18+ | Spiele mit Verantwortung | Es gelten die AGB | Glücksspiel kann süchtig machen | Wir erhalten Provisionen von den aufgeführten Wettanbietern

Sascha

Frankfurts neuer Hoffnungsträger | Das ist Albert Riera (43)

Albert Riera, der neue Hoffnungsträger an der Seitenlinie von Eintracht Frankfurt, ist in Deutschland noch ein weitgehend unbeschriebenes Blatt – und genau das macht seine Verpflichtung zu einer der überraschendsten Personalentscheidungen der laufenden Bundesliga-Saison. Wir stellen euch daher den neuen Cheftrainer der SGE genauer vor. (Bild: IMAGO / Newspix)

Der 43-jährige Mallorquiner, mit vollem Namen Albert Riera Ortega, übernimmt den Cheftrainerposten bei den Hessen nach der Freistellung von Dino Toppmöller. Dieser scheiterte vor allem an der anhaltenden Defensivkrise und einer zu hohen Gegentorzahl.

Sportvorstand Markus Krösche, bekannt für mutige und oft unkonventionelle Entscheidungen, setzt nun auf einen Trainer, der bislang vorwiegend in Slowenien und Frankreich gearbeitet hat – und dort kontroverse Spuren hinterlassen hat. Sportlich positiv, charakterlich eher negativ. Ehemalige Trainerkollegen bezeichneten Riera gar als arrogant, abgehoben und respektlos. Daher wollen wir uns den neuen Cheftrainer genauer anschauen.

Vom Flügelspieler zum leidenschaftlichen Taktiker

Geboren am 15. April 1982 in Manacor auf Mallorca, begann Rieras Fußballkarriere eher klassisch: Jugend beim RCD Mallorca, später Profidebüt. Als linker Mittelfeldspieler respektive Flügelstürmer machte er international Karriere – unter anderem bei Girondins Bordeaux, Espanyol Barcelona, Manchester City, FC Liverpool (wo er 2008/09 Premier-League-Erfahrung sammelte), Olympiakos Piräus und Galatasaray Istanbul. Für die spanische Nationalmannschaft bestritt er insgesamt 16 Länderspiele.

Sein Spielstil als Profi war schon geprägt von Technik, Tempo und Torgefahr – Eigenschaften, die er heute als Trainer seinen Mannschaften gleichermaßen einimpfen will. Nach dem Karriereende 2014 startete er seine Trainerlaufbahn zunächst als Co-Trainer bei Galatasaray (2020). Seit 2022 ist er Cheftrainer:

Mit NK Olimpija Ljubljana, ein slowenischer Erstligist, holte er das Double: Meisterschaft und Pokalsieg. Anschließen ging es in die Ligue 2 zum französischen Zwangsabsteiger Girondins Bordeaux: Trotz massiver Vereinskrisen schaffte er einen soliden Platz im Mittelfeld, doch am Ende musste der Verein Insolvenz anmelden und in die dritte Liga zwangsabsteigen. Riera kündigte um in die slowenische Liga, dieses Mal für NK Celje (Sommer 2024), zurückzukehren.

Mit seinem neuen Klub avancierte er zum überwältigenden Tabellenführer in der slowenischen PrvaLiga und konnte sich für die Conference-League-Play-offs qualifizieren. In Celje führte Riera eine sehr junge, hungrige Mannschaft zu dominantem, pressinglastigem und offensiv ausgerichtetem Fußball. Medien und Fans lobten seine hohe Siegesquote (oft über 60 %), seine klare Spielidee und vor allem seine Fähigkeit, Spieler emotional mitzureißen.

Emotional, polarisierend – und autoritär

Riera gilt als leidenschaftlich, lautstark und teils jedoch auch als kontrovers. In Pressekonferenzen und an der Seitenlinie strahlt er eine Aura aus, die an alte Schule erinnert: klare Ansagen, hohe Erwartungshaltung, aber auch echte Nähe zu den Spielern. Genau das erhoffen sich die Frankfurter Bosse – einen Trainer, der die Mannschaft mit härterer Hand führt als Toppmöller, gleichzeitig aber den mutigen, nach vorne gerichteten Stil beibehält, den Krösche seit Jahren propagiert.

Sein Ansatz ist geprägt von hohes Gegenpressing, Ballbesitzorientierung und aggressivem Umschaltverhalten – Elemente, die er aus seiner Zeit bei NK Olimpija Ljubljana (Meistertitel und Pokalsieg 2022/23) weiterentwickelt hat. Wichtigstes Prinzip: Flexibilität und Unvorhersehbarkeit. Riera betont immer wieder, dass es keinen starren Masterplan gibt – entscheidend ist, Überlegenheit in verschiedenen Zonen des Feldes zu erzeugen. „Wir werden nie auf den Gegner warten“, betonte der Spanier schon öfters.

Trotz Offensivfokus hat Celje unter Riera eine der besten Defensiven der Liga (wenig Gegentore trotz hoher Ballbesitzphasen). Das liegt am disziplinierten Gegenpressing und einer kompakten Restverteidigung. Riera fordert von seinen (meist jungen) Spielern Charakter, Professionalität und Mentalität eines „leva“ (Löwen) – harte Arbeit, keine Ausreden, ständige Verbesserung.

