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Daniel

Das nächste große Bayern-Talent? | Jonathan Asp (20) im Porträt

Die Durchlässigkeit für Bayern-Talente in die erste Mannschaft wird größer. Aleksandar Pavlović und Lennart Karl haben gezeigt, wie man sich als Eigengewächs an der Säbener Straße etabliert und sogar den Sprung in die Nationalmannschaft schafft. Ein Jungspund, den sich die beiden zum Vorbild nehmen wird, ist Jonathan Asp Jensen. Der 20-Jährige ist derzeit an den Grasshopper Club Zürich ausgeliehen und macht dort auf sich aufmerksam. Kann er ab Sommer zur echten Alternative für Vincent Kompany werden? (Bild: IMAGO / Geisser)

Asp steht in der laufenden Spielzeit bei sieben Toren und vier Vorlagen für den Zürcher Klub, der in der Schweizer Super League gegen den Abstieg kämpft. Die „Hoppers“ stehen auf Platz elf mit 24 Punkten aus 31 Spielen und stellen die zweitschlechteste Offensive der Liga. Der junge Däne sticht dabei als Lichtblick hervor. Doch was macht Asp so stark und kann er sich langfristig bei den Bayern festspielen? Kickfieber nimmt den Youngster unter die Lupe.

Zwischen Eleganz und Urgewalt

Asp ist ein sehr offensiv ausgerichteter Mittelfeldspieler mit viel Flair und großem Abschlusswillen. Mit seiner langbeinigen, großgewachsenen Statur kombiniert er eine oft täuschende Beschleunigung mit gutem Dribbling (1,9 erfolgreiche Dribblings/90 Min. 94. Perzentil).

Asps Daten deuten auf einen Spieler hin, der primär für sich selbst kreiert. Für einen offensiven Mittelfeldspieler generiert er extrem viel xG (0,22 erwartete Tore/90 Min. 81. Perzentil). Er sucht enorm oft den Abschluss (2,63 Schüsse/90 Min. 93. Perzentil) und besitzt bereits einen „Trademark“-Spielzug: das Hereinziehen vom linken Flügel, um im langen Eck abzuschließen. Seine Bewegungen sind clever und unvorhersehbar, was es ihm ermöglicht, immer wieder Lücken zu finden.

Stärken und Spielstil

Asp ist am gefährlichsten, wenn er die Freiheit hat, den Ball in große Räume zu tragen. Aufgrund seiner sauberen Technik ist er allerdings auch in der Lage, sich in engen Räumen mit seiner engen Ballführung zu behaupten. Seine eiskalte Chancenverwertung macht ihn jederzeit gefährlich. Im Gegensatz zu vielen jungen Zehnern verfügt er über eine gute physische Statur, die es ihm ermöglicht, den Ball effektiv abzuschirmen und sich in Zweikämpfen zu behaupten.

Jonathan Asp Jensen report 1

Jonathan Asp - Scoutingbericht

Schwächen und Entwicklungspotenzial

Der Preis für seine offensive Brillanz ist ein Mangel an defensiver Beteiligung. Asp bietet derzeit gegen den Ball nur sehr wenig an, und sein Passspiel kann sehr frustrierend sein (14,27 angekommene Pässe/90 Min. 4. Perzentil). Er neigt dazu, den Ball zu lange zu halten und das Dribbling zu suchen, statt den einfachen Pass zu spielen.

Fazit

Asp ist ein „High-Risk, High-Reward“-Spieler. Er ist enorm torgefährlich und taucht aus dem Mittelfeld immer wieder in gefährlichen Positionen vor dem Tor auf. In der laufenden Spielzeit zeigt er zudem eine hohe Qualität und Konstanz in seinen Abschlüssen. Gewissermaßen ähnelt er in dieser Hinsicht Serge Gnabry und dessen Rolle in dieser Saison beim FC Bayern.

Seine Entscheidungsfindung und seine Defensivarbeit müssen sich jedoch dringend verbessern, um bei Vincent Kompany zum festen Kaderspieler zu werden. Er kreiert zudem eher für sich selbst als für andere. Seine Dribblings münden oft in einem eigenen Abschluss, anstatt den besser postierten Nebenmann zu finden. Die Qualität, aus dem Nichts für sich selbst eine Chance zu kreieren, ist durchaus wünschenswert, da Asp somit Spiele durch Einzelaktionen entscheiden kann. Allerdings muss er noch lernen, die Balance zwischen dem eigenen Torabschluss und der Vorlage zu finden.

Angesichts der jüngsten Wege von Spielern wie Pavlović oder Karl in die erste Mannschaft des FC Bayern ist es durchaus vorstellbar, dass auch Asp seine Chance in Deutschland bekommt. Sollte er sich in der Schweiz weiterhin so entwickeln, könnte er ab der kommenden Saison ein Herausforderer für Serge Gnabry werden.

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Daniel

Drei spannende Innenverteidiger-Talente in Europa

In den letzten Jahren sind zahlreiche ehemalige Weltklasse-Innenverteidiger in den Ruhestand getreten: Sergio Ramos, Mats Hummels oder Giorgio Chiellini haben ihre Fußballschuhe an den Nagel gehängt. Doch es prescht eine neue Generation heran, die in die großen Fußstapfen treten kann. (Bild: IMAGO / Nicolo Campo)

Pau Cubarsí, Dean Huijsen, Leny Yoro oder Luka Vušković sind in aller Munde. Man traut ihnen die Weltklasse in nur wenigen Jahren zu – und das zu Recht. Doch es gibt weitere junge Innenverteidiger, die unter dem Radar fliegen und ebenfalls ein Wörtchen mitzureden haben. Drei spannende Namen stellen wir euch hier vor.

