LänderspielFuchs

DFB-Elf noch lange nicht am Ziel

Gemischte Gefühle nach dem Länderspiel-Wochenende für die deutsche Nationalmannschaft: Nach der bitteren Pleite gegen die Niederlande konnte man immerhin den bitter nötigen Auswärtssieg in Nordirland einfahren. Die Chancen auf die Qualifikation zur EM stehen gut, allerdings ist noch viel Luft nach oben.

Patzer in der Defensive

Mit sechs Gegentreffern stellt Deutschland nur die drittbeste Abwehr in Gruppe C der EM-Qualifikation. Vor allem die vier Gegentreffer gegen die Holländer am Freitagabend taten weh. Zweimal sah Jonathan Tah unglücklich aus, doch vor allem beim 1:2 der Niederländer muss der Ball besser aus dem Sechzehner geklärt werden. Die beiden späten Tore der Niederlande waren natürlich überragend herausgespielt, dennoch waren die deutschen Verteidiger immer einen Schritt zu spät und liefen letztendlich nur hinterher. Vor dem Spiel gegen Nordirland stellte Löw dann auf eine Viererkette mit Halstenberg auf links für den verletzten Schulz um. Zwar konnte Neuer in Belfast die weiße Weste bewahren, doch ganz so souverän wirkte die Defensive nicht. Ein gefährlicher Querpass von Toni Kross in Richtung eigenen Strafraum ermöglichte den Gastgebern in der Anfangsphase beinahe die Führung. Im zweiten Durchgang lassen sich gleich mehrere Verteidiger vom eingewechselten Whyte über links abschütteln und haben Glück, dass Dallas den Ball knapp am Kasten vorbei setzt. Diese Aussetzer gilt es unbedingt zu vermeiden, vor allem in wichtigen Spielen bei großen Turnieren können solche Szenen spielentscheidend sein.

Nicht abgezockt genug

Die deutsche Auswahl erlebte nach dem WM-Desaster eine Verjüngung, sodass viele Spieler natürlich erst einmal Erfahrungen sammeln müssen. Dennoch hätte man aus taktischer Sicht gegen die Niederländer cleverer agieren können. Das 1:1 kam doch etwas überraschend, umso mehr Unruhe kam jedoch mit dem direkt folgenden Doppelwechsel von Löw auf: Mit Werner und Reus nimmt er gleich zwei Angreifer aus dem Spiel und wirft neben Gündogan noch den jungen Kai Havertz als Hoffnungsträger in die Partie. Während die DFB-Elf in Halbzeit 1 noch geduldig verteidigte und kompakt stand verfiel die Mannschaft nach dem Ausgleichstreffer zunehmend in Hektik. Knapp 20 Minuten vor Schluss bekommt man dann einen Elfmeter geschenkt, welchen Kross verwandelt. Hier hätte man erkennen müssen, dass man mit dem Unentschieden gut bedient ist und die nötige Ruhe ins Spiel bringen muss. Stattdessen verliert man in einer chaotischen Schlussphase mit 2:4.

Lichtblicke in der Offensive

Mit Serge Gnabry und Timo Werner verfügt Löw über zwei schnelle Stürmer, die sowohl im Zentrum als auch auf den Flügeln agieren können. Vor allem Gnabry präsentiert sich derzeit eiskalt bei der Nationalmannschaft. Allgemein ist zu erkennen, dass die DFB-Elf wieder mehr klare Torchancen erspielt. 17 Treffer aus 5 Quali-Spielen ist eine ordentliche Quote. Dennoch lässt sich an der Effizienz noch einiges tun. Gegen die Niederlande hatte man nach der Pause gleich mehrere hochkarätige Chancen, in denen man das Spiel hätte klar machen können. Und auch in Nordirland waren mehr als zwei Tore drin. Vor allem Timo Werner scheiterte zweimal an Keeper Peacook-Farrell. Trotzdem waren wieder gute und vor allem schnelle Vorstöße zu beobachten, durch welche u.a. Serge Gnabry sowohl gegen die Niederlande als auch in Nordirland zum Torerfolg kam.

