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Sascha

Jagt Milan den brasilianischen Pogba? | André Luiz (19) im Porträt

In Brasilien wird André Luiz (19) bereits mit Spielern wie Paul Pogba oder NGolo Kanté verglichen, was laut einigen Medienberichten den AC Mailand auf den Plan gerufen hat. Was die Rossoneri so spannend am brasilianischen Talent finden, verraten wir euch in diesem Porträt.

Qualität, Kraft und Intelligenz: André wirbt mit drei Eigenschaften um AC Mailand, die für das Mittelfeld von Massimiliano Allegri von unschätzbarem Wert sind. In Brasilien zweifelt man nicht an seinem Talent und vergleicht ihn bereits mit dem ehemaligen Ausnahmefußballer Paul Pogba, wenngleich der Weg bis zur Prime des Franzosen noch sehr weit ist. Der Vergleich könnte den Spieler der Jahrgangs 2006, der kürzlich in die erste Mannschaft von Corinthians befördert wurde, unter Druck setzen.

André ist ein Produkt der Jugendabteilung des brasilianischen Vereins. Im Alter von 10 Jahren trat der Mittelfeldspieler in die Welt von „Timão” ein und zeigte sein Können in Turnieren wie dem Paulistão U17 im Jahr 2023 und der Copinha im Jahr 2024.

Der derzeitige Trainer des Vereins, Dorival Júnior, war von den Qualitäten des Jungen so beeindruckt und beschloss ihn im September 2025 in die erste Mannschaft zu befördern. Die Wette des ehemaligen Nationaltrainer Brasiliens ging auf. Seit seinem Debüt für die Profis von Corinthians – am 15. September 2025 gegen Fluminense – hat André 24 Einsätze absolviert und 4 Tore erzielt.

Die Führung des AC Mailand denkt langfristig. Mit Blick auf die Tabelle sind die Rossoneri fast sicher, dass sie in der nächsten Saison international spielen werden. Der Verein möchte daher Trainer Allegri qualitativ hochwertige Alternativen zur Verfügung stellen, um mehr Rotation vornehmen zu können, ohne das Niveau der Mannschaft dabei zu senken, und André scheint genau nach dem Geschmack des Erfolgstrainers zu sein.

Spielerprofil

Der AC Mailand hat beschlossen, eine bedeutende Investition in den Spieler zu tätigen. Wie bereits berichtet wurde, kann der Transfer laut ESPN – der noch nicht abgeschlossen ist – bis zu 17 Millionen Euro für 70 % der wirtschaftlichen Rechte des Brasilianers erreichen (15 Millionen fest plus zwei Millionen Bonus). Ein kleiner Betrag für einen Spieler, der alle Voraussetzungen mitbringt, um die Investition mehr als zurückzuzahlen.

Aber wo spielt er auf dem Feld? Andrés natürliche Position ist die des Mittelfeldspielers. In Allegris System könnte der Brasilianer Fofanas Stellvertreter werden. Im Gegensatz zum Franzosen, der ein körperbetonter Spieler ist und Bälle erobert, sorgt der Spieler der Jahrgangsstufe 2006 für mehr Torgefahr und Qualität am Ball. Eine Mischung aus Fofana und Rabiot, die vor allem dann nützlich sein kann, wenn sich die Mannschaften hinten rein stellen.

André Luiz Santos Dias, von den Fans und Medien meist einfach André genannt, ist aktuell einer der spannendsten Youngster im Kader des SC Corinthians Paulista. Der am 20. Juni 2006 geborene zentrale Mittelfeldspieler (auch defensiv und offensiv einsetzbar) hat sich in den letzten Monaten vom vielversprechenden Talentaus der Base zum ernsthaften Kandidaten für einen Millionen-Transfer nach Europa entwickelt – AC Milan verhandelt derzeit intensiv um den 19-Jährigen.

Stärken: Physis, Dynamik und Torgefahr

André bringt bereits jetzt ein sehr ausgereiftes physisches Paket mit. Bei etwa 1,83 m Körpergröße kombiniert er Kraft im Zweikampf mit guter Schnelligkeit und Ausdauer. Beobachter loben regelmäßig seine Stärke in den Duellen (sowohl stehend als auch am Boden) und seine Fähigkeit, Bälle zu erobern und sofort umzuschalten.

Besonders auffällig ist seine Torgefahr aus der zweiten Reihe: In seinen bisher rund 24 Einsätzen für die Profimannschaft gelangen ihm bereits vier Treffer – eine sehr respektable Quote für einen zentralen Mittelfeldspieler in diesem Alter. Er hat ein gutes Timing für tiefe Läufe in den Strafraum und schließt präzise ab.

Dazu kommen eine ordentliche Passqualität und ein solides Ballgefühl. Die Verantwortlichen bei Corinthians heben hervor, dass er mehrere Positionen im Mittelfeld ausfüllen kann – vom klassischen Box-to-Box-Spieler über den etwas tieferen Achter bis hin zu situativen Einsätzen als Sechser. Seine physische Präsenz und Laufbereitschaft machen ihn zu einem modernen, hybriden Mittelfeldspieler, der in Europa durchaus sofortige Spielpraxis bekommen könnte.

