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Sascha

Ein Jahr nach Herzinfarkt | Bove vor Neuanfang in der Championship?

Nach etwas mehr als einem Jahr nach seinem Herzstillstand kämpft Eduardo Bove um seine Profifußballkarriere. Da er in Italien aufgrund der Sicherheitsauflagen nicht mit einem Defibrillator spielen darf, zieht es den ehemaligen Römer in die zweite englische Liga zum FC Watford. Doch kann er wieder seine alte Leistungsfähigkeit erreichen? (Bild: IMAGO / LaPresse)

Es war der 1. Dezember 2024, als die Serie A in Schockstarre verfiel. Im Stadio Artemio Franchi zu Florenz brach Edoardo Bove, damals 22 Jahre alt und auf Leihbasis bei der Fiorentina unter Vertrag, in der 17. Minute plötzlich zusammen. Das Spiel gegen Inter Mailand wurde sofort abgebrochen, der Mittelfeldspieler per Trage vom Platz gebracht und in ein künstliches Koma versetzt. Die Diagnose: ein plötzlicher Herzstillstand auf dem Feld – ein Szenario, das jeden Fußballfan an Christian Eriksen 2021 erinnerte.

Heute, gut ein Jahr später, steht Edoardo Bove vor einem neuen Kapitel. Der 23-jährige Römer hat seinen Vertrag bei der AS Roma einvernehmlich aufgelöst und steht kurz vor einem Wechsel zu Watford FC in die englische Championship. Der Medizincheck in England läuft bereits, ein zunächst sechsmonatiger Vertrag mit Option auf Verlängerung soll folgen. Für Bove bedeutet das: einen Neuanfang in England – fernab der italienischen Regelungen, die ihm mit implantiertem Defibrillator (ICD) derzeit den Profifußball in Serie A verbieten.

Der Transfer gleicht einem Wunder

„Ich möchte im Juni wieder spielen“, hatte Bove Ende 2025 in einem emotionalen Statement erklärt. „Wenn ich den Defibrillator behalte, kann ich in Italien nicht mehr antreten – aber fast überall im Ausland schon.“ Watford, aktuell im Kampf um den Aufstieg in die Premier League positioniert, bot genau diese Perspektive. Sporting Director Valon Behrami, selbst ehemaliger Serie-A-Profi, bezeichnete Bove als „Spieler auf Premier-League-Niveau“ und sprach von einem potenziellen „Wunder“, sollte der Transfer klappen.

Bove, 2002 in Rom geboren, durchlief die Jugendakademie der Giallorossi und debütierte 2021 unter José Mourinho in der ersten Mannschaft. Bis zu seinem Kollaps absolvierte er 65 Pflichtspiele für Roma (2 Tore), zeigte sich als energiegeladener, zweikampfstarker Box-to-Box-Mittelfeldspieler mit gutem Auge für den letzten Pass. Sein Leihwechsel zur Fiorentina 2024 sollte der nächste Karriereschritt werden – bis jener verhängnisvolle Sonntag alles veränderte.

Tränen im Stadion

Der Weg zurück war lang und psychisch extrem belastend. Nach erfolgreicher Operation, Reha und monatelanger Tests kehrte Bove emotional bewegt ins Stadion zurück – erst als Zuschauer beim Fiorentina-Roma-Spiel im Mai 2025, wo er seine Tränen nicht zurückhalten konnte. Nun folgt der sportliche Reset: In England, wo die medizinischen Vorgaben für ICD-Träger weniger restriktiv sind als in Italien, kann er wieder kicken.

Watford ist kein glamouröser Premier-League-Klub wie Arsenal oder Manchester City, aber ein ambitionierter Zweitligist mit italienischen Verbindungen (Behrami) und der Chance auf schnelle Spielpraxis. Für Bove könnte es das perfekte Sprungbrett sein – zurück in die Öffentlichkeit, zurück in den Profifußball und vielleicht sogar irgendwann zurück in die Premier League selbst.

Kann er wieder seine volle Leistungsfähigkeit erreichen?

Die Frage, die sich seit Monaten um den gebürtigen Römer dreht, lautet nicht nur, ob er jemals wieder Profifußball spielen kann – sondern ob er wieder der explosive, Box-to-box-Mittelfeldspieler werden kann, der er vor dem 1. Dezember 2024 war. Der 23-Jährige erlitt während eines Serie-A-Spiels einen plötzlichen Herzstillstand, wurde reanimiert und erhielt einen implantierbaren Kardioverter-Defibrillator (ICD).

Medizinisch und sportlich gesehen ist eine Rückkehr auf Top-Niveau keineswegs ausgeschlossen. Der prominenteste Vergleich ist sicherlich Christian Eriksen, der 2021 bei der EM dasselbe Schicksal erlitt, einen ICD bekam und seitdem in der Premier League (zunächst Brentford, dann Manchester United) auf höchstem Niveau spielte und nun mit 33 Jahren für den VfL Wolfsburg kickt. Eriksen selbst betonte mehrmals:

„Mit einem ICD bin ich auf dem Platz sicherer als jeder andere – es gibt keine Limits.“ Er erreichte nach der Reha wieder seine alte Klasse, inklusive intensiver Belastung, Zweikämpfen und 90-Minuten-Einsätzen.

