Die Saison 2018/19

Die Saison 2018/19

Die abgelaufene Spielzeit bot keine besonderen Überraschungen. Den Meistertitel in der Bundesliga fuhren die Bayern ein. Zum siebten Mal in Folge. Auch in den europäischen Topligen sicherten sich die Seriensieger auch in diesem Jahr die Meisterschaft. In Spanien der FC Barcelona, in Italien feierte Juventus Turin den achten Titel nacheinander, in Frankreich war Paris St. Germain wieder einmal eine Klasse für sich und in England konnte Manchester City wie im Vorjahr triumphieren.

Auf europäischer Ebene dominierten in dieser Saison englische Teams. So sicherte sich der FC Liverpool gegen Tottenham die Königsklasse, die Europa League entschied Chelsea gegen Arsenal London für sich.

Ein spannender Meisterkampf in der Bundesliga

Über weite Teile der Saison sah es so aus, dass Borussia Dortmund die Dominanz der Bayern brechen kann. Der BVB spielte eine überragende Hinrunde und hatte zwischenzeitlich neun Punkte Vorsprung auf die Münchener. Beim Rekordmeister war vor allen Dingen im Herbst viel Sand im Getriebe. Das Starensemble und der neue Trainer Niko Kovac mussten sich erst einmal aneinander gewöhnen, es gab einige Reibereien, doch schlussendlich überstand Kovac die Krise und die Bayern holten Punkt um Punkt auf.

Am 25. Spieltag schließlich schlossen die Münchener in der Tabelle zur Borussia auf. Was folgte, war ein Kopf-an-Kopf-Rennen bis zum Schluss. Am Ende konnten die Bayern zwei Zähler mehr sammeln. Knackpunkt für den BVB war sicherlich die Derbyniederlage gegen Schalke und das anschließende 2:2 gegen Werder Bremen nach einer 2:0-Führung.

Man darf gespannt sein, ob die Dortmunder in der kommenden Saison wieder den Bayern einen erbitterten Zweikampf um den Titel liefern kann. Vielleicht wird es auch ein Dreikampf, denn RB Leipzig etabliert sich immer mehr in der Bundesligaspitze und könnte bald in das Meisterschaftsrennen eingreifen. 

Hannover, Nürnberg und Stuttgart steigen ab 

Bei der Qualifikation für den Europapokal setzten sich die üblichen Verdächtigen durch. Bayer Leverkusen spielt in der nächsten Spielzeit in der Champions League, Borussia Mönchengladbach, der VfL Wolfsburg und Eintracht Frankfurt konnten ein Ticket für die Europa League ergattern.

Bemerkenswert waren wieder einmal die Leistungen mancher Vereine, die nicht über die größten finanziellen Möglichkeiten verfügen. In Freiburg, Augsburg und Mainz wird seit vielen Jahren gute Arbeit geleistet und der Lohn ist ein weiteres Jahr Bundesliga. Auch Fortuna Düsseldorf mit seinem erfahrenen Trainer Friedhelm Funkel konnte überraschen.

Dagegen spielten drei Vereine am Tabellenende fast eine eigene Meisterschaft. So war der Abstieg von Hannover 96 und dem 1. FC Nürnberg folgerichtig. Der VfB Stuttgart, der in dieser Saison einen Sportdirektor und drei Trainer verschlissen hat, durfte noch an der Relegation teilnehmen, doch am Ende stiegen auch die Schwaben ab.

Eine große Enttäuschung war sicherlich das Abschneiden von Schalke 04. Die Gelsenkirchener stehen wieder einmal vor einem Neuanfang, mit verändertem Führungspersonal und neuem Trainer.

Überhaupt wurden in dieser Saison viele Coaches beurlaubt oder entlassen, selbst bei sportlichen Erfolgen. Insgesamt gab es 13 Trainerwechsel und am 1. Spieltag der kommenden Spielzeit werden insgesamt acht Trainer ihr erstes Bundesligaspiel bestreiten. Das liegt auch an den drei Aufsteigern Köln, Paderborn und Union Berlin, die mit Achim Beierlorzer, Steffen Baumgart und Urs Fischer frischen Wind in die Liga bringen.