Schwächen: Konstanz, Defensivarbeit und letzte Feinabstimmung

Trotz des Hypes ist André noch kein fertiger Spieler. Seine größte Baustelle ist trotz seiner Zweikampfstärke aktuell das Stellungsspiel. In manchen Partien wirkt er positionell noch unsicher, lässt sich zu leicht aushebeln und gewinnt nicht immer die entscheidenden zweiten Bälle. Gerade gegen technisch starke und ballsichere Mannschaften im Mittelfeld zeigt sich, dass ihm noch die letzte Reife in der Antizipation und im Pressingverhalten fehlt.

Auch die Spielkontrolle und Konstanz über 90 Minuten ist noch ausbaufähig. In mehreren Spielen der Saison 2025/26 begann er enorm stark, ließ dann aber im zweiten Durchgang deutlich nach – typisch für einen sehr jungen Spieler, der plötzlich viele Minuten auf Profiniveau absolviert.

Technisch fehlt ihm teilweise noch der letzte Feinschliff unter höchstem Druck. Seine Passquote ist solide, aber er produziert (bisher) relativ wenige Schlüssel- und Progressivpässe im Vergleich zu den ganz großen Talenten seiner Altersklasse.

Fazit: Hochbegabt, aber noch im Entwicklungsprozess

André verkörpert genau den Typ Spieler, den europäische Top-Clubs derzeit suchen: jung, physisch stark, torgefährlich und vielseitig einsetzbar. Die Verhandlungen mit Milan (aktuell ca. 15–22 Mio. € plus Boni für 70 % der Rechte) zeigen, wie hoch das Standing des Jungen bereits ist.

Für Corinthians ist er ein enorm wichtiger Vermögenswert – gleichzeitig aber auch ein Risiko, wenn man ihn zu früh abgibt. Bleibt er noch 12–18 Monate und steigert seine Defensivstabilität sowie Konstanz, könnte die Ablöse leicht die 30-Mio.-€-Marke überschreiten.

Daher blockiert Corinthians-Präsident Osmar Stabile derzeit noch den Transfer. Der Spieler dagegen soll auf einen Wechsel in die Lombardei drängen, da viele Brasilianer, wie beispielsweise Kaká, Cafu oder Ronaldinho die Geschichte des Vereins prägten. Sollte der siebenfache Königsklassensieger die Ablöse auf 25 Millionen Euro anheben, könnte die Wahrscheinlichkeit eines Transfers daher deutlich steigen.

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Sascha

Warum der italienische Fußball international nicht mehr mithalten kann

Die Vereine der Serie A erleben in den internationalen Wettbewerben der Saison 2025/26 eine der bittersten Phasen ihrer jüngeren Geschichte. Während die höchste italienische Spielklasse zu Hause weiterhin spannend und ausgeglichen bleibt, droht den Klubs in der UEFA Champions League ein historisches Desaster. (Bild: IMAGO / NurPhoto)

Inter Mailand, der souveräne Klassenprimus Italiens, scheiterte bereits in den Playoffs am krassen Außenseiter Bodø/Glimt aus Norwegen (1:3 im Hinspiel, 1:2 im Rückspiel), Juventus Turin kassierte bei Galatasaray ein demütigendes 2:5 (trotz 2:1-Pausenführung), und der SSC Napoli flog schon in der Ligaphase raus – inklusive eines 2:6-Debakels bei PSV Eindhoven. Nur Atalanta Bergamo konnte mit dem glücklichen Einzug ins Achtelfinale in letzter Sekunde gegen den BVB etwas Gesicht wahren.

Fabio Capello, der als Spieler und Trainer Legendenstatus genießt, bringt das Problem auf den Punkt:

„Italienische Mannschaften spielen in einem sehr langsamen Tempo. Wenn sie auf Teams treffen, die Pressing und hohes Tempo spielen, fehlt ihnen die Qualität, sie sind das hohe Tempo nicht gewohnt und machen Fehler. Das ist der Schlüssel. Im Moment sind wir nicht aggressiv genug“, so der ehemalige Fußballlehrer.
„Sobald in der Serie A das Tempo angezogen wird, wird sofort gepfiffen – ein Tackling ist zu hart, ein Ohr wird berührt, und der Spieler geht zu Boden. Deshalb sind das die Ergebnisse. Wir spielen langsam, leider, und wenn das Tempo steigt, ist es schwer, gefährlich zu werden.“

Das 79-Jährige Trainer-Urgestein nennt damit einen der Kernpunkte: Die Serie A hat sich taktisch in eine Komfortzone eingerichtet, in der Schiedsrichterentscheidungen, wenig Pressing-Resistenz und ein gemäßigtes Spieltempo dominieren. Im europäischen Vergleich wirkt das veraltet.

Finanzielle Kluft wird immer größer

Der sportliche Niedergang hat vor allem ökonomische Wurzeln. Laut UEFA-Berichten und Deloitte Football Money League 2026 liegt die Serie A bei den Gesamteinnahmen klar auf Platz vier in Europa (hinter Premier League, Bundesliga und La Liga), teilweise sogar auf Platz fünf bei den Matchday-Einnahmen. Die Premier League allein generiert fast 7,5 Milliarden Euro – mehr als doppelt so viel wie Italiens knappe 2,9 Milliarden.

