Nations League: Zwei Derbys besonderer Art

Nations League: Zwei Derbys besonderer Art

Es ist mal wieder soweit, vom 11. bis zum 16. Oktober stehen Nations-League-Spiele an. Dabei kommt es gleich zweimal zu kuriosen Aufeinandertreffen: Am Donnerstag empfängt Montenegro die Mannschaft aus Serbien, am Samstag trifft die Slowakei auf Tschechien. Sowohl Serbien und Montenegro sowie Tschechien und die Slowakei waren vor nicht allzu langer Zeit ein und dasselbe Land.

Tschechien und Slowakei nach der Teilung weniger erfolgreich

Zu Zeiten des Kalten Krieges galt die Tschechoslowakei als eine der stärksten Nationalmannschaften Europas. Zweimal wurde das Team Vizeweltmeister, 1976 gewann das Land die Europameisterschaft im Finale gegen Deutschland. Nach der Aufspaltung 1992 in Tschechien und die Slowakei ging es sportlich abwärts mit den beiden Nationalmannschaften, obwohl die tschechische Nationalelf 1996 noch das Finale der Europameisterschaft erreichte.

Nun stehen sich die beiden Länder in Gruppe 1 der B-Liga der Nations League gegenüber. Beide Teams verloren zum Auftakt gegen die Ukraine. Wer noch um den Gruppensieg mitspielen möchte, benötigt also dringend einen Dreier. Das Spiel findet übrigens im Südwesten der Slowakei, in Trnava, statt - unweit von der tschechischen Grenze.

Serbien und Montenegro 2006 noch zusammen bei der WM

Es ist gerade einmal zwölf Jahre her, als Montenegro sich von Serbien unabhängig erklärte. Bei der Weltmeisterschaft in Deutschland schied Serbien und Montenegro in der Vorrunde aus, danach entstanden die zwei eigenständigen Nationalmannschaften. 

Mit jeweils vier Punkten stehen Montenegro und Serbien vor der Partie in Podgorica ganz oben in der Tabelle der Gruppe 4 der C-Liga. Folglich geht es nicht nur um den Derbysieg, sondern auch um einen wichtigen Schritt in Richtung Gruppensieg.

Montenegro gegen Serbien - Ein Risikospiel?

Im Zuge der Qualifikation für die Euro 2016 musste das Derby zwischen Serbien und Albanien abgebrochen werden. Nachdem eine Drohne mit einer provokativen Flagge, die das historische Reich Großalbanien zeigte, auf den Platz flog, stürmten die serbischen Fans den Platz und gingen auf die albanischen Nationalspieler los. Diese mussten in den Spielertunnel fliehen, das Spiel wurde beim Stand von 0:0 abgebrochen und mit 3:0 für Albanien gewertet, Serbien wurden zusätzlich drei Punkte abgezogen. 

Auch in Montenegro kam es bei einem Qualifikationsspiel 2015 gegen Russland zum Spielabbruch, als Fans Gegenstände auf den Platz warfen. Zudem traf ein Bengalo den russischen Keeper Akinfeev direkt am Kopf. Das Spiel wurde beim Stand von 0:0 abgebrochen und mit 3:0 für Russland gewertet.

Es bleibt zu hoffen, dass sich solche Szenarien beim Balkan-Derby zwischen Montenegro und Serbien nicht wiederholen. Sportlich dürfte es eine ausgeglichene Partie mit leichten Vorteilen für den WM-Teilnehmer Serbien werden.

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