Abstiegskampf 2019: Wer muss runter?

Abstiegskampf 2019: Wer muss runter?

Der Auftakt der Bundesliga-Rückrunde steht vor der Tür. Nicht nur an der Tabellenspitze, sondern auch im Bundesliga-Keller geht es nun in die entscheidende Phase - zwei müssen runter! Können Nürnberg und Hannover die rote Laterne noch abgeben? Wer rutscht doch noch unten rein?

1.FC Nürnberg & Hannover 96 (beide 11 Punkte)

11 Punkte zur Hinserie sind erfahrungsgemäß ganz miserable Voraussetzungen, wenn man den direkten Klassenerhalt anpeilt. Demnach dürften in Nürnberg und Hannover spätestens Weihnachten die Alarmglocken angegangen sein. 

Der Club ist mit 38 Gegentoren die Schießbude der Bundesliga, u.a. kassierte man sieben Dinger in Dortmund und sechs Gegentreffer in Leipzig. Dabei verlief der Saisonstart gar nicht so schlecht. In den ersten drei Heimspielen holte man sieben Punkte gegen direkte Konkurrenten. Doch seit September 2018 konnte der FCN kein Spiel mehr gewinnen. Trotzdem verzichtete man bislang auf Wintertransfers. Sportlich wird es ganz schwer für Nürnberg, aus dem Keller rauszukommen.

Bei 96 sieht es ähnlich finster aus, der Streit zwischen den Fans und Martin Kind belastet das Umfeld zusätzlich. Hannover hat vor allem in den Direktduellen gegen Abstiegskandidaten zu wenig Punkte geholt (u.a. Heimniederlagen gegen Augsburg und Düsseldorf). Achtungserfolge wie ein Remis gegen Tabellenführer Dortmund oder ein Punktgewinn in Unterzahl bei Bayer Leverkusen nützen da wenig. Personell sieht es im Sturm ziemlich dünn aus - Hoffnungsträger Füllkrug sowie der schnelle Bebou sind verletzt. Mit Kevin Akpoguma und Nicolai Müller hat 96 jedoch zwei bundesligataugliche Spieler geholt, die den Verein aus dem Keller helfen sollen.

Bemerkenswert ist, dass sowohl in Nürnberg als auch bei den Niedersachsen die Cheftrainer volles Vertrauen vom Verein bekommen und ihre Posten trotz der sportlich schwachen Phase vorerst gesichert sind. Köllner und Breitenreiter sind beide seit März 2017 im Amt.

VFB Stuttgart (14 Punkte)

Den Relegationsplatz belegt zurzeit der VFB Stuttgart. Im Sommer äußerte der Klub noch das internationale Geschäft als Ziel. Das Team besitzt mit Spielern wie Pavard, welcher mit Frankreich Weltmeister wurde, eigentlich genug Qualität, um im gesicherten Mittelfeld zu landen. Anfang Oktober musste Trainer Korkut als zwischenzeitlich Letzter dann den Hut ziehen, unter dem neuen Coach Weinziel lief es zunächst ebenfalls schlecht. Doch der Trend der Schwaben ist, wenn auch nur leicht, aufwärts. Im Dezember sind immerhin zwei Siege gegen Augsburg und Berlin zu verbuchen. Im Winter gab es mit Steven Zuber einen starken Neuzugang, der die Offensive aufwirbeln soll. Die Vorraussetzungen sind geschaffen, den direkten Klassenerhalt zu schaffen. 

FC Augsburg (15 Punkte)

Vor einigen Wochen hätte keiner geglaubt, dass der FC Augsburg nochmal ganz tief in den Abstiegskampf verwickelt wird. Aus den letzten acht Partien holte der FCA jedoch mickrige drei Punkte und ist nur noch einen Punkt vom Relegationsplatz entfernt. Den Augsburgern wird auch zum Beginn der Rückrunde Martin Hinteregger, eine wichtige Defensivkraft, fehlen. Transfertechnisch gab es nur einen Neuzugang auf der Torhüterposition: Gregor Kobel, Leihgabe aus Hoffenheim. Um den Abwärtstrend zu stoppen benötigt der FCA gegen Düsseldorf einen Heimsieg zum Rückrundenstart. Ansonsten wird es nicht weniger unruhig werden...

Wer rutscht noch rein?

Vor der Saison galt Fortuna Düsseldorf als Abstiegskandidat Nummer 1. Das Team hat den geringsten Marktwert aller Bundesliga-Klubs. Dennoch schaffte es der erfahrene Trainer Friedhelm Funkel, 18 Punkte zu holen, womit die Fortuna vorerst ein Polster auf die Abstiegsränge hat. Der Kampfgeist der Düsseldorfer ist ein zentraler Faktor, der am Ende für den Klassenerhalt entscheidend sein kann. 

Ebenfalls 18 Zähler auf dem Konto hat Schalke 04, was für den Champions League-Achtelfinalist enttäuschend ist. Die Qualität im Team ist zu hoch, um ins Unterhaus zu geraten. Doch aller Voraussicht nach wird es eine durchwachsene Saison für die Schalker. 

Jedes Jahr zählen Mainz und Freiburg auch zu den Top-Abstiegskandidaten. Doch Jahr für Jahr belehren sie die Bundesliga eines Besseren. Christian Streich, der mit Herzblut hinter seinem SC steht, schafft es immer wieder eine solide Truppe zu formen. Freiburg zehrt auch von seiner überragenden Jugendarbeit und Ausbildung, auch wenn die großen Talente meist nach ein oder zwei Jahren von größeren Klubs abgeworben werden. Mit 21 Punkten steht Freiburg, genau wie Mainz 05, im sicheren Mittelfeld. Beide Teams müssen jetzt nur noch ihre Hausaufgaben machen, um sich auf ein weiteres Jahr erstklassigen Fußball freuen zu dürfen.

Beitrag teilen:

Artikel kommentieren