Zlatan Ibrahimovic kennt Ralf Rangnick nicht

Der deutsche Fußball gehörte im abgelaufenen Jahrzehnt zweifellos zur Weltspitze. Trotz der letzten verpatzten Weltmeisterschaft. Auch die Bundesliga kann sich durchaus sehen lassen. Gerade die Bayern und der BVB haben einige Hochkaräter im Kader. Doch in der internationalen Wahrnehmung scheint es nur Real Madrid, Barca, Cristiano Ronaldo und die Premier League zu geben.

Jüngstes Beispiel ist Milans Superstar Zlatan Ibrahimovic, der in einem Interview über Ralf Rangnick lästerte.

„Wer ist Rangnick? Ich weiß nicht, wer das sein soll?“

Einem gewissen Thomas Müller ist so etwas auch schon einmal passiert. Der große Diego Maradona protestierte im Vorfeld der WM 2010, dass dieser Thomas Müller mit ihm gemeinsam bei einer Pressekonferenz saß. Er hätte nicht gewusst, dass der damals 20-Jährige ein deutscher Nationalspieler gewesen sei.

Sicherlich sind Zlatan Ibrahimovic und Diego Maradona zwei besondere Vertreter ihres Fachs, doch gerade die Bundesliga führt nach wie vor ein Schattendasein in der internationalen Wahrnehmung.

Bestes Beispiel ist Robert Lewandowski, der jedes Jahr über 40 Pflichtspieltore schießt. In der letzten Saison waren es sogar über 50 Pflichtspieltreffer, doch ein internationaler Megastar ist der polnische Nationalspieler nicht. Andere Stürmer sind weltweit gesehen populärer, wie ein Harry Kane, ein Mohamad Salah oder ein Paulo Dybala. Zudem ist stark davon auszugehen, dass Robert Lewandowski bei der Wahl zum Weltfußballer leer ausgehen wird.

Jürgen Klopp hat es vorgemacht

Ein internationaler Star-Trainer war Jürgen Klopp in seiner BVB-Zeit sicherlich nicht. Nach seinem Wechsel zum FC Liverpool änderte sich das jedoch. Heute genießt er weltweit Reputation und könnte sich seinen nächsten Arbeitgeber aussuchen.

Es ist keine gewagte These, sollte Ralf Rangnick zum AC Mailand wechseln, dass er die Rossonieri sportlich nach oben bringt, nach einer Talfahrt, die bei den Italienern schon mehr als ein Jahrzehnt lang andauert. Dass Ralf Rangnick Aufbauarbeit leisten und langfristigen Erfolg sichern kann, haben die Beispiele Hoffenheim und Leipzig gezeigt.

Toni Kroos und Marc-André ter Stegen sind weitere Beispiele für Deutsche, die im Ausland nicht unbedingt bekannt waren, doch nun zu Superstars gereift sind.

Man darf gespannt sein, ob Timo Werner bei Chelsea diesen Sprung schafft. Auch Spielern wie Joshua Kimmich, Serge Gnabry oder Leon Goretzka hätten das Potential, im Ausland erfolgreich zu spielen. Einen großen Namen haben diese deutschen Nationalspieler noch nicht, was sich aber durch die beiden nächsten anstehenden großen Turniere ändern könnte.

Die Generation davor wurde Weltmeister, doch das DFB-Team von 2014 wurde vor allem als Team gesehen, was gemeinsam erfolgreich war. Einzig Manuel Neuer kam an den Superstar-Status heran. Bei der Wahl zum Weltfußballer ging er trotzdem leer aus. Diese Auszeichnung erhielt damals wieder einmal Lionel Messi, der 2018 bekundete, dass Deutschland „keinen konkreten Star“ hätte.

Zlatan Ibrahimovic ist sicherlich solch ein Star, doch vom Projekt „RB Leipzig“, das im Gegensatz zum AC Mailand aktuell im Viertelfinale der Champions League steht, scheint er noch nichts gehört zu haben. Es liegt nun an Ralf Rangnick, zu beweisen, dass er der nächste Exportschlager des deutschen Fußballs sein kann.

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