IFAB reformiert Handregel und Co.

IFAB reformiert Handregel und Co.

Am 2. März fand in Aberdeen das jährliche Treffen der International Football Association Board (kurz IFAB) statt. Das Gremium ist für das Fußballsegelwerk verantwortlich und bespricht jedes Jahr mögliche Regeländerungen oder Neuerungen. Dieses Jahr stand vor allem das Thema Handspiel ganz oben auf der Agenda. Schon im Juni sollen die neuen Gesetzmäßigkeiten in Kraft treten.

Handspiel: Absicht oder nicht? 

Einige Bundesligatrainer, u.a. Julian Nagelsmann von der TSG Hoffenheim äußerten ihren Unmut über die Auslegung der Handregel. Das Thema wird heiß diskutiert und es gibt ganz verschiedene Standpunkte. Ab wann gibt es eine übermäßige Vergrößerung der Körperfläche? Was ist mit Schüssen aus kürzester Distanz? Aber vor allem: Ist unabsichtliches Handspiel strafbar? Die IFAB will mit ihren jüngsten Beschlüssen für mehr Klarheit sorgen. Demnach ist jedes Handspiel was zu einem Tor oder eine Torchance führt, egal ob beabsichtigt oder nicht, strafbar. Bezüglich der Vergrößerung der Körperfläche gilt nun alles oberhalb der Schulter als strafbar. 

Inwiefern die neuen Auslegungen tatsächlich für mehr Klarheit sorgen, bleibt offen. Die IFAB bestätigte außerdem, dass ein Kontakt am Arm, nachdem der Ball von einem eigenen Körperteil abgeprallt ist, nicht geahndet wird. So wird es auch weiterhin Diskussionen geben, ob das nicht doch eher Vergrößerung der Körperfläche ist und den neuen Regeln zufolge strafbar ist. Die IFAB beriet sich lediglich über das offensive Handspiel, jedoch nicht über Handspiel im eigenen Sechzehner. Sollte hier auch die Richtlinie "unbeabsichtigt gibt's nicht" gelten, dürfte es künftig wohl zu mehr Strafstoßentscheidungen kommen.

Weitere Regeländerungen

Dass Trainer oder Betreuer am Spielfeldrand schon auf die Tribüne geschickt worden waren, ist nichts Neues. Allerdings soll dies nicht mehr über mündliche Anweisungen des Schiedsrichter erfolgen. Stattdessen können der Coach und seine Kollegen nun auch mit gelben und roten Karten verwarnt bzw. bestraft werden.

Jahrelang galt das Gesetz, dass der Schiedsrichter "Luft" sei, es also bei einem Ballkontakt des Schiris nicht zur Unterbrechung kommt. Nun aber wird diese Regel verändert - sofern der Schiedsrichter den Ball ins Tor befördert oder einer Torchance beisteuert. Das Spiel wird fortan unterbrochen und durch einen Schiedsrichterball fortgeführt. 

„Schiri ist Luft“ - den Satz wird man nicht mehr so oft hören.

Weitere Details, welche die IFAB am Samstag festlegte, sind u.a. Zeitspiel von ausgewechselten Spielern. Es ist ja nicht selten zu beobachten, dass Spieler, die in der Schlussphase ausgewechselt werden, mit aller Ruhe in Richtung Bank trotten, um noch ein Bisschen an der Uhr zu drehen. Sowas soll zukünftig verhindert werden, indem die Spieler den Platz am nächstgelegen Punkt an der Auslinie verlassen sollen. 

Zudem verändert ist die Stellung des Torwarts beim Elfmeter. Keeper müssen nur noch einen Fuß zum Zeitpunkt der Ausführung des Strafstoßes auf der Torlinie haben. Rein theoretisch ist also ein großer Ausfallschritt in Richtung Schütze möglich. 

Außerdem bestätigte die IFAB auf ihrer Jahresversammlung, dass der Video Assistent Referee (VAR) fester Bestandteil des Fußballs geworden ist. Vor allem bei der WM 2018 in Russland sei der Videobeweis positiv in Erscheinung getreten. Die IFAB selber lobt den Einsatz des VAR, welcher den Sport ohne größere Unterbrechungen gerechter mache. In diesem Punkt scheiden sich wohl die Geister.

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