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Sascha

Erstmals Cheftrainer | Ashley Cole übernimmt Serie B-Club

Der FC Cesena hat einen der überraschendsten Trainerwechsel der aktuellen Saison vollzogen: Am 15. März 2026 wurde der ehemalige englische Nationalspieler und Weltklasse-Verteidiger Ashley Cole als neuer Cheftrainer der Serie-B-Mannschaft bestätigt. Für den 45-Jährigen ist es die erste Station als hauptverantwortlicher Coach einer Profimannschaft. Doch ist die englische Legende der geeignete Mann für den Job?

Es gibt einen feinen, aber starken Faden, der den Londoner Nebel mit der leidenschaftlichen Wärme der Romagna verbindet. Dieser Faden hat seit wenigen Tagen das Gesicht von Ashley Cole – vielleicht etwas gealtert, aber immer noch unverkennbar. Der linke Außenverteidiger, der die Rolle in der Geschichte der Premier League neu definiert hat, der unermüdliche Läufer von Arsenal und Chelsea, ist bereit, auf der Bank von Cesena Platz zu nehmen.

Eine Entscheidung, die auf den ersten Blick wie ein exotisches Wagnis erscheinen mag, die aber, wenn man den Reifeprozess des Menschen – noch vor dem des Trainers – genauer betrachtet, die Züge eines Sportromans trägt - ein Roman der mit außerordentlicher Klarheit und Einsicht geschrieben ist.

Schon als Spieler in der Serie A

Für Cole ist Italien kein Neuland. Seine erste Begegnung mit dem Calcio geht auf den Sommer 2014 zurück, als er in der Hauptstadt landete, um das Trikot der Roma zu tragen. Es waren zwei schwierige Spielzeiten in einer Stadt, die ihre Helden schnell verschlingt und kaum Fehler verzeiht – vor allem nicht bei denen, die mit einer beeindruckenden Erfolgsbilanz kommen.

Diese Zeit bei den Giallorossi, die er am Ende einer auf dem Spielfeld unnachahmlichen Karriere durchlebte, hinterließ ihm jedoch weit mehr als nur einige Einsätze im Olimpico. Sie lehrte ihn, die Taktik zu verinnerlichen, den Druck und zugleich die Liebe der Tifosi zu verstehen, die nur die italienischen Stadien zu vermitteln vermögen.

Diese Erfahrung, die er im Laufe der Zeit verarbeitet hat, stellt heute das grundlegende kulturelle Rüstzeug dar, mit dem er sich im „Manuzzi“ präsentiert, ein Stadion, das in Sachen Leidenschaft und Zugehörigkeitsgefühl den großen Städten in nichts nachsteht.

Empathie als Erfolgsfaktor?

Doch wer ist der Trainer Ashley Cole heute? Um das wirklich zu verstehen, muss man ihn aus der Rolle des Starspielers, der alles gewonnen hat, herausnehmen und den stillen, von intensiver Arbeit geprägten Weg betrachten, den er seit 2019 als Trainer eingeschlagen hat.

Er begann bei Derby County und Chelsea in der Jugend, arbeitete dann bei Everton und in der ersten Mannschaft der Blues als zuverlässiger Stellvertreter von Frank Lampard und später von Wayne Rooney bei Birmingham City bis hin zum Triumph als Assistent von Lee Carsley mit der englischen U21-Nationalmannschaft und einem kurzen Abstecher in der A-Nationalmannschaft.

Er hat nie das Rampenlicht gesucht, sondern es vorgezogen, die menschlichen Dynamiken hinter den Kulissen zu beobachten. Wie er selbst kürzlich zugab, hat ihn die Trainerbank tiefgreifend verändert. Der Fußball hat ihm sehr viel gegeben, und nun verspürt er das Bedürfnis, diesen Reichtum zurückzugeben, indem er versucht, Talente zu fördern, um die neuen Champions von morgen hervorzubringen.

Die wahre Veränderung findet ausschließlich im Inneren statt. Als er sich aus dem Rampenlicht des Spielfelds zurückzog, erkannte Cole, wie wichtig Empathie ist. „Man fängt an, Menschen zu beobachten“, dachte er sich, als er von Chase interviewt wurde, „man fragt sich, ob ein Spieler in einem bestimmten Moment wütend, traurig oder glücklich ist. Das Trainieren hat mir diese Sensibilität vermittelt, Stimmungen zu erkennen – eine Fähigkeit, die auf lange Sicht das wahre Geheimnis dafür ist, Spieler besser zu machen. Es hat mich zu einem besseren Menschen gemacht.“

Darum musste der Vorgänger gehen

Die Entscheidung fiel unmittelbar nach der Entlassung von Michele Mignani, der am vorletzten Samstag gehen musste. Der bisherige Trainer hatte mit dem Team in den letzten sieben Ligaspielen keinen Sieg mehr eingefahren – vier Niederlagen und drei Unentschieden standen zu Buche, zuletzt ein enttäuschendes 2:2 zu Hause gegen Frosinone.

Trotz des achten Tabellenplatzes, der noch den letzten Play-off-Rang bedeutet, war die sportliche Abwärtsspirale für die Vereinsführung nicht länger tragbar. Hinter dem Coup steht vor allem die amerikanische Eigentümergruppe um den kalifornischen Unternehmer Mike Melby und Sunday Ventures, die seit 2024 die Mehrheit am Traditionsklub aus der Romagna halten.

Die Besitzer verfolgen seit ihrem Einstieg eine klare Strategie der Internationalisierung und wollen Cesena über die Grenzen Italiens hinaus bekannter machen. Ashley Cole bringt als ehemaliger Star bei Arsenal und Chelsea, mit 107 Länderspielen für England und langjähriger Erfahrung in Top-Klubs und im Nationalteam-Staff genau das mit: globales Renommee, mediale Aufmerksamkeit und einen Namen, der weit über die Serie B hinausstrahlt.