Tiago Gabriel, 21, US Lecce

Tiago Gabriel ist vor Kurzem gerade einmal 21 Jahre alt geworden, gehört bei US Lecce jedoch zu den Leistungsträgern. Bei den abstiegsbedrohten Italienern steht der Portugiese in beinahe jedem Spiel in der Startelf und misst sich mit den besten Angreifern Italiens. Dabei schneidet der 1,96-Meter-Hüne durchaus gut ab. Gabriel überzeugt allen voran in der Luft, was auch seiner Größe geschuldet ist. Er gewinnt knapp über vier Luftzweikämpfe pro 90 Minuten und hat dabei eine Erfolgsquote von über 70%, was beides überragende Werte sind.

Das klassische Verteidigen besitzt Gabriel allemal. Neben seiner Lufthoheit überzeugt er auch mit seiner Zweikampfstärke am Boden. Er liest das Spiel sehr gut, fängt den Ball oft ab und klärt ihn konsequent in brenzligen Situationen.

Gabriel macht sehr wenig Fehler, insbesondere für einen jungen Innenverteidiger. Das liegt allerdings auch daran, dass er selten ins Risiko geht. Gegen den Ball rückt er ungern ins Mittelfeld vor, um abkappende Stürmer zu verteidigen, und mit dem Ball spielt er wenig risikoreiche Pässe. Seine progressiven Passwerte gehören zu den schwächsten der Liga und anhand der Anzahl an Ballberührungen merkt man, dass Gabriel bei Lecce sehr wenig Verantwortung im Spielaufbau inne hat.

Schaut man die Spiele allerdings an, anstatt ausschließlich auf die Statistiken zu achten, sieht man, dass der 21-Jährige oft mit dem Ball andribbelt, dann aber aufgrund mangelnder Passoption wieder abdreht und einen einfachen Pass zur Seite spielt. In einem besseren Team, mit mehr Anspielstationen im Mittelfeld, könnten sich auch die Passstatistiken des Rechtsfußes verbessern.

Wo es bei Gabriel allerdings hakt, ist die Athletik. Er hat seine Probleme gegen schnelle und quirlige Angreifer, weil es dem Verteidiger schlichtweg an Tempo fehlt. Seine Beweglichkeit lässt ebenfalls zu wünschen übrig. Bei einem Abstiegskandidaten fallen die Schwächen nicht so sehr auf, doch sollte er zu einem besseren Verein wechseln und hoch verteidigen müssen, könnte er seine Probleme bekommen.

Tiago Gabriel deutsch 28 01 26

Tiago Gabriel - Spielerprofil

Tiago Gabriel ist ein unglaublich spannender junger Innenverteidiger, der für sein Alter untypische Stärken mitbringt. Eine solch ausgeprägte Lufthoheit ist mit 21 Jahren nicht selbstverständlich und sein Spielverständnis ist ebenfalls auf einem sehr hohen Level. Gabriel dürfte im kommenden Sommer genügend Interessenten aus dem In- und Ausland haben und bei einem Marktwert von 15 Millionen Euro ist das finanzielle Risiko noch überschaubar.

Antoine Mendy, 21, OGC Nizza

Antoine Mendy ist mit 21 Jahren Stammspieler bei OGC Nizza und Africa Cup-Sieger mit dem Senegal. Keine schlechte Vita für sein Alter. Der Innenverteidiger ist 1,87 Meter groß und verteidigt oft als rechter Innenverteidiger in einer Dreierkette. Mendy kombiniert zwei Komponenten, die für einen Verteidiger in seinem Alter selten sind: Er ist unglaublich stark in der Luft und kommt dazu noch in sehr viele Bodenzweikämpfe. Normalerweise lässt die Erfolgsquote nach, wenn Verteidiger sich besonders aggressiv in viele Zweikämpfe werfen, doch das ist bei Mendy nicht der Fall. Er gewinnt enorm viele Bälle, blockt viele Schüsse, gewinnt Zweikämpfe, Luftduelle und klärt den Ball häufig. In all den Disziplinen ist er im Ligue 1-Vergleich ganz vorne mit dabei.

Mendy verteidigt grundsätzlich sehr aggressiv. Er rückt gerne ins Mittelfeld vor, um den Gegner unter Druck zu setzen, und gewinnt dabei auch häufig den Ball. Er ist kein besonders großer Verteidiger, überzeugt aber dennoch in der Luft und insbesondere sein Timing in Defensivaktionen ist beeindruckend für einen noch jungen Spieler.

Mendy bringt auch ein physisches Profil mit, was Tiago Gabriel beispielsweise fehlt. Neben seiner Sprungkraft und physischen Robustheit ist der Senegalese zudem außerordentlich schnell unterwegs und kann sich schnell um seine eigene Achse drehen. Auch schnelle und agile Angreifer haben es nicht allzu leicht gegen den Rechtsfuß. Mendy ist in der Lage, hoch zu verteidigen und weite Strecken mit hohem Tempo notfalls auch zurückzulaufen. Die Außenlinie verteidigt er ebenfalls sehr konsequent, wenn er für seinen Außenverteidiger absichern muss.

