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Daniel

Arsenal oder Manchester City? Der Titelkampf spitzt sich zu

Drei Spieltage vor Schluss ist das Titelrennen in der Premier League noch nicht entschieden. Während in den restlichen Top-Ligen der Meister bereits feststeht, versprechen die letzten Partien auf der Insel noch reichlich Spannung. Gelingt Arsenal der langersehnte Premier League-Titel oder wird es letztendlich wieder Serienmeister Manchester City? (Bild: IMAGO / Visionhaus)

Die Premier League-Saison neigt sich dem Ende entgegen. Drei Spieltage sind noch zu absolvieren und derzeit hat der FC Arsenal die Zügel in der Hand. Von der Tabellenspitze grüßend, stehen die Gunners bei 76 Punkten – mit einer Tordifferenz von +41 (67:26). Knapp dahinter: Manchester City. Das Team von Pep Guardiola hat noch ein Spiel in der Hinterhand und bislang 71 Punkte auf dem Konto – bei einer Tordifferenz von +37 (69:32). Sollten die Citizens ihr Nachholspiel gegen Crystal Palace gewinnen, stünden sie mit 74 Punkten immer noch zwei Zähler hinter Arsenal.

Unbenannt

Der Stand bei einem 2:0-Sieg von Manchester City im Nachholspiel

36. Spieltag

West Ham United - FC Arsenal (Sonntag, 10.05., 17:30 Uhr)

Manchester City - FC Brentford (Samstag, 09.05., 18:30 Uhr)

In Anbetracht der Paarungen könnte man meinen, dass Arsenal hier das leichtere Spiel vor der Brust hat – insbesondere, da Brentford am vergangenen Wochenende mit 3:0 gegen West Ham gewinnen konnte. Allerdings haben sich die Hammers in den vergangenen Jahren öfter als Stolperstein für die Gunners erwiesen:

  • Saison 2022/23: Der FC Arsenal kam am 31. Spieltag auswärts nicht über ein 2:2 hinaus. Im Anschluss folgten zwei weitere sieglose Partien und man gab die Tabellenführung an Manchester City ab, die letztendlich den Titel gewannen.
  • Saison 2023/24: Arsenal führte die Liga an, ehe man am 19. Spieltag West Ham empfing und mit 0:2 baden ging. Dadurch rutschte man auf Rang drei ab. Zwar eroberten die Gunners die Spitze zwischenzeitlich zurück, mussten sich im Titelrennen aber letztlich mit zwei Punkten Rückstand Manchester City geschlagen geben.
  • Saison 2024/25: Auch hier verlor man zuhause mit 0:1 gegen die Ostlondoner. Ein Kopfballtor von Jarrod Bowen besiegelte die Titelhoffnungen. Der FC Liverpool war zu stark und der Abstand betrug bereits am 26. Spieltag zehn Punkte.

Hoffnung machen jedoch die letzten beiden Begegnungen im London Stadium, die Arsenal mit 0:6 und 2:5 gewinnen konnte. Dazu kommt der Rückenwind aus der Champions League, in der Atlético Madrid bezwungen und das Ticket fürs Finale gelöst wurde. West Ham steht nach der Niederlage am vergangenen Wochenende jedoch unter Zugzwang: Sollte man verlieren und Tottenham Hotspur gleichzeitig punkten, könnte der Abstand auf das rettende Ufer zwei Spieltage vor Schluss bereits vier Punkte betragen.

Manchester City steht derweil vor einer Pflichtaufgabe. Der FC Brentford feierte gegen West Ham zwar den ersten Sieg seit Februar, ist aber seit vier Auswärtspartien ohne Erfolg. City hingegen verlor zuhause in der Premier League in dieser Spielzeit erst eine Partie (0:2 gegen Tottenham). Das Team von Pep Guardiola gewann zudem fünf der vergangenen sechs direkten Duelle gegen die Bees.

37. Spieltag

FC Arsenal - FC Burnley (Montag, 18.05., 21:00 Uhr)

AFC Bournemouth - Manchester City (Dienstag, 19.05., 20:30 Uhr)

Hier steht Arsenal vor einer Pflichtaufgabe. Der FC Burnley steht als Absteiger bereits fest und stellt die schlechteste Abwehr der Liga (71 Gegentore). Zudem sind die Clarets seit Februar sieglos. Für die Gunners gilt es hier nicht nur zu gewinnen, sondern auch die Tordifferenz weiter aufzubessern.

Auf dem Papier hat Manchester City am vorletzten Spieltag einen echten Brocken vor sich. Bournemouth belegt derzeit Rang sechs und spielt eine phänomenale Saison. Trotz namhafter Abgänge (Antoine Semenyo, Dean Huijsen, Milos Kerkez) stehen die Cherries kurz vor der ersten Qualifikation für das internationale Geschäft in ihrer Vereinsgeschichte.

Dennoch haben die Citizens Grund zum Optimismus, denn Bournemouth ist ein Lieblingsgegner: In 25 Aufeinandertreffen seit 1987 verlor City lediglich eine Partie: Ein 1:2 im November 2024, das damals die bekannte Sieglosserie des Serienmeisters einläutete

Dennoch müssen sie sich auf ein schwieriges Spiel einstellen: Die Cherries sind seit 16 Spielen ungeschlagen und offensiv brandgefährlich. Mega-Talent Junior Kroupi steht bereits bei 12 Saisontoren, Winterneuzugang Rayan steuerte in zwölf Spielen sechs Scorerpunkte bei, und auch Marcus Tavernier sowie Evanilson liefern verlässlich ab.