In den drei ausstehenden Qualifikationsspielen wird die deutsche Nationalmannschaft wohl die EM-Teilnahme perfekt machen. Die Gegner aus Nordirland, Estland und Weißrussland sind allerdings keine echten Gradmesser.

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Länderspielpause: Ausblick auf die Top-Spiele der EM-Quali

Von Donnerstag bis Dienstag stehen Spieltag 5 und 6 der Qualifikation für die Euro 2020 an. Insgesamt 55 Nationen kämpfen in zehn Gruppen jeweils um die ersten beiden Plätze und damit die Tickets zur Europameisterschaft. Während die Spanier, Engländer und Belgier in ihren Gruppen auf dem Durchmarsch sind, stehen andere Top-Nationen vor dem Doppelspieltag unter Druck. Hier ein Ausblick auf die brisantesten Duelle der Länderspielpause:

Irland - Schweiz

Die Iren führen mit 10 Punkten aus vier Spielen Gruppe D an und sind im eigenen Stadion heiß, die Schweizer auf Distanz zu halten. Unter Trainer Mick McCarthy, der seit November 2018 im Amt ist, haben die Kicker von der grünen Insel noch kein Spiel verloren. Die Schweizer, die als Favorit auf den Gruppensieg in die Quali gestartet sind, müssen am Donnerstag in Dublin beweisen, dass sie dieser Rolle gerecht werden. Aufgrund des Final-Four-Turnier der Nations League, an dem die Schweiz teilnahm, konnte die "Nati" erst zwei Quali-Spiele bestreiten, aus welchen sie vier Punkte holte. Das Team von Vladimir Petkovic ist also dazu verdonnert, im Hexenkessel von Dublin zu punkten, um den Anschluss zu wahren. Dabei müssen sie allerdings auf Offensivmann Xherdan Shaqiri sowie Abwehr-Routinier Stephan Lichtsteiner verzichten. Im Parallelspiel wird Dänemark (5 Punkte aus drei Spielen) aller Voraussicht nach drei Punkte aus Gibraltar einfahren und Platz 2 verteidigen.

Deutschland - Niederlande

Das Duell zwischen der DFB-Auswahl und der Elftal ist immer ein prestigeträchtiges Kräftemessen. Doch vor der Partie am Freitagabend in Hamburg stehen vor allem die Holländer unter Druck. Wie die Schweiz hat die Niederlande erst zwei Partien absolviert: Ein Heimsieg gegen Weißrussland und die 2:3-Pleite gegen Deutschland. Deshalb steht Oranje aktuell nur auf Rang 3 und sollte sich keine weitere Niederlage gegen Deutschland leisten. Die Auswahl von Joachim Löw kann dagegen mit zwei Siegen gegen die Direkt-Konkurrenten Holland und Nordirland einen großen Schritt in Richtung EM 2020 machen. Am Montagabend geht es für die DFB-Elf nach Belfast. Die Nordiren konnten ihre ersten vier Qualifikationsspiele allesamt gewinnen, allerdings erwarten sie noch jeweils zwei Partien gegen Deutschland und die Niederlande.

Slowakei - Kroatien

Die Begegnung zwischen der Slowakei und Kroatien am Freitag wird zum echten Showdown: Noch führt Ungarn Gruppe E mit 9 Punkten an, allerdings haben die Ungarn ein Spiel mehr als die anderen vier Länder bestritten. Der Sieger des Duells zwischen der Slowakei und Vizeweltmeister Kroatien würde mit Ungarn gleichziehen. Während die Slowaken aus dem Vollen schöpfen können, muss Kroatien verletzungsbedingt die Ausfälle von Kramaric, Kovacic und Vrsaljko verkraften. Zudem leidet Kroatien an einer Auswärtsschwäche: Nach der WM 2018 konnte das Team von Zlatko Dalic kein Auswärtsspiel mehr gewinnen. Die Slowakei kann also an diesem Wochenende Big Points machen: Nach dem Kroatien-Spiel misst man sich in Budapest mit dem aktuellen Tabellenführer Ungarn.