Mendy kann zudem auch mit dem Ball umgehen. Seine Passquote ist nur durchschnittlich, weil er immer wieder versucht, den möglichst progressivsten Pass zu spielen. Gerne schlägt er auch Diagonalbälle von seiner halbrechten Position auf den linken Außenspieler. Er sucht häufig den Pass ins letzte Drittel, manchmal auch etwas kopflos. Dort fehlt ihm noch das richtige Gespür.

Eine eklatante Schwäche im Spiel des Verteidigers ist seine Konzentration. Mendy verliert enorm viele Bälle und oftmals lassen ihn seine Ballannahmen hängen, und das liegt nicht an seiner Qualität. Sein Spielverständnis im Allgemeinen hat definitiv noch Verbesserungspotenzial. Er fängt nicht viele Bälle ab und auch mit dem Ball am Fuß fehlt ihm das richtige Temperament, wann er nach vorne spielen soll und wann es vielleicht besser ist, den Ball zu halten. Seine Erfolgsquote, die bei herausragenden 68,8% liegt, fällt bei Luftzweikämpfen im eigenen Sechzehner auf nur 52,6%. Dort muss er sich ebenfalls noch bessern.

Antoine Mendy deutsch 28 01 26

Antoine Mendy - Spielerprofil

Antoine Mendy ist ein Verteidiger, der von seinen Anlagen her Premier League spielen sollte. Er ist robust, athletisch und verteidigt weite Räume sehr gut. Seine derzeitigen Schwächen in der Konzentration und seinem Temperament mit und gegen den Ball sind für Innenverteidiger seines Alters normal und sollten sich im Laufe seiner Karriere verbessern. Eine weitere Saison in Nizza könnte ihm gut tun, bevor er im Sommer 2027, sofern seine Entwicklung weiterhin positiv verläuft, den Schritt zu einem Top-Klub in England machen sollte. Alternativ könnte ihm ein Zwischenschritt zu einem Verein im Mittelfeld der Premier League im kommenden Sommer ebenfalls gut gelegen kommen.

Rio Hillen, 22, NAC Breda

Rio Hillen fliegt in der Eredivisie unterm Radar, zeigt jedoch in dieser Spielzeit sehr gute Leistungen. Bei den Niederländern, die derzeit gegen den Abstieg kämpfen, sticht der 22-Jährige durch sehr konstante Leistungen hervor. Hillen gehört nur in wenigen Statistiken zu den besten der Liga, hat aber ebenso wenig Schwächen.

Seine besten Disziplinen sind aber gegen den Ball. Er gewinnt sehr viele Bälle und ist auch in der Luft sehr verlässlich. Er hat ein sehr gutes Gespür dafür, wann er in den Zweikampf geht, und zeigt sein gutes Spielverständnis auch in seinen abgefangenen Bällen.

Auch Hillen bringt ein interessantes physisches Profil mit. Er ist nicht auffällig groß oder kräftig (trotzdem gut in der Luft), besitzt aber ein sehr ordentliches Tempo und ist äußerst beweglich für einen Verteidiger. Ähnlich wie Mendy kann auch er große Räume aufgrund seiner Schnelligkeit gut verteidigen und seine Aggressivität hilft ihm im hohen Pressing. Mit dem Ball zeigt er sich ebenfalls sehr beweglich und kann sich immer wieder aus engen Räumen lösen.

Mit dem Ball am Fuß ist Hillen ebenfalls sehr verlässlich. Er bringt viele seiner Pässe an den Mann und sucht oft hinter die Abwehr startende Angreifer mit Steckpässen.

Hillen muss allerdings noch an seiner Disziplin arbeiten. Er ist aufgrund seiner Aggressivität oft sehr ungestüm und verursacht viele Fouls und kassiert folglich auch viele gelbe Karten.

Rio Hillen deutsch 28 01 26

Rio Hillen - Spielerprofil

Rio Hillen besitzt ein sehr modernes Innenverteidigerprofil. Sein Tempo und seine Aggressivität, gepaart mit seiner Kompetenz am Ball, könnten ihn im kommenden Sommer für viele Mannschaften interessant machen. Sein Marktwert liegt bei nur einer Million Euro und viele Bundesliga-Mannschaften im Tabellenmittelfeld könnten vom jungen Niederländer profitieren. Bis nach ganz oben wird sein Weg aber wahrscheinlich nicht führen.

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Daniel

Ein Fußballschuh, eine Schnittwunde: Wie die Beziehung zwischen Ferguson und Beckham zerbrach!

„Vaterfigur“, „zweite Familie“, „Zuhause“. Sir Alex Ferguson und David Beckham waren zu Beginn der Karriere des Freistoßspezialisten unzertrennlich. Ferguson verehrte seinen Schützling, da er ihn für einen außergewöhnlichen Spieler hielt. Doch die Beziehung sollte nicht für immer harmonisch bleiben. Im Februar 2003 kippte die Stimmung, als Ferguson einen Fußballschuh nach Beckham schoss. Die Geschichte. (Bild: IMAGO / Colorsport)

Spieler wie David Beckham verließen früh ihr Zuhause, um für Manchester United zu spielen. "Becks" durchlief diverse Jugendmannschaften der Red Devils und wurde dabei genauestens vom Trainerstab der Profimannschaft beobachtet, allen voran Sir Alex Ferguson. Der Schotte sah sich als Vaterfigur für diese jungen Spieler und nahm es sich als Ziel, insbesondere Talente wie Beckham zu fördern.

David Beckham war Teil der "Class of '92", die Manchester United Mitte der Neunzigerjahre wieder zu altem Glanz verhalf. Neben ihm erlebten auch Gary Neville, Phil Neville, Paul Scholes, Ryan Giggs und Nicky Butt ihren Durchbruch beim englischen Rekordmeister und sollten eine Ära prägen.

