Welche Konsequenzen hätte eine Superliga?

Welche Konsequenzen hätte eine Superliga?

16 europäische Top-Klubs, darunter auch der FC Bayern München, denken über einen Ausstieg aus den nationalen Ligen nach. Anstelle davon soll es eine Superliga geben, in der sich die besten Vertreter Europas messen. Die elf Gründerklubs wären jede Saison gesetzt und könnten nicht absteigen, fünf Gastteams würden für eine Saison ebenfalls antreten. Entstanden ist die Idee von der ECA (European Club Association), eine Interessengemeinschaft, in der die europäischen Top-Teams vertreten sind.

Champions-League-Aus?

Ein Austritt der besten Mannschaften Europas aus der UEFA wäre ein herber Schlag für die Champions League, der Prestige-Wettbewerb der UEFA. Wenn der Modus überhaupt fortgesetzt werden würde, so spielten nur noch Klubs auf Europa-League Niveau im höchsten Wettbewerb der UEFA. Die Attraktivität und damit auch die Umsatzzahlen würden drastisch zurückgehen, auch wenn es für manche kleinere Vereine eine Chance bedeuten würde, auch auf internationaler Bühne erfolgreich zu sein.

Der Kapitalismus ergreift den Fußball

Sollte es tatsächlich zu einer Superliga kommen, hätten die Top-Klubs noch mehr wirtschaftlichen Erfolg. Jede Woche internationale Topspiele auf allerhöchstem Niveau verspricht höhere Zuschauerzahlen und eine größere Attraktivität und somit unglaublich viel Werbefläche. Auch der Kampf um die Fernsehrechte wäre groß, die Preise schaukeln sich hoch und am Ende sind die Bildrechte auf verschiedene Plattformen verteilt. Dieser Trend ist heute schon erkennbar. Sky hat in den letzten Jahren an Übertragungsrechten für die Bundesliga sowie die Champions League verloren, DAZN und auch Eurosport sind mit in das Geschäft eingestiegen. Doch kann der durchschnittliche Fußballfan das noch bezahlen? Es wird wenige geben, die mit den Änderungen mitgehen, doch die breite Masse kann nicht ewig mithalten. 

Durch das Abkapseln der Fußball-Elite würde diese mehr Umsatz machen, während die Klubs darunter abgehängt werden. Die Schere zwischen den großen, reichen Klubs und den kleinen Vereinen ginge noch weiter auseinander. Stadien sind bei nationalen Meisterschaftsspielen nur noch halb voll, Fußballromantiker frustrieren und Fanlager werden protestieren und Gewalt ausüben. Dabei lebt der Fußball doch gerade von dem Aufeinandertreffen von David und Goliath. Auch kleine Teams sollen die Möglichkeit haben, gegen Fußballgiganten im Wettbewerb anzutreten. Eine Superliga würde dies ausschließen, indem sie die Klassenzugehörigkeit der Top-Teams automatisch bestimmt, und zwar auf unbestimmte Zeit. Unter den elf gesetzten Teams ist z.B. der AC Mailand, dessen Glanzzeit im europäischen Klubfußball längst zu Ende ist. Am Ende des Tages sollte die sportliche Leistung allein über die Hierarchien entscheiden und nicht etwa das wirtschaftliche Potenzial. Bezeichnend dafür ist das enttäuschende 1:1 des FC Bayern gegen Freiburg, deren Gesamtmarktwert ca. ein Zehntel des Gesamtmarktwertes der Münchner beträgt.

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