Die Verhandlungen mit Celje zogen sich bis Ende Januar 2026 hin. Trotz eines Vertrags bis 2028 und einer hohen Ausstiegsklausel (ursprünglich fünf Millionen Euro) einigte man sich offenbar auf eine Ablöse um die 1,3 Millionen Euro. Der 43-jährige Spanier mit russischen Wurzeln unterschreibt bei der Eintracht bis Sommer 2028. Erste Berichte deuten an, dass er bereits zum Bundesliga-Heimspiel gegen Bayer Leverkusen auf der Bank sitzen könnte, spätestens aber zur Vorbereitung auf das Auswärtsspiel bei Union Berlin Anfang Februar.

Chance und Risiko zugleich

Für Eintracht Frankfurt ist Riera ein kalkuliertes Risiko: Er bringt frischen Wind, internationale Erfahrung als Spieler und nachweisbaren Erfolg mit – allerdings auf deutlich kleinerem Parkett. Der Sprung vom slowenischen Tabellenführer in die Bundesliga mit ihren medialen und sportlichen Anforderungen ist enorm.

Die Defensive stabilisieren, die Offensive noch variabler machen und gleichzeitig die junge Truppe um Spieler wie Uzun, Knauff oder Ebnoutalib auf ein neues Level heben – das ist die Aufgabe, vor der Riera steht und die von ihm erwartet wird. Fans und Medien sind geteilter Meinung:

Die einen sehen in ihm den nächsten Coup eines Sportvorstands, der schon Oliver Glasner und Dino Toppmöller erfolgreich installierte. Die anderen warnen vor seinem kontroversen Charakter, und ob ein Trainer ohne Bundesliga-Erfahrung diese anspruchsvolle Aufgabe stemmen kann. Eines scheint jedoch sicher: Albert Riera wird mit einer leidenschaftlichen Attitüde kommen, und genau das könnte Eintracht Frankfurt in dieser Phase dringend brauchen.

Teile den Post
Sascha

Lazio im freien Fall? | Was hat Lotito vor?

Die Tifosi von Lazio Rom müssen in dieser Transferphase einiges wegstecken können, denn ein Leistungsträger wird nach dem anderen verkauft und nicht adäquat ersetzt. Der Frust der Fans gipfelt nun in den Abgangsgerüchten um Kapitän und Symbolfigur Alessio Romagnoli. Doch was hat Lotito vor mit dem römischen Traditionsverein? (Bild: IMAGO / ABACAPRESS)

Seit einiger Zeit wirkt es bei Lazio Rom ein wenig so, als würde man am Strand spazieren gehen und ein Kind entdecken, das am Rand einer Klippe sitzt. Mit einem unverantwortlichen Elternteil, in diesem Fall Signore Lotito, wurde der Verein sich selbst überlassen und scheint nun gefährlich nahe vor einem totalen Zusammenbruch zu stehen.

Der jüngste Schlag für die Lazio-Fans soll die Personalie des Kapitäns sein, da Alessio Romagnoli kurz vor einem Wechsel für angeblich 7,5 Millionen Euro zum katarischen Verein Al Sadd steht, der von der Europameister-Trainer Roberto Mancini trainiert wird.

Der Verkauf eines 31-Jährigen mit Gewinn ist zwar keine schlechte Sache an sich, da Romagnoli 2022 ablösefrei von Milan zu den Biancocelesti gewechselt war, aber es geht vielmehr darum, was der Innenverteidiger repräsentiert und das man nicht gewillt ist einfach den Vertrag des Leistungsträgers zu verlängern.

Romagnolis Weggang wirft Fragen bei Lazio auf

Romagnoli ist seit seiner Kindheit bekennender Lazio-Fan und kam mit großem Tamtam nach seinem Weggang aus Mailand zum Verein. Nachdem er viele Jahre Stammspieler bei den Rossoneri gewesen war und fast 200 Mal für den Verein in der Serie A gespielt hatte, schien sein Wechsel zu dem Verein, den er seit seiner Kindheit unterstützt hatte, ein großer Gewinn für alle Beteiligten zu sein.

Lazio holte einen der erfahrensten Innenverteidiger der Liga und Romagnoli durfte für den Verein seiner Kindheit spielen. Die Fans profitierten von beiden Faktoren und freuten sich darauf, Spieler zu sehen, die in diesem Trikot spielen wollten. Lazio ist dabei genau das zu entbehren. Wenn Romagnoli seinen erwarteten Wechsel zu Al Sadd vollzieht, verliert der Verein einen erfahrenen, leidenschaftlichen und entschlossenen Teil der Mannschaft.

Außerdem hat die römische Mannschaft dann nur noch wenige Optionen in der Verteidigung, zumal auch der spanische Innenverteidiger Mario Gila im Sommer den Verein verlassen könnte. Nicolo Casale wurde im Sommer an Bologna verkauft, und derzeit fallen die beiden 32-jährigen Spieler Samuel Gigot und Patric verletzungsbedingt aus.

Durch Romagnolis Weggang stehen dem Verein vorerst nur noch Gila und Oliver Provstgaard zur Verfügung – und auch Gila steht kurz vor dem Abschied. Der Verein muss also erneut investieren, aber angesichts der Zurückhaltung von Lazio-Präsident Claudio Lotito ist es schwer vorstellbar, dass die Biancocelesti im Januar einen Spieler von Romagnolis Kaliber, Qualität und Erfahrung verpflichten werden

Ausverkauf bei Lazio?

Es lässt sich nicht leugnen, dass die nächsten sechs Monate für Lazio entscheidend sein werden. Noch wichtiger ist, dass der Verein im Januar weitere Verstärkungen verpflichten muss, zumal er sich weiterhin von Spielern trennt.