Ferguson verehrte die sechs Jungs und sie verehrten ihren Coach. Alles schien harmonisch, doch das sollte nicht so bleiben.

Die ersten Risse

Der Fußball veränderte sich Ende der Neunzigerjahre Der (englische) Fußball wurde immer kommerzieller und die Spieler wurden zu Stars. Ein Trainer konnte nicht mehr alles kontrollieren und die Hingabe der Spieler war nicht mehr lediglich dem Fußball gewidmet. David Beckham wurde sukzessive zu einem Rockstar der Fußballwelt, zu einer Persönlichkeit, die für Fergusons Empfinden zu groß für Manchester United wurde.

Beckham liebäugelte in der Saison 2002/03 bereits mit einem Wechsel zu Real Madrid, den Königlichen, dem größten Verein der Welt. Neben dem Platz wurde er aufgrund seiner Beziehung zu Victoria Adams, auch bekannt als "Posh Spice" (Teil der Pop-Girlgroup "Spice Girls"), immer interessanter in der Öffentlichkeit und in den Boulevardzeitungen. Eine Entwicklung, die Alex Ferguson gar nicht gefiel, der mehrfach die Hingabe des Mittelfeldspielers hinterfragt hatte.

"Man konnte sehen, dass dort Spannungen entstanden"

- Ole Gunnar Solskjaer, ehemaliger Manchester United-Stürmer

Der berühmte Vorfall

Manchester United schied im FA Cup gegen Arsenal mit 0:2 aus und Ferguson war erbost. Der langjährige United-Trainer gab Beckham die Schuld an einem der Gegentore, doch das ließ der Engländer nicht auf sich sitzen. Sie fingen an, heftig zu diskutieren, und es gipfelte darin, dass Ferguson einen Fußballschuh, der vor ihm in der Kabine lag, in Richtung Beckham schoss. „Er hat den Schuh absolut im Stil eines Mittelstürmers getroffen“, erzählte der damalige Assistenztrainer Mike Phelan Jahre später. Der Schuh trifft Beckham oberhalb des linken Auges. Das Resultat: eine sichtbar offene Wunde an der Augenbraue des 115-fachen englischen Nationalspielers.

In einer Netflix-Dokumentation viele Jahre später erzählte Beckham von dem Vorfall aus seiner Sicht. Während der Diskussion habe der Flügelspieler seinem Trainer gegenüber „F*** Off!“ gesagt, was er sofort bereute. „Ich hätte das wirklich nicht sagen sollen“, war Beckhams erster Gedanke , sobald die Worte seine Lippen verließen, gab er später zu. Denn das ließ das Fass Fergusons überlaufen. Der Schotte trat gegen den Fußballschuh und kreierte somit einen der kultigsten Bilder der Premier League-Geschichte.

Beckham war außer sich und die Kabine geriet ins Chaos. Beckham ging auf seinen Trainer los, als er bemerkte, dass er blutete, doch seine Mitspieler hielten ihn zurück. Ferguson konnte sich nicht direkt entschuldigen, um in einer sowieso schon aufgebrachten Kabine als schwach dazustehen. Doch seinen Spieler mit einem Fußballschuh zu treffen, war nicht seine Absicht: „Ich meine, ehrlich gesagt war es ein absoluter Zufallsunfall“, gab der Übungsleiter Jahre später zu. In dem Moment klopfte er Beckham nur kurz ans Knie, sagte „Entschuldigung dafür“ und verließ die Kabine. Doch wie Nicky Butt in einer BBC-Dokumentation erzählte, war es Ferguson anzusehen, dass es ihm leidtut.

Der Anfang vom Ende

Sir Alex Fergusons Ethos bei Manchester United war immer, dass kein Spieler größer ist als der Klub. Zahlreiche große Spieler verließen den Verein während seiner Amtszeit, um diese Regel zu wahren, und so auch David Beckham. Im Sommer 2003, nur wenige Monate nach dem Vorfall, verließ er die Red Devils in Richtung Real Madrid.

Die zwischenzeitlich geschädigte Beziehung zwischen David Beckham und Sir Alex Ferguson ist mittlerweile wieder eine sehr innige. Beide Parteien haben sich vergeben und "Becks" bewahrt den Schuh, der ihn überm Auge traf, inzwischen bei sich zuhause als Andenken auf.

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Daniel

Der späte Woltemade-Ersatz: Wie gut ist Jeremy Arévalo?

Vier Monate nach dem Verkauf von Nick Woltemade kann der VfB Stuttgart endlich einen neuen Stürmer präsentieren: Jeremy Arévalo wechselt an den Neckar. Doch wie gut ist der Ecuadorianer, der bislang nur in der zweiten spanischen Liga gespielt hat? (Bild: IMAGO / Ricardo Larreina Amador)

Jeremy Arévalo ist ein 20-jähriger Mittelstürmer, der seinen Fußball in der zweiten spanischen Liga bei Racing Santander spielt. In dieser Saison erzielte der Angreifer bisher acht Tore in 18 Pflichtspielen und feiert damit endlich seinen endgültigen Durchbruch im Profibereich, nachdem er bereits 2023 debütieren durfte.

Dank seines überragenden Saisonstarts durfte er im November sogar für die Nationalmannschaft Ecuadors debütieren. Im Freundschaftsspiel gegen Kanada wurde er für die Schlussphase eingewechselt. Womöglich steht er auch im WM-Gruppenspiel gegen die deutsche Auswahl auf dem Rasen.

