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Daniel

Premier League: Das Rennen um die Champions-League-Plätze

Eine spektakuläre Premier-League-Saison neigt sich dem Ende zu. Liverpool gewinnt in Slots Debütsaison die Meisterschaft, alle drei Aufsteiger müssen direkt wieder runter, und kriselnde Giganten wie Manchester United und Tottenham belegen Platz 16 und 17, während sie im Europa-League-Finale um einen Champions-League-Platz kämpfen. Vieles ist bereits entschieden, doch sechs Teams kämpfen zwei Spieltage vor Schluss um die Qualifikation für die Königsklasse. Wer hat die besten Karten? Die Analyse. (Bild: IMAGO / Action Plus)

Der diesjährige Champions-League-Halbfinalist Arsenal hat den zweiten Platz schon so gut wie sicher und wird damit aller Voraussicht nach auch nächste Saison in der Königsklasse für Furore sorgen. Mit den beiden Declan-Rice-Freistößen, dem Sieg im Santiago Bernabéu oder auch dem 7:1-Erfolg gegen PSV Eindhoven haben die Gunners in dieser Spielzeit für reichlich Entertainment gesorgt.

Dahinter tummeln sich eine Handvoll Mannschaften. Die teils kriselnden Citizens und Chelsea sind die einzigen Verbliebenen der traditionellen „Big Six“. Mit dabei sind außerdem die neureichen Newcastle United und Aston Villa sowie die Überraschung der Saison: Fast-Absteiger der letzten Saison, Nottingham Forest. Das Team von Nuno Espírito Santo ist in den letzten Wochen deutlich zurückgefallen, hat aber weiterhin eine Chance auf die Königsklasse.

Wir schauen uns die jeweilige Form und das Restprogramm aller Champions-League-Anwärter an:

Arsenal (CL-Wahrscheinlichkeit 95%)

Restprogramm: Newcastle (H), Southampton (A)

Die Gunners brauchen aufgrund ihrer guten Tordifferenz nur noch einen Punkt, um einen Platz unter den ersten Fünf festzumachen. Die kommende Partie gegen Mitstreiter Newcastle könnte sich als sehr knifflig für die verletzungsgeplagte Truppe von Mikel Arteta erweisen – zumal man mittlerweile seit fünf Spielen sieglos ist und auch gegen Mannschaften aus dem Tabellenmittelfeld wie Bournemouth und Crystal Palace patzte.

Allerdings sollte man am finalen Spieltag gegen Absteiger Southampton auf jeden Fall den benötigten Punkt einfahren. Im schlimmsten Fall verspielt man sich die Vizemeisterschaft, doch die Qualifikation für die Königsklasse ist so gut wie sicher.

Newcastle United (CL-Wahrscheinlichkeit 80%)

Restprogramm: Arsenal (A), Everton (H)

Die Magpies verloren nur eines ihrer letzten neun Ligaspiele und geben nun im Saisonendspurt noch einmal so richtig Gas. Am vergangenen Sonntag gewann man mit 2:0 gegen Mitkonkurrent Chelsea und brachte sich damit in eine sehr gute Ausgangslage für die letzten beiden Spieltage. Aufgrund ihrer guten Tordifferenz reichen drei Punkte, um die zweite Champions-League-Qualifikation in drei Jahren zu sichern.

Arsenal scheint für das Team von Eddie Howe in dieser Saison ein Lieblingsgegner zu sein. Die drei bisherigen Partien (einmal in der Liga, zweimal im Halbfinale des Carabao Cups) konnte man allesamt für sich entscheiden – ohne ein einziges Gegentor zu kassieren. Allerdings ist Arsenal weiterhin eine absolute Spitzenmannschaft, weshalb das Duell am kommenden Sonntag kein einfaches wird. Sollte man dies verlieren, hat man es dennoch in der eigenen Hand: Ein Sieg zu Hause gegen Everton reicht bereits aus.

Die Toffees erleben unter David Moyes einen deutlichen Aufschwung, doch zuletzt ging ihnen ein wenig die Puste aus. Sie gewannen nur drei ihrer letzten 13 Ligapartien.

Manchester City (CL-Wahrscheinlichkeit 90%)

Restprogramm: Bournemouth (H), Fulham (A)

Die Citizens haben das wahrscheinlich einfachste Restprogramm aller Champions-League-Anwärter. Nachdem das Team von Pep Guardiola im Herbst überraschend einbrach und bis auf den neunten Platz zurückfiel, haben sie sich – auch dank großzügiger Investitionen im Januar – wieder gefangen. Der Serienmeister wird sich wahrscheinlich auch dieses Jahr für die Champions League qualifizieren. Sie sind mittlerweile seit acht Ligaspielen ungeschlagen, und nur das 0:0 gegen Absteiger Southampton dämpft die ansonsten überragende Form.

Ihre restlichen Gegner belegen zurzeit den zehnten und den elften Tabellenplatz, haben aber noch Außenseiterchancen auf eine Qualifikation für das europäische Geschäft, da auch Platz 8 dieses Jahr ausreichen könnte. Außerdem muss Manchester City aufgrund des FA-Cup-Finales in eine englische Woche zum Saisonabschluss.

Chelsea (CL-Wahrscheinlichkeit 60%)

Restprogramm: Manchester United (H), Nottingham Forest (A)

Die Blues haben kein allzu leichtes Restprogramm. Die Red Devils werden gewillt sein, nach sieben sieglosen Spielen in der Liga wieder einen Dreier einzufahren und sich vor dem Europa-League-Finale gegen Tottenham in Form zu spielen. Danach folgt ein Auswärtsspiel im sicherlich aufgeheizten City Ground. Nottingham Forest spielt nämlich ebenfalls noch um die Champions League, und das Spiel gegen den FC Chelsea könnte entscheidend sein.

