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War die WM 2026 Fluch oder Segen? – Mein Fazit zur Weltmeisterschaft

War die WM 2026 Fluch oder Segen? – Mein Fazit zur Weltmeisterschaft

Manchmal geschehen Dinge und Ereignisse, die muss man auf sich wirken lassen. Es wird eine Nacht drüber geschlafen und dann sieht die Welt wieder etwas rosiger aus. Oder vielleicht auch zwei oder drei Nächte. Im Fall der Weltmeisterschaft 2026 hat auch eine Woche nicht gereicht. (Bild: IMAGO / ZUMA Press Wire)

Als Fußballliebhaber und Gerechtigkeitsfanatiker war die WM in CAN/MEX/USA ein Schlag in die Magengrube. Alle negativen Faktoren, die man um den Fußball herum nicht haben möchte, wurden zelebriert und der Welt gezeigt, wer das Sagen wirklich hat. Für euch haben wir nur einige wenige Ereignisse in Kurzform zusammengefasst.

Die Preise bei der WM 2026

Die Kommerzialisierung des Fußballs schreitet weiter voran und macht auch bei den Tickets keinen Halt. Gruppenphase ab 60 bis 105 Dollar in der Vorrunde Kategorie 4 , bis zu 345 bis 600 Dollar in der Kategorie 1. Im Achtelfinale starteten die Preise bei 170 Dollar und gingen bis auf 890 Dollar hoch. Das Viertelfinale begann bei 410 Dollar und endete bei 1.690 Dollar. Halbfinale 455 bis 2.780 Dollar. Finale 2.030 bis 6.730. Vereinzelt wichen die Preise je nach Stadion auch von den regulären Preisen ab.

Aber damit nicht genug. Wer zum Beispiel in New York mit dem Zug nach New Jersey fahren wollte, musste statt 12 Euro umgerechnet 130 Euro berappen. Schuld daran war die Gouverneurin Mikie Sherrill, die ihrerseits nicht bereit war die Kosten zu übernehmen. Die FIFA wies zwar darauf hin, dass es eine schriftliche Vereinbarung gibt, nachdem die Austragungsorte diese Kosten übernehmen müssen, allerdings hielt sie sich nicht daran. Es wird damit begründet, sie sei nicht bereit dafür, ihre Bürger dafür aufkommen zu lassen.

Schauen wir uns die Bierpreise an, da kann man durchaus zum Wasserfreund werden. Die Preise belaufen sich bei circa 0,5 Liter Bier zwischen 15 und 23 Dollar. In den USA ist man durchaus hohe Preise gewohnt, aber das macht es auch nicht besser. Einzig die Mercedes-Benz Arena in Atlanta hatte verhältnismäßig stabile Preise. Der 83-jährige Besitzer Arthur Blank, seines Zeichen Milliardär und Unternehmer, machte bei der Preistreiberei nicht mit. Dort wurde für einen knappen Liter Wasser weniger als 3,50 Euro fällig und wer einen guten halben Liter Bier genießen wollte, musste rund 7,70 Euro bezahlen.

Ticketpreise wm grafik

Das waren die WM-Ticketpreise in der Übersicht.

"Hier gab es noch nie überhöhte Preise. Wir möchten, dass sich die Menschen hier wie zu Hause fühlen – sicher und geborgen, willkommen, geliebt und respektiert", sagte er gegenüber dem Sportportal "The Athletic". "Diese Dinge stehen nicht zur Diskussion. Das gilt für die Weltmeisterschaft genauso wie für den Super Bowl."

Der Fall des Schiedsrichters aus Somalia

Die Grenzschutzbehörde erklärte ihrerseits, nach einer Routinekontrolle sei festgestellt worden, dass Artan "aufgrund von Bedenken hinsichtlich seiner Sicherheitsüberprüfung nicht einreiseberechtigt" gewesen sei. Somit sei ihm die Einreise verweigert worden, erklärte ein Sprecher der Zoll- und Grenzschutzbehörde am Rande des Turniers.

Dem somalischen WM-Schiedsrichter Omar Artan wurde die Einreise in die USA verweigert. Grund dafür seien Verbindungen „mit mutmaßlichen Mitgliedern terroristischer Organisationen", wie ein Vertreter des US-Außenministeriums gegenüber AFP erklärte.

Der nun von den USA abgewiesene Schiedsrichter Omar Artan ist bei der Ankunft in Somalia begeistert empfangen worden. Am Flughafen der Hauptstadt Mogadischu begrüßten Offizielle sowie mehrere hundert Menschen, die somalische Flaggen schwenkten, den ursprünglich für die Fußball-WM vorgesehenen Schiedsrichter.

Die UEFA hat auf ihre ganz eigene Weise reagiert und den Vertreter aus Somalia als Unparteiischen für den UEFA Super Cup nominiert. Damit stellt sie sich ganz klar auf seine Seite und beanstandet indirekt das US-amerikanische Verfahren und frontet damit auch die FIFA.

Zuschauerausschluss beim Iran

Es war zu befürchten, aber die USA hat ihre strengen Einreisebestimmungen bei den Weltmeisterschaften durchgezogen. Trotz des Versprechens der FIFA für die inklusivste WM der Geschichte zu sorgen, ist genau das Gegenteil eingetreten.

Bei einer Pressekonferenz in New York ziehen Human Rights Watch und die Sport & Rights Alliance gemeinsam mit Vertretenden von Amnesty International USA, Football Supporters Europe und weiteren Organisationen eine vernichtende Bilanz des Turniers. "Das war keine inklusive WM. Viele Fans, insbesondere aus Afrika und Asien, wurden durch die Einreisebestimmungen ausgeschlossen", sagt Ronan Evain, Geschäftsführer von Football Supporters Europe.