Serbien - Portugal

Mit zwei Unentschieden startete Portugal, der amtierende Europameister, eher dürftig in die Qualifikation. Am Samstagabend geht es für Ronaldo und Co. ausgerechnet ins "Marakana", der Hexenkessel Belgrads, wo sie eine hitzige Atmosphäre und eine kämpferisch starke Mannschaft erwartet. Die Mannschaft um Luka Jovic konnte bereits im Hinspiel in Lissabon den Portugiesen ein 1:1 abluchsen. Fakt ist jedoch, dass ein erneutes Remis keinem der beiden Länder wirklich was bringen würde. Denn dann könnte die Ukraine, die mit 10 Punkten Gruppe B anführt, ihren Vorsprung mit einem Sieg in Litauen ausbauen. Auch wenn derzeit Luxemburg aufgrund der höheren Anzahl gespielter Partien Zweiter ist, sieht es wohl nach einem Zweikampf zwischen Serbien und Portugal um Platz 2 aus. Das anstehende Spiel in Belgrad könnte wegweisend für den Ausgang der Qualifikation sein.

Polen - Österreich

In der Sechsergruppe G stehen die Polen mit 12 Punkten und 8:0 Toren souverän an der Spitze. Österreich dagegen muss um Platz 2 zittern. Mit nur 6 Zählern liegen die Ösis einen Punkt hinter Israel. Mit 5 Punkten ist Slowenien auch noch mit im Rennen um Platz 2 dabei. Die Slowenen treffen allerdings am Freitag auf Tabellenführer Polen, zeitgleich kann Österreich zuhause gegen Lettland einen wichtigen Dreier perfekt machen. Denn am Montag kommt es dann in Warschau zum Showdown. Mit einem Auswärtssieg würde das Team von Franco Foda die Gruppe nochmal durchrütteln. Lewandowski und Co. reicht theoretisch ein Unentschieden, um Österreich auf Distanz zu halten. Für die Ösis wird es vor allem spannend zu beobachten, was Israel in den Spielen gegen Nordmazedonien und Slowenien anrichtet.


Die Spiele der EM-Qualifikation gibt es live auf DAZN zu sehen, die Deutschlandspiele werden zudem von RTL übertragen.

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Champions League-Gruppen: So steht es um die deutschen Teams

Die 32 Teilnehmer der UEFA Champions League wurden am Donnerstagabend in Nyon in die acht Gruppen gelost. Mit Bayern München, Borussia Dortmund, RB Leipzig und Bayer Leverkusen sind vier deutsche Mannschaften vertreten.

Bayern bekommt Finalisten

Der Rekordmeister ist das einzige deutsche Team aus Lostopf 1 und konnte somit vergleichsweise entspannt der Auslosung entgegen sehen. Doch das Los "Tottenham Hotspur" ist keineswegs ein Leichtes. Die Spurs spielten sich vergangene Saison sogar bis ins Finale. In Gruppe B läuft vermutlich alles auf ein Duell zwischen den Bayern und Tottenham um den Gruppensieg hinaus. Roter Stern Belgrad, was ebenfalls in der Gruppe der Münchner ist, präsentierte sich letzte Saison in der Königsklasse durchaus heimstark und kämpferisch engagiert, zählt aber wie Olympiakos Piräus zu den Außenseitern. Mit Olympiakos machten die Bayern bereits vor vier Jahren ebenfalls in der CL-Gruppenphase Bekanntschaft. Damals gab es ein 3:0- und 4:0-Erfolg über den Griechen.

Dortmund und Leverkusen mit Todesgruppen

Die zwei Teams aus dem Ruhrpott haben in ihren Gruppen jeweils zwei Hammer erwischt. Der BVB darf sich auf zwei Duelle gegen den großen FC Barcelona freuen. Des Weiteren wird man auf Inter Mailand treffen. Von den drei Schwergewichten können letztendlich nur zwei ins Achtelfinale. Doch selbst Barca, das vermeintlich stärkste Team der Gruppe F, darf sich nicht ausruhen. In der Liga verlief der Start etwas holprig und die Clubs aus Dortmund oder Mailand können ihnen auf jeden Fall im eigenen Stadion etwas abverlangen. Krasser Außenseiter der BVB-Gruppe ist Slavia Prag, was sich in den Play-Offs gegen Cluj durchsetzte.