Frische Impulse und neue Ideen

Cole unterschrieb einen Vertrag bis zum 30. Juni 2026 – mit einer Option auf Verlängerung, falls bestimmte sportliche Ziele erreicht werden. An seiner Seite steht unter anderem sein langjähriger Assistent Jack Mesure. Der Klub begrüßte den neuen Trainer und sein Team offiziell mit den Worten, man sei „begeistert, Mister Ashley Cole willkommen zu heißen“ und wünsche „viel Erfolg in diesem neuen Abenteuer“. Für viele Tifosi ist die Verpflichtung ein mutiger, fast risikoreicher Schritt:

Ein „Rookie“ ohne Cheftrainer-Erfahrung übernimmt in der heißen Phase einer Aufstiegssaison einen Klub, der mit sieben ausstehenden Spielen noch um den Sprung in die Play-offs kämpft. Doch genau darin liegt der Reiz für die Eigentümer – der Wunsch nach einem frischen Impuls, neuen Ideen und internationaler Strahlkraft in einer Phase, in der Cesena dringend wieder in die Erfolgsspur finden muss.

Das Debüt gelang dem Engländer gegen den Tabellenfünften Catanzaro mit einem 3:1-Heimerfolg, doch ob der Weltklasse-Name auf der Bank tatsächlich zum erhofften Turnaround führt, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen..

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Sascha

Der italienische Hummels? | BVB’s Luca Reggiani (18) im Porträt

Luca Reggiani ist derzeit einer der spannendsten Talente im Nachwuchs- und Profibereich von Borussia Dortmund. Der 18-Jahre junge Italiener verkörpert genau den Typ Spieler, den der BVB in den letzten Jahren immer wieder erfolgreich entwickelt hat. Doch dürfen Medien und Fans den Rohdiamanten wirklich schon mit BVB-Legende Mats Hummels vergleichen? (Bild: IMAGO / STEINSIEK.CH)

Geboren am 9. Januar 2008 in Modena, begann Reggianis fußballerischer Weg beim Serie D-Ligisten Castelvetro Calcio, bevor er 2016 in die renommierte Jugendakademie der US Sassuolo wechselte. Dort durchlief er die meisten Jugendjahrgänge, bis Borussia Dortmund im Februar 2024 zuschlug und den damals 16-Jährigen für eine vergleichsweise moderate Ablöse in die U17 transferierte. Der Wechsel nach Dortmund markierte den entscheidenden Sprung in eine der besten Nachwuchsschmieden Europas.

Mit 1,94 m Körpergröße bringt Reggiani bereits die ideale Physis für einen modernen Innenverteidiger mit. Sein Spielstil wird häufig mit dem von Mats Hummels verglichen – ein großes Kompliment in Dortmund. Er ist rechtsfuß, technisch stark , sehr ballsicher, verfügt über exzellente Passgenauigkeit (oft über 85–90 % in der Bundesliga-Saison 2025/26) und ist im Luftduell eine echte Waffe. Trainer und Scouts loben vor allem seine Ruhe am Ball und seine Fähigkeit, auch unter Druck saubere Lösungen zu finden.

Jüngster italienischer Torschütze der Geschichte

Sein Durchbruch bei den Profis kam schneller als bei vielen erwartet. Im Februar 2026 feierte er gegen Wolfsburg sein Bundesliga-Debüt, eingewechselt für Maximilian Beier. Beim 4:0 gegen Mainz machte er kurz darauf sein Heimdebüt im Signal Iduna Park. Nur etwa einen Monat später, am 14. März 2026 gegen den FC Augsburg, schrieb er Geschichte:

Per Kopfball nach einer Ecke erzielte der 18-Jährige seinen ersten Treffer für die Profis und wurde damit zum jüngsten italienischen Torschützen in der Bundesliga-Geschichte. Nach dem Tor jubelte Reggiani ausgelassen und rannte zu seinem italienischen Teamkollegen und Freund Samuele Inacio, um den Moment gemeinsam zu feiern. Auf Instagram schrieb er später emotional:

„Ich habe keine Worte um diesen Moment zu beschreiben, ich bin sehr glücklich mein erstes Bundesliga-Tor in diesen Farben erzielt zu haben. HEJA @bvb09 🖤💛“

In einem Statement nach dem Augsburg-Spiel sagte er:

„Verrückt! Ich konnte es nicht glauben, dass der Ball ins Tor fiel. Ich kann dieses Gefühl nicht beschreiben. Überragend! Vor einem Monat gab ich noch mein Debüt, dann die Champions League, und jetzt mein erstes Tor. Ich bin sehr glücklich wie es gerade für mich läuft. Danke an den Klub.“

Trainer Niko Kovac zeigte sich begeistert und gratulierte dem Youngster humorvoll, dass er sich nun Donuts verdient habe.

Vergleich mit Hummels

Luca Reggiani wird bei Borussia Dortmund seit seinem Wechsel und besonders seit seinen ersten Profieinsätzen häufig mit Mats Hummels verglichen – ein Vergleich, der in Dortmund natürlich besonders viel Gewicht hat. Hummels, die langjährige BVB-Legende und Inbegriff des modernen, ballsicheren Innenverteidigers, gilt als Blaupause für genau den Spielertyp, den der Verein in den letzten 10–15 Jahren immer wieder sucht und fördert.

Beide sind groß gewachsen (Hummels ca. 1,91 m/ Reggiani 1,94 m) und bringen eine imposante Präsenz mit. Im Luftduell sind sie dominant – Reggiani gewann bei seinem Tordebüt gegen Augsburg (März 2026) alle seine Luftduelle, was sofort an Hummels’ Stärke bei Standards erinnerte.

