Seit der vergangenen Saison wird die Champions League in einem neuen Modus ausgespielt. So gibt es keine Gruppen mehr, sondern eine einzige Tabelle, die aus 36 Teams besteht, welche jeweils acht Vorrundenspiele bestreiten muss. (Bild: IMAGO / Newspix)
Die Reform wurde unter anderem eingeführt, um mehr Abwechslung zu erzeugen, weil in den Jahren zuvor im Endeffekt fast immer die gleichen Klubs ab dem Achtelfinale vertreten waren.
Unter dem Strich kann man festhalten, dass die Vorrunde bis zum Schluss Spannung bietet. Sieht man sich jedoch die 24 Namen der Mannschaften an, welche sich für die nächste Runde qualifiziert haben, kann man erneut von einer geschlossenen Gesellschaft sprechen.
Zum Beispiel landeten alle sechs englischen Klubs in den Top 12. Überhaupt finden sich unter den besten 24 Teams nur sieben Vertreter, die nicht aus den fünf europäischen Top-Ligen stammen (England, Italien, Deutschland, Spanien, Frankreich). Wahre Außenseiter sind vielleicht Olympiakos Piräus, Bodo/Glimt oder Qarabag, die es aber auch vielleicht früher in die K.o.-Runde geschafft hätten. Dagegen schafften noch zwei traditionell gute portugiesische Spitzenklubs den Sprung in die nächste Runde.
Dass die Situation so ist, liegt vor allen Dingen am Qualifikationsmodus für die Champions League. So darf etwa die Bundesliga vier Vertreter stellen, La Liga fünf, die Serie A vier und die Ligue 1 drei, ohne mühselige Qualifikationsrunden bestehen zu müssen. Auch die Ligen in Portugal oder den Niederlanden erhalten feste Startplätze, wohingegen Teams aus kleineren Ligen einen wirklich beschwerlichen Gang durch viele Qualifikationsgruppen bewältigen müssen.
Daher ist die Champions League schon so etwas wie eine europäische Superliga. Mit der Einschränkung, dass sich die Top-Mannschaften über die jeweiligen nationalen Ligen qualifizieren müssen, was diese aufwertet und etwa in England nicht immer selbstverständlich ist und was zum Beispiel RB Leipzig in diesem Jahr hat scheitern lassen.
Doch es bleibt auch festzuhalten, dass die Champions League nach wie vor ein gelungenes Format ist, das Spitzenfußball garantiert und die besten Spieler der Welt auflaufen lässt. Bleibt zu hoffen, dass das auch für die Zukunft so bleibt. Wie es anders gehen kann, zeigt etwa die FIFA mit ihren Weltmeisterschaften.




