Das ist Sebastian Hoeneß

Es gibt im deutschen Fußball kaum einen berühmteren Namen als Hoeneß. Das liegt an Uli Hoeneß, der mehr als 40 Jahre die Geschicke des FC Bayern München lenkte. Sebastian Hoeneß ist der Neffe des einstigen Bayern-Patrons und Sohn von Dieter Hoeneß, der in seiner Spielerkarriere ein sehr guter Stürmer war und später als Manager bei Hertha BSC fungierte.

Auf solch einen Namen wird man natürlich immer angesprochen, erst recht, wenn man sich auch für den Fußballbereich entscheidet.

Sebastian Hoeneß spielte in seiner Karriere nur unterklassigen Fußball, auf Plätzen jenseits der großen Arenen. Ein Hoeneß spielt beim Gegner? Ist er etwa …? So muss es sich in der Regional- und Oberliga oft abgespielt haben. Zehn Jahre war Sebastian Hoeneß für die zweite Mannschaft von Hertha BSC aktiv. In der Saison 2006/07 folgte ein kurzes Intermezzo bei der TSG Hoffenheim, die Kraichgauer spielten damals noch in der Regionalliga-Süd. 2007 gab es jedoch die Rückkehr nach Berlin. 2010 kam schließlich das Karriereende, bevor es auf die Trainerbank ging.

Der Vorwurf der Vetternwirtschaft stand im Raum

Sebastian Hoeneß arbeitete bis 2019 ausschließlich im Nachwuchsbereich. Erst bei Hertha Zehlendorf, später bei RB Leipzig und dann doch bei den Bayern, wo sein berühmter Name allgegenwärtig war.

Vor der Saison 2019/20 überraschten die Münchner mit der Ankündigung, dass Sebastian Hoeneß die gerade in die 3. Liga aufgestiegene zweite Mannschaft betreuen soll. Bei manchen Fans kam das nicht gut an. Es gab Plakate mit Aufschriften wie „Kompetenz schlägt Name – Holger Seitz muss bleiben“. Der Aufstiegstrainer wurde innerhalb des Nachwuchsleistungszentrums befördert, doch seinem Nachfolger schlug viel Skepsis entgegen.

Der Vorwurf der Vetternwirtschaft stand im Raum, obwohl Uli Hoeneß eigentlich gegen die Berufung seines Neffen war, weil „er wusste, was das mit sich bringen kann, dass da immer etwas mitschwingt“, wie Sebastian Hoeneß im November 2019 der Süddeutschen Zeitung verriet.

Die Hinrunde verlief mit dem 15. Platz auch nicht besonders erfolgreich, doch dann starteten die „kleinen“ Bayern durch, auch weil sich viele Spieler individuell steigerten. Lohn war die Drittligameisterschaft, was als Empfehlung der TSG Hoffenheim reichte, um Sebastian Hoeneß mit einem Dreijahresvertrag auszustatten.

Ruhig und besonnen, aber mit einer klaren Linie

Sebastian Hoeneß wurde 1982 geboren, elf Tage nach dem legendären Turban-Auftritt seines Vaters Dieter im DFB-Pokalfinale gegen den 1. FC Nürnberg. Der Ex-Stürmer war als Spieler und Manager eher zurückhaltend, eine Eigenschaft, die auch Sebastian Hoeneß besitzt. Der 38-Jährige gilt als ruhig und besonnen, kann aber auch hart durchgreifen, wenn es sein muss.

Vor einem Ligaspiel kam Mickaël Cuisance ein paar Minuten zu spät zur Mannschaftsbesprechung. Sebastian Hoeneß strich ihn daraufhin aus dem Kader.

Als die Anfrage aus Hoffenheim kam, hätte er viel nachgedacht, ob „dieser Schritt der richtige sei“. Doch die TSG könnte für Sebastian Hoeneß vielleicht genau die richtige Station als Bundesliganeuling sein. Das Umfeld im Kraichgau ist eher ruhig, es gibt moderne Strukturen und Sebastian Hoeneß hat alle Möglichkeiten, junge Spieler aus dem sehr guten Nachwuchsleistungszentrum an die Profis heranzuführen.

Man darf gespannt sein, wie sich der 38-Jährige in der Bundesliga schlägt. Auch das Abenteuer Europa League steht an, weil sich die Hoffenheimer dafür in der letzten Saison qualifiziert haben.

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