38. Spieltag

Crystal Palace - FC Arsenal (Sonntag, 24.05., 17:00 Uhr)

Manchester City - Aston Villa (Sonntag, 24.05., 17:00 Uhr)

Wieder benötigt Arsenal einen Pflichtdreier. Für Crystal Palace wird es in der Liga aller Voraussicht nach um nichts mehr gehen (Rang 15, gesichertes Mittelfeld). Zudem steht nur drei Tage später das Conference-League-Finale gegen Rayo Vallecano an, was bei den Eagles klare Priorität genießt. Es ist kaum davon auszugehen, dass Oliver Glasner seine beste Elf gegen die Gunners ins Rennen schickt.

Auf Manchester City wartet hingegen ein hochkarätigerer Gegner, der allerdings ebenfalls in einem europäischen Finale steht: Fünf Tage vor dem Saisonfinale trifft Aston Villa im Europa-League-Endspiel auf den SC Freiburg. Sollten die Villains das Endspiel gewinnen, wäre die Champions-League-Qualifikation bereits sicher. Da man auch in der Liga sechs Punkte Vorsprung auf Platz sechs hat, könnte die Konzentration am letzten Spieltag nachlassen – ähnlich wie bei der jüngsten 1:2-Niederlage gegen Abstiegskandidat Tottenham Hotspur.

Wer gewinnt die Premier League?

Arsenal geht als Favorit in die letzten Wochen. Aufgrund des Zwei-Punkte-Vorsprungs müssten die Gunners patzen, um City noch eine Chance zu geben. Rein sportlich sollte Arsenal gegen keinen der drei Gegner straucheln, einzig West Ham erwies sich oft als Bananenschale. Auf Manchester City warten mit Brentford, Bournemouth und Aston Villa gleich drei Teams aus den Top 7.

Sollte Arsenal gegen West Ham nur unentschieden spielen, wären die Kontrahenten punktgleich. Dennoch ist davon auszugehen, dass Arsenal gegen Burnley und Crystal Palace die Tordifferenz deutlicher aufwerten kann.

Mein Tipp: Arsenal wird erstmals seit 22 Jahren Meister und krönt die fantastische Entwicklung unter Mikel Arteta.

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Daniel

Löst er Dortmunds Abwehrsorgen? Ibrahima Ba (20) im Portait

Ole Book, "Der Perlentaucher", zieht nun beim BVB die Fäden auf dem Transfermarkt. Der neue Sportdirektor ist bekannt dafür, Talente aufzuspüren, bevor sie auf dem Radar der ganz Großen auftauchen. Nur wenige Wochen nach seinem Amtsantritt in Dortmund brodelt die Gerüchteküche bereits gewaltig. Mittendrin: Ibrahima Ba. Ein 20-jähriger Innenverteidiger aus der portugiesischen Liga. Kickfieber hat das Profil des Senegalesen unter die Lupe genommen. (Bild: IMAGO / Sports Press Photo)

Ba ist ein 1,90 m großer Innenverteidiger, der aktuell für den FC Famalicão aufläuft. Sein Weg nach Europa führte ihn 2023 von AJEL Rufisque aus seiner senegalesischen Heimat zum FC Valenciennes in die zweite französische Liga. Doch erst der Wechsel nach Portugal löste den Knoten: Nach einem Jahr der Akklimatisation ist Ba im Kalenderjahr 2026 zum absoluten Leistungsträger und unangefochtenen Stammspieler gereift.

Dass seine Leistungen Begehrlichkeiten wecken, ist kein Wunder. Der BVB braucht trotz der Vertragsverlängerung von Nico Schlotterbeck dringend Verstärkung in der Abwehrzentrale. Niklas Süle wird den Verein verlassen, Emre Can fällt langfristig mit einem Kreuzbandriss aus und das Intermezzo von Leihspieler Aarón Anselmino endete abrupt. Die kolportierte Ablöse für Ba: 25 Millionen Euro. Ist er dieses Investment wert?

Der moderne Quarterback

Ibrahima Ba nur auf seine Fähigkeiten gegen den Ball zu reduzieren, würde ihm nicht gerecht werden. Seine wohl größte Waffe ist die Spieleröffnung. Ba agiert fast wie ein Quarterback: Immer wieder streut er präzise Diagonalbälle oder Pässe hinter die gegnerische Abwehrkette ein.

    • Seine 5,2 langen Bälle pro 90 Minuten sind ein Elite-Wert (97. Perzentil). Dabei weist er eine Erfolgsquote von 51,1 % auf und gehört damit zum oberen Viertel aller Innenverteidiger der Top-5-Ligen

    Zum Vergleich: Nico Schlotterbeck, einer der besten Aufbauspieler Europas, kommt auf 6,59 lange Bälle bei einer Quote von 57,9 %. Ba ist also bereits jetzt auf Tuchfühlung mit der internationalen Klasse.

    Sein Repertoire ist vielseitig: Mit 4,87 progressiven Pässen (91. Perzentil) sucht er stets die vertikale Lösung. Beeindruckend für sein Alter ist vor allem die Ruhe, die er selbst unter intensivem Gegnerdruck ausstrahlt. Ba präferiert eindeutig das Passspiel. Er dribbelt nur ungern mit dem Ball am Fuß an. Wenn er doch ins Dribbling geht, hält er den Ball oft zu lange oder verpasst den richtigen Zeitpunkt für das Abspiel.