Bislang wechselte Taty Castellanos zu West Ham, während Matteo Guendouzi zu Fenerbahce ging. Romagnolis Weggang scheint als nächstes anzustehen, während Matteo Cancellieri stark mit einem Wechsel zu Brentford in Verbindung gebracht wird, Fisayo Dele-Bashiru mit Premier-League-Vereinen und Trabzonspor in Verbindung gebracht wird und Nuno Tavares Berichten zufolge im Fokus von Besiktas ist. Ausverkauf bei Lazio?

Das bedeutet, dass im Januar bis zu sechs wichtige Spieler die Biancocelesti verlassen könnten. Auf der anderen Seite hat der Verein nach Aufhebung der Transfersperre in dieser Transferperiode bisher fast 30 Millionen Euro ausgegeben.

Petar Ratkov kam für 13 Millionen Euro aus Salzburg, wobei noch offen ist, ob der große serbische Stürmer das Zeug dazu hat, als Nummer neun des Vereins die Sturmspitze zu bilden. Kenneth Taylor kam von Ajax und scheint Guendouzi ersetzen zu sollen, um die eher offensive Rolle in Sarris Mittelfeld-Dreierkette zu übernehmen.

Bislang handelte es sich jedoch lediglich um Lösungen zur Bewältigung akuter Krisen, anstatt auf den Stärken der Mannschaft aufzubauen. In dieser Transferperiode hat sich Lazio nicht verbessert, sondern lediglich eine Reihe von Unsicherheiten durch eine andere ersetzt. Der Verein benötigt Verstärkungen in allen Bereichen des Spielfelds, aber es ist unrealistisch zu glauben, dass Lotito seine Geldbörse öffnen wird, um Sarri einen komplett neuen Kader zu ermöglichen.

Das Sarri-Dilemma

Maurizio Sarri selbst ist eine ganz andere Angelegenheit. Der Trainer hat bisher gute Arbeit geleistet, wenn man bedenkt, dass ihm seit seiner Rückkehr zu Lazio nur begrenzte Ressourcen zur Verfügung stehen, aber seine Position war nie ganz sicher.

Sei es das Drama im Sommer, als Sarri in die Hauptstadt zurückkehrte, aber Berichten zufolge nicht über das volle Ausmaß des Transferverbots von Lazio informiert wurde. Spekulationen in der italienischen Presse deuteten darauf hin, dass der Trainer bereit war, sofort zu gehen, aber er blieb und hat Lazio bisher auf einen respektablen 9. Platz geführt.

Jedoch gibt es einen Teil der Fangemeinde, die Sarri für überbewertet hält, da die Statistiken zeigen, dass seine zweite Amtszeit keine beeindruckende Siegquote oder zugrunde liegende Statistiken aufweist, die Lazio einen wirklichen Vorteil durch seine Arbeit als Trainer verschaffen würden. Einige glauben sogar, dass er den Verein mit seiner starren Struktur und mangelnden taktischen Flexibilität zurückhält.

Liegt es wirklich am Trainer?

Die Wahrheit ist jedoch: Lazio befindet sich seit dem Weggang von Simone Inzaghi, der zu Inter gewechselt ist, in einer Abwärtsspirale. Nach Inzaghi kam es schließlich zum Exodus des Trios, das unter dem heutigen Cheftrainer von Al Hilal maßgeblich zum Erfolg des Vereins beigetragen hatte: Luis Alberto, Sergej Milinkovic-Savic und Ciro Immobile.

Obwohl der Verein diese drei Ausnahmespieler verloren hat, hat er sie nie angemessen ersetzt. Die halbherzigen Versuche, neue Mittelstürmer zu verpflichten, waren stets enttäuschend, während das Mittelfeld dringend einen Spieler mit der Kreativität von Alberto oder den Allrounderqualitäten eines Milinkovic-Savic benötigt.

Fazit

Wenn es jemals einen Zeitpunkt für Lotito gab, in den Verein zu investieren, dann ist es jetzt. Lazio schreit geradezu nach einigen wirklich hochkarätigen Spielern, denn derzeit ist der Kader wenig überzeugend und von Sarri kann man keine Wunder erwarten. Doch wenn der Tifoso das Verhalten von Lotito analysiert, dann scheint es eher an das Verhalten eines Silvio Berlusconi in seiner Milan-Endphase zu erinnern.

Damals wurde ebenfalls ein Leistungsträger nach dem anderen verkauft, da Silvio nicht mehr bereit war mehr in den Verein zu investieren – dasselbe Gefühl bekommt man bei Lotito. Es wirkt so, als habe der Lazio-Mäzen geringere Ambitionen für den Hauptstadtklub ausgemacht und will sich aufgrund des ausbleibenden sportlichen Erfolgs mehr auf entwicklungsfähige Perspektivspieler konzentrieren, die deutlich günstiger sind. Doch die Gefahr ist, dass Lazio ähnlich wie Udinese zu einer grauen Mittelfeldmaus mutiert…

Teile den Post
Sascha

Diese Teams überraschten beim U23-Asien Cup

Der AFC U23 Asian Cup 2026 hat einige der größten Überraschungen der jüngeren Turniergeschichte geliefert. Während Japan seinen Titel zum ersten Mal erfolgreich mit einem dominanten 4:0 im Finale gegen China verteidigte, sorgten neben dem absoluten Titelfavoriten zwei Teams für eine große Überraschung. Diese wollen wir euch jetzt genauer vorstellen. (Bild: IMAGO / Xinhua)

China – Vom Nobody zum Finalisten

Kaum jemand hatte China vor dem Turnier nur annährend auf der Rechnung. In den vergangenen Ausgaben des Wettbewerbs waren die Chinesen meist früh gescheitert und galten international eher als unterklassig, sowohl mit der A-Nationalmannschaft, als auch im asiatischen U23-Bereich. Doch 2026 lief alles komplett anders!

