichteten sich die Meldungen um das SGE-Toptalent.

Frankfurt hat jedoch früh reagiert: Im Juli dieses Jahres wurde der Vertrag langfristig verlängert, bis 2029. Mit seinem 16. Geburtstag wandelte sich das Papier in einen Profivertrag. Verhandlungen mit anderen Klubs sind bisher nicht aufgenommen worden. Die Eintracht setzt auf einen behutsamen Aufbau im eigenen Umfeld – und der Spieler hat sich bewusst für die Eintracht entschieden.

„Die Perspektive hat mich überzeugt, meine Entwicklung hier fortzusetzen“, sagte Iličević. Die Hessen haben den Hype bislang erfolgreich gebremst und das Talent langfristig gebunden - die Topklubs werden gewiss die Entwicklung mit mikroskopischer Genauigkeit verfolgen.

Der Werdegang

Geboren am 31. Oktober 2010 im Raum Aschaffenburg, startete Iličević beim VfR Goldbach und wechselte 2018 im Alter von sieben Jahren in das Nachwuchsleistungszentrum von Eintracht Frankfurt. Seine Entwicklung verlief dabei in Lichtgeschwindigkeit:

Mit 13 Jahren debütierte er bereits in der U17, mit 14 in der U19. Warum Iličević da schon für Schlagzeilen sorgte? Mit 14 Jahren brachte er der Eintracht eine 20.000-Euro-Strafe ein. Nicht wegen eines Fehlverhaltens – sondern weil der Verein ihn unbedingt bei den Profis mit trainieren lassen wollte. Kaum ein Verein nimmt freiwillig eine solche Strafe in Kauf, wenn dieser nicht restlos überzeugt ist.

Der Deutsch-Kroate überspringt seit Jahren jede Entwicklungsstufe: Debüt in der U17 mit 13, in der U19 mit 14 – und mit 15 gehört er schon zum Regionalliga-Kader von Eintracht Frankfurt II und durfte in diesem Sommer bereits bei den Profis vorspielen. 

Seit 2024 sammelte er in den DFB-Nachwuchsligen rund 35 Einsätze mit zehn Toren und sechs Vorlagen. Hinzu kamen Spiele in der UEFA Youth League, unter anderem gegen den FC Barcelona, bei dem er traf und damit zu den jüngsten Torschützen der Wettbewerbshistorie zählte.

Seit Juli 2026 gehört er offiziell zu Eintracht Frankfurt II in der Regionalliga Südwest und trainiert regelmäßig bei den Profis. Er ist deutscher und kroatischer Staatsbürger und läuft für die U17 des DFB auf. Der Neffe des ehemaligen Bundesliga-Profis und kroatischen Nationalspielers Ivo Iličević (39) hat Jahrgänge übersprungen und sich früh gegen ältere Gegner behauptet.

Spielerprofil - Der intelligente Spielmacher mit Abschlussqualitäten

Iličević ist ein klassischer Spielmacher im offensiven Mittelfeld, linksfüßig, der auch im zentralen Mittelfeld oder als Stürmer agieren kann. Sein größtes Kapital ist die außergewöhnliche Fußballintelligenz. SGE-Legende und Fußballgott Alex Meier, der ihn in der U19 hautnah begleitete, beschrieb ihn so:

Niko Iličević ist enorm fußballintelligent und sehr talentiert. Er kann schwierige Situationen lösen, er ist technisch gut und verfügt über ein starkes Passspiel, durch das er seine Mitspieler immer wieder in Szene setzen kann. Dazu ist er selbst auch torgefährlich, weil sein Abschluss oft Genauigkeit und Schärfe kombiniert. Das ist für sein Alter außergewöhnlich.

Die Technik, der erste Kontakt, die Übersicht auf engem Raum und die Fähigkeit, Pässe zwischen die Linien zu spielen, stechen heraus. Möchte man den SGE-Youngster mit bereits etablierten Profis vergleichen, erinnert sein Typ sehr an technisch versierte Spielmacher wie beispielsweise Arda Güler oder Bernardo Silva.

Er liebt es am Ball zu sein, setzt sich mit Kreativität und Timing durch und kann Spiele entscheiden – auch aus Standardsituationen heraus. Läuft er im 1-gegen-1 auf den Torwart zu behält er dank seines Selbstbewusstseins die absolute Ruhe vor dem Tor, und schließt dabei gerne auch durch eine Finte erfolgreich ab.

Doch auch sein Positionsspiel wirkt für sein Alter schon ausgereift, da er sich sehr klug zwischen den Linien bewegt und daher oft anspielbar bleibt. Bekommt er in solchen Situationen den Ball, kann er sich dank seines niedrigen Körperschwerpunkts und seinen explosiven Körpertäuschungen schnell an seinen Gegnern vorbeidribbeln.

Die Entwicklungsfelder

Schwächen zeigen sich vor allem dort, wo das Alter noch Grenzen setzt. Gegen körperlich dominante Gegner kann es in Duellen und im Pressing noch an Durchsetzungsfähigkeit und Stabilität fehlen. Zudem ist unser Protagonist durch seine geringe Körpergröße in der Luft kein Faktor.

Die defensive Konstanz und die Intensität über 90 Minuten sind Entwicklungsfelder, die der Verein bewusst und schrittweise angehen will. Sportdirektor Timmo Hardung mahnte:

Gleichzeitig ist es uns wichtig, die Erwartungen an ihn mit Augenmaß zu steuern. Niko wird Ende Oktober erst 16 Jahre alt und soll seine Entwicklung in Ruhe fortsetzen.

