Luca Reggiani ist derzeit einer der spannendsten Talente im Nachwuchs- und Profibereich von Borussia Dortmund. Der 18-Jahre junge Italiener verkörpert genau den Typ Spieler, den der BVB in den letzten Jahren immer wieder erfolgreich entwickelt hat. Doch dürfen Medien und Fans den Rohdiamanten wirklich schon mit BVB-Legende Mats Hummels vergleichen? (Bild: IMAGO / STEINSIEK.CH)
Geboren am 9. Januar 2008 in Modena, begann Reggianis fußballerischer Weg beim Serie D-Ligisten Castelvetro Calcio, bevor er 2016 in die renommierte Jugendakademie der US Sassuolo wechselte. Dort durchlief er die meisten Jugendstationen, bis Borussia Dortmund im Februar 2024 zuschlug und den damals 16-Jährigen für eine vergleichsweise moderate Ablöse in die U17 transferierte. Der Wechsel nach Dortmund markierte den entscheidenden Sprung in eine der besten Nachwuchsschmieden Europas.
Mit 1,94 m Körpergröße bringt Reggiani bereits die ideale Physis für einen modernen Innenverteidiger mit. Sein Spielstil wird häufig mit dem von Mats Hummels verglichen – ein großes Kompliment in Dortmund. Er ist rechtsfuß, technisch stark , sehr ballsicher, verfügt über exzellente Passgenauigkeit (oft über 85–90 % in der Bundesliga-Saison 2025/26) und ist im Luftduell eine echte Waffe. Trainer und Scouts loben vor allem seine Ruhe am Ball und seine Fähigkeit, auch unter Druck saubere Lösungen zu finden.
Jüngster italienischer Torschütze der Geschichte
Sein Durchbruch bei den Profis kam schneller als bei vielen erwartet. Im Februar 2026 feierte er gegen Wolfsburg sein Bundesliga-Debüt, eingewechselt für Maximilian Beier. Beim 4:0 gegen Mainz machte er kurz darauf sein Heimdebüt im Signal Iduna Park. Nur etwa einen Monat später, am 14. März 2026 gegen den FC Augsburg, schrieb er Geschichte: Per Kopfball nach einer Ecke erzielte der 18-Jährige seinen ersten Treffer für die Profis – und wurde damit zum jüngsten italienischen Torschützen in der Bundesliga-Geschichte.
Nach dem Tor jubelte Reggiani ausgelassen und rannte zu seinem italienischen Teamkollegen und Freund Samuele Inacio, um den Moment gemeinsam zu feiern. Auf Instagram schrieb er später emotional:
„Ich habe keine Worte um diesen Moment zu beschreiben, ich bin sehr glücklich mein erstes Bundesliga-Tor in diesen Farben erzielt zu haben. HEJA @bvb09 🖤💛“
In einem Statement nach dem Augsburg-Spiel sagte er:
„Verrückt! Ich konnte es nicht glauben, dass der Ball ins Tor fiel. Ich kann dieses Gefühl nicht beschreiben. Überragend! Vor einem Monat gab ich noch mein Debüt, dann die Champions League, und jetzt mein erstes Tor. Ich bin sehr glücklich wie es gerade für mich läuft. Danke an den Klub.“
Trainer Niko Kovac zeigte sich begeistert und gratulierte dem Youngster humorvoll, dass er sich nun Donuts verdient habe.
Luca Reggiani (18) SCORES his FIRST senior career goal today for Dortmund. What a special moment for him. Samuele Inacio joins him in celebration💙⚽️
— AzzurriXtra🇮🇹 (@XtraAzzurri) March 14, 2026
pic.twitter.com/xfYtsAkpj5
Vergleich mit Hummels
Luca Reggiani wird bei Borussia Dortmund seit seinem Wechsel und besonders seit seinen ersten Profieinsätzen häufig mit Mats Hummels verglichen – ein Vergleich, der in Dortmund natürlich besonders viel Gewicht hat. Hummels, die langjährige BVB-Legende und Inbegriff des modernen, ballsicheren Innenverteidigers, gilt als Blaupause für genau den Spielertyp, den der Verein in den letzten 10–15 Jahren immer wieder sucht und fördert.
Beide sind groß gewachsen (Hummels ca. 1,91 m/ Reggiani 1,94 m) und bringen eine imposante Präsenz mit. Im Luftduell sind sie dominant – Reggiani gewann bei seinem Tordebüt gegen Augsburg (März 2026) alle seine Luftduelle, was sofort an Hummels’ Stärke bei Standards erinnerte.
Der Kern des Vergleichs liegt jedoch eher am Umgang mit dem runden Leder: Beide sind extrem ballsicher und passstark. Reggiani zeigt bereits in der Bundesliga und Champions League eine Passquote von oft über 85 %, auch unter Druck. Er sucht aktiv die Tiefe mit vertikalen Pässen und traut sich, aus der Abwehr im eleganten Stil heraus zu dribbeln – genau wie Hummels es in seinen besten Jahren tat.
Waffen bei ruhenden Bällen
Beide strahlen unter hohem Pressing eine außergewöhnliche Ruhe aus. Reggiani wurde nach seinem CL-Start gegen Atalanta (mit Clean Sheet) für seine Reife gelobt – Niko Kovac sagte: „Der Junge ist gerade einmal 18, spielt erstmals CL. […] Das war eine sehr reife Leistung.“ Hummels war jahrelang für genau diese Abgeklärtheit bekannt, auch in großen Spielen.
Reggianis erstes Profitor war ein Kopfball nach Ecke – ein Szenario, in dem Hummels unzählige Male traf (Bundesliga-Rekord bei Innenverteidigern). Beide sind bei ruhenden Bällen eine echte Waffe. Trotz der vielen Parallelen ist klar: Reggiani ist erst 18 und steht erst am Anfang. Hummels hatte bei vergleichbarem Alter bereits mehr Profierfahrung, war aber defensiv noch nicht so dominant wie in seiner Prime.
Hummels war in seiner Prime physisch extrem präsent und gewann oft Duelle durch Antizipation und Timing. Reggiani ist hier noch in der Entwicklung – er ist sehr sauber im Tackling, verliert aber gelegentlich Zweikämpfe durch jugendliche Leichtsinnigkeit. Seine Stärke liegt aktuell mehr im positionsbedingten Verteidigen und Lesen des Spiels.
Fazit
Sportdirektor Sebastian Kehl betonte, dass Reggiani in kürzester Zeit einen riesigen Sprung gemacht habe und man bereits seit Wochen über eine langfristige Verlängerung spreche (aktueller Vertrag bis 2027).
Mit erst 18 Jahren hat Luca Reggiani bereits in Bundesliga, Champions League und der UEFA Youth League gespielt. Seine Schnelligkeit im Aufbauspiel, die Zweikampfstärke und die Fähigkeit, Standards zu veredeln, machen ihn zu einem Rohdiamanten mit sehr hohem Potenzial. Dortmund setzt bei ihm – genau wie bei Schlotterbeck, Anton oder Süle zuvor – auf kontinuierliche Entwicklung statt auf sofortigen Stammplatzdruck.
Wenn Reggiani seine Entwicklung so fortsetzt – ruhige Auftritte in CL & Bundesliga, weitere Tore per Kopf, hohe Passgenauigkeit –, könnte er in 3–5 Jahren tatsächlich in die Fußstapfen von Hummels treten: als Leader der Abwehr, Dirigent von hinten und Identifikationsfigur. Aktuell ist es ein sehr schmeichelhafter, aber berechtigter Vergleich auf Potenzial-Ebene. Die BVB-Fans träumen trotzdem bereits davon, dass der nächste „Hummels“ schon in ihren Reihen ist.