Der VfB Stuttgart zieht die Ausstiegsklausel des Ecuadorianers in Höhe von sieben Millionen Euro und sticht damit namhafte Konkurrenten aus. Auch die AS Rom und die BlueCo Group rund um Racing Straßburg und den FC Chelsea sollen ihn auf dem Zettel gehabt haben.

Wer solche Interessenten hat, muss etwas richtig gemacht haben. Was macht Jeremy Arévalo so besonders, dass zahlreiche europäische Spitzenvereine ihn verpflichten wollten?

Eine Mischung aus Woltemade und Undav

Hinsichtlich seiner Spielweise erinnert Arévalo durchaus an seinen Vorgänger Nick Woltemade. Immer wieder lässt er sich ins Mittelfeld fallen, um am Spielaufbau teilzuhaben. Dabei überzeugt er mit seiner Ballbehandlung in engen Räumen und seinen Dribblings.

In Sachen Körperstatur weist er jedoch deutliche Unterschiede zum Newcastle-Stürmer auf. Hier erinnert der Neuzugang eher an Deniz Undav. Mit seinen 1,82 Metern ist Arévalo extrem robust gebaut und versteht es, seinen Körper gezielt einzusetzen. Dennoch verfügt er über eine enorme Dynamik und eine hohe Endgeschwindigkeit, die es ihm erlaubt, den Verteidigern auch mit dem Ball am Fuß davonzulaufen. Viele seiner Dribblings gelingen ihm, weil er es schafft den Gegner mit einem kräftigen Körpereinsatz abzuwimmeln.

Physisches Kraftpaket

Seine wohl größte Stärke ist seine Physis. Er ist unglaublich robust gebaut und verliert selten die Balance. Zudem verfügt er über ein hohes Tempo, was ihm erlaubt, sehr effektiv mit Läufen hinter die Abwehrkette zu sein. Er lässt sich gelegentlich auch gerne auf den Flügel fallen, um dort von seiner Geschwindigkeit Gebrauch zu machen.

Sein Kopfballspiel kann er aber noch verbessern. Mit seinen 1,82 Metern überragt er keine Verteidiger in puncto Größe, dennoch kommt er mit seinen durchtriebenen Läufen im Sechzehner immer wieder zu Kopfballchancen.

Eiskalter Abschlussstürmer

Der bullige Angreifer kreiert viele seiner Torchancen selbst. Er sucht oft die Räume in den Halbräumen oder sogar an der Außenbahn, um den Ball zu erhalten. Er präferiert es dabei, sich eher nach rechts fallen zu lassen. Von dort zieht er dann mit hohem Tempo nach innen, um dort mit seinem starken linken Fuß den Abschluss zu suchen.

Arévalo sucht sehr oft den Abschluss und ist dabei auch noch überlegt. Er bringt 63 % seiner Schüsse aufs Tor. Das ist ein Wert, an den kein Stuttgarter Angreifer auch nur im Ansatz rankommt.

Seine Abschlüsse erfolgen fast ausschließlich im Sechzehner und das meist sehr präzise. Er bevorzugt platzierte Abschlüsse in die unteren Torecken. Der Mittelstürmer schoss so sieben seiner acht Saisontore.

Die letzte Klarheit fehlt noch

Trotz vielversprechender Anlagen ist Arévalo noch kein fertiger Spieler. Der Sprung aus der zweiten spanischen Liga in die Bundesliga wird eine Anpassungszeit mit sich bringen. Während er gegen den Ball bereits extrem fleißig arbeitet und seine Physis auch im Pressing gut einsetzt, mangelt es in seinen finalen Aktionen noch an der nötigen Qualität.

Sowohl in der Entscheidungsfindung als auch bei der Passqualität hat der 20-Jährige noch Luft nach oben. Sollte der Angreifer sich in diesen Aspekten noch verbessern, darf sich der VfB Stuttgart auf einen hochspannenden Mittelstürmer freuen.

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Daniel

Premier League: Diese Topstars sind im Sommer 2026 ablösefrei zu haben

Im Sommer 2026 können Schnäppchenjäger auf dem Transfermarkt wieder viele Stars zum Nulltarif sichern. Zahlreiche Verträge von Premier-League-Spielern laufen zum Saisonende 2025/26 aus. Unter den Top Zehn dieser Spieler mit dem höchsten von transfermarkt.de geschätzten Marktwert ist die ein oder andere Überraschung dabei. (Bild: IMAGO / DeFodi Images)

Spieler mit auslaufenden Verträgen dürfen ab dem 1. Januar 2026 offiziell mit anderen Klubs verhandeln und sich auf ablösefreie Wechsel ab dem kommenden Sommer einigen.

10. Harry Wilson & Ryan Sessegnon, FC Fulham

Der FC Fulham geht mit zwei Außenbahnspielern ins letzte Vertragsjahr. Das Duo hat jeweils einen Marktwert in Höhe von 18 Millionen Euro und gehört beim Team von Marco Silva zum Stammpersonal.

Wilson stand bisher achtmal in der Startelf und steuerte zwei Tore bei. Seit 2021 spielt er im Westen Londons und hat sich nach einer überragenden ersten Saison in der Championship mit 31 Scorerpunkten als solider Premier-League-Spieler etabliert. Ryan Sessegnon kehrte im Sommer 2024 zu seinem Jugendklub zurück, nachdem er fünf schwierige Jahre bei Tottenham Hotspur verbrachte. Zwischenzeitlich wurde er auch in die Bundesliga, zu TSG Hoffenheim verliehen. Nach anfänglichen Problemen in der vergangenen Spielzeit, spielt er sich in diesem Jahr als linker Außenverteidiger fest. Das vom Trainer geschenkte Vertrauen, gab er in Form von zwei Toren und guten Defensivleistungen wieder.