Der Kern des Vergleichs liegt jedoch eher am Umgang mit dem runden Leder: Beide sind extrem ballsicher und passstark. Reggiani zeigt bereits in der Bundesliga und Champions League eine Passquote von oft über 85 %, auch unter Druck. Er sucht aktiv die Tiefe mit vertikalen Pässen und traut sich, aus der Abwehr im eleganten Stil heraus zu dribbeln – genau wie Hummels es in seinen besten Jahren tat.

Waffen bei ruhenden Bällen

Beide strahlen unter hohem Pressing eine außergewöhnliche Ruhe aus. Reggiani wurde nach seinem CL-Start gegen Atalanta (mit Clean Sheet) für seine Reife gelobt – Niko Kovac sagte: „Der Junge ist gerade einmal 18, spielt erstmals CL. […] Das war eine sehr reife Leistung.“ Hummels war jahrelang für genau diese Abgeklärtheit bekannt, auch in großen Spielen.

Reggianis erstes Profitor war ein Kopfball nach Ecke – ein Szenario, in dem Hummels unzählige Male traf (Bundesliga-Rekord bei Innenverteidigern). Beide sind bei ruhenden Bällen echte Waffen. Trotz der vielen Parallelen ist klar: Reggiani ist erst 18 und steht erst am Anfang. Hummels hatte bei vergleichbarem Alter bereits mehr Profierfahrung, war aber defensiv noch nicht so dominant wie in seiner Prime.

Hummels war in seiner Prime physisch extrem präsent und gewann oft Duelle durch Antizipation und Timing. Reggiani ist hier noch in der Entwicklung – er ist sehr sauber im Tackling, verliert aber gelegentlich Zweikämpfe durch jugendliche Leichtsinnigkeit. Seine Stärke liegt aktuell mehr im positionsbedingten Verteidigen und Lesen des Spiels.

Fazit

Sportdirektor Sebastian Kehl betonte, dass Reggiani in kürzester Zeit einen riesigen Sprung gemacht habe und man bereits seit Wochen über eine langfristige Verlängerung spreche (aktueller Vertrag bis 2027).

Mit erst 18 Jahren hat Luca Reggiani bereits in der Bundesliga, Champions League und der UEFA Youth League gespielt. Seine Schnelligkeit im Aufbauspiel, die Zweikampfstärke und die Fähigkeit, Standards zu verwandeln, machen ihn zu einem Rohdiamanten mit sehr hohem Potenzial. Dortmund setzt bei ihm – genau wie bei Schlotterbeck, Anton oder Süle zuvor – auf kontinuierliche Entwicklung statt auf sofortigen Stammplatzdruck.

Wenn Reggiani seine Entwicklung so fortsetzt – ruhige Auftritte in CL & Bundesliga, weitere Tore per Kopf, hohe Passgenauigkeit –, könnte er in 3–5 Jahren tatsächlich in die Fußstapfen von Hummels treten: als Leader der Abwehr, Dirigent von hinten und Identifikationsfigur. Aktuell ist es ein sehr schmeichelhafter, aber berechtigter Vergleich auf Potenzial-Ebene. Die BVB-Fans träumen trotzdem bereits davon, dass der nächste „Hummels“ schon in ihren Reihen ist.

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Sascha

Darum jagt ihn Juventus | Djed Spence (25) im Porträt

Die alte Dame soll mit Djed Spence (25) einen neuen Außenverteidiger für den Sommer ins Visier genommen haben. Der englische Nationalspieler hat sich in den letzten Jahren nach einigen frustrierenden Leihstationen zu einer der besten Akteure der Premiere League gemausert. Wie italienische Medien berichten soll die alte Dame gute Chancen besitzen den ehemaligen Italien-Legionär verpflichten zu können. Doch was macht ihn aus und würde er zum italienischen Rekordmeister passen? (Bild: IMAGO / Focus Images)

Djed Spence hat in den letzten Jahren eine der beeindruckendsten Karrierewenden im modernen Fußball hingelegt. Vom talentierten, aber lange unterschätzten Talent bei Nottingham Forest und Middlesbrough über frustrierende Leihstationen und wenig Spielzeit bei Tottenham Hotspur bis hin zum Stammspieler, Europa-League-Gewinner und englischer Nationalspieler – Spence verkörpert den klassischen Underdog-Weg.

Nach seinem Durchbruch bei Nottingham Forest in der Championship-Saison 2021/22 (wo er maßgeblich am Aufstieg beteiligt war) verpflichtete Tottenham 2022 den gebürtigen Londoner für rund 15 Millionen Euro. Doch unter Antonio Conte blieb der Durchbruch aus. Spence selbst reflektierte später offen in einem Interview mit Rio Ferdinand:

„Ich habe dem Trainer, Spielern und der Umgebung bei den Spurs zu viel Respekt entgegengebracht. […] Dieser Mann (Conte) war mit nichts zufrieden.“

Der Satz über Conte („That man wasn’t happy about anything“) zeigt, wie sehr die starre Hierarchie und mangelnde Wertschätzung den jungen Engländer zunächst lähmten und seine Entwicklung ins Stocken brachten.

Wende in der Serie A

Es folgten Leihen zu Rennes, Leeds United und – entscheidend – Genoa in der Serie A (Januar bis Juni 2024), wo er unter anderem mit dem heutigen Juventus-Sportdirektor Marco Ottolini (46) zusammenarbeitete. Diese 16 Serie-A-Partien waren der Wendepunkt für das damalige Talent: Spence kehrte physisch robuster, taktisch reifer und vor allem mit neuem Selbstvertrauen zurück auf die Insel.

Seit der Saison 2024/25 gehört er bei Tottenham zu den Konstanten. In der abgelaufenen Spielzeit absolvierte er 35 Pflichtspiele (inklusive 4 in der Europa League), schoss 2 Tore und bereitete 2 vor – und trug als Einwechselspieler sogar zum Europa-League-Triumph gegen Manchester United bei. In der aktuellen Saison 2025/26 hat er bereits 22 Premier-League-Einsätze (über 1.690 Minuten), 4 gelbe Karten und einen soliden Performance Score um 6,6–6,8 gesammelt.

Im August 2025 verlängerte er seinen Vertrag bis 2029 und feierte im September 2025 sein Debüt in der A-Nationalmannschaft (eingewechselt beim 5:0 gegen Serbien in der WM-Quali). Harry Kane überreichte ihm die Kappe – ein emotionaler Moment.

Ein defensives Zweikampf-Ungeheuer

Djed Spence hat sich in den letzten Jahren zu einem der athletischsten und vielseitigsten Außenverteidiger der Premier League entwickelt. Seine taktischen Stärken liegen vor allem in den 1-gegen-1-Duellen, der physischen Präsenz und einer zunehmend ausgereiften Balance zwischen Offensive und Defensive – Eigenschaften, die ihn besonders in intensiven Systemen wertvoll machen.

Spence gilt als einer der besten defensiven Zweikämpfer in direkten Duellen. In der Saison 2024/25 (die als Referenz für seine Entwicklung dient) gewann er laut Opta-Analysen 71,2 % seiner echten 1-gegen-1-Situationen, was ihn unter allen Verteidigern mit mindestens 1.000 Einsatzminuten auf Platz 11 katapultierte – und das vor den meisten anderen Außenverteidigern.

Nur wenige Fullbacks (wie Aaron Wan-Bissaka oder Tyrick Mitchell) lagen vor ihm. Er wurde in 25 Premier-League-Spielen nur siebenmal ausgespielt – eine extrem niedrige Zahl für seine Position! Seine Stärken wie die explosive Beschleunigung, ein gutes Timing beim Tackling und hohe Aggressivität ohne übermäßiges Foulspiel, machen den Engländer zu einem wahren Verteidigungsbiest.

Die ehemalige Genova-Leihgabe ist dank seiner ca. 184 cm physisch enorm robust, besitzt eine starke Grundathletik, und gewinnt überdurchschnittlich viele Zweikämpfe am Boden und in der Luft. Selbst wenn der Gegner ihn isoliert und anpresst strahlt er Sicherheit aus, was Nationaltrainer Thomas Tuchel ebenfalls beeindruckt haben muss.

Vom Flügelstürmer zum Außenverteidiger

Mit dem Ball ist Spence explosiv und direkt. Er versucht pro 90 Minuten durchschnittlich 3,6 Dribblings und ist in 1,9 der Versuche erfolgreich – Höchstwerte unter allen Verteidigern mit relevanter Spielzeit. Er liebt es, Tempo aufzunehmen, Gegner stehenzulassen und dann entweder selbst abzuschließen oder flach/halbhoch in den Strafraum zu flanken.

In Systemen mit hoher Intensität (wie unter Postecoglou/Frank bei Spurs) nutzt er seine Schnelligkeit für schnelle Umschaltmomente. Er ist kein „klassischer Abwehrspieler” mit vielen Pässen ins Zentrum, sondern ein Spieler, der Breite und Geschwindigkeit bringt – ideal für Konter oder schnelle Flankenläufe.

Spence hat sich taktisch enorm weiterentwickelt. Früher (bei Forest 2021/22) war er fast reiner Flügelstürmer mit hoher Risikobereitschaft; inzwischen positioniert er sich disziplinierter, invertiert gelegentlich (je nach Traineranweisung) und versteht besser, wann er hochschiebt und wann er sich zurückfallen lässt. Er kann beide Seiten spielen (rechts bevorzugt, links solide) und passt in 4-3-3-, 4-2-3-1- oder sogar 3-4-3-Systeme. Dank seines sehr starken Dribbling und sicherem Passspiel (kurz und direkt) kann er auch problemlos offensive Aufgaben meistern.

Baustellen

Bei all den beeindruckenden Stärken gibt es auch noch Baustellen, an denen unser Protagonist arbeiten muss. Seine Entscheidungen sind manchmal noch verbesserungswürdig. In riskanten Zonen oder Phasen des Spiels verliert er den Ball durch unnötige Dribblings und bringt damit das ganze Team in Gefahr. Aus diesen Situationen muss er noch lernen um ein noch ballsicherer Spieler zu werden. Zudem geht ihm hin und wieder die Konzentration ab, so dass er in Ballbesitzphasen mit technischen Fehlern und leichtsinnigen Fehlpässen den Gegner wieder ins Spiel kommen lässt.

Zusammengefasst machen seine taktischen Stärken Spence zu einem modernen, hybriden Außenverteidiger: defensiv extrem zuverlässig, offensiv ein echter Bedrohungsfaktor durch Tempo und Direktheit, und mit der Fähigkeit, in hochintensiven Spielen 90 Minuten lang zu arbeiten. Er ist kein Ballverteiler à la Trent Alexander-Arnold, sondern ein Athlet, der Duelle gewinnt und Räume schafft – perfekt für Teams, die gegen ballbesitzstarke Gegner kontern wollen.

Warum passt Djed Spence so gut zu Juventus?

Juventus sucht seit Monaten nach Stabilität und Dynamik auf den Außenverteidiger-Positionen. Die Berichte aus Italien (allen voran der Gazzetta dello Sport) nennen Spence als Prioritätsziel für den Sommer 2026 – mit einer potenziellen Ablöse um die 26–30 Millionen Euro. Die Argumente liegen auf der Hand:

Der mittlerweile 25-jährige Rechtsverteidiger hat bereits Serie-A-Erfahrung. Seine starke Halbserie bei Genoa 2024 hat gezeigt, dass er den italienischen Fußball adaptiert hat und versteht - robuste Zweikämpfe, taktische Disziplin und hohe Intensität. Juves Sportdirektor Marco Ottolini kennt Spence aus gemeinsamer Zeit in Genua und war maßgeblich an der Leihe beteiligt. Das schafft Vertrauen und könnte die Verhandlungen mit dem Spieler deutlich erleichtern.

Darüber hinaus gefällt das Profil des englischen Nationalspielers: Juventus sucht einen athletischen, defensiv sicheren Rechtsverteidiger, der auch nach vorne explosiv ist und 1-gegen-1-Duelle liebt. Spence bringt genau das mit: starke Flankenläufe, gutes Timing in der Rückwärtsbewegung und zunehmende Konstanz. Lediglich gegen sehr starke Teams wie beispielsweise Arsenal oder PSG, offenbarte er sehr schwache Leistungen. Er ist vielseitig (kann auch links verteidigen) und mit 25 Jahren im besten Alter für eine langfristige Investition.

Spence hat bewiesen, dass er die richtige Mentalität mitbringt - Rückschläge wegstecken und sich steigern kann. Genau nach dieser Resilienz suchen die Juve-Verantwortlichen, um die Siegermentalität wieder zu generieren, die ihnen seit 2-3 Jahren verloren gegangen ist.

Spence selbst formulierte seinen Antrieb 2025 so: „Ich will mehr spielen, konstant sein, mehr Spiele gewinnen.“ Und nach seinem England-Debüt und der Vertragsverlängerung sagte er: „Es war eine Achterbahnfahrt. Ich bin jedoch überglücklich mit allem.“

Für Juventus könnte Spence genau der Baustein sein, der die rechte Seite wieder zu einer echten Waffe macht – günstiger als viele Alternativen, mit Italien-Vorerfahrung und einem hungrigen Spieler, der noch viel Entwicklungspotenzial hat. Die Bianconeri beobachten ihn intensiv. Es wäre keine Überraschung, wenn im Sommer 2026 der nächste Karriereschritt von London nach Turin führen würde.

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Sascha

Jagt Milan den brasilianischen Pogba? | André Luiz (19) im Porträt

In Brasilien wird André Luiz (19) bereits mit Spielern wie Paul Pogba oder NGolo Kanté verglichen, was laut einigen Medienberichten den AC Mailand auf den Plan gerufen hat. Was die Rossoneri so spannend am brasilianischen Talent finden, verraten wir euch in diesem Porträt.

Qualität, Kraft und Intelligenz: André wirbt mit drei Eigenschaften um AC Mailand, die für das Mittelfeld von Massimiliano Allegri von unschätzbarem Wert sind. In Brasilien zweifelt man nicht an seinem Talent und vergleicht ihn bereits mit dem ehemaligen Ausnahmefußballer Paul Pogba, wenngleich der Weg bis zur Prime des Franzosen noch sehr weit ist. Der Vergleich könnte den Spieler der Jahrgangs 2006, der kürzlich in die erste Mannschaft von Corinthians befördert wurde, unter Druck setzen.

André ist ein Produkt der Jugendabteilung des brasilianischen Vereins. Im Alter von 10 Jahren trat der Mittelfeldspieler in die Welt von „Timão” ein und zeigte sein Können in Turnieren wie dem Paulistão U17 im Jahr 2023 und der Copinha im Jahr 2024.

Der derzeitige Trainer des Vereins, Dorival Júnior, war von den Qualitäten des Jungen so beeindruckt und beschloss ihn im September 2025 in die erste Mannschaft zu befördern. Die Wette des ehemaligen Nationaltrainer Brasiliens ging auf. Seit seinem Debüt für die Profis von Corinthians – am 15. September 2025 gegen Fluminense – hat André 24 Einsätze absolviert und 4 Tore erzielt.

Die Führung des AC Mailand denkt langfristig. Mit Blick auf die Tabelle sind die Rossoneri fast sicher, dass sie in der nächsten Saison international spielen werden. Der Verein möchte daher Trainer Allegri qualitativ hochwertige Alternativen zur Verfügung stellen, um mehr Rotation vornehmen zu können, ohne das Niveau der Mannschaft dabei zu senken, und André scheint genau nach dem Geschmack des Erfolgstrainers zu sein.

Spielerprofil

Der AC Mailand hat beschlossen, eine bedeutende Investition in den Spieler zu tätigen. Wie bereits berichtet wurde, kann der Transfer laut ESPN – der noch nicht abgeschlossen ist – bis zu 17 Millionen Euro für 70 % der wirtschaftlichen Rechte des Brasilianers erreichen (15 Millionen fest plus zwei Millionen Bonus). Ein kleiner Betrag für einen Spieler, der alle Voraussetzungen mitbringt, um die Investition mehr als zurückzuzahlen.

Aber wo spielt er auf dem Feld? Andrés natürliche Position ist die des Mittelfeldspielers. In Allegris System könnte der Brasilianer Fofanas Stellvertreter werden. Im Gegensatz zum Franzosen, der ein körperbetonter Spieler ist und Bälle erobert, sorgt der Spieler der Jahrgangsstufe 2006 für mehr Torgefahr und Qualität am Ball. Eine Mischung aus Fofana und Rabiot, die vor allem dann nützlich sein kann, wenn sich die Mannschaften hinten rein stellen.

André Luiz Santos Dias, von den Fans und Medien meist einfach André genannt, ist aktuell einer der spannendsten Youngster im Kader des SC Corinthians Paulista. Der am 20. Juni 2006 geborene zentrale Mittelfeldspieler (auch defensiv und offensiv einsetzbar) hat sich in den letzten Monaten vom vielversprechenden Talentaus der Base zum ernsthaften Kandidaten für einen Millionen-Transfer nach Europa entwickelt – AC Milan verhandelt derzeit intensiv um den 19-Jährigen.

Stärken: Physis, Dynamik und Torgefahr

André bringt bereits jetzt ein sehr ausgereiftes physisches Paket mit. Bei etwa 1,83 m Körpergröße kombiniert er Kraft im Zweikampf mit guter Schnelligkeit und Ausdauer. Beobachter loben regelmäßig seine Stärke in den Duellen (sowohl stehend als auch am Boden) und seine Fähigkeit, Bälle zu erobern und sofort umzuschalten.

Besonders auffällig ist seine Torgefahr aus der zweiten Reihe: In seinen bisher rund 24 Einsätzen für die Profimannschaft gelangen ihm bereits vier Treffer – eine sehr respektable Quote für einen zentralen Mittelfeldspieler in diesem Alter. Er hat ein gutes Timing für tiefe Läufe in den Strafraum und schließt präzise ab.

Dazu kommen eine ordentliche Passqualität und ein solides Ballgefühl. Die Verantwortlichen bei Corinthians heben hervor, dass er mehrere Positionen im Mittelfeld ausfüllen kann – vom klassischen Box-to-Box-Spieler über den etwas tieferen Achter bis hin zu situativen Einsätzen als Sechser. Seine physische Präsenz und Laufbereitschaft machen ihn zu einem modernen, hybriden Mittelfeldspieler, der in Europa durchaus sofortige Spielpraxis bekommen könnte.

Schwächen: Konstanz, Defensivarbeit und letzte Feinabstimmung

Trotz des Hypes ist André noch kein fertiger Spieler. Seine größte Baustelle ist trotz seiner Zweikampfstärke aktuell das Stellungsspiel. In manchen Partien wirkt er positionell noch unsicher, lässt sich zu leicht aushebeln und gewinnt nicht immer die entscheidenden zweiten Bälle. Gerade gegen technisch starke und ballsichere Mannschaften im Mittelfeld zeigt sich, dass ihm noch die letzte Reife in der Antizipation und im Pressingverhalten fehlt.

Auch die Spielkontrolle und Konstanz über 90 Minuten ist noch ausbaufähig. In mehreren Spielen der Saison 2025/26 begann er enorm stark, ließ dann aber im zweiten Durchgang deutlich nach – typisch für einen sehr jungen Spieler, der plötzlich viele Minuten auf Profiniveau absolviert.

Technisch fehlt ihm teilweise noch der letzte Feinschliff unter höchstem Druck. Seine Passquote ist solide, aber er produziert (bisher) relativ wenige Schlüssel- und Progressivpässe im Vergleich zu den ganz großen Talenten seiner Altersklasse.

Fazit: Hochbegabt, aber noch im Entwicklungsprozess

André verkörpert genau den Typ Spieler, den europäische Top-Clubs derzeit suchen: jung, physisch stark, torgefährlich und vielseitig einsetzbar. Die Verhandlungen mit Milan (aktuell ca. 15–22 Mio. € plus Boni für 70 % der Rechte) zeigen, wie hoch das Standing des Jungen bereits ist.

Für Corinthians ist er ein enorm wichtiger Vermögenswert – gleichzeitig aber auch ein Risiko, wenn man ihn zu früh abgibt. Bleibt er noch 12–18 Monate und steigert seine Defensivstabilität sowie Konstanz, könnte die Ablöse leicht die 30-Mio.-€-Marke überschreiten.

Daher blockiert Corinthians-Präsident Osmar Stabile derzeit noch den Transfer. Der Spieler dagegen soll auf einen Wechsel in die Lombardei drängen, da viele Brasilianer, wie beispielsweise Kaká, Cafu oder Ronaldinho die Geschichte des Vereins prägten. Sollte der siebenfache Königsklassensieger die Ablöse auf 25 Millionen Euro anheben, könnte die Wahrscheinlichkeit eines Transfers daher deutlich steigen.

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Sascha

Warum der italienische Fußball international nicht mehr mithalten kann

Die Vereine der Serie A erleben in den internationalen Wettbewerben der Saison 2025/26 eine der bittersten Phasen ihrer jüngeren Geschichte. Während die höchste italienische Spielklasse zu Hause weiterhin spannend und ausgeglichen bleibt, droht den Klubs in der UEFA Champions League ein historisches Desaster. (Bild: IMAGO / NurPhoto)

Inter Mailand, der souveräne Klassenprimus Italiens, scheiterte bereits in den Playoffs am krassen Außenseiter Bodø/Glimt aus Norwegen (1:3 im Hinspiel, 1:2 im Rückspiel), Juventus Turin kassierte bei Galatasaray ein demütigendes 2:5 (trotz 2:1-Pausenführung), und der SSC Napoli flog schon in der Ligaphase raus – inklusive eines 2:6-Debakels bei PSV Eindhoven. Nur Atalanta Bergamo konnte mit dem glücklichen Einzug ins Achtelfinale in letzter Sekunde gegen den BVB etwas Gesicht wahren.

Fabio Capello, der als Spieler und Trainer Legendenstatus genießt, bringt das Problem auf den Punkt:

„Italienische Mannschaften spielen in einem sehr langsamen Tempo. Wenn sie auf Teams treffen, die Pressing und hohes Tempo spielen, fehlt ihnen die Qualität, sie sind das hohe Tempo nicht gewohnt und machen Fehler. Das ist der Schlüssel. Im Moment sind wir nicht aggressiv genug“, so der ehemalige Fußballlehrer.
„Sobald in der Serie A das Tempo angezogen wird, wird sofort gepfiffen – ein Tackling ist zu hart, ein Ohr wird berührt, und der Spieler geht zu Boden. Deshalb sind das die Ergebnisse. Wir spielen langsam, leider, und wenn das Tempo steigt, ist es schwer, gefährlich zu werden.“

Das 79-Jährige Trainer-Urgestein nennt damit einen der Kernpunkte: Die Serie A hat sich taktisch in eine Komfortzone eingerichtet, in der Schiedsrichterentscheidungen, wenig Pressing-Resistenz und ein gemäßigtes Spieltempo dominieren. Im europäischen Vergleich wirkt das veraltet.

Finanzielle Kluft wird immer größer

Der sportliche Niedergang hat vor allem ökonomische Wurzeln. Laut UEFA-Berichten und Deloitte Football Money League 2026 liegt die Serie A bei den Gesamteinnahmen klar auf Platz vier in Europa (hinter Premier League, Bundesliga und La Liga), teilweise sogar auf Platz fünf bei den Matchday-Einnahmen. Die Premier League allein generiert fast 7,5 Milliarden Euro – mehr als doppelt so viel wie Italiens knappe 2,9 Milliarden.

• TV-Rechte in Italien: ca. 1,2 Mrd. €

• Premier League: ca. 3,4 Mrd. €

• Stadion-Einnahmen Serie A insgesamt: oft unter 450 Mio. € (viele Klubs teilen sich veraltete oder kleine Arenen)

Ohne moderne Stadien, ohne starke internationale Vermarktung und mit sinkenden TV-Geldern (der neue DAZN/Sky-Deal brachte sogar weniger als der vorherige) fehlt das Geld, um Top-Talente langfristig zu halten. Die besten italienischen Spieler (und viele Ausländer nach kurzer Zeit) wandern ab – vor allem nach England, aber auch nach Deutschland, Spanien oder Frankreich.

Alessandro Del Piero brachte es kürzlich so auf den Punkt: „Die Investitionskraft ist sehr niedrig geworden. Andere Märkte sind viel, viel größer geworden als unserer. Probleme? Unsere Stadien. Wir wissen, dass wir da besser performen müssen …“

Nachwuchsförderung und Spielphilosophie

Ein weiteres strukturelles Problem: Die italienischen Akademien produzieren zu wenig sofort einsatzfähige Profis für das internationale Top-Niveau. Viele Serie-A-Klubs setzen stattdessen auf günstige Ausländer oder Leihspieler, statt konsequent junge Italiener zu integrieren – Pio Esposito, Davide Barthesagi oder Antonio Vergara bilden da die Ausnahme. Talente emigrieren früh – und tauchen dann oft als Gegner wieder auf (wie diverse Ex-Serie-A-Spieler, die italienische Klubs in dieser Saison demütigten).

Kurzfristig hilft nur eine radikale Kehrtwende: aggressiveres Pressing trainieren, Tempo erhöhen, Schiedsrichter sensibilisieren und vor allem in Infrastruktur investieren. Langfristig braucht die Serie A eine neue TV-Rechte-Strategie und endlich den Mut zu Stadion-Neubauten. Fabio Capello formulierte es schon vor Jahren sinngemäß so: Der deutsche Weg – starke Nachwuchsarbeit, hohes Tempo, mutige Spielweise – sei das Vorbild.

Bis dahin bleibt der Eindruck: Der stolze italienische Fußball ist international nicht mehr konkurrenzfähig – und das tut weh, wenn man an die goldene Ära von 1980 bis 2010 denkt, als Milan, Juventus, Inter und die Roma Europa beherrschten und Teams aus der Serie A noch gefürchtet wurden. Die aktuelle Saison könnte der Tiefpunkt sein – oder der Weckruf, den viele seit Jahren fordern. Denn die Nationalmannschaft hat das Problem schon vor Jahren angedeutet.

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Sascha

Das französische Wrexham? | Le Mans peilt den Durchmarsch an

Le Mans, eine Region, die seit jeher für ihr historisches 24-Stunden-Rennen bekannt ist, versucht seit einigen Jahren, sich auch in der Welt des Fußballs zu etablieren. Dies geschieht dank des Projekts des Le Mans FC, einem französischen Verein, der in der Ligue 2 spielt und einen ähnlichen Weg wie das walisische Wrexham beschreitet. (Bild: IMAGO / Icon Sport)

Aber gehen wir der Reihe nach vor: Der Anteil des Vereins befindet sich in den Händen von OutField Capital, einem brasilianischen Fonds, der sich international im Sportsektor etabliert hat und in Brasilien zum führenden Fondsmanager mit einer eigenen Sportabteilung geworden ist, wie die Investition in den brasilianischen Verein Coritiba zeigt.

An dem Projekt sind auch bekannte Persönlichkeiten aus der Welt des Sports beteiligt, wie Novak Djokovic, der Miteigentümer des Le Mans FC geworden ist, und die ehemaligen Formel-1-Piloten Felipe Massa und Kevin Magnussen, die Anteile erworben haben. Aymeric Magne, Mitglied des Verwaltungsrats von OutField, erklärte, dass das Hauptziel des Vereins darin bestehe, eine solide Grundlage mit modernen Prinzipien zu schaffen, um die Mannschaft an die Spitze des französischen Fußballs zu bringen.

Die Liste der Investoren des Clubs wurde durch den Beitritt von Thibaut Courtois, Torwart von Real Madrid, der offiziell Aktionär wurde, und Georgios Frangulis, Eigentümer eines Unternehmens für gesunde Ernährung und Verlobter von Aryna Sabalenka, derzeit Nummer 1 in der WTA-Rangliste im Damentennis, erweitert.