Auch die Werkself aus Leverkusen hat ein ordentliches Stück Arbeit vor sich, wenn sie mindestens zwei Mannschaften hinter sich lassen wollen. Zu Bayer 04 gesellen sich Juventus Turin inklusive CR7 sowie Atletico Madrid - zwei Vereine, die sich seit Jahren nach dem Henkelpott sehnen. Komplettiert wird Gruppe D vom russischen Vizemeister Lokomotive Moskau.

RB Leipzig in ausgeglichener Gruppe

Von der Besetzung her könnte Gruppe G auch eine Europa League Gruppe darstellen: Zenit St. Petersburg, Benfica Lissabon, Olympique Lyon und RB Leipzig sind zweifelsohne starke Teams. Doch man vermisst den ganz großen Namen. Während Top-Klubs wie Real Madrid oder auch Borussia Dortmund in Lostopf 2 zugeordnet wurden, stellt Zenit St. Petersburg als russischer Meister einen Gruppenkopf dar. Ob Zenit dieser Rolle auch gerecht werden kann, wird sich zeigen. Auf jeden Fall findet sich RB in einer Gruppe wieder, in der alles passieren kann. Der Traum vom Achtelfinale ist für die Roten Bullen keineswegs abwegig. Der Schwesternklub aus Salzburg, welcher es nach jahrelangen Bemühen nun auch in die Champions League geschafft hat, hat mit Titelverteidiger Liverpool und dem SSC Neapel ein deutlich schwereres Programm erwischt.

Am 17. September geht die Gruppenphase der Champions League los und die Fans in Europa können es kaum abwarten, wieder Königsklassen-Fußball zu sehen. Was die Bundesligisten betrifft, dürfen sich alle vier Mannschaften Hoffnungen auf das Weiterkommen machen. Am schwersten könnte es jedoch für Bayer Leverkusen werden, welche sich in der Todesgruppe mit Turin, Madrid und Moskau behaupten müssen. Doch zumindest der Einzug in die Europa League über Platz 3 in der CL-Gruppe sollte für die Leverkusener drin sein.

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Schluss mit "Schwarz und Weiß" - Fans sollen neue DFB-Torhymne wählen!

Seit dem Sommermärchen 2006 ertönte jedes Mal "Schwarz und Weiß" von Oliver Pocher, wenn die deutsche Nationalmannschaft im eigenen Stadion traf. Nun will der DFB eine neue Torhymne finden und lässt dabei die Fans mitbestimmen.

Zwölf Jahre "Schwarz und Weiß"

Über die WM 2006 hinaus etablierte sich der eingängige, wenn auch etwas seichte Song von Oliver Pocher als Hymne der DFB-Elf. Bei dem glorreichen Erfolg bei der WM 2014 erklang der Track nach dem gewonnen Finale im Maracana-Stadion. Doch nun ist es offenbar Zeit für frischen Wind. Bereits in den Nations League-Heimspielen vor einem halben Jahr wurde "Schwarz und Weiß" von Mark Forsters Hit "Chöre" als Tormusik ersetzt. Doch dass "Chöre" das neue Torlied der deutschen Nationalmannschaft ist, ist auch noch nicht fix. Denn der DFB hat jetzt ein Voting ins Leben gerufen, bei denen Fans für ihren persönlichen Favoriten abstimmen können. Auf der Liste der möglichen Torhymnen befindet sich auch "Chöre" von Mark Forster. Pocher seinerseits nimmt die Abschaffung seiner Hymne als Torlied gelassenen und freut sich, zwölf Jahre ein Teil der Geschichte der Nationalmannschaft gewesen zu sein.

14 mögliche Tracks zur Auswahl

Intern wurde in mehreren Verfahren durch eine Jury eine Vorauswahl getroffen, nun sind die 14 Kandidaten öffentlich und auf der Website des DFB einsehbar. Musikalisch ist das Teilnehmerfeld ein buntes Potpourri. Von Queen über AC/DC bis hin zu einem Auszug aus der Oper Aida ist einiges dabei. An zeitgemäßen Jingles befinden sich sowohl deutsch- als auch englischsprachige Pop-Hits in der Auswahl, welche jedoch teilweise etwas an Emotion und Euphorie vermissen lassen oder schlicht zu seicht sind. Auch die Latino-Nummern von Shakira und Ricky Martin mögen "catchy" sein, als Tormusik der deutschen Nationalmannschaft sind sie dann doch wohl eher ungeeignet. Die Abstimmung ist noch bis zum 2. September, 12:00 Uhr geöffnet. Hier geht es zur Abstimmung auf der DFB-Website: https://www.dfb.de/news/detail...

