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FC Bayern München verpflichtet Vinlöf und Lee – das sind die beiden Neuzugänge

Erneut schlagen die Bayern auf dem Transfermarkt zu und verpflichten zwei Youngster für die Nachwuchsabteilung. Nachdem Matteo Perez Vinlöf und Hyunju Lee bereits ein Probetraining absolviert und dort überzeugt haben, folgte nun die Verpflichtung. Mit Jonathan Asp Jensen soll auch der dritte im Bunde an die Isar gelockt werden. Doch wer sind die neuen Talente? (Foto: IMAGO / Bildbyran)

Verheißungsvolles Talent aus Schweden

Matteo Vinlöf ist schwedischer Juniorennationalspieler und kommt aus der Jugendabteilung von Hammarby IF. Über die Höhe der Ablöse des 16-jährigen Linksverteidigers mit peruanischen Wurzeln ist noch nichts bekannt. Mit einem langfristigen Vertrags ausgestattet, soll er die U19-Mannschaft des Rekordmeisters verstärken und perspektivisch ein Kandidat für den Profikader werden. Für die U17-Nationalmannschaft von Schweden gab Vinlöf zu Beginn der aktuellen Saison sein Debüt gegen die U17 von Dänemark und kommt auf insgesamt sechs Einsätze.

"Mit Matteo haben wir einen sehr interessanten und spannenden Spieler für unsere Jugendmannschaften verpflichtet. (...) Wir freuen uns, ein weiteres vielversprechendes Talent am Campus zu begrüßen." (Holger Seitz, sportlicher Leiter des FC Bayern Campus)

Der asiatische Markt wird immer wichtiger

Mit dem 18-jährigen Südkoreaner Hyunju Lee verstärkt der Rekordmeister seine Amateure, nachdem Oliver Batista Meier zur SG Dynamo Dresden wechselte und ein Platz im Kader von Trainer Martin Demichelis frei geworden ist. Lee kommt zunächst auf Leihbasis vom südkoreanischen Erstligisten FC Pohang Steelers, allerdings haben sich die Münchener eine Kaufoption gesichert. Der 1,69m große Juniorennationalspieler ist im zentralen Mittelfeld beheimatet und hat seine Stärken ganz klar im Spiel nach vorne, wo er mit seiner Schnelligkeit und Beweglichkeit ein belebendes Element sein kann. Lee ist der zweite Transfer aus Asien, nachdem die Münchener jüngst den 18-jährigen Torwart Ziyang Liu-Shao aus China verpflichteten.

"Der FC Bayern ist in Südkorea ein großer Name. Die Menschen staunen und schauen zu dem Verein auf. (...) Bei Bayern schaue ich zu Joshua Kimmich auf und auch Jamal Musiala ist aufgrund des gleichen Alters ein Spieler, zu dem ich aufblicke." (Hyunju Lee)

Danish-Dynamite im Anflug

Der Transfer des 16-jährigen dänischen Supertalents vom FC Midtjylland, Jonathan Asp Jensen, ist dagegen noch nicht in trockenen Tüchern. Doch die Bayern stehen mit dem U16-Nationalspieler und seinem aktuellen Verein in fortgeschrittenen Verhandlungen. Dabei stehen eine Ablösesumme in Höhe von 1,2 Millionen Euro plus Bonuszahlungen und ein Dreijahresvertrag im Raum. Der zentrale Mittelfeldmann steht bereits länger auf dem Zettel der Münchener und wurde von der Scoutingabteilung zuletzt intensiv beobachtet.

Die Bayern fahren auf Sicht

Der FCB verfolgt mit den jüngst getätigten Transfers weiterhin seine Strategie, junge Spieler mit viel Potenzial frühzeitig zu verpflichten und diese so zu entwickeln, dass sie im besten Falle hoch zu den Profis rücken. Als bestes Beispiel dient dabei Jamal Musiala. Bei immer weiter steigenden Ablösesummen und Spielergehältern ist das ein kluger Schachzug. Man will sich dabei nicht ausschließlich auf einheimische Talente fokussieren, wo man auf das Glück angewiesen ist, möglicherweise den nächsten Thomas Müller oder Bastian Schweinsteiger zu finden.