Mit Ausnahme der Niederlage gegen Newcastle befindet sich das Team von Enzo Maresca in herausragender Form und konnte sogar schon den Meister Liverpool besiegen. Den Blues ist daher zuzutrauen, dass sie ihre beiden letzten Spiele gewinnen. Aufgrund der Tordifferenz müssen sie nur mindestens so viele Punkte sammeln wie Aston Villa.

Aston Villa (CL-Wahrscheinlichkeit 40%)

Restprogramm: Tottenham (H), Manchester United (A)

Die Villans streiten sich mit Chelsea um den letzten Champions-League-Platz. Beide müssen noch gegen Manchester United ran, aber Aston Villa spielt davor noch gegen das andere kriselnde Top-Team, Tottenham Hotspur. Die Spurs – ähnlich wie die Red Devils – haben die Qualität, um auch Spitzenmannschaften Punkte abzuknöpfen, zeigen es aber zu selten. Die Frage bleibt, welches Gesicht das Team von Ange Postecoglou zeigt, zumal das Europa-League-Finale nur wenige Tage später ansteht. Aston Villa sollte beide Partien für sich entscheiden, muss aber aufgrund der schlechteren Tordifferenz auf einen Patzer vom FC Chelsea hoffen.

Das Team von Unai Emery verlor nur eines seiner letzten acht Ligaspiele und hat sich wieder auf die europäischen Plätze vorgekämpft. Siege gegen Newcastle oder auch PSG in der Champions League unterstreichen die Qualität des Kaders – allerdings haben sie es nicht mehr in der eigenen Hand.

Nottingham Forest (CL-Wahrscheinlichkeit 20%)

Restprogramm: West Ham (A), Chelsea (H)

Die Tricky Trees befanden sich den Großteil der Saison auf einem Champions-League-Platz, rutschten aber aufgrund schwacher Ergebnisse in den letzten Wochen auf den siebten Platz ab und haben die Champions-League-Qualifikation nicht mehr in der eigenen Hand. Ein Auswärtsspiel im London Stadium und Mit-Anwärter Chelsea am letzten Spieltag sind zudem kein einfaches Restprogramm. Gewinnt man beide Spiele, muss man trotzdem auf einen Patzer von Aston Villa oder zwei Aussetzer von Newcastle oder Manchester City hoffen.

Die Form spricht auch nicht für das Team von Nuno Espírito Santo. Man gewann nur eines der letzten sechs Ligaspiele und tat sich auch gegen Teams in der unteren Tabellenhälfte sehr schwer. Die Qualifikation für die Königsklasse erscheint fast unmöglich, aber auch ein Abschneiden auf einem Europa-League- oder Conference-League-Rang wäre für Nottingham Forest ein voller Erfolg – nachdem man in der vergangenen Saison fast in die zweite Liga abstieg. Trotz des ernüchternden 2:2-Unentschiedens gegen Leicester City konnte man damit die Qualifikation für das europäische Geschäft offiziell besiegeln.

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Daniel

England hat ein Linksverteidiger-Problem

Über Jahre war die Linksverteidigerposition die größte Baustelle im Kader der Three Lions. Ashley Cole prägte die Position in den 2000ern, und Leighton Baines spielte ebenfalls lange auf einem sehr hohen Niveau. Seit deren Rücktritt haben mehrere Spieler versucht, diese Position zu ihrer eigenen zu machen – allerdings vergebens. Nun kommt aber eine neue Generation, und England hat plötzlich ein Luxusproblem. (Bild: IMAGO / Alterphotos)

Historisch gesehen hat die englische Nationalmannschaft immer gute Linksverteidiger gehabt: Ray Wilson, der 1966 den bisher einzigen WM-Titel für die Three Lions gewann, Kenny Sansom, der in den 80ern über 80 Länderspiele sammelte, oder auch Stuart Pearce, der vor allem bei den Fans sehr beliebt war und sich durch seine Spielweise den Spitznamen „Psycho“ verdiente. Er lief 78-mal für die englische Nationalmannschaft auf.

Mit Ashley Cole hatte man in den 2000ern einen der besten Linksverteidiger seiner Generation zur Verfügung, doch seit seinem Rücktritt 2014 herrscht dort ein Mangel.

Verletzungen verhinderten den nahtlosen Übergang

Luke Shaw war prädestiniert dafür, die nächste Generation zu prägen. Als Ashley Cole aus der Nationalmannschaft zurücktrat, war Shaw gerade einmal 19 Jahre alt, aber wechselte bereits zu Manchester United und sammelte seine ersten Länderspiele. Alles sprach für eine große Karriere für Verein und Nationalmannschaft. Allerdings machten ihm Verletzungen einen Strich durch die Rechnung.

Mit gerade einmal 20 Jahren, in seiner zweiten Saison bei den Red Devils, wurde er Opfer eines Horrorfouls, das zu einem doppelten Beinbruch führte. Er war fast ein komplettes Jahr außer Gefecht, und auch nach seinem Comeback machte ihm die Verletzung mental zu schaffen, sodass er lange den Erwartungen hinterherblieb. Zur EM 2020 und der WM 2022 spielte er sich schließlich wieder in den Kader Gareth Southgates und war eine feste Größe auf der linken Seite – doch kleinere Verletzungen bremsten ihn immer wieder. Er sammelte bisher 34 Länderspiele für England, aber es hätten deutlich mehr sein sollen.

Chaos bei der EM 2024

Gareth Southgate schien bei seinem letzten Turnier für die Three Lions keine Lösung für die Linksverteidigerposition zu finden. Kieran Trippier spielte die meisten Minuten auf der für ihn ungewohnten linken Seite, aber auch Luke Shaw, Ezri Konsa und sogar Bukayo Saka mussten dort aushelfen. Abgesehen von Shaw war auch kein weiterer gelernter Linksverteidiger im Kader, und jener war aufgrund einer Verletzung nicht komplett fit.

Die neue Generation

Luke Shaw hatte auch aufgrund der mangelnden Konkurrenz lange einen Freifahrtschein unter Gareth Southgate, aber nun, unter Thomas Tuchel, gibt es reichlich Alternativen – und die haben es in sich.