• TV-Rechte in Italien: ca. 1,2 Mrd. €

• Premier League: ca. 3,4 Mrd. €

• Stadion-Einnahmen Serie A insgesamt: oft unter 450 Mio. € (viele Klubs teilen sich veraltete oder kleine Arenen)

Ohne moderne Stadien, ohne starke internationale Vermarktung und mit sinkenden TV-Geldern (der neue DAZN/Sky-Deal brachte sogar weniger als der vorherige) fehlt das Geld, um Top-Talente langfristig zu halten. Die besten italienischen Spieler (und viele Ausländer nach kurzer Zeit) wandern ab – vor allem nach England, aber auch nach Deutschland, Spanien oder Frankreich.

Alessandro Del Piero brachte es kürzlich so auf den Punkt: „Die Investitionskraft ist sehr niedrig geworden. Andere Märkte sind viel, viel größer geworden als unserer. Probleme? Unsere Stadien. Wir wissen, dass wir da besser performen müssen …“

Nachwuchsförderung und Spielphilosophie

Ein weiteres strukturelles Problem: Die italienischen Akademien produzieren zu wenig sofort einsatzfähige Profis für das internationale Top-Niveau. Viele Serie-A-Klubs setzen stattdessen auf günstige Ausländer oder Leihspieler, statt konsequent junge Italiener zu integrieren – Pio Esposito, Davide Barthesagi oder Antonio Vergara bilden da die Ausnahme. Talente emigrieren früh – und tauchen dann oft als Gegner wieder auf (wie diverse Ex-Serie-A-Spieler, die italienische Klubs in dieser Saison demütigten).

Kurzfristig hilft nur eine radikale Kehrtwende: aggressiveres Pressing trainieren, Tempo erhöhen, Schiedsrichter sensibilisieren und vor allem in Infrastruktur investieren. Langfristig braucht die Serie A eine neue TV-Rechte-Strategie und endlich den Mut zu Stadion-Neubauten. Fabio Capello formulierte es schon vor Jahren sinngemäß so: Der deutsche Weg – starke Nachwuchsarbeit, hohes Tempo, mutige Spielweise – sei das Vorbild.

Bis dahin bleibt der Eindruck: Der stolze italienische Fußball ist international nicht mehr konkurrenzfähig – und das tut weh, wenn man an die goldene Ära von 1980 bis 2010 denkt, als Milan, Juventus, Inter und die Roma Europa beherrschten und Teams aus der Serie A noch gefürchtet wurden. Die aktuelle Saison könnte der Tiefpunkt sein – oder der Weckruf, den viele seit Jahren fordern. Denn die Nationalmannschaft hat das Problem schon vor Jahren angedeutet.

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Sascha

Das französische Wrexham? | Le Mans peilt den Durchmarsch an

Le Mans, eine Region, die seit jeher für ihr historisches 24-Stunden-Rennen bekannt ist, versucht seit einigen Jahren, sich auch in der Welt des Fußballs zu etablieren. Dies geschieht dank des Projekts des Le Mans FC, einem französischen Verein, der in der Ligue 2 spielt und einen ähnlichen Weg wie das walisische Wrexham beschreitet. (Bild: IMAGO / Icon Sport)

Aber gehen wir der Reihe nach vor: Der Anteil des Vereins befindet sich in den Händen von OutField Capital, einem brasilianischen Fonds, der sich international im Sportsektor etabliert hat und in Brasilien zum führenden Fondsmanager mit einer eigenen Sportabteilung geworden ist, wie die Investition in den brasilianischen Verein Coritiba zeigt.

An dem Projekt sind auch bekannte Persönlichkeiten aus der Welt des Sports beteiligt, wie Novak Djokovic, der Miteigentümer des Le Mans FC geworden ist, und die ehemaligen Formel-1-Piloten Felipe Massa und Kevin Magnussen, die Anteile erworben haben. Aymeric Magne, Mitglied des Verwaltungsrats von OutField, erklärte, dass das Hauptziel des Vereins darin bestehe, eine solide Grundlage mit modernen Prinzipien zu schaffen, um die Mannschaft an die Spitze des französischen Fußballs zu bringen.

Die Liste der Investoren des Clubs wurde durch den Beitritt von Thibaut Courtois, Torwart von Real Madrid, der offiziell Aktionär wurde, und Georgios Frangulis, Eigentümer eines Unternehmens für gesunde Ernährung und Verlobter von Aryna Sabalenka, derzeit Nummer 1 in der WTA-Rangliste im Damentennis, erweitert.

Ein starkes Kollektiv statt große Namen

All diese Neuzugänge und Veränderungen zeugen vom Ehrgeiz dieses Vereins. Le Mans, die Symbolstadt des Motorsports, meint es nun auch im Fußball ernst. Die Mannschaft ist in dieser Saison in die Ligue 2 aufgestiegen und liegt derzeit auf dem fünften Tabellenplatz, nur drei Punkte hinter dem Tabellenführer Troyes und damit voll im Rennen um die Aufstiegsränge.

Auf der Bank sitzt Patrick Videira, ein französischer Trainer, der seine erste große Chance im Profifußball erhält, nachdem er zuvor Assistenztrainer beim Istres FC und Trainer des korsischen Vereins AS Furiani-Agliani war.