Bereits über 10.000 Personen haben ihre Stimme abgegeben. Nach Beendigen der Abstimmung ist auch der aktuelle Zwischenstand einzusehen.

Electro-Nummer gilt als Favorit

Aus dem sehr vielfältigen Teilnehmerfeld sticht ein Jingle heraus: Der Song "Kernkraft 400" von Zombie Nation ist geprägt von einer Synthesizer-Melodie, die dem einen oder anderen bekannt vorkommen könnte. "Kernkraft 400" ist nämlich bereits als Tormusik im Einsatz - und zwar bei Austria Wien. In der Vorauswahl wurden Torhymnen ausgeschlossen, die bereits in der ersten oder zweiten Bundesliga verwendet werden. Nun kann es sein, dass bei künftigen Deutschland-Toren der Jingle aus der österreichischen Bundesliga gespielt wird. Stand Sonntag, dem 25. August, führt "Kernkraft 400" mit rund 19% aller Stimmen. Die größten Verfolger sind derzeit "Thunderstruck" von AC/DC mit knapp 14% Stimmenanteil sowie "Chöre" von Mark Forster mit gut 11% Stimmenanteil.

Eine Woche ist also noch Zeit, eine geeignete Torhymne zu finden. Denn am 6. September empfängt die Truppe von Jogi Löw die Holländer in Hamburg im Rahmen der EM-Qualifikation. Nach Möglichkeit soll der neu auserkorene Tor-Tingle dann natürlich möglichst oft zu hören sein.

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Bundesliga-Auftakt: Tops und Flops vom 1. Spieltag

Am Wochenende ging die neue Bundesliga-Saison endlich los und sorgte bereits für einige Überraschungen. Hier die Tops und Flops des ersten Spieltages:

Tops:

Hertha BSC Berlin

Die Hauptstädter galten in München als klarer Außenseiter, zumal die Bayern die letzten sieben Jahre immer das Eröffnungsspiel im eigenen Stadion für sich entscheiden konnten. Auch wenn der Ausgleich von Lukebakio aus dem nichts kam, nutzte die Hertha eine Schwächephase der Bayern perfekt aus. Letztendlich verhinderte ein Strafstoß die Sensation, doch auch das Unentschieden in München ist sicherlich ein guter Auftakt für den neuen Trainer Ante Covic. Nächste Woche gilt es gegen Wolfsburg zu beweisen, dass der Auswärtserfolg keine Eintagsfliege war.

Borussia Dortmund

Trotz dem frühen Rückstand gegen Augsburg ließ sich der BVB nicht beirren und sendet mit fünf Treffern ein starkes Signal an die Liga. Gerade nach dem ersten Schwächeln der Bayern soll es dieses Jahr mit dem Titel endlich klappen. Beim 5:1-Sieg trafen mit Reus, Sancho, Brandt und Alcacer (Doppelpack) vier verschiedene Spieler. Die Bandbreite in Dortmunds Offensive ist enorm und wird noch einige Gegner vor große Probleme stellen.

Fortuna Düsseldorf

Die Fortuna hat am erfahrenen Erfolgstrainer der vergangenen Saison, Friedhelm Funkel, festgehalten und das hat sich direkt ausgezahlt. Beim ersten Spiel beim Europa-Aspiranten Werder Bremen agiert Düsseldorf bissig und effizient. Trotz Vorteilen für Werder kann die Truppe von Funkel den ersten Dreier eintüten und somit für eine Überraschung sorgen. Die Düsseldorfer wollen auch im zweiten Jahr Bundesliga nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben.

Tore

6 Hütten in Dortmund, 5 Treffer in Leverkusen - ganze 30 Tore sind am ersten Spieltag gefallen, das sind ca. 3,3 im Schnitt pro Spiel. Ein guter Wert, letztes Jahr lag der Tore-pro-Spiel-Schnitt bei 3,1. Die bislang torreichste Saison der Bundesliga-Geschichte war die Spielzeit 1983/84 mit fast 3,6 Toren pro Spiel.