Fangen wir an mit dem Namen, der zurzeit in aller Munde ist: Myles Lewis-Skelly. Der 18-Jährige spielt in dieser Saison stark auf und überzeugt mit einer beeindruckenden Konstanz und Reife. Er spielte schon in den größten Stadien, wie dem Santiago Bernabéu im Champions-League-Viertelfinale, und zeigt sich völlig unbeeindruckt. In den wichtigen Spielen zählt er stets zu den besten Spielern im Team der Gunners. Im März durfte er bereits sein Länderspieldebüt geben und traf prompt nach 20 Minuten. Eigentlich ein zentraler Mittelfeldspieler, aber unter Mikel Arteta zum Linksverteidiger umgeschult, könnte er diese Position auch in der Nationalmannschaft zu seiner eigenen machen.

Allerdings ist er nicht konkurrenzlos. Der nächste im Bunde ist Lewis Hall von Newcastle. Der 20-Jährige ist ebenfalls zu Beginn seiner Karriere vom zentralen Mittelfeldspieler zum Linksverteidiger umgeschult worden und blüht auf dieser Position auf. Nach beeindruckenden Kurzeinsätzen für seinen Jugendverein, den FC Chelsea, wechselte er im Sommer 2023 für 33 Millionen zu den Magpies. Nach einer schwierigen ersten Saison entwickelte er sich in dieser Spielzeit zum absoluten Leistungsträger und zu einem der besten Linksverteidiger der Liga. Thomas Tuchel scheint ein Fan von ihm zu sein – schließlich gab er ihm sein Debüt bei den Blues im Januar 2022.

"Ich war 17 bei Chelsea, als ich zum ersten mal mit der Mannschaft trainierte, und ich erinnere mich daran, wie er [Thomas Tuchel] und sein Trainerstab mich sehr willkommen hießen"

Bei Manchester City erlebt gerade ein weiterer zentraler Mittelfeldspieler als Linksverteidiger seinen Durchbruch: Nico O'Reilly, 20 Jahre alt, durfte nun die letzten sieben Spiele allesamt starten und überzeugt mit sehr starken Leistungen. Der 1,93 m große Allrounder überzeugt mit seiner Technik in engen Räumen, aber auch mit seinem Defensivverhalten. Trotz der für ihn unbekannten Position zeigt er kaum Schwächen und erweist sich sogar als torgefährlich – mit bisher fünf Saisontreffern.

Oliver Scarles ist ein weiterer Name, den man auf dem Zettel haben muss. Der 19-Jährige, ebenfalls gelernter Mittelfeldspieler, durfte bereits mit 16 Jahren in der Conference League unter David Moyes sein Debüt geben. Allerdings war es die Ankunft von Graham Potter im Januar, die den englischen Jugendnationalspieler zum festen Bestandteil des Profikaders aufsteigen ließ. Unter dem vorherigen Trainer Julen Lopetegui gab er sein Premier-League-Debüt, aber unter Potter wurde er zum Stammspieler und zahlt dieses Vertrauen auch mit guten Leistungen zurück. Beim 1:0-Sieg gegen den FC Arsenal im Emirates wurde er sogar zum Spieler des Spiels gekürt. EM- und Champions-League-Sieger Emerson Palmieri hat er mittlerweile von der Linksverteidigerposition verdrängt.

Dort hört es aber nicht auf, denn mit Harry Amass steht der nächste talentierte Jungspund in den Startlöchern. Der 18-Jährige durfte unter Ruben Amorim bereits sein Debüt für Manchester United geben, und auch er überzeugte. Eine Nominierung für die englische Nationalmannschaft ist zwar noch weit entfernt, aber er ist definitiv ein Talent, das man im Auge behalten sollte.

Eine etwas erfahrenere Option ist Tyrick Mitchell von Crystal Palace. Der 25-Jährige bringt seit Jahren konstante Leistungen für die Eagles, wurde aber bisher kaum für die Three Lions berücksichtigt. Er kommt auf gerade einmal zwei Länderspiele. Seit Oliver Glasners Ankunft im Februar 2024 spielt er als Schienenspieler in einer Fünferkette eine offensivere Rolle und überzeugt als Vorlagengeber. In der Defensive war er schon immer sehr gut, weshalb sich das Eigengewächs von Crystal Palace zu einem immer kompletteren Spieler entwickelt.

Insbesondere in Anbetracht der prekären Situation auf der Linksverteidigerposition bei der Europameisterschaft 2024 war es umso erstaunlicher, dass Gareth Southgate ihn nicht berücksichtigte – vor allem aufgrund seiner starken Form zum Ende der vergangenen Saison.

Wer startet für England?

Im Moment führt wohl kein Weg an Myles Lewis-Skelly vorbei. Der Teenager überzeugt auf ganzer Linie und genießt bisher auch das Vertrauen von Thomas Tuchel. Allerdings ist auch Lewis Hall eine sehr starke Option, insbesondere wenn er sich weiterhin so entwickelt wie in dieser Saison.

Tyrick Mitchell hat seine Chance wahrscheinlich verpasst. Hätte er vor einem Jahr die Möglichkeit bekommen, wäre er wahrscheinlich ein fester Bestandteil des Kaders, doch mittlerweile haben ihm jüngere Spieler den Rang abgelaufen.

Nico O'Reilly und Oliver Scarles haben derzeit nur Außenseiterchancen. Beide kamen noch nicht zu allzu vielen Einsätzen und haben sich noch nicht vollständig etabliert, sind aber durchaus talentiert. Bei Harry Amass gilt Ähnliches, nur dass er erst zu einer Handvoll Pflichtspieleinsätzen kam. Allerdings ist auch er außerordentlich talentiert.

