Louey Ben Farhat sorgt momentan mit seinen Toren für den Karlsruher SC für eine Menge Furore in der zweithöchsten deutschen Spielklasse, so dass der gebürtige Schwabe in den Fokus zahlreicher Bundesligisten geraten ist. Vor allem der BVB und Bayer Leverkusen sollen am meisten um das Toptalent buhlen. Doch was macht die beiden Erstligisten so heiß auf das Juwel? (Bild: IMAGO / DeFodi Images)
Louey Ben Farhat ist derzeit einer der aufregendsten Namen im deutschen Unterhaus. Der 19-Jährige (geboren am 19. Juli 2006 in Waiblingen bei Stuttgart) spielt als hängende Spitze für den Karlsruher SC und hat sich in der Saison 2025/26 mit 7 Scorerpunkten zum echten Durchbruchskandidaten entwickelt.
Mit tunesischen Wurzeln und deutschem Pass verkörpert er den klassischen „Integrationsspieler“ – nur dass sein Weg nicht durch die großen Akademien von Bayern oder Dortmund, sondern über die Provinz direkt in den Profifußball führte und er sich für Tunesiens A-Nationalmannschaft entschieden hat.
Louey Ben Farhat — injured, but still one of 2. Bundesliga’s top talents! 🇹🇳
— 𝙁𝙪𝙩𝙪𝙧𝙚 𝘽𝙖𝙡𝙡𝙚𝙧𝙨 ❄️ (@FBallerscout) October 12, 2025
… showed what he is capable of with 2 G/A in 3 matches!
CF-CAM
Karlsruher SC
19Y
➥ good pace ( effective for counter att.)
➥ playmaker & finisher
➥ good in tight spaces
➥ agility & work rate
➥… pic.twitter.com/0EaoaGU9jM
Werdegang: Vom FSV Waiblingen zum KSC-Talent
Ben Farhats Karriere begann 2013 beim FSV Waiblingen, dem Verein seiner Heimatstadt. Über die Stuttgarter Kickers (2021/22) landete er 2022 mit 16 Jahren in der KSC-Jugend. Dort durchlief er die U17 und U19 mit beeindruckender Effizienz, bevor er im Sommer 2024 den Sprung in den Profikader schaffte. Bereits im Januar 2025 unterschrieb er einen langfristigen Vertrag bis 2029 – mit einer Verlängerungsoption, die der Verein kürzlich nutzte.
Die Saison 2025/26 lief zunächst holprig: Eine Mittelfußverletzung (Metatarsalbruch) bremste ihn aus. Seit seiner Rückkehr jedoch explodiert er förmlich. In rund 13 Einsätzen in der 2. Bundesliga stehen fünf Tore und zwei Vorlagen zu Buche – eine Quote, die Scouts europaweit aufhorchen lässt. KSC-Sportdirektor Timon Pauls hat bereits bestätigt, dass Vertreter von Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen, Eintracht Frankfurt und sogar Bayern München vor Ort waren. Der Marktwert liegt laut Transfermarkt bei etwa 7,5 Millionen Euro; intern soll KSC ihn sogar mit bis zu 12 Millionen bewerten.
„Das war bislang eine überragende Zeit, das hat soviel Spaß gemacht. Das gibt mir richtig Lust auf das nächste und die weiteren Jahre im Profifußball", freut sich das KSC-Juwel über seine eigene Entwicklung, lässt aber auch Lob für seine Mitspieler da.
„Wir haben eine Hammer-Mannschaft, mit so Hammer-Leuten kann man gar nicht die Fassung verlieren. Die weisen dich immer darauf hin, wo du herkommst. Das ist das Wichtigste, immer zu wissen, wo du herkommst.“
Spielerprofil erinnert an Marco Reus
Mit 1,75 m ist Ben Farhat kein klassischer Strafraumstürmer, sondern ein beweglicher, spiel- und technisch starker zweiter Stürmer. Er ist mit dem Rechten sehr schussstark, hat einen tiefen Schwerpunkt und ist im Dribbling auf engen Räumen nur schwer zu stoppen.
Über seinen tiefen Schwerpunkt hinaus besitzt er einen explosiven Antritt, mit welchem er allein schon die Gegner in Turbulenzen bringt und damit für den KSC gefährliche Situationen schafft. Zudem ist er ein echter Pressingspieler, der aktiv mit anläuft und dabei intensive Läufe abspult.
Dank seiner herausragenden Spielintelligenz belebt er das Offensivspiel seines Teams mit sehr smarten Pässen über sämtliche Distanzen, egal ob über kurz oder lang. Vor allem wenn er auf der Außenbahn auftaucht, sollte der Gegner alarmiert sein, da seine Flanken mit höchster Präzision in den Strafraum segeln!