Das Profil ist das eines kreativen Zehners, der Spiele kontrolliert, statt sie physisch zu dominieren – ein Weg, der bei Top-Talenten oft erfolgreicher ist als der Versuch, ihn zu einem Kraftpaket zu machen.

Mentalität und privater Hintergrund

Neben dem fußballerischen Können überzeugt die Persönlichkeit. Iličević gilt als demütig und fokussiert.  Er blendet den Lärm um seine Person weitgehend aus und konzentriert sich auf den nächsten Schritt. Markus Krösche betonte das familiäre Umfeld:

Er hat ein unfassbar gutes familiäres Umfeld, ist sehr bodenständig. Er will einfach kicken und Spaß haben.

Der Bezug zum Onkel Ivo Iličević, der unter anderem sechs Jahre beim Hamburger SV spielte, ist präsent, aber nicht belastend. Iličević selbst sagte dazu:

Das ist natürlich auch cool, weil mein Onkel dort sechs Jahre gespielt hat.

Über seine Bindung an Frankfurt äußerte er:

Ich mag einfach diesen Klub. Ich bin schon hier, seitdem ich klein bin. Ich freue mich jetzt einfach unglaublich über die Momente, über die Sachen, die noch kommen.

Die Verantwortlichen beschreiben ihn als reif für sein Alter und emotional stabil – Voraussetzungen, die bei so frühem Hype entscheidend sind.

Entwicklungspotenzial 9 / 10

Sascha Baharian
Sascha Baharian

Auf einer Skala von 1 bis 10 liegt das Entwicklungspotenzial von Niko Iličević für mich bei einer 9. Die Kombination aus technischer Klasse, Spielintelligenz, früher Durchsetzungskraft gegen ältere Jahrgänge und der klaren Vereinsstrategie spricht für eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass er sich zu einem Bundesliga-Spieler und möglicherweise darüber hinaus entwickelt.

Die größte Hürde bleibt jedoch der Sprung von Jugend in den Profibereich, an dem schon viele hochdekorierte Talente gescheitert sind. Das Interesse der europäischen Topklubs unterstützt meine positive Einschätzung. Risiken bleiben: Der Übergang in den Profibereich, mögliche Verletzungen und der emotionale Umgang mit den hohen Erwartungen.

Frankfurt hat die Weichen so gestellt, dass der Weg in Ruhe gelingen kann. Wenn die körperliche und taktische Entwicklung Schritt hält mit dem bereits vorhandenen Talent, könnte Iličević ähnlich wie Lennart Karl einer der interessantesten deutschen Spielmacher der kommenden Jahre werden.

Geruecht Wael Mohya Bundesliga Oktober 2026

(IMAGO / DeFodi Images)

Bayern, BVB oder RB? | Wer macht das Rennen um Wael Mohya?

Wael Mohya sorgt aktuell für Aufsehen in Deutschlands Oberhaus. Der 17-jährige Offensivspieler von Borussia Mönchengladbach gilt als eines der talentiertesten Eigengewächse der Fohlen und wird unter anderem von den Bayern und dem BVB gejagt. Doch zu wem passt er taktisch besser und ist ein Transfer im Winter realistisch?
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Veröffentlicht: 29 Oktober 2026, 17:43

Nach starken Leistungen – darunter ein Tor und eine Vorlage beim 3:2-Sieg in Stuttgart, dem ersten Saisonsieg Gladbachs – berichten Sky Sport und Transfer-Experte Florian Plettenberg, dass der FC Bayern München den Youngster intensiv beobachtet.

Auch der BVB, Leverkusen und Leipzig sowie internationale Klubs sollen Interesse am deutschen U21-NAtionalspieler angemeldet haben – kurz das Rennen um den Rohdiamanten hat spätestens nach dem beeindruckenden Auftritt gegen den VfB an Fahrt aufgenommen.

Die Gladbacher Verantwortlichen offenbarten sogar im TV, dass man auf Transfererlöse angewiesen sei, da der Verein die letzten zwei Jahre finanzielle Verluste hinnehmen musste. Die Tür steht also offen für einen Transfer.

Spielerprofil - Der frühreife Dribbler mit Torgefahr

Mohya kam bereits mit sieben Jahren zu Gladbach, durchlief die Jugend und wurde jüngster Pflichtspiel- und Bundesliga-Debütant sowie jüngster Torschütze der Vereinsgeschichte. In der Vorsaison erzielte er unter anderem gegen den FC Bayern ein Tor und etablierte sich damit früh im Profikader. In der laufenden Saison 2026/27 stand er bereits mehrfach in der Startelf und kommt wettbewerbsübergreifend nach neun Partien auf 3 Tore und eine Vorlage. Sein Marktwert liegt laut Transfermarkt bei rund 17 Millionen Euro; der Vertrag läuft noch bis 2028.

Physisch ist er mit etwa 179 cm eher kompakt und agil. Er agiert vorwiegend als offensiver Mittelfeldspieler (Zehner), flexibel auch links oder auf den Flügeln. Seine Stärken liegen vor allem im Dribbling auf engem Raum, der Ballführung unter Druck, der Intensität und der Torgefahr aus dem Halbraum.

Er attackiert gerne die Räume zwischen Außenverteidiger und Innenverteidiger, spielt mit großer Ballsicherheit und Selbstbewusstsein und bleibt auch unter Druck ruhig – Eigenschaften, die Beobachter und Trainer Alexander Blessin loben. Er ist laut mehreren Quellen beidfüßig, was seine Vielseitigkeit und Unberechenbarkeit untermauert.