Ihm zufolge konnten zahlreiche Fans ihre Nationalmannschaften nicht vor Ort unterstützen. Aufgrund der strikten Vorgaben der US-Regierung galten Einreisebeschränkungen oder Einreiseverbote für Menschen aus WM-Teilnehmerländern, darunter Haiti, der Elfenbeinküste, Iran und Senegal.

In den USA geraten LGBTQ+-Rechte zunehmend unter Druck. So erließ die Trump-Regierung 2025 Verordnungen, die sich gegen Transgender-Personen richteten, darunter bundesweite Beschränkungen in Bezug auf etwa Gesundheitsversorgung und Ausweispflicht.

Die Vergabe der Visa, gerade an Nichteuropäische Fans, ist auf große Kritik gestoßen. Unterstützer der genannten Mannschaften kamen überwiegend aus den USA selber oder waren anderer Herkunft als das unterstützte WM-Team.

Die Verhaltensweise gegenüber dem somalischen Schiedsrichter Omar Artan und die willkürlichen Zuschauerausschlüsse seitens der USA haben nur einen schlichten Hintergrund. Die politische Richtung der Machthaber in den USA zu stützen. Rassismus ausleben, politische Gegner (unter anderem dem Kriegsgegner Iran) schädigen und den milliarden Menschen in der Welt zeigen, wer das Heft des Handels in der Hand hat und was man in Zukunft von solch einem Land erwarten darf.

Der Fall Balogun

Ein weiterer Skandal ist der Fall Balogun. Hat er im Achtelfinale gegen Bosnien und Herzegowina noch die Rote Karte gesehen, wurde am gleichen Tag bei Polymarket eine Wettoption eröffnet. Dort stand zur Frage: Wird Folarin Balogun gegen Belgien spielen? Das ist insbesondere deswegen auffällig, da bei keinem der anderen 14 Profis mit Platzverweis etwas Vergleichbares auf dem Wettmarkt geschah.

Es wird Insiderwissen vermutet und deshalb hat die Group of Copenhagen offiziell eine Anfrage bei der FIFA gestellt und um eine schriftliche Stellungnahme gebeten. Ebenso ist verwunderlich, dass ausgerechnet diese Sperre aufgehoben wurde. Dies geschah alles nach einem bestätigtem Telefonat zwischen Donald Trump und dem FIFA Präsident Infantino.

Die Hydration Break (auch Werbepause genannt)

Ablauf und Regeln

  • Zeitpunkt: Jeweils um die 22. und 67. Spielminute (eine Pause pro Halbzeit).
  • Dauer: 3 Minuten pro Unterbrechung.
  • Wetterunabhängig: Gilt in allen Stadien – selbst unter geschlossenem Dach oder bei Klimaanlage.
  • Nachspielzeit: Die verlorene Zeit wird am Ende jeder Halbzeit komplett nachgespielt.
  • Position: Die Spieler müssen auf dem Spielfeld bleiben

Werbeeinnahmen von circa 250 Millionen US Dollar allein in den USA. Einzelne Spots kosteten bis zu 400.000 US Dollar. Auch in Deutschland wurden 5-stellige Beträge für einen Werbespot aufgerufen.

Gründe und offizielle Begründung der FIFA

  • Hitzeschutz: Schutz der Spieler vor starker sommerlicher Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit in den Austragungsorten.
  • Gleiche Bedingungen: Feste, verpflichtende Unterbrechungen nach rund 22 und 67 Minuten sollen für alle Teams im Turnier einheitliche Verhältnisse schaffen – unabhängig vom konkreten Wetter oder ob ein Stadion klimatisiert ist

Die sogannte Hydration Break ist nicht anderes, als eine weitere Idee, um Geld zu verdienen unter dem Vorwand der Fürsorge. Weltweit wurde eine Milliardensumme dadurch eingenommen. Wer in das Spiel eingreift, um damit noch mehr Mehreinnahmen zu generieren, hat in diesem Sport meiner Ansicht nach nichts zu suchen.

Mein persönliches WM-Fazit
Stephan Fuhrmann

Stephan Fuhrmann

Fußball war und ist immer schon ein Politikum gewesen. Daran kann man leider nicht viel ändern. Es gibt aber Grenzen, die über die Liebe zum Sport hinausgehen und diese wurde bereits mit dem Turnier in Katar erreicht und mit der diesjährigen Weltmeisterschaft auf eine unerwartete Art und Weise nochmals deutlich überschritten.

- Staatsmänner, die in die Hoheit der Rechtsfindung der FIFA eingreifen

- Profitgier, getarnt als Fürsorge

- aktives Eingreifen in die Grundregeln des Spiels (Balogun, Hydration Break, Halbzeitshow Finale usw.)

Wer wurde Weltmeister? Spanien und das auch zurecht. Freue ich mich, dass der Fußball in diesem Finalspiel gesiegt hat? Natürlich. Kann ich über das alles hinwegschauen und sagen, so ist es eben? Nein, nein und nochmals nein!

Wir müssen die Totengräber des Fußballs aus ihren Ämtern heben. Die politischen Machthaber der Länder gleich mit, damit eine solche Weltmeisterschaft wie in den USA hoffentlich nie wieder vorkommt.

Ich möchte den Fußball zurück!

Den Rest könnt ihr behalten.

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