Anfang der 1990er-Jahre galt die deutsche Mannschaft als eine der stärksten der Welt. So belegte das DFB-Team in der 1993 eingeführten FIFA-Weltrangliste lange Zeit Platz 1. Zudem war man 1990 Weltmeister und 1992 Vize-Europameister geworden. (Bild: IMAGO / Laci Perenyi)
Auch das Reservoir an Spielern konnte sich sehen lassen, denn zur Weltmeister-Generation waren gute Fußballer aus der ehemaligen DDR dazugestoßen. Wie Matthias Sammer, Ulf Kirsten oder Thomas Doll. Ergänzt durch neue Nationalspieler wie Stefan Effenberg oder Karl-Heinz Riedle, der zwar schon 1990 mit dabei war, aber 1994 mit 29 Jahren im Zenit seiner Leistungsfähigkeit stand.
Doch schon der Start gegen Bolivien verlief holprig. Anders als bei der WM in Italien erwischte die deutsche Nationalmannschaft in den USA keine Welle nach dem Auftaktspiel. Das 1:0 gegen die Südamerikaner war holprig, was sich beim 1:1 gegen Spanien fortsetzte. Schließlich gingt das Vogts-Team in der dritten Vorrundenbegegnung gegen Südkorea 3:0 in Führung, um am Ende mit einem knappen 3:2 dazustehen.
World Cup USA 1994 tournament was the last to employ a 24-team format.
— 🅰🆇ᴏ 🆇ᴏ (@adrul16) May 13, 2026
Germany vs Bolivia was the opening game of World Cup USA 1994. pic.twitter.com/JN7fgsfB3I
Bundestrainer Berti Vogts stellte daraufhin vor der Achtelfinalpartie gegen Belgien um und ersetzte im Sturm den glücklosen Karl-Heinz Riedle durch den damals 34-jährigen Rudi Völler, was sich positiv auswirkte und mit einem Sieg über die Belgier mündete.
Alles schien in bester Ordnung und auch im Viertelfinale gegen Bulgarien lief anfangs alles nach Plan, weil Lothar Matthäus die DFB-Mannschaft durch einen Elfmeter 1:0 in Führung brachte.
Die Bulgaren wiederum konnten mit ihrer sogenannten „Goldenen Generation“ aufwarten, mit ihrem Superstar Hristo Stoichkov und den Bundesliga-Legionären Krassimir Balakov oder Yordan Letchkov.
Das DFB-Team war dagegen etwas in die Jahre gekommen, was sich im ganzen Turnier angedeutet hatte und gegen Bulgarien dann endgültig sichtbar wurde. Auch weil es in diesen Tagen im Sommer 1994 in den USA sehr heiß war.
Und so kam es, wie es kommen musste. Erst besorgte Hristo Stoichkov mit einem sehenswerten Freistoß den Ausgleichstreffer. Anschließend erzielte Yordan Letchkov mit einem Kopfball den vielumjubelten 2:1-Siegtreffer.
Deutschland war ausgeschieden und dementsprechend die Stimmung schlecht. Das Bild von Berti Vogts, der im Mannschaftshotel allein an einem Tisch sitzt, bleibt dabei besonders in Erinnerung. Die Stars um Lothar Matthäus und Jürgen Klinsmann hatten sich von ihm abgewendet. Berti Vogts überstand schlussendlich die WM 1994, obwohl die Rufe nach seinem Rücktritt laut wurden, und führte das DFB-Team bei der EURO 1996 zum Titel, um dann bei einem erneuten Scheitern im Viertelfinale bei der WM 1998 seinen Hut zu nehmen.
Zwei Geschichten bleiben von dem Turnier in den USA auch noch haften. Natürlich Stefan Effenberg, der deutschen Fans den Stinkefinger gezeigt hatte und daraufhin nach Hause geschickt wurde. Und Entertainer Stefan Raab, der für den Musiksender VIVA durch Nordamerika tourte, und immer wieder „Böörti Böörti Vogts“ anstimmte.
Wird Deutschland Gruppensieger?
Ja
1,30
Wird Deutschland Weltmeister?
Ja
13,00




