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Ein Boniface mit Verspätung für Werder? | Das ist Kenny Quetant (19)

Ein Boniface mit Verspätung für Werder? | Das ist Kenny Quetant (19)

Kenny Quetant ist noch keine 20 Jahre alt, doch der Franzose hat sich in dieser Saison bereits einen Namen in der Ligue 1 gemacht. Der 1,89 Meter große Mittelstürmer des AC Le Havre steht kurz vor einem Wechsel zum SV Werder Bremen – ablösefrei und mit der Aussicht auf einen Vierjahresvertrag. Doch warum schenken die Werderaner dem Youngster so viel Vertrauen? (Bild: IMAGO / PsnewZ)

Vom Pariser Vorort zu Le Havre

Geboren am 17. Juli 2006 in Paris, begann Quetants Fußballkarriere bei US Torcy. 2020 wechselte der damals 14-Jährige in die Jugendakademie des AC Le Havre in der Normandie. Dort durchlief er alle Stationen, debütierte 2023 in der B-Mannschaft (National 3) und schaffte in der Saison 2025/26 den Sprung zu den Profis.

Sein erster Start im Profi-Trikot gelang ihm am 21. Dezember 2025 im „Coupe de France“ gegen Amiens (0:2-Niederlage). Nur zwei Wochen später, am 4. Januar 2026, schrieb er dann Geschichte: Beim 2:1-Sieg gegen Angers erzielte Quetant sein erstes Ligue-1-Tor – als vierjüngster Torschütze Le Havres im 21. Jahrhundert!

Bis Mitte März 2026 kam er auf neun Ligue-1-Einsätze (vier von Beginn) und einen Treffer sowie einen Pokalauftritt. Insgesamt stehen 372 Minuten Profifußball zu Buche – bescheiden, aber beeindruckend für einen 19-Jährigen in seiner ersten Saison.

Quetant lehnte alle Angebote für einen ersten Profivertrag von Le Havre ab. Le-Havre-Präsident Jean-Michel Roussier, der die Verhandlungen für seinen ersten Profivertrag geführt hatte, zeigte sich sichtlich enttäuscht:

„Wir sind auf viele Forderungen seines Berater eingegangen. Und jedes Mal, wenn wir dachten, zu einer Einigung zu kommen, gab es neue Forderungen. Also Stop. Es gab eine klare Absicht, dass es nicht zustande kommen soll!“

Sein Vertrag läuft am 30. Juni 2026 aus – die perfekte Gelegenheit für einen ablösefreien Wechsel. Werder Bremen hat sich gegen die Konkurrenz wie den SC Freiburg durchgesetzt. Laut übereinstimmenden Berichten stehen konkrete Gespräche kurz vor dem Abschluss; ein Medizincheck in Bremen gilt als Formsache.

Spielerprofil - Physischer Zielspieler mit Entwicklungspotenzial

Kenny Quetant verkörpert den Prototyp des physischen Zielstürmers, der durch seine imposante Statur von 1,89 Metern und seine athletische Präsenz im Strafraum auffällt. Er gewinnt Luftduelle mit bemerkenswerter Regelmäßigkeit, hält Bälle geschickt für seine Mitspieler fest und bringt eine natürliche Präsenz mit, die gegnerische Abwehrreihen unter Druck setzt.

Sein rechter Fuß dient ihm als zuverlässiges Werkzeug für direkte Abschlüsse, und er zeigt bereits in jungen Jahren die Fähigkeit, sich durchzusetzen, wenn es um zweite Bälle oder robuste Zweikämpfe geht. Diese Attribute machen ihn zu einem Spieler, der Räume schafft und als Anker in der Offensive fungieren kann – Eigenschaften, die in der Bundesliga besonders gefragt sind, wo physische Robustheit oft den Unterschied ausmacht.

Das kombiniert mit einer guten Technik und der Fähigkeit Bälle schnell zu verarbeiten um unmittelbar den Abschluss zu suchen, welcher bei ihm im Jugendsektor (12 Tore in 27 U19-Partien) gleichermaßen zielgenau war, machen ihn zu einem enorm spannenden Talent, dem man den ganz großen Sprung im Profifußball zutraut.

Die Baustellen

Gleichzeitig offenbart seine noch junge Karriere klare Entwicklungsfelder. Mit nur einer Handvoll Profieinsätzen mangelt es ihm bisher an der letzten Konsequenz vor dem Tor; seine Abschlüsse wirken manchmal noch etwas roh, und die Effizienz bei der Verwertung von Chancen auf Profiniveau lässt Raum für Verbesserung.

Technisch solide wenn es um den schnellen Abschluss geht, fehlt ihm jedoch die filigrane Eleganz oder die Explosivität eines reinen Dribblers, was ihn auf engen Räumen gelegentlich limitiert.

Auch sein Passspiel zeigt mit einer Genauigkeit um die 59 Prozent noch deutliche Defizite, besonders bei progressiven oder riskanten Zuspielen in die Tiefe. Die geringe Erfahrung auf höchstem Niveau spiegelt sich zudem in einer gewissen Anfälligkeit für Ballverluste wider, wenn der Druck zunimmt.

Insgesamt überwiegt bei Quetant das Rohpotenzial deutlich. Er ist kein fertiger Bundesliga-Stürmer, sondern ein Talent, das durch gezieltes Training an seiner Abschlussstärke, seiner Spielintelligenz und seiner Anpassung an das höhere Tempo noch reifen kann. Für Werder Bremen könnte genau das der Reiz sein: ein Rohdiamant, der unter professioneller Anleitung und mit mehr Spielpraxis zu einem verlässlichen Faktor in der Offensive werden könnte.

Potenzial für Werder Bremen? Ja – aber mit klarem Entwicklungsplan!

Für Werder Bremen passt Kenny Quetant perfekt ins Profil. Die Bremer setzen seit Jahren auf junge, hungrige Talente, die sie günstig holen und langfristig entwickeln. Als ablösefreier Sommerneuzugang wäre er keine große Investition, sondern eine Investition in die Zukunft. Hinter den etablierten Stürmern könnte er als Rotationsspieler und Perspektivkandidat reifen – ähnlich wie andere junge Angreifer, die bei Werder den nächsten Schritt gemacht haben.

Das Potenzial ist eindeutig da: Mit 19 Jahren hat er bereits Ligue-1-Luft geschnuppert, ein Tor erzielt und zeigt die physischen Voraussetzungen für die Bundesliga. In Bremen könnte er unter einem Trainer Daniel Thioune, der auf Entwicklung setzt, explodieren. Risiken gibt es natürlich – die Umstellung von der technisch orientierten Ligue 1 auf das Tempo und die Zweikampfstärke der Bundesliga ist kein Spaziergang.

Doch Quetant wirkt reif für den nächsten Schritt. Wenn der Medizincheck und die Unterschrift klappen, könnte Werder im Sommer einen wahren Rohdiamanten an Land gezogen haben, der in zwei bis drei Jahren nicht nur ein fester Bestandteil der Offensive, sondern der physische Mittelstürmer ist, den eigentlich Victor Boniface für die Norddeutschen darstellen sollte.

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