Auf dem Platz mit einer 3-5-2-Formation, einem Mannschaftswert von nicht mehr als 10 Millionen Euro und einem Durchschnittsalter, das zu den niedrigsten der Ligue 2 gehört. Auf dem Platz fallen natürlich keine internationalen Namen auf, aber die Stärke der Mannschaft liegt im Kollektiv: vom französisch-ghanaischen Kapitän Edwin Quarshie (30) über die Stürmer Dame Gueye (30) und William Harhouz (26) bis hin zum Torhüter Nicolas Kocik (27). Das Aushängeschild ist sicherlich der 19-jährige Isaac Cossier (19), Innenverteidiger des Jahrgangs 2006, ausgeliehen vom OSC Lille.

Das Projekt ist langfristig angelegt, und Le Mans steht nicht unter dem Druck, um jeden Preis den Aufstieg schaffen zu müssen, aber die Zukunft sieht rosig aus. An der Seite von Thierry Gomez, Präsident des Le Mans FC, wird OutField die notwendigen Ressourcen bereitstellen, um das Wachstum des Projekts stetig zu fördern. Der nächste Schritt? Der Bau eines Sportzentrums, das der Förderung lokaler Talente gewidmet ist.

Von der Regionalliga in die Ligue 1?

Nach den Jahren in der Ligue 1 und dem Abstieg im Jahr 2009 folgten für Le Mans schwierige Zeiten, die aufgrund finanzieller Probleme und hoher Verschuldung zur Liquidation des Vereins führten, sodass dieser in den französischen Regionalligen neu starten musste. Nach der Liquidation beschloss der französische Fußballverband den Abstieg des Vereins in die 6. Liga.

Anschließend startete Le Mans als Amateurverein neu und wurde später in den unteren Ligen neu organisiert und professionell aufgebaut. Seitdem wurde der Grundstein für den Wiederaufstieg gelegt, auch dank einer neuen Unternehmenspolitik:

Nach schwierigen Jahren hat der Verein wieder professionelles Niveau erreicht, sich von der Krise erholt und spielt nun in der Ligue 2, mit gezielten Investitionen und einem langfristigen Projekt, das auch von zahlreichen bekannten Persönlichkeiten aus dem Sportbereich unterstützt wird.

Gervinho, Sessegnon und das Halbfinale der Coupe de la Ligue

Le Mans war in der Vergangenheit eine Wohlfühloase für viele Stürmer, allen voran Gervinho. In der Saison 2006/07 investierten die Franzosen etwas mehr als 600 Tausend Euro, um ihn vom belgischen Verein Bevern zu verpflichten. Eine Investition, die sich auszahlen sollte, denn der Ivorer gehörte zu den Protagonisten jener Spielzeiten mit einem Rudi Garcia auf der Trainerbank, Stéphane Sessègnon im Mittelfeld und den Toren des Brasilianers Túlio de Melo.

Mit dem ehemaligen Trainer der Roma auf der Bank wurde eines der wichtigsten Ergebnisse in der Geschichte des Vereins erzielt: das Halbfinale der Coupe de la Ligue, in dem Le Mans gegen Lens unter der Leitung von Jean-Pierre Papin verlor. Ein außergewöhnlicher Weg, auf dem Garcias Mannschaft auch die Hürde Lyon nahm, das damals von Juninho Pernambucano und einem sehr jungen Karim Benzema angeführt wurde.

Prognose

Le Mans war lange Zeit eine der besten Mannschaften der Ligue 2 und hatte eine sehr lange Serie ohne Niederlage (17 Spiele). Auch wenn es kürzlich mal ein oder zwei Dämpfer gab (z. B. 1:1 gegen Guingamp), bleibt die Mannschaft extrem stabil, defensiv solide und punktet regelmäßig.

Die Investoren und Aktionäre bringen nicht nur Geld, sondern durch die Promis auch Strahlkraft, bessere Transfers, Infrastruktur-Investitionen und höhere Ambitionen. Der neue Präsident/Verwaltungsrat-Chef sagt ganz offen: „Wir glauben, dass der Club in die Ligue 1 gehört“ und strebt damit die französische Elite an.

Le Mans stieg 2024/25 als Zweiter aus der National (3. Liga) direkt wieder in die Ligue 2 auf und hat sich dort sofort etabliert – statt Abstiegskampf spielen sie oben mit. Das ist für einen frischen Aufsteiger sehr ungewöhnlich und zeigt, dass der Kader und Trainer Patrick Videira sehr gut arbeitet.

Der Aufsteiger hat aktuell die fünftbeste Bilanz der Liga, und mit drei Punkten nur minimalen Rückstand auf die direkten Aufstiegsplätze, eine sehr stabile Form und plötzlich richtig viel Geld + Promi-Power im Rücken. Deshalb wird der Verein derzeit als echter Aufstiegskandidat gehandelt – die Chancen stehen so gut wie seit über 15 Jahren nicht mehr. Selbst wenn der Aufstieg diese Saison nicht gelingt, scheint der Verein optimal aufgestellt um bald wieder Geschichte in der höchsten französischen Spielklasse zu schreiben.

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Sascha

Ein Italiener verzaubert Nürnberg | Mohamed Ali Zoma (22) im Porträt

Ein 22-jähriges italienisches Talent wechselt aus der Serie C in die 2. Bundesliga und sorgt dort direkt für Furore. Mohamed Ali Zoma, geboren in der Lombardei, Sohn ivorischer Eltern, spielt sich beim 1.FC Nürnberg gerade in den Fokus zahlreicher Scouts. Mit 9 Toren und zwei Vorlagen in 21 Partien hat er Aufmerksamkeit erregt, ohne je eine Jugendakademie durchlaufen zu haben. Wir stellen euch Miro Kloses Wunschtransfer genauer vor. (Bild: IMAGO / Zink)

Stell dir vor, du verlässt nach über zehn Jahren, die du zwischen Jugendabteilung und ersten Schritten im Profifußball verbracht hast, dein sportliches „Zuhause“ und findest dich über 600 Kilometer entfernt in einem fremden Land mit unterschiedlicher Kultur wieder. Mit einem Ziel: weiterhin der Protagonist zu sein. Unmöglich? Nicht für „Momo“ Zoma, der nach seinen beeindruckenden Leistungen im Trikot von Drittligist AlbinoLeffe nun auch die Fans des 1. FC Nürnberg mit seinen Toren und Dribblings begeistert. Aber gehen wir einen Schritt zurück.

Es ist Sommer 2025, als Momo nach einem erfolgreichen Jahr, das mit den Playoffs der Serie C endete, beschließt, dass es Zeit für einen neuen Schritt in seiner Karriere ist. Nach einer Saison mit 15 Toren und 9 Vorlagen mangelt es dem Spieler des Jahrgangs 2003 natürlich nicht an Optionen. Am Ende entscheidet er sich für Nürnberg, wo der aus Merate/Lombardei stammende Stürmer mit einer echten Legende wie Miroslav Klose zusammenarbeitet.

Klose der entscheidende Faktor

Gerade die Anwesenheit des ehemaligen Spielers von Lazio Rom war einer der Gründe, warum Zoma seine Komfortzone in Italien verlassen und die Herausforderung der deutschen 2. Bundesliga angenommen hat. Das Ergebnis? Der 22-jährige Italo-Ivorer erzielte in seiner ersten Saison im Trikot von Nürnberg bereits neun Tore und lieferte zwei Vorlagen, wodurch er – zumindest vorübergehend – die Torjägerkrone des Teams übernahm.

Der Nachmittag des 13. Februar wird sicherlich in die Geschichte von Zoma eingehen. Ein Traum-Hattrick, der erste unter den Profis. Der Jubel ist immer noch derselbe, den die Fans von AlbinoLeffe so lieben, mit der Hand vor dem Gesicht:

„Am Anfang war es ein Scherz mit meinem besten Freund, jetzt mache ich das nach jedem Tor“, wie Momo selbst gegenüber der Bild-Zeitung erklärte.

Laufstärke, Tore und Qualität

Moderner Stürmer. Zwei Worte, die Zomas Spielweise am besten beschreiben, der oft sowohl technisch als auch vor dem Tor eine wichtige Stütze für Kloses Mannschaft ist. Zu seiner Torausbeute und starker Technik, kommt noch ein starkes Dribbling hinzu, was den Spieler mit der Nummer 23 zu einem entscheidenden Akteur in Miro Kloses System macht.

Das kann auch gar nicht anders sein, wenn man bedenkt, dass Zoma beim Sprinten Geschwindigkeiten von bis zu 36 Stundenkilometern erreicht. Seine Beidfüßigkeit und Beweglichkeit machen ihn zu einem flexibel einsetzbaren Angreifer. Das sind wertvolle Eigenschaften im heutigen Fußball, und das weiß Klose nur zu gut, denn er hatte bereits ein Auge auf den italienisch-ivorischen Angreifer geworfen, als dieser noch in der Serie C kickte:

„Ich wusste, dass er sich so entwickeln würde, weil wir seine Qualitäten bereits erkannt hatten. Es ist wichtig, dass er weiter an sich arbeitet, dann wird es sehr, sehr schwer sein, ihn zu stoppen.“
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Schwächen

Zomas Trainer hat es erfasst und den Finger auf die Defizite des 22-jährigen Italieners gezeigt. Denn gerade in der Rückwärtsbewegung fehlt es ihm an Durchsetzungsvermögen. Sein aktives Pressing und die Bereitschaft defensiv zu arbeiten gelten als ausbaufähig. Sollte der gebürtige Lombarde zukünftig wieder in seinem Heimatland kicken wollen, sollte er da verstärkt seinen Fokus drauf legen.

Zudem trifft er noch zu oft falsche Entscheidungen, respektive verhält sich am Ball zu eigensinnig, was seine Integration in ein strukturiertes Team erschweren könnte. Darüber hinaus kann Zoma, wie viele seiner Mitspieler auf fremden Boden nicht sein volles Potenzial abrufen, was jedoch auch ein kollektives Problem der Klose-Truppe darstellt.

Druck? Nicht für Zoma

Mit Druck umzugehen, das war zu Beginn dieser Saison eine weitere große Stärke von Zoma, in der der Neu-Nürnberger zum ersten Mal im Gegensatz zu wenig besuchten Serie C vor Tausenden von Zuschauern spielte. Und innerhalb weniger Monate ist er bereits zu einem Publikumsliebling im Max-Morlock-Stadion avanciert, in welchem man sich daran gewöhnt, seinen Namen in den Himmel zu schreien.

Natürlich nicht nur in fußballerischer Hinsicht. Momo wurde sofort zu einem wichtigen Mitglied der Mannschaft integriert und unterhält sich mit seinen Teamkollegen auch auf Englisch. Nicht schlecht für ein erstes Jahr fernab von „Zuhause“, oder? Und obwohl die Reise gerade erst begonnen hat, hat man das Gefühl, dass der Junge aus Merate schon bald wieder die Koffer packen, und die Luft der ersten Liga schnuppern wird.

Im Februar 2026 ist Zoma noch fest beim Club und kein akuter Abgangskandidat – aber die Gerüchte werden sich häufen, je länger er auf diesem Level performt. Ein Sommer-Transfer 2026 in die 1. Bundesliga oder der Serie A (z. B. zu einem Mittelfeld- oder Aufsteiger-Club) ist sehr realistisch, wenn er die Spielzeit stark beenden sollte. Bis dahin bleibt es bei Spekulationen und Beobachtung durch Scouts. Der Club wird ihn nur schweren Herzens ziehen lassen, aber bei einem passendem Angebot (vermutlich 8–15 Mio. € plus Boni) könnte ein Transfer dann ganz schnell Fahrt aufnehmen.

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Sascha

Warum Milan 10 Mio. für Serie B-Talent Alphadjo Cissè (19) zahlt

Alphadjo Cissè ist eines der aufstrebendsten Talente des italienischen Fußballs und verkörpert den Typ des modernen offensiven Mittelfeldspielers. Der 19-Jährige trägt derzeit das Trikot US Catanzaro in der Serie B, wo er bis Juni 2026 vom AC Milan ausgeliehen ist. Wir erklären euch warum die Rossoneri zehn Millionen Euro für dieses Zweitliga-Talent auf den Tisch gelegt haben. (Bild: IMAGO / NurPhoto)

Cissè wuchs in der Region Venetien auf, genauer gesagt in der Nähe von Treviso. Er begann bereits mit sechs Jahren in San Giuseppe, einem kleinen Verein in der Umgebung seines Elternhauses, mit dem Fußballspielen. Später wechselte er zu Indomita, bevor er in die Jugendakademie von Hellas Verona aufgenommen wurde. Dort durchlief er die verschiedenen Jugendmannschaften und schaffte den Sprung in den Profibereich.

In der Saison 2023/24 debütierte er mit gerade einmal 17 Jahren für Verona in der Serie A und absolvierte insgesamt drei Einsätze, ohne dabei ein Tor zu erzielen. Parallel sammelte er erste internationale Erfahrungen in den italienischen U-Nationalmannschaften. Sein familiärer Hintergrund ist multikulturell geprägt – neben der italienischen Staatsbürgerschaft besitzt er Wurzeln aus Guinea, was ihm eine zusätzliche kulturelle Tiefe verleiht, die er in Interviews als Bereicherung für seine Persönlichkeit beschreibt.

Transfer zum PSV Eindhoven fast fix

Der entscheidende Karriereschritt erfolgte in der Saison 2025/26, als Cissè im Februar 2026 leihweise zu Zweitligist Catanzaro wechselte. In der Serie B avancierte er schnell zum Leistungsträger und erzielte in 21 Einsätzen (davon 20 von Beginn an) beeindruckende sechs Tore und einen Assist bei über 1.700 absolvierten Spielminuten. Sein Performance Score liegt bei Opta bei starken 7,06, was ihn zu einem der auffälligsten Youngsters der Liga macht.

Vor dem Wechsel zu den Rossoneri stand er kurz vor einem Transfer zu PSV Eindhoven – der Deal galt als fast fix –, doch Milan schlug in letzter Minute zu und sicherte sich den Spieler. Cissè selbst kommentierte diesen Moment später:

„Ich bin glücklich, ich habe für einen der größten Klubs der Welt unterschrieben. Alles ging sehr schnell, ich sollte eigentlich zu PSV gehen, es war schon erledigt. Dann kam Milan, und ich hatte keine Zweifel und änderte meine Entscheidung.“

Dribbelstark und gefährlich aus der zweiten Reihe

Sein Spielerprofil zeichnet ihn als modernen offensiven Mittelfeldspieler aus, der bevorzugt mit rechts schießt und bei 1,81 Metern eine gute Mischung aus Technik, Tempo und Spielintelligenz mitbringt. Er agiert meist zentral hinter der Spitze, kann aber auch halbrechts oder halblinks eingesetzt werden. Stärken liegen in seiner Ballbehandlung, seinem Dribbling in engen Räumen, seiner Passgenauigkeit und seiner Fähigkeit, torgefährliche Schüsse aus der zweiten Reihe abzugeben.

In Catanzaro hat er gezeigt, dass er nicht nur kreativ ist, sondern auch konsequent abschließt – sechs Tore in einer halben Saison unterstreichen seine Torgefahr. Alphadjo Cissè zeichnet sich durch eine beeindruckende Torgefahr aus, die für einen offensiven Mittelfeldspieler in seinem Alter außergewöhnlich ist. Er erzielt Tore mit hoher Effizienz, indem er nicht nur viele Schüsse abgibt, sondern diese gezielt platziert, was sich in einer deutlichen Übererfüllung seines Expected Goals-Werts (2,69) zeigt – er verwandelt Chancen deutlich besser als erwartet.

Seine Schusstechnik ist stark, besonders aus der zweiten Reihe und von außerhalb des Strafraums, wo er mit Präzision und Kraft abschließt. Dazu kommt eine exzellente Dribbelstärke, mit der er Gegner in engen Räumen und im Finaldrittel regelmäßig ausspielt und so Räume für sich oder Mitspieler schafft. Er führt viele erfolgreiche Dribblings pro Spiel durch, was ihn zu einem gefährlichen Ballträger macht, der Verteidigungen durchbricht und progressive Läufe initiiert.

Seine Schussgenauigkeit und die Fähigkeit, den Ball schnell und präzise zu kontrollieren, ergänzen sein Profil als kreativer Spielmacher, der sowohl selbst torgefährlich ist als auch Chancen vorbereitet. In der Serie B hat er sich als einer der besten U23-Spieler etabliert, indem er hohe Werte in Schüssen auf das Tor, erfolgreichen Dribblings und progressiven Aktionen erzielt.

Die Baustellen

Trotz dieser starken offensiven Qualitäten hat Cissè noch klare Entwicklungsbereiche, die vor allem mit seiner Physis und seinem defensiven Beitrag zusammenhängen. Seine körperliche Robustheit ist derzeit begrenzt, was ihn in harten Zweikämpfen und bei intensiven Duellen oft unterlegen macht, da er nicht immer die nötige Stärke mitbringt, um Bälle zu behaupten oder Bälle abzuschirmen.

Defensiv zeigt er nur geringe Beiträge, etwa in Balleroberungen oder Pressing-Aktionen, was in einem taktisch disziplinierten System wie dem von AC Milan ein Nachteil sein könnte, wo von Max Allegri mehr Verantwortung in der Rückwärtsbewegung gefordert wird.

Seine Aggressivität und Zweikampfstärke liegen im unterdurchschnittlichen Bereich, und er gewinnt Luftduelle nur selten, was bei Standards oder in physisch geprägten Partien spürbar wird. Zudem muss er seine Konstanz über volle 90 Minuten noch steigern, da er als junger Spieler in manchen Phasen abtaucht, wenn die Intensität zu hoch ist.

Prognose – Vergleiche mit Lamine Yamal

Cissè wird oft als „Wunderkind“ bezeichnet und mit Spielern wie Lamine Yamal verglichen, vor allem wegen seiner Eleganz und seines Flairs. In einem Interview betonte er seine Einstellung:

„Ich wie Yamal? Ich gehe meinen eigenen Weg. Natürlich habe ich den Ehrgeiz, dieses Niveau zu erreichen. Ich stelle die Arbeit über alles.“ Diese Arbeitsethik und der Wunsch, seine Familie zu unterstützen, treibe ihn an.

Mit Milan hat er nun die perfekte Plattform, um den nächsten Schritt zu machen – sei es durch eine erfolgreiche Leihe oder eine baldige Rückkehr ins Profiteam der Rossoneri. Bei seinem Talent und seiner Reife ist es nur eine Frage der Zeit, bis er in der Serie A und vielleicht bald in der italienischen A-Nationalmannschaft eine feste Größe wird.

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Sascha

Juves nächster Kenan Yildiz? | Adin Ličina (19) im Porträt

Juventus Turin hat es wieder getan und nach Kenan Yildiz dem FC Bayern München einen weiteren Rohdiamanten ablösefrei abgeluchst. Der 19-jährige Adin Ličina hat sich entschlossen dem Weg des türkischen Jungstars in die Serie A zur alten Dame zu folgen. Beide Spieler haben ähnliche Anlagen und daher könnte dieser Transfer der nächste große langfristige Coup des italienischen Rekordmeisters sein. (Bild: IMAGO / Beautiful Sports)

Adin Ličina verkörpert den klassischen Fall eines Talents, das in einer der weltbesten Nachwuchsakademien reifte – und dann den Mut hatte, den nächsten Schritt anderswo zu wagen. Der am 6. Januar 2007 in Landshut geborene deutsche U19-Nationalspieler wechselte Anfang Februar 2026 ablösefrei vom FC Bayern München zu Juventus Turin, wo er zunächst bei der Next Gen in der Serie C eingesetzt wird, parallel aber bereits mit der Profimannschaft trainieren darf.

Aus der Bayern-Akademie zum italienischen Neuanfang

Ličina trat bereits mit acht Jahren (2015) in die Bayern-Akademie ein und durchlief dort sämtliche Jugendstufen bis zur U19 und den Bayern-Amateuren. In der Regionalliga bei Bayern II absolvierte er bis zu seinem Abgang 33 Einsätze, erzielte dabei drei Tore und gab sechs Vorlagen – vielversprechende, aber noch nicht spektakuläre Zahlen für einen damals 18-Jährigen in der vierten Liga.

Parallel sammelte er internationale Erfahrung in den deutschen Nachwuchsnationalmannschaften: von der U15 bis zur U19 bestritt er insgesamt 27 Länderspiele und erzielte vier Tore. Seine Wurzeln liegen übrigens teilweise in Montenegro – die Familie stammt aus der Region um Bijelo Polje –, was ihm neben der deutschen auch die montenegrinische Nationalmannschaft eröffnet.

Bayern sicherte sich beim Abgang eine 30-prozentige-Weiterverkaufsbeteiligung sowie ein Mitverkaufsrecht. Der Transfer erinnert frappierend an den Weg von Kenan Yildiz, der 2022 ebenfalls von Bayern-Campus zu den Bianconeri wechselte und dort inzwischen zum echten Jungstar aufgestiegen ist. Beide werden von derselben Agentur (Leaderbrock) vertreten, die nun vielleicht ein bewährtes Muster darin sehen.

Spielweise erinnert an Di Maria

Ličina ist 1,80 m groß, Linksfuß und vielseitig einsetzbar. Offiziell wird er hauptsächlich als rechter Flügelstürmer geführt, bringt aber auch Qualitäten als offensiver Mittelfeldspieler, linker Flügel und Schienenspieler mit.

Der flexible Offensivakteur zeichnet sich vor allem durch eine außergewöhnliche technische Qualität aus. Sein starker linker Fuß ermöglicht ihm präzise Abschlüsse, gefährliche Flanken und kreative Pässe, die oft den Unterschied machen. In 1-gegen-1-Situationen, besonders in engen Räumen, gilt er als nahezu unaufhaltbar, weil er mit seiner Beweglichkeit, hohen Agilität und exzellentem Ballgefühl seine Gegenspieler mühelos ausspielt.

Seine Ballkontrolle und sein erster Kontakt sind auf höchstem Niveau, was ihm erlaubt, das Spiel schnell zu beschleunigen oder in engen Zonen Lösungen zu finden. Dazu kommen eine gute Übersicht, und eine hohe Spielintelligenz, die ihn zu einem echten Spielmacher machen – er sieht Räume und Mitspieler früh und setzt sie mit präzisen Pässen in Szene.

Seine Beschleunigung und sein Tempo auf den ersten Metern machen ihn zusätzlich gefährlich, wenn er mit dem Ball am Fuß ins Rollen kommt. Seine Kreativität sowie sein Flair sorgen dafür, dass er unberechenbar für den Gegner ist. Sein Spielstil kann mit Spielern wie Ángel Di María oder Hakim Ziyech verglichen werden, da er ähnlich trickreich und spielintelligent agiert.

Deutliche physische Defizite

Trotz dieser beeindruckenden Stärken hat Ličina noch klare Entwicklungsfelder. Seine Physis und Robustheit sind derzeit seine größten Schwächen – er wirkt in Zweikämpfen oft zu labil und verliert daher noch zu oft physische Duelle, besonders wenn es körperlich hart zur Sache geht. Die Intensität über die volle Spieldauer fehlt ihm noch, was dazu führt, dass seine Leistungskurve in manchen Partien schnell nachlässt und er nicht immer die gleiche Präsenz zeigt.

Sein schwacher rechter Fuß ist ein weiterer limitierender Faktor, da er zu sehr auf links angewiesen ist und Gegner das antizipieren können, indem sie ihn auf seine rechte Seite drängen. Im Kopfballspiel ist er aufgrund seiner Größe von 1,80 Metern und seines Gewichts ebenfalls unterlegen, was in der Serie A, wo Zweikämpfe und Standardsituationen eine große Rolle spielen, ein Nachteil sein könnte.

Kann er der nächste Yildiz werden?

Insgesamt überwiegen bei dem 19-Jährigen die technischen und kreativen Pluspunkte deutlich, was ihn zu einem hochinteressanten Talent macht. Seine Schwächen sind typisch für einen jungen Offensivspieler und können durch gezieltes Training – vor allem im Athletikbereich und in der Zweikampfstärke – behoben werden. Wenn Juventus es schafft, ihn physisch robuster und konstanter zu machen, hat er das Zeug, sich zu einem Top-Flügelspieler oder offensiven Mittelfeldspieler in Europa zu entwickeln.

Das Potenzial ist hoch – viele Scouts zählten Ličina in den Jahren 2024/25 zu den interessantesten deutschen U19-Talenten außerhalb der absoluten Top-Namen. Juventus traut ihm zu, mittelfristig den Sprung in den Profikader zu schaffen, ähnlich wie es Kenan Yildiz in den letzten Jahren vorgemacht hat.

Ob er tatsächlich das Niveau eines Top- europäischen Flügelspielers erreicht, hängt stark von seiner Entwicklung in den nächsten 18–24 Monaten ab – insbesondere von der Frage, ob er den Schritt von der Technik- zur physischen und taktischen Reife schafft, die in der Serie A gefordert wird.

Fest steht: Mit 19 Jahren hat Adin Ličina gerade erst das Kapitel „Bayern-Talent“ geschlossen und ein neues, spannendes in Turin begonnen. Die Alte Dame setzt erneut auf den bewährten Mix aus „deutscher Grundausbildung und italienische Weiterentwicklung“. Ob daraus ein Star wird, zeigt die Zeit – die ersten Highlights aus seiner Bayern-Zeit lassen aber durchaus hoffen.

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