Gladbachs Taktik - Intensität und Umschalten unter Blessin

Unter dem neuen Trainer Alexander Blessin setzt Gladbach verstärkt auf eine kompakte, intensive Spielweise mit Dreierkette (oft 3-4-2-1 oder ähnliche Varianten). Der Ex-Genua-Coach, geprägt von Rangnicks RB-Philosophie, legt Wert auf ballorientiertes Verteidigen, hohes Pressing, Gegenpressing und schnelles Umschalten.

Mohya spielt typischerweise als einer der beiden hängenden Spitzen hinter dem Stürmer (z. B. hinter Shuto Machino), vor allem auf der linken Seite. Er hält nicht starr die Breite, sondern dribbelt auf engem Raum, sucht die Halbräume und sorgt mit seinen Tempodribblings für Gefahr.

Gegen den VfB Stuttgart zeigte er genau das: Dribblings gegen zwei, drei Gegenspieler auf einmal, Vorlage und eigenes Tor. Die Rolle fordert Kreativität, Arbeit gegen den Ball und Entscheidungsstärke – Qualitäten, die der Deutsch-Marokkaner bereits mitbringt.

Passt er zu Bayerns Taktik unter Kompany

Bayern spielt unter Vincent Kompany ein dominantes 4-2-3-1 mit hoher Linie, starkem Ballbesitz, intensiven Pressing und Gegenpressing sowie fluiden Offensivbewegungen. Die Angreifer bekommen viele 1-gegen-1-Situationen, bewegen sich im Halbraum und rotieren viel. Kreativität, Dribbling, Torgefahr und die Bereitschaft zum Gegenpressing sind zentral – genau die Stärken von Mohya.

Er würde als Zehner (ähnlich einer Musiala-/Karl-Rolle) oder auf der linken Seite passen, wo er Räume zwischen den Linien nutzen und mit Tempo und Ballkontrolle kombinieren kann. Seine Intensität und Reife würden zum hohen Tempo der Bayern passen. Allerdings ist die Konkurrenz (Musiala, Olise, Díaz, Kane, Karl) enorm.

Spielminuten wären anfangs begrenzt, ähnlich wie bei anderen jungen Talenten. Bayern beobachtet systematisch Bundesliga-Talente; Gladbachs Offensiv-Juwel gehört zu den spannendsten. Taktisch passt er gut – besser als bei manchen rein defensiv geprägten Systemen –, aber die Entwicklung hinge stark von der Integration und den verfügbaren Minuten ab.

Welcher Verein passt am besten?

Bayern bietet das höchste sportliche Niveau, das beste Umfeld für Top-Entwicklung und die größte Bühne – taktisch passt das Profil. Dennoch müsste sich Mohya darauf einstellen, dass er offensiv nicht mehr die Räume besitzt wie bei den Fohlen, denn die Gegner der Bayern stehen meist aus Angst etwas tiefer und kompakter, was zu noch engeren Räumen und Doppel- bis Dreifachdeckung führen würde.

Ein Klub wie Dortmund könnte kurzfristig mehr Verantwortung und Spielzeit bieten, was für einen 17-Jährigen oft entscheidend ist. Zudem spielt der BVB einen ähnlicheren Stil zu Gladbach als der deutsche Rekordmeister, so dass die taktische Umstellung sich in Grenzen halten würde, ganz zu schweigen von der direkten Konkurrenz auf seiner Position.

Leipzig wäre ebenfalls passender als die Münchener aufgrund der ähnlichen Pressing-Philosophie. Gladbach selbst bleibt attraktiv, solange der Klassenerhalt gelingt und die Rolle wächst.

Transfereinschätzung: 40 Prozent

Sascha Baharian
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Die Gerüchte sind realistisch und gut belegt. Die Hauptquelle ist Sky Sport respektive Florian Plettenberg – einer der renommiertesten und bestvernetzten Transfer-Experten in Deutschland mit etablierten Quellen. Er berichtet von Beobachtung durch Bayern, Dortmund, Leverkusen und RB (auch der Spielerseite bekannt), dem Interesse weiterer Top-Klubs und laufenden Vertragsgesprächen in Gladbach.

Es gibt jedoch noch keine konkreten Verhandlungen, ein Winterwechsel ist daher meiner Meinung nach noch unwahrscheinlich. Die Einschätzung „im Sommer alles möglich, abhängig vom Klassenerhalt und Angebot“ klingt plausibel und wird von mehreren Medien bestätigt. Die Quellen sind vertrauenswürdig, doch die Spekulationen über konkrete Angebote sollte man noch nicht so ernst nehmen.

Meiner Meinung nach wäre ein Transfer für unseren Protagonisten zum BVB oder RB sinnvoller als zum FC Bayern. Taktisch hätte er weniger Anpassungsprobleme und die Konkurrenz ist bei weitem nicht so hochrangig wie an der Säbener Straße. Zudem haben beide Klubs in der Vergangenheit bewiesen, dass sie jungen Spieler mehr Vertrauen schenken und deren Entwicklung bestmöglich fördern, während bei den Bayern Titel im Vordergrund stehen.