Grund für Herzinfarkt nicht gefunden

Bei Bove selbst gibt es ermutigende Signale: Seit der Entlassung aus dem Krankenhaus (Dezember 2024) hat er intensives Training wieder aufgenommen. Berichte aus Januar 2026 (u. a. Gazzetta dello Sport, Sky Italia) sprachen von einem „sehr intensiven Training“ und einer „vollständigen Erholung“ in medizinischen Tests.

Im Juni 2025 hieß es bereits, er sei „fit für die Rückkehr“ – nun, ein halbes Jahr später, steht der Transfer kurz bevor. Der Grund für den Herzstillstand wurde trotz umfangreicher Untersuchungen nicht eindeutig gefunden, weshalb der ICD bleibt – doch das schließt Elite-Fußball in Ländern wie England nicht aus.

Natürlich birgt jeder Fall Unsicherheiten: Die Championship ist physisch fordernd, und der ICD erfordert regelmäßige Kontrollen sowie Vorsicht bei extremen Belastungen. Psychisch muss Bove den Schock verarbeiten – er kehrte emotional aufgelöst in Stadien zurück. Es wird daher sehr interessant sein, ob er genauso physisch in die Zweikämpfe geht wie vorher, oder ob er da etwas gehemmt sein wird. Doch der Wille ist definitiv da!

Fazit

Ja, eine volle Rückkehr auf sein früheres Leistungsniveau ist realistisch und durch Präzedenzfälle belegt. Der ICD schützt eher, als dass er behindert – vorausgesetzt, die medizinischen Checks in England (aktuell laufend) geben grünes Licht und die Rehabilitation weiterhin optimal verläuft.

Für Watford wäre Bove dann nicht nur ein Kämpfer mit Geschichte, sondern potenziell ein Spieler, der bewiesen hat: Man kann nach dem Schlimmsten umso stärker zurückkommen. Der Rasen wartet – und Bove ist bereit ihn wieder zu erobern.

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Sascha

Darum will ihn Max Allegri | Andrej Kostic (19) im Porträt

Andrej Kostić ist einer der spannendsten Talente, die der Balkan-Fußball in den letzten Jahren hervorgebracht hat – und das in einem Alter, in dem die meisten Gleichaltrigen noch in der U19 oder an der Playstation spielen und feiern gehen. Doch dieses Talent ist anders. Wir erzählen euch in diesem Artikel, warum Top-Teams wie der AC Mailand den montenegrinischen Rohdiamanten jagen. (Bild: IMAGO / Aleksandar Djorovic)

Geboren am 16. Januar 2007 in Podgorica, Montenegro, wuchs der 1,88 m große Mittelstürmer in der Jugendakademie von FK Budućnost Podgorica heran, dem dominanten Verein seines Heimatlandes. Schon als Kind zeigte Kostic einen besonderen Ehrgeiz. Ein Video von vor etwa zehn Jahren – heute viral – zeigt sein Talent auf einem Fußballplatz: Dribblings, Distanzschüsse und Schüsse aus dem Stand. Sein erster Trainer war der Vater von Milan Roganovic, seinem besten Freund und aktuellen Teamkollegen.

Bereits mit 16 Jahren unterschrieb er dort seinen ersten Profivertrag (März 2024), debütierte wenig später in der ersten montenegrinischen Liga und zeigte schnell, warum Scouts ihn auf dem Zettel hatten: stark im Kopfball, intelligent in seiner Positionierung, torgefährlich im Strafraum und mit einem guten Gespür für den richtigen Moment.

In der Saison 2024/25 gelangen ihm in nur etwa 500 Ligaminuten vier Tore und drei Assists – beeindruckende Werte für einen Teenager. Dazu kamen noch weitere 4 Tore in der UEFA Youth League und das in nur 325 Spielminuten, was seine Überlegenheit im Jugendbereich demonstriert.

Alle 66 Minuten ein Tor

Am 24. Juni 2025 vollzog sich dann der nächste logische Schritt: Kostić wechselte für rund 900 Tausend Euro zu FK Partizan Belgrad und unterschrieb einen Fünfjahresvertrag bis 2030. Partizan stattete ihn mit der legendären Nummer 9 aus – ein klares Vertrauensbekenntnis! Der Transfer beinhaltete zudem eine Weiterverkaufsbeteiligung für Budućnost (ca. 20 %), was die gute Zusammenarbeit zwischen den Klubs unterstreicht.

Sein Einstand hätte kaum besser laufen können: Am 20. Juli 2025 kam er in der Super Liga beim Auswärtsspiel gegen Železničar Pančevo in der 63. Minute für Jovan Milošević ins Spiel – und traf in der Nachspielzeit zum vielumjubelten 1:0-Siegtreffer. Es war der Startschuss für eine furiose erste Hinrunde 2025/26.

In der serbischen SuperLiga stand er bis Mitte Januar 2026 in etwa 20 Spielen auf dem Platz (meist als Joker), erzielte 8 Tore – also alle 66 Minuten ein Treffer für Partizan! Eine beeindruckende Quote für einen 19-Jährigen, der sich in einer physisch harten Liga erst zurechtfinden musste. Auch in den Conference-League-Qualifikationsspielen kam er regelmäßig zum Zug und zeigte, dass er auf internationaler Bühne gleichermaßen nicht überfordert wirkt.