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Steht FCB-Talent Nemanja Motika vor dem Absprung?

Das 18-Jährige Juwel ist mit 15 Toren und 8 Assists in 24 Spielen der Top-Scorer der zweiten Mannschaft vom FC Bayern München. Nun möchte er den nächsten Schritt gehen und sich höherklassig beweisen. Dabei kommt für den FCB nur eine Leihe in Betracht. Der Vertrag des serbischen U19-Nationalspielers läuft noch bis zum Sommer 2023. (Foto: IMAGO / Eibner)

Nemanja Motika wechselte im Sommer 2017 zusammen mit seinem jüngeren Bruder Nikola Motika und Thorben Rhein aus der Jugend von Hertha BSC Berlin in die Nachwuchsabteilung des FC Bayern München. Der Aufschrei war nicht leise, als die Transfers verkündet wurden, da die Bayern für Jugendspieler relativ hohe Gehälter angeboten und sie so an die Isar locken konnten. Die Bayern verfolgen in den letzten Jahren die Strategie, auch aufgrund der horrenden Gehälter im europäischen Fußball, auf junge Talente zu setzen und diese in der eigenen Akademie auszubilden. Jamal Musiala (kam vom FC Chelsea London) ist dabei das beste Beispiel, dass man Spieler mit viel Potenzial verpflichten und in den eigenen Reihen weiterentwickeln möchte.

Auf einer Stufe mit Sané, Coman und Gnabry?

Motika ist schnell, dribbelstark, beidfüßig und trotz seines jungen Alters extrem kaltschnäuzig vor dem Tor. Er kann sowohl auf den offensiven Flügeln als auch im Sturmzentrum spielen. Diese Flexibilität spielt im modernen Fußball eine immens wichtige Rolle und ist eine der Fähigkeiten, die für Offensivspieler heutzutage schon fast vorausgesetzt werden. Genau auf diesen Positionen hat Motika mit Leroy Sané, Serge Gnabry und Kingsley Coman die perfekten Vorbilder, allerdings auch enorme Konkurrenz, weshalb ihm ein Profieinsatz bislang verwehrt blieb. Profiluft durfte er nur während der Sommervorbereitung schnuppern, und beim Bundesliga-Rückrundenauftakt gegen Borussia Mönchengladbach, als Julian Nagelsmann Personalengpässe zu beklagen hatte, stand er im Kader. Geht es nach dem Youngster, mangelt es ihm nicht an der Qualität, um sich beim Rekordmeister durchsetzen. In einem nicht unbedingt gut angekommenen Interview mit dem serbischen Sportportal "Mozzartsport" hat er sich, vorsichtig ausgedrückt, sehr selbstbewusst präsentiert.

"Ich kann mich bereits jetzt mit Spielern wie Sané und Coman messen. (...) Ich habe große Ambitionen und eine klare Vision."

Ist Motika auf dem Weg eine Skandalnudel zu werden?

Es blieb nicht nur bei dem intern angeprangerten Interview. Im November sorgte er erneut für Schlagzeilen, als er sich von seiner Berateragentur "Talcon Management" trennte und sich "LIAN Sports" anschloss, die unter anderem auch Leroy Sané vertreten. Hierfür erntete er viel Kritik von seiner ehemaligen Agentur, die ihm unter anderem Selbstüberschätzung und mangelnde Dankbarkeit vorwarf.

Bereits zu Beginn der Saison hatte der Trainer der FCB-Amateure, Martin Demichelis, ihn für mehrere Spiele aus dem Kader geworfen, da es ihm laut des Argentiniers an Respekt und Disziplin mangele. Doch davon hat sich Motika nicht unterkriegen lassen, sondern hat in den darauffolgenden Spielen wieder sein Können gezeigt und seine Rolle als Leistungsträger untermauert. Deshalb traut man dem Youngster auch viel zu, weshalb unter anderem der Sportliche Leiter am FC Bayern Campus, Jochen Seitz, nicht abgeneigt ist, ihn an einen höherklassigen Verein zu verleihen.