    Antizipation statt Aggression

    Ibrahima Ba hätte die physische Statur, um aggressiv und proaktiv in die Zweikämpfe zu gehen, doch das ist nicht sein Stil. Der Senegalese agiert bedacht und kalkuliert. Er fängt viele Bälle ab und liest das Spiel hervorragend.

    • 1,77 abgefangene Bälle pro 90 Minuten siedeln ihn im 91. Perzentil an. Ein weiterer interessanter Wert, der seine Spielintelligenz unterstreicht: Ba provoziert 0,73 Abseitsstellungen pro Spiel (94. Perzentil).

    Auch im eigenen Sechzehner zeigt er ein gutes Gespür für gefährliche Situationen: Immer wieder ist er in den richtigen Positionen, um Schüsse abzublocken oder den Ball aus gefährlichen Situationen zu klären.

    • 0,92 geblockte Schüsse pro Spiel -> 89. Perzentil; 3,33 geklärte Bälle pro Spiel -> 65. Perzentil

    Im aktiven Verteidigen hat Ba jedoch noch Luft nach oben. Er rückt selten ins Mittelfeld vor, um aggressiv nach vorne zu verteidigen. Auch seine Erfolgsquote hat noch Luft nach oben.

    • Mit 1,1 Bodenzweikämpfen pro 90 Minuten steht Ba nur im 19. Perzentil und auch seine Zweikampferfolgsquote (61%) muss er noch verbessern (18. Perzentil).

    Solche Schwächen können jedoch durch die richtige Struktur und einen passenden Partner maskiert werden. Ein Pendant, das aggressiv attackiert, käme ihm entgegen, damit Ba seine Stärken in der Absicherung gewinnbringend einsetzen kann. Von Nico Schlotterbeck könnte er sich in diesem Bereich zudem viel abschauen.

    Ibrahima Ba report

    Ibrahima Ba - Scout Report

    Physisches Komplettpaket

    Dank seiner Größe von 190 cm ist Ba eine Macht in der Luft. Er ist sich seiner Lufthoheit auch bewusst und geht sehr oft in Kopfballduelle. Seine Erfolgsquote kann er dabei noch verbessern.

    • Ba gewinnt pro Partie durchschnittlich 2,68 Kopfballduelle, was einem Perzentil-Rang von 87% entspricht. Starke statistische Werte in der Luft sind oftmals ein gutes Indiz dafür, dass sich junge Spieler körperlich gut entwickeln werden. Viele Profis, die mit enormer physischer Stärke assoziiert werden, zeigen in Luftzweikämpfen gute Statistiken.

    Auch in Sachen Schnelligkeit muss sich Ba vor nur wenigen Angreifern verstecken. Darüber hinaus ist er auch wendig und agil genug, um flinke Dribbler effektiv zu verteidigen.

    Der BVB als nächster Schritt?

    Ibrahima Ba könnte eine hochintelligente Marktchance sein. Für knapp über 20 Millionen Euro erhält man einen extrem entwicklungsfähigen Verteidiger, der später ein Vielfaches dieser Summe einspielen könnte. Es ist das Transfermodell, das den BVB über Jahre so erfolgreich gemacht hat.

    Ba sollte allein aufgrund seiner Physis kein Problem haben, sich an die Bundesliga anzupassen. Im Passspiel, im Andribbeln und im aggressiven Verteidigen müssen definitiv noch ein paar Stellschrauben gedreht werden, doch die Anlagen sind da. Man darf allerdings keinen fertigen Stammspieler erwarten. Der Senegalese hat viel Potenzial, kommt jedoch aus einer deutlich schwächeren Liga mit einem weniger intensiven Fußball. Ähnlich wie bei zahlreichen jungen Talenten in der Vergangenheit müsste man ihm eine gewisse Akklimatisierungszeit eingestehen.

    Die Konkurrenz um die Unterschrift des 20-Jährigen könnte jedoch groß werden. Sporting Lissabon soll bereits Interesse hinterlegt haben und es dürfte niemanden wundern, wenn sich dort weitere europäische Spitzenklubs einreihen. Für die Schwarz-Gelben gilt es nun, den Transfer möglichst schnell abzuwickeln und wenn möglich die Transfersumme noch etwas zu drücken. Sollte Book es schaffen, nur rund 15 Millionen Euro für den Innenverteidiger zu bezahlen, kann man fast von einem Schnäppchen sprechen.

    Bonus: Famalicao hat noch mehr zu bieten

    Ibrahima Ba ist nicht der einzig interessante, junge Spieler bei Famalicao. Wenn der BVB mit dem Tabellenfünften der portugiesischen Liga ohnehin verhandelt, sollte über ein weiteres Talent definitiv gesprochen werden: Gustavo Sá.

    Der 21-Jährige ist im offensiven Mittelfeld zuhause und kann als klassischer Spielmacher betitelt werden. Der junge Portugiese überzeugt mit einem brillanten Passspiel über jegliche Distanzen. Er kreiert viele Großchancen und sucht immer wieder seine Stürmer mit Steckpässen hinter die Abwehr.

    • Sá überragt mit 0,31 kreierten Großchancen pro Spiel (84. Perzentil) und zeigt auch hinsichtlich Steckpässe sehr gute Statistiken (0,27 pro 90 min -> 83. Perzentil). Eine hohe Anzahl an Steckpässen ist bei offensiven Mittelfeldspieler oftmals ein Indiz für sehr kreative Spieler, auch wenn die Erfolgsquote, insbesondere bei jungen Spielern, eventuell noch nicht überzeugt.