Analyse Vietnam WM 2030

(IMAGO / ZUMA Press Wire)

Darum wird sich Vietnam 2030 erstmals für die WM qualifzieren

Die „Goldenen Sterne“ Vietnams haben noch nie an einer Fußball-Weltmeisterschaft teilgenommen. Für die Endrunde 2030 in Spanien, Portugal und Marokko rückt ein Debüt jedoch so nah wie nie zuvor. Was lange wie ein ferner Wunsch wirkte, wird zunehmend als realistische Perspektive diskutiert – getragen von Jugendstärke, strategischer Personalpolitik und der gezielten Nutzung der Diaspora.
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Veröffentlicht: 26 Oktober 2026, 17:49

Besonders sichtbar wurde das Potenzial der nächsten Generation beim diesjährigen AFC U23 Asian Cup in Saudi-Arabien. Die "Krieger des goldenen Sterns" erreichten zum zweiten Mal in der Geschichte das Halbfinale – acht Jahre nach dem Lauf unter Park Hang-seo.

Nach einem dramatischen 3:2-Sieg nach Verlängerung gegen die Vereinigten Arabischen Emirate im Viertelfinale unterlag man China im Halbfinale zwar mit 0:3, sicherte sich aber im Spiel um Platz drei gegen Favorit Südkorea nach Elfmeterschießen den dritten Rang.

Nguyễn Đình Bắc, der 22-jährige Linksaußen von CAHN FC (1. Liga Vietnam), wurde Torschützenkönig und stand sinnbildlich für den Fortschritt der vietnamesischen Talentförderung. Weitere junge Kräfte wie die Verteidiger Nguyễn Hiếu Minh und Phạm Ly Đức unterstrichen die gewachsene Reife unter dem südkoreanischen Nationaltrainer Trainer Kim Sang-sik (49).

Klare Fortschritte in der Talentförderung

Was lange vor allem von einzelnen Impulsen und der Ära Park Hang-seo abhing, hat sich in den letzten Jahren zu einem strukturierteren System entwickelt. Das sichtbarste Beispiel ist die PVF Football Academy in Hung Yên. Sie war die erste Akademie in Südostasien, die von der AFC als Drei-Sterne-Akademie anerkannt wurde, und zählt damit zu den wenigen Einrichtungen auf diesem Niveau in ganz Asien. Mit moderner Infrastruktur, systematischer Video-Analyse und internationalem Austausch liefert sie regelmäßig Spieler für die U23 und die A-Nationalmannschaft.

Daneben haben Vereine und Akademien wie beispielsweise HAGL JMG, Nutifood, Công An Hà Noi ihre Nachwuchsabteilungen ausgebaut. Viele schicken ihre Teams früh zu internationalen Jugendturnieren und integrieren Spieler in die unteren Profi-Ligen. Die Folge ist eine breitere Basis: Die jüngsten Erfolge der U23 – mehrfache ASEAN-Titel, SEA-Games-Gold und der dritte Platz beim AFC U23 Asian Cup 2026 – stützen sich nicht mehr auf eine einzelne Generation, sondern auf diesen Anpassungen.

Parallel dazu hat die Vietnam Football Federation in die Trainerausbildung und Talentidentifikation investiert. Zwischen 2022 und 2026 organisierte sie über 80 Lehrgänge mit rund 1.600 Teilnehmern; die Pro-Kurse sind von der AFC anerkannt, und vietnamesische Ausbilder übernehmen zunehmend eigenständig die Lehre.

Gemeinsame Workshops mit der FIFA zur Talentidentifikation ergänzen das Bild. In der Saison 2025/26 qualifizierten sich acht vietnamesische Nationalteams unterschiedlicher Altersklassen für AFC-Endrunden – ein Hinweis auf ein stabileres Fundament. Die Talentförderung in Vietnam hat sich von einem fragmentierten Modell zu einem professionelleren System entwickelt. Die U23-Erfolge sind das sichtbarste Zeichen dafür – sie sind kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrelanger Arbeit an der Basis.

Die Rolle der Vietnamesen im Ausland

Parallel dazu hat Vietnam die Rekrutierung ausländischer und auslandsvietnamesischer Spieler, das sogenannte "Việt Kiều", forciert. Eine Reform des Staatsangehörigkeitsrechts erleichterte Einbürgerungen. Der Verband verzichtet auf feste Quoten, während der Trainer nach sportlicher Eignung entscheidet. Sichtbar wurden brasilianisch-stämmige Akteure wie Nguyễn Xuân Sơn (vorher: Rafaelson), Do Hoàng Hen und Nguyễn Tài Lộc, die Physis und Abschlusssicherheit einbrachten.

Ergänzt werden sie durch etablierte “Việt Kiều” wie die Torhüter Đặng Văn Lâm (russisch), Nguyễn Filip (tschechisch) und Lê Giang Patrik (slowakisch) sowie Verteidiger wie Cao Pendant Quang Vinh (Jason Pendant, französisch) und Nguyễn Adou Leygley Minh (Leygley Adou, französisch). Auch jüngere Kräfte wie der Engländer Williams Minh Hoàng (Lee Williams) und der Australier Ngô Dang Khoa wurden eingebunden.

Diese Spieler können sich noch für Vietnam entscheiden

Ein weiteres Reservoir liegt bei Spielern, die noch oder bis vor Kurzem im Ausland aktiv sind und sich theoretisch für Vietnam entscheiden könnten. Besonders im Fokus steht der 24-jährige Innenverteidiger Kenneth Schmidt. Der deutsche Profi mit vietnamesisch-nigerianischen Wurzeln (über die Mutter) durchlief die Jugendakademie des SC Freiburg, spielt derzeit für Dynamo Dresden in der 2. Bundesliga.