Wohin könnte Motika wechseln?

Konkrete Angebote gibt es für den Stürmer aktuell nicht. Es kursierten Gerüchte, wonach der FC Augsburg, der Hamburger SV und auch Werder Bremen starkes Interesse an ihm zeigten. Just als die Gerüchte aufkamen, dementierte Werder-Geschäftsführer Frank Baumann, dass Motika ein Kandidat für einen Transfer sei. Ein Wechsel zum FCA dürfte ebenfalls vom Tisch sein, nachdem man sich mit Ricardo Pepi bereits in der Offensive verstärkt hat. Selbiges dürfte für den HSV gelten, bei dem Faride Alidou erst im Sommer zu Eintracht Frankfurt wechseln wird und daher die Wahrscheinlichkeit, in der aktuellen Transferperiode noch jemanden für die Offensive zu holen gering ist.

Momentan sind zwei Szenarien denkbar. Szenario 1 beinhaltet einen Verbleib des 18-Jährigen, damit die Bayern Amateure den Wiederaufstieg in die 3. Liga schaffen. Szenario 2 ist weiterhin eine Ausleihe des Deutsch-Serben an einen Verein aus der Bundesliga oder der 2. Bundesliga, damit er Spielpraxis auf höherem Niveau sammeln und im Profifußball seine Qualität unter Beweis stellen kann. Bis zum 31. Januar 2022 ist noch alles möglich.

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Rumpfkader beim FC Bayern München: Wer sind Ibrahimovic, Wanner, Copado & Co.?

Lange stand das Bundesliga-Auftaktspiel gegen Borussia Mönchengladbach auf der Kippe, da die Bayern aufgrund zahlreicher sowohl coronabedingter als auch verletzungsbedingter Ausfälle nicht genügend Spieler im Kader hatten. Nun füllt der Rekordmeister seinen Kader mit Spieler aus der Reserve- und Jugendmannschaft. Arijon Ibrahimovic, Paul Wanner, Lucas Copado, Nicolas Feldhahn, Bright Arrey-Mbi, Taylor Booth und Jamie Lawrence stehen im heutigen Aufgebot. Das sind die Neuen. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports)

Ein alter Hase hilft in der Not

15 Spieler müssen laut den DFL-Regularien im Kader stehen, damit ein Bundesligaspiel nicht abgesagt wird. Allein 9 Spieler des FCB befinden sich aufgrund einer Infektion mit dem Coronavirus in Quarantäne während Bouna Sarr und Eric Maxim Choupo-Moting beim Afrika-Cup in Kamerun sind. Dazu gesellen sich noch Leon Goretzka und Josip Stanisic, die aufgrund von "normalen" Verletzungen ausfallen werden, sodass letztendlich nur zwölf Spieler aus dem Profikader zur Verfügung stünden. Sollte sich Alphonso Davies mit Omikron angesteckt haben, könnte das Gesundheitsamt die gesamte Mannschaft in Quarantäne schicken und das Spiel würde dann möglicherweise verschoben. Die Bayern mussten schnell reagieren, nachdem die DFL ihren Antrag auf Verlegung des Spiels abgelehnt hatte. Sie beorderten insgesamt sieben Spieler aus der Reserve sowie der U19 größtenteils aus dem Urlaub zurück und ließen sie kurzfristig nach München einfliegen, um mit ihnen ausreichend Spieler zur Verfügung zu haben, damit das Spiel gegen die Fohlen stattfinden kann.

Nicolas Feldhahn ist dabei der älteste "Aushilfsspieler". Der 35-Jährige Abwehrspieler und gebürtige Münchener ist der langjährige Kapitän der FCB-Reserve und hat bislang noch kein einziges Bundesligaspiel absolviert und stand lediglich zweimal im Kader, ohne eingesetzt zu werden. Für Erzegbirge Aue und der SpVgg Unterhaching hat er insgesamt 40 Spiele in der 2. Bundesliga absolviert, wobei sein letzter Einsatz am 23. März 2008 gegen den SC Freiburg war. Ansonsten war er überwiegend in der 3. Liga und der Regionalliga Bayern unterwegs.

