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Darum jagt ihn Juventus | Djed Spence (25) im Porträt

Darum jagt ihn Juventus | Djed Spence (25) im Porträt

Die alte Dame soll mit Djed Spence (25) einen neuen Außenverteidiger für den Sommer ins Visier genommen haben. Der englische Nationalspieler hat sich in den letzten Jahren nach einigen frustrierenden Leihstationen zu einer der besten Akteure der Premiere League gemausert. Wie italienische Medien berichten soll die alte Dame gute Chancen besitzen den ehemaligen Italien-Legionär verpflichten zu können. Doch was macht ihn aus und würde er zum italienischen Rekordmeister passen? (Bild: IMAGO / Focus Images)

Djed Spence hat in den letzten Jahren eine der beeindruckendsten Karrierewenden im modernen Fußball hingelegt. Vom talentierten, aber lange unterschätzten Talent bei Nottingham Forest und Middlesbrough über frustrierende Leihstationen und wenig Spielzeit bei Tottenham Hotspur bis hin zum Stammspieler, Europa-League-Gewinner und englischer Nationalspieler – Spence verkörpert den klassischen Underdog-Weg.

Nach seinem Durchbruch bei Nottingham Forest in der Championship-Saison 2021/22 (wo er maßgeblich am Aufstieg beteiligt war) verpflichtete Tottenham 2022 den gebürtigen Londoner für rund 15 Millionen Euro. Doch unter Antonio Conte blieb der Durchbruch aus. Spence selbst reflektierte später offen in einem Interview mit Rio Ferdinand:

„Ich habe dem Trainer, Spielern und der Umgebung bei den Spurs zu viel Respekt entgegengebracht. […] Dieser Mann (Conte) war mit nichts zufrieden.“

Der Satz über Conte („That man wasn’t happy about anything“) zeigt, wie sehr die starre Hierarchie und mangelnde Wertschätzung den jungen Engländer zunächst lähmten und seine Entwicklung ins Stocken brachten.

Wende in der Serie A

Es folgten Leihen zu Rennes, Leeds United und – entscheidend – Genoa in der Serie A (Januar bis Juni 2024), wo er unter anderem mit dem heutigen Juventus-Sportdirektor Marco Ottolini (46) zusammenarbeitete. Diese 16 Serie-A-Partien waren der Wendepunkt für das damalige Talent: Spence kehrte physisch robuster, taktisch reifer und vor allem mit neuem Selbstvertrauen zurück auf die Insel.

Seit der Saison 2024/25 gehört er bei Tottenham zu den Konstanten. In der abgelaufenen Spielzeit absolvierte er 35 Pflichtspiele (inklusive 4 in der Europa League), schoss 2 Tore und bereitete 2 vor – und trug als Einwechselspieler sogar zum Europa-League-Triumph gegen Manchester United bei. In der aktuellen Saison 2025/26 hat er bereits 22 Premier-League-Einsätze (über 1.690 Minuten), 4 gelbe Karten und einen soliden Performance Score um 6,6–6,8 gesammelt.

Im August 2025 verlängerte er seinen Vertrag bis 2029 und feierte im September 2025 sein Debüt in der A-Nationalmannschaft (eingewechselt beim 5:0 gegen Serbien in der WM-Quali). Harry Kane überreichte ihm die Kappe – ein emotionaler Moment.

Ein defensives Zweikampf-Ungeheuer

Djed Spence hat sich in den letzten Jahren zu einem der athletischsten und vielseitigsten Außenverteidiger der Premier League entwickelt. Seine taktischen Stärken liegen vor allem in den 1-gegen-1-Duellen, der physischen Präsenz und einer zunehmend ausgereiften Balance zwischen Offensive und Defensive – Eigenschaften, die ihn besonders in intensiven Systemen wertvoll machen.

Spence gilt als einer der besten defensiven Zweikämpfer in direkten Duellen. In der Saison 2024/25 (die als Referenz für seine Entwicklung dient) gewann er laut Opta-Analysen 71,2 % seiner echten 1-gegen-1-Situationen, was ihn unter allen Verteidigern mit mindestens 1.000 Einsatzminuten auf Platz 11 katapultierte – und das vor den meisten anderen Außenverteidigern.

Nur wenige Fullbacks (wie Aaron Wan-Bissaka oder Tyrick Mitchell) lagen vor ihm. Er wurde in 25 Premier-League-Spielen nur siebenmal ausgespielt – eine extrem niedrige Zahl für seine Position! Seine Stärken wie die explosive Beschleunigung, ein gutes Timing beim Tackling und hohe Aggressivität ohne übermäßiges Foulspiel, machen den Engländer zu einem wahren Verteidigungsbiest.

Die ehemalige Genova-Leihgabe ist dank seiner ca. 184 cm physisch enorm robust, besitzt eine starke Grundathletik, und gewinnt überdurchschnittlich viele Zweikämpfe am Boden und in der Luft. Selbst wenn der Gegner ihn isoliert und anpresst strahlt er Sicherheit aus, was Nationaltrainer Thomas Tuchel ebenfalls beeindruckt haben muss.