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Daniel

So überlebt man als Aufsteiger die erste Premier-League-Saison

Die Kluft zwischen der Championship und der Premier League wird immer größer. Zum zweiten Jahr in Folge mussten nun alle drei Aufsteiger den direkten Weg zurück in die zweite Liga antreten. Der Klassenerhalt fällt den Liganeulingen immer schwerer, aber unmöglich ist es nicht; das zeigen die drei Aufsteiger zur Saison 2022/23. Bournemouth, Fulham und Nottingham Forest hielten allesamt die Klasse und entwickelten sich seitdem zu guten Premier-League-Vereinen. Was haben die drei und andere Klubs aus den letzten Jahren richtig gemacht, um nicht sofort wieder abzusteigen? (Bild:
IMAGO / Shutterstock
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Southampton, Leicester City und Ipswich Town sind in dieser Saison sang- und klanglos wieder abgestiegen, und wir haben deren Fehler bereits analysiert (hier der Link zum Artikel). Jetzt wollen wir uns aber die Positivbeispiele anschauen und herausfinden, was ein Aufsteiger braucht, um die Premierensaison in der ersten Liga zu überstehen.

Seit 2019 blieben von 18 Aufsteigern nur sieben länger als ein Jahr in der ersten Liga. Diese Teams waren: Aston Villa, Sheffield United, Leeds United, Brentford und die bereits angesprochenen Fulham, Bournemouth und Nottingham Forest. Was haben sie alle gemeinsam?

Es muss nicht schön sein

Im ersten Jahr sollte man sich nicht darauf fokussieren, schönen Fußball zu spielen - das sagen zumindest die Statistiken. Jedes der sieben erfolgreichen Aufsteiger gehörte in seiner Debütsaison zu den Teams mit den wenigsten kurzen Pässen. Sie spielten allesamt weniger als 40 % ihrer Pässe über kurze Distanzen.

Short Passing Percentage

Der prozentuale Anteil an kurzen Pässen der jeweiligen Klubs

Stattdessen konzentriert man sich auf den langen Ball, um möglichst schnell vors Tor des Gegners zu gelangen. Mit Ausnahme von Leeds und Fulham spielten die Aufsteiger den größten Anteil ihrer Pässe lang. Circa 20 % aller Bälle bedeuten in der Regel einen Platz in den Top 5 der Liga in dieser Statistik.

Long Passing

Der prozentuale Anteil an langen Bällen aller Klubs

Daher ist es auch keine Überraschung, dass die Aufsteiger die geringsten durchschnittlichen Ballbesitzwerte in der Premier League haben. Leeds United unter Marcelo Bielsa ist mit 57,3 % hierbei die Ausnahme. Man überlässt den überlegenen Gegnern den Ball und konzentriert sich auf die eigenen Offensivaktionen.

Possession

Ballbesitz in Prozent

Wie schießt man am einfachsten Tore?

In der qualitativ besten Liga der Welt kommt man nicht zu vielen Torschüssen - erst recht nicht als Aufsteiger mit geringeren sportlichen und finanziellen Mitteln. Das zeigen auch die Statistiken. Die Aufsteiger, wieder mit Ausnahme von Leeds United, die 2020/21 eine brillante Saison spielten, endeten größtenteils in der unteren Tabellenhälfte hinsichtlich der Schüsse pro Spiel.

Shots per 90

Schüsse pro Spiel

Daher ist es umso wichtiger, dass man die wenigen Chancen, die man bekommt, auch nutzt. Ein guter Torjäger kann den Unterschied machen. In Leeds’ erster Premier-League-Saison schoss Patrick Bamford 17 Ligatore, Ivan Toney erzielte zwölf Treffer für Brentford, Mitrović war 14-mal für Fulham erfolgreich, Taiwo Awoniyi zehnmal für Nottingham Forest.

Auch in dieser Saison hielt Liam Delap Ipswich Town fast im Alleingang lange konkurrenzfähig, und Teams im Tabellenmittelfeld wie Crystal Palace, Wolves und Brentford profitieren enorm von ihren Top-Stürmern. Jean-Philippe Mateta, Matheus Cunha und das Duo bestehend aus Bryan Mbeumo und Yoane Wissa haben allesamt mindestens 14 Ligatore.

Wir merken uns: Um in der Premier League zu bestehen, braucht man einen verlässlichen Stürmer, der aus wenigen Chancen möglichst viele Tore macht.

Conversion rate

Prozentualer Anteil der Schüsse, die zu Toren führten

Die taktische Ausrichtung

Alles deutet bisher auf einen Konterfußball hin. Der niedrige Ballbesitz, der Anteil an langen Bällen, das direkte Umschalten und auch die defensiven Statistiken zeigen dies. Die Aufsteiger führten den Großteil ihrer Defensivaktionen im eigenen Drittel aus - teils deutlich mehr als die restlichen Premier-League-Klubs. Das zeigt die Bereitschaft, sich auch mal in einen tiefen Block fallen zu lassen und auf Kontersituationen zu hoffen.

Defence in own third

Prozentualer Anteil der Defensivaktionen im eigenen Drittel

Letztlich fällt noch auf, dass die Risikobereitschaft nach Ballgewinn sehr gering ist. Die meisten der erfolgreichen Aufsteiger schlugen den Ball nach Eroberung erst einmal lang, um die Chance, ihn direkt wieder zu verlieren oder Opfer des Gegenpressings zu werden, zu minimieren.

Clearances of all def actions

Anteil der geklärten Bälle an allen Defensivaktionen (in %)

Fazit

Ein Aufsteiger muss nicht schön spielen. Es geht um die Basics und darum, wichtige Punkte einzufahren: defensiv gut stehen, bei Ballgewinn schnell umschalten und vorne effizient sein. Im zweiten und dritten Jahr in der Premier League kann man schließlich anfangen, etwas expansiver Fußball zu spielen, da man das finanzielle Defizit nach mehreren Jahren der TV-Gelder etwas aufgeholt hat und eine stabile Basis hat.