Er absolvierte Länderspiele für deutsche Juniorennationalmannschaften von der U18 bis zur U21, hat aber keine Senioren-Einsätze für Deutschland. Damit bleibt er nach FIFA-Regeln grundsätzlich für Vietnam (oder Nigeria) verfügbar. Der vietnamesische Fußballverband hat Interesse bekundet; Nigeria wirbt jedoch gleichermaßen um ihn.

Sein Markt- und Leistungsniveau läge deutlich über dem aktuellen Standard der vietnamesischen Nationalmannschaft und würde die Defensive signifikant aufwerten – vorausgesetzt, er entscheidet sich tatsächlich für den Weg nach Hanoi und die notwendigen Formalitäten werden abgeschlossen. Mit 24 ist der 189 cm große Abwehrhüne kein Talent mehr und muss sich angesichts der kommenden großen Turniere wie dem Asia Cup/Afrika Cup oder der WM in 4 Jahren langsam entscheiden.

Viet-Talent in den Reihen der Fortuna

Noch klarer liegt der Fall bei Simon Vu (20). Der deutsch-vietnamesische Mittelfeldspieler besitzt bereits einen vietnamesischen Pass und ist damit für Jugend- und A-Nationalmannschaft verfügbar. Er durchlief die Akademie von Fortuna Düsseldorf, spielt regelmäßig in der zweiten Mannschaft (Regionalliga) und wurde bereits in Freundschaftsspielen bei den Profis eingesetzt.

Für die U23 und langfristig die A-Nationalmannschaft gilt er als interessanter Perspektivspieler, weil er die europäischen Ausbildungsstandards genießen durfte und die formalen Hürden für eine Nominierung niedrig sind.

Weitere Namen tauchen immer wieder in den Medien auf – etwa der französische Stürmer Aymeric Faurand-Tournaire (vietnamesische Mutter, Ligue-2-Erfahrung) oder jüngere Kräfte aus Belgien, Österreich und den USA, die teilweise bereits den Weg in die V-League gefunden haben. Die Hürden bleiben jedoch hoch:

Viele Spieler haben Jugend-Länderspiele für andere Verbände absolviert, die emotionale Bindung an Vietnam ist zwar da, jedoch muss der sportliche Anreiz deutlich zulegen. FIFA-Regeln erlauben in der Regel einen Verbandswechsel, solange keine Senioren-Pflichtspiele für ein anderes Land gespielt wurden; die vietnamesische Staatsbürgerschaft ist jedoch Voraussetzung.

Vietnam heißester Anwärter Südostasiens

Sascha Baharian
Sascha Baharian

Unter Kim Sang-sik hat die Mannschaft regionale Erfolge gefestigt, darunter den ASEAN Cup 2024, bei dem hauptsächlich Nationalteams aus Südostasien teilnehmen. Bei der Ausgabe 2026 endete das Turnier auf Platz vier. Aktuell steht Vietnam auf Rang 99 der FIFA-Weltrangliste und gehört damit zu den 17 stärksten Teams in Asien.

Das reicht voraussichtlich aus, um die erste Qualifikationsrunde für die WM 2030 zu überspringen und aus Topf 2 in die zweite Runde zu starten. Die ersten beiden Tabellenplätze jeder Gruppe kommen weiter; die zweite Runde beginnt voraussichtlich 2027. Eine mögliche Erweiterung der WM auf 64 Teams würde Asiens Plätze weiter erhöhen und die Chancen Vietnams enorm verbessern.

Stabilere Strukturen in der V-League, wie die erste Liga in Vietnam genannt wird, Investitionen in die Infrastruktur, und die langfristige Zusammenarbeit mit Nationaltrainer Kim bilden das Fundament. Die Lücke zu Japan, Südkorea oder dem Iran ist noch da, aber bei weitem nicht mehr so groß wie vor einigen Dekaden.

Stadiontechnisch wird diese Lücke mit dem Bau der Hung-Vuong-Arena geschlossen, da diese hochmodern und mit 135 Tausend Zuschauern das größte Stadion der Welt darstellen wird. Bereits im Juni 2027 soll sie als das Herzstück der riesigen Olympischen Dorfstadt in Hanoi fertig gestellt werden.

Die Kombination aus einer verbesserten Talentförderung, gezielter Personalpolitik und der Option auf weitere europäisch ausgebildete Việt Kiều macht Vietnam zum heißesten Anwärter Südostasiens auf ein historisches Debüt bei der WM 2030.

Spieleranalyse Malik Jakupovic Philadelphia Union

(IMAGO / ZUMA Press)

BVB, SGE und der VfB jagen US-Teenie | Das ist Malik Jakupovic (17)

Der 17-jährige US-Amerikaner wird von zahlreichen Topklubs aus Europa gejagt. Doch warum ist ein Teenager der sich in der MLS noch nicht als Profi etabliert hat so begehrt? Besitzt er wirklich schon das Potenzial für Europa? Daher haben wir ihn für euch auf Stärken und Schwächen analysiert, um final sein Entwicklungspotenzial einzuschätzen.
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Veröffentlicht: 26 Oktober 2026, 16:40

Die jüngsten Spekulationen um den 17-jährigen Stürmer der Philadelphia Union haben vor allem in Europa für Aufsehen gesorgt. Am konkretesten war bislang Borussia Dortmund: Nach Sky-Informationen bot der BVB im vergangenen Sommer zunächst zwei, dann drei Millionen Euro – beide Offerten wurden abgelehnt. Philadelphia, das das Eigengewächs langfristig bis 2030 (mit Option) gebunden hat, fordert laut Berichten trotz seines jungen Alters eine Ablöse im zweistelligen Millionenbereich.

