Mit am unterhaltsamsten bei dieser WM war der Auftritt des Magenta-Expertenduos Thomas Müller/Jürgen Klopp beim Eröffnungsspiel im Aztekenstadion von Mexiko-City. Denn als es um die Aufstellung des DFB-Teams für die erste Vorrundenpartie gegen Curacao ging, stellte Jürgen Klopp fest, „dass Julian Nagelsmann NOCH die Mannschaft aufstellen würde“, um ein „NOCH“ hinterherzuschieben. (Bild: IMAGO / Jan Huebner)
Dabei ist erstaunlich, dass der 59-Jährige neben seiner Expertentätigkeit inzwischen selbst fast Bundestrainer ist. Ellenbogengesellschaft nennt man das wohl.
Als am besagten Tag die Torwartfrage und die Situation von Oliver Baumann diskutiert wurde, erklärte Thomas Müller sinngemäß, „dass das hier Profifußball ist und jeder damit klarkommen müsse“.
Da hat der Ur-Bayer wohl recht. Auch weil er sich in seiner langen Karriere immer behauptet und Erfolge eingefahren hat. Auch Titel, beispielsweise bei großen Turnieren, entstehen nicht einfach so, sondern durch Einsatz, Training und der ständigen Optimierung, wo es wirklich auf die letzten Prozentpunkte ankommt.
Doch die Frage nach der Menschlichkeit im Profifußball, wo dann wirklich auch Menschen wirken, bleibt.
Ein gutes Beispiel ist Max Eberl, der von Bayern-Patron Uli Hoeneß regelmäßig in der Öffentlichkeit demontiert wird, obwohl dieser nachweislich die letzten beiden Jahre gut gearbeitet hat.
Aber Fakt ist auch, dass es das schon immer gab. Erwähnenswert sei hier Karl-Heinz Rummenigge, der einst den ehemaligen Mathelehrer Ottmar Hitzfeld zutiefst kränkte („Fußball ist keine Mathematik“).
Wesentlich mehr fertiggemacht wurde Berti Vogts bei der WM 1994. Insbesondere durch die Medien.
Aber schlussendlich ist Fußball eben auch ein Showgeschäft, wo nebenbei auch sehr viel Geld im Spiel ist. Es gibt jedoch unzählige Fußballer, die sich nach ihrer aktiven Zeit aus der Öffentlichkeit zurückziehen. Dagegen welche, die permanent die Öffentlichkeit suchen und sich gefühlt alle zwei Tage zu Wort melden. Und dabei gerne draufhauen. Lothar Matthäus oder Mario Basler seien hier erwähnt. Aber auch hier gibt es Positivbeispiele, die sich als Experten sachlich äußern. Wie etwa Sami Khedira oder Michael Ballack.
Wie Jürgen Klopp hingegen als Bundestrainer abschneiden wird, steht in den Sternen. Als Vereinstrainer kann er lediglich drei Meistertitel in 16 Jahren vorweisen. Dafür lieben ihn die Medien. Gute Voraussetzungen, um bei einem großen Turnier Erfolg zu haben.