    Sá bringt jedoch auch eine körperliche Komponente mit. Der 1,89-Meter große Mittelfeldspieler gewinnt enorm viele Kopfballduelle und arbeitet auch gegen den Ball dank seiner Körperlichkeit gut mit. Eigenschaften, die Kovac bekanntlich schätzt.

    • 1,91 gewonnene Kopfballduelle pro 90 Minuten sind ein Top-Wert, genauso wie seine Erfolgsquote von 56,8% (beides im 92. Perzentil).

    Sá ist ein sehr kompletter Mittelfeldspieler, der nur wenige eklatante Schwächen aufweist. Er kann Großchancen kreieren und auch selber verwerten. Er findet sich immer wieder in gefährlichen Abschlusssituationen wieder. Aufgrund seiner Physis ist er für Verteidiger nur schwer zu bändigen. Darüber hinaus überzeugt er auch als Dribbler, sowohl in engen als auch in weiten Räumen. Ein einziger Makel bleibt noch: Sá verliert enorm oft den Ball, weil er stets den progressivsten Pass sucht.

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    Daniel

    Das nächste große Bayern-Talent? | Jonathan Asp (20) im Porträt

    Die Durchlässigkeit für Bayern-Talente in die erste Mannschaft wird größer. Aleksandar Pavlović und Lennart Karl haben gezeigt, wie man sich als Eigengewächs an der Säbener Straße etabliert und sogar den Sprung in die Nationalmannschaft schafft. Ein Jungspund, den sich die beiden zum Vorbild nehmen wird, ist Jonathan Asp Jensen. Der 20-Jährige ist derzeit an den Grasshopper Club Zürich ausgeliehen und macht dort auf sich aufmerksam. Kann er ab Sommer zur echten Alternative für Vincent Kompany werden? (Bild: IMAGO / Geisser)

    Asp steht in der laufenden Spielzeit bei sieben Toren und vier Vorlagen für den Zürcher Klub, der in der Schweizer Super League gegen den Abstieg kämpft. Die „Hoppers“ stehen auf Platz elf mit 24 Punkten aus 31 Spielen und stellen die zweitschlechteste Offensive der Liga. Der junge Däne sticht dabei als Lichtblick hervor. Doch was macht Asp so stark und kann er sich langfristig bei den Bayern festspielen? Kickfieber nimmt den Youngster unter die Lupe.

    Zwischen Eleganz und Urgewalt

    Asp ist ein sehr offensiv ausgerichteter Mittelfeldspieler mit viel Flair und großem Abschlusswillen. Mit seiner langbeinigen, großgewachsenen Statur kombiniert er eine oft täuschende Beschleunigung mit gutem Dribbling (1,9 erfolgreiche Dribblings/90 Min. 94. Perzentil).

    Asps Daten deuten auf einen Spieler hin, der primär für sich selbst kreiert. Für einen offensiven Mittelfeldspieler generiert er extrem viel xG (0,22 erwartete Tore/90 Min. 81. Perzentil). Er sucht enorm oft den Abschluss (2,63 Schüsse/90 Min. 93. Perzentil) und besitzt bereits einen „Trademark“-Spielzug: das Hereinziehen vom linken Flügel, um im langen Eck abzuschließen. Seine Bewegungen sind clever und unvorhersehbar, was es ihm ermöglicht, immer wieder Lücken zu finden.

    Stärken und Spielstil

    Asp ist am gefährlichsten, wenn er die Freiheit hat, den Ball in große Räume zu tragen. Aufgrund seiner sauberen Technik ist er allerdings auch in der Lage, sich in engen Räumen mit seiner engen Ballführung zu behaupten. Seine eiskalte Chancenverwertung macht ihn jederzeit gefährlich. Im Gegensatz zu vielen jungen Zehnern verfügt er über eine gute physische Statur, die es ihm ermöglicht, den Ball effektiv abzuschirmen und sich in Zweikämpfen zu behaupten.

    Jonathan Asp Jensen report 1

    Jonathan Asp - Scoutingbericht

    Schwächen und Entwicklungspotenzial

    Der Preis für seine offensive Brillanz ist ein Mangel an defensiver Beteiligung. Asp bietet derzeit gegen den Ball nur sehr wenig an, und sein Passspiel kann sehr frustrierend sein (14,27 angekommene Pässe/90 Min. 4. Perzentil). Er neigt dazu, den Ball zu lange zu halten und das Dribbling zu suchen, statt den einfachen Pass zu spielen.

    Fazit

    Asp ist ein „High-Risk, High-Reward“-Spieler. Er ist enorm torgefährlich und taucht aus dem Mittelfeld immer wieder in gefährlichen Positionen vor dem Tor auf. In der laufenden Spielzeit zeigt er zudem eine hohe Qualität und Konstanz in seinen Abschlüssen. Gewissermaßen ähnelt er in dieser Hinsicht Serge Gnabry und dessen Rolle in dieser Saison beim FC Bayern.

    Seine Entscheidungsfindung und seine Defensivarbeit müssen sich jedoch dringend verbessern, um bei Vincent Kompany zum festen Kaderspieler zu werden. Er kreiert zudem eher für sich selbst als für andere. Seine Dribblings münden oft in einem eigenen Abschluss, anstatt den besser postierten Nebenmann zu finden. Die Qualität, aus dem Nichts für sich selbst eine Chance zu kreieren, ist durchaus wünschenswert, da Asp somit Spiele durch Einzelaktionen entscheiden kann. Allerdings muss er noch lernen, die Balance zwischen dem eigenen Torabschluss und der Vorlage zu finden.