Ein gutes Beispiel ist der FC Fulham. In ihrer ersten Saison zurück in der Premier League (2022/23) hatten sie durchschnittlich 48,6 % Ballbesitz, in der darauffolgenden Spielzeit 50,7 % und in dieser Saison sind sie bei 52,4 %. Nachdem sie ihre ersten beiden Jahre auf Rang 10 und Rang 9 beendeten, stehen sie zurzeit auf dem achten Platz und kämpfen um Europa. Die Cottagers haben gezeigt, wie man als Aufsteiger in der Premier League die Klasse hält und sich dann Stück für Stück weiterentwickelt. Der Erfolg ist dementsprechend auch ihrem Trainer Marco Silva zuzuschreiben.

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Daniel

Die Premier League wird zur Super League!

Schon wieder müssen die drei Aufsteiger den direkten Gang in die zweite Liga antreten. Bereits fünf Spieltage vor Schluss stehen die Absteiger (so gut wie) fest, und es sind – wie bereits in der vergangenen Saison – die drei Neulinge. Die 17 restlichen Teams gehen nun in ihre vierte Saison in dieser Konstellation und zeigen, dass der englische Fußball allmählich ein Problem kriegt. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird größer. (Bild: IMAGO / Sportsphoto)

17 englische Vereine kreieren ihre eigene Super League. Ein Blick auf die TV-Einnahmen verrät dabei die Ursache: Der 20. in der Premier League bekommt schon über 100 Millionen Pfund, was ungefähr den TV-Einnahmen aller 24 Championship-Klubs gleicht. Diese Unterschiede sind in einem Jahr, beziehungsweise einem Sommer, für die Aufsteiger kaum aufzuholen.

In diesem Jahr sind Leicester City, Ipswich Town und Southampton an genau diesem Schicksal gescheitert. Die Saints belegen abgeschlagen den letzten Platz und werden als eine der schlechtesten Mannschaften in die Geschichte eingehen. Momentan halten sie mit Derby County aus der Saison 2007/08 den Rekord für die wenigsten Punkte in einer Spielzeit – mit mageren elf Zählern.

Die Foxes treten nun nach der knappen 0:1-Niederlage gegen Tabellenführer Liverpool auch offiziell den Gang in die zweite Liga an, während Ipswich zwar noch nicht offiziell abgestiegen ist, aber 15 Punkte und 18 Tore in der Tordifferenz hinter dem rettenden Ufer steht. Der Klassenerhalt würde einem Wunder gleichen.

Southampton: In Schönheit gestorben

Den Saints gelang in der vergangenen Saison der direkte Wiederaufstieg aus der Championship. Unter Russell Martin spielte man ansehnlichen, ballbesitzorientierten Fußball und machte letztendlich durch die Playoffs den Aufstieg in die englische Beletage klar.

In der Premier League angekommen, rückte der englische Übungsleiter nicht von seiner Philosophie ab. Das Problem: Die Gegner waren schneller, stärker, taktisch besser und schlichtweg einfach überlegen. Southamptons Verteidigung war nicht mehr in der Lage, von hinten heraus durch das Pressing des Gegners zu spielen. Es schlichen sich vermehrt individuelle Fehler ein, die dann teuer bestraft wurden. Auf einem abgeschlagenen letzten Platz entschied man sich schließlich im Dezember, Cheftrainer Russell Martin zu entlassen.

Ivan Juric wurde sein Nachfolger, aber auch er konnte die Saints nicht mehr retten. Der Kader war nicht gut genug und auch nicht auf seinen Spielstil, der sich hauptsächlich auf eine solide Defensive konzentrierte, um dann schnell umzuschalten, ausgelegt.

Man hatte im vergangenen Sommer auch nicht gut genug gewirtschaftet. Hohe Summen für eher unerfahrene Spieler wie Cameron Archer, Taylor Harwood-Bellis oder Flynn Downes zahlten sich nicht aus, und man investierte nicht genug in die Defensive. Die Innenverteidigung um Jan Bednarek und Jack Stephens hatte nie das nötige Niveau für die erste Liga.

Der Kroate, der mittlerweile ebenfalls entlassen wurde, hatte die richtigen taktischen Ansätze, um in der Premier League zu bestehen. Eine stabile Defensive sollte Vorrang haben. Allerdings war die Mannschaft einfach nicht gut genug. Hätte man bereits im Sommer nach Jurics Ideen den Kader zusammengestellt, würde man nicht mit elf Punkten auf dem letzten Platz stehen.

Leicester City - Ein Trainerwechsel mit katastrophalen Folgen

Die Überschrift könnte auch genauso gut „Zwei Trainerwechsel mit katastrophalen Folgen“ heißen, denn im Sommer verlor man bereits Meistertrainer Enzo Maresca an den FC Chelsea. Der Italiener führte die Foxes zu einer imposanten Zweitligameisterschaft und stellte die Weichen für eine erfolgreiche Spielzeit in der Premier League. Sein Nachfolger wurde Steve Cooper, und der Beginn war vielversprechend.

Es war kein allzu ansehnlicher Fußball, aber der 45-Jährige hielt Leicester von den Abstiegsplätzen fern. Er schien – auch dank seiner Erfahrung bei Nottingham Forest – nicht die gleichen Fehler zu machen wie Southampton. Er konzentrierte sich auf eine stabile Defensive und setzte mit talentierten Offensivspielern wie Facundo Buonanotte oder Bilal El Khannouss immer wieder Nadelstiche. Es war nicht alles perfekt, aber ließ das Ziel des Klassenerhalts zumindest realistisch erscheinen. Im November zogen die Klubbosse jedoch nach fünf sieglosen Partien die Reißleine. Man befand sich zwei Punkte vor den Abstiegsrängen und sah die Gefahr, dort noch hineinzurutschen. Als Nachfolger entschied man sich für Ruud van Nistelrooy, der als Interimstrainer von Manchester United in vier Partien ungeschlagen blieb und unter anderem Leicester zwei Mal besiegte.