Inzwischen haben auch Chelsea, der VfB Stuttgart, RB Salzburg, Eintracht Frankfurt und die AS Monaco Interesse signalisiert; Scouts waren unter anderem in Marbella bei einem U-17-Turnier vor Ort. Die Gerüchte sind ernst zu nehmen, weil sie auf einem klaren physischen und torgefährlichen Profil basieren. 

Jakupovic hat in der MLS bislang kaum Startelf-Minuten gesammelt und wird von seinem Klub bewusst behutsam aufgebaut. Ein kurzfristiger Wechsel ist aktuell unwahrscheinlich; der MLS-Klub nutzt die Aufmerksamkeit eher als Bestätigung ihres Entwicklungswegs.

Der steile Weg aus Michigan nach Philadelphia

Geboren am 24. Juni 2009 in Sterling Heights, Michigan, als Sohn bosnischer Eltern, wechselte Jakupovic 2023 mit 14 Jahren in die Akademie der Philadelphia Union und verließ dafür sein Zuhause. Er durchlief die U15-, U16- und U18-Teams, bevor er 2025 bei Union II zum Torjäger avancierte (acht Tore in der MLS Next Pro). 2026 folgten weitere Einsätze in der zweiten Mannschaft, Kurzzeit-Nominierungen für die erste und schließlich im März das MLS-Debüt als Einwechselspieler gegen Chicago.

Sein erstes Ligator erzielte er im September als Joker beim 5:0 gegen San Diego. Parallel dazu war er bei der U-17-Nationalmannschaft der USA auffällig: Zwölf Tore in neun Spielen, darunter acht im CONCACAF-Qualifikations-Turnier, das die USA für die U-17-WM in Katar qualifizierte. Im April 2026 unterschrieb er seinen ersten Profivertrag und ist damit der jüngste Baustein des bekannten Union-Entwicklungspfads.

Spielerprofil - Stärke, Instinkt und noch viel Rohdiamant

Mit 1,91 Metern und einem noch schlanken Körperbau (rund 76 Kilogramm) bringt Jakupovic bereits die Physis eines klassischen Mittelstürmers mit. Die bosnische Sarajevo Times verglich ihn ausdrücklich mit Edin Džeko – ein Hinweis auf Größe, Körperlichkeit und das Potenzial, den Strafraum zu dominieren. Jakupovic selbst sieht sein Spiel ähnlich:

Mein Typ ist, Gegner mit Kraft und Größe in Schach zu halten, und mit dem Kopf Tore zu machen, indem ich über die Innenverteidiger hinweg springe.

Gleichzeitig orientiert er sich an Hugo Ekitike:

Ein Spieler, der mir am ähnlichsten ist, ist Hugo Ekitike. Er ist ein Neuner, spielt aber auch in der Zehner-Position. Er bekommt den Ball am Fuß, kann Gegner abschirmen und sie im Dribbling schlagen. Diesen Stil möchte ich anstreben.

Sein Torinstinkt ist bereits sichtbar. In der zweiten Mannschaft war er effizient, bei der U-17 sogar herausragend. In der MLS zeigt er in kurzen Einsätzen die Fähigkeit sich im Strafraum zu behaupten und schnell die Abschlüsse zu suchen.

Doch auch spielerisch konnte er auf Jugendniveau glänzen, indem er per Steilpass die Flügelstürmer bediente, oder durch ein präzises Flankenspiel die Mitspieler in Szene setzte. Seine größte Kompetenz bleibt jedoch mit 64 Prozent gewonnen Luftduellen das Kopfballspiel.

Die Entwicklungsfelder

Die Schwächen sind die typischen eines 17-Jährigen mit begrenzter Senioren-Erfahrung: Die Entscheidungsfindung unter Druck, die technische Sicherheit auf engem Raum und die Konstanz über 90 Minuten sind noch nicht auf Profi-Niveau. Physisch wird er noch zulegen müssen, um gegen ausgewachsene Innenverteidiger bestehen zu können. Der Interimstrainer Ryan Richter betont genau diesen Entwicklungsprozess.

Niemand glaubt mehr an diesen Jungen als ich. Ich bin so froh, wie er in den letzten Wochen gearbeitet hat. Er verdient sich das Vertrauen des Trainerteams und seiner Mitspieler.

Mentalität und privater Hintergrund

Jakupovic hat früh gelernt, Verantwortung zu übernehmen. Mit 14 verließ er Michigan für das “Residency-Programm” der Union (eine Art Wohnangebot für sehr talentierte Jugendspieler, die nicht aus der Region sind) und passte sich an neue Standards an – von Ernährung über Schlaf bis zum täglichen Training. „Es hat mich zu der Person und dem Spieler geformt, der ich heute bin“, sagte er über die Akademiezeit.

Er spricht offen über den Traum, Profi zu werden, und betont, dass er an seine Entwicklung glaubt: „Ich beginne vollkommen, dem Prozess zu vertrauen. Von Anfang des Jahres ein wenig zu spielen und Tore in der zweiten Mannschaft zu erzielen, hat mir sehr geholfen.“ Trainer Richter sieht dieselbe Haltung: Der Junge arbeitet täglich daran, sich die Minuten zu verdienen.