Kostic drängt auf einen Wechsel in die Serie A

Sein Marktwert schnellte binnen eines halben Jahres von unter einer Million auf 3 Millionen € (Stand Dezember 2025, Transfermarkt). Internationale Scouts wurden aufmerksam – besonders auffällig: Der AC Milan. Berichten zufolge (u. a. Calciomercato, Gazzetta dello Sport) drängte Kostić selbst auf einen Wechsel zu den Rossoneri, einig war man sich bereits über persönliche Konditionen mit den Lombarden.

Partizan fordert jedoch deutlich mehr an Ablöse (ca. 12 Mio. € plus Boni), während Milan maximal 5-7 Mio. € plus Boni zahlen will. Ob und wann der Transfer zustande kommt, bleibt Stand jetzt, offen – doch der Druck auf eine baldige Entscheidung wächst, denn Kostic „will nur zu Milan“. Für die montenegrinische Nationalmannschaft ist unser Protagonist bereits A-Nationalspieler (Debüt 2025) und gilt als der Neuner der Zukunft, was seinen Marktwert ebenfalls nach oben schraubte.

Was macht Kostić so besonders?

Er verbindet die klassischen Stürmer-Tugenden eines modernen Neuners: Größe und Luftstärke, gepaart mit überraschender Beweglichkeit, gutem Abschluss mit beiden Beinen (bevorzugt jedoch rechts) und hoher Spielintelligenz. Trainer loben seine Professionalität trotz jungem Alter – er wirkt selten überhastet, sondern kalkuliert.

Kostic kann den Ball mit seinem physisch starken Körper gut abschirmen, und besitzt die Technik diesen gut an- und mitzunehmen. Er hat wie bereits erwähnt nicht nur eine gute Trefferquote, sondern ist auch als Joker sofort im Spiel, während andere Spieler länger brauchen um erst einmal in die Partie zu finden.

Der junge Mittelstürmer bewegt sich klug, lässt sich gerne zurückfallen, um das Spiel zu verbinden, und sucht ständig nach Schusspositionen. Ein geborener Torjäger mit echtem Torinstinkt, der im Strafraum, aus der Distanz und nach Flanken trifft.
Für seine Größe ist er technisch solide. Gute Ballannahme, kann gegen Verteidiger dribbeln und ist effektiv im Umschalten. Nicht explosiv auf kurzen Strecken, aber mit einer ausreichenden Endgeschwindigkeit.

Dennoch muss er noch an seiner Konstanz arbeiten, vor allem was seine Entscheidungsfindung angeht. Er besitzt zwar eine hohe Spielintelligenz, jedoch hat er immer wieder mal kognitive Aussetzer im Spiel. Zudem bereitet er keine Tore vor, sondern ist ein reiner Abschlussstürmer. Für den modernen Fußball darf er allerdings auch diese Qualität entwickeln.

Fazit

Für Partizan-Fans ist er aktuell die große Hoffnung auf Tore und auf einen hohen Verkaufserlös, der in die Mannschaft reinvestiert werden kann. Für den Balkan-Fußball ist er der Beweis, dass Top-Talente aus Montenegro und Serbien inzwischen nicht mehr erst mit 22–24 Jahren den Sprung in die Top-5-Ligen schaffen – Kostić könnte einen Transfer deutlich früher absolvieren.

Allegri will das Ausnahmetalent sicherlich als Back Up für den verletzungsanfälligen Niclas Füllkrug holen, zumal der deutsche Neuzugang an einem Zehbruch laboriert und daher nur dosiert eingesetzt werden kann. Darüber hinaus hat die Verpflichtung gezeigt wie sehr Milan einen klassischen Mittelstürmer im System benötigt, der physisch stark ist, gut mit dem Rücken zum Tor und auch in der Luft etwas zu bieten hat – alles Qualitäten die Kostic mitbringen würde.

Egal ob er am Ende in Mailand landet oder doch noch länger in Belgrad verweilt, weil sich beide Parteien nicht auf eine Ablöse einigen können - seine Entwicklungsgeschwindigkeit spricht dafür, dass wir in den nächsten 2–3 Jahren noch sehr viel von Andrej Kostić hören werden.

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Sascha

Die 10 besten Spieler des Afrika-Cups 2025

Der Africa Cup of Nations 2025 in Marokko bot erneut hochklassigen Fußball, dramatische Momente und herausragende individuelle Leistungen. Während Senegal im Finale gegen Gastgeber Marokko den Titel holte, stachen vor allem einige Spieler durch Konstanz, Tore, Assists und Spielentscheidungen heraus. Hier sind die 10 besten Spieler des Turniers – basierend auf Leistung, Einfluss und Statistiken bis zum Ende des Wettbewerbs. (Bild: IMAGO / Shengolpixs)

1. Sadio Mané (Senegal)

Der 33-jährige Altmeister krönte sich nicht nur zum besten Spieler des Turniers, sondern führte Senegal mit seiner Mischung aus Erfahrung, Tempo und Führungsqualität zum Titel. Mané war in fast jedem entscheidenden Moment zur Stelle – sei es durch Tore (2), Vorlagen (3) oder einfach durch seine pure Präsenz, die Gegner nervös machte. Auch wenn seine reine Torausbeute nicht die höchste war, prägte er das Turnier wie kaum ein Zweiter. Sein möglicherweise letzter Afrika-Cup endete mit dem perfekten Happy End. Eine Ära geht vielleicht zu Ende – aber welche Ära!