Die Mannschaft erreichte als erste Nation überhaupt das Halbfinale (und später das Finale), obwohl sie in den ersten vier Spielen nur ein einziges Tor erzielte – eine Statistik, die fast schon absurd wirkt. Mit einer extrem kompakten Defensive und einem herausragenden Torhüter Li Hao eliminierte China deutlich höher eingeschätzte Teams.

Besonders beeindruckend war der Halbfinalsieg gegen Vietnam (3:0), das selbst eine starke Turnierphase hingelegt hatte. Im Endspiel gegen Japan war China dann zwar chancenlos (0:4), doch allein die Finalteilnahme gilt als historischer Erfolg. Chinesische Sportbehörden schickten Gratulationsschreiben, und selbst in der Niederlage wurde die Leistung als Grundstein für die nächste Generation der A-Nationalmannschaft gefeiert. China war zweifellos die größte Überraschung des gesamten Turniers.

Die Schlüsselspieler

Li Hao, Keeper des chinesischen Erstligisten Quingdao West Coast, war unbestritten der Spieler des Turniers für China. Der 21-Jährige hielt in mehreren Spielen (insbesondere in der Gruppenphase und im Achtel- bzw. Viertelfinale) den Kasten sauber und parierte teils spektakulär. Er wurde sogar von ehemaligen Profis wie Scott Carson öffentlich gelobt. Seine Ruhe und Reflexe waren der Hauptgrund, warum China trotz nur eines Tores in den ersten vier Spielen so weit kam. Im Halbfinale und Viertelfinale fischte er mehrere Hochkaräter heraus – ohne ihn wäre das Finale niemals möglich gewesen.

Neben Chinas Schlussmann glänzte vor allem Abwehrchef Hu Hetao von CD Rongcheng. Dieser war der unumstrittene Leader auf dem Platz und sorgte mit seinen Kommandos dafür, dass viele Angriffe der Gegner wegverteidigt wurden. Als flexibel einsetzbarer Verteidiger war Hu Hetao das organisatorische Herz der Abwehrkette. Er sprach nach dem Finale selbstkritisch, dass das Team „nicht sein bestes Spiel gezeigt hat“, doch über das gesamte Turnier hinweg war er einer der konstantesten und lautesten Feldspieler. Seine Zweikampfstärke und Führungsqualitäten halfen enorm, die junge Mannschaft zusammenzuhalten.

Vietnam schreibt südostasiatische Geschichte

Als der AFC U23 Asian Cup 2026 in Saudi-Arabien begann, standen die Prognosen klar: Japan als Titelverteidiger und Favorit, Südkorea, Australien, Usbekistan und Saudi-Arabien als Hauptanwärter auf die Medaillenplätze – und Vietnam? Die meisten Experten sahen die „Golden Stars“ irgendwo im erweiterten Mittelfeld, vielleicht als Achtelfinal- oder Viertelfinalkandidat, aber sicher nicht als Team, das bis ins Halbfinale und schließlich den dritten Platz eroberte.

Am Ende des Turniers hatte Vietnam jedoch mit dem dritten Platz Geschichte geschrieben – und das auf eine Weise, die selbst die optimistischsten Fans kaum für möglich gehalten hatten. Die Mannschaft vom südkoreanischen Trainer Kim Sang-sik spielte diszipliniert, schnell umschaltend und mit hoher Laufbereitschaft. Seine Truppe dominierte nicht immer spielerisch, aber es war effizient und ließ defensiv wenig zu.

Im Achtelfinale oder Viertelfinale kam dann der erste Paukenschlag: Vietnam bezwang die Vereinigten Arabischen Emirate (UAE) mit 3:2 nach Verlängerung – ein dramatisches Spiel, das landesweit für Euphorie sorgte und das Team ins Halbfinale katapultierte.

Das Halbfinale gegen das sensationell aufspielende China endete zwar mit einer klaren 0:3-Niederlage, doch selbst diese Partie zeigte Vietnams Qualitäten: Die "Golden Stars" kämpften bis zum Schluss, hatten Chancen und mussten sich nur einer chinesischen Mannschaft beugen, die in diesem Turnier über sich hinauswuchs. Der Sieg über Südkorea dagegen, wurde in Medien als „historischer Triumph“ und „Weckruf für asiatischen Fußball“ gefeiert und zeigte, dass Südostasien (Thailand inbegriffen) in Sachen Talentförderung ordentlich aufgeholt hat.

Die Schlüsselspieler

Zwei der entscheidendsten Schlüsselspieler der vietnamesischen U23-Nationalmannschaft beim AFC U23 Asian Cup 2026 waren Nguyễn Đình Bắc und Nguyễn Quốc Việt. Beide trugen maßgeblich zum historischen Bronzemedaillenerfolg bei.