Vom Flügelstürmer zum Außenverteidiger

Mit dem Ball ist Spence explosiv und direkt. Er versucht pro 90 Minuten durchschnittlich 3,6 Dribblings und ist in 1,9 der Versuche erfolgreich – Höchstwerte unter allen Verteidigern mit relevanter Spielzeit. Er liebt es, Tempo aufzunehmen, Gegner stehenzulassen und dann entweder selbst abzuschließen oder flach/halbhoch in den Strafraum zu flanken.

In Systemen mit hoher Intensität (wie unter Postecoglou/Frank bei Spurs) nutzt er seine Schnelligkeit für schnelle Umschaltmomente. Er ist kein „klassischer Abwehrspieler” mit vielen Pässen ins Zentrum, sondern ein Spieler, der Breite und Geschwindigkeit bringt – ideal für Konter oder schnelle Flankenläufe.

Spence hat sich taktisch enorm weiterentwickelt. Früher (bei Forest 2021/22) war er fast reiner Flügelstürmer mit hoher Risikobereitschaft; inzwischen positioniert er sich disziplinierter, invertiert gelegentlich (je nach Traineranweisung) und versteht besser, wann er hochschiebt und wann er sich zurückfallen lässt. Er kann beide Seiten spielen (rechts bevorzugt, links solide) und passt in 4-3-3-, 4-2-3-1- oder sogar 3-4-3-Systeme. Dank seines sehr starken Dribbling und sicherem Passspiel (kurz und direkt) kann er auch problemlos offensive Aufgaben meistern.

Baustellen

Bei all den beeindruckenden Stärken gibt es auch noch Baustellen, an denen unser Protagonist arbeiten muss. Seine Entscheidungen sind manchmal noch verbesserungswürdig. In riskanten Zonen oder Phasen des Spiels verliert er den Ball durch unnötige Dribblings und bringt damit das ganze Team in Gefahr. Aus diesen Situationen muss er noch lernen um ein noch ballsicherer Spieler zu werden. Zudem geht ihm hin und wieder die Konzentration ab, so dass er in Ballbesitzphasen mit technischen Fehlern und leichtsinnigen Fehlpässen den Gegner wieder ins Spiel kommen lässt.

Zusammengefasst machen seine taktischen Stärken Spence zu einem modernen, hybriden Außenverteidiger: defensiv extrem zuverlässig, offensiv ein echter Bedrohungsfaktor durch Tempo und Direktheit, und mit der Fähigkeit, in hochintensiven Spielen 90 Minuten lang zu arbeiten. Er ist kein Ballverteiler à la Trent Alexander-Arnold, sondern ein Athlet, der Duelle gewinnt und Räume schafft – perfekt für Teams, die gegen ballbesitzstarke Gegner kontern wollen.

Warum passt Djed Spence so gut zu Juventus?

Juventus sucht seit Monaten nach Stabilität und Dynamik auf den Außenverteidiger-Positionen. Die Berichte aus Italien (allen voran der Gazzetta dello Sport) nennen Spence als Prioritätsziel für den Sommer 2026 – mit einer potenziellen Ablöse um die 26–30 Millionen Euro. Die Argumente liegen auf der Hand:

Der mittlerweile 25-jährige Rechtsverteidiger hat bereits Serie-A-Erfahrung. Seine starke Halbserie bei Genoa 2024 hat gezeigt, dass er den italienischen Fußball adaptiert hat und versteht - robuste Zweikämpfe, taktische Disziplin und hohe Intensität. Juves Sportdirektor Marco Ottolini kennt Spence aus gemeinsamer Zeit in Genua und war maßgeblich an der Leihe beteiligt. Das schafft Vertrauen und könnte die Verhandlungen mit dem Spieler deutlich erleichtern.

Darüber hinaus gefällt das Profil des englischen Nationalspielers: Juventus sucht einen athletischen, defensiv sicheren Rechtsverteidiger, der auch nach vorne explosiv ist und 1-gegen-1-Duelle liebt. Spence bringt genau das mit: starke Flankenläufe, gutes Timing in der Rückwärtsbewegung und zunehmende Konstanz. Lediglich gegen sehr starke Teams wie beispielsweise Arsenal oder PSG, offenbarte er sehr schwache Leistungen. Er ist vielseitig (kann auch links verteidigen) und mit 25 Jahren im besten Alter für eine langfristige Investition.

Spence hat bewiesen, dass er die richtige Mentalität mitbringt - Rückschläge wegstecken und sich steigern kann. Genau nach dieser Resilienz suchen die Juve-Verantwortlichen, um die Siegermentalität wieder zu generieren, die ihnen seit 2-3 Jahren verloren gegangen ist.

Spence selbst formulierte seinen Antrieb 2025 so: „Ich will mehr spielen, konstant sein, mehr Spiele gewinnen.“ Und nach seinem England-Debüt und der Vertragsverlängerung sagte er: „Es war eine Achterbahnfahrt. Ich bin jedoch überglücklich mit allem.“

Für Juventus könnte Spence genau der Baustein sein, der die rechte Seite wieder zu einer echten Waffe macht – günstiger als viele Alternativen, mit Italien-Vorerfahrung und einem hungrigen Spieler, der noch viel Entwicklungspotenzial hat. Die Bianconeri beobachten ihn intensiv. Es wäre keine Überraschung, wenn im Sommer 2026 der nächste Karriereschritt von London nach Turin führen würde.

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