Seine Abschlussstärke aus der Distanz und im Strafraum kombiniert mit tödlichen Laufwegen haben ihm in der laufenden Saison bereits fünf Tore und zwei Assists in nur 13 Partien eingebracht. Besonders durch Sololäufe und überraschende Abschlüsse schockierte er die Schlussmänner der 2. Bundesliga, und erinnert daher etwas an BVB-Legende Marco Reus.
Schwächen
Genau wie der ehemalige deutsche Nationalspieler fehlt ihm noch die physische Robustheit, vor allem in der Luft, wo er aufgrund seiner Größe von 1,75 m und seines geringen Gewichts oft unterlegen ist. Auch seine Abstimmung in Bezug auf die Abseitsfalle des Gegners und die Konstanz über volle 90 Minuten sind noch ausbaufähig.
Dafür bringt er ein extrem hohes Tempo, gute Abschlussstärke und eine bemerkenswerte Spielintelligenz mit. In der KSC-Offensive ist er der dynamische Faktor: Er zieht zwischen die Linien, kombiniert eng mit den Außenspielern und sucht immer den direkten Weg zum Tor. Videos von seinen Dribblings und Toren kursieren bereits unter dem Hashtag „ThePerfectTalent“ – und der Hype ist nicht übertrieben.
Auch Leverkusen soll sich ganz konkrete Informationen über Louey Ben Farhat (19,HS) eingeholt haben.
— UBK (@UBK__official) March 16, 2026
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Passt er zu Dortmund oder Leverkusen?
Ja – und zwar mit Abstrichen zu beiden. Bei Borussia Dortmund würde Ben Farhat perfekt in das Profil junger, hungriger Talente passen, die der BVB traditionell fördert. Seine Pressingbereitschaft, Schnelligkeit und die Fähigkeit, in chaotischen Szenen zu glänzen, kämen dem intensiven, vertikalen Spiel von Nico Kovac entgegen. Dortmund sucht genau solche „Explosiv-Typen“, die sofort Druck machen und gleichzeitig stark im Umschaltspiel sind. Zudem ist er die Doppelspitze durch seine Rolle beim KSC schon gewohnt.
Bei Bayer Leverkusen müsste er sich eher anpassen, da Trainer Kasper Hjulmand nur mit einem Stürmer agiert, wenngleich Ben Farhat in Karlsruhe auch schon als falscher Neuner abliefern konnte. Hjulmand gilt jedoch als taktisch flexibler Trainer der auch den Mensch hinter dem Fußballer sieht und das System an seine Spieler anpasst.
Daher ist es denkbar, dass er entweder auf Doppelspitze umbaut, aber noch wahrscheinlicher eine andere Rolle für das Offensivwunder im Kopf hat. Dementsprechend könnte der Däne Ben Farhat auf die Zehn packen, die er nicht als klassischer Spielmacher interpretiert, sondern mit klugem Kurzpassspiel und Dribblings auf engem Raum ausfüllt. Auch die Außenbahn wäre dank seiner Schnelligkeit, Flanken- und Dribbelstärke denkbar.
Fazit:
Louey Ben Farhat ist kein Rohdiamant mehr, sondern ein polierter Edelstein mit klarem Bundesliga-Potenzial. Daher ist es sehr unwahrscheinlich, dass er noch ein weiteres Jahr beim Karlsruher Sportclub verweilen wird, so sehr die Fans ihn ins Herz geschlossen haben.
Bei diesen Leistungen könnte er im Sommer mit Tunesien bei der WM landen, nachdem er den Afrika verletzungsbedingt absagen musste:
„Es gab die eine oder andere Einladung jetzt zum Afrika Cup und zu einem Lehrgang oder Testspielen mit der A-Nationalmannschaft. Wir hatten einen guten Austausch mit dem Verein und mit der Nationalmannschaft, aber es hätte einfach keinen Sinn gemacht, weil ich nicht bei 100 Prozent bin und ich mir mit dem Afrika Cup selbst ein Bein stellen würde. […] Aber klar, es wäre ein Kindheitstraum, der in Erfüllung gehen würde, wenn ich für Tunesien bei der WM auflaufen darf.“
Die Anfragen aus Dortmund und Leverkusen zeigen: Die ganz Großen haben ihn längst auf dem Zettel und durch eine starke WM könnte der Hype um ihn weiter steigen. Daher sollten alle Interessenten den Deal so schnell wie möglich unter Dach und Fach bringen. Denn Louey Ben Farhat könnte nach Sami Allagui oder Änis Ben-Hatira der nächste (noch größere) tunesisch-deutsche Shootingstar im deutschen Oberhaus werden.