Privat bleibt die bosnische Herkunft präsent. Der Vater Nedzad postete stolz Kindheitsfotos, darunter eines, auf dem der Sohn im Džeko-Trikot posiert. Jakupovic selbst hat sich bislang klar zu den USA bekannt: „Im Moment plane ich, bei den USA zu bleiben. Ich habe keine Pläne, woandershin zu gehen.“

Gleichzeitig zeigt die mediale Aufmerksamkeit in Bosnien und Herzegowina, wie stark die familiäre Verbindung wahrgenommen wird. Im Team orientiert er sich an erfahrenen Mitspielern wie Bruno Damiani und schätzt die Unterstützung der älteren Spieler im Training.

Entwicklungspotenzial: 8 / 10

Sascha Baharian
Sascha Baharian

Auf einer Skala von 1 bis 10 liegt Jakupovics Entwicklungspotenzial für mich bei einer 8. Die Kombination aus Größe, Torinstinkt in den Jugend- und Reservemannschaften, klarer körperlicher Dominanz und dem Interesse europäischer Top-Klubs rechtfertigt meine hohe Einschätzung. Er ist noch weit davon entfernt, ein fertiger Profi zu sein, und die begrenzten MLS-Minuten zeigen, dass der Weg steil bleibt.

Wenn er die physische Entwicklung vollzieht und die technische Sicherheit unter Druck gewinnt, kann er zu einem modernen, körperlichen Stürmer heranwachsen, der sowohl als klassischer Neuner als auch etwas flexibler agieren kann. Philadelphia hat die Geduld, diesen Weg zu begleiten – und genau darin liegt aktuell die größte Chance für den Spieler.

Florian Wirtz Kritik an Wirtz wird lauter

(IMAGO / Branislav Racko)

Kritik an Wirtz wird lauter | Sollte er die Reds verlassen?

Platz 9 nach sechs Partien in Englands höchster Spielklasse und ein deutscher Nationalspieler im Zentrum der Kritik – Florian Wirtz kommt beim FC Liverpool auch unter dem neuen Trainer Andoni Iraola nicht in Fahrt. Fehlt es dem ehemaligen Leverkusener einfach an Qualität? Sollte er die Reds wieder Richtung Bundesliga verlassen, oder weiter um seine Form kämpfen?
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Veröffentlicht: 16 Oktober 2026, 11:15

Als Liverpool im Sommer 2025 rund 116 Millionen Pfund (inklusive Boni) für Florian Wirtz an Bayer Leverkusen überwies, war die Erwartung klar: Der damals 22-Jährige sollte als kreativer Motor die Reds auf das nächste Level heben. Ein Jahr und gut 56 Pflichtspiele später sind die Stimmen deutlich kritischer geworden.

Jamie Carragher fordert öffentlich, den Deutschen aus der Startelf zu entfernen. "Ich denke nicht, dass er außer Form ist, sondern mehr kann er nicht!" Andere sprechen von einem der teuersten Flops der Premier-League-Geschichte. Die Zahlen geben den Kritikern zunächst Recht – und werfen die Frage auf, ob Wirtz in England bleiben sollte oder besser in eine Liga zurückkehrt, in der er schon einmal zur absoluten Elite gehörte.

Die nackten Zahlen - Wirtz erfüllt nicht die Erwartungen

In Leverkusen war Wirtz einer der besten Spieler Europas. In den Saisons 2023/24 und 2024/25 erzielte er wettbewerbsübergreifend jeweils 67 Scorerpunkte (18 Tore + 19 Assists bzw. 16 + 14). Er war Deutscher Fußballer des Jahres und zentraler Akteur der ungeschlagenen Meisterschaft unter Ex-Trainer Xabi Alonso.

In der Premier League sieht die Bilanz bisher anders aus: 39 Einsätze, fünf Tore und vier Assists. In der laufenden Saison 2026/27 stehen nach sechs Startelf-Einsätzen null Tore und eine Vorlage. Wettbewerbsübergreifend sind es bei Liverpool etwa sieben Tore und 9 Assists in 57 Spielen. Gegen die Top-10-Teams der Vorsaison blieb er laut Berichten ohne direkten Scorerpunkt.

Gleichzeitig kreierte er in seiner ersten Saison enorm viele Chancen (rund 60 allein in der Liga). Die Qualität dieser Chancen und die Verwertung blieben aber deutlich unter dem Niveau, das man von einem so teuren Neuzugang erwartet hat.

Die Gründe für die bisherige Bilanz

Wirtz selbst hat die Unterschiede offen benannt. Gegenüber TNT Sports sagte er im Frühjahr 2026: 

Jeder weiß, dass die Premier League die intensivste und physischste Liga ist. Es war ein bisschen schwieriger, als ich vorher erwartet hatte. In Leverkusen hatte ich mehr Zeit am Ball und konnte mich leichter um meinen Gegenspieler drehen. Hier musst du mit dem ersten Kontakt schon weg sein, sonst kommen drei Leute und gehen auf dich.

Der Druck, die Geschwindigkeit der Entscheidungen und die körperliche Härte seien die größten Unterschiede im Vergleich zur Bundesliga offenbarte er.

Micah Richards und Gary Neville bezeichneten ihn früh als zu „small” oder “petite“ beziehungsweise als „little boy“ – Formulierungen, die auf seine Statur (rund 1,76 m und nur um die 70 kg Körpergewicht) und die zunächst niedrige Zweikampfquote anspielten. 

Liverpool legte Wirtz ein gezieltes Kraftprogramm auf; dieser legte mehrere Kilogramm Muskelmasse zu und verbesserte sich dadurch in den Zweikämpfen. Dennoch bleiben die Berührungen im finalen Drittel und die Dribbling-Quote signifikant niedriger als in der Bundesliga. Er bekommt schlicht weniger Raum und Zeit, worauf er noch keine Lösungen gefunden hat.