Defense: Arrey-Mbi und Booth durften bereits Profiluft schnuppern

Bright Arrey-Mbi und Tayloor Booth sind die einzigen nachnominierten Spieler, die bereits ihr Pflichtspieldebüt für die Bayern gegeben haben. Der 18-Jährige Arrey-Mbi wurde in der Saison 20/21 im Champions-League-Spiel gegen Atletico Madrid für Serge Gnabry eingewechselt und durfte die letzte halbe Stunde erstmalig für den FCB auf dem Platz stehen. Die Bayern standen bereits vor dem Spiel als Gruppensieger fest und der damalige Cheftrainer, Hansi Flick, verhalf dem 1,87m großen Abwehrspieler zu seinem Pflichtspieldebüt und bislang einzigem Einsatz für die Profis. Im Sommer 2020 wechselte der gebürtige Kaarster aus der Jugend von FC Chelsea London zum FC Bayern und spielt überwiegend in der Innenverteidigung, kann aber auch als Linksfuß hinten links in der Abwehr spielen.

Der 20-Jährige US-Amerikaner, Taylor Booth, kam in der 1. Runde des DFB-Pokals beim 12:0 Siegen gegen den Bremer SV zum Einsatz, als er in der 70. Spielminute für Leroy Sané eingewechselt wurde. Der gelernte Rechtsverteidiger wurde in der Zions Bank Real Academy, der Nachwuchsakademie vom MLS-Club Real Salt Lake, ausgebildet und kam als damals vereinsloser Spieler zur U19 der Bayern. Nachdem er zur Saison 20/21 in den Kader der Reserve befördert wurde, wechselte er zur Rückrunde auf Leihbasis nach Österreich zum SKN St. Pölten und kam dort auf 15 Einsätze (3 Tore, 2 Assists) in der österreichischen 1. Bundesliga. Anders als beim FCB, setzte der österreichische Klub den Youngster hauptsächlich im Mittelfeld ein, wo er alle Positionen bekleidet hat.
Für den 19-Jährigen Jamie Lawrence wird es das erste Mal sein, dass er überhaupt im Profikader steht. Der 2,00m große Innenverteidiger und gebürtige Münchener spielt schon seit 2018 im Nachwuchsbereich der Bayern und kommt in der laufenden Saison auf insgesamt 20 Einsätze in der Regionalliga Bayern, in denen ihm 3 Tore und 1 Assist gelangen, was sich für einen Abwehrspieler durchaus sehen lässt.

Offensive: Bekannte Namen und ein möglicher Rekord

Lucas Copado und Arijon Ibrahimovic sind die wohl bekanntesten Spieler, mit denen der Rekordmeister seinen Kader auffüllt, und das obwohl beide bislang noch nie im Profikader gestanden haben. Der 17-Jährige Mittelstürmer ist der Sohn des ehemaligen Profis, Francisco Copado, der unter anderem für den Hamburger SV, SpVgg Unterhaching, Eintracht Frankfurt und TSG Hoffenheim auf Torejagd ging und dabei auf insgesamt 49 Spiele in der 1. Bundesliga (7 Tore, 11 Assists) und 160 Spielen in der 2. Bundesliga (52 Tore, 28 Assists) kam. Seinen Torinstinkt hat er an seinen Sohn weitergegeben, der seit 2016 beim FC Bayern spielt und in dieser Saison in 2 Spielen in der U19-Bundesliga Süd/Südwest 4 Tore und 6 Assists beisteuerte und für die Bayern-Reserve er in 13 Spielen auf 3 Tore und 5 Assists kommt und damit eine beeindruckende Bilanz ausweisen kann.
Fun fact: Der Youngster ist übrigens der Neffe vom FCB-Sportvorstand, Hasan Salihamidzic, da die Ehefrau von Brazzo die Schwester von Francisco Copado ist. Somit ist Luca Copado auch der Cousin von Nick Salihamidzic, der ebenfalls beim FCB in der U19-Mannschaft spielt.