Flops:

FC Bayern

Ein 2:2 zuhause gegen Berlin ist sicherlich zu wenig für den Rekordmeister. In der Defensive war man zweimal unkonzentriert und wurde eiskalt bestraft. Nach vorne musste ein Strafstoß zum Ausgleich her. Zwar dominierten die Bayern wie so oft die Partie im eigenen Stadion und hatten das eine oder andere Mal Pech, doch insgesamt fehlte oftmals der letzte, entscheidende Pass oder Abschluss auf das Tor. Für die Mannschaft von Niko Kovac geht es am Samstagabend auf Schalke weiter, wo sie bereits unter Ergebnisdruck stehen.

Die Aufsteiger

Alle drei Aufsteiger mussten am ersten Spieltag eine Niederlage verkraften. Jedoch schlugen sich die Männer aus Paderborn nicht schlecht in Leverkusen (3:2) und auch Köln ging in Wolfsburg nicht unter (2:1). Besonders bitter verlief der Auftakt für Union Berlin. Gegen RB Leipzig konnten die Eisernen trotz erstklassigem Support ihrer Fans nichts ausrichten (0:4). Mit den Leipzigern stand Union allerdings auch eine Champions League-Mannschaft gegenüber.

VAR

Zugegeben, um den Videobeweis war es zum Beginn der neuen Bundesliga-Saison relativ ruhig und einiges lief gut, wie etwa die Elfmeter-Entscheidung nach dem Ziehen von Grujic an Lewandowski. Doch ausgerechnet der 1.FC Köln wurde von den Video-Assistenten in Köln im Stich gelassen, als Wolfsburgs Abwehrmann Guilavogui den Kölner Drexler im Sechzehner klar am Fuß trifft. Für solche Situationen wurde der VAR ins Leben gerufen, hier greift er jedoch nicht ein und bringt die Kölner um einen Elfmeter.

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Bundesliga 2019/20: Wer wird Meister, wer steigt ab?

Am Freitag ist es endlich soweit, die 57. Ausgabe der Bundesliga wird mit der Partie des FC Bayern gegen die Hertha aus Berlin eröffnet. Seit 2013 ging die Schale immer nach München; steht nach sieben Jahren FCB-Dominanz ein Führungswechsel an? Und für wen könnte es in Richtung Liga 2 gehen?

Dreikampf um die Meisterschale?

Seit Jahren versucht Borussia Dortmund, die Bayern vom Thron zu stoßen. Letztes Jahr sah es sogar lange nach einem Machtwechsel aus, am Ende zog die Borussia doch wieder den Kürzeren. Dieses Jahr hat man bereits ordentlich investiert: Mit Neuzugängen wie Mats Hummels, Nico Schulz oder Julian Brandt verfügt der BVB über hochklassige Spieler und Talente. Die Abgänge von Spielern wie Abdou Diallo oder Maximilian Philipp sind da verkraftbar, zumal die beiden Spieler über 50 Millionen Ablöse in die Kasse spülten. Das Team um Favre will dieses Jahr die Bayern nicht nur ärgern, sondern an ihnen vorbeiziehen. Gefallen lassen wird sich der FCB das nicht, auch wenn sie auf dem Transfermarkt noch nicht ganz so aktiv waren wie die Konkurrenz aus Dortmund. Mit Hernandez und Pavard ist die Verteidigung definitiv verstärkt. Doch nach dem Abschied von "Robbery" muss adäquater Offensiv-Ersatz her. Ein tatsächlicher Wechsel von Leroy Sané wäre eine Kampfansage, jedoch könnte der 23-Jährige aufgrund seiner Verletzung noch Monate ausfallen. Als Alternativen stehen aktuell Ivan Perisic von Inter Mailand und auch Timo Werner von RB Leipzig im Raum.