Hinzu kommen mannschaftliche Faktoren: Die taktische Einbindung unter Arne Slot und später unter Andoni Iraola, die Rolle im Verhältnis zu anderen Offensivspielern und die insgesamt hohen Erwartungen nach einem Rekordtransfer.

Einige Beobachter sehen auch ein mentales Problem – Wirtz wirke manchmal zurückhaltend, statt den Ball anzufordern und Verantwortung zu übernehmen. Carragher formulierte es nach der 0:3-Niederlage gegen Manchester City klar: Nach 60 Spielen sei das, was Wirtz liefere, „bis jetzt einfach nicht gut genug. Er muss raus aus der Stammelf“.

Was müsste sich ändern?

Für einen Durchbruch müsste vor allem die physische Anpassung weitergehen. Wirtz hat die Bereitschaft gezeigt, im Kraftraum zu arbeiten. Entscheidend ist, dass die zusätzliche Robustheit zu mehr Stabilität unter Druck führt – also zu besseren ersten Kontakten und schnelleren Entscheidungen auf engem Raum.

Taktisch braucht er ein System, dass im entweder mehr Raum (evtl. auf den Flügeln) oder schnelle und einfache Anspielstationen gibt. In der Champions League und in der Nationalmannschaft hat er zeitweise überzeugendere Auftritte gezeigt. Unter dem neuen Trainer Iraola könnte sich die Rolle noch einmal verschieben.

Gleichzeitig müssen die Mitspieler seine Chancen besser verwerten – Wirtz erstellt weiterhin relativ viele Möglichkeiten, die Verwertung seiner Teamkameraden hinkt jedoch hinterher, worunter auch seine Statistik leidet.

Mental wäre sicherlich mehr Selbstvertrauen und Präsenz nötig. Der deutsche Nationalspieler selbst betonte immer wieder, an seine Qualitäten zu glauben. Ob das reicht, wenn die Ergebnisse weiter ausbleiben, ist offen. Zeit spielt jedoch eine immense Rolle: Viele Spieler brauchen zwei volle Saisons, um in der Premier League anzukommen. Mit 23 Jahren ist Wirtz noch jung genug, dass ein Durchbruch weiterhin möglich bleibt.

Fehlt ihm schlicht die Qualität?

Nein. Die Bundesliga-Leistungen, die technische Klasse, die Kreativität und die internationalen Auftritte sprechen deutlich dagegen. Wirtz war und ist ein hochklassiger Spieler mit hervorragender Technik, Spielintelligenz und offensiver Präsenz. 

Die Premier League ist für viele kreative Spieler aus anderen Ligen ein harter Anpassungsprozess – die Intensität und die körperliche Komponente sind deutlich höher als in der Bundesliga.

Dass er trotz fehlender direkter Torbeteiligungen weiterhin überdurchschnittlich viele Torchancen kreiert, deutet für mich eher auf eine positive Perspektive als auf grundsätzlichen Qualitätsmangel hin.

Weiter bei den Reds oder doch ein Transfer?

Sascha Baharian
Sascha Baharian

Ich denke Florian Wirtz sollte mindestens noch eineinhalb Jahre beim FC Liverpool bleiben. Sein Alter, die bisherige Kreativität, die Investition Liverpools und die Chance unter einem akribisch arbeitenden Trainer wie Iraola, der schon bei Bournemouth viele junge Spieler signifikant weiterentwickelt hat, sprechen für einen Verbleib. Der Coach der Reds glaubt an den Deutschen:

Ich bin zuversichtlich, dass ich dazu beitragen kann, Wirtz zum besten Spieler der Welt zu machen. Ich weiß, wozu er fähig ist, und werde eng mit ihm zusammenarbeiten, um das Beste aus seinem Spiel herauszuholen. Er wird die Welt in Staunen versetzen. Die Leute beurteilen ihn zu früh!

Doch die Spielidee des Basken benötigt Zeit, was man auch am kollektiven Problem der Mannschaft mit nur 9 Punkten aus 6 Partien und Platz 9 merkt. Florian Wirtz fehlt es also nicht an Qualität, wohl aber bislang an der vollständigen Anpassung an die Premier League. Die Gründe liegen vor allem in der Intensität, der physischen Dimension und den hohen Erwartungen. 

Ob er bleibt, hängt davon ab, ob er in den kommenden Monaten den Schritt vom kreativen Zulieferer zum entscheidenden Spieler schafft. Liverpool hat ihm Zeit und Unterstützung gegeben – die Geduld ist aber endlich. Ein weiteres Jahr ohne klaren Fortschritt würde die Frage nach einem Abschied deutlich lauter machen.

Sascha

Sascha

@sascha_baharian

Hingebungsvoller Fachmann in Bezug auf den italienischen Fußball und speziell die Serie A 🇮🇹

Wenn es um die Serie A oder im Allgemeinen den Fußball in Italien geht, ist man bei Sascha goldrichtig. Seit Jahren verfolgt er ganz genau die Entwicklungen der höchsten Spielklasse in Italien und weiß mit qualitativ hochwertigen Analysen zu glänzen. Diese könnt Ihr Euch auch jederzeit in seinem eigenen Podcast anhören. Des Weiteren weiß er auch mit seinem Wissen in Sachen Jugendfußball zu überzeugen und ist daher insgesamt ein sehr wertvoller Teil unseres Teams. 

PS: Seit neuestem ist Sascha zudem auch Zertifizierter Scout & Spielanalyst nach IST.