9. Yves Bissouma, Tottenham Hotspur

Der Malier ist bei den Spurs in Ungnade gefallen. Nach vier sehr überzeugenden Jahren bei Brighton & Hove Albion wechselte er im Sommer 2022 zum Hauptstadtklub. Allerdings konnte er dort nie wirklich überzeugen und verlor zu Saisonende auch seinen Stammplatz.

Ange Postecoglu hielt noch viel vom zentralen Mittelfeldspieler, doch bei Neu-Trainer Thomas Frank ist er außen vor. Man verpflichtete im Sommer Joao Palhinha leihweise von den Bayern, und mit Rodrigo Bentancur, Pape Sarr, Lucas Bergvall und Archie Gray hat der 29-Jährige viel Konkurrenz um seine Position. Seit Saisonbeginn fällt er verletzungsbedingt aus, doch auch nach seiner Rückkehr sind regelmäßige Startelfeinsätze unrealistisch. Sein Marktwert wird zurzeit auf 20 Millionen Euro geschätzt.

8. Vitaly Janelt, FC Brentford

Vitaly Janelt ist bei den Bees unter ihrem neuen Trainer Keith Andrews außen vor. Der Deutsche stand in dieser Saison erst 145 Minuten auf dem Platz. Jordan Henderson und Yehor Yarmoliuk haben ihm den Rang abgelaufen und bilden in dieser Spielzeit meist das defensive Mittelfeld. Von der Bank erhält Mathias Jensen oft den Vorzug vor dem ehemaligen Bochumer.

Der 27-Jährige verdient seit 2020 in England beim FC Brentford sein Geld, und sein im Sommer auslaufende Vertrag scheint nicht verlängert zu werden. Für die Bees stand er 205-mal auf dem Platz. Sein Marktwert beläuft sich auf 20 Millionen Euro. Eine Rückkehr in den deutschen Fußball steht zurzeit im Raum, und ein ablösefreier Wechsel Janelts könnte sich für viele Bundesligisten als echtes Schnäppchen beweisen.

7. Marcos Senesi, AFC Bournemouth

Auch der Argentinier darf ab Januar mit anderen Klubs verhandeln. Senesi ist in dieser Saison nach den Abgängen von Huijsen und Zabarnyi zum Abwehrchef aufgestiegen und stand in jedem Ligaspiel in der Startelf. Nach den zahlreichen Defensivabgängen an der Südküste könnte nun der nächste Verlust bevorstehen. Transfermarkt.de schätzt den Marktwert des Innenverteidigers auf 22 Millionen Euro.

Senesi wechselte im Sommer 2022 zu Bournemouth und bestritt seitdem 101 Pflichtspiele für die Cherries. Aufgrund seiner guten Leistungen in dieser Saison sollte der 28-Jährige keine Probleme haben, sich einen neuen Verein zu suchen, falls sein Vertrag auf der Insel nicht verlängert wird.

6. James Garner, FC Everton

Garners Zeit beim FC Everton droht nach vier Jahren zu enden. Der englische U-Nationalspieler war 2022 für knapp über zehn Millionen Euro von Manchester United zu den Toffees gewechselt und kam seitdem 97-mal zum Einsatz. Der zentrale Mittelfeldspieler, der auch regelmäßig als Außenverteidiger aushilft, stand in dieser Saison jede einzelne Minute auf dem Platz. Sein Trainer David Moyes hält sehr viel vom 24-Jährigen und empfahl ihn kürzlich sogar für die englische A-Nationalmannschaft.

James Garners Marktwert beträgt ebenfalls 22 Millionen Euro und aufgrund seines Entwicklungspotenzials könnte der ehemalige Red Devil sich als cleverer Einkauf für zahlreiche Vereine in den Top Ligen Europas entpuppen.

5. John Stones, Manchester City

John Stones braucht keine Einführung mehr. Der mittlerweile 31-Jährige hat bei Manchester City alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt: Sechs Premier-League-Titel, die Champions League und zahlreiche nationale Pokale. Stones wechselte vor fast einer Dekade, im Sommer 2016, zu den Citizens, kam aber seitdem auch aufgrund wiederkehrender Verletzungsprobleme zu 287 Einsätzen. Aus diesem Grund ist es auch fraglich, ob Manchester City den Vertrag des Routiniers nochmal verlängern möchte.

Der 87-fache englische Nationalspieler stand in dieser Saison bisher auch nur in fünf Ligaspielen auf dem Platz. Sein Marktwert wird ebenfalls auf 22 Millionen Euro geschätzt. Stones soll aktuell ca. 13 Millionen Pfund jährlich verdienen, was ebenfalls ein Gegenargument für die Verlängerung seines Arbeitspapieres zu diesen Konditionen ist.

4. Vitaliy Mykolenko, FC Everton

Der zweite Spieler des FC Everton in dieser Liste. Mykolenko bekleidet seit Januar 2022 die linke Defensivseite der Toffees, konnte aber den bei seiner Verpflichtung erhofften nächsten Schritt noch nicht gehen. Trotz 133 Pflichtspiele für den Traditionsklub, ist der Ukrainer nicht unumstritten. Aufgrund mangelnder Alternativen steht er dennoch häufig in der Startaufstellung.