2. Brahim Díaz (Marokko)

Der Real-Madrid-Profi wurde mit fünf Toren Torschützenkönig und war der mit Abstand auffälligste Offensivspieler der Gastgeber. Díaz traf in den ersten vier Spielen und blieb bis ins Finale die zuverlässigste Waffe der „Löwen vom Atlas“. Seine Technik, sein Zug zum Tor und seine Fähigkeit, auch in engen Spielen den Unterschied zu machen, waren beeindruckend. Trotz der Finalniederlage und seinem verschossenen Panenka-Elfer, bleibt sein Turnier als einer der besten Auftritte eines marokkanischen Spielers in der jüngeren Geschichte in Erinnerung.

3. Victor Osimhen (Nigeria)

Afrikas-Fußballer des Jahres 2023 zeigte mit vier Toren und zwei Assists in sechs Spielen, warum er zu den weltbesten Mittelstürmern des Kontinents zählt. Osimhen war physisch dominant, kopfballstark und eiskalt vor dem Tor. Selbst nach kleineren Meinungsverschiedenheiten im Team (u.a. im Achtelfinale) antwortete er mit starken Leistungen – inklusive Führungsrolle als Kapitän in manchen Partien. Leider war im Halbfinale gegen Marokko Schluss – aber zweifellos war der Galatasaray-Akteur einer der herausragenden Stürmer des Turniers.

4. Ademola Lookman (Nigeria)

Der Atalanta-Star lieferte eine der besten Turnierleistungen seiner Karriere ab – viele Experten sahen ihn sogar phasenweise als besten Spieler des gesamten Afrika-Cups. Lookman kombinierte Tempo, Dribblings, Abschlüsse und vor allem viele Assists (4 Vorlagen, 2 Tore). Seine Vielseitigkeit im Angriff machte Nigerias Spiel unberechenbar. Ein Spieler, der endgültig in der absoluten afrikanischen Spitze angekommen ist und im Sommer auch fast, nach gescheiterten Verhandlungen mit Inter Mailand, bei einem europäischen Topklub gelandet wäre.

5. Mohamed Salah (Ägypten)

Auch im Alter von 33 Jahren bleibt Salah eine Ausnahmeerscheinung. Vier Tore plus einem Assist und starke Leistungen bis zum Halbfinale, wo man sich dem Senegal mit 0:1 geschlagen geben musste – trotzdem war es sein bester Afrika-Cup seit 2017. Liverpools Routinier war weiterhin Ägyptens gefährlichste Waffe, auch wenn der ganz große Wurf (der Titel) erneut ausblieb. Seine Professionalität und Konstanz sind nach wie vor unerreicht. Vielleicht war das Duell mit Mané im Halbfinale das letzte große Kapitel dieser ägyptischen Legende.

6. Amad Diallo (Elfenbeinküste)

Der 23-jährige Flügelspieler von Manchester United feierte sein großes Turnierdebüt und überzeugte auf ganzer Linie. Amad erzielte wichtige Tore (2) in der Gruppenphase und im Achtelfinale (1) (inkl. Assist gegen Burkina Faso). Seine Geschwindigkeit und und sein Zug zum Tor machten ihn zum Albtraum vieler Verteidiger. Ein Turnier, das ihn endgültig auf der Landkarte der Top-Talente Afrikas etabliert hat. Dennoch musste der ivorische Youngster bereits nach dem verlorenen Viertelfinale gegen Ägypten (2:3) die Koffer packen und die Heimreise antreten.

7. Riyad Mahrez (Algerien)

Der Kapitän zeigte in wenigen, aber sehr wirkungsvollen Einsätzen seine Klasse – drei Tore in nur zwei Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Mahrez bleibt mit seiner Technik, seinen Standards und seiner Spielintelligenz ein Faktor, der Spiele entscheiden kann. Auch wenn Algerien nach der Niederlage gegen Nigeria im Viertelfinale (0:2) nicht ganz so weit kam, wie erhofft – Mahrez war wieder einmal der entscheidende Mann in entscheidenden Momenten und ging als absoluter Anführer immer voraus.

8. Ayoub El Kaabi (Marokko)

Der erfahrene Stürmer bildete mit Díaz ein hochgefährliches Duo und steuerte ebenfalls drei Tore und einen Assist bei. El Kaabi ist der Prototyp des modernen afrikanischen Neuners: kopfballstark, robust und mit akrobatischen Abschlüssen. Seine Effizienz im Strafraum war eine der Hauptgründe für Marokkos starken Turnierverlauf. Vielleicht könnte das Turnier den Olympiacos Stürmer in eine der fünf europäischen Topligen befördern, sollte der ein oder andere Scout den robusten Mittelstürmer registriert haben.

9. Lassine Sinayoko (Mali)

Der 26-jährige Stürmer aus Mali sorgte mit drei Toren in der Gruppenphase und im gewonnenen Achtelfinale gegen Tunesien (3:2) für Furore und gehörte zu den großen Überraschungen des Turniers. Sinayoko zeigte enormes Tempo, gute Abschlüsse und Nervenstärke in wichtigen Momenten. Der Auxerre-Akteur musste jedoch gegen den späteren turniersieger aus senegal eine bittere 0:1-Niederlage hinnehmen, so dass er leider keine weiteren Tore mehr erzielen durfte, dafür trifft er in der Ligue 1 (8 Scorer in 17 Spielen) zuverlässig für seinen Arbeitgeber weiter.

