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Kickfieber Sascha
Florian Wirtz Kritik an Wirtz wird lauter

(IMAGO / Branislav Racko)

Kritik an Wirtz wird lauter | Sollte er die Reds verlassen?

Platz 9 nach sechs Partien in Englands höchster Spielklasse und ein deutscher Nationalspieler im Zentrum der Kritik – Florian Wirtz kommt beim FC Liverpool auch unter dem neuen Trainer Andoni Iraola nicht in Fahrt. Fehlt es dem ehemaligen Leverkusener einfach an Qualität? Sollte er die Reds wieder Richtung Bundesliga verlassen, oder weiter um seine Form kämpfen?
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Veröffentlicht: 16 Oktober 2026, 11:15

Als Liverpool im Sommer 2025 rund 116 Millionen Pfund (inklusive Boni) für Florian Wirtz an Bayer Leverkusen überwies, war die Erwartung klar: Der damals 22-Jährige sollte als kreativer Motor die Reds auf das nächste Level heben. Ein Jahr und gut 56 Pflichtspiele später sind die Stimmen deutlich kritischer geworden.

Jamie Carragher fordert öffentlich, den Deutschen aus der Startelf zu entfernen. "Ich denke nicht, dass er außer Form ist, sondern mehr kann er nicht!" Andere sprechen von einem der teuersten Flops der Premier-League-Geschichte. Die Zahlen geben den Kritikern zunächst Recht – und werfen die Frage auf, ob Wirtz in England bleiben sollte oder besser in eine Liga zurückkehrt, in der er schon einmal zur absoluten Elite gehörte.

Die nackten Zahlen - Wirtz erfüllt nicht die Erwartungen

In Leverkusen war Wirtz einer der besten Spieler Europas. In den Saisons 2023/24 und 2024/25 erzielte er wettbewerbsübergreifend jeweils 67 Scorerpunkte (18 Tore + 19 Assists bzw. 16 + 14). Er war Deutscher Fußballer des Jahres und zentraler Akteur der ungeschlagenen Meisterschaft unter Ex-Trainer Xabi Alonso.

In der Premier League sieht die Bilanz bisher anders aus: 39 Einsätze, fünf Tore und vier Assists. In der laufenden Saison 2026/27 stehen nach sechs Startelf-Einsätzen null Tore und eine Vorlage. Wettbewerbsübergreifend sind es bei Liverpool etwa sieben Tore und 9 Assists in 57 Spielen. Gegen die Top-10-Teams der Vorsaison blieb er laut Berichten ohne direkten Scorerpunkt.

Gleichzeitig kreierte er in seiner ersten Saison enorm viele Chancen (rund 60 allein in der Liga). Die Qualität dieser Chancen und die Verwertung blieben aber deutlich unter dem Niveau, das man von einem so teuren Neuzugang erwartet hat.

Die Gründe für die bisherige Bilanz

Wirtz selbst hat die Unterschiede offen benannt. Gegenüber TNT Sports sagte er im Frühjahr 2026: 

Jeder weiß, dass die Premier League die intensivste und physischste Liga ist. Es war ein bisschen schwieriger, als ich vorher erwartet hatte. In Leverkusen hatte ich mehr Zeit am Ball und konnte mich leichter um meinen Gegenspieler drehen. Hier musst du mit dem ersten Kontakt schon weg sein, sonst kommen drei Leute und gehen auf dich.

Der Druck, die Geschwindigkeit der Entscheidungen und die körperliche Härte seien die größten Unterschiede im Vergleich zur Bundesliga offenbarte er.

Micah Richards und Gary Neville bezeichneten ihn früh als zu „small” oder “petite“ beziehungsweise als „little boy“ – Formulierungen, die auf seine Statur (rund 1,76 m und nur um die 70 kg Körpergewicht) und die zunächst niedrige Zweikampfquote anspielten. 

Liverpool legte Wirtz ein gezieltes Kraftprogramm auf; dieser legte mehrere Kilogramm Muskelmasse zu und verbesserte sich dadurch in den Zweikämpfen. Dennoch bleiben die Berührungen im finalen Drittel und die Dribbling-Quote signifikant niedriger als in der Bundesliga. Er bekommt schlicht weniger Raum und Zeit, worauf er noch keine Lösungen gefunden hat.

Hinzu kommen mannschaftliche Faktoren: Die taktische Einbindung unter Arne Slot und später unter Andoni Iraola, die Rolle im Verhältnis zu anderen Offensivspielern und die insgesamt hohen Erwartungen nach einem Rekordtransfer.

Einige Beobachter sehen auch ein mentales Problem – Wirtz wirke manchmal zurückhaltend, statt den Ball anzufordern und Verantwortung zu übernehmen. Carragher formulierte es nach der 0:3-Niederlage gegen Manchester City klar: Nach 60 Spielen sei das, was Wirtz liefere, „bis jetzt einfach nicht gut genug. Er muss raus aus der Stammelf“.

Was müsste sich ändern?

Für einen Durchbruch müsste vor allem die physische Anpassung weitergehen. Wirtz hat die Bereitschaft gezeigt, im Kraftraum zu arbeiten. Entscheidend ist, dass die zusätzliche Robustheit zu mehr Stabilität unter Druck führt – also zu besseren ersten Kontakten und schnelleren Entscheidungen auf engem Raum.

Taktisch braucht er ein System, dass im entweder mehr Raum (evtl. auf den Flügeln) oder schnelle und einfache Anspielstationen gibt. In der Champions League und in der Nationalmannschaft hat er zeitweise überzeugendere Auftritte gezeigt. Unter dem neuen Trainer Iraola könnte sich die Rolle noch einmal verschieben.

Gleichzeitig müssen die Mitspieler seine Chancen besser verwerten – Wirtz erstellt weiterhin relativ viele Möglichkeiten, die Verwertung seiner Teamkameraden hinkt jedoch hinterher, worunter auch seine Statistik leidet.

Mental wäre sicherlich mehr Selbstvertrauen und Präsenz nötig. Der deutsche Nationalspieler selbst betonte immer wieder, an seine Qualitäten zu glauben. Ob das reicht, wenn die Ergebnisse weiter ausbleiben, ist offen. Zeit spielt jedoch eine immense Rolle: Viele Spieler brauchen zwei volle Saisons, um in der Premier League anzukommen. Mit 23 Jahren ist Wirtz noch jung genug, dass ein Durchbruch weiterhin möglich bleibt.

Fehlt ihm schlicht die Qualität?

Nein. Die Bundesliga-Leistungen, die technische Klasse, die Kreativität und die internationalen Auftritte sprechen deutlich dagegen. Wirtz war und ist ein hochklassiger Spieler mit hervorragender Technik, Spielintelligenz und offensiver Präsenz. 

Die Premier League ist für viele kreative Spieler aus anderen Ligen ein harter Anpassungsprozess – die Intensität und die körperliche Komponente sind deutlich höher als in der Bundesliga.

Dass er trotz fehlender direkter Torbeteiligungen weiterhin überdurchschnittlich viele Torchancen kreiert, deutet für mich eher auf eine positive Perspektive als auf grundsätzlichen Qualitätsmangel hin.

Weiter bei den Reds oder doch ein Transfer?

Sascha Baharian
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Ich denke Florian Wirtz sollte mindestens noch eineinhalb Jahre beim FC Liverpool bleiben. Sein Alter, die bisherige Kreativität, die Investition Liverpools und die Chance unter einem akribisch arbeitenden Trainer wie Iraola, der schon bei Bournemouth viele junge Spieler signifikant weiterentwickelt hat, sprechen für einen Verbleib. Der Coach der Reds glaubt an den Deutschen:

Ich bin zuversichtlich, dass ich dazu beitragen kann, Wirtz zum besten Spieler der Welt zu machen. Ich weiß, wozu er fähig ist, und werde eng mit ihm zusammenarbeiten, um das Beste aus seinem Spiel herauszuholen. Er wird die Welt in Staunen versetzen. Die Leute beurteilen ihn zu früh!

Doch die Spielidee des Basken benötigt Zeit, was man auch am kollektiven Problem der Mannschaft mit nur 9 Punkten aus 6 Partien und Platz 9 merkt. Florian Wirtz fehlt es also nicht an Qualität, wohl aber bislang an der vollständigen Anpassung an die Premier League. Die Gründe liegen vor allem in der Intensität, der physischen Dimension und den hohen Erwartungen. 

Ob er bleibt, hängt davon ab, ob er in den kommenden Monaten den Schritt vom kreativen Zulieferer zum entscheidenden Spieler schafft. Liverpool hat ihm Zeit und Unterstützung gegeben – die Geduld ist aber endlich. Ein weiteres Jahr ohne klaren Fortschritt würde die Frage nach einem Abschied deutlich lauter machen.

Bartosz Mazurek zum BVB

(IMAGO / Ball Raw Images)

Bartosz Mazurek (19) zum BVB - Was ist dran an den Gerüchten?

Bartosz Mazurek ist mit vier Scorerpunkten in acht Partien sensationell in die Saison gestartet. Der 19-jährige Pole sorgt bei RB Salzburg mit seinen starken Leistungen für Transfergerüchte mit dem BVB und weiteren ausländischen Vereinen. Doch wie konkret sind die Verhandlungen und passt er überhaupt in das System von Trainer Nico Kovac?
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Veröffentlicht: 15 Oktober 2026, 18:24

Die Transfergerüchte um den 19-jährigen Polen Bartosz Mazurek (RB Salzburg) haben in den letzten Wochen an Fahrt aufgenommen. Borussia Dortmund soll bereits im Frühjahr 2026 Scouts zu Spielen von Jagiellonia Białystok geschickt haben – gemeinsam mit Scouts von Brighton.

Am Ende war Salzburg schneller und verpflichtete den zentralen Mittelfeldspieler im Sommer für rund sechs Millionen Euro (plus mögliche Boni). Der Vertrag läuft bis 2031, der Marktwert taxiert laut Transfermarkt bei etwa zehn Millionen Euro. Seit dem starken Start in Österreich mit 4 Scorern in acht Partien taucht Mazureks Name wieder regelmäßig in Verbindung mit den Schwarzgelben auf.

Spielerprofil - Technik, Intensität und Torhunger

Mazurek ist rund 1,84 Meter groß und Rechtsfuß. Er durchlief die Akademie von Jagiellonia und stieg Anfang 2025 in den Profikader auf. Der Durchbruch kam mit einem historischen Auftritt: Im Februar 2026 erzielte er gegen die Fiorentina in der Conference League einen Hattrick beim 4:2-Auswärtssieg (nach 0:3 im Hinspiel). Er war der erste Pole mit einem Conference-League-Hattrick, der jüngste Pole mit einem Europacup-Hattrick und der erste 2007-Geborene mit drei Toren in einem UEFA-Wettbewerb. Die Gazzetta dello Sport verglich ihn sogar mit Cristiano Ronaldo.

In Salzburg wurde er bisher in praktisch allen Pflichtspielen eingesetzt (rund 15 Partien, knapp 960 Minuten, zwei Tore, drei Assists). Die Passquote liegt bei etwa 89 Prozent, er gewinnt viele Zweikämpfe und ist stark in Balleroberungen und Tacklings. Darüber hinaus ist er technisch gut ausgebildet, ein progressiver Mittelfeldspieler mit guter Ballkontrolle, Dribblingfähigkeit, Übersicht für Steilpässe und Abschlussstärke.

Physisch ist er für sein Alter schon sehr robust, und verfügt über eine hohe Intensität und Laufleistung. Zudem wirkt er mental stark und mutig - Verbesserungspotenzial liegt bei der Entscheidungsfindung, Konstanz und dem Timing im Pressing. Er ist kein klassischer kreativer Zehner oder reiner Ballverteiler, sondern eher ein Box-to-Box-Typ, respektive Achter mit offensiven Instinkten – jemand, der das Tempo mitbestimmt, den Ball nach vorne schleppt und auch selbst gefährlich wird.

Rolle bei RB Salzburg unter Danny Röhl

Trainer Danny Röhl (ehemals Assistent bei Hansi Flick) setzt auf ein intensives 4-2-3-1. Mazurek agiert meist als einer der beiden Sechser neben Abubakr Barry (26), spielt aber deutlich höher und progressiver als ein klassischer defensiver Sechser. Er sucht die schnelle Progression, ist vor dem Strafraum aktiv und beteiligt sich intensiv am Pressing.

Während Barry eher als Taktgeber und Passgeber fungiert, bringt Mazurek Intensität, Technik und Torbedrohung mit. Österreichische Medien bezeichnen ihn bereits als nahezu unverzichtbar im Rotationssystem; im September wurde er zum Spieler des Monats gewählt. Salzburg führt die Tabelle nach einem starken Saisonstart an und bleibt unter Röhl in allen Pflichtspielen bisher ungeschlagen.

Passt er in die Taktik von Dortmund?

Unter Niko Kovač spielt der BVB flexibel, oft in einem 3-4-2-1 oder Varianten davon (bei Ballbesitz auf 3-2-5). Der Fokus liegt auf physischer Dominanz, hoher Intensität, Pressing, schnelles vertikales Spiel und offensiver Freiheit für die Mittelfeldspieler. Die Flügelverteidiger und zentralen Mittelfeldakteure sollen vorwärts orientiert agieren, der Ball soll durch die Halbräume und mit Tempo vorgetragen werden.

Mazureks Profil – Laufstärke, Zweikampfstärke, Balltragen, Pressingbereitschaft und offensive Beiträge – passt gut zu diesem Ansatz. Er könnte als progressiver Achter oder in einer Doppel-Sechs-Rolle mit Vorwärtsdrang eingesetzt werden und die Rotation um Spieler wie Felix Nmecha oder Jobe Bellingham ergänzen.

Historisch gibt es Verbindungen: Der BVB holte bereits Erling Haaland und Karim Adeyemi aus Salzburg, zuletzt Joane Gadou. Die Nähe Österreich–Deutschland und die polnische Tradition in Dortmund (Lewandowski, Piszczek, Blaszczykowski) machen die Verbindung naheliegend.

Welche Spielertypen hat der BVB schon auf der Position?

Im zentralen Mittelfeld verfügt Dortmund über eine Mischung aus Box-to-box und intensiven wie progressiven Akteuren wie Felix Nmecha, Jobe Bellingham, und Marcel Sabitzer. Dazu kommt der passstarke Joey Veerman, der mehr als spielerischer Taktgeber fungiert.

Die offensiveren Optionen respektive Zehner-ähnliche Profile bilden dabei Konstantinos Karetsas, Ethan Nwaneri und Giannis Konstantelias.

Mazurek würde vor allem in die erste Kategorie fallen und Tiefe sowie langfristiges Potenzial bringen, ohne sofort einen Stammspieler zu verdrängen. Der Kader ist im Mittelfeld bereits gut besetzt und jung, was den Bedarf relativiert – es sei denn, Abgänge stehen an.

Transferwahrscheinlichkeit: 30 Prozent

Sascha Baharian
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Die Gerüchte basieren hauptsächlich auf polnische Medien wie WP SportoweFakty und Aussagen von Journalisten wie Kuba Cimoszko. Sie berichteten auch von Scouting-Beobachtungen bereits vor dem Salzburg-Wechsel und anhaltendem Interesse. Deutsche Medien greifen das lediglich auf.

Die genannten Quellen gelten bei polnischen Talenten als gut informiert, liefern aber eher Beobachtungs- und Interessenberichte als konkrete Verhandlungen oder Angebote. Einige polnische Insider sehen Porto (wegen Agenturkontakten zu André Villas-Boas) oder Brighton stärker im Rennen als den BVB, halten jedoch einen Winterwechsel generell für unrealistisch.

Realistisch ist das Interesse auf Scouting-Ebene, was sicherlich durch die starken Leistungen nochmal intensiviert wurde. Ein Wechsel im Winter ist aufgrund des kürzlichen Transfers zu RB und dem langfristigen Vertrag eher unwahrscheinlich. Zudem will Salzburg das Talent weiterentwickeln und nicht unter Wert abgeben.

Mittelfristig wie im Sommer 2027 oder später, bleibt es denkbar, besonders bei weiterer Steigerung und falls Dortmund mehr Tiefe im Mittelfeld benötigt. Die guten Beziehungen zwischen dem BVB und Salzburg spricht ebenfalls eher dafür als dagegen, aber es bleibt stand heute reine Spekulation. Daher sehe ich für das Wintertransferfenster lediglich eine Wechselwahrscheinlichkeit von 30 Prozent.

Geruecht Tarik Muharemovic Leeds United FC Bayern Muenchen

(IMAGO / News Images)

Bayern jagt Leeds’ Tarik Muharemović | Wie realistisch sind die Gerüchte?

Seit Anfang Oktober kursieren Gerüchte, dass der FC Bayern München den bosnischen Innenverteidiger Tarik Muharemović von Leeds United fest im Visier hat – angeblich sogar als Top-Transferziel für 2027. Die Meldungen, die vor allem von den britischen Medien ausgingen, sprechen von einem Marktwert jenseits der 60 Millionen Pfund. Doch wie realistisch ist ein Transfer? Und vor allem: Passt der 23-Jährige überhaupt zu Vincent Kompanys Bayern?
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Veröffentlicht: 13 Oktober 2026, 14:55

Tarik Muharemović ist 1,92 Meter groß, linksfüßig und bosnischer Nationalspieler (über 20 Länderspiele, inklusive WM-Teilnahme 2026). Sein Weg führte über österreichische Jugendstationen (Austria Klagenfurt, Wolfsberger AC) zu Juventus Next Gen, von dort per Leihe und Festverpflichtung zu US Sassuolo. Dort stieg er 2024/25 aus der Serie B auf und etablierte sich in der Serie A, bevor Leeds ihn diesen Sommer für rund 35 Millionen Euro auf die Insel holte und bis 2031 verpflichtete.

In seinen bisher acht Pflichtspielen demonstrierte der Innenverteidiger eine rasche Anpassung an die qualitativ beste Liga der Welt, dass auch die Scouts des deutschen Rekordmeisters eine Meldung an die Säbener Straße abgegeben haben müssen - möchte man den aktuellen Gerüchten Glauben schenken. Daher wollen wir für euch sein Spielerprofil und die Transferberichte analysieren, um herauszufinden, wie realistisch ein Transfer zu den Bayern sein könnte.

Spielerprofil – Der physisch dominante Innenverteidiger

Sein Profil ist das eines modernen, aber pragmatischen Innenverteidigers: stark in der Luft (61 Prozent gewonnene Duelle), effektivem Stellungsspiel, mit guter Antizipation und einer Vorliebe für klare Lösungen statt spektakulärer Dribblings. Er spielt häufig längere Pässe, ist in der Lage, Diagonalen zu schlagen, und wirkt in der Defensive kontrolliert und schwer abzuschütteln.

Schwächen werden in der mäßigen Geschwindigkeit von 32 km/h erkennbar und gelegentlich in der Entscheidungsfindung unter extremem Pressing – er ist eher der Typ, der Räume gut zustellt und Gegner eng deckt, als die sprintstarke Zweikampfmaschine. Bei Sassuolo und nun bei Leeds hat er sich als zuverlässiger linker Innenverteidiger etabliert.

Taktik bei Leeds unter Farke

Unter Daniel Farke hat Leeds seit dem Spätherbst 2025 auf eine Dreierkette umgestellt (Varianten zwischen 3-4-3, 3-5-2 und kompakteren Blöcken). Das System ist physisch geprägt, setzt auf Luftstärke, einen Zielspieler wie Dominic Calvert-Lewin und aggressive Flügelverteidiger. Der Ballbesitz liegt im Gegensatz zu den Bayern nur im moderaten Bereich; Leeds verteidigt eher organisiert, und nutzt die Körperlichkeit.

Muharemović kam als linksfüßiger Ersatz für Pascal Struijk und hat sich schnell durchgesetzt – regelmäßig in der Startelf, mit Tor und Vorlage in den ersten Wochen der Premier-League-Saison 2026/27 und starken Benotungen.

Passt er zu Bayerns Taktik unter Kompany?

Bayern unter Vincent Kompany spielt in der Regel ein 4-2-3-1 mit sehr hoher Abwehrlinie, aggressivem Pressing und dominantem Ballbesitz. Die Innenverteidiger müssen progressive Pässe in die Zwischenräume spielen, die Linie halten und vor allem bei Gegenstößen schnell und athletisch rückwärts arbeiten können.

Muharemović bringt den wertvollen Linksfuß und Luft – und Zweikampfstärke mit – letzteres passt zu Tah und ergänzt dessen Rechtsfuß. Seine Positionssicherheit und Kontrollstärke könnten in bestimmten Phasen oder gegen physische Gegner helfen. Allerdings ist Bayerns System anspruchsvoller in der hohen Linie respektive im hohen Verteidigen:

Ein reiner tiefstehender Abwehrspieler wie Muharemović (wie er bei Leeds in der kompakteren Organisation glänzt) müsste sich an die hohe Linie und das permanente 1-gegen-1 auf offenem Raum anpassen. Als Rotations- oder Perspektivspieler für 2027/28 könnte er interessant sein – vor allem, wenn Bayern die Abwehr verjüngt oder Ito und Kim neu bewertet werden. Als sofortiger Stammspieler bringt er noch nicht genug Qualität mit.

Muharemović würde am ehesten ein linksfüßiges, luftstarkes und positionell sauberes Profil ergänzen, das aktuell nur teilweise durch Ito abgedeckt ist. Er wäre kein 1:1-Ersatz für Upamecano oder Tah, sondern eher eine Ergänzung für mehr Balance und Zweikampfstärke. Probleme könnte seine Geschwindigkeit machen, denn er liegt ganze 3 km/h unter den Werten von Tah, Upamecano und Kim. Sollte der Bosnier mal einen Zweikampf verlieren, würde er gegen einen schnellen Stürmer wohl kaum hinterherkommen.

Entwicklungspotenzial

Mit 23 Jahren und erstem Premier-League-Jahr nach Serie-A-Erfahrung ist das Potenzial hoch. Er hat schon internationale Erfahrung (WM) und zeigt, dass er sich schnell an höhere Ligen anpasst. Die nächsten 2–3 Jahre könnten ihn technisch und in der Entscheidungsfindung reifen lassen – besonders unter einem Trainer wie Kompany, der als ehemaliger Top-Abwehrspieler enormes Wissen vermittelt.

Die physische Grundlage ist da; die Frage ist, wie gut er die Geschwindigkeit und das progressive Spiel unter extremen Druck ausbaut. Darüber hinaus war seine Zwei- und Luftkampferfolgsquote in der Serie A mit 64 Prozent auf einem guten Level. In der Premier League sind diese nur noch solide (Bodenduelle 56%) bis durchschnittlich (Luftduelle 50%) und fast um 10 Prozent und mehr gesunken. 

Bei Leeds bekommt er die Minuten, um sich weiterzuentwickeln. Ein Wechsel zu Bayern 2027 wäre daher für mich noch zu früh, aber nicht unrealistisch für einen Spieler seines Profils – vorausgesetzt, er bleibt konstant und verbessert seine Schwächen.

Transferwahrscheinlichkeit: 30 Prozent

Sascha Baharian
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Die Gerüchte basieren primär auf TEAMtalk-Exklusivberichten, die von weniger relevanten Medien aufgegriffen wurden. TEAMtalk ist zwar ein etabliertes Transferportal mit langjähriger Geschichte, hat aber in der jüngeren Vergangenheit den Ruf bestätigt, zu spekulativ und manchmal überzogen zu sein - also bei weitem nicht auf dem Level von Romano, Ornstein oder Fabris.

Es handelt sich daher meiner Meinung nach nur um loses Interesse oder Bayern-Scouting, nicht um konkrete Verhandlungen. Leeds hat einen langfristigen Vertrag bis 2031, und sicherlich noch keine Verkaufsabsicht im Winter und Coach Farke sieht ihn als Stammspieler. Ein realistisches Fenster wäre frühestens der Sommer 2027, und selbst dann bräuchte es eine hohe Ablöse und die Bereitschaft von Leeds den Neuzugang schon nach einem Jahr wieder ziehen zu lassen.

Muharemović ist ein interessanter Verteidiger mit Potenzial und bereits solidem Premier League-Level. Die taktische Passung zu Bayern ist nur teilweise gegeben, aber als Perspektiv- und Ergänzungsspieler denkbar. Die Gerüchte sind plausibel, wenn man sie als langfristiges Interesse einstuft, aber aktuell eher mehr Spekulation als konkretes Interesse. Zudem haben glaubwürdige Medien diese Gerüchte bisher nicht bestätigt.  Daher schätze ich die Transferwahrscheinlichkeit lediglich auf 30 Prozent. 

Geruecht Lovis Bierschenk Waldhof Mannheim SC Paderborn Borussia Mgladbach

(IMAGO / STEINSIEK.CH)

Waldhofs Lovis Bierschenk (21) im Fokus von Gladbach und Paderborn

Drittliga-Youngster Lovis Bierschenk spielt bisher eine auffällige Saison für den SV Waldhof Mannheim, was Begehrlichkeiten einiger Erstligavereine aus dem In-und Ausland geweckt hat. Daher wollen wir für euch in diesem Artikel die Gerüchte um ihn einordnen und herausfinden, wer es wirklich ernst meint und bei welchem Verein er am besten aufgehoben wäre.
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Veröffentlicht: 9 Oktober 2026, 10:45

Lovis Bierschenk ist gerade so etwas wie das teuerste Versprechen des SV Waldhof Mannheim. Der 21-Jährige aus Mainz kostete den Drittligisten im Januar 2026 rund 400 Tausend Euro, nach Medienberichten die höchste Ablöse der Vereinsgeschichte. Ein Pflichtspiel für die Profis von Mainz 05 hat er nie bestritten.

Trotzdem lag im vergangenen Sommer bereits eine konkrete Offerte über 1,3 Millionen Euro des FC Groningen auf dem Tisch, die mit Boni noch deutlich hätte steigen können. Laut Transfermarkt.de sind mit Borussia Mönchengladbach und dem SC Paderborn zwei weitere Interessenten an dem Drittliga-Youngster dran. 

Doch wie konkret ist das Interesse der beiden Bundesligisten und macht ein Transfer in die höchste deutsche Spielklasse jetzt schon Sinn für Bierschenk? 

Was er auf dem Platz kann

Der 21-jährige gebürtige Mainzer ist 1,80 Meter groß und linksfüßig. Er kommt bevorzugt über die rechte Seite, zieht in die Halbräume und sucht den Abschluss mit dem starken Fuß. Linksaußen und die Spitze sind weitere Nebenpositionen die er bekleiden kann.

Bei der Vertragsunterzeichnung beschrieb Zuber genau dieses Profil: Er vereint Dribbelstärke, Geschwindigkeit und Abschlussqualität – Eigenschaften, die uns dabei helfen sollen, erfolgreichen Fußball zu spielen.

Bierschenk ist ein antrittsstarker Flügelstürmer, der mutig Lösungen im Eins gegen Eins sucht, aber schwierige Situationen auch dank eines soliden Passspiels über mittlere und kurze Distanzen spielerisch lösen kann.

Zwar bereitet Bierschenk kaum Tore vor, dennoch besitzt er ein ungeheures Flankenspiel, das mit 36 Prozent sogar präziser ist, als das von Bayern-Star Michael Olise (32%). Daher wäre es vielleicht sogar klüger ihn auf der linken Außenbahn stürmen zu lassen, auf der er mit seinem starken Linken flanken kann. 

Darüber hinaus ist sich Mannheims Offensivmann nicht zu schade gegen den Ball mitzuarbeiten, was er auch solide macht, allerdings konnte er beim hohen Anpressen des Gegners erst einen einzigen Ballgewinn in dieser Spielzeit feiern. 

Die Entwicklungsfelder

Doch in diesem Alter gibt es auch Entwicklungsfelder, an denen er noch arbeiten muss. Denn beim ersten Blick auf sein Tm-Profil sucht man vergebens nach starken Scorerpunkten. In 26 Pflichtspielen war er lediglich an fünf Treffern direkt beteiligt. Die Abschlussquote hinkt der Optik hinterher, das Kopfballspiel und das hohe Anpressen sind nicht seine Kernkompetenz, und die Physis reicht noch nicht für jeden Zweikampf auf Profiebene.

Zudem kämpfte er in Mainz lange mit Verletzungspech; in Teilen der Hinrunde 2025/26 kam er deshalb nur zu sechs Einsätzen. Dass er jetzt wieder auffällt, hat einen schlichten Grund: Er ist über einen längeren Zeitraum schmerz- und verletzungsfrei. Je besser der körperliche Zustand, desto besser seine Leistung.

Werdegang & Mentalität

Öffentlich ist über das Privatleben wenig bekannt. Der Fußballweg beginnt beim SV Gonsenheim, 2017 folgt der Wechsel ins Nachwuchsleistungszentrum von Mainz 05. Neun Jahre Akademie, U17 und U18 des DFB (zwölf Länderspiele, zwei Tore), dann der Abend, der seinen Namen über die Region hinaustrug:

Im Finale der A-Junioren-Meisterschaft 2023 erzielte er gegen Borussia Dortmund die 1:0-Führung, Mainz gewann 4:2 nach Verlängerung. Neben ihm im Angriff standen Brajan Gruda (RB Leipzig) und Nelson Weiper (Sturm Graz). Für die zweite Mannschaft folgten 34 Regionalligaspiele mit sechs Toren – zu wenig für einen Sprung in den Bundesligakader.

Die Haltung lässt sich an der Entscheidung ablesen, nicht an Interviews. Nachwuchsdirektor Meikel Schönweitz sagte beim Abgang, Bierschenk sei „mit dem Wunsch auf uns zugekommen, bereits jetzt den nächsten Schritt in den Profifußball zu gehen und zu einem etablierten Klub in der 3. Liga zu wechseln“.

Sportdirektor Mathias Schober nannte ihn „im Nachwuchsbereich stets einer der auffälligsten Spieler seines Jahrgangs“. Bierschenk selbst formulierte es bei der Unterschrift so: 

Nach neun Jahren im Nachwuchs des FSV Mainz 05 bin ich sehr dankbar für meine fußballerische Ausbildung. Nun gilt es, den Schritt in den Profifußball zu gehen und in einem neuen Umfeld meine Leistung auf den Platz zu bringen. Ich werde alles dafür tun, erfolgreichen Fußball beim Waldhof zu ermöglichen.

Das ist keine große Geste, eher die Ansage eines Spielers, der den Umweg über die dritte Liga dem Warten auf der Bank vorzieht. Sein Profidebüt folgte am 25. Januar 2026 bei der 0:4-Niederlage gegen Hansa Rostock, das erste Drittligator beim Heimsieg gegen Aue.

Welcher Verein bietet Perspektive und will ihn wirklich?

Sascha Baharian
Sascha Baharian

Die Torquote, die Robustheit und die Konstanz über 90 Minuten entscheiden, ob aus dem Interesse von Paderborn und Gladbach im Winter mehr wird als nur eine Anfrage. Am konkretesten ist für mich das Interesse des FC Groningen, da diese bereits ein konkretes Angebot im Sommer auf den Tisch gelegt haben und den Spieler sicherlich weiterverfolgen werden.

Bierschenk ist für mich aktuell ein potenzieller Zweitligaspieler, jedoch noch kein Bundesligatransfer, der einer abstiegsbedrohten Gladbacher oder Paderborner Mannschaft ad hoc weiterhelfen wird. Er ist aktuell ein linker Fuß mit Tempo, der in der dritten Liga schon Spiele drehen kann, und in Liga 2 eine Rotationsrolle zuzutrauen ist.

Die Eredivisie sehe ich gleichermaßen als sinnvolle Destination, da die Liga vom Niveau her zwischen der ersten und zweiten deutschen Bundesliga wandelt und jungen Talenten optimale Entwicklungsbedingungen bietet. Daher würde ich mich auf den FC Groningen als sinnvollsten Verein bei einem Wechsel festlegen.

Der vernünftigste Weg für Lovis Bierschenk wäre jedoch erst einmal mit Mannheim, um den Aufstieg zu kämpfen, effizienter zu werden, und seine Leistungen bis zum Sommer zu bestätigen. Sollten diese konstant bleiben, würde ein Transfer in die zweite Liga oder die Eredivisie Sinn machen – ob das mit Waldhof gelingt, oder ein neuer Club wie Groningen ihm diese Möglichkeit bietet, wird die Zukunft zeigen.

Spieleranalyse JJ Gabriel Manchester United

(IMAGO / Crystal Pix)

Darum macht der FC Bayern ernst bei JJ Gabriel

Der FC Bayern buhlt um eines der aufregendsten Talente Europas. JJ Gabriel von Manchester Uniteds U21 hat sich mit den Red Devils überworfen und forciert einen Abgang. Laut Sky hat der FC Bayern dank sportlicher Perspektive die besten Karten für den Rohdiamanten. Doch was macht Gabriel so attraktiv für den FCB? Welche Stärken und Schwächen besitzt er? Diese Fragen klären wir für euch in unserer Spieleranalyse.
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Veröffentlicht: 7 Oktober 2026, 23:22

Joseph Junior Andreou O’Cearuill, bekannt als “JJ Gabriel”, ist am 6. Oktober 2010 in Enfield geboren und gerade 16 geworden. Er spielt im Jugendbereich von Manchester United als Flügel, Zehner oder falsche Neun und gilt dort als bester englischer Spieler des Jahrgangs 2010.

Ein Pflichtspiel im Profibereich hat er bislang noch nicht absolviert, weshalb das Talent einen Wechsel forcieren möchte. Der Kern ist ein gebrochenes Vertrauen: Gabriels Umfeld behauptet, United habe Versprechen über seinen Weg in die erste Mannschaft nicht gehalten.

Der Auslöser war die Nicht-Nominierung für die Champions-League-Partie gegen Sabah am 10. September — das war laut der BBC der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Davor kam schon Frust über die Vorbereitung: Er reiste mit, bekam aber nur acht Minuten gegen Atletico Madrid, und gegen Rosenborg in Norwegen saß er trotz elf Auswechslungen nur auf der Bank.

Doch dieses Drama interessiert die Verantwortlichen des FC Bayern herzlich wenig. Sie haben mit dem englischen Talent einen Perspektivspieler ausgemacht, der in Zukunft für den deutschen Rekordmeister auf Torejagd gehen soll. 

Hohes Handgeld als Hürde

Weil Gabriel noch keinen Profivertrag hat, wäre bei einem Weggang vor allem eine Ausbildungsentschädigung fällig, keine klassische Ablöse. Sky Sport nennt als Hürde an der Säbener Straße die Forderungen nach Handgeld und einem Gehalt im siebenstelligen Bereich pro Jahr. 

Andere Klubs sollen bereit sein, tiefer in die Tasche zu greifen; Bayern will eher mit der sportlichen Perspektive überzeugen und soll daher die Nase vorne haben. Doch was genau macht ihn so attraktiv für den FCB? Dieser Frage gehen wir für euch in dieser Spieleranalyse auf den Grund.

Werdegang – Ein Weg voller Rekorde

Gabriel wuchs in London auf und durchlief Stationen bei Chelsea, Arsenal und West Ham, bevor die Familie nach Manchester zog. United hatte ihn schon mit etwa sieben Jahren bei einem Turnier gesichtet. Der feste Wechsel folgte 2022.

Mit neun wurde er durch ein Skills-Video über Youtube bekannt, das inzwischen rund 29 Millionen Aufrufe hat und ihm den Spitznamen „Kid Messi“ einbrachte. Den mag er selbst nicht. Parallel trainierte er früh Futsal, unter anderem bei Alfie Brooks von Ole Futsal. 

Mit 14 debütierte er am 5. April 2025 als jüngster Spieler der United-U18 und traf doppelt gegen Leeds. In der Saison 2025/26 spielte er durchgehend zwei bis drei Jahrgänge über seinem Alter und wurde Torschützenkönig der U18 Premier League, mit 23 Toren in ebenso vielen Spielen, dazu Uniteds “Young-Player-of-the-Year".

Über alle Jugendwettbewerbe kamen rund 28 Tore in 35 Spielen zusammen. Markant waren ein Hattrick beim 7:0 gegen Liverpool und, mit 15, der jüngste Hattrick der Klubgeschichte in der UEFA Youth League gegen Sabah. Im FA Youth Cup war er der jüngste United-Torschütze in Old Trafford.

In der Vorbereitung 2026 stand er zeitweise im Profikader und trainierte regelmäßig mit den Senioren. Für England spielte er in der U15, U16 und U17. Eine U16-Nominierung lehnte er 2025 ab, um bei der United-U18 zu bleiben. Über den Vater ist er auch für Irland spielberechtigt, und über die Mutter für Zypern.

Privater Hintergrund & Charakter

Der Vater Joe O’Cearuill ist ehemaliger Innenverteidiger. Er kam über Leyton Orient und Watford zu Arsenal, stand sogar im Kader von Dennis Bergkamps Abschiedsspiel, spielte leihweise für Brighton und später unter anderem bei Barnet und St. Patricks Athletic. 2007 lief er zweimal für Irlands A-Nationalmannschaft auf.

Die Mutter hat griechisch-zypriotische Wurzeln und bleibt öffentlich eher im Hintergrund. Der Familienname wurde von O'Cearuill zu Gabriel geändert. Berichte führen das auf religiöse Gründe und auf bessere Vermarktbarkeit zurück. Der Vater coacht und vertritt den Sohn eng, während die Familie den Filius regelmäßig von der Tribüne aus unterstützt.

Trainer beschreiben ihn übereinstimmend als höflich und lernwillig. Ein früherer United-Jugendtrainer sagte gegenüber The Athletic:

Er hat scharfe Drehungen drauf, ist zwar nicht überragend schnell, aber ein guter Abschlussspieler. Er kann aus allen Lagen und mit beiden Füßen abschließen. Er hat immer nach dem Training um ein Extra-Abschluss-Training gebeten. Er liebt es, Tore zu schießen. In und um den Strafraum herum ist er am gefährlichsten. Er spielt seit langem ein oder zwei Jahrgänge höher. Er will lernen. Er stellt Fragen. Immer ein Lächeln. Ein netter Junge.Ein weiterer Jugendtrainer ergänzte: „Er ist ein Generationentalent. So gut ist er.“

Die mentale Härte ist ebenfalls belegt. Im Oktober 2024 kugelte er sich gegen Blackburn in der siebten Minute die Schulter aus, renkte sie selbst wieder ein, spielte durch, und erzielte einen Hattrick. Danach war eine Operation nötig, er fehlte rund fünfeinhalb Monate.

Mit sechs lernte er innerhalb einer Woche 1.000-Mal den Ball hochzuhalten, später schaffte er gar 10.000 am Stück. Bryan Mbeumo, der mit ihm trainierte, sagte: 

Er ist stark, der Kleine ist stark. Man denkt, er sei eben ein kleines Kind, aber er trainiert ziemlich oft mit uns, und man spürt, dass der Kleine etwas Besonderes hat.

Das Bild ist also nicht das eines reinen YouTube-Tricksters wie Hachim Mastour damals, sondern eines ehrgeizigen, familiengeführten Talents mit früher Medienpräsenz. Der aktuelle Bruch mit United passt in dieses Muster: hohe Ansprüche, geringe Geduld mit dem Entwicklungspfad.

Spielertyp - Der abschlussstärkere Phil Foden

Der Kern von JJ Gabriels Talent ist die Kombination aus exzellenter Technik, Ballkontrolle, Balance und Abschluss, das kombiniert mit einer hohen Aufnahmefähigkeit, Intelligenz und einer „erstaunlichen Persönlichkeit. Er ist rechtsfüßig, schießt und passt aber mit links ebenfalls auf hohem Niveau. Enge Räume löst er über Gewichtsverlagerung und kurze Haken.

Intern wird er mit Phil Foden verglichen, und zwar in der Art, wie er den Ball in der Drehung annimmt. Sein eigenes Vorbild ist jedoch Neymar. Die Messi-Parallele aus dem Kinder-Video ist pures Marketing, können wir aber nicht bestätigen.

Oft reicht ein kleiner Schritt, um den Gegner aus dem Gleichgewicht zu bringen. Sein Abschluss ist außergewöhnlich, weil er den Ball auch mit links und aus ungünstigen Positionen optimal trifft. Genau das erklärt die Torquote gegen ältere Jahrgänge. Darren Fletcher stellte ihn deshalb auch als Neuner nah am Strafraum auf, dort, wo die Technik auf engem Raum am stärksten wirkt. Langfristig wird eher die Zehnerposition erwartet.

Brooks formulierte den technischen Kern so: 

Er ist wirklich beidfüßig und kann in beide Richtungen dribbeln, was ihn unberechenbar macht. Es gab Vergleiche mit anderen Spielern, aber JJ ist ein einzigartiges Talent und anders als alles, was dieses Land bisher gesehen hat.

Er sucht mutig das Duell, auch gegen mehrere Gegner, und schirmt das Leder mit seiner engen Ballführung erfolgreich ab. Der Futsal-Hintergrund zeigt sich in der Kontaktfrequenz. Kurze Kombinationen um den Sechzehner kann er, das Profil entspricht jedoch eher dem eines Instinktstürmers als eines Spielmachers. Am natürlichsten wirkt er dort, wo er den Ball zwischen den Linien bekommt und selbst zum Abschluss kommen kann.

Die Entwicklungsfelder

Die Physis ist die größte offene Frage. Er ist schmächtig und noch klein gewachsen. Inoffizielle Angaben liegen um 174 cm und rund 60 Kilogramm. Gegen physisch starke Verteidiger wird er daher noch zu leicht vom Ball getrennt.  Genau das macht den Unterschied, zum Profibereich. Zudem litt er wiederkehrend unter Kniebeschwerden im Wachstum. Ob er körperlich noch deutlich zulegt, bleibt offen. Ein früher Sprung in den Männerfußball ist daher nicht zu erwarten.

Dazu kommt die Entscheidungsfindung im letzten Drittel. Er sucht oft selbst den Weg zum Tor. Das erklärt die Quote, kostet aber Vorlagen und kann gegen organisiertes Pressing in Ballverluste enden. Hier sehen wir den zentralen Entwicklungspunkt: die individuelle Qualität nutzen, ohne das Spiel zu egozentrisch zu gestalten.

Darüber hinaus ist die Effizienz über neunzig Minuten noch nicht konstant genug. Gegenpressing und die Arbeit gegen den Ball sind im Jugendbereich ansatzweise da, im Seniorenfußball jedoch noch ungetestet. Adam Lawrence, sein Jugendtrainer, sagte nach dem Sabah-Hattrick, es sei seine Aufgabe, ihn nicht zu verderben, und Freiheit im letzten Drittel müsse mit Pflichten ohne Ball zusammengehen. Genau diese Balance ist noch nicht belastbar.

Kopfballspiel spielt bei der Statur keine Rolle. Das ist kein Makel für sein Profil, begrenzt aber die Positionsoptionen. Ein zweites Risiko liegt außerhalb des Platzes. Ein Unruheherd von Vater, frühe Viralität, der Nike-Vertrag, die Namensänderung, der öffentliche Bruch mit United und die genannten siebenstelligen Gehaltsforderungen mit 16 sind kein fußballerisches Defizit, aber ein Faktor, an dem Rohdiamanten öfter scheitern als am Talent.

Potenzialeinschätzung: 8,5/10

Sascha Baharian
Sascha Baharian

Das Potenzial liegt für mich bei einer 8,5 von 10. Die Skala meint die Obergrenze, nicht den Ist-Zustand. Eine 10 wäre ein nahezu sicherer Weg in die absolute Weltspitze. Gabriel hat dafür das seltenste Paket: Abschluss und Eins-gegen-eins auf Jahrgangs-Elite-Niveau, belegt gegen ältere Gegner, plus Arbeitsmoral. Abzug gibt es für fehlende Seniorenminuten, die offene Körperentwicklung und die Entscheidungsschwäche.

Realistisch ist eine Spannweite vom sehr guten Bundesliga-Offensivspieler bis zu einem Spieler, der in einem passenden System international oben mitspielt. Der Vergleich mit Musiala ist verführerisch, aber nichtzutreffend. Musiala kam mit 16 bereits mit einem klareren Pass- und Pressing-Profil, deutlich mehr Geschwindigkeit und einem ruhigeren Entwicklungsweg.

Bei Bayern hätte er sportlich eine Perspektive, aber nur als Langzeitprojekt. Vincent Kompany gilt als Fan, und der Klub hat mit Musiala den Beweis, dass ein 16-Jähriger aus einer Premier-League-Akademie in München zum Stammspieler avancieren kann. Gabriels Profil passt zu einem Team, das im letzten Drittel individuelle Lösungen sucht, als Linksaußen mit Zug zum Tor, oder als Zehner hinter einem echten Neuner. Der sinnvollste Weg wäre die U19 beziehungsweise die zweite Mannschaft und gezielte Profiminuten ab dem 17. oder 18. Lebensjahr, und nicht der sofortige Profi-Kaderplatz. 

Genau da liegt das Risiko. Die Offensive ist dicht, und frühere Verpflichtungen haben gezeigt, dass Ruhm ohne Spielpraxis verpufft. Die Gehalts- und Handgeldforderungen passen schlecht zu einem Spieler ohne Pflichtspiel im Profibereich. Andere Klubs sollen zahlungsbereiter sein.

Die Bayern müssten mit Spielzeit und Trainervertrauen überzeugen, nicht mit dem Vertrag. Fußballerisch ist er einer der spannendsten 16-jährigen Ausnahmetalente Europas. Bei Bayern ist er nur sinnvoll, wenn der Klub drei Jahre Entwicklung einkalkuliert und dessen Vater denselben Zeithorizont akzeptiert. Denn sonst könnte es dasselbe Drama wie bei den Red Devils geben.

Analyse Philipp Treu Deutschland

(IMAGO / Sportfoto Rudel)

Die Gewinner und Verlierer unter Klopp

Vier Spiele, fünf Punkte, und eine offene Tabellensituation: Jürgen Klopps erste Länderspielphase hat die Hierarchie im DFB-Team ordentlich durcheinandergewirbelt. Mehrere Spieler haben sich nach vorn gespielt, andere wiederum weniger überzeugt. Daher wollen wir euch die Gewinner und Verlierer unter dem neuen Nationaltrainer präsentieren.
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Veröffentlicht: 7 Oktober 2026, 15:19

Jürgen Klopp wollte in seiner ersten Länderspielphase möglichst viele Kandidaten sehen. Herausgekommen ist eine Zwischenbilanz, die sportlich durchwachsen, jedoch personell aufschlussreich ist. Ein Remis in Amsterdam, eine Heimniederlage gegen Griechenland, der erste Sieg gegen Serbien, und ein torloses Rückspiel in Thessaloniki.

Fünf Punkte aus vier Nations-League-Partien, Platz drei in der Gruppe hinter Niederlande und Griechenland. Der 44-Mann-Kader, auf zwei Blöcke verteilt, war als Casting gedacht. Nach elf Tagen steht fest, wer die Tür aufgestoßen hat und wem sie gerade wieder zufällt.

Die Gewinner

Philipp Treu, 25, SC Freiburg

Philipp Treu ist der klarste Aufsteiger dieser zwei Wochen. Der 25-jährige Rechtsverteidiger des SC Freiburg stand als einziger Spieler aus dem 44er-Pool in drei Partien von Beginn an, jeweils über 90 Minuten in der Startelf. In Amsterdam gab er die Vorlage zum Führungstor, gegen Serbien und in Thessaloniki bestätigte er den Eindruck. 

Klopp sagte hinterher, er habe nicht den Eindruck gehabt, einen Neuling vor sich zu haben: Treu habe „hinten rechts rotzfrech rausgespielt“. Joshua Kimmich, der ihm nach dem Debüt lobte, und an die eigene Kicker-Note 5,5 bei seinem ersten Länderspiel erinnerte und freute sich, dass Treu besser gewesen sei.

Für eine Position, die seit Jahren vakant ist, war das mehr als ein nettes Debüt. Treu hat sich in den engeren Kader für November gespielt, und zwar nicht als Lückenfüller, sondern als offensiver Initiator von der Außenbahn, der mit taktischer Disziplin, Zweikampfstärke und enger Manndeckung zu überzeugen wusste.

Derry Scherhant, 23, SC Freiburg

SC-Vereinskollege Derry Scherhant kam als Überraschung und ging als Argument. Der 23-jährige Linksaußen des SC Freiburg spielte vor etwas mehr als einem Jahr noch für Hertha BSC in der 2. Liga. Gegen Serbien rückte er völlig unerwartet in die Startelf, links neben Serge Gnabry und Nick Woltemade, und behielt den Platz auch in Thessaloniki.

Im internen Duell mit Saïd El Mala setzte er sich schon im Training durch. Auf dem Platz war er der Aktivposten der deutschen Nationalelf: die meisten Torschüsse und Flanken aus dem Spiel heraus unter Klopp, Eins-gegen-eins mit Tempo, der direkte Weg zum Tor. Einen Scorerpunkt gab es leider nicht, aufgrund einer harten Entscheidung des Unparteiischen – die Vorarbeit hinterließ trotzdem ein Lächeln bei Klopp:

Gegen die Griechen spielte ihm Tom Bischof den Ball in den Lauf, Scherhant zog bis zur Grundlinie und legte perfekt auf Jonathan Burkardt ab, der das Runde über die Linie drückte. Der VAR nahm das Tor wegen eines Handspiels im Aufbau zurück. Die Szene gehörte trotzdem Scherhant.

In Freiburg stehen in dieser Saison bereits neun Torbeteiligungen in sieben Pflichtspielen auf dem Konto des gebürtigen Berliners. Klopp durfte sehen, dass Scherhant dieses geballte Selbstvertrauen mit zur Nationalmannschaft gebracht hat. Wenn der Kader im November auf 23 oder 24 Spieler schrumpft, ist der Freiburger keine Anekdote mehr, sondern eine echte Option auf der Außenbahn.

Jonas Urbig, 23, FC Bayern München

Jonas Urbig hat die unauffälligste und zugleich eindeutigste Bewerbung abgegeben. Der 23-jährige Bayern-Keeper, im Verein nur die Nummer zwei hinter Manuel Neuer, stand in beiden Spielen des zweiten Kaders im Tor und blieb beide Male ohne Gegentor. Gegen Serbien hatte er zugegebenermaßen wenig zu tun, ein ungenaues Zuspiel in der 56. Minute blieb unbestraft.

In Thessaloniki wurde daraus eine Leistung. Nach nicht einmal 90 Sekunden köpfte Giorgos Masouras frei am Fünfmeterraum, Urbig war da. Kurz vor Schluss rettete er erneut. Nach dem Spiel sagte er, er sei „wach in der Sekunde“ gewesen, obwohl die Partie spät gelegen habe. Klopp hatte bewusst nicht rotiert und ihn durchspielen lassen, obwohl bei Ajax Marc-André ter Stegen und bei Besiktas Alexander Nübel regelmäßig spielen.