    Angesichts der jüngsten Wege von Spielern wie Pavlović oder Karl in die erste Mannschaft des FC Bayern ist es durchaus vorstellbar, dass auch Asp seine Chance in Deutschland bekommt. Sollte er sich in der Schweiz weiterhin so entwickeln, könnte er ab der kommenden Saison ein Herausforderer für Serge Gnabry werden.

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    Daniel

    Drei spannende Innenverteidiger-Talente in Europa

    In den letzten Jahren sind zahlreiche ehemalige Weltklasse-Innenverteidiger in den Ruhestand getreten: Sergio Ramos, Mats Hummels oder Giorgio Chiellini haben ihre Fußballschuhe an den Nagel gehängt. Doch es prescht eine neue Generation heran, die in die großen Fußstapfen treten kann. (Bild: IMAGO / Nicolo Campo)

    Pau Cubarsí, Dean Huijsen, Leny Yoro oder Luka Vušković sind in aller Munde. Man traut ihnen die Weltklasse in nur wenigen Jahren zu – und das zu Recht. Doch es gibt weitere junge Innenverteidiger, die unter dem Radar fliegen und ebenfalls ein Wörtchen mitzureden haben. Drei spannende Namen stellen wir euch hier vor.

    Tiago Gabriel, 21, US Lecce

    Tiago Gabriel ist vor Kurzem gerade einmal 21 Jahre alt geworden, gehört bei US Lecce jedoch zu den Leistungsträgern. Bei den abstiegsbedrohten Italienern steht der Portugiese in beinahe jedem Spiel in der Startelf und misst sich mit den besten Angreifern Italiens. Dabei schneidet der 1,96-Meter-Hüne durchaus gut ab. Gabriel überzeugt allen voran in der Luft, was auch seiner Größe geschuldet ist. Er gewinnt knapp über vier Luftzweikämpfe pro 90 Minuten und hat dabei eine Erfolgsquote von über 70%, was beides überragende Werte sind.

    Das klassische Verteidigen besitzt Gabriel allemal. Neben seiner Lufthoheit überzeugt er auch mit seiner Zweikampfstärke am Boden. Er liest das Spiel sehr gut, fängt den Ball oft ab und klärt ihn konsequent in brenzligen Situationen.

    Gabriel macht sehr wenig Fehler, insbesondere für einen jungen Innenverteidiger. Das liegt allerdings auch daran, dass er selten ins Risiko geht. Gegen den Ball rückt er ungern ins Mittelfeld vor, um abkappende Stürmer zu verteidigen, und mit dem Ball spielt er wenig risikoreiche Pässe. Seine progressiven Passwerte gehören zu den schwächsten der Liga und anhand der Anzahl an Ballberührungen merkt man, dass Gabriel bei Lecce sehr wenig Verantwortung im Spielaufbau inne hat.

    Schaut man die Spiele allerdings an, anstatt ausschließlich auf die Statistiken zu achten, sieht man, dass der 21-Jährige oft mit dem Ball andribbelt, dann aber aufgrund mangelnder Passoption wieder abdreht und einen einfachen Pass zur Seite spielt. In einem besseren Team, mit mehr Anspielstationen im Mittelfeld, könnten sich auch die Passstatistiken des Rechtsfußes verbessern.

    Wo es bei Gabriel allerdings hakt, ist die Athletik. Er hat seine Probleme gegen schnelle und quirlige Angreifer, weil es dem Verteidiger schlichtweg an Tempo fehlt. Seine Beweglichkeit lässt ebenfalls zu wünschen übrig. Bei einem Abstiegskandidaten fallen die Schwächen nicht so sehr auf, doch sollte er zu einem besseren Verein wechseln und hoch verteidigen müssen, könnte er seine Probleme bekommen.

    Tiago Gabriel deutsch 28 01 26

    Tiago Gabriel - Spielerprofil

    Tiago Gabriel ist ein unglaublich spannender junger Innenverteidiger, der für sein Alter untypische Stärken mitbringt. Eine solch ausgeprägte Lufthoheit ist mit 21 Jahren nicht selbstverständlich und sein Spielverständnis ist ebenfalls auf einem sehr hohen Level. Gabriel dürfte im kommenden Sommer genügend Interessenten aus dem In- und Ausland haben und bei einem Marktwert von 15 Millionen Euro ist das finanzielle Risiko noch überschaubar.

    Antoine Mendy, 21, OGC Nizza

    Antoine Mendy ist mit 21 Jahren Stammspieler bei OGC Nizza und Africa Cup-Sieger mit dem Senegal. Keine schlechte Vita für sein Alter. Der Innenverteidiger ist 1,87 Meter groß und verteidigt oft als rechter Innenverteidiger in einer Dreierkette. Mendy kombiniert zwei Komponenten, die für einen Verteidiger in seinem Alter selten sind: Er ist unglaublich stark in der Luft und kommt dazu noch in sehr viele Bodenzweikämpfe. Normalerweise lässt die Erfolgsquote nach, wenn Verteidiger sich besonders aggressiv in viele Zweikämpfe werfen, doch das ist bei Mendy nicht der Fall. Er gewinnt enorm viele Bälle, blockt viele Schüsse, gewinnt Zweikämpfe, Luftduelle und klärt den Ball häufig. In all den Disziplinen ist er im Ligue 1-Vergleich ganz vorne mit dabei.