10. Yassine Bounou „Bono“ (Marokko)

Der zum besten Torhüter des Turniers gekrönte Bounou rettete Marokko mehrfach mit spektakulären Paraden und großer Ruhe am Ball. „Bono“ war der Rückhalt beim Weg ins Finale und erhielt verdient die Auszeichnung als bester Keeper. Seine Führungsqualitäten und seine Strahlkraft auf die Defensive waren enorm. Mit zwei gehaltenen Strafstößen im Halbfinale gegen Nigeria, war der 34-jährige Schlussmann von Al-Hilal der Garant für den Einzug ins Finale. In einem Turnier voller Offensivspektakel erinnerte der ehemalige LaLiga-Legionär daran, dass manchmal auch die Männer im Tor die wahren Helden sind.

Der Afrika-Cup 2025 war wieder einmal eine perfekte Mischung aus etablierten Superstars, aufstrebenden Talenten und dramatischen Wendungen. Die nächste Generation steht bereits in den Startlöchern – doch Spieler wie Mané, Salah und Mahrez zeigten weiterhin, dass Erfahrung und Klasse immer noch den entscheidenden Unterschied machen.

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Sascha

Ein nigerianischer Rohdiamant für RB | Suleman Sani (19) im Porträt

RB Leipzig hat im Wintertransferfenster zugeschlagen und mit Suleman Sani ein hochveranlagtes Talent für Trainer Ole Werner verpflichtet. Der 19-jährige Nigerianer kommt aus der ersten slowakischen Liga und ist daher den meisten Fans nicht bekannt. Da die Leipziger in der Vergangenheit oft ein gutes Auge für Talente bewiesen haben, wollen wir euch den neuen Mann genauer vorstellen. (Bild: IMAGO / Michal Fajt)

Mitten im Wintertransferfenster 2025/26 hat RB Leipzig zugeschlagen – und das ziemlich leise, aber strategisch klug. Für rund 5 Millionen Euro (plus mögliche Boni) verpflichteten die Roten Bullen den erst 19-jährigen nigerianischen Flügelspieler Suleman Sani vom slowakischen Erstligisten AS Trenčín. Der Vertrag läuft bis Sommer 2031, die Rückennummer lautet 18. Es ist der klassische RB-Move: früh, günstig, hochpotenziell – und mit langem Atem.

Sani, geboren am 1. September 2006, ist noch ein ungeschliffener Rohdiamant. Sein bisheriger Karriereweg liest sich wie das Drehbuch eines modernen afrikanischen Entwicklungsspiels: Start in der nigerianischen Nachwuchsliga bei Wikki Tourists, Durchbruch bei Akwa United (11 Tore in 15 Spielen in der Saison 2023/24, Rookie of the Season), Wechsel im September 2024 nach Europa zu Trenčín – und jetzt, knapp 16 Monate später, schon die Bundesliga-Bühne.

Das Profil: Schnell, physisch, tiefenorientiert

Sport-Geschäftsführer Marcel Schäfer beschrieb den Neuzugang bei der Vorstellung sehr präzise: „Suleman kommt hauptsächlich über die linke Seite, verfügt über ein hohes Tempo, ist aufgrund seiner Physis schwer vom Ball zu trennen und sucht gerne die Tiefe. Auch gegen den Ball arbeitet er intensiv mit und legt die richtige Einstellung an den Tag.“

Bei 1,75 m Körpergröße bringt Sani eine für sein Alter schon sehr ausgereifte Physis mit. Er ist kein klassischer filigraner Techniker, sondern ein athletischer, durchsetzungsstarker Flügelspieler, der gerne ins Eins-gegen-Eins geht und vor allem vertikal denkt. Sein starker Fuß ist der rechte, was ihn auf links zu einem klassischen „Cut-inside-Player“ macht – er zieht nach innen und sucht entweder den Abschluss oder den finalen Pass in den Strafraum.

Dazu kommt eine sehr gute Grundgeschwindigkeit und die Fähigkeit, diese auch auf den ersten 15–20 Metern explosiv einzusetzen. Genau diese Eigenschaften sucht RB Leipzig seit Jahren immer wieder auf den Flügeln. Sanis Einstand in der Niké Liga (1. Liga Slowakei)? 3 Tore und 2 Vorlagen in nur 860 Spielminuten! Das überzeugte die Sachsen zuzuschlagen.

Wie gut passt Sani ins Leipziger System?

Aktuell setzt RB unter Ole Werner auf ein flexibles 4-3-3, bei dem die Flügelspieler extrem wichtig für das Gegenpressing und die Umschaltmomente sind. Da unser Protagonist eine hohe Intensität gegen den Ball mitbringt, dürfte er adäquat in das Pressingspiel der Sachsen passen, ein absolutes Muss für die Vereinsphilosophie. Zudem wird ihn seine Physis bei der Wiedereroberung des Balles ungemein helfen, selbst gegen robustere Verteidiger.