„Bei Jonas ist das anders“, sagte der Bundestrainer, und trennte die Entscheidung ausdrücklich vom Status der Nummer eins. Die Statistik ist trotzdem selten: Laut Opta ist Urbig erst der zweite DFB-Torhüter seit 1977, der in seinen ersten beiden Länderspielen zu Null spielte. Neuer und ter Stegen schafften das nicht. Für einen Keeper, der in München kaum Pflichtspiele sieht, ist das mehr als ein gelungenes Debüt. Die Konkurrenz im deutschen Tor ist nach diesen zwei Abenden enger geworden. 

Tom Bischof, 21, FC Bayern München

Tom Bischof hat aus einem Einsatzfenster ein Argument gemacht. Der 21-Jährige vom FC Bayern traf bei seinem ersten Start in der Allianz Arena zum 1:0 gegen Serbien, nachdem Wirtz den Pfosten getroffen hatte. Drei Tage später in Griechenland dirigierte er neben Aleksandar Pavlovic das Mittelfeld und spielte den Pass, der zum aberkannten Burkardt-Tor führte.

Klopp lobte die Doppel-Sechs, Alexander Pavlovic bezeichnete er als den Maschinenraum der Mannschaft. Bischof war der andere Teil dieser Achse: abschlussbereit aus der zweiten Reihe, vertikal im Passspiel, ohne dabei die Spielkontrolle zu verlieren.

Dass Deutschland mit diesem Trio ansehnlicher aussah als mit der etablierten Zentrale der ersten beiden Spiele, ist der eigentliche Befund dieser ersten Test-Phase. Bischof hat sich nicht nur ein Tor gesichert, sondern eine Rolle, die vor zwei Wochen noch Kimmich gehörte.

Die Verlierer

Joshua Kimmich, 31, FC Bayern München

Joshua Kimmich bleibt Kapitän auf dem Papier und ist dennoch der größte Verlierer der Tage. Klopp schob ihn vom Rechtsverteidiger ins Zentrum, genau dorthin, wo der 31-Jährige sich selbst sieht. Gegen die Niederlande und in Augsburg fehlten der Mannschaft Tempo und klare Abläufe; der Ausgleich in Amsterdam fiel in der Nachspielzeit, das Gegentor in Augsburg ging über Kimmich. Danach reiste er ab, der zweite Kader spielte ohne ihn deutlich dominanter und progressiver.

Pavlovic übernahm die tiefe Sechs, Bischof und Wirtz die Räume davor, und plötzlich stimmten Pressing und Passwege. Klopp lobte Kimmichs Eindruck im Team, ließ aber durchblicken, dass auch ein großer Kopf fehlen können muss. Flapsige Sätze zur Kapitänsfrage taten das Übrige. Niemand hat Kimmich aus dem Kader geschrieben. Aber die Annahme, die Zentrale sei ohne ihn nicht zu besetzen, hat diese Länderspielphase ganz klar widerlegt!

Jamal Musiala, 23, FC Bayern München

Jamal Musiala ist Verlierer ohne eigenes Zutun, und gerade das macht die Lage unbequem. Er sollte in Amsterdam beginnen, verletzte sich beim Aufwärmen am Oberschenkel und sah die ersten Klopp-Tage nur von außen. Havertz erging es ähnlich, nur wenige Minuten später. Für einen Spieler, der nach durchwachsener WM-Phase beim FC Bayern wieder Tore schoss, war das Fenster die Gelegenheit, sich dem neuen Trainer als Fixpunkt anzubieten.

Stattdessen besetzten andere die kreativen Räume, und Scherhant demonstrierte auf der Außenbahn, dass auch Namen ohne Länderspielerfahrung Druck erzeugen können. Musiala fehlt nicht die Qualität, ihm fehlt der Nachweis unter diesem Trainer. Im November muss er sich einen Platz zurückerobern, den die Länderspielphase ohne ihn neu verteilt hat.

Jonathan Burkardt, 26, Eintracht Frankfurt

Jonathan Burkardt bekam die Minuten, die ein Stürmer braucht, und nutzte sie nicht. Der Frankfurter startete in Thessaloniki, hatte nach gut 100 Minuten in drei Spielen einen Abschluss aufs Tor und keinen Kontakt im gegnerischen Strafraum, der zählte. Das Tor, das er nach Scherhants Flanke schon gefeiert hatte, nahm der VAR wegen eines Handspiels im Aufbau zurück.

Danach blieb die Spitze harmlos, Klopp wechselte ihn in der 63. Minute aus. Younes Ebnoutalib hatte gegen Virgil van Dijk wenigstens ein Duell bestanden und gute Ansätze gezeigt, während Nick Woltemade nur eine Randfigur blieb – einzig Florian Wirtz wusste im Sturm zu überzeugen. Burkardt war als Neuner eingeplant und lieferte weder Abschlüsse, noch fungierte er als Anspielstation. In einem Kader, in dem Klopp ausdrücklich jeden gesehen haben will, ist Unsichtbarkeit die schlechteste Visitenkarte. 

Welche Erkenntnis bleibt?

Klopp wird im November auf 23 oder 24 Spieler kürzen. Die Tür, sagte er, stehe weit offen, aber nicht für alle gleich weit. Treu, Scherhant, Urbig und Bischof haben Argumente geliefert, die sich in Aufstellungen übersetzen lassen: ein Rechtsverteidiger, der nicht wie ein Debütant wirkte, ein dominanter Torhüter ohne Spielpraxis, ein selbstbewusster Linksaußen, der direkt in die Startelf sprang, und ein Mittelfeldspieler mit dem ersten Tor im eigenen Stadion.

Kimmich muss seine Rolle neu behaupten, Musiala erst wieder gesund werden, Burkardt braucht Tore auch in der Nationalelf, bevor der nächste Blick auf ihn fällt. Fünf Punkte sind zu wenig für eine Gruppe, in der Niederlande und Griechenland schon bei acht stehen, wenngleich noch alles für den vierfachen Weltmeister möglich bleibt.

Für eine Mannschaft, die sich neu aufstellen will, war die Bestandsaufnahme selbst der Ertrag. Der erste Sieg kam ohne die großen Namen. Das ist die unbequeme Nachricht für die Etablierten dieser Länderspielphase, aber die Gute für alle neuen Herausforderer. Wie Klopp betonte - die Tür der Nationalmannschaft steht weit offen und die der Positionen ebenfalls.

Sascha

Sascha

@sascha_baharian

Hingebungsvoller Fachmann in Bezug auf den italienischen Fußball und speziell die Serie A 🇮🇹

Wenn es um die Serie A oder im Allgemeinen den Fußball in Italien geht, ist man bei Sascha goldrichtig. Seit Jahren verfolgt er ganz genau die Entwicklungen der höchsten Spielklasse in Italien und weiß mit qualitativ hochwertigen Analysen zu glänzen. Diese könnt Ihr Euch auch jederzeit in seinem eigenen Podcast anhören. Des Weiteren weiß er auch mit seinem Wissen in Sachen Jugendfußball zu überzeugen und ist daher insgesamt ein sehr wertvoller Teil unseres Teams. 

PS: Seit neuestem ist Sascha zudem auch Zertifizierter Scout & Spielanalyst nach IST.