Als Kapitän und absoluter Star des Turniers wurde Đình Bắc zum alleinigen Top-Scorer des gesamten Wettbewerbs gekürt – der erste Vietnamese, der diese Auszeichnung je holte und sogar der erste Südostasiat überhaupt. Mit 4 Toren und 2 Assists (in nur 361 Einsatzminuten, oft als Joker) entschied er Spiele wie den 1:0-Sieg gegen Saudi-Arabien oder traf entscheidend im Spiel um Platz 3. Seine Effizienz, Dribblings, Tempo und seine Nervenstärke im Elfmeterschießen gegen Südkorea machten ihn zum Symbol des vietnamesischen Erfolgs. Viele Fans bezeichnen ihn als den vietnamesischen Mbappé.

Quốc Việt war der kongeniale Partner von Đình Bắc in der Offensive und einer der konstantesten Leistungsträger. Er erzielte wichtige Treffer, darunter im Gruppenspiel und im dramatischen kleinen Finale gegen Südkorea (2:2 nach Verlängerung). Seine Vielseitigkeit – mal als hängende Spitze, mal weiter auf dem Flügel – gab dem Team mehr Flexibilität und half, die kompakte Defensive der Gegner zu knacken. Im Elfmeterschießen um den dritten Platz zeigte er ebenfalls Nerven aus Stahl.

Zusammen bildeten die beiden eine gefährliche Doppelspitze, die Vietnam zu 10 Turniertoren verhalf und den Unterschied ausmachte – vor allem in entscheidenden Momenten. Ihr Zusammenspiel war ein Hauptgrund, warum die „Golden Stars“ 2026 weit über Erwartungen performten.

Fazit

Während Japan sportlich überlegen blieb und seinen Status als Asiens U23-Nummer-eins zementierte, schrieb China die mit Abstand emotionalste und unerwarteste Geschichte des Turniers. Von „nur ein Tor in vier Spielen“ bis ins Finale – diese Mannschaft hat vielen Fans gezeigt, dass im asiatischen Jugendfußball die Kräfteverhältnisse schneller in Bewegung geraten können, als viele dachten.

Vietnam und einige Underdogs aus Zentral- und Südostasien rundeten das Bild eines Turniers ab, das einmal mehr bewies: Im U23-Bereich ist fast alles möglich. Der Weg nach 2028 (dann wieder olympische Qualifikation) ist für China und Vietnam nun klar gezeichnet: Der Schwung von 2026 muss in die A-Nationalteams transferiert werden. Asiens Fußball-Zukunft könnte bunter und ausgeglichener sein, als noch vor wenigen Wochen erwartet.

Teile den Post
Sascha

Das sind die 5 größten Talente des U23-Asien Cups

Am vergangen Wochenende endete der U23 Asien Cup in Saudi Arabien, der für einige große Überraschungen sorgte. Am Ende sicherte sich Japan den Titel, und bestätigte, dass Nippon die mit Abstand beste Jugendarbeit in Asien besitzt. Doch auch andere Nationen konnten bei dem Turnier vielversprechende Talente präsentieren, diese wollen wir euch in diesem Artikel vorstellen. (Bild: IMAGO / AFLOSPORT)

Der U23 Asien-Cup 2026 (offiziell AFC U23 Asian Cup Saudi Arabia 2026) hat in den vergangenen Wochen einmal mehr unter Beweis gestellt, warum das Turnier als eines der wichtigsten Schaufenster für junge Talente in Asien gilt. Vom 6. bis 24. Januar 2026 in Saudi-Arabien ausgetragen, endete das Turnier mit einem beeindruckenden Triumph Japans, das im Finale Überraschungsteam China mit 4:0 deutlich bezwang. Neben dem Titel gingen die individuellen Auszeichnungen vor allem an Spieler, die spielerische Klasse, Torgefahr und Konstanz vereinten.

Ryūnosuke Satō (19,Japan) – MVP und Kreativmonster

Der Mittelfeldspieler von Fagiano Okayama FC (bzw. Leihspieler vom FC Tokyo) wurde zum Most Valuable Player des Turniers gewählt – und das völlig zu Recht. Satō war das Gehirn der japanischen Mannschaft, die mit dominantem Ballbesitzfußball und hoher Effizienz glänzte. Viele Gegner sahen kein Land gegen die übermächtigen Japaner, daher hatte Satō auch das Glück im stärksten Kollektiv des Turniers spielen zu dürfen.

Er lieferte nicht nur die entscheidenden Pässe in die Tiefe, sondern war auch torgefährlich und teilte sich zeitweise die Spitze der Scorerliste (2 Vorlagen und 4 Tore) mit mehreren Konkurrenten. Seine Übersicht, sein Tempo, die exzellente Technik und seine Kreativität machen ihn bereits jetzt zu einem heißen Kandidaten für einen baldigen Sprung in einen europäischen Top-Klub.

Nguyễn Đình Bắc (21, Vietnam) – Der vietnamesische Mbappé

Der Linksaußen vom vietnamesischen Erstligisten CAHN FC schrieb Geschichte: Als erster Vietnamese überhaupt gewann er die Torschützenkrone bei einem U23 Asien-Cup. Mit vier Toren und zwei Assists (und damit weniger absolvierten Minuten als einige Mitkonkurrenten) setzte er sich gegen starke Konkurrenz durch.

Bắc war der entscheidende Faktor für Vietnams starke Offensive – das Team erzielte insgesamt zehn Turniertore und stellte damit den zweitbesten Angriff des Turniers. Sein Tempo, sein direkter Dribbelstil und sein Abschlussvermögen machen ihn zu einem der spannendsten Südostasien-Talente der letzten Jahre und vor allem zu einer großen Hoffnung für die vietnamesische Nationalmannschaft.

