Nachdem Johan Bakyoko letzte Saison den Durchbruch bei PSV geschafft hat, ist der Flügelstürmer ins Visier der europäischen Spitzenklubs geraten. Vereine aus der Bundesliga, aber auch aus anderen Topligen sollen unter anderem hinter dem 21-jährigen Belgier her sein. Schauen wir uns an, warum dieser Youngster so begehrt ist und was er den Mannschaften bringen kann. (Bild: IMAGO / MB Media Solutions)
Johan Bakayoko ist ein Rechtsaußen, der für den PSV in der niederländischen Eredivisie spielt. Der 21-jährige Belgier entwickelte sich in den Jugendakademien von OH Leuven, Club Brugge, KV Mechelen und RSC Anderlecht, bevor er sich der Jugend der PSV Eindhoven anschloss. Nach einigen Jahren in der Akademie des PSV gab Bakayoko 2022 sein Debüt in der ersten Mannschaft.
Dort performte er trotz der Verpflichtung von Lozano so gut, dass sogar Clubs aus der Premier League um seine Unterschrift buhlten. Er wurde mit einem 40-Millionen-Euro-Wechsel zu Brentford in Verbindung gebracht, hat diesen aber angeblich am letzten Tag des Transferfensters ausgeschlagen. Auch Nationaltrainer Domenico Tedesco blieb die Entwicklung des damals 20-jährigen nicht verborgen und berief ihn schon früh in die Nationalmannschaft.
Noa Lang, Johan Bakayoko and Ryan Flamingo pulled out the coldest celebration so far in 2025 and it's not even close 🥶🥶🥶
— ESPN FC (@ESPNFC) February 20, 2025
AURA 🫳 pic.twitter.com/qQUsaN7M7x
Bakayoko beeindruckt gegen Arsenal
Auch außerhalb der Eredivisie wusste unser Youngster zu überzeugen. Gerade im Rückspiel gegen Arsenal (1:1) im Rahmen der Champions League. Bakayoko zeigte gegen die Gunners eine beeindruckende Leistung, indem er mit seinen Dribblings für Gefahr sorgte, gefährliche Flanken aus dem Halbfeld schlug und aus der Distanz Kanonenkugeln abfeuerte, während er mit seinem energischen Pressing einen Fehler des Gegners nach dem anderen erzwang.
Einer der Gründe, warum dieser junge Spieler die Aufmerksamkeit großer Klubs auf sich zieht, ist sein Drang und Mut, die gegnerischen Verteidiger anzulaufen. Bakayoko kommt auf durchschnittlich 6,29 progressive Läufe pro 90 Minuten, wobei die meisten seiner Läufe darauf abzielen, in den gegnerischen Strafraum einzudringen.
Der Youngster nimmt es gerne mit den Verteidigern auf und versucht rund 9,8 Dribblings pro 90 Minuten. Quasi jedes zweite seiner Dribblings gewinnt er dabei. Er verfügt über sehr gute Richtungswechsel und ist in der Lage, aufgrund seiner guten Balance und Fußarbeit an seinem Gegner vorbeizugleiten.
Der flinke Bulldozer
Bakayokos direkter Zug zum Tor konnte immer wieder die gegnerische Abwehrreihe durchbrechen und den Torhüter aus der Ruhe bringen. Der junge Belgier ist in der Lage, unter Druck den Ball mit einem guten ersten Kontakt schnell zu verarbeiten, und ist dabei mehr als selbstbewusst genug, um sich an einer Vielzahl von Gegnern vorbei zu spitzeln, was ihn gerade bei einem Konter sehr gefährlich macht.
Johan Bakayoko ist 1,79 m groß, sehr muskulös und kräftig gebaut für einen Flügelspieler. Er ist sehr stark in physischen Duellen und weiß sich daher wie ein Bulldozer körperlich durchzusetzen, bleibt dabei aber geschmeidig und flink. Bakayoko ist über weite Strecken schnell, vor allem auf den ersten Metern ist er explosiv und nur sehr schwer für den Gegner zu fassen, so dass er den Abwehrspielern immer etwas voraus ist in seiner Bewegung.
🚨 Newcastle are planning a €40m summer bid for PSV Eindhoven's 21-year-old forward Johan Bakayoko.
— Transfer News Live (@DeadlineDayLive) February 11, 2025
(Source: Tuttosport) pic.twitter.com/5JHUqPiS7v
Perfekt für Teams die hoch pressen
Bakayoko ist ein sehr aktiver Pressingspieler und zwingt dabei den Gegner zu Fehlern. In gerade mal 23 Ligaspielen konnte der junge Belgier 46 Bälle wiedererobern, was unterstreicht wie stark er im hohen Pressing sein kann. Diese hohe Rückgewinnungsquote wird gerade von Spitzenvereinen geschätzt, da solche Teams oftmals den Gegner hoch anpressen.