    Mendy verteidigt grundsätzlich sehr aggressiv. Er rückt gerne ins Mittelfeld vor, um den Gegner unter Druck zu setzen, und gewinnt dabei auch häufig den Ball. Er ist kein besonders großer Verteidiger, überzeugt aber dennoch in der Luft und insbesondere sein Timing in Defensivaktionen ist beeindruckend für einen noch jungen Spieler.

    Mendy bringt auch ein physisches Profil mit, was Tiago Gabriel beispielsweise fehlt. Neben seiner Sprungkraft und physischen Robustheit ist der Senegalese zudem außerordentlich schnell unterwegs und kann sich schnell um seine eigene Achse drehen. Auch schnelle und agile Angreifer haben es nicht allzu leicht gegen den Rechtsfuß. Mendy ist in der Lage, hoch zu verteidigen und weite Strecken mit hohem Tempo notfalls auch zurückzulaufen. Die Außenlinie verteidigt er ebenfalls sehr konsequent, wenn er für seinen Außenverteidiger absichern muss.

    Mendy kann zudem auch mit dem Ball umgehen. Seine Passquote ist nur durchschnittlich, weil er immer wieder versucht, den möglichst progressivsten Pass zu spielen. Gerne schlägt er auch Diagonalbälle von seiner halbrechten Position auf den linken Außenspieler. Er sucht häufig den Pass ins letzte Drittel, manchmal auch etwas kopflos. Dort fehlt ihm noch das richtige Gespür.

    Eine eklatante Schwäche im Spiel des Verteidigers ist seine Konzentration. Mendy verliert enorm viele Bälle und oftmals lassen ihn seine Ballannahmen hängen, und das liegt nicht an seiner Qualität. Sein Spielverständnis im Allgemeinen hat definitiv noch Verbesserungspotenzial. Er fängt nicht viele Bälle ab und auch mit dem Ball am Fuß fehlt ihm das richtige Temperament, wann er nach vorne spielen soll und wann es vielleicht besser ist, den Ball zu halten. Seine Erfolgsquote, die bei herausragenden 68,8% liegt, fällt bei Luftzweikämpfen im eigenen Sechzehner auf nur 52,6%. Dort muss er sich ebenfalls noch bessern.

    Antoine Mendy deutsch 28 01 26

    Antoine Mendy - Spielerprofil

    Antoine Mendy ist ein Verteidiger, der von seinen Anlagen her Premier League spielen sollte. Er ist robust, athletisch und verteidigt weite Räume sehr gut. Seine derzeitigen Schwächen in der Konzentration und seinem Temperament mit und gegen den Ball sind für Innenverteidiger seines Alters normal und sollten sich im Laufe seiner Karriere verbessern. Eine weitere Saison in Nizza könnte ihm gut tun, bevor er im Sommer 2027, sofern seine Entwicklung weiterhin positiv verläuft, den Schritt zu einem Top-Klub in England machen sollte. Alternativ könnte ihm ein Zwischenschritt zu einem Verein im Mittelfeld der Premier League im kommenden Sommer ebenfalls gut gelegen kommen.

    Rio Hillen, 22, NAC Breda

    Rio Hillen fliegt in der Eredivisie unterm Radar, zeigt jedoch in dieser Spielzeit sehr gute Leistungen. Bei den Niederländern, die derzeit gegen den Abstieg kämpfen, sticht der 22-Jährige durch sehr konstante Leistungen hervor. Hillen gehört nur in wenigen Statistiken zu den besten der Liga, hat aber ebenso wenig Schwächen.

    Seine besten Disziplinen sind aber gegen den Ball. Er gewinnt sehr viele Bälle und ist auch in der Luft sehr verlässlich. Er hat ein sehr gutes Gespür dafür, wann er in den Zweikampf geht, und zeigt sein gutes Spielverständnis auch in seinen abgefangenen Bällen.

    Auch Hillen bringt ein interessantes physisches Profil mit. Er ist nicht auffällig groß oder kräftig (trotzdem gut in der Luft), besitzt aber ein sehr ordentliches Tempo und ist äußerst beweglich für einen Verteidiger. Ähnlich wie Mendy kann auch er große Räume aufgrund seiner Schnelligkeit gut verteidigen und seine Aggressivität hilft ihm im hohen Pressing. Mit dem Ball zeigt er sich ebenfalls sehr beweglich und kann sich immer wieder aus engen Räumen lösen.

    Mit dem Ball am Fuß ist Hillen ebenfalls sehr verlässlich. Er bringt viele seiner Pässe an den Mann und sucht oft hinter die Abwehr startende Angreifer mit Steckpässen.

    Hillen muss allerdings noch an seiner Disziplin arbeiten. Er ist aufgrund seiner Aggressivität oft sehr ungestüm und verursacht viele Fouls und kassiert folglich auch viele gelbe Karten.

    Rio Hillen deutsch 28 01 26

    Rio Hillen - Spielerprofil

    Rio Hillen besitzt ein sehr modernes Innenverteidigerprofil. Sein Tempo und seine Aggressivität, gepaart mit seiner Kompetenz am Ball, könnten ihn im kommenden Sommer für viele Mannschaften interessant machen. Sein Marktwert liegt bei nur einer Million Euro und viele Bundesliga-Mannschaften im Tabellenmittelfeld könnten vom jungen Niederländer profitieren. Bis nach ganz oben wird sein Weg aber wahrscheinlich nicht führen.