Rui Araki (18, Japan) – Bester Torhüter des Turniers

Der Keeper von Gamba Osakas U18 hielt in entscheidenden Momenten seinen Kasten sauber und avancierte damit zum besten Torhüter des Turniers. Besonders im Halbfinale und Finale zeigte Araki Nervenstärke und herausragende Reflexe – Japan kassierte im gesamten Turnier bemerkenswerterweise nur einen Gegentreffer.

Allein gegen Jordanien hielt er zwei Elfmeter und glänzte durch eine hervorragende Strafraumbeherrschung, Nervenstärke, Konstanz, herausragenden Reflexe im 1-gegen-1 und durch seine 1,94 Meter mit physischer Präsenz. Für viele Scouts ist er derzeit der kompletteste U23-Torhüter Asiens.

Ali Al Azaizeh (21, Jordanien) - Der moderne Flügelstürmer

Das 21-jährige Talent vom kuwaitischen Erstligisten Kazma FC avancierte zu einer der Top-Torschützen des AFC U23 Asian Cup 2026 mit 4 Toren (knapp am Golden Boot vorbei) – überzeugte vor allem durch seine Leaderqualitäten. Kein Team hatte die Japaner so knapp vor einer Niederlage wie die Jordanier. Al Azaizeh brachte seine Truppe mit einem wunderschönen Winkelschuss in Führung, doch am Ende mussten sich die Araber im Elfmeterschießen geschlagen geben.

Al Azaizeh konnte jedoch bis zum Viertelfinale gegen Japan seine Qualitäten, wie Torinstinkt, Abschlussqualität, Kopfballstärke, Schnelligkeit, mehr als nur andeuten. Gepaart mit seiner Stärke gegen den Ball entspricht sein Spielerprofil, das eines modernen Flügelstürmers. Daher werden ihn nach diesem beeindruckenden Turnier sicherlich viele Scouts aus Europa auf dem Zettel haben. Ein Name von dem wir noch viel hören werden.

Leonardo Farah Shahin (22, Libanon)

Der 22-jährige Mittelstürmer vom schwedischen Zweitligisten Falkenbergs FF startete mit vier Toren aus drei Spielen für den Libanon fulminant ins Turnier. Leider mussten die Libanesen nach zwei Niederlagen gegen Südkorea (2-4) und Usbekistan (2-3) das Turnier bereits nach der Vorrunde wieder verlassen. Daher konnte Shahin leider nur in drei Spielen in einer schwachen U23 sein Können zeigen, aber das tat er dafür umso mehr.

Torinstinkt, Eiseskälte vor dem Tor, stark mit beiden und Füßen und per Kopf – in einem stärkeren Team hätte Shahin sicherlich um die Krone des besten Torschützen kämpfen können, zu stark waren seine Auftritte. Allerdings ist Fußball ein Mannschaftssport und daher durfte unser Protagonist nicht mehr von seinem Können zeigen. Allerdings könnte der ein oder andere Erstligist den skandinavischen Araber jetzt auf dem Zettel haben.

Teile den Post
Sascha

Was macht eigentlich Mehdi Mahdavikia?

Er war die „Rakete“ aus Teheran, der schnellste und präziseste Flügelspieler, den die Bundesliga je aus Asien gesehen hat. Mehdi Mahdavikia spielte fast ein Jahrzehnt für den Hamburger SV (1999–2007), wurde dort zur Legende. Doch was macht der mittlerweile 48-jährige Iraner eigentlich? (Bild: IMAGO / MIS)

Mit 110 Länderspielen und 18 Toren für „Team Melli“ ist er eine der Ikonen des iranischen Fußballs. Neben seiner Glanzzeit in der Bundesliga, holte er 2003 die Trophäe zu Asiens Fußballer des Jahres und brachte Iran bei der WM 1998 mit seinem Tor gegen die USA ins kollektive Gedächtnis. Doch was macht der 48-Jährige heute, fast 13 Jahre nach seinem letzten Profispiel 2013?

Seit August 2024 ist Mahdavikia Cheftrainer von Al Jazira Al Hamra FC in der UAE League 2 (zweite Liga der Vereinigten Arabischen Emirate). Der Klub aus Ras Al Khaimah, ein kleinerer Fußballverein, markiert seinen ersten Cheftrainer-Job auf Seniorenebene außerhalb des iranischen Jugendbereichs. Transfermarkt listet für die Saison 2025/26 bisher wenige Spiele mit einem Punkteschnitt von 1,00 – ein solides, aber noch unauffälliges Engagement in der Golfregion, wo viele Ex-Profis ihre Trainerkarriere fortsetzen.

Vertreter des AFC-Verbands

Neben dem Trainerposten bleibt Mahdavikia tief in der internationalen Fußballpolitik verwurzelt: Seit 2019 vertritt er die Asian Football Confederation (AFC) im Football Advisory Panel des IFAB (International Football Association Board) – jenem Gremium, das über Regeländerungen im Weltfußball entscheidet. Dort bringt er die Perspektive Asiens ein, etwa zu VAR-Entwicklungen oder Connected-Ball-Technologie, wie er kürzlich auf LinkedIn stolz teilte.