Mit 19 Jahren bringt der junge Afrikaner eine Menge Entwicklungspotenzial mit, genau das Alter, in dem Spieler in der Vergangenheit bei RB die größten Sprünge machten (Nkunku, Szoboszlai, Simons, Olmo). Kurz gesagt: Suleman Sani ist kein Spieler für die Startelf – das erwarten bei RB aktuell auch nur die wenigsten. Stattdessen ist er der nächste Baustein für die nächsten Jahre, ein Spieler, der in 12–24 Monaten Yan Diomande und Antonio Nusa auf den Flügeln und halblinks ernsthaft Konkurrenz machen kann, wobei der junge Afrikaner auch über rechts angreifen kann.

Daran muss er noch arbeiten

Doch aktuell ist er noch etwas weg von diesen Erwartungen, denn Sani bringt natürlich noch einige Baustellen mit, an denen er arbeiten muss. Vor allem im letzten Drittel leidet er unter einer stark schwankenden Entscheidungsqualität, sprich, er ist in diesen Fällen oftmals zu egoistisch, oder spielt zu schlampige finale Pässe.

Darüber hinaus ist der Neuzugang unter Druck des Gegners technisch anfällig, so dass daraus viele Ballverluste auf Bundesliganiveau entstehen könnten. Zudem sind seine Läufe und das Timing noch entwicklungsbedürftig – da er sich häufig ungünstig positioniert, oder Laufwege besitzt die für das Team nicht gewinnbringend sind, was natürlich auch an seiner geringen Erfahrung im Profibereich zurückzuführen ist.

Fazit

Die ersten Wochen in Leipzig werden für Sani vor allem Akklimatisierung bedeuten: Tempo, Zweikampfhärte und taktische Disziplin in der Bundesliga sind noch einmal eine ganz andere Hausnummer als in der slowakischen Niké Liga. Doch genau darin liegt ja das Leipziger Versprechen: Wer die harte Arbeit annimmt und die vielen Trainingsreize aufsaugt, kann bei RB in zwei Jahren plötzlich Stammspieler in der Champions League sein, egal wie jung ein Spieler ist.

Suleman Sani ist kein Name, der sofort die Schlagzeilen beherrscht, aber in zwei bis drei Jahren könnte er einer der besten Spieler der Bundesliga sein, wenn er seine Anlagen voll ausschöpft. Physisch stark, schnell, gut im Gegenpressing und eine Menge Torgefahr – das sind alles Eigenschaften wonach sich die Topklubs in Europa sehnen.

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Sascha

Nach nur 232 Tagen | Das sind die Gründe für Alonsos Aus bei Real

Am 12. Januar 2026 gab Real Madrid die Trennung von Trainer Xabi Alonso bekannt – offiziell „in gegenseitigem Einvernehmen“, doch in Wahrheit eine Entlassung, die durch den unerbittlichen Druck von Präsident Florentino Pérez beschleunigt wurde. Doch was waren die Gründe die zur Entlassung des 44-jährigen Spaniers geführt haben? (Bild: IMAGO / NurPhoto)

Der unmittelbare Trigger war sicherlich die 3:2-Niederlage im Supercopa-Finale gegen den FC Barcelona am 11. Januar in Saudi-Arabien – die fünfte Pleite in den letzten sechs Clásicos und der Verlust des ersten Saisontitels. Diese Demütigung, gepaart mit sichtbarer Frustration bei Stars wie Vinícius Júnior, besiegelte das Ende des ehemaligen Leverkusener Meistertrainers.

Die tieferen Ursachen sind vielfältig und reichen von einer massiven Verletzungswelle (Éder Militão, Dani Carvajal, David Alaba, Eduardo Camavinga) über taktische Umsetzungsprobleme bis hin zu einer Kabinenkrise. Alonsos Philosophie – hohes Pressing, Positionsflexibilität und aggressive Balleroberung – scheiterte vor allem an der Laune einiger Spieler.

Hat Alonso die Kabine verloren?

In La Liga liegt Real vier Punkte hinter Barcelona, in der Champions League gab es Rückschläge gegen Manchester City. Besonders belastend: Alonsos Distanz zu Schlüsselspielern. Vinícius Júnior fühlte sich in seiner Rolle eingeschränkt, und Berichte sprechen von Unmut bei Federico Valverde sowie Positionskonflikten um Jude Bellingham und Arda Güler. Alonso verlor immer mehr an Autorität – fatal in einem Klub, in dem der Präsident keine anhaltende Inkonstanz toleriert.

Xabi Alonso selbst versuchte, die Situation zu beruhigen. Nach früheren Spekulationen betonte er: „Als Trainer von Real Madrid musst du bereit sein, solchen Situationen mit Ruhe zu begegnen.“ Nach der Supercopa-Niederlage sagte er:

„Wir müssen so schnell wie möglich weitermachen. Es ist der unwichtigste aller Wettbewerbe, die wir spielen. Wir müssen nach vorne schauen, versuchen, Spieler [nach Verletzungen] zurückzuholen, unsere Moral wieder aufzubauen und weiterzumachen.“ Trotz gemischter Emotionen zeigte er Stolz: „Es ist eine Mischung aus Emotionen, einerseits die Enttäuschung, den Titel nicht gewonnen zu haben. Aber auch der Stolz, dass die Mannschaft sich behauptet hat. Wir haben bis zum Ende gekämpft.“

Auch Vinícius Júnior geriet ins Rampenlicht – Alonso verteidigte ihn: „Vini ist emotional. Man muss wissen, wie man für ihn da ist. Seine Teamkollegen und die Trainer sorgen dafür, dass er das versteht. Vini ist extrem wichtig für uns.“ Doch die Spannungen blieben: Berichte deuteten auf Frustration hin, da der Brasilianer mehr Freiheiten im Angriff forderte.