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    Daniel

    Ein Fußballschuh, eine Schnittwunde: Wie die Beziehung zwischen Ferguson und Beckham zerbrach!

    „Vaterfigur“, „zweite Familie“, „Zuhause“. Sir Alex Ferguson und David Beckham waren zu Beginn der Karriere des Freistoßspezialisten unzertrennlich. Ferguson verehrte seinen Schützling, da er ihn für einen außergewöhnlichen Spieler hielt. Doch die Beziehung sollte nicht für immer harmonisch bleiben. Im Februar 2003 kippte die Stimmung, als Ferguson einen Fußballschuh nach Beckham schoss. Die Geschichte. (Bild: IMAGO / Colorsport)

    Spieler wie David Beckham verließen früh ihr Zuhause, um für Manchester United zu spielen. "Becks" durchlief diverse Jugendmannschaften der Red Devils und wurde dabei genauestens vom Trainerstab der Profimannschaft beobachtet, allen voran Sir Alex Ferguson. Der Schotte sah sich als Vaterfigur für diese jungen Spieler und nahm es sich als Ziel, insbesondere Talente wie Beckham zu fördern.

    David Beckham war Teil der "Class of '92", die Manchester United Mitte der Neunzigerjahre wieder zu altem Glanz verhalf. Neben ihm erlebten auch Gary Neville, Phil Neville, Paul Scholes, Ryan Giggs und Nicky Butt ihren Durchbruch beim englischen Rekordmeister und sollten eine Ära prägen.

    Ferguson verehrte die sechs Jungs und sie verehrten ihren Coach. Alles schien harmonisch, doch das sollte nicht so bleiben.

    Die ersten Risse

    Der Fußball veränderte sich Ende der Neunzigerjahre Der (englische) Fußball wurde immer kommerzieller und die Spieler wurden zu Stars. Ein Trainer konnte nicht mehr alles kontrollieren und die Hingabe der Spieler war nicht mehr lediglich dem Fußball gewidmet. David Beckham wurde sukzessive zu einem Rockstar der Fußballwelt, zu einer Persönlichkeit, die für Fergusons Empfinden zu groß für Manchester United wurde.

    Beckham liebäugelte in der Saison 2002/03 bereits mit einem Wechsel zu Real Madrid, den Königlichen, dem größten Verein der Welt. Neben dem Platz wurde er aufgrund seiner Beziehung zu Victoria Adams, auch bekannt als "Posh Spice" (Teil der Pop-Girlgroup "Spice Girls"), immer interessanter in der Öffentlichkeit und in den Boulevardzeitungen. Eine Entwicklung, die Alex Ferguson gar nicht gefiel, der mehrfach die Hingabe des Mittelfeldspielers hinterfragt hatte.

    "Man konnte sehen, dass dort Spannungen entstanden"

    - Ole Gunnar Solskjaer, ehemaliger Manchester United-Stürmer

    Der berühmte Vorfall

    Manchester United schied im FA Cup gegen Arsenal mit 0:2 aus und Ferguson war erbost. Der langjährige United-Trainer gab Beckham die Schuld an einem der Gegentore, doch das ließ der Engländer nicht auf sich sitzen. Sie fingen an, heftig zu diskutieren, und es gipfelte darin, dass Ferguson einen Fußballschuh, der vor ihm in der Kabine lag, in Richtung Beckham schoss. „Er hat den Schuh absolut im Stil eines Mittelstürmers getroffen“, erzählte der damalige Assistenztrainer Mike Phelan Jahre später. Der Schuh trifft Beckham oberhalb des linken Auges. Das Resultat: eine sichtbar offene Wunde an der Augenbraue des 115-fachen englischen Nationalspielers.

    In einer Netflix-Dokumentation viele Jahre später erzählte Beckham von dem Vorfall aus seiner Sicht. Während der Diskussion habe der Flügelspieler seinem Trainer gegenüber „F*** Off!“ gesagt, was er sofort bereute. „Ich hätte das wirklich nicht sagen sollen“, war Beckhams erster Gedanke , sobald die Worte seine Lippen verließen, gab er später zu. Denn das ließ das Fass Fergusons überlaufen. Der Schotte trat gegen den Fußballschuh und kreierte somit einen der kultigsten Bilder der Premier League-Geschichte.

    Beckham war außer sich und die Kabine geriet ins Chaos. Beckham ging auf seinen Trainer los, als er bemerkte, dass er blutete, doch seine Mitspieler hielten ihn zurück. Ferguson konnte sich nicht direkt entschuldigen, um in einer sowieso schon aufgebrachten Kabine als schwach dazustehen. Doch seinen Spieler mit einem Fußballschuh zu treffen, war nicht seine Absicht: „Ich meine, ehrlich gesagt war es ein absoluter Zufallsunfall“, gab der Übungsleiter Jahre später zu. In dem Moment klopfte er Beckham nur kurz ans Knie, sagte „Entschuldigung dafür“ und verließ die Kabine. Doch wie Nicky Butt in einer BBC-Dokumentation erzählte, war es Ferguson anzusehen, dass es ihm leidtut.

    Der Anfang vom Ende

    Sir Alex Fergusons Ethos bei Manchester United war immer, dass kein Spieler größer ist als der Klub. Zahlreiche große Spieler verließen den Verein während seiner Amtszeit, um diese Regel zu wahren, und so auch David Beckham. Im Sommer 2003, nur wenige Monate nach dem Vorfall, verließ er die Red Devils in Richtung Real Madrid.