Apropos Leipzig: Während viele nur das Duell zwischen Bayern und Dortmund betrachten, könnten die Sachsen der lachende Dritte werden. Seit drei Jahren ist RB Leipzig in der Bundesliga. Letztes Jahr fehlten 14 Punkte auf die Spitze. Für die Saison 2019/20 darf man gespannt sein, wie die Bullen mit dem neuen Coach Nagelspann agieren. Mit einem Altersschnitt von ca. 23 Jahren sind die Leipziger die jungen Wilden der Liga. Womöglich fehlt ihnen die Erfahrung und die Konstanz, um die Spitze zu erobern. Doch immerhin stellte RB Leipzig in der vergangenen Saison die beste Verteidigung der Liga.

Internationale Plätze: Ein Dutzend Anwärter

Bayer Leverkusen ist zurück in der Königsklasse, Borussia Mönchengladbach spielt seit zwei Jahren wieder in der Europa League. Die daraus resultierende Dreifachbelastung erfordert einen breiten Kader und langen Atem. Auch Wolfsburg und Frankfurt befinden sich derzeit auf einem Höhenflug. Doch fraglich ist, ob diese Mannschaften das Pensum halten können. Der Eintracht fehlen im Vergleich zu letztem Jahr die Top-Stürmer Haller und Jovic, in Leverkusen wird man vor allem Julian Brandt vermissen. Zudem gibt es jedes Jahr wieder eine Hand voll neuer Anwärter auf die internationalen Plätze. So wird Hoffenheim sicherlich oben angreifen wollen und auch in Bremen liebäugelte man zuletzt mit dem oberen Tabellendrittel. Ein Fragezeichen ist auch, wohin es mit Schalke 04 geht. In der Spielzeit 2017/18 noch Vizemeister, haben die Königsblauen viele Krisen hinter sich und noch einige zu bewältigen. Sportlich gesehen ist beim S04-Kader auf jeden Fall mehr drin als Platz 14. Das Auftaktprogramm der Schalker hat es allerdings in sich: Nachdem man zu Beginn in Gladbach gastiert, kommt eine Woche später der FC Bayern.

Wer muss ins Unterhaus?

Fast jedes Jahr gelten die Mannschaften aus Augsburg, Mainz und Freiburg als Abstiegskandidaten. Doch Jahr für Jahr beweisen die drei Clubs, dass sie es auch mit kleinsten Mitteln und einfachen Tugenden verdienen, ihren Platz in der Bundesliga zu wahren. Dennoch wird man die Teams eher in der unteren Tabellenhälfte finden und für den einen oder anderen könnte es eine Zitterpartie werden.

Für Fortuna Düsseldorf geht es in das berühmte "schwere zweite Jahr". Mit dem zehnten Platz übertraf die Truppe von Friedhelm Funkel als Aufsteiger alle Erwartungen. Dennoch kann es ganz schnell wieder nach unten gehen, so wie 2012/13, wo man nach dem dramatischen Relegations-Aufstieg gegen Berlin lange auf Kurs Klassenerhalt war. Erst am letzten Spieltag rutschte Düsseldorf auf Platz 17 ab. Im Kader von Düsseldorf hat sich viel verändert und Funkel muss seine Truppe erneut einstellen.

In der kommenden Saison gibt es drei Neulinge: Der 1.FC Köln, SC Paderborn und Union Berlin. Automatisch gilt man als Aufsteiger als Abstiegskandidat, doch gerade für den 1.FC Köln ist der Mindestanspruch der Ligaverbleib. Vor nicht allzu langer Zeit kickte Köln in der Europa League, jetzt wollen Modeste und Co. die Liga wieder aufmischen. Der Kader ist qualitativ durchaus bundesligareif, ebenso wie jener von Union Berlin. Nach dem Sensations-Aufstieg haben sich die Eisernen geschickt verstärkt und mit Namen wie Gentner oder Subotic die nötige Erfahrung für die Mission Klassenerhalt ins Team geholt. Der SC Paderborn dagegen vertraut, wie bereits 2014/15, auf dem Konzept "never change a winning team". Nach dem Aufstieg soll das Spielsystem und in etwa der Kader erhalten bleiben. 2015 stieg Paderborn jedoch als Tabellenletzter wieder ab. Und auch dieses Jahr geht Paderborn als krasser Außenseiter in die Meisterschaft. Trainer Baumgart will davon überzeugen, dass Paderborn zurecht zu den besten 18 Clubs Deutschlands gehört.

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