Arijon Ibrahimovic
erlangte ebenfalls aufgrund seines Namens Bekanntheit; verwandt mit seinem Namensvetter und Star-Stürmer, Zlatan Ibrahimovic, ist er allerdings nicht. Das erst 16-Jährige Juwel ist zwar genauso wie Zlatan in der Offensive beheimatet ist, dort allerdings flexibel einsetzbar. Der gebürtige Nürnberger mit kosovarischen Wurzeln spielt seit 2018 beim FCB und hat in dieser Saison für die U19-Mannschaft in 10 Spielen 4 Tore erzielt und weitere 7 aufgelegt und durfte im Sommer schon bei den Profis mittrainieren.

Der ebenfalls 16-Jährige Youngster, Paul Wanner, könnte genauso wie Arijon Ibrahimovic bei einem Einsatz zum jüngsten Bundesligaspieler der Vereinsgeschichte werden und den aktuellen Rekordhalter, Jamal Musiala, überholen. Da Wanner allerdings knappe zwei Wochen jünger ist als Ibrahimovic, wäre er alleiniger Rekordhalter, sofern beide zum Einsatz kommen sollten. Der technisch versierte Spielmacher, der auch auf den offensiven Flügelpositionen spielen kann, hat einen starken linken Fuß und gilt als eines der größten und vielversprechendsten Talente beim FC Bayern München und spielt dort seit 2018. In der laufenden Saison kommt er auf insgesamt 9 Einsätze für die U19 (2 Tore, 2 Assists) sowie 7 Länderspielen (2 Tore, 3 Assists) für Deutschlands U17-Nationalmannschaft.

Wer hat die größten Chancen auf einen Einsatz?

Die Offensive bereitet dem Rekordmeister weniger Sorgen, da mit Serge Gnabry, Thomas Müller, Jamal Musiala und Robert Lewandowski zumindest was die Startaufstellung angeht top besetzt ist. Daher dürften die Youngster Copado, Ibrahimovic und Wanner nur im Falle einer Verletzung oder bei einem klaren Spielstand zugunsten der Bayern debütieren. Charmant wäre es natürlich, Musiala den Rekord nicht zu nehmen und die beiden 16-Jährigen mit ihren Debüts warten zu lassen.

Beim FCB drückt allerdings hinten der Schuh. Vor allem durch die Ausfälle von Lucas Hernandez, Alphonso Davies und Omar Richards, fehlen dem Rekordmeister nominelle Linksverteidiger. Hier könnte sich für Bright Arrey-Mbi die Chance ergeben die Position hinten links zu bekleiden, weshalb er wohl die größten Chancen auf einen Startelfeinsatz hat.

Voraussichtliche Aufstellung der Bayern: Ulreich - Kimmich, Pavard, Süle, Arrey-Mbi - Sabitzer, Roca - Gnabry, Müller, Musiala - Lewandowski

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Deal fix! FC Augsburg verpflichtet das Supertalent Ricardo Pepi

Ricardo Pepi wechselt für kolportierte 16 Millionen Euro vom FC Dallas zum FC Augsburg. Damit ist der (noch) 18-jährige US-Stürmer der teuerste Neuzugang der Vereinsgeschichte der Fuggerstädter. Er unterzeichnet einen 4-Jahres-Vertrag plus Option und läuft zukünftig mit der Trikotnummer 18 auf. (Foto: IMAGO / kolbert-press)

Nachdem bereits am Sonntag die Gerüchte über einen bevorstehenden Wechsel aufkamen, wurde der Transfer nun offiziell bestätigt. Für nicht wenige kommt dieser Wechsel allerdings überraschend, da viele Klubs in Europa an ihm interessiert waren. Zuletzt galt sogar ein Transfer zum VfL Wolfsburg als fix, doch es scheiterte letztlich an der hohen Ablöse, die die Wölfe, im Gegensatz zum FCA, nicht bereit waren zu bezahlen, weshalb nun Augsburg zugeschlagen hat.