Unter dem Niederländer ging es dann so richtig bergab. Nach einem Sieg gegen West Ham United bei seinem Debüt und dem darauffolgenden Unentschieden gegen Brighton sammelte man seitdem in den 18 Ligapartien nur vier Punkte und rutschte folgerichtig auf den 19. Platz ab. Van Nistelrooy zeigt sich nicht in der Lage, taktisch mit den anderen Trainern der Premier League mithalten zu können. Seine Mannschaft spielt ohne einen genauen Plan und wirkt sehr leblos. Die Entscheidung, Steve Cooper durch den ehemaligen Weltklassestürmer zu ersetzen, erweist sich als absoluter Fehlgriff. Der Klassenerhalt wäre auch unter dem Engländer nicht gewiss, doch er ließ die Mannschaft immerhin mit einem klaren Plan agieren.

Ipswich Town - Wacker geschlagen, doch es fehlt an Qualität

Die Tractor Boys sind der beste Absteiger dieses Jahr – und das mit nur 21 Punkten. Vor zehn Jahren hatte der Tabellenachtzehnte Hull City noch 35 Punkte und drei Punkte Rückstand zum rettenden Ufer. Ipswich zeigt sich aber unter ihrem Erfolgstrainer Kieran McKenna, der sie zu zwei aufeinanderfolgenden Aufstiegen führte, kämpferisch. Nach einem guten Saisonstart mit nur zwei Niederlagen in den ersten sechs Partien verlor man insbesondere im neuen Jahr den Anschluss zu den anderen Teams. Zehn sieglose Spiele zwischen Januar und März besiegelten fast schon den Abstieg, weil die Konkurrenten im Abstiegskampf wie Wolves und Everton auch deutlich formstärker wurden.

Da der Kader zum großen Teil aus Drittligaspielern bestand, musste investiert werden, um in der Premier League wettbewerbsfähig zu sein. Nach 16 Neuzugängen und über 150 Millionen investierten Euro hat man noch immer nicht die Qualität in der Mannschaft, um mit den meisten Gegnern mitzuhalten. Ähnlich wie Southampton konzentrierte man sich dabei aber hauptsächlich auf die Offensive. Nur 45 Millionen investierte man in Abwehrspieler. Für deutsche Verhältnisse mag das viel sein, aber das reicht im Normalfall nicht für die Premier League. Als echter Glücksgriff erweist sich Stürmer Liam Delap, der vor der Saison für 18 Millionen Euro von Manchester City kam und voll einschlug. Zahlreiche Topklubs sollen ihn wohl bereits auf dem Zettel haben.

Anders als bei Leicester und Southampton gibt es bei Ipswich wenig Konkretes, was man ihnen vorwerfen kann. Man investierte viel in den Kader, hielt auch in schwierigen Phasen am Trainer fest und zeigte sich gewillt, den Spielstil anzupassen. Letztendlich fehlte einfach die Qualität, um die Klasse zu halten. Nachdem man 2023 noch in der dritten Liga spielte, ist die Premier-League-Saison alleine schon ein riesiger Gewinn. Mit den hohen Einnahmen und auch den neuen Spielern, die man im vergangenen Jahr anwerben konnte, erhofft man sich nun auch eine erfolgreiche Championship-Saison 2025/26.

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Daniel

Das sind die besten Premier-League-Transfers der Saison

Zahlreiche Spieler, die sich im vergangenen Sommer einen Tapetenwechsel unterzogen haben, haben ihr Glück bei ihrem neuen Arbeitgeber gefunden. Die folgenden Spieler haben in ihrer ersten Saison für ihre neuen Vereine sofort eingeschlagen und sich als lohnenswertes Investment erwiesen. Interessant ist, dass kein Spieler aus den traditionellen "Big-Six" vertreten ist. (Bild: IMAGO / Colorsport)

Bournemouth: Dean Huijsen

Das Interesse von Real Madrid am 19-jährigen Innenverteidiger der Cherries spricht Bände über seine brillante Saison. Im Sommer von Juventus Turin für gerade einmal 15 Mio. € verpflichtet, hat sich der Spanier mit niederländischen Wurzeln schnell an der Südküste Englands eingelebt.

Am 20. März durfte er sogar sein Debüt in der A-Nationalmannschaft des amtierenden Europameisters geben - ausgerechnet gegen die Niederlande.

Hauptsächlich als linker Innenverteidiger eingesetzt, glänzt Huijsen mit seiner Ruhe am Ball und seinen progressiven Pässen. Er komplettiert die zweitmeisten langen Bälle pro 90 Minuten in der Liga - hinter Joachim Andersen vom FC Fulham.

Dem Teenager wird eine Ausstiegsklausel in Höhe von 50 Mio. Pfund nachgesagt, die im Sommer wahrscheinlich von einem absoluten Top-Klub aktiviert wird. Er gilt schließlich als einer der talentiertesten Spieler im Weltfußball auf seiner Position.

Brighton: Georginio Rutter

Nachdem der ehemalige Stürmer Hoffenheims in seinem ersten Premier-League-Jahr bei Leeds United nicht zu überzeugen wusste, waren viele stutzig, als Brighton & Hove Albion über 45 Mio. € für die Dienste des Franzosen bezahlte. Diese Zweifel wurden aber im Laufe der Saison beseitigt.

Immer noch nur 22 Jahre alt, entwickelte sich Rutter zu einem unverzichtbaren Teil in der Elf von Fabian Hürzeler und weiß insbesondere durch seine Vielseitigkeit zu glänzen. So hat er bereits jede offensive Position bekleiden dürfen und half auch schon im zentralen Mittelfeld aus.

Mit seinen zwölf Scorerpunkten zeigt er auch vor dem Tor seine Qualität, die bereits zu Bundesliga-Zeiten kritisiert wurde. Lediglich Joao Pedro hat im Kader der Seagulls mehr Torbeteiligungen.

Er überzeugt mit seinem Dribbling und seiner Technik, aber vor allem durch seine Arbeit gegen den Ball. Kein anderer Spieler Brightons setzt seine Gegner pro 90 Minuten öfter unter Druck als Georginio Rutter.