Ein starkes Kollektiv statt große Namen

All diese Neuzugänge und Veränderungen zeugen vom Ehrgeiz dieses Vereins. Le Mans, die Symbolstadt des Motorsports, meint es nun auch im Fußball ernst. Die Mannschaft ist in dieser Saison in die Ligue 2 aufgestiegen und liegt derzeit auf dem fünften Tabellenplatz, nur drei Punkte hinter dem Tabellenführer Troyes und damit voll im Rennen um die Aufstiegsränge.

Auf der Bank sitzt Patrick Videira, ein französischer Trainer, der seine erste große Chance im Profifußball erhält, nachdem er zuvor Assistenztrainer beim Istres FC und Trainer des korsischen Vereins AS Furiani-Agliani war.

Auf dem Platz mit einer 3-5-2-Formation, einem Mannschaftswert von nicht mehr als 10 Millionen Euro und einem Durchschnittsalter, das zu den niedrigsten der Ligue 2 gehört. Auf dem Platz fallen natürlich keine internationalen Namen auf, aber die Stärke der Mannschaft liegt im Kollektiv: vom französisch-ghanaischen Kapitän Edwin Quarshie (30) über die Stürmer Dame Gueye (30) und William Harhouz (26) bis hin zum Torhüter Nicolas Kocik (27). Das Aushängeschild ist sicherlich der 19-jährige Isaac Cossier (19), Innenverteidiger des Jahrgangs 2006, ausgeliehen vom OSC Lille.

Das Projekt ist langfristig angelegt, und Le Mans steht nicht unter dem Druck, um jeden Preis den Aufstieg schaffen zu müssen, aber die Zukunft sieht rosig aus. An der Seite von Thierry Gomez, Präsident des Le Mans FC, wird OutField die notwendigen Ressourcen bereitstellen, um das Wachstum des Projekts stetig zu fördern. Der nächste Schritt? Der Bau eines Sportzentrums, das der Förderung lokaler Talente gewidmet ist.

Von der Regionalliga in die Ligue 1?

Nach den Jahren in der Ligue 1 und dem Abstieg im Jahr 2009 folgten für Le Mans schwierige Zeiten, die aufgrund finanzieller Probleme und hoher Verschuldung zur Liquidation des Vereins führten, sodass dieser in den französischen Regionalligen neu starten musste. Nach der Liquidation beschloss der französische Fußballverband den Abstieg des Vereins in die 6. Liga.

Anschließend startete Le Mans als Amateurverein neu und wurde später in den unteren Ligen neu organisiert und professionell aufgebaut. Seitdem wurde der Grundstein für den Wiederaufstieg gelegt, auch dank einer neuen Unternehmenspolitik:

Nach schwierigen Jahren hat der Verein wieder professionelles Niveau erreicht, sich von der Krise erholt und spielt nun in der Ligue 2, mit gezielten Investitionen und einem langfristigen Projekt, das auch von zahlreichen bekannten Persönlichkeiten aus dem Sportbereich unterstützt wird.

Gervinho, Sessegnon und das Halbfinale der Coupe de la Ligue

Le Mans war in der Vergangenheit eine Wohlfühloase für viele Stürmer, allen voran Gervinho. In der Saison 2006/07 investierten die Franzosen etwas mehr als 600 Tausend Euro, um ihn vom belgischen Verein Bevern zu verpflichten. Eine Investition, die sich auszahlen sollte, denn der Ivorer gehörte zu den Protagonisten jener Spielzeiten mit einem Rudi Garcia auf der Trainerbank, Stéphane Sessègnon im Mittelfeld und den Toren des Brasilianers Túlio de Melo.

Mit dem ehemaligen Trainer der Roma auf der Bank wurde eines der wichtigsten Ergebnisse in der Geschichte des Vereins erzielt: das Halbfinale der Coupe de la Ligue, in dem Le Mans gegen Lens unter der Leitung von Jean-Pierre Papin verlor. Ein außergewöhnlicher Weg, auf dem Garcias Mannschaft auch die Hürde Lyon nahm, das damals von Juninho Pernambucano und einem sehr jungen Karim Benzema angeführt wurde.

Prognose

Le Mans war lange Zeit eine der besten Mannschaften der Ligue 2 und hatte eine sehr lange Serie ohne Niederlage (17 Spiele). Auch wenn es kürzlich mal ein oder zwei Dämpfer gab (z. B. 1:1 gegen Guingamp), bleibt die Mannschaft extrem stabil, defensiv solide und punktet regelmäßig.

Die Investoren und Aktionäre bringen nicht nur Geld, sondern durch die Promis auch Strahlkraft, bessere Transfers, Infrastruktur-Investitionen und höhere Ambitionen. Der neue Präsident/Verwaltungsrat-Chef sagt ganz offen: „Wir glauben, dass der Club in die Ligue 1 gehört“ und strebt damit die französische Elite an.

Le Mans stieg 2024/25 als Zweiter aus der National (3. Liga) direkt wieder in die Ligue 2 auf und hat sich dort sofort etabliert – statt Abstiegskampf spielen sie oben mit. Das ist für einen frischen Aufsteiger sehr ungewöhnlich und zeigt, dass der Kader und Trainer Patrick Videira sehr gut arbeitet.

Der Aufsteiger hat aktuell die fünftbeste Bilanz der Liga, und mit drei Punkten nur minimalen Rückstand auf die direkten Aufstiegsplätze, eine sehr stabile Form und plötzlich richtig viel Geld + Promi-Power im Rücken. Deshalb wird der Verein derzeit als echter Aufstiegskandidat gehandelt – die Chancen stehen so gut wie seit über 15 Jahren nicht mehr. Selbst wenn der Aufstieg diese Saison nicht gelingt, scheint der Verein optimal aufgestellt um bald wieder Geschichte in der höchsten französischen Spielklasse zu schreiben.

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