Der 51-fache ukrainische Nationalspieler hat laut transfermarkt.de einen Marktwert von 25 Millionen Euro. Der Linksverteidiger soll einem Verbleib an der Merseyside wohl offen gegenüber stehen, und auch der Verein kann sich eine weitere Zusammenarbeit vorstellen.

3. Bernardo Silva, Manchester City

Ähnlich wie sein Teamkollege John Stones hat auch Bernardo Silva bereits alles mit Manchester City gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Der Portugiese wird seit Jahren mit einem Abschied in Verbindung gebracht und der kommende Sommer könnte endlich der richtige Zeitpunkt sein. Der 31-Jährige war 2017 auf die Insel gewechselt und bestritt seitdem 422 Spiele für die Citizens. Sein Marktwert wird auf 32 Millionen Euro geschätzt.

Der variabel einsetzbare Offensivspieler hat im vergangenen Sommer mit den Verpflichtungen von Rayan Cherki und Tijani Reijnders Konkurrenz auf seinen Positionen dazubekommen und ist unter Pep Guardiola nicht mehr komplett unumstritten.

2. Marc Guehi, Crystal Palace

Marc Guehi stand am Deadline Day dieses Jahres kurz vor einem Wechsel zum FC Liverpool. Dieser platzte aber in der letzten Minute, sodass er Crystal Palace erhalten blieb. Der 25-Jährige, der die Eagles als Kapitän aufs Feld führt, fühlt sich bereit für den nächsten Karriereschritt, nachdem er mit dem Team von Oliver Glasner in der vergangenen Saison den FA Cup gewann. Sein Abschied aus dem Süden Londons ist wohl beschlossene Sache und an Interessenten soll es nicht mangeln: Liverpool, Bayern München und Real Madrid sollen den 26-fachen englischen Nationalspieler auf dem Zettel haben.

Der Marktwert des Innenverteidigers beträgt 50 Millionen Euro. Die Verpflichtung eines noch so jungen Spielers auf seinem Niveau zum Nulltarif wäre ein echter Transfercoup. Guehi war im Sommer 2021 vom FC Chelsea zu Crystal Palace gewechselt und stand seitdem 173-mal für den Hauptstadtklub auf dem Platz

1. Ibrahima Konaté, FC Liverpool

Der teuerste Spieler in dieser Liste, und auch Ibrahima Konaté wird bei den meisten europäischen Spitzenklubs gehandelt, die sich in der Innenverteidigung verstärken möchten. Transfermarkt.de schätzt seinen Marktwert sogar auf 55 Millionen Euro. Bei den Reds ist der Franzose seit seinem Wechsel 2021 unumstrittener Stammspieler, und sie würden gerne mit ihm verlängern. Konaté könnte aber ähnlich wie Trent Alexander-Arnold im letzten Jahr den Verein ablösefrei verlassen.

Der 26-Jährige wurde in Liverpool zum Nationalspieler und trug schon 26 mal das Dress der Équipe Tricolore. In der vergangenen Saison gewann er seine erste Meisterschaft, und auch den FA Cup sowie der Ligapokal (zweimal) stehen bei ihm im Trophäenschrank. Eine Rückkehr in die Bundesliga zum FC Bayern oder ein Wechsel, wie Alexander-Arnold, zu Real Madrid stehen im Raum.

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Daniel

Wird es Zeit, Bournemouth ernst zu nehmen?

Andoni Iraola hat die Chance an diesem Wochenende Geschichte zu schreiben. Ein Sieg gegen Pep Guardiolas Manchester City wäre Bournemouth's erster Dreier im Etihad Stadium in ihrer Vereinsgeschichte. Außerdem stünde man dann weiterhin auf dem zweiten Platz mit 21 Punkten nach zehn Partien - ebenfalls ein Vereinsrekord. Der spanische Übungsleiter führt die Cherries in ungewohnte Sphären und zwingt den Rest der Liga sie endlich ernst zu nehmen. (Bild: IMAGO / Pro Sports Images)

Vor der Saison erwartete niemand diesen Höhenflug von AFC Bournemouth. Man verlor mit Milos Kerkez, Dean Huijsen und Ilya Zabarnyi drei Spieler der Abwehrkette und dazu in Kepa Arrizabalaga auch noch den Mann zwischen den Pfosten. Man machte sich wenig Hoffnungen auf eine ähnlich erfolgreiche Saison wie letztes Jahr, als man Neunter wurde.

Derzeit sieht es aber deutlich positiver aus. Was macht die Cherries so stark?

Härter, schneller, weiter

Iraolas Erfolg in Bournemouth hat zu einem ligaweiten Stilwandel beigetragen. Die Spiele werden zunehmend intensiver und oft auch in Umschaltmomenten entschieden. Der Baske setzt einen klaren Fokus auf die Athletik seiner Spieler und predigt einen sehr aggressiven Ansatz gegen den Ball. Das erdrückende Pressing der Cherries hat sich als erfolgreiches Gegenmittel zum Ballbesitzfußball der letzten Jahre erwiesen und nun auch zahlreiche Mannschaften auf der Insel inspiriert.

Selbst Pep Guardiola, der seine gesamte Trainerkarriere lang nie von seiner Art, Fußball zu spielen, abrückte, passt sich nun dem neuen Zeitalter an. Neuzugänge wie Omar Marmoush oder auch die zunehmende Wichtigkeit von Matheus Nunes unterstreichen dies.