Taktische Probleme die nicht gelöst wurden

Xabi Alonso kam im Sommer 2025 zu Real Madrid mit dem klaren Auftrag, den Stil der Königlichen zu modernisieren – weg vom reaktiven Konterfußball hin zu einem proaktiven, intensiven Spiel mit hohem Pressing, kontrolliertem Ballbesitz und kollektiver Struktur, wie er es bei Bayer Leverkusen erfolgreich umgesetzt hatte. Doch bereits nach wenigen Monaten zeigten sich massive Umsetzungsprobleme, die letztlich zu seiner Entlassung am 12. Januar 2026 führten.

Ein zentrales Problem war das inkonsistente und oft halbherzige Pressing. Alonso forderte ein aggressives, synchrones Pressing der gesamten Mannschaft, um den Ball hoch zu erobern – doch die Umsetzung scheiterte häufig an mangelnder Intensität (vielleicht auch Unlust) und Koordination. Die wiederkehrenden Fehler, bei denen Spieler nicht als Einheit pressten, offenbarte Gegnern wie Barcelona oder Manchester City Räume. Besonders in der Supercopa-Niederlage gegen Barça wurde dies deutlich:

Die Angreifer (inklusive Stars wie Vinícius Júnior und Kylian Mbappé) agierten zu passiv und verweigerten das harte Nachsetzen, was das Mittelfeld anschließend entblößte. Alonsos System duldet jedoch keine “ blinden Passagiere” respektive faule Stars – doch genau das war der Fall, da viele Superstars nicht bereit waren, defensiv die „Drecksarbeit“ zu leisten.

Taktisch überfordert und verletzt

Weitere taktische Schwächen lagen in der fehlenden Effektivität in Ballbesitz und der Defensivorganisation. Trotz hoher Ballbesitzquoten (um die 58-60 %) fehlte es an klarer Angriffsstruktur, besonders in engen Räumen. Das Team offenbarte “taktische Verwirrung” mit zunehmender Unordnung, mangelnder Klarheit bei Überladungen und Positionswechseln sowie Schwächen bei Standardsituationen (z. B. Ecken).

Die massive Verletzungswelle (Militão, Carvajal, Alaba, Camavinga u. a.) zwang Alonso zu einigen nicht gewohnten Formationen wie einem 3-4-1-2 gegen Elche, was die Umsetzung seiner Ideen weiter erschwerte. Frühe Erfolge mit Alonsos fluiden Strukturen und den Mittelfeld-überladungen (z. B. Valverde und Bellingham als dynamische Achter/Zehner) verblassten schnell, als die Spieler die taktischen Anforderungen – endlose Videositzungen, hohes Pressing, begrenzte Ruhetage – ablehnten und zu alten Gewohnheiten zurückkehrten.

Fazit:

Xabis System erfordert, dass alle 11 Spieler als Einheit pressen. Es darf keine „halbherzigen Mitläufer“ geben. Im Supercup haben die Stürmer von Real Madrid nicht gepresst, wodurch das Mittelfeld völlig ungeschützt war. Die Niederlage besiegelte anschließend das Schicksal des Trainers bei den Königlichen.

Das offizielle Statement des Klubs unterstrich den Respekt: „Xabi Alonso wird immer die Zuneigung und Bewunderung aller Madrid-Fans genießen, denn er ist eine Legende von Real Madrid und hat stets die Werte unseres Vereins vertreten. Real Madrid wird immer sein Zuhause sein.“

Dennoch fiel die Entscheidung rasend schnell – typisch für Pérez’ Historie. Álvaro Arbeloa, Ex-Rechtsverteidiger und Vereinsikone, übernimmt interimsmäßig vielleicht auch dauerhaft. Die Schuld nur auf Alonso zu schieben wäre zu einfach. Allen Beteiligten trifft eine Teilschuld, vor allem die Spieler die keine Lust auf Alonsos Spielidee hatten und sich damit als höchst unprofessionell offenbarten.

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Sascha

Endrick-Leihe | Über Lyon noch zur WM?

Es ist passiert. Supertalent Endrick verlässt Real Madrid bis zum Sommer 2026 auf Leihbasis zu Olympique Lyon. Die Rolle des Bankdrückers kostete dem Ausnahmetalent den Platz in Carlo Ancelottis Selecao. Doch ist die Truppe von Trainer Paulo Fonseca der richtige Ort für unseren Protagonisten? (Bild: IMAGO / PsnewZ)

Der 19-jährige brasilianische Stürmer Endrick Felipe, einst als das größte Talent Südamerikas gefeiert, hat im Dezember 2025 einen überraschenden Schritt gewagt: Er wechselte auf Leihbasis von Real Madrid zu Olympique Lyonnais. Bis zum 30. Juni 2026 trägt der ehemalige Palmeiras-Spieler das Trikot der Franzosen – eine Entscheidung, die auf den ersten Blick wie ein Rückschritt wirkt.

Doch bei genauerer Betrachtung könnte Lyon genau der richtige Ort sein, um Endricks Karriere wieder in Schwung zu bringen. Mehr Spielminuten, weniger Druck und eine entwicklungsfreundliche Umgebung sprechen dafür, dass der Wechsel nach Frankreich langfristig klüger ist als ein Verbleib im Star-Ensemble der Königlichen.

Keine Perspektive unter Alonso

Endrick kam im Sommer 2024 mit riesigen Erwartungen zu Real Madrid. Das Ausnahmetalent aus Palmeiras kostete rund 60 Millionen Euro (47,5 Millionen fix plus bis zu 12,5 Millionen an Bonuszahlungen). In seiner ersten Saison 2024/25 kam er auf 37 Einsätze und sieben Tore – respektabel für einen 18-Jährigen.

Doch unter dem neuen Trainer Xabi Alonso änderte sich alles: In der laufenden Saison 2025/26 absolvierte Endrick bis zu seinem Wechsel in die Ligue 1 nur drei Kurzeinsätze, insgesamt knapp 100 Spielminuten standen auf seinem Konto. Die Konkurrenz um Kylian Mbappé, Vinícius Júnior und Rodrygo war einfach zu groß. Endrick saß meist auf der Bank, und seine Chancen auf eine Berufung in Brasiliens Kader für die WM 2026 schmolzen dahin.

Genau hier setzt der Wechsel an. Lyon, aktuell Fünfter in der Ligue 1 und Tabellenführer in der Europa-League-Gruppenphase, bietet Endrick das, was er am dringendsten braucht: regelmäßige Spielpraxis. Trainer Paulo Fonseca sucht nach dem Abgang von Alexandre Lacazette und Georges Mikautadze einen neuen Goalgetter – und Endrick soll die Nummer 9 übernehmen. In Madrid war er oft nur Joker; in Lyon könnte er von Beginn an starten. Fonseca’s flüssiger Angriffsstil passt perfekt zu Endricks Stärken: Explosivität, Torinstinkt und gutes Kombinationsspiel.

Zudem herrscht in Lyon weniger medialer Druck als im Bernabéu, wo jeder Fehlschuss zur Krise hochstilisiert wird. Die Ligue 1 ist wettbewerbsstark, aber nicht so gnadenlos wie La Liga. Historisch hat Olympique Lyon eine starke Tradition in der Förderung junger Talente – Stars wie Karim Benzema, Nabil Fekir oder Rayan Cherki haben hier den Sprung zum Topstar geschafft. Unter dem früheren Eigentümer John Textor (der auch brasilianische Clubs wie Botafogo besaß) gab es zudem schon regelmäßig Verbindungen nach Südamerika, um brasilianischen Spielern den Einstieg in Europa zu erleichtern.

Die vertraglichen Details zwischen Real Madrid und Lyon

Der Deal ist eine reine Leihe bis Saisonende ohne Kaufoption oder -pflicht. Real Madrid bleibt voll im Besitz der Rechte und sieht den Wechsel als Entwicklungsmaßnahme – ähnlich wie bei früheren Leihen von Talenten. Lyon zahlt eine Leihgebühr von maximal 1 Million Euro, die jedoch abhängig von Endricks Einsätzen sinkt: Für je fünf Startelf-Einsätze reduziert sich die Gebühr um 200 Tausend Euro. Bei regelmäßiger Spielzeit könnte die Gebühr sogar auf null sinken – ein cleverer Anreiz von Madrid, um sicherzustellen, dass Endrick wirklich spielt.

Zusätzlich übernimmt Lyon etwa die Hälfte von Endricks Gehalt. Der Brasilianer hat bei Real einen Vertrag bis 2030 (mit Option), und die Madrilenen signalisieren klar, dass sie an sein Potenzial glauben - im Sommer 2026 wollen sie ihn tärker zurückholen.

Endrick selbst äußerte sich bei seiner Präsentation in Lyon motiviert: Er habe sogar Rat von Carlo Ancelotti (seinem Ex-Trainer bei Real und aktuellem Brasilien-Coach) eingeholt, der ihm empfahl, sich ausleihen zu lassen:

„Ich habe mit Carlo Ancelotti gesprochen. Er hat mir seinen Rat gegeben. Er hat mir gesagt, was ich tun kann, um mich zu verbessern, und das hat mich wirklich berührt. Seine Botschaft war: Geh, spiel, entwickle deinen Fußball. Ich habe immer auf seinen Rat gehört, also habe ich mir gesagt: Los geht’s. Er hat mir Anweisungen gegeben, was ich tun kann, was ich tun muss, um mich zu verbessern […] Sein Rat war, dorthin zu gehen, wo ich spielen kann, wo ich glücklich sein kann“, verriet Endrick.

Fazit

Der junge Stürmer fürchtet offen, die WM 2026 zu verpassen, wenn er weiter auf der Bank bleibt. „Ich werde alles tun, um in die Seleção zurückzukehren“, daher scheint Endrick voll motiviert in die Ligue 1 zu kommen. Real Madrid bleibt jedoch der Traumklub, doch für die nächsten sechs Monate ist Lyon die sinnvollere Option zur WM 2026.

Wenn Endrick in Frankreich explodiert, könnte er im Sommer als reiferer Spieler zurückkehren – und damit vielleicht das brasilianische WM-Ticket lösen. Ein kluger Schachzug für alle Beteiligten, zumal die Königlichen die Einsatzzeit mit weniger Ablöse belohnen werden. Daher gibt es gleichermaßen keine finanziellen Hindernisse die die Entwicklung unseres Protagonisten behindern könnten.

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