In Hamburg, seiner zweiten Heimat, ist er weiterhin präsent: Bis Ende August 2024 arbeitete er als Individual Coach bei der U19 des HSV, davor in der U17 und U23. Die Verbindung zu den Hanseaten bleibt eng – Mahdavikia ist immer wieder Gast bei Events, half 2025 beim Enthüllen des neuen Trikots und wird von Fans als „ewiger Hamburger“ gefeiert.

Mehdi gründet eigene Talent-Akademie

Seine eigene "Kia FC Academy" (FC KIA) im Iran läuft weiter als eine der ersten echten Grassroots-Initiativen des Landes; sie produziert Talente, die teils in Europa und den iranischen Profiligen landen, und wird von seiner Familie (u. a. Neffen wie Arshia und Ario) mitbetreut.

Mehdi gründete sie im April 2015 in Südost-Teheran. Sie markiert einen echten Paradigmenwechsel: Irans erste Akademie, die unabhängig von großen Profiklubs wie Persepolis oder Esteghlal arbeitet und sich voll auf nachhaltige, konzeptionelle Nachwuchsarbeit konzentriert.

Mahdavikia, inspiriert von seiner langen Zeit in Deutschland beim Hamburger SV und Modellen wie das der TSG 1899 Hoffenheim, investierte eigenes Geld und Know-how, um etwas aufzubauen, das es im Iran so noch nicht gab. Mit Co-Gründer Ali Doustimehr (einem erfahrenen Jugendtrainer) startete die Akademie im Auftrag der reinen Talententwicklung.

Von den Altersklassen U6 bis U18 werden jährlich über 1.000 Talente aus dem ganzen Land gescoutet. Nach intensiven Sichtungstagen bleiben nur die besten 20–25 pro Jahrgang übrig. Das Motto: Qualität vor Quantität, Technik und Disziplin vor schnellem Erfolg. Das erfolgreichste und jüngste Beispiel stellt der Transfer von KIA FC-Absolvent Amir Hossein Reyvandi (19) zu CSKA Moskau dar.

Kündigung aus politischen Gründen

Politisch hat Mahdavikia nie geschwiegen. Während der Mahsa-Amini-Proteste 2022 kündigte er seinen Job als Irans U23-Trainer und verurteilte das brutale Vorgehen der Sicherheitskräfte. Bei den 2025/26 Massenprotesten im Iran (Revolutionsversuche und Internet-Blackouts) forderte er international:

„Wenn das Internet abgeschaltet wird, werden auch die Menschenrechte zum Schweigen gebracht.“

Seine Stimme auf Instagram und LinkedIn bleibt hörbar – Appelle an Vernunft, Kritik an Repression, aber immer mit dem Fokus auf Sport und Jugendförderung. Der ehemalige HSV-Akteur zeigt also keine Angst und kritisiert wiederholt das Regime.

Privat

Privat lebt Mahdavikia weiterhin in Hamburg, Familie inklusive. Er meidet den großen Medienrummel, postet stattdessen über Trainingseinheiten in den Emiraten, IFAB-Meetings oder Erfolge seiner Akademie. Der Kontrast zu vielen lauten Ex-Stars ist groß: Mahdavikia ist der bescheidene Pionier geblieben – der Mann, der Asien in die Bundesliga brachte und heute Brücken zwischen Kontinenten und Generationen baut.

Ob er je in die Bundesliga zurückkehrt oder im Iran respektive VAE aktiv bleibt, ist weiterhin offen. Doch eins scheint klar: „Mehdiiiiii“ hat den Ball nicht weggelegt – er schießt ihn nur anders weiter: als Trainer, Regelberater und unbequeme Stimme. Für HSV-Fans und iranische Fußballfreunde reicht das, um ihn nie zu vergessen.

Teile den Post
Sascha

Ein Jahr nach Herzinfarkt | Bove vor Neuanfang in der Championship?

Nach etwas mehr als einem Jahr nach seinem Herzstillstand kämpft Eduardo Bove um seine Profifußballkarriere. Da er in Italien aufgrund der Sicherheitsauflagen nicht mit einem Defibrillator spielen darf, zieht es den ehemaligen Römer in die zweite englische Liga zum FC Watford. Doch kann er wieder seine alte Leistungsfähigkeit erreichen? (Bild: IMAGO / LaPresse)

Es war der 1. Dezember 2024, als die Serie A in Schockstarre verfiel. Im Stadio Artemio Franchi zu Florenz brach Edoardo Bove, damals 22 Jahre alt und auf Leihbasis bei der Fiorentina unter Vertrag, in der 17. Minute plötzlich zusammen. Das Spiel gegen Inter Mailand wurde sofort abgebrochen, der Mittelfeldspieler per Trage vom Platz gebracht und in ein künstliches Koma versetzt. Die Diagnose: ein plötzlicher Herzstillstand auf dem Feld – ein Szenario, das jeden Fußballfan an Christian Eriksen 2021 erinnerte.

Heute, gut ein Jahr später, steht Edoardo Bove vor einem neuen Kapitel. Der 23-jährige Römer hat seinen Vertrag bei der AS Roma einvernehmlich aufgelöst und steht kurz vor einem Wechsel zu Watford FC in die englische Championship. Der Medizincheck in England läuft bereits, ein zunächst sechsmonatiger Vertrag mit Option auf Verlängerung soll folgen. Für Bove bedeutet das: einen Neuanfang in England – fernab der italienischen Regelungen, die ihm mit implantiertem Defibrillator (ICD) derzeit den Profifußball in Serie A verbieten.

