Wer kennt noch Harry Decheiver?

Wer kennt noch Harry Decheiver?

Harry Decheiver ist wohl Fußballfans bekannt, die in den 1990er-Jahren die Bundesliga verfolgt haben. Der Niederländer wechselte 1995 in Deutschlands Eliteliga und bekam beim SC Freiburg schnell den Spitznamen „Knipser“. 1997 erfolgte der Wechsel zu Borussia Dortmund, doch beim damaligen amtierenden Champions-League-Sieger warfen ihn immer wieder Verletzungen zurück. (Foto: IMAGO / Pro Shots)

Doch bei den Freiburgern mischte Harry Decheiver die Liga auf. In seiner ersten Saison bei den Breisgauern erzielte der Stürmer elf Tore in 22 Partien. Vor dem Tor war der 1,86 m große Angreifer einfach nur eiskalt. Zudem war sein Kopfballspiel überragend. Im Team des SC Freiburg, welches von Volker Finke betreut wurde, waren Spieler wie Jörg Schmadtke, Jens Todt und auch der spätere BVB-Spieler Jörg Heinrich aktiv.

Die Freiburger hatten in der Vorsaison überraschend den UEFA-Cup erreicht. In der Spielzeit 1995/96 reichte es dann, auch aufgrund der Doppelbelastung, zu Platz elf. Ein Jahr später mussten die Breisgauer allerdings den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Harry Decheiver erzielte aber immerhin noch sechs Tore in 19 Begegnungen. Seine gute Torbilanz in der Bundesliga veranlasste Borussia Dortmund, den Stürmer zu kaufen. Für einen damals nicht unwesentlichen Betrag von 2,8 Millionen Euro.

Nur acht Bundesligaspiele für den BVB

Der Revierclub war in dieser Zeit eine der Top-Adressen des europäischen Fußballs. BVB-Manager Michael Meier hatte in Dortmund eine Ansammlung von Stars geschaffen. Mit Welt- und Europameistern wie Stefan Reuter, Jürgen Kohler oder Matthias Sammer. Trainiert wurde dieses Spitzenteam von Ottmar Hitzfeld, der jedoch 1997, nach sechs intensiven Jahren, seinen Trainerstuhl zur Verfügung stellte. Die Dortmunder erlebten nach dem Gewinn der Champions League 1997 eine Zäsur.

Der BVB hatte alles erreicht. Nun sollte der international erfahrene Nevio Scala die Borussia zum Erfolg führen. Allerdings musste der Revierclub die Abgänge von Mittelfeldmann Paulo Sousa und Paul Lambert verkraften. Zudem wurde Karl-Heinz Riedle nach vier Jahren abgegeben. Für ihn sollte nun Harry Decheiver für die notwendigen Tore sorgen. Ihm zur Seite standen Heiko Herrlich und BVB-Dauerbrenner Stéphane Chapuisat. Doch die Dortmunder sollten mit Platz zehn eine fast rabenschwarze Saison 1997/98 erleben. Zudem war in der Champions League im Halbfinale Endstation. Harry Decheiver konnte das in ihn gesetzte Vertrauen nicht zurückzahlen, denn der Niederländer hatte mit Verletzungen zu kämpfen. So bestritt er in seinen zwei BVB-Jahren lediglich acht Bundesligaspiele. Doch zumindest darf sich der Stürmer Weltpokalsieger nennen. Diese Trophäe konnte die Borussia im Dezember 1997 gewinnen. Harry Decheiver wurde im Finale gegen Cruzeiro Belo Horizonte in der 75. Minute für Stéphane Chapuisat eingewechselt.

Aber eine langwierige Hüftverletzung veranlasste den Niederländer schließlich 1999 seine Karriere zu beenden. Mit gerade einmal 28 Jahren.

Nach seiner aktiven Zeit betrieb Harry Decheiver eine Videothek und er war für eine Firma im Bereich Personalmanagement tätig. Ab dem Jahr 2005 zog es ihn jedoch wieder zum Fußball. Mittlerweile ist der ehemalige Profi Co-Trainer beim niederländischen Erstligisten Go Ahead Eagles, einem Verein, der in seiner Heimatstadt Deventer beheimatet ist.

Zurückblicken kann Harry Decheiver auf 261 Ligaspiele, die er in den Niederlanden und in Deutschland bestritten hat. Immerhin hat er in diesen Partien 105 Tore geschossen. Doch die BVB-Fans hätten sich einen erfolgreicheren Harry Decheiver bei ihrem Verein gewünscht.

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