Was sich „Fußballfans“ anmaßen

Was sich „Fußballfans“ anmaßen

Die Bilder mit den Hertha-Profis, die ihre Trikots auf Druck einiger ihrer Fans ausziehen mussten, machten am Wochenende medial die Runde. Verantwortliche der Berliner, und nicht wenige Experten, verurteilten diese Aktion. Wieder einmal wurde eine Grenze von einer kleinen Gruppe überschritten, die sich in diesem Fall laut Hertha-Sportdirektor Fredi Bobic „zu viel herausgenommen hat“. (Foto: IMAGO / camera4+)

Die Frage stellt sich nun, was als Nächstes kommt? Wobei es auch schon in der Vergangenheit zu Grenzüberschreitungen kam.

Man denke nur einmal an die Jagdszenen, die in der letzten Saison an der Arena Auf Schalke stattgefunden haben. Die Spieler der Gelsenkirchener wurden damals von einem aufgebrachten Mob bedrängt und durch die Nacht gejagt.

Sicherlich hatten die Schalker Spieler in diesen Augenblicken unglaubliche Angst und mussten um ihre körperliche Unversehrtheit fürchten. Ein absolutes No Go, was sich aber schon ähnlich beim 1. FC Köln abgespielt hat. Oder man denke an aufgebrachte Stuttgarter und Hamburger Fans, als Abstiege „ihres Vereins“ feststanden.

In Erinnerungen geblieben sind auch die Beleidigungen und Schmähungen gegenüber Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp.

Wem gehört der Fußball?

Fußball ist weltweit gesehen die Sportart Nummer 1. Auch in Deutschland. Hierzulande fiebern Millionen Fans mit, wenn in den Bundesligastadien und in Europas Fußballtempeln der Ball rollt.

Doch es bleibt festzuhalten, dass 80-85 Prozent der deutschen Fußballfans Fernsehzuschauer sind. Mehrere hunderttausend strömen am Wochenende in die Stadien. Darunter die Mitglieder der aktiven Fanszenen bzw. der Ultras.

Diese sind für fantastische Choreografien und stimmungsvolle Gesänge bekannt. Dann gibt es die Trittbrettfahrer, die die große Fußballbühne für ihre eigenen Interessen, nutzen. Etwa, um Gewalt zu verbreiten oder einfach nur um ihren Aggressionen freien Lauf zu lassen.

Welches Klientel am Samstag für die skandalöse Trikot-Aktion verantwortlich war, bleibt abzuwarten, doch es kann nicht sein, dass erneut eine verschwindend geringe Minderheit Grenzen überschreitet.

Die Frage darf erlaubt sein, was bei Misserfolgen des eigenen Teams noch alles passieren wird. Werden Spieler zu Hause aufgesucht und bedroht? Auch das hat es schon gegeben. Auch Einflussnahmen in die Vereinspolitik fanden bereits statt.

Hier muss es einen Reinigungsprozess und harte Strafen geben. Denn es kann nicht angehen, dass einigen Wenigen der Fußball gehört. Im Hertha-Beispiel waren am Samstag sicherlich alle Berliner Fans enttäuscht, aber nur ein Bruchteil davon kommt auf die Idee, den eigenen Spielern das Trikot auszuziehen.

Es bleibt nur zu hoffen, dass bei einem Abstieg des Hauptstadtclubs keine weitere solcher Aktionen folgen.

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