Auch der FC Bayern München war interessiert

Der 1,85m große Mittelstürmer gab mit 16 Jahren sein Debüt in der Major Soccer League, als er am 16. Spieltag in der Partie gegen den FC Toronto in der 84. Spielminute beim Stand von 3:0 eingewechselt wurde. Den Durchbruch schaffte er allerdings erst in der abgelaufenen Saison, wo er mit 13 Toren und 3 Assists in 31 Spielen zu den Leistungsträgern gehörte. Insgesamt kommt er auf in seinem Alter stolze 55 Einsätze in der MLS. Als Krönung für seine Leistungen wurde er im September 2021 in die US-Nationalmannschaft berufen und gab im WM-Quali-Match gegen Honduras sein Debüt, wo er mit 1 Tor und 2 Vorlagen maßgeblichen Anteil am 4:1 Sieg hatte. Bis jetzt hat er 7 Länderspiele absolviert und dabei 3 Tore geschossen.

Doch nicht nur der VfL Wolfsburg war an Pepi interessiert, sondern auch der deutsche Rekordmeister hatte ein Auge auf ihn geworfen und ihn Anfang 2021 zusammen mit sechs weiteren Spielern sogar zum Probetraining eingeladen. Der Hintergrund ist der, dass der FC Dallas ein Partnerverein der Bayern ist und der FCB sich von dieser Kooperation vielversprechende Talente erhofft, wie es zum Beispiel mit Cris Richards, aktuell an die TSG Hoffenheim verliehen, funktioniert hat. Zu einem Transfer ist es unter anderem aufgrund der zu hohen Ablöseforderung von Dallas nicht gekommen.

Nach seiner starken Saison kam das Interesse der Bayern erneut auf und es stand sogar ein Wechsel in der Winterpause im Raum. Nun hat sich der FCA das Juwel geschnappt, auch aufgrund von viel größeren Einsatzchancen als es beim Rekordmeister ob der starken Konkurrenz möglich wäre. Denn durch die noch länger ausfallenden Stürmer Alfred Finnbogason und Florian Niederlechner wird Pepi auf seine Spielminuten kommen und nach Alphonso Davies womöglich der nächste Bundesliga-Shootingstar aus der MLS sein.

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Personalsorgen beim FC Bayern: Wer spielt im Mittelfeld?

Wenn Julian Nagelsmann am 16. Spieltag der Fußball-Bundesliga um 18:30 Uhr auf den formstarken VfB Stuttgart (7 Punkte aus den letzten 3 Spielen) und seinen ehemaligen Co-Trainer bei der TSG Hoffenheim, Pellegrino Matarazzo, trifft, muss er im Mittelfeld auf eine "Not-Doppelsechs" setzen. Mit Corentin Tolisso (Oberschenkelprobleme), Joshua Kimmich (Folgen der Corona-Infektion) und Leon Goretzka (Patellasehenprobleme) fallen drei etatmäßige Mittelfdelspieler aus, genauso wie Josip Stanisic, der die Position auch kennt. Der zuletzt überzeugende Jamal Musiala wird trotz eines Mittelhandknochenbruchs spielen können. Fraglich ist, wer neben ihm starten wird. (Foto: IMAGO / ULMER Pressebildagentur)

Mögliches Startelfdebüt für Marc Roca

Roca wäre die erste Option auf der Sechser-Position. Nachdem er in dieser Saison bislang so gut wie gar nicht berücksichtigt wurde, bekam er zuletzt zwei Kurzeinsätze in der Champions League gegen den FC Barcelona und Dynamo Kiew und durfte am vergangenen Spieltag gegen FSV Mainz sein Bundesligadebüt feiern (ab der 65. Minute). Julian Nagelsmann hat ihn für seinen Einsatz im Training gelobt, obwohl er kaum Spieleinsätze bekam. Mit seinem starken linken Fuß würde er auch für mehr Flexibilität in der Schaltzentrale des Rekordmeisters sorgen.

