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Konstantinos Karetsas - ein hochveranlagter Fädenzieher bald in der Bundesliga?

Konstantinos Karetsas - ein hochveranlagter Fädenzieher bald in der Bundesliga?

Die klassische Zehn gäbe es im modernen Fußball nicht mehr - das ist der generelle Konsensus. Spieler wie Juan Román Riquelme oder Roberto Baggio gehören der Vergangenheit an. Allerdings macht in Belgien ein neuer Spielmacher auf sich aufmerksam: Konstantinos Karetsas. Der hochveranlagte Grieche könnte im Sommer schon den nächsten Schritt gehen - eventuell sogar in die Bundesliga. (Bild:
IMAGO / STEINSIEK.CH)

Konstantinos Karetsas ist ein echtes Kind der Stadt Genk. Geboren am 19. November 2007 in Genk, begann der griechischstämmige Offensivspieler seine fußballerische Ausbildung in den renommierten Nachwuchsleistungszentren des RSC Anderlecht und des KRC Genk.

Bereits im Alter von 15 Jahren feierte er am 13. August 2023 sein Debüt im Seniorenbereich für Jong Genk, die Zweitvertretung des Klubs, in der Challenger Pro League. In diesem Spiel gegen den SK Beveren stand er direkt in der Startformation und bereite prompt den 1:0-Siegtreffer vor In der Saison 2023/24 sammelte er regelmäßig Spielpraxis in der zweiten Liga, bevor er kurz vor seinem 17. Geburtstag den Sprung in die Profimannschaft schaffte.

Durchbruch beim KRC Genk

Sein Pflichtspieldebüt in der Jupiler Pro League gab Karetsas am 4. Mai 2024 im Alter von nur 16 Jahren. In den Meisterschafts-Play-offs gegen Cercle Brügge wurde er kurz vor Ende der Partie für Bilal El Khannouss eingewechselt. Genk verlor deutlich mit 1:4, doch dieser Einsatz fungierte als Startschuss für die Karriere von Karetsas und unterstrich seinen Stand im Verein. Die Belgier setzten große Stücke auf den jungen Mittelfeldspieler, der in der darauffolgenden Spielzeit prompt zum Schlüsselspieler avancierte. Er kam in 34 Ligapartien zum Einsatz und stand dabei 20-mal in der Startaufstellung. Drei Tore und zwei Vorlage waren noch keine brilliante Ausbeute, doch das sollte sich in dieser Spielzeit ändern.

Karetsas kam auch in der abgelaufenen Spielzeit 34-mal zum Einsatz und durfte 27 Spiele davon starten. Der mittlerweile 18-Jährige blieb ohne eigenen Treffer in der Liga, konnte aber zehn auflegen und rangiert damit auf dem zweiten Platz der besten Vorlagengeber der belgischen Liga. In der abgelaufenen Spielzeit gab er außerdem sein Debüt im internationalen Geschäft. Mit Genk ging es bis ins Achtelfinale der Europa League, ehe man am SC Freiburg scheiterte. Karetsas steuerte zwei Tore und vier Vorlagen bei.

Spielerprofil - Auf den Spuren der besten Zehner der Welt

Karetsas besticht vor allem durch seine Kreativität. Der junge Grieche kommt zwar primär auf dem rechten Flügel oder als halbrechter Zehner zum Einsatz, doch seine Fähigkeiten entsprechen eher dem Profil einer klassischen Zehn: Enge Ballkontrolle, starkes Dribbling, hervorragende Übersicht und die entsprechende Technik, um diese Pässe auch an den Mann zu bringen. Der 18-Jährige kreiert 1,96 Chancen und spielt 2,72 "Key Passes" pro Spiel, was im Ligavergleich zu den oberen 5% gehört. Zum Vergleich: Bilal El Khannouss, der sich seit seinem Wechsel zum VfB Stuttgart als einer der besten Spielmacher der Bundesliga erwiesen hat, konnte in der abgelaufenen Spielzeit 2,31 Chancen und 2,42 "Key Passes" generieren.

Trotz seiner 1,73 Meter gelingt es Karetsas dennoch, sich auch körperlich zu behaupten. Naturgemäß stößt er manchmal an seine Grenzen, doch immer wieder schafft er es, den Gegner abzuwimmeln oder zumindest ein Foul zu ziehen. 2,56 gezogene Fouls pro 90 Minuten zeigen, wie schwer sich Verteidiger tun, den quirligen Offensivakteur mit fairen Mitteln vom Ball zu trennen. Kombiniert mit seiner starken Dribbbelquote (2,2 erfolgreiche Dribblings / 90 Minuten) deutet alles auf einen Spieler hin, der nicht nur einen guten Pass spielen, sondern in den entscheidenden Momenten auch selbst vielversprechende Situationen kreieren kann.

Ein interessanter statistischer Wert bei jungen Kreativspielern ist stets die Anzahl der Steckpässe pro 90 Minuten. Die besten Zehner der Welt – wie etwa Kevin De Bruyne, Mesut Özil, David Silva oder Bruno Fernandes – spielten in ihren ersten Profijahren durchgehend eine hohe Frequenz dieser Bälle. Karetsas spielt 0,12 Pässe dieser Art pro Spiel, was ihn in der belgischen Jupiler Pro League ebenfalls in die Top 5% hievt.

Wo kann er sich noch verbessern?

Ein Blick auf die Statistiken reicht, um eine klare Schwachstelle auszumachen: 0 Tore. Karetsas fehlte in der abgelaufenen Spielzeit das letzte Quäntchen Glück im Abschluss. Dabei bringt er sich in ausreichend gute Positionen, um als Torschütze in Erscheinung zu treten. In der Liga sammelte er insgesamt 4,3 xG, die er teils durch unpräzise Abschlüsse, teils aber auch durch Pech und starke Paraden der gegnerischen Torhüter nicht in Zählbares ummünzen konnte.

Während man Karetsas am Ball kaum Vorwürfe machen kann, zeigt er gegen den Ball noch Schwächen. Er arbeitet zwar defensiv hart, agiert in den Zweikämpfen jedoch oft glücklos, was seiner geringen Körpergröße und der noch schmächtigen Statur geschuldet ist. Der Begriff "Luxusspieler" bringt einen negativen Ruf mit sich, der bei Karetsas unpassend ist, da er durchaus den Willen zeigt, sich für die Mannschaft aufzuopfern – allerdings stößt er dabei an seine körperlichen Limits.

Konstantinos Karetsas ist ein hochveranlagter Spielmacher, der bei Genk sein riesiges Potenzial bereits unter Beweis gestellt hat. Für eine geschätzte Ablöse von rund 35 Millionen Euro bekämen potenzielle Abnehmer einen erst 18-jährigen Offensivspieler, der schon über 100 Profispiele absolviert hat. Mit seiner herausragenden Technik bringt er das Werkzeug mit, um auch in den europäischen Top-Ligen den Unterschied auszumachen. Seine Limitierungen sind teils der mangelnden Erfahrung, teils seiner Physis geschuldet. Dennoch handelt es sich hier um einen hochtalentierten Offensivspieler, der in einem passenden taktischen System, das seine defensiven Schwächen maskiert, zu einem echten Schlüsselspieler reifen kann.

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