Der Transfer gleicht einem Wunder

„Ich möchte im Juni wieder spielen“, hatte Bove Ende 2025 in einem emotionalen Statement erklärt. „Wenn ich den Defibrillator behalte, kann ich in Italien nicht mehr antreten – aber fast überall im Ausland schon.“ Watford, aktuell im Kampf um den Aufstieg in die Premier League positioniert, bot genau diese Perspektive. Sporting Director Valon Behrami, selbst ehemaliger Serie-A-Profi, bezeichnete Bove als „Spieler auf Premier-League-Niveau“ und sprach von einem potenziellen „Wunder“, sollte der Transfer klappen.

Bove, 2002 in Rom geboren, durchlief die Jugendakademie der Giallorossi und debütierte 2021 unter José Mourinho in der ersten Mannschaft. Bis zu seinem Kollaps absolvierte er 65 Pflichtspiele für Roma (2 Tore), zeigte sich als energiegeladener, zweikampfstarker Box-to-Box-Mittelfeldspieler mit gutem Auge für den letzten Pass. Sein Leihwechsel zur Fiorentina 2024 sollte der nächste Karriereschritt werden – bis jener verhängnisvolle Sonntag alles veränderte.

Tränen im Stadion

Der Weg zurück war lang und psychisch extrem belastend. Nach erfolgreicher Operation, Reha und monatelanger Tests kehrte Bove emotional bewegt ins Stadion zurück – erst als Zuschauer beim Fiorentina-Roma-Spiel im Mai 2025, wo er seine Tränen nicht zurückhalten konnte. Nun folgt der sportliche Reset: In England, wo die medizinischen Vorgaben für ICD-Träger weniger restriktiv sind als in Italien, kann er wieder kicken.

Watford ist kein glamouröser Premier-League-Klub wie Arsenal oder Manchester City, aber ein ambitionierter Zweitligist mit italienischen Verbindungen (Behrami) und der Chance auf schnelle Spielpraxis. Für Bove könnte es das perfekte Sprungbrett sein – zurück in die Öffentlichkeit, zurück in den Profifußball und vielleicht sogar irgendwann zurück in die Premier League selbst.

Kann er wieder seine volle Leistungsfähigkeit erreichen?

Die Frage, die sich seit Monaten um den gebürtigen Römer dreht, lautet nicht nur, ob er jemals wieder Profifußball spielen kann – sondern ob er wieder der explosive, Box-to-box-Mittelfeldspieler werden kann, der er vor dem 1. Dezember 2024 war. Der 23-Jährige erlitt während eines Serie-A-Spiels einen plötzlichen Herzstillstand, wurde reanimiert und erhielt einen implantierbaren Kardioverter-Defibrillator (ICD).

Medizinisch und sportlich gesehen ist eine Rückkehr auf Top-Niveau keineswegs ausgeschlossen. Der prominenteste Vergleich ist sicherlich Christian Eriksen, der 2021 bei der EM dasselbe Schicksal erlitt, einen ICD bekam und seitdem in der Premier League (zunächst Brentford, dann Manchester United) auf höchstem Niveau spielte und nun mit 33 Jahren für den VfL Wolfsburg kickt. Eriksen selbst betonte mehrmals:

„Mit einem ICD bin ich auf dem Platz sicherer als jeder andere – es gibt keine Limits.“ Er erreichte nach der Reha wieder seine alte Klasse, inklusive intensiver Belastung, Zweikämpfen und 90-Minuten-Einsätzen.

Grund für Herzinfarkt nicht gefunden

Bei Bove selbst gibt es ermutigende Signale: Seit der Entlassung aus dem Krankenhaus (Dezember 2024) hat er intensives Training wieder aufgenommen. Berichte aus Januar 2026 (u. a. Gazzetta dello Sport, Sky Italia) sprachen von einem „sehr intensiven Training“ und einer „vollständigen Erholung“ in medizinischen Tests.

Im Juni 2025 hieß es bereits, er sei „fit für die Rückkehr“ – nun, ein halbes Jahr später, steht der Transfer kurz bevor. Der Grund für den Herzstillstand wurde trotz umfangreicher Untersuchungen nicht eindeutig gefunden, weshalb der ICD bleibt – doch das schließt Elite-Fußball in Ländern wie England nicht aus.

Natürlich birgt jeder Fall Unsicherheiten: Die Championship ist physisch fordernd, und der ICD erfordert regelmäßige Kontrollen sowie Vorsicht bei extremen Belastungen. Psychisch muss Bove den Schock verarbeiten – er kehrte emotional aufgelöst in Stadien zurück. Es wird daher sehr interessant sein, ob er genauso physisch in die Zweikämpfe geht wie vorher, oder ob er da etwas gehemmt sein wird. Doch der Wille ist definitiv da!

Fazit

Ja, eine volle Rückkehr auf sein früheres Leistungsniveau ist realistisch und durch Präzedenzfälle belegt. Der ICD schützt eher, als dass er behindert – vorausgesetzt, die medizinischen Checks in England (aktuell laufend) geben grünes Licht und die Rehabilitation weiterhin optimal verläuft.

Für Watford wäre Bove dann nicht nur ein Kämpfer mit Geschichte, sondern potenziell ein Spieler, der bewiesen hat: Man kann nach dem Schlimmsten umso stärker zurückkommen. Der Rasen wartet – und Bove ist bereit ihn wieder zu erobern.

Teile den Post