    Die zwischenzeitlich geschädigte Beziehung zwischen David Beckham und Sir Alex Ferguson ist mittlerweile wieder eine sehr innige. Beide Parteien haben sich vergeben und "Becks" bewahrt den Schuh, der ihn überm Auge traf, inzwischen bei sich zuhause als Andenken auf.

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    Daniel

    Der späte Woltemade-Ersatz: Wie gut ist Jeremy Arévalo?

    Vier Monate nach dem Verkauf von Nick Woltemade kann der VfB Stuttgart endlich einen neuen Stürmer präsentieren: Jeremy Arévalo wechselt an den Neckar. Doch wie gut ist der Ecuadorianer, der bislang nur in der zweiten spanischen Liga gespielt hat? (Bild: IMAGO / Ricardo Larreina Amador)

    Jeremy Arévalo ist ein 20-jähriger Mittelstürmer, der seinen Fußball in der zweiten spanischen Liga bei Racing Santander spielt. In dieser Saison erzielte der Angreifer bisher acht Tore in 18 Pflichtspielen und feiert damit endlich seinen endgültigen Durchbruch im Profibereich, nachdem er bereits 2023 debütieren durfte.

    Dank seines überragenden Saisonstarts durfte er im November sogar für die Nationalmannschaft Ecuadors debütieren. Im Freundschaftsspiel gegen Kanada wurde er für die Schlussphase eingewechselt. Womöglich steht er auch im WM-Gruppenspiel gegen die deutsche Auswahl auf dem Rasen.

    Der VfB Stuttgart zieht die Ausstiegsklausel des Ecuadorianers in Höhe von sieben Millionen Euro und sticht damit namhafte Konkurrenten aus. Auch die AS Rom und die BlueCo Group rund um Racing Straßburg und den FC Chelsea sollen ihn auf dem Zettel gehabt haben.

    Wer solche Interessenten hat, muss etwas richtig gemacht haben. Was macht Jeremy Arévalo so besonders, dass zahlreiche europäische Spitzenvereine ihn verpflichten wollten?

    Eine Mischung aus Woltemade und Undav

    Hinsichtlich seiner Spielweise erinnert Arévalo durchaus an seinen Vorgänger Nick Woltemade. Immer wieder lässt er sich ins Mittelfeld fallen, um am Spielaufbau teilzuhaben. Dabei überzeugt er mit seiner Ballbehandlung in engen Räumen und seinen Dribblings.

    In Sachen Körperstatur weist er jedoch deutliche Unterschiede zum Newcastle-Stürmer auf. Hier erinnert der Neuzugang eher an Deniz Undav. Mit seinen 1,82 Metern ist Arévalo extrem robust gebaut und versteht es, seinen Körper gezielt einzusetzen. Dennoch verfügt er über eine enorme Dynamik und eine hohe Endgeschwindigkeit, die es ihm erlaubt, den Verteidigern auch mit dem Ball am Fuß davonzulaufen. Viele seiner Dribblings gelingen ihm, weil er es schafft den Gegner mit einem kräftigen Körpereinsatz abzuwimmeln.

    Physisches Kraftpaket

    Seine wohl größte Stärke ist seine Physis. Er ist unglaublich robust gebaut und verliert selten die Balance. Zudem verfügt er über ein hohes Tempo, was ihm erlaubt, sehr effektiv mit Läufen hinter die Abwehrkette zu sein. Er lässt sich gelegentlich auch gerne auf den Flügel fallen, um dort von seiner Geschwindigkeit Gebrauch zu machen.

    Sein Kopfballspiel kann er aber noch verbessern. Mit seinen 1,82 Metern überragt er keine Verteidiger in puncto Größe, dennoch kommt er mit seinen durchtriebenen Läufen im Sechzehner immer wieder zu Kopfballchancen.

    Eiskalter Abschlussstürmer

    Der bullige Angreifer kreiert viele seiner Torchancen selbst. Er sucht oft die Räume in den Halbräumen oder sogar an der Außenbahn, um den Ball zu erhalten. Er präferiert es dabei, sich eher nach rechts fallen zu lassen. Von dort zieht er dann mit hohem Tempo nach innen, um dort mit seinem starken linken Fuß den Abschluss zu suchen.

    Arévalo sucht sehr oft den Abschluss und ist dabei auch noch überlegt. Er bringt 63 % seiner Schüsse aufs Tor. Das ist ein Wert, an den kein Stuttgarter Angreifer auch nur im Ansatz rankommt.

    Seine Abschlüsse erfolgen fast ausschließlich im Sechzehner und das meist sehr präzise. Er bevorzugt platzierte Abschlüsse in die unteren Torecken. Der Mittelstürmer schoss so sieben seiner acht Saisontore.

    Die letzte Klarheit fehlt noch

    Trotz vielversprechender Anlagen ist Arévalo noch kein fertiger Spieler. Der Sprung aus der zweiten spanischen Liga in die Bundesliga wird eine Anpassungszeit mit sich bringen. Während er gegen den Ball bereits extrem fleißig arbeitet und seine Physis auch im Pressing gut einsetzt, mangelt es in seinen finalen Aktionen noch an der nötigen Qualität.

    Sowohl in der Entscheidungsfindung als auch bei der Passqualität hat der 20-Jährige noch Luft nach oben. Sollte der Angreifer sich in diesen Aspekten noch verbessern, darf sich der VfB Stuttgart auf einen hochspannenden Mittelstürmer freuen.

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