Tanguy Nianzou als defensive Variante - Sabitzer nur Notlösung

Eine weitere Option ist der gelernte Innenverteidiger, da er auch auf der Sechs spielen kann. Er wäre die defensivere Variante als Roca und würde im Mittelfeld für mehr Stabilität sorgen. Allerdings ist der junge Franzose nach wie vor sehr fehleranfällig. Nagelsmann mahnte bereits mehrfach an, dass Nianzou noch zu fehlerbehaftet sei, das in seinen bisherigen Einsätzen dazu führte, dass er immer mal wieder für leichtfertige Ballverluste oder Fehlpässe gut war, die seine Mannschaft unnötig in Bedrängnis brachte. Doch im Verein genießt er nach wie vor das Vertrauen und auch Nagelsmann lobte ihn z.B. nach seinem Startelfeinsatz gegen Benfica Lissabon in der Champions League.

Marcel Sabitzer
wird zwar im Kader stehen, allerdings musste der bislang als "Fehleinkauf" abgestempelte Österreicher wochenlang verletzungsbedingt zuschauen und kehrte erst am Montag ins Mannschaftstraining zurück. Für einen Startelfeinsatz wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht reichen, da er noch nicht fit ist.

Cuisance ohne Chance

Mit Michael Cuisance haben die Bayern zwar einen weiteren Mittelfeldspieler im Kader, allerdings ist es mehr als unwahrscheinlich, dass er heute zum Einsatz kommt. Sowohl unter Hansi Flick als auch unter Nagelsmann spielt der 22-Jährige Franzose überhaupt keine Rolle. Er besticht mit schlechten Leistungen im Training und konnte sich auch während seiner Leihe bei Olympique Marseille in der letzten Saison nicht aufdrängen.
Im Sommer 2019 verpflichtete Brazzo ihn aus Gladbach, da "in seinem linken Fuß richtig Musik drinne ist". Davon hat man herzlich wenig gesehen, sodass ein Ghettoblaster vermutlich eine bessere Investition gewesen wäre. Bereits zu seiner Zeit bei Borussia Mönchengladbach fiel er überwiegend mit Disziplinlosigkeiten und mangelndem Trainingseinsatz auf. Schon da hätte Brazzo eigentlich klar sein müssen, dass er keinen "Bayern-Spieler" verpflichtet, weshalb er berechtigte Kritik einstecken musste.

Fazit

Es deutet vieles darauf hin, dass Nagelsmann auf Nummer sicher gehen und mit Musiala und Roca starten wird. Sollte Musiala kurz vorm Spiel doch nicht einsatzfähig sein, würde Nianzou seinen Part übernehmen und mit Roca die Doppelsechs bilden.

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Deshalb ist Joshua Kimmich ein wahres Vorbild

Nach seiner Corona-Infektion fällt Joshua Kimmich noch bis zum Ende des Jahres aufgrund einer Infiltration in der Lunge aus. Nachdem er im Oktober öffentlich seine Bedenken bezüglich der Impfung geäußert und eine langwährende, hitzige und alle Gesellschaftsteile erreichende Diskussion entfacht hat, hat er sich am Sonntag im ZDF-Interview der Kritik an seiner Person und seiner Entscheidung gestellt und alle Fragen beantwortet. (Foto: IMAGO / Sven Simon)

Ausgerechnet Kimmich

Das dachten sich nicht wenige, als er über seinen noch nicht erfolgten Piks und seine Bedenken gesprochen hatte. Denn bis dato war er nicht nur DAS Vorzeigebild des deutschen Fußballs, sondern generell für alle jungen Menschen da draußen. Auch aufgrund seiner mit Leon Goretzka gegründeten Initiative "we kick corona", hat er bewiesen, dass mehr als nur ein Fußballspieler sein will und auch ist. Für sein soziales Engagement bekam er berechtigterweise Zuspruch und wurde von allen bewundert. Mit der Initiative finanzierte er sogar in Kooperation mit UNICEF, Impfstofflieferungen in Länder, in denen der Impfstoff entweder nicht verfügbar oder nur für sehr wenige Menschen zugänglich ist.

Es war eigentlich nur die Bestätigung für das, was viele von ihm schon gehalten haben. Denn trotz oder sogar aufgrund seines jungen Alters, ist er durch seinen Ehrgeiz und seiner Einstellung auf und neben dem Platz, bereits für viele ein Idol gewesen. Er gilt als künