Floyd Samba auf den Spuren des Vaters | Das ist Deutschlands neues U19-Wunderkind
Floyd Samba ist gerade erst 17 Jahre alt, und schon titelt die englische Presse mit Überschriften wie „Ein neuer Star ist geboren“ über den Teenie. Beim 5:0 von Manchester City gegen Norwich City im Ligapokal am 17. September 2026 traf der Mittelfeldspieler in seinem ersten Profispiel gleich doppelt, einmal per Kopf nach 29 Minuten, einmal mit einem Schlenzer aus rund zwölf Metern.
So ein Debüt ist einfach umwerfend. Ich konnte es kaum glauben“, sagte er hinterher, um sogleich hinzuzufügen, das sei „erst der Anfang, ich habe eine große Karriere vor mir.
🏴 • Floyd Samba; 2 goals on his debut
Constantly drops deep to create spaces, drags defenders with him and then finds the runners attacking those spaces with his passing. Also knows when to make his own runs.
Really strong debut; he did everything right.… https://t.co/R4fvwAKQ1O— 𝙁𝙪𝙩𝙪𝙧𝙚 𝘽𝙖𝙡𝙡𝙚𝙧𝙨 ❄️ (@FBallerscout) September 18, 2026
Vom Nachwuchs der Citizens zum Debüt unter Maresca
Geboren am 15. Januar 2009 in Macclesfield, kam Samba bereits als U9-Spieler zur Academy von Manchester City und durchlief dort fast ein Jahrzehnt lang alle Jahrgänge. In der Saison 2024/25 schnupperte er noch überwiegend als Einwechselspieler bei den U18 in die höhere Altersklasse, die den Titel in der Under-18 Premier League North holte.
Ein Jahr später war er festes Mitglied fast jeder Nachwuchself: 24 Einsätze über sechs Wettbewerbe hinweg, 17 Tore und sechs Vorlagen, darunter ein Hattrick beim 6:1 der U21 gegen Stoke in der Premier League 2 und jener Freistoß, der im Mai 2026 das FA-Youth-Cup-Finale gegen Manchester United (2:1) entschied.
Enzo Maresca holte ihn in die Vorbereitung nach Asien, testete ihn kurz vor dem Norwich-Spiel als falscher Neuner und ließ ihn 90 Minuten durchspielen. Der Trainer betonte hinterher, Samba sei „kein Neuner“, aber jung, voller Energie, stark, abschlussstark und in der Lage, gute Entscheidungen zu treffen. Man müsse mit solchen Spielern langsam vorgehen.
Throwback to when 17 year-old Floyd Samba scored this rocket of a free kick in the FA Youth Cup Final.🚀
Samba also scored two goals on his professional debut yesterday evening.⚽️⚽
He certainly isn’t a new name on the scoresheet for Manchester City.😳
Floyd joined City’s… pic.twitter.com/tyFfnpGWH8— The Talent Hunter 🎯 (@TalentHunter) September 18, 2026
Spielerprofil - Der flexible Offensiv-Achter
Samba selbst sieht sich als Box-to-Box-Spieler. Sein Idol ist Paul Pogba:
Die Art, wie er spielt, ich versuche, so souverän zu sein wie er. Seine Qualität, die Technik, alles ist top. Und er ist auch groß, wie ich.
Mit 1,83 Metern bringt er für einen zentralen Mittelfeldspieler ungewöhnliche Größe und Körperlichkeit mit, die er schon im Jugendbereich nutzte, um Bälle zwischen den Linien anzunehmen, den Körper vor den Gegner zu stellen und unter Druck den Ball zu sichern.
Samba glänzt beim Empfangen des Balles durch eine stabile Körperhaltung, intelligente Laufwege in die Halbräume und die Fähigkeit, nach einer guten ersten Berührung scharf die Richtung zu ändern. Dazu kommt ein Auge für den Abschluss: Freistöße, Kopfballstärke und jener Schlenzer gegen Norwich, der nicht nach einem "Debütanten-Ball" aussah.
Wenn kein Mitspieler frei ist, trägt er den Ball einfach selbst in gefährliche Zonen. Maresca und die Academy-Trainer heben zudem seine Ruhe am Ball und das Kombinationsspiel hervor, etwa die Ablage mit dem Rücken zum Tor, die gegen Norwich zum 2:0 beitrug. Darüber hinaus gehörte er über sämtliche Distanzen in Bezug auf sein Passspiel in der Premier League 2 zur Elite der Liga.
Die Entwicklungsfelder
Die Schwächen liegen weniger im sichtbaren Talent als in der noch unvollendeten Anpassung an den Seniorenfußball. Samba wächst noch, muss seinen Körper noch besser einsetzen, um Gegner wegzudrängen und den Ball gegen gleich starke Erwachsene zu schützen. Die physische Überlegenheit, die ihm gegen Gleichaltrige oft den Weg ebnet, wird auf Premier-League-Niveau schwinden; dann muss die Technik und das Entscheidungstempo noch präziser greifen.
Verletzungen durch Wachstumsschübe haben ihn in früheren Phasen schon ausgebremst, und U21-Coach Ben Wilkinson merkte an, Samba sei oft hart zu sich selbst, denn im zentralen Mittelfeld von City herrscht enorme Konkurrenz. Dass Maresca ihn gegen Norwich als Mittelstürmer aufbot, weil er dort noch nie regelmäßig gespielt hatte, zeigt zugleich seine Flexibilität. Ein einzelnes Pokalspiel gegen einen Zweitligisten mit zehn Wechseln bleibt ein Highlight, jedoch kein Beweis für Beständigkeit über 38 Liga-Spieltage.
Darüber hinaus muss er defensiv noch zu legen, denn für einen Box-to-Box-Spieler ist er im defensiven Zweikampf, sowohl in der Luft als auch am Boden noch zu schwach. Zudem fängt er noch zu wenig Pässe des Gegners ab, was selbst auf U21-Niveau noch deutlich Luft nach oben hatte.

Privater Hintergrund, Charakter & Mentalität
Der private Hintergrund erklärt viel von der Haltung, mit der Samba auf dem Platz steht. Vater Christopher Samba, in Paris geboren, kongolesischer Nationalspieler und langjähriger Premier-League-Innenverteidiger bei Blackburn und den Queens Park Rangers, verlor seine Mutter als 5-jähriges Kind. Mit 15 verließ er nach Streit mit dem Vater das Haus in Rouen, schlief Monate in Parks und auf der Tribüne des Stadions, trainierte tagsüber und tat so, als gehe er abends nach Hause.
Später jobbte er als Lieferfahrer, brach sich das Wadenbein, wurde abgeschrieben und fand über die Nationalmannschaft der Republik Kongo den Weg zurück. Floyd sagt offen, dass sein eigener Weg „viel einfacher“ gewesen sei:
Er musste viel opfern. Es war viel härter für ihn als für uns.
Gleichzeitig sieht er darin einen Vorteil: Der Vater wisse, wie man mit Rückschlägen umgeht. Nach dem Spiel habe Christopher ihm gesagt, er sei stolz, aber es sei nur der Anfang, er müsse jetzt stark weitermachen.
Die Mutter Theresa, Deutsche, fuhr die Söhne jahrelang täglich zum Training. Floyd nennt sie ausdrücklich: Sie habe alles geopfert, tue das noch immer für den jüngsten Bruder Emerson, zwölf Jahre alt und ebenfalls in der City-Academy, und sei „der größte Fan von uns allen“. Mit dem älteren Bruder Tyrone, der denselben Weg durch die Jugend geht, und Emerson spielte er im Garten so verbissen, dass es regelmäßig Streit gab.
Die Familie, drei Brüder unter einem Club Dach, stützt sich gegenseitig, wenn es schlecht läuft, und gönnt sich den Erfolg. Diese Mischung aus dem Wissen um den harten Aufstieg des Vaters und der alltäglichen, unspektakulären Fürsorge der Mutter formt eine Mentalität, die weder naiv noch verbissen wirkt:
Samba wirkte gegen Norwich nicht nervös, sobald er auf dem Platz stand. Der Druck war nur vorher da, sagte er. Die Ruhe, die Pogba-Vergleiche und die Fähigkeit, in ungewohnter Rolle zwei Tore zu machen, passen zu einem Jungen, der den Kontrast zwischen Parkbank und Etihad kennt, ohne ihn selbst durchlebt zu haben.
🚨 FOR THOSE WHO DON’T KNOW THE STORY BEHIND FLOYD SAMBA… 👀🔥
Before Floyd Samba began making his own name at Manchester City, his father had already built a remarkable football career. 🩵⚽️
🇨🇬 Veijeany Christopher Samba, better known as Christopher Samba or Chris Samba, is a… https://t.co/qbeGQxjRMv pic.twitter.com/UbxKrXyFwX— Triumph 🩵📰🎮🏆 (@DeeTriumph) September 17, 2026
Potenzialeinschätzung: 8,5 / 10

Auf einer Skala von 1 bis 10 setze ich Floyd Sambas Potenzial bei einer 8,5 an. Das ist kein Freifahrtschein zur Weltklasse, sondern die Einschätzung eines 17-Jährigen, der Größe, Technik, Abschlussqualität und eine ungewöhnliche innere Ruhe schon jetzt so verbindet, dass der Sprung in den Profifußball nicht mehr wie ein Traum wirkt, sondern wie eine Frage der Dosierung.
Wer mit 17 im Etihad in ungewohnter Rolle doppelt trifft, Freistöße entscheidet und dabei so selbstverständlich wirkt, besitzt die Substanz für eine lange Premier-League-Karriere und für eine Nationalmannschaft, egal ob später Deutschland, Frankreich oder England.
Die fehlenden eineinhalb Punkte liegen nicht am Talent, sondern an dem, was noch unbewiesen ist: Beständigkeit gegen gleich starke Erwachsene, eine klare Stammposition im überfüllten City-Mittelfeld und der Umgang mit dem Moment, in dem die körperliche Überlegenheit gegen Jugendliche wegfällt. Wenn City ihn nicht verheizt und er seine Physis weiter aufbaut, kann aus der 8,5 auch eine glatte 9 werden.
Nations League | Deutschlands Gruppe Selbstläufer oder Fallstrick?
Gruppe A2 wirkt auf den ersten Blick fair: Deutschland und die Niederlande als Favoriten, Serbien als physischer Störenfried, Griechenland als Aufsteiger in Liga A. Genau diese Sortierung verführt zum Leichtsinn.
Nach dem frühen WM-Aus und dem Start unter Jürgen Klopp entscheidet nicht der Name auf dem Papier, sondern wer gegen drei sehr unterschiedliche Gegner Punkte holt. Die ersten beiden Plätze führen ins Viertelfinale, Platz drei in die Relegation, Platz vier in Liga B. Spielraum gibt es wenig.
Die Jungs haben alle Lust, also dementsprechend empfinden wir Aufbruchsstimmung, verriet Trainer Jürgen Klopp bei der letzten PK.
Niederlande - der direkte Konkurrent
Trainer Xavi Hernández beginnt seine Amtszeit parallel zu Klopp.
Ich kenne mehr Spieler von Holland persönlich als Xavi. Ob das ein Vorteil ist, weiß ich nicht. ein Fakt ist es trotzdem, sagte Klopp.
Oranje bleibt defensiv um Kapitän Virgil van Dijk gebaut – Führungsspieler, Abwehrboss, Taktgeber. Daneben stehen moderne, schnelle Verteidiger wie Jurriën Timber, Jan Paul van Hecke, Jorrel Hato und Außenbahnspieler wie Denzel Dumfries oder Jeremie Frimpong. Das ist keine alte Garde, sondern eine Abwehr, die hochsteht und Umschaltmomente sucht.
Im Mittelfeld sind Tijjani Reijnders und Ryan Gravenberch die zentralen Taktgeber: Tempo, Passqualität, Pressing-Resistenz. Vorne bleibt Cody Gakpo die gefährlichste Konstante, dazu kommen Noa Lang, Brian Brobbey und je nach Verfügbarkeit weitere Flügelspieler.
Memphis Depay fehlt im Kader, Malen und Kluivert sind angeschlagen – trotzdem bleibt die Offensive variabel genug, um Deutschland in Amsterdam und später daheim zu fordern. Wer gegen die Niederlande unentschieden spielt, hat noch nichts gewonnen. Wer verliert, spielt den Rest der Gruppe unter enormen Druck.
Worauf es ankommt: zweite Bälle gegen van Dijk, Breite gegen Dumfries/Frimpong, und im Zentrum gerade über den defensiv anfälligen Reijnders Angriffe einzuleiten.
🇳🇱 NETHERLANDS SQUAD — UEFA NATIONS LEAGUE
The Netherlands squad features a mix of experienced internationals and exciting young talent, including Cody Gakpo, Ryan Gravenberch, Virgil van Dijk and Jeremie Frimpong. 🔥🇳🇱
Who are you most excited to see? 👀 pic.twitter.com/ynOL4yiuTA— football world euphoria (@F_W_Euphoria) September 21, 2026
Serbien - Physis, Standards, Zielspieler
Serbien hat die WM verpasst und wird deshalb unterschätzt. Das Team von Veljko Paunović (49) bleibt aber genau der Gegnertyp, an dem deutsche Mannschaften oft Probleme offenbaren: kompakt, zweikampfstark, physisch und ein schnörkelloses Spiel nach vorn.
In der Innenverteidigung ragen Strahinja Pavlović (AC Mailand) und Nikola Milenković heraus – groß, dominant in der Luft, unangenehm bei Standards. Auf den Außenbahnen können Filip Kostić oder jüngere Vollstrecker wie Kosta Nedeljković Breite und Flanken bringen. Im Mittelfeld bleiben Routiniers wie Sergej Milinković-Savić und Saša Lukić wichtig, dazu kommt mit Lazar Samardžić ein Spieler, der Tempo ins letzte Drittel bringt und mit einem Dribbling für Überraschungsmomente sorgen kann.
Vorne entscheidet das physische Duo Aleksandar Mitrović und Dušan Vlahović. Mitrović ist der klassische Zielspieler: Zweikämpfe, Ablagen, Strafraumpräsenz. Vlahović ist der beweglichere Part, und dazu mit bereits 5 Ligatoren in Topform. Dazu Ex-SGE-Stürmer Luka Jović der in der letzten Saison für AEK Athen 21 Tore erzielte. Die Partie in Belgrad, ausgetragen im November wird laut, eng und physisch. Am 1. Oktober in München muss Deutschland deshalb als Pflichtsieg behandeln – nicht als Selbstverständlichkeit.
Worauf es ankommt: Ein schnelles Umschalten und das schwache Stellungsspiel von Strahinja Pavlović in der Viererkette auszunutzen. Zudem wird es auch elementar wichtig sein den physisch starken Mitrović früh vom Ball zu trennen, damit er seine Rolle als Zielspieler nicht erfüllen kann.
Serbia squad for the Nation's League.
I'll starr with the positives. Well deserved calls for Cvetkovic, Dzodic & Sukacev. Tadic & Babic are welcome returns.
The bad though.....this defense is frightening. Milenkovic is a massive loss but there has to be better options out… pic.twitter.com/q2hE7b7Mj0— Serbian Football (@SerbianFooty) September 18, 2026
Griechenland - neu in Liga A, aber kein Sparringspartner
Griechenland spielt erstmals in der höchsten Nations-League-Liga. Trainer Ivan Jovanović (64) sagt offen, das Ziel sei der Klassenerhalt. Das klingt bescheiden, beschreibt aber den Spielplan: kompakt stehen, Umschalten, Standards. Genau das unangenehme Profil, mit dem Deutschland bei der WM mit Paraguay nicht klarkommen konnte.
Hinten organisieren Konstantinos Mavropanos (West Ham) und Konstantinos Koulierakis (AS Rom) die Zentrale, Kostas Tsimikas (Liverpool) bringt auf links Offensivdrang und Flankenqualität. Im Mittelfeld/Angriff sind die Schlüsselspieler klarer als der Außenseiterstatus vermuten lässt:
Vangelis Pavlidis (Benfica) als Mittelstürmer mit Abschluss und stark mit Rücken zum Tor, Christos Tzolis (Arsenal) als dynamischer Flügel, Konstantinos Karetsas (BVB) als junger Kreativspieler und Dribbelkünstler.
Augsburg am 27. September darf kein „muss reichen“-Spiel werden. Thessaloniki am 4. Oktober wird enger, lauter und wahrscheinlich standardlastiger. Wer dort nur auf Ballbesitz setzt und keine Breite respektive ein schnelles Kombinationsspiel findet, verschenkt Punkte an einen Gegner, der genau darauf wartet.
Worauf es ankommt: Geduld gegen den tiefstehenden Block, Außenbahn gegen Tsimikas, und Spieler wie Tzolis und Karetsas im Umschaltmoment zu isolieren und direkt bei der Ballannahme aggressiv zu stören.
Greece 🇬🇷 head into League A of Nations League with a hefty slate of matches against 🇷🇸🇳🇱🇩🇪.
No new faces.
🔙 Giannis Michailidis (PAOK 🇬🇷, last: Nov 2025), Manolis Saliakas (Olympiacos 🇬🇷, last: Sep 2024), Konstantinos Karetsas (Borussia Dortmund 🇩🇪, last: March but withdrew… pic.twitter.com/pV22gQu68T— The International Window (@windowintlpod) September 21, 2026
Prognose

Die Gruppe ist lösbar, weil Deutschland und die Niederlande die breiteste Qualität haben. Sie ist jedoch kein Selbstläufer, weil jeder Gegner eine andere Baustelle öffnet: Oranje über Tempo und Struktur, Serbien über Körper und Zielspieler, Griechenland über Kompaktheit und Konter.
Klopp hat zwei Kader nominiert und viele neue Gesichter geholt. Das hilft nur, wenn die Mannschaft die jeweiligen Schlüsselspieler der Gegner konkret zustellt. Schnelle Kombinationen und Automatismen werden sehr wahrscheinlich aufgrund der vielen neuen Gesichter schwer umzusetzen sein.
Daher gehe ich davon aus, dass die Niederlande und Deutschland um Platz 1 spielen, während Griechenland den dritten Rang belegen wird. Serbien wird aufgrund der zu schwachen Defensive auf Platz vier landen. Der erste Maßstab kommt für Klopps Mannen in Amsterdam. Danach zeigt sich schnell, ob A2 nur auf dem Papier machbar war.
Klopps Überraschungspaar | Warum Ebnoutalib und Keidel ins DFB-Team passen
Der Stürmer, den niemand auf dem Zettel hatte
Der 23-jährige Younes Ebnoutalib kickte vor zwei Jahren noch er in der Regionalliga bei Gießen. Dazwischen lag ein gescheiterter Italien-Versuch bei Perugia, dann der Sprung zu Elversberg. In der 2. Liga explodierte er: zwölf Tore in 17 Hinrundenspielen, Torschützenkönig der ersten Saisonhälfte, physisch und mental ein Spieler, der Spiele öffnet. Im Winter 2025/26 holte ihn Eintracht Frankfurt für rund acht Millionen Euro nach Hause.
Bei der SGE ist er kein reiner Bankdrücker-Joker. Er ist Zielspieler und Tiefenläufer zugleich: bindet Innenverteidiger, arbeitet gegen den Ball, hat ein Gespür dafür, wann er sich löst. Der Dreierpack zum Saisonauftakt bei Union Berlin (3:3) war die Visitenkarte. Klopp selbst brachte es auf den Punkt: Als er Ebnoutalib zum ersten Mal im Eintracht-Trikot sah, habe er sich gefragt:
„Wo haben die den denn her?“ Im Trainerstab habe es „keine Diskussion“ gegeben. „Seine Art zu spielen, seine Bereitschaft, seine Intelligenz, immer da zu sein.“ Er sei „ein Buch, das man gerne lesen würde“.
Genau das ist der Mehrwert für die Nationalmannschaft. Deutschland hat unter Nagelsmann oft einen Stürmer vom Typ Havertz gebraucht – intelligent, verbindend, aber nicht immer die physische Spitze. Ebnoutalib bringt Größe, Tempo (Höchstwerte um 35 km/h!) und Abschlussinstinkt mit. Er kann als klassische Neun dienen, aber auch als zweiter Stürmer neben Burkardt oder Havertz Räume aufreißen.
Dazu kommt die Geschichte: ein Late Bloomer mit Hunger, der sich nach Umwegen und einer parallelen Nominierung durch Marokko bewusst für den DFB entschieden hat – nachdem Klopp persönlich im Frankfurter Trainingszentrum mit ihm gesprochen hatte. Für einen Neuaufbau ist das Gold wert: Identifikation, Demut und der Wille, nichts als selbstverständlich zu nehmen.
🆕🇩🇪 Younes Ebnoutalib semble avoir 𝗖𝗛𝗢𝗜𝗦𝗜 l’Allemagne. 🇲🇦🤔
Un supporter le félicite pour sa convocation avec la sélection allemande.
Younes : « Merci ❤️ »
— « Qu’est-ce qui t’excite le plus avec la Mannschaft ? »
Younes : « Tout. » pic.twitter.com/K65PdFQFCM— FRMF Xtra (@FRMFXtra) September 16, 2026
Der Allrounder vom Dorfclub
Felix Keidel ist die noch größere Überraschung. Nach 13 Jahren beim FC Ingolstadt wechselte der 23-jährige Mittelfeldspieler im Sommer 2025 für eine Ablöse von rund 400 Tausend Euro nach Elversberg. Mit den Saarländern stieg er sofort in die höchste deutsche Spielklasse auf. In der Bundesliga stand er in den ersten drei Spielen in der Startelf – und traf per Freistoß gegen Gladbach.
Nie ein DFB-Jugendspiel, nie auf dem großen Radar. Jetzt der erste Elversberger der Vereinsgeschichte in der A-Nationalmannschaft.
Seine Vereinsrolle erklärt die Nominierung besser als jede Statistik. In Ingolstadt war er das Eigengewächs, das überall funktionierte: Rechtsverteidiger, Linksverteidiger, zentrales und sogar offensives Mittelfeld. Bei Elversberg begann er als Außenverteidiger, steht in dieser Saison im defensiven Mittelfeld neben Lukasz Poreba. Trainer Vincent Wagner schätzt dessen Ausdauer, Zweikampfstärke und Übersicht. Keidel selbst sagt:
Die Position ist mir egal, ich suche den Weg zum Tor!
Freistöße, Flanken, Laufleistung – ein Spieler, der Lücken schließt, statt eine einzige Position zu besetzen. Für Klopp ist das die klassische Allzweckwaffe die bei jedem Turnier bei verletzungsbedingten Ausfällen besonders wertvoll werden und dem ehemaligen Liverpool-Coach aufgrund der taktischen Flexibilität ein besseres Ingame-Coaching ermöglichen.
Gegenpressing lebt von Spielern, die umschalten, laufen und mehrere Rollen verstehen. Deutschland hat seit Jahren eine Baustelle auf der rechten Abwehrseite: Nach Philipp Lahm und Kimmichs Verschiebung ins Zentrum experimentierten Flick und Nagelsmann mit Henrichs, Baku, Vagnoman – ohne dauerhafte Lösung.
Keidel ist kein fertiger Stammspieler auf höchstem Niveau. Er ist aber eine Option, die Klopp in der Breite testen kann: als rechter Verteidiger, als Sechser, als Flex-Spieler in einem System, das Intensität verlangt. In einem 44-Mann-Kader, der bewusst keine A- und B-Elf sein soll, ist genau diese Flexibilität der Punkt.
🚨🇩🇪 Felix Keidel, nominated by Jürgen Klopp for the Nations League if nothing extraordinary happens.
Debut for the 23 y/o right-back is expected. Keidel, revealed on Sky yesterday.
Already reported at the end of July: Jürgen Klopp’s first top priority is to find a new… pic.twitter.com/csgNI99Mrq— Florian Plettenberg (@Plettigoal) September 16, 2026
Was beide verbindet und was Klopp sucht
Beide Wege führen über Elversberg. Der Aufsteiger aus dem Saarland wird plötzlich zum Talentlieferanten: Ebnoutalib ging weiter nach Frankfurt, Bambasé Conté nach Hoffenheim, Nick Woltemade sogar nach Turin – und Keidel bleibt und wird trotzdem nominiert. Das ist kein romantisches Dorfclub-Märchen, sondern ein Hinweis auf Klopps Auswahlkriterium: nicht der Verein, sondern das, was der Spieler auf dem Platz macht und wie er geworden ist.
Klopp hat gesagt, er habe nicht geschaut, was fehlt, sondern was da ist.
Uns ist ganz, ganz viel Talent ins Auge gesprungen.
Ebnoutalib und Keidel stehen für den Teil dieser Sichtung, der jenseits der üblichen Bayern-, Dortmund- und Leipzig-Schiene liegt.
Der eine bringt eine physische, schlaue Mittelstürmer-Alternative und hat sich in einem Zweikampf der Verbände für Deutschland entschieden. Der andere bringt Laufbereitschaft, Variabilität und die Mentalität eines Spielers, der den Weg von der 3. Liga in drei Jahren bis zur Nationalelf gegangen ist. Beides passt zu einem Trainer, der Mannschaften über Intensität und Persönlichkeit formt – und der nach einem WM-Debakel bewusst neue Gesichter ins Training holt, statt nur die alte Hierarchie zu bestätigen.
Ob daraus Stammplätze werden, entscheidet nicht die Nominierung. Ebnoutalib muss in Frankfurt konstant treffen und darf nicht wieder zum Systemopfer werden. Keidel muss zeigen, dass Bundesliga-Startelf und Nations-League-Niveau nicht zwei verschiedene Welten sind. Aber als Signal ist die Berufung klar: Klopp will Spieler, die etwas durchgemacht haben, die mehrere Rollen können und die noch nicht glauben, sie gehörten selbstverständlich dazu. In Ebnoutalib und Keidel hat er zwei gefunden, die genau das verkörpern.
Darum nominiert Klopp Max Rosenfelder und Derry Scherhant
Warum Freiburg für Klopp kein Randthema ist
Klopp hat das selbst kaum verschleiert. „Mentalität kann man nicht kaufen, aber entwickeln. Die Freiburger haben Mentalität. Das hat auch damit zu tun, wo sie herkommen“, sagte er bei der Kaderpräsentation. Vier Nominierte aus einem Verein, der weder den größten Etat noch die lautesten Namen hat, sind keine Zufallsquote. Sie sind Programm.
Der SC Freiburg steht nach drei Bundesliga-Spieltagen mit 10:1 Toren an der Tabellenspitze, hat alle sechs Pflichtspiele der Saison gewonnen und war im Frühjahr im Finale der Europa League. Julian Schuster hat den Verein nach Christian Streich nicht umgebaut, sondern weiterentwickelt:
Intensives Anlaufen, klare Rollen, hoher Anteil selbst ausgebildeter oder gezielt integrierter Spieler. Genau das sucht Klopp. Er will Intensität, Flügelspiel im 4-3-3, defensive Stabilität als Voraussetzung für Offensive – und Spieler, die in zwei Jahren Stütze sein können, nicht nur für den nächsten Länderspielzyklus.
Freiburg liefert ihm beides: ein funktionierendes Kollektiv und Typen, die in diesem Kollektiv eine erkennbare Rolle haben. Rosenfelder und Scherhant stehen dabei für zwei unterschiedliche Bausteine derselben Idee.
🚨🇩🇪 Max Rosenfelder, nominated by Jürgen Klopp for the Nations League if nothing extraordinary happens.
As confirmed by BILD and kicker.
The 23 y/o versatile defender from SC Freiburg is included for the first time.@berger_pj @SkySportDE pic.twitter.com/W1GCcRU1Nv— Florian Plettenberg (@Plettigoal) September 17, 2026
Max Rosenfelder: Tempo in der Innenverteidigung
Rosenfelder ist Freiburger Eigengewächs, Rechtsfuß, rund 1,87 Meter, Innenverteidiger – und einer der schnellsten Spieler auf dieser Position in der Liga. Der Kicker maß ihn mit 35,91 km/h; schon in der U21 galt er als rasanter, ballsicherer Verteidiger mit Offensivdrang. Julian Schuster hat ihn nicht nur zentral, sondern auch rechts in der Viererkette eingesetzt. Beim 1:0 in Wolfsburg letzte Saison erzielte er dort sein erstes Bundesligator. Schuster beschrieb ihn als Spieler, der Räume überwindet, Gegner bindet und Torgefahr aus der Tiefe erzeugt.
Genau das macht ihn für Klopp interessant. Die DFB-Abwehr nach Neuer und Rüdiger braucht nicht nur Zweikämpfer, sondern Innenverteidiger, die im Aufbau mitspielen und gegen schnelle Konter Schritt halten. Rosenfelder ist kein klassischer Abräumer vom Typ Ginter, den Klopp bewusst nicht nominiert hat. Er ist jünger, schneller, offensiver – und noch formbar. Dass er zuletzt hinter Lienhart und Ginter oft auf der Bank saß, relativiert die Berufung nur auf den ersten Blick. Klopp nominiert nicht die aktuelle Startelf der Liga, sondern Profile mit Zukunft.
Die Einschränkung ist bekannt: Rosenfelders Körper. Patellasehne, Oberschenkel, immer wieder Wochen und Monate ohne Pflichtspiel. In der Saison 2023/24 fiel er komplett aus, 2025/26 bremsten ihn erneut muskuläre Probleme. Nagelsmann hätte ihn nach der U21-EM schon früher berufen wollen. Klopp holt ihn trotzdem – als Wette auf Potenzial und als Signal, dass Belastung, Regeneration und Entwicklung Teil des neuen DFB-Alltags sein sollen. Im ersten Kaderblock gegen die Niederlande und Griechenland bekommt Rosenfelder die Chance, sich im direkten Vergleich mit Tah, Schlotterbeck und Bisseck zu zeigen.
✨DERRY SCHERHANT -AILIER GAUCHE (SC Freiburg) pic.twitter.com/aNyXx9kJLX
— Unser Fußball (@unserfussball) September 17, 2026
Derry Scherhant - der inverse Flügel, den Klopp sucht
Scherhant kommt den umgekehrten Weg. Geboren in Berlin, ausgebildet bei Hertha BSC, 2025 für rund zwei Millionen Euro nach Freiburg gewechselt. Linksaußen, Rechtsfuß, 1,85 Meter. Ein inverser Flügelstürmer: Er zieht nach innen auf den starken Fuß, sucht das Eins-gegen-eins, hat Zug zum Tor. Tempo, Dribbling und Flair sind seine Stärken, Entscheidungsfindung und Flanken die Entwicklungsfelder. Schuster wollte genau das:
Er kann eben auch diese Intensität gehen, die wichtig für unser Spiel ist.
Der Saisonstart 2026/27 hat die Berufung erzwungen. In sechs Pflichtspielen ein Tor und sechs Vorlagen, Höhepunkt das Conference-League-Hinspiel gegen Motherwell: ein Treffer, zwei Standards, die zu Toren führten. Lucas Höler sagte danach:
Sein feines Füßchen ist gut eingestellt. Er ist supergut drauf und hilft uns gerade brutal.
Scherhant teilt sich die linke Seite weiter mit Vincenzo Grifo, kann aber auch rechts spielen. Das macht ihn für Klopp doppelt nutzbar.
Hinzu kommt die Geschichte, die zum neuen DFB-Narrativ passt. Scherhant hatte erst vor wenigen Tagen im FAZ-Fragebogen Jürgen Klopp als Wunschtrainer genannt:
Es wäre ein großer Traum, irgendwann einmal unter dem Bundestrainer spielen zu dürfen.
Wenige Tage später war der Traum da. Klopp hat öffentlich betont, wie sehr den Debütanten die Nominierung bedeutet. Bei Scherhant ist das kein Marketing. Es ist dokumentiert.
Klopp bekommt nicht nur einen motivierten Debütanten, sondern darüber hinaus ein Flügelspieler mit Tempo und Abschlussdrang für das 4-3-3, das der neue Nationaltrainer angekündigt hat. Während etablierte Namen wie Sané und Leweling außen vor bleiben, bringt Scherhant Frische, Laufbereitschaft und eine gewisse defensive Arbeit gegen den Ball – statistisch eine seiner stärkeren Kategorien im Vergleich zu anderen Offensivspielern.
Er steht im zweiten Kaderblock neben Wirtz, Adeyemi und El Mala. Das ist kein Stammplatz. Es ist ein offener Kampf auf der Position, auf der Deutschland seit Jahren zwischen Genie und Unzuverlässigkeit schwankt.
Jürgen Klopp's first Germany NT squad includes some interesting U23 names:
🇩🇪 𝐀𝐥𝐞𝐤𝐬𝐚𝐧𝐝𝐚𝐫 𝐏𝐚𝐯𝐥𝐨𝐯𝐢ć (𝟐𝟐,𝐃𝐌)
🇩🇪 𝐌𝐚𝐱 𝐑𝐨𝐬𝐞𝐧𝐟𝐞𝐥𝐝𝐞𝐫 (𝟐𝟑,𝐂𝐁)
🇩🇪 𝐇𝐞𝐧𝐧𝐞𝐬 𝐁𝐞𝐡𝐫𝐞𝐧𝐬 (𝟐𝟏,𝐋𝐁)
🇩🇪 𝐒𝐚ï𝐝 𝐄𝐥 𝐌𝐚𝐥𝐚 (𝟐𝟎,𝐋𝐖)
🇩🇪 𝐍𝐚𝐭𝐡𝐚𝐧𝐢𝐞𝐥… pic.twitter.com/bZO3jhxKuK— Pro Future Stars (@ProFutureStars1) September 17, 2026
Zwei Rollen, eine Botschaft
Rosenfelder und Scherhant sind keine fertigen Nationalspieler. Der eine kämpft mit dem eigenen Körper, der andere muss auf höchstem Niveau noch Konstanz nachweisen. Klopp weiß das. Sein erster Kader ist ausdrücklich kein Endzustand, sondern eine Bestandsaufnahme:
„Wir haben nicht geguckt, was haben wir nicht, sondern was haben wir." Was er in Freiburg gefunden hat? Beide tragen, genau wie der dritte nominierte Breisgauer Yannik Engelhardt, die Freiburger Alltagsmentalität mit: wenig Starallüren, hohe Trainingsintensität, Bereitschaft, Rollen zu teilen.Ob daraus Länderspiele werden, entscheidet die Nations League.
Klopp hat den beiden die Tür geöffnet, weil sie in einem funktionierenden Verein klare Aufgaben erfüllen – und weil er nach der WM nicht mehr auf Namen setzen will, sondern auf Charakter und Entwicklungsspielraum. In Freiburg hat er beides gefunden. Die Nominierung erinnert an seine Transferpolitik im ersten Jahr beim BVB, als er aus vielen No-Names eine intensive Meistermannschaft formte.
Ein Holzfuß mit Torriecher | Alessandro Vogt in der Analyse
Alessandro Vogt ist einer jener Spieler, deren Aufstieg so rasch und geradlinig wirkt, dass er fast schon unwirklich anmutet. Der am 3. Februar 2005 im Aargau geborene Mittelstürmer wechselte diesen Sommer von St. Gallen zur TSG Hoffenheim und wurde Ende August auf Leihbasis an den Zweitligisten 1. FC Heidenheim abgegeben.
In seiner ersten vollständigen Profisaison in der Super League hatte er 15 Tore und drei Vorlagen in 35 Ligaspielen erzielt, dazu kamen weitere Treffer im Pokal. Mit 1,88 Metern, einem kräftigen Körperbau und einem unbedingten Willen zum Abschluss verkörpert er den Typus des klassischen Neuners, der sich seinen Weg weniger über Eleganz als über Präsenz und Instinkt gebahnt hat.
Werdegang - Vom Freiämter Talent zum Shootingstar
Vogt begann mit sieben Jahren beim FC Wohlen, dem Verein, für den schon sein Vater Roland als Innenverteidiger gespielt hatte. Stationen bei Baden und Aarau folgten, doch mit 16 Jahren wurde er in Aarau aussortiert. Technische Mängel seien der Grund gewesen. Er kehrte nach Wohlen zurück, spielte in der vierthöchsten Schweizer Spielklasse und machte im November 2022 mit einem Pokal-Tor gegen Servette auf sich aufmerksam.
2023 holte ihn St. Gallen in die U21, wo er in der Saison 2024/25 in 25 Spielen 13 Tore schoss. Im Sommer 2025 wurde er fest in die erste Mannschaft hochgezogen und unterschrieb einen Profivertrag bis 2029. Was folgte, war ein Durchbruch, den selbst im Verein kaum jemand in diesem Tempo erwartet hatte: fünf Tore in den ersten fünf Super-League-Spielen, am Ende 15 Ligatreffer bei einem xG-Wert von rund 12,12.
Vogt übertraf damit seine erwarteten Tore deutlich und gehörte zu den produktivsten Angreifern der Liga. Hoffenheim aktivierte im März 2026 die Ausstiegsklausel von etwa 2,7 Millionen Franken und band ihn langfristig. Andreas Schicker, Sportgeschäftsführer der TSG, nannte ihn «einen kraftvollen, athletischen Mittelstürmer mit gutem Torriecher und hoher Trefferquote.
Bis bald, Alessandro 👋
Die TSG Hoffenheim verleiht Stürmer Alessandro Vogt bis zum Ende der laufenden Saison an den 1. FC Heidenheim.
Der 21 Jahre alte Schweizer kam im Sommer vom FC St. Gallen in den Kraichgau pic.twitter.com/XPdrM4SnjW— TSG Hoffenheim (@tsghoffenheim) August 31, 2026
Spielerprofil – Ein Mittelstürmer alter Schule
Seine größte Stärke sitzt zwischen Sechzehner Linie und Torlinie. In der Super League 2025/26 kam er auf etwa 0,58 Tore pro 90 Minuten und lag damit in der Liga ganz oben. Er schoss rund 3,6-mal pro Spiel, davon knapp 1,5 Schüsse aufs Tor. Die meisten Abschlüsse entstanden im Strafraum, Weitschüsse waren die Ausnahme.
Das ist kein Zufall: Vogt sucht nicht den schönen Winkel von 25 Metern, sondern den Kontaktpunkt nah am Tor. Görtler hat das einmal so beschrieben, dass man ihn kaum zum Abspiel bewegen kann, sobald er den Ball hat.
Wenn Vogt den Ball hat, sieht er nur das Tor.
Genau dieser Zug erklärt, warum er seine xG-Werte oft übertraf. Er traf aus unmöglichen Winkeln, so dass die Quote bei rund einem Tor alle sechs Schüsse lag. Das ist kein schlechtes Profil, aber auch kein eiskalter Vollstrecker mit 30 Prozent Genauigkeit. Daher muss er gefüttert werden. Wenn Bälle in den Sechzehner kommen, ist er gefährlich. Wenn das Spiel vor dem Strafraum stehen bleibt, verschwindet er wie ein Chamäleon im heiligen Grün.
Mit 1,88 Metern und rund 88 Kilo kann er sich festsetzen. Bereits in seiner Wohlen-Zeit war er früh für seine Wucht, Robustheit und Pressing bekannt. In St. Gallen passte er ins physische Konzept neben anderen großen Spielern. Er kann einen Innenverteidiger wegdrücken, den Ball abschirmen und zweite Bälle aufnehmen. Im Training verdiente er sich Respekt, weil Zweikämpfe bei ihm nicht zimperlich enden. Das ist die Stärke eines klassischen Zielspielers: Er bietet der Offensive eine Anspielstation.
Gleichzeitig gewinnt er zu wenige Duelle, um als dominanter “Target-Man” zu gelten. In der Super League lag die Zweikampfquote teils unter 30 Prozent, Kopfballduelle oft nur um die 27 bis 33 Prozent. Das klingt paradox bei dieser Größe, erklärt sich aber über Timing und Sprungtechnik. Er ist präsent, aber nicht automatisch Herr der Lüfte. In Heidenheim deutete sich nach zwei Einsätzen etwas mehr Kopfballbeteiligung an – vier von sieben Abschlüssen per Kopf –, die Verwertung fehlte noch. Physisch ist er also eher ein Störer und Platzhalter als ein Luftkönig.
Laufwege, Tempo und Arbeit gegen den Ball
Vogt ist kein Sprinter des Typen Erling Haaland. Das Tempo liegt bei ihm mit 30,8 km/h im mittleren Bereich, die Beschleunigung reicht für den Strafraum, nicht für lange Gegenstöße über 40 Meter. Seine Qualität liegt eher in den Laufwegen: Er startet in die Schnittstelle, greift den ersten Pfosten an, bleibt im Strafraum, wenn andere schon drehen.
Defensiv war er kein Ausputzer, aber auch kein Zuschauer wie ein Rafa Leao. In der Super League bewegte sich sein defensiver Beitrag um den Ligadurchschnitt der Stürmer. Er läuft mit, stellt Passwege zu, gewinnt nicht viele Bälle durch Grätschen, sondern wie ein Füllkrug durch Präsenz. Für ein Team, das hoch presst, ist das brauchbar. Für ein Team, das den Stürmer als ersten Verteidiger mit vielen erfolgreichen Tackles braucht, reicht es (noch) nicht.
Alex Frei, der Rekordtorschütze der Schweizer Nati, sprach von «interessanten Anlagen» und freute sich, «wieder mal einen Schweizer Stürmer zu haben, der das Tor trifft».

Die Entwicklungsfelder
Die Schwächen liegen dort, wo der Weg nicht der übliche war. Vogt ist kein Edeltechniker. Teamkollegen nannten ihn gar «Stolperi», weil er im Training den Ball kaum sechs Mal hintereinander jonglieren konnte. Feinste Kombinationen, enge Räume und das letzte Zusammenspiel sind nicht seine große Stärke. Die Chancenkreation lag in der Super League nur im unteren Drittel im Vergleich zu anderen Stürmern, Kopfballduelle gewann er ebenfalls nicht überdurchschnittlich oft.
Sein Spiel wirkt mitunter roh und ungeschliffen: Er jagt jedem Ball hinterher und drischt ihn, sobald es irgendwie geht, aufs Tor. Das feine Kombinationsspiel ist nicht seine Sache. Genau diese Direktheit macht ihn gefährlich, begrenzt aber auch sein Repertoire, wenn der Gegner tiefer steht oder sich auf seine Spielweise eingestellt hat.
🚨💥 Alessandro Vogt to Heidenheim - DONE DEAL ✔️
Full agreement reached with TSG Hoffenheim.
The 21-year-old striker will join Heidenheim on loan until the end of the season, with no buy option. Medical and signing to follow. @SkySportDE 🇨🇭🇮🇹 pic.twitter.com/PlIX6MjWbc— Florian Plettenberg (@Plettigoal) August 30, 2026
Herkunft, Lehre und ein Charakter, der nicht hadert
Vogts Mentalität lässt sich ohne seinen Hintergrund kaum erklären. Der Vater Roland Vogt, Kriminalpolizist in Zürich und politisch in Wohlen aktiv, war selbst kein Techniker, sondern ein Verteidiger, der über Einstellung funktionierte.
Du musst nicht 1000-mal jonglieren können", soll er dem Sohn gesagt haben. "In erster Linie musst du marschieren können, die Einstellung ist wichtig, der Charakter.
Der Rückschlag in Aarau mit 16 Jahren, das vorübergehende Ausbleiben von Toren in der U21, die kaufmännische Lehre beim Kanton Aargau, die er vier Monate vor dem ersten Profivertrag abschloss – all das formte einen Spieler, der nicht hadert. Sportchef Roger Stilz betonte, Vogt lasse sich nicht unterkriegen. Er blieb demütig, auch als 19 000 Zuschauer ihm stehend Beifall spendeten.
Schüchtern geht er nach solchen Momenten vom Platz, meidet lange Interviews und wirkt neben dem Rasen zurückhaltend. Die Lehre, die er trotz Fußball-Fokus durchzog, und die Nähe zur Familie – die kurze Distanz nach Hause sprach für Hoffenheim – geben ihm eine Bodenhaftung, die bei jungen Torjägern selten ist.
Ich bin auch ein Familienmensch", sagte er nach dem Transfer. Dass er den Schritt nach Deutschland wagte, obwohl Maassen und andere mehr Geduld in St. Gallen empfohlen hatten, passt zu einem Charakter, der Chancen nimmt, wenn sie da sind: "Niemand weiß, was morgen ist.
Potenzialeinschätzung: 7 /10

Auf einer Skala von 1 bis 10, schätze ich das Bundesliga-Potenzial von Alessandro Vogt bei einer 7 ein. Er kann ein belastbarer, physischer Neuner der ersten Liga werden, der in guten Phasen 8 bis 12 Tore schießt und einem Team Präsenz im Strafraum gibt.
Keine 8 oder 9, weil ihm dafür die technische Bandbreite, die Spielintelligenz auf engem Raum und die Konstanz gegen Topverteidiger noch fehlen. Keine 6, weil Torriecher, Körper und Mentalität schon jetzt über dem Durchschnitt liegen und er in der Super League seine erwarteten Tore klar übertroffen hat.
Die 7 setzt voraus, dass die Leihe in Heidenheim funktioniert: regelmäßige Minuten, Tore gegen eine defensiv kompakte zweite Liga, Fortschritte bei der Ballannahme und dem Kombinationsspiel. Gelingt das, ist er in ein bis zwei Jahren ein ernsthafter Kandidat für Hoffenheims Rotation oder sogar die Startelf.
Scheitert die Anpassung an Tempo, Technik und Zweikampfhärte, bleibt er eher ein solider Zweitliga- oder Super-League-Stürmer. Die Mentalität spricht für die höhere Variante, das technische Fundament begrenzt jedoch das Potenzial.
Aus dem Nichts in die Startelf | Kölns Paul Okon-Engstler (21) in der Analyse
Paul Okon-Engstler ist erst 21 und steht bereits mitten in einem Lebenslauf, der sich wie eine verdichtete Version europäischer Fußballsozialisation liest. Geboren am 24. Januar 2005 in Ostende, während sein Vater Paul Okon für den KV Oostende spielte, wuchs der defensive Mittelfeldspieler zwischen Belgien, Australien und später Portugal auf, ehe ihn der 1. FC Köln diesen Sommer für 1,75 Millionen Euro vom Sydney FC verpflichtete und ihn mit einem Vertrag bis 2030 ausstattete.
Wer ihn analysiert, sieht nicht nur einen jungen Sechser mit Weltmeisterschaftserfahrung, sondern das Produkt einer Familie, in der Fußball Sprache, Anspruch und Alltag zugleich ist. Mit bereits zwei Einsätzen als Stammspieler für den Effzeh, sahen wir uns veranlasst ihn für euch auf Herz und Nieren zu untersuchen.
Ein Weg über drei Kontinente
Die ersten Schritte machte Okon-Engstler wie sein Vater bei den Marconi Stallions, danach folgte eine Station bei den Western Sydney Wanderers. 2019 zog die Familie zurück nach Belgien, weil Paul Okon Senior dort seine Trainerkarriere vorantreiben wollte. Alle vier Söhne landeten dann in der Jugend des Club Brügge.
Drei Jahre später wurde der damals 17-Jährige bei einem Jugendturnier in Portugal von Scouts Benficas entdeckt – ausgerechnet in einem Turnier, in dem Brügge schwach auftrat. Er unterschrieb in Lissabon und durchlief U19, U23 und schließlich die zweite Mannschaft, für die er acht Partien in der Segunda Liga bestritt.
Der Sprung in die erste Mannschaft blieb aus. Stattdessen kehrte er im Juli 2025 bewusst nach Australien zurück, um sich auf Seniorenniveau zu beweisen. Bei Sydney FC wurde aus dem Experiment eine Saison, die seine Karriere beschleunigte: 27 Ligaeinsätze, zwei Vorlagen, der Titel als Spieler der Saison, eine Nominierung ins "PFA-Team of the Season" und der Einzug ins Grand Final. Parallel dazu etablierte er sich bei den Socceroos.
Seit seinem Debüt gegen Venezuela im November 2025 kam er in jedem verfügbaren Länderspiel zum Einsatz, bei der WM 2026 stand er in allen vier Partien auf dem Platz und bereitete mit einem präzisen langen Ball auf Nestory Irankunda den Führungstreffer gegen die Türkei vor. Köln holte ihn unmittelbar danach.
Thomas Kessler sprach von einem jungen Spieler mit großem Potenzial, der „gute fußballerische Qualitäten, eine hohe Intensität und die Bereitschaft mitbringt, jeden Tag an sich zu arbeiten“. Okon-Engstler selbst nannte den Wechsel den richtigen Schritt: Der FC habe eine enorme Geschichte, unglaubliche Fans und ein Stadion, auf das er kaum warten könne.
Welcome to #effzeh, Paul Okon-Engstler! 🤩
Another player who featured at this year's World Cup, Paul joins from A-League side, Sydney FC and has signed a deal with FC until 30th June 2030!
All infos 👉 https://t.co/jP98WxBJlw pic.twitter.com/8fq8TfcbHy— 1. FC Cologne (@fckoeln_en) July 23, 2026
Das Spielerprofil - Der Langpass-Experte auf der Sechs
Okon-Engstler ist Linksfuß, rund 1,85 Meter groß und spielt vor allem als defensiver Mittelfeldspieler, der auch ins zentrale Mittelfeld rücken kann. Der junge Aussie gilt als aufbauender Sechser mit einer großen Bandbreite an langen präzisen Pässen (50,8 Prozent Erfolgsquote), der Angriffe aus der Tiefe eröffnet.
Genau das zeigte sich bei der WM: In den ersten Minuten eines Spiels, so formulierte er selbst, sei oft Hektik, seine Rolle bestehe darin, ruhig zu bleiben, einen kühlen Kopf zu bewahren und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Das sah man vor allem im hitzigen Spiel gegen die Türkei, in welchem er die Übersicht behielt und Irankunda mit einem langen Pass steil schickte und dieser den wichtigen Führungstreffer erzielte.
Diese Selbstbeschreibung trifft den Kern. Der Neu-Kölner ist für australische Verhältnisse ein ungewöhnlich technisch starker Regisseur, der den Ball unter Druck annimmt, sich mit Körper und enger Ballführung löst und den Spielaufbau nicht über Tempo, sondern über Übersicht und Passpräzision organisiert. Er bietet sich hinter oder neben der gegnerischen Angriffslinie an, hält den Ball mit kurzen, sicheren Pässen und sucht dann den vertikalen Pass.
Gegen Italiens U20 konnten elf von 23 versuchten linienbrechenden Pässen den Block durchbrechen. Wenn er in Fahrt kommt, trägt er den Ball kraftvoll durch das Mittelfelddrittel; einmal in Bewegung ist er ein robuster Ballträger. Defensiv arbeitet er eher intelligent als verbissen: Er stellt Passing-Linien zu, liest Läufe, fängt Bälle ab und jagt Träger nach, statt sich dauernd in Zweikämpfe zu werfen.
In Sydney deckte er große Minutenkontingente ab und gewann viele Duelle, auch wenn die Statistik zugleich eine hohe Foulanzahl und mehrere Gelbe Karten ausweist – Ausdruck einer körperlichen Präsenz, die er noch nicht immer fair zu dosieren weiß.
Sigue habiendo debate sobre si la convocatoria de Paul Okon- Engstler fue nepotismo no (su padre Paul Okon es asistente de Australia)
Para mí está claro. Cuando fue llamado mientras estaba en Benfica B era un poco dudoso pero desde que juega en el Sydney es lo merece sin duda pic.twitter.com/VNjXbZ735f— Futbol Australia (@AustraliaFut) May 5, 2026
Die Entwicklungsfelder
Die Schwächen liegen dort, wo die Stärken aufhören. Mehrere Statistiken halten fest, dass er mit 29,4 km/h kein Sprinter ist und deshalb Räume hinter sich nicht immer rechtzeitig schließt. Die kluge Positionierung kompensiert das oft, jedoch bleiben schnellere Gegner ein Risiko. Am Ball ist das Bild gemischt: Die Sicherheit im Kurz- und Langpassspiel steht neben Phasen, in denen er zu lange zögert oder den progressiven Pass verpasst.
Hin und wieder spielt er zu konservativ nach vorne und ist zu langsam in der Entscheidungsfindung, weshalb das Spiel nicht so oft nach vorne getragen wird, wie es sein Potenzial eigentlich erlaub. In engen Räumen dribbelt er kontrolliert, selten jedoch über mehrere Gegner hinweg.
Darüber hinaus war er in der A-League mit 60,6 Prozent am Boden und 65,3 Prozent in der Luft ziemlich zweikampfstark. In seinen 111 Minuten in der Bundesliga konnte er jedoch mit gerade einmal 37,5 Prozent (Boden-) und 50 Prozent (Luftduelle) bei weitem nicht an die Werte in der Vorsaison anknüpfen, was jedoch auch eine Frage der Adaption sein kann.
In Köln wirkte er zuletzt als Ergänzung und Backup auf der Sechs, nicht als gesetzter Taktgeber. Beim 3:2-Sieg gegen Hoffenheim startete er überraschend und blieb 65 Minuten auf dem Platz, beim 1:4 in Stuttgart wurde er zur Pause für Ellyes Skhiri ausgewechselt, während er beim 1:1 gegen Bremen in der Nachspielzeit eingesetzt wurde. Die ersten Bundesliga-Minuten waren solide bis unauffällig, was normal ist für einen so jungen Spieler aus der A-Leauge.

Familie, Herkunft & Mentalität
Der private Hintergrund erklärt vieles von dem, was auf dem Platz als Reife erscheint. Der Vater war einer der kultiviertesten australischen Mittelfeldspieler seiner Generation, belgischer Fußballer des Jahres 1995, später in Italien und England unterwegs, heute Co-Trainer der Soccerroos. Die Mutter Yamaira hat kubanische Wurzeln, das Paar lernte sich in Italien kennen, daher wird zu Hause italienisch gesprochen.
Okon-Engstler besitzt die italienische Staatsbürgerschaft und wäre auch für Belgien und Kuba spielberechtigt gewesen. Er wählte Australien. Die Familie selbst nannte ihr Leben einmal „verrückt“: vier Söhne, Stationen in Australien und Belgien, eine Mutter, die in Flandern näher bei ihrer Familie in Miami war als in Sydney.
Die Brüder Gianluca, Alessandro und Davide gingen ebenfalls durch die Brügger Jugend; Gianluca gilt als großes Talent und lief bereits für die italienische U17 auf.
In diesem Haushalt war Konkurrenz Alltag, ob im Garten oder an der Konsole. Der Vater machte den Söhnen klar, dass Fußball kein halbes Engagement duldet: Entweder man gibt alles, oder man sucht sich etwas anderes. Druck im Sinne ständiger Anweisungen wollte er nicht ausüben, eher als Taxi-Fahrer und Ratgeber dienen. Paul Junior hat diesen Anspruch verinnerlicht und zugleich Distanz gesucht.
Auf väterliche Distanz in Lissabon
Als der Vater 2022 Co-Trainer in Brügge wurde, wechselte der Sohn nach Lissabon, um eigene Wege zu gehen. Später entschied er sich gegen ein weiteres Jahr in Europas Reservemannschaften und für Spielzeit bei Sydney – eine Entscheidung, die er selbst als bisher beste seiner Karriere bezeichnete. Die Sprachen, die er mitbringt – Englisch, Italienisch, Niederländisch, Portugiesisch – sind mehr als Lebenslauf-Einträge. Sie stehen für Anpassungsfähigkeit.
Die WM, die dem Vater nie vergönnt war, hat der Sohn gespielt. Als Paul Senior ihn gratulierte, soll er gesagt haben, der Junge habe bereits etwas geschafft, das ihm selbst versagt blieb. Solche Sätze erzeugen keine Selbstzufriedenheit, sondern eine Mischung aus Dankbarkeit und Pflicht.
Wer in einer Familie aufwächst, in der der eigene Vater auf der Bank sitzt und der jüngere Bruder als noch größeres Talent gehandelt wird, entwickelt entweder Eitelkeit oder eine stille, hartnäckige Arbeitsmoral. Bei Okon-Engstler überwiegt bisher Letzteres. Kessler hob genau diese Haltung hervor, und sie passt zu einem Verein, der nach dem Abgang von Eric Martel im zentralen Mittelfeld neu sortieren muss.
Potenzialeinschätzung: 7 /10

Eine ehrliche Einschätzung seines Potenzials liegt bei 7 von 10 – mit einer realistischen Bandbreite nach oben Richtung 7,5, wenn die Anpassung an die Bundesliga gelingt.
Die 7 begründet sich aus dem, was bereits belastbar ist: Mit 21 hat er WM-Minuten, eine komplette A-League-Saison als Stammspieler mit Auszeichnung, einen technisch starken linken Fuß auf der Sechs, Übersicht unter Druck und eine Mentalität, die aus einem professionellen, international geprägten Elternhaus kommt. Köln hat ihn günstig und langfristig geholt, was zum Profil eines entwicklungsfähigen Ergänzungsspielers mit Aufstiegschance passt, nicht zum fertigen Leistungsträger.
Eine 8 oder höher würde bedeuten, dass er sich innerhalb von ein bis zwei Jahren als solider Bundesliga-Sechser etabliert, der das Spiel zuverlässig nach vorne trägt und defensiv gegen Tempo und Pressing besteht. Genau dort liegen meine offenen Fragen:
Erhöht er sein Entscheidungstempo, und spielt auch in der Bundesliga mehr progressive Pässe? An seiner mangelnden Höchstgeschwindigkeit wird er nicht viel ändern können, allerdings kann er diese mit einem guten Stellungsspiel, Antizipation und Handlungsschnelligkeit kompensieren. Ohne diese Schritte bleibt er ein solider Rotationsspieler mit Nationalmannschaftsbonus – wertvoll, aber nicht das nächste große Mittelfeld-Gesicht des Effzeh.
Kurz: Das Fundament für eine gute Bundesligakarriere ist da - das für einen Top-6- oder Nationalmannschafts-Leader über Jahre hinweg muss er in Köln erst noch beweisen.

Sascha
@sascha_baharianHingebungsvoller Fachmann in Bezug auf den italienischen Fußball und speziell die Serie A 🇮🇹
Wenn es um die Serie A oder im Allgemeinen den Fußball in Italien geht, ist man bei Sascha goldrichtig. Seit Jahren verfolgt er ganz genau die Entwicklungen der höchsten Spielklasse in Italien und weiß mit qualitativ hochwertigen Analysen zu glänzen. Diese könnt Ihr Euch auch jederzeit in seinem eigenen Podcast anhören. Des Weiteren weiß er auch mit seinem Wissen in Sachen Jugendfußball zu überzeugen und ist daher insgesamt ein sehr wertvoller Teil unseres Teams.
PS: Seit neuestem ist Sascha zudem auch Zertifizierter Scout & Spielanalyst nach IST.