Crystal Palace: Maxence Lacroix

Der Franzose wechselte im Sommer vom VfL Wolfsburg in den Süden Londons und trat das Erbe von Joachim Andersen an, der zu Fulham wechselte und über Jahre ein Schlüsselspieler der Eagles war. Nach nicht einmal einer kompletten Saison hat er den Dänen fast vergessen lassen.

Für 18 Millionen verpflichtete man den Innenverteidiger, den Trainer Oliver Glasner noch aus seiner Zeit in der Autostadt kannte. Er formte nach anfänglichen Problemen eine bockstarke Innenverteidigung mit Marc Guehi und hat einen großen Anteil an dem gewaltigen Formaufschwung von Crystal Palace.

Er überzeugt neben seinem ungeheuren Tempo auch mit seiner Sicherheit am Ball und seinem guten Spielverständnis.

Mit nur 24 Jahren ist er zudem auch noch entwicklungsfähig und wird bereits im Sommer eine ganze Reihe von Interessenten haben.

Crystal Palace: Ismaila Sarr

Ein weiterer Sommertransfer der Eagles, der den Weg in diese Aufzählung schafft. Der Senegalese trat das wahrscheinlich schwerste Erbe an: Michael Olise zu ersetzen, der für über 50 Mio. € zu Bayern München wechselte. Wie das gesamte Team von Oliver Glasner hatte auch Sarr anfangs mit Formschwankungen zu kämpfen, ehe man sich in der zweiten Saisonhälfte fing.

Der 15-Millionen-Euro-Neuzugang steht in dieser Saison bereits bei zwölf Torbeteiligungen und überzeugt als rechter Zehner im 3-4-3-System des österreichischen Übungsleiters.

Der 27-Jährige erweist sich als Albtraum für gegnerische Abwehrketten mit seinem Tempo und seinen ständigen Läufen hinter die Kette. Er führt außerdem das klubinterne Ranking zahlreicher Offensivstatistiken an. Wie zum Beispiel die Ballkontakte im gegnerischen Strafraum, die kreierten Großchancen und die Anzahl an Sprints.

Everton: Iliman Ndiaye

Der Linksaußen entwickelte sich im Goodison Park nach seinem Wechsel von Olympique Marseille prompt zum Publikumsliebling. Sein Dribbling, seine Tricks, aber auch seine Laufbereitschaft und seine Arbeit gegen den Ball imponierten den Fans der Toffees. Zu Beginn unter Sean Dyche tat er sich noch schwer, seinen Platz in der Startaufstellung zu zementieren, aber unter David Moyes ist er kaum wegzudenken.

In den ersten drei Ligaspielen unter dem Schotten schoss er drei Tore, ehe er sich im Merseyside-Derby gegen Liverpool früh verletzte und seitdem an seiner Knieverletzung laboriert. Seitdem der quirlige Offensivspieler fehlt, konnte Everton lediglich eins der letzten fünf Partien für sich entscheiden.

Mit seinen acht Saisontoren ist er nämlich auch der beste Torschütze der Toffees.

Ipswich: Liam Delap

Ipswich Town hat im vergangenen Sommer einen der besten Transfers aller Premier-League-Teams getätigt, als man den 22-Jährigen für knapp unter 20 Mio. € vom Serienmeister Manchester City verpflichtete.

Der bullige Stürmer konnte sein Talent bereits bei mehreren Leihen in der Championship unter Beweis stellen aber war vor dem Tor noch nie so erfolgreich wie in dieser Spielzeit. Zehn Saisontore für eine Mannschaft, die mitten im Abstiegskampf steckt, sind eine sehr gute Quote.

Liam Delap ist 1,86m groß und sehr geübt darin, mit seiner enormen Physis Bälle festzumachen. Allerdings zeigt er auch am Ball seine Qualitäten. Er ist sehr schnell und ein guter Dribbler. Er kombiniert gerne mit seinen Mitspielern und bringt diese oft in gute Situationen. Kein Verteidiger in der Liga wird ein einfaches Spiel haben, wenn der Stürmer Liam Delap mit Namen heißt.

Nottingham Forest: Nikola Milenkovic

Man zahlte nur 12 Mio. € für die Dienste des Serben, was sich als absolutes Schnäppchen herausstellt. Der Innenverteidiger hat einen großen Anteil daran, dass Nottingham Forest um die Champions League mitspielt, und hat sich in seiner Debütsaison auf der Insel als einer der besten Spieler auf seiner Position etabliert.

Durch seine Größe und seine Dominanz in der Luft komplettiert er seinen Kollegen in der Innenverteidigung Murillo optimal. Zusammen bilden sie das wahrscheinlich beste Duo der Liga. Die Tricky Trees stellen unter Nuno Espirito Santo die drittbeste Defensive der Liga und kassierten gerade einmal 35 Tore.

Der 27-Jährige gewinnt seine Zweikämpfe mit den gegnerischen Stürmern und ist sowohl in den Duellen am Boden als auch in der Luft unter den Top 5 aller Verteidiger in der Premier League.

West Ham United: Aaron Wan-Bissaka

Der Wechsel des Engländers im vergangenen Sommer ging ohne viel Medientrubel vonstatten, doch der Rechtsverteidiger hat sich in einer verkorksten Saison der Hammers als beste Neuverpflichtung erwiesen.

Ob als Rechtsverteidiger, Linksverteidiger oder auch als rechter Schienenspieler: Wan-Bissaka überzeugt mit konstant guten Leistungen.

Der 27-Jährige zeigt seine gewohnte defensive Stärke mit einer hohen Anzahl an abgefangenen Bällen und gewonnenen Zweikämpfen. Allerdings paart er diese nun auch mit reichlich Offensivdrang. Er marschiert andauernd die Linie hoch und runter und glänzt im letzten Drittel mit seinen Flanken.