Bakayoko sorgt bei PSV fast immer für Breite und lässt sich bei Ballbesitz tief fallen, wodurch er den gegnerischen Linksverteidiger aus dessen Position zieht und Raum für seine Mitspieler schafft. Seine erste Ballberührung unter Druck ist mit dem linken Fuß solide, aber mit dem rechten schwachen Fuß verbesserungswürdig. Bakayokos Kurzpassspiel ist in der Regel sicher, aber manchmal neigt er dazu den Fokus zu verlieren und spielt dann einen schlampigen Fehlpass.
Seine Genauigkeit bei langen Pässen ist mit 72,2 Prozent außerordentlich präzise. Die Ausführung seiner Flanken aus dem Halbfeld ist mit 21,5 Prozent Erfolgsquote eher als durchschnittlich zu bewerten. Der belgische Flügelspieler ist dafür ein sehr guter Dribbler, der den körperlichen Kontakt gerne annimmt und meist den Weg in die Mitte sucht um mit seinem starken Linken in „Robben-Manier“ abzuschließen.
Schwächen
Im letzten Drittel zieht er gerne nach innen und sucht schnelle und kurze Kombinationen mit Veerman oder De Jong, bevor er es mit einem Schuss aus der Distanz versucht. Seine Schüsse aus der Distanz haben das Potenzial, sehr gefährlich zu sein, sind jedoch manchmal etwas wild und gehen zur Eckfahne oder in die 4. Etage. Seine Technik, vor allem mit seinem schwachen Fuß, ist ebenfalls ausbaufähig, was ihn für die Gegner in dieser Hinsicht berechenbar macht, da er sich zu sehr auf seinen starken Fuß beschränkt.
Auch an seiner Entscheidungsfindung muss noch gearbeitet werden. Sporadisch schießt er aus fragwürdigen Positionen oder sucht sich in gefährlichen Situationen nicht den richtigen Pass aus, oder verstrickt sich im Dribbling, weil er es mit zu vielen Gegenspielern aufgenommen hat und die Situation vorher falsch eingeschätzt hat.
Bakayoko ist zwar ein aktiver Pressingspieler, aber muss noch an seinem Stellungsspiel gegen den Ball arbeiten, um beispielsweise die Passwege des Gegners besser zustellen zu können. Zudem mag er es wie Rafa Leao nicht immer mit zurückzulaufen, wenn der Gegner einen Konter fährt und er zu weit aufgerückt ist.
🇧🇪🪄 Johan Bakayoko's goal against Liverpool in the Champions League. 🥵 pic.twitter.com/lBEKgEAFWx
— EuroFoot (@eurofootcom) February 3, 2025
Reif für die Topligen?
Die Zeit für den jungen Belgier scheint reif zu sein, um sich in einer der fünf europäischen Topligen zu beweisen. Seit der Saison 2022/23 weiß er zu überzeugen, während er seinen persönlichen Rekord letzte Spielzeit mit 28 Scorerpunkten (14 Tore/14 Assists) feiern konnte. In der aktuellen Spielzeit kann er mit lediglich 13 direkten Torbeteiligungen (10 Tore/3 Vorlagen) nicht mehr an seine Topmarke anknüpfen.
Die Gründe dafür sind vielfältig. Zum einen könnte es daran
liegen, dass er im Fokus zahlreicher Topklubs liegt und sich dadurch zu
viel Druck macht und ihm die Leichtigkeit als Newcomer verloren gegangen
ist.
Zum anderen wurde er von einigen Medien in den Niederlanden zurecht für seinen schwachen Fuß kritisiert, da er mit diesem noch zu große technische Defizite besitzt und für seinen Marktwert von 48 Millionen Euro noch zu inkonstant ist.
Wer bekommt am Ende den Zuschlag?
Teams wie der BVB, RB Leipzig und Juventus Turin sollen zu
den heißesten Interessenten des bulligen Flügelstürmers gehören, jedoch
soll es Newcastle sein, die bereit seien die 40 Millionen für den
Linksfuß auf den Tisch zu legen. Es bleibt also spannend wo es im Sommer
für den belgischen Nationalspieler hingehen wird.
Das Potenzial, welches unser Protagonist mitbringt, könnte ihn zu einem Schlüsselspieler der fünf europäischen Topligen machen - Weltklasse sehe ich allerdings nicht in ihm.