Licht und Schatten in der Hinrunde der Bayern

Licht und Schatten in der Hinrunde der Bayern

Erstmals seit der Saison 2010/11 werden sich die Bayern nicht die Herbstmeisterschaft sichern können. Überhaupt gab es in den letzten 15 Jahren nur eine weitere Hinrunde, die nach Punkten genau so schlecht war. Eben jene Spielzeit 2010/11, als die Münchner nach 17 Spieltagen 29 Punkte auf dem Konto hatten und sich der BVB am Ende zum Deutschen Meister kürte.

Doch die Bayernfans dürfen hoffen, dass es noch zum achten Meistertitel in Serie reicht. Nach den beiden jüngsten Siegen haben sich die Isarstädter auf Platz drei vorgekämpft und den Rückstand auf die Tabellenspitze auf vier Punkte verkürzt.

Guter Saisonstart der Bayern und ein 7:2 bei Tottenham

Nach dem 10. Spieltag, dem 1:5 bei Eintracht Frankfurt, zogen die Klubbosse die Reißleine und entließen Niko Kovac, der einen Großteil der Spieler gegen sich hatte.

Eigentlich war der Rekordmeister gut in die Saison gestartet, mit 14 Punkten aus den ersten sechs Partien, und zum Teil überzeugenden Siegen. Es folgte noch das historische 7:2 bei Tottenham, doch dann befand sich im Spiel der Bayern zunehmend Sand im Getriebe.

Die 1:2-Niederlage gegen Hoffenheim wurde noch als Betriebsunfall gewertet, aber dann folgten ein mageres 2:2 beim FC Augsburg, ein mühsamer 2:1-Erfolg über Union Berlin und die Fast-Blamage im DFB-Pokal beim VfL Bochum.

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Niko Kovac sah sich während seiner gesamten Tätigkeit in München öffentlichem Druck ausgesetzt. Durch einige Medien, aber auch bei vielen Fans war der Kroate nicht wohlgelitten. Zudem gab es Unstimmigkeiten zwischen Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß, ob Niko Kovac der richtige Trainer für den FC Bayern ist.

So hatte der 48-Jährige letztendlich keine Chance und das Kapitel „München“ war nach dem desaströsen 1:5 in Frankfurt für ihn beendet.

Hansi Flick, der vor dieser Saison als Co-Trainer verpflichtet wurde, scheint wohl ein besseres Standing bei Thomas Müller & Co zu haben, denn nach dem Trainerwechsel lief es plötzlich wieder besser.

Die Tendenz stimmt bei den Bayern

Die ersten drei Pflichtspiele unter Hansi Flick gewannen die Bayern mit einem Torverhältnis von 16:0, nachdem es bei Niko Kovac in nahezu jeder Partie mindestens einen Gegentreffer gab.

Zwölf Punkte aus sechs Bundesligaspielen hat Hansi Flick inzwischen geholt. Dass es nicht 18 Zähler sind, liegt daran, dass die Münchner die Partien gegen Leverkusen und Gladbach unglücklich verloren, weil zahlreiche hochkarätige Chancen nicht genutzt wurden.

Doch es gibt auch die „zwei Gesichter“ des FC Bayern. Gegner werden derzeit meist dominiert, doch man kann auch oft einen Leistungsabfall beobachten. Die Gladbacher nutzten das und lieferten den Münchnern einen offenen Schlagabtausch.

Auch Freiburg bot am Mittwoch dem Flick-Team die Stirn. Am Ende setzten sich die Bayern glücklich durch, weil der 18-jährige Joshua Zirkzee in der Nachspielzeit traf.

Doch unter dem Strich tritt der Rekordmeister nach der Kovac-Ära wieder bayern-like auf, was wohl den Bayernvorstand bewegen dürfte, Hansi Flick bis zum Saisonende weiterarbeiten zu lassen. Vielleicht dürfte der 54-Jährige auch ein Glücksfall für die Münchner werden, weil er anscheinend gut mit Stars umgehen und Dinge moderieren kann. Ein wichtiges Kriterium bei den Bayern, das Jupp Heynckes perfekt beherrschte und woran Carlo Ancelotti und Niko Kovac scheiterten.

Die Duelle gegen Chelsea werden wohl über den Saisonverlauf entscheiden

In der DNA der Bayern hat die Champions League einen sehr hohen Stellenwert. In den letzten Jahren gab es in der Königsklasse jedoch einige herbe Enttäuschungen, und auch zum Teil frühe Ausscheiden. Durch Lospech hieß der Gegner im Achtelfinale der letzten Saison Liverpool und das Scheitern gegen das Klopp-Team steckt den Münchnern immer noch in den Kleidern. Davor war jeweils gegen Real Madrid Endstation.

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In der diesjährigen Gruppenphase gab es sechs Siege, doch so richtig einordnen, wo der Bayernkader in der europäischen Spitze steht, kann man sehr schwer. So werden die Duelle mit Chelsea im Februar und März eminent wichtig werden, auch für die Zukunft von Hansi Flick.

Der Ausgang der beiden Achtelfinalpartien könnte zudem über den weiteren Saisonverlauf entscheiden, und auch die Kaderplanung für die kommende Saison beeinflussen. Ein Philippe Coutinho zum Beispiel wird dann unter genauer Beobachtung stehen und zeigen müssen, ob er mehr als 100 Millionen Euro wert ist.

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Doch auf jeden Fall wird es im Sommer einen weiteren Umbruch geben. Der aktuelle Kader wird auch sehr von Verletzungspech geplagt, aber unter dem Strich haben die Münchner in der Bundesligahinrunde viel zu wenig Punkte für ihre Möglichkeiten geholt.

Aber die Tatsache, dass einige Spieler aus der eigenen Jugend kurz vor dem Sprung zu den Profis stehen, dürfte den Bayernverantwortlichen, und auch den Fans, gefallen. Das ist sicherlich auch ein Verdienst von Hansi Flick und ein weiteres Argument für ein längerfristiges Engagement beim Rekordmeister.

Erst einmal steht für die Münchner jedoch der 17. Spieltag der aktuellen Saison an. Gegen den VfL Wolfsburg ist das Flick-Team bei den Wettanbietern der klare Favorit. Bet365 zahlt bei einem Einsatz von 10 Euro lediglich einen Gewinn von 11,30 Euro. Ein Wolfsburger Dreier würde sich mit 170 Euro zu Buche schlagen.

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