Dagegen hat es der HSV nicht geschafft aufzusteigen und so muss der ehemalige Bundesliga-Dino ein weiteres Jahr in der Zweitklassigkeit bestreiten.

Ein enttäuschendes Jahr für die deutschen Europapokalvertreter

Das Viertelfinale der Champions League fand in dieser Saison ohne deutsche Beteiligung statt. Im Achtelfinale scheiterten die Bayern am FC Liverpool, der BVB an Tottenham und Schalke an Manchester City. Für die TSG Hoffenheim war schon in der Gruppenphase Endstation. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Der finanzielle Aspekt ist sicherlich mitentscheidend. So generieren die Vereine der Premier League bedeutend mehr Fernsehgelder und haben zum Teil auch ausländische Investoren. Klubs wie der FC Barcelona, Real Madrid, Juventus Turin oder Paris St.Germain sind ebenfalls sehr finanzstark. Da kann aus der Bundesliga höchstens der FC Bayern einigermaßen mithalten. Doch die diesjährige Europapokalsaison hat auch gezeigt, dass Mentalität ein wichtiger Faktor ist. So überraschten zum Beispiel Ajax Amsterdam in der Königsklasse und Eintracht Frankfurt in der Europa League. Der FC Liverpool drehte gegen den FC Barcelona ein 0:3 aus dem Hinspiel, Tottenham machte in einer Halbzeit aus einem 0:2 ein 3:2 und schaltete Ajax aus und Manchester United überraschte Paris St.Germain nach einer Hinspielheimniederlage.

Bis auf Eintracht Frankfurt enttäuschten hingegen die Bundesligavertreter in der Europa League. RB Leipzig wirkte in diesem Wettbewerb permanent lustlos und schied bereits in der Vorrunde aus. Bayer Leverkusen blamierte sich in der Zwischenrunde gegen Krasnodar.

Strahlender Held ist hingegen Jürgen Klopp, der es geschafft hat, mit dem FC Liverpool die Champions League zu gewinnen. Damit hat sich der ehemalige Mainzer Zweitligaspieler unsterblich gemacht. Einziger Wermutstropfen dürfte die verpasste Meisterschaft in der Premier League sein, doch 97 Punkte reichten nicht gegen Guardiolas Manchester City.

Wenig Licht, viel Schatten für die Nationalmannschaft

Die Weltmeisterschaft 2018 in Russland endete für die deutsche Nationalmannschaft mit einem Debakel und dem schlechtesten WM-Abschneiden aller Zeiten. Doch danach wurde es nicht unbedingt besser. In der Nations League erfolgte der Abstieg nach zum Teil enttäuschenden Leistungen gegen Frankreich und die Niederlande. Erst danach vollzog Joachim Löw, der erstaunlicherweise noch im Amt ist, den Umbruch. Der Bundestrainer sortierte Jerome Boateng, Mats Hummels und Thomas Müller aus und möchte nun versuchen, mit Talenten an alte Erfolge anzuknüpfen. Das Potential ist zweifelsohne vorhanden. Spielern wie Kai Havertz, Leroy Sané oder Timo Werner steht sicherlich eine große Zukunft bevor und auch Akteure wie Niklas Süle, Joshua Kimmich, Leon Goretzka oder Serge Gnabry könnten ein erfolgreiches Gerüst der Nationalmannschaft bilden. Einen ersten Achtungserfolg gab es wenigstens schon. Gegen die derzeit starken Niederlande konnte in der EM-Qualifikation in Amsterdam gewonnen werden. Das war aber auch fast der einzige Lichtblick in dieser Saison, was den DFB betrifft. Dagegen scheint der größte Fußballverband der Welt in einem Sumpf aus Korruption, Selbstherrlichkeit und Bestechungen zu versinken. Bestes Beispiel ist der frühere DFB-Präsident Reinhard Grindel, der wegen einer Uhr, die er geschenkt bekam, zurücktreten musste. Auch das Schiedsrichterwesen in Deutschland hat schon bessere Tage erlebt.

Dagegen dürfen sich Fußballfans in Deutschland auf die EURO 2024 im eigenen Land freuen. Bis dahin ist hoffentlich der DFB aus den Negativschlagzeilen heraus.

 

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