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Daniel

Verlassen Van Dijk, Alexander-Arnold und Mo Salah den FC Liverpool im Sommer?

Liverpool spielt eine brillante Saison unter ihrem neuen Trainer Arne Slot und hat neun Spieltage vor Schluss die Meisterschaft schon so gut wie sicher. Der Niederländer hatte gar keine Probleme, das Erbe von Jürgen Klopp anzutreten, der über neun Jahre eine Ära bei den Reds geprägt hat. Im EFL-Cup steht man außerdem im Finale gegen Newcastle und auch in der Champions League stehen die Chancen auf ein Weiterkommen ins Viertelfinale sehr gut. Allerdings könnten ab nächster Saison die ersten großen Hürden auf Arne Slot zukommen. Die Verträge mehrerer Schlüsselspieler laufen nämlich aus. (Bild: IMAGO / Offside Sports Photography)

Virgil Van Dijk, Trent Alexander-Arnold und Mohamed Salah könnten allesamt den Verein im Sommer verlassen. Seit Monaten wird über die auslaufenden Verträge der Superstars spekuliert, aber ein Fortschritt in den Verhandlungen ist bisher noch nicht zu erkennen. Das ist der aktuelle Stand.

Virgil Van Dijk (33): Tendenz Vertragsverlängerung

Der Niederländer schnürt seit Januar 2018 die Schuhe für den FC Liverpool und entwickelte sich in der Zeit zum besten Innenverteidiger der Welt und befindet sich auch heute noch in der Elite des Weltfußballs. Er ist ein unverzichtbarer Teil der Mannschaft und seit dem Abgang von Jordan Henderson auch Kapitän des Vereins.

Der 1,95m große Innenverteidiger scheint einer Vertragsverlängerung deutlich näher zu sein als Alexander-Arnold und Mo Salah. Es hakt wohl nur noch an der Dauer des neuen Arbeitspapiers. Der Verein bietet ihm eine Verlängerung um ein Jahr mit der Option auf ein weiteres, während der Spieler selbst auf einem Zwei-Jahres-Vertrag beharrt. Außerdem möchte Van Dijk weiterhin ein Gehalt in Höhe von £220.000 (ca. 261.000€) die Woche verdienen. Eine Einigung der beiden Parteien scheint aber in Sichtweite zu sein, weshalb ein Verbleib des Niederländers über den Sommer hinaus realistisch erscheint.

Falls der 33-Jährige aber keinen neuen Vertrag unterschreibt, haben sich schon zahlreiche europäische Topklubs wie Real Madrid, Atletico Madrid und auch der FC Bayern München bereits in Stellung gebracht, um die Unterschrift des Abwehrspielers zu sichern.

Mo Salah (32): Zukunft ungewiss

Der Ägypter befindet sich zurzeit in der Form seines Lebens. Er führt die Premier-League-Torschützenliste mit 27 Treffern und die Vorlagenliste mit 17 Treffern an. Er erweist sich immer wieder als Lebensversicherung der Reds und hat dementsprechend einen großen Anteil daran, dass der FC Liverpool die Meisterschaft schon so gut wie sicher hat. Seine Wichtigkeit für das Team von Arne Slot ist unumstritten, doch die Vertragsverhandlungen stocken.

Die Reds haben wohl schon mehrere Angebote vorgelegt, die allesamt vom Flügelspieler abgelehnt wurden. Ähnlich wie bei Van Dijk hakt es an der Vertragslänge und dem angebotenen Gehalt. Der FC Liverpool zeigte in der Vergangenheit bereits wenig Sentiment bei altgedienten Stars wie Roberto Firmino und Sadio Mané und auch bei den anstehenden Vertragsgesprächen mit Mo Salah möchte man sich nicht allzu lange an Spieler, die über 30 sind, binden.

Der 32-Jährige lässt immer wieder in den Medien aufhorchen, wie weit beide Parteien voneinander entfernt sind, und hat sich Medienberichten zufolge auch schon beim FC Barcelona angeboten. Allerdings gehen auf der Insel viele davon aus, dass dies nur Verhandlungsstrategien sind, um seinen Marktwert in die Höhe zu treiben. Man erwartete durchgehend eine Vertragsverlängerung des Schlüsselspielers, allerdings wird die Zeit immer knapper, weshalb es zurzeit auf der Kippe steht.

Nach so einer herausragenden Saison, wie Mo Salah sie momentan spielt, wird es zahlreiche Interessenten geben. Neben dem FC Barcelona sind auch zahlreiche Klubs aus Saudi-Arabien am Ägypter interessiert.

Trent Alexander-Arnold (26): Tendenz Abgang

Das Eigengewächs des FC Liverpool steht vor einem ablösefreien Abgang im Sommer. Nach knapp 350 Spielen für seinen Heimatklub sucht der 26-Jährige aller Voraussicht nach eine neue Herausforderung. Diese wird er Medienberichten zufolge in Madrid finden. Die Königlichen wollen ihr Starensemble mit dem Engländer weiter ausbauen.

'The Sun' berichtete im Dezember, dass der Verteidiger ein Angebot in Höhe von £250.000 (ca. 296.000€) abgelehnt hat und mindestens £350.000 (ca. 414.000€) verlange. Eine Summe, die man in Liverpool anscheinend nicht bereit ist zu zahlen. Allerdings liegt es nicht nur am angebotenen Gehalt. Alexander-Arnold scheint von einem Wechsel ins Santiago Bernabéu so sehr angetan zu sein, dass ein Verbleib bei den Reds unrealistisch erscheint.

Der Engländer hat aber noch keinen Vertrag unterschrieben, weder bei Liverpool noch bei Real Madrid, weshalb weiterhin alles offen bleibt. Aufgrund seiner langen Vergangenheit mit den Reds sollte man einen kurzfristigen Stimmungswechsel vom Defensivakteur nicht komplett ausschließen, auch wenn ein Abgang zu Real Madrid momentan am wahrscheinlichsten ist.

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