Trotz zahlreicher namhafter Abgänge und Verletzungen von Leistungsträgern schafft es der AFC Bournemouth, das intensive Pressing in allen Spielen beizubehalten. Insbesondere im Gegenpressing sind die Cherries effektiv. Nach Ballverlust schaltet die komplette Mannschaft schnell um und erstickt den Gegner im Druck, sodass dieser entweder den Ball direkt wieder verliert oder ihn lang schlagen muss.

Entwicklung mit dem Ball

Während ihre Arbeit gegen den Ball zu den besten der Liga gehört, entwickeln sie sich auch im eigenen Ballbesitz weiter. Sie haben in dieser Saison durchschnittlich über 50 % Ballbesitz - eine Steigerung zu den 48,6 % der letzten Saison. Auch die Anzahl an angekommenen Pässen ist von 318,1 auf 339,7 pro Spiel gestiegen. Letztlich hat sich auch ihre Quote an erfolgreichen Passsequenzen (mindestens neun Pässe in Folge) von 9,2 auf 11,7 pro Spiel erhöht, was deutlich aufzeigt, dass es Bournemouth einfacher fällt, Spiele zu kontrollieren.

Andoni Iraolas Mannschaft hatte zu Beginn Probleme, Führungen zu verteidigen. Sie hatten am meisten Erfolg, wenn der Gegner im Ballbesitz war und man durch schnelles Umschalten den Platz hinter der Abwehr ausnutzen konnte. Bournemouth schaffte es nur selten, die Spiele kontrolliert zu Ende zu spielen. In Iraolas erster Saison ließ man 27 Punkte nach Führungen liegen. In dieser Spielzeit gewann man vier Spiele und teilte sich zweimal die Punkte, nachdem man in Führung gegangen war. Die technische Fähigkeit der Neuzugänge spielt dabei eine große Rolle. Adrien Truffert, Bafode Diakite und Alex Scott unterstützen die Mannschaft im eigenen Ballbesitz.

Nichtsdestotrotz ist die direkte Spielweise unter Iraola weiterhin ein elementarer Bestandteil. Innenverteidiger Marco Senesi spielt beispielsweise die meisten langen Bälle der Liga und sucht oft die schnellen Angreifer mit Pässen hinter die gegnerische Abwehrkette.

Ein gelungener Umbruch in der Defensive

Bournemouth verlor im vergangenen Sommer drei Schlüsselspieler in der Abwehr an absolute Topvereine. Dean Huijsen wechselte zu Real Madrid, Milos Kerkez schloss sich dem Premier-League-Meister Liverpool an und Ilya Zabarnyi zog es zum Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain. Sie generierten insgesamt über 150 Millionen Euro. Etwa ein Drittel dieser Einnahmen wurde in ihre Nachfolger investiert. Adrien Truffert kam von Stade Rennes und Bafode Diakite spielte zuvor ebenfalls in Frankreich, beim LOSC Lille. Veljko Milosavljevic soll ebenfalls das Loch in der Innenverteidigung langfristig stopfen, doch der 18-Jährige wird noch behutsam aufgebaut. Der 28-jährige Marcos Senesi ist in dieser Saison zum Abwehrchef aufgestiegen.

Der AFC Bournemouth ist sich seines Platzes in der Nahrungskette des Weltfußballs bewusst, doch ihr Status als etablierter Premier-League-Verein, der jungen Spielern eine Chance gibt, erlaubt es ihnen, vielversprechende Talente zu verpflichten.

Unterschiedsspieler in der Offensive

Bournemouth überzeugt in dieser Saison aber vor allem in der Offensive. Nur drei Mannschaften (Tottenham, Manchester City, Chelsea) konnten bisher mehr Tore erzielen. Ihre Lebensversicherung heißt in dieser Spielzeit Antoine Semenyo. Der Ghanaer steht in der Premier League bei sechs Toren und drei Vorlagen und ist somit an über der Hälfte aller 16 Ligatore der Cherries beteiligt. Der 25-Jährige überzeugt mit seiner unheimlichen athletischen Wucht und seiner Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. Die zehn Millionen Euro, die Bournemouth 2023 an Bristol City überwies, wirken nun wie ein Schnäppchen. Wenn Semenyo dieses Niveau auch nur ansatzweise hält, wird er der nächste Spieler sein, der an der Südküste die Kassen klingeln lässt.

Er ist aber nicht der einzige Offensivspieler, der in dieser Saison zu überzeugen weiß. Der 19-jährige Eli Junior Kroupi konnte in sechs Premier-League-Spielen bereits vier Treffer erzielen und zeigt nach seinem Wechsel im Sommer aus der Ligue 2 in Frankreich keine Anpassungsprobleme. Bei Lorient erzielte Kroupi in der vergangenen Spielzeit 23 Treffer und durchlief auch schon zahlreiche U-Nationalmannschaften Frankreichs.

Wie weit kommt Bournemouth in dieser Saison?

Die Cherries überzeugen in dieser Saison auf ganzer Linie. Die defensiven Verluste haben sie überragend weggesteckt und auch in der Offensive haben sie Qualitätsspieler, die den Unterschied machen können. Dazu steht ein Trainer an der Seitenlinie, der sich mit den ganz Großen zumindest messen kann. Im Laufe der Saison werden Spitzenvereine wie Liverpool oder Manchester City wahrscheinlich noch vorbeiziehen, einfach aufgrund ihrer immensen Kaderqualität. Dennoch zeigt sich Bournemouth gewappnet, im Kampf um die Plätze fürs internationale Geschäft mitzureden.

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