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Fußballprofi ist man auch mit einem monatlichen Gehalt von 4000 Euro

Fußballprofi ist man auch mit einem monatlichen Gehalt von 4000 Euro

Derzeit gerät die ganze Welt ins Wanken. Auch den Fußball betrifft die durch das Coronavirus hervorgerufenen Veränderungen. Da momentan nicht gespielt werden kann, fehlen den Vereinen Einnahmen, etwa aus TV-Geldern, Sponsorenverträgen und Ticketverkäufen. Die Lage scheint dramatisch. Bremens Geschäftsführer Klaus Filbry prognostiziert sogar, dass auch die großen Klubs irgendwann ernsthafte Probleme bekommen werden, wenn der Ball noch eine Weile länger nicht rollt. Angesichts der aktuellen Lage in Deutschland scheint es utopisch, dass in diesem Jahr noch Bundesligaspiele mit Zuschauern stattfinden können. Die letzte Hoffnung sind Geisterspiele, doch auch die sind in den nächsten Monaten wohl nicht zu realisieren, schon allein wegen der Ansteckungsgefahr unter Spielern, Trainern und Klubverantwortlichen. DFL-Chef Christian Seifert betont deshalb, dass es für viele Profiklubs „ums Überleben“ geht.

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Da sind die 20 Millionen Euro, die der FC Bayern München, Borussia Dortmund, RB Leipzig und Bayer Leverkusen gespendet haben, löblich, aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Millionengehälter müssen trotzdem weiterbezahlt werden, auch wenn die meisten Spieler auf einen Teil ihrer Gehälter verzichten. Auswirkungen auf den Transfermarkt wird es zusätzlich geben. Vorbei scheinen erst einmal 100-Millionen-Deals und zum Teil uferlose Gehälter.

Gibt es wirklich ein Sterben der Profiklubs?

Die viel zitierte Blase „Profifußball“ scheint zu platzen. Vorerst, denn wenn wieder Fußball gespielt wird und Partien im Fernsehen übertragen werden, wird der Rubel wieder rollen.

Vorher jedoch drohen den Vereinen aber massive finanzielle Einbußen. Christian Seifert sprach sogar davon, dass sich Kritiker von Geisterspielen „keine Gedanken mehr machen müssen, ob wir mit 18 oder 20 Profiklubs spielen. Denn dann wird es keine 20 Profiklubs mehr geben“.

Ein Fußballprofi ist man jedoch laut Definition, wenn man seinen Lebensunterhalt allein durch Fußballspielen bestreiten kann und nicht arbeiten gehen muss. Das wäre sogar schon bei einem monatlichen Einkommen von 2000 Euro oder 4000 Euro der Fall. Selbst eine Bundesliga mit solchen Zahlen könnte existieren und alle könnten unter Profibedingungen arbeiten.

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In solchen Dimensionen hat der Fußball sogar schon gelebt. Uwe Seeler hat in den Anfangsjahren der Bundesliga beim HSV 7200 Euro (umgerechnet zur heutigen Währung) pro Jahr verdient. Franz Beckenbauer als Ausnahmesportler soll bei den Bayern in den 70ern 350000 Euro jährlich bekommen haben. Günter Netzer verdiente damals 150000 Euro pro Jahr. Und selbst ein Rudi Völler hatte in den 80ern noch kein Millionenjahresgehalt.

Es ist auch schwer vorstellbar, dass es Traditionsvereine wie Eintracht Frankfurt oder Schalke 04 nicht mehr geben wird. Elf Fußballer lassen sich sicherlich immer finden, die die Vereinsfarben vertreten. Es gäbe dann eben keine Durchschnittsprofis mehr, die zum Teil weit über 10 Millionen Euro kosten.

TV-Rechtevergabe liegt auf Eis

Das Fußballgeschäft hat in den letzten Jahren geboomt. Möglich machten dies auch Fußballfans, die Abos bei Pay-TV-Anbietern hatten. Das war ein faires Geschäft. Man bezahlte Geld und konnte das Entertainment Fußball genießen.

Doch in der letzten Zeit wurde diese Schraube immer höher gedreht. So brauchten Fußballfans mehrere Abos, um in den Genuss aller Spiele zu kommen. Amazon kam als Anbieter zusätzlich ins Spiel. Die Telekom sicherte sich die TV-Rechte für die EURO 2024. Giganten wie Disney, Apple und Netflix wurden als neue Partner gehandelt.

DFL-Chef Christian Seifert rieb sich sicherlich am Anfang des Jahres die Hände wegen den bevorstehenden Verhandlungen um die TV-Bundesligarechte ab 2021. Es ist davon auszugehen, dass Fußballfans für Abos noch mehr hätten bezahlen müssen, in einem Dschungel von Anbietern.

Aufgrund der momentanen Situation liegen diese Verhandlungen aber auf Eis.

Der Profifußball wird durch das Coronavirus stark getroffen, wie so viele gesellschaftliche Bereiche. Doch es ist davon auszugehen, dass die Geldmaschinerie wieder anlaufen wird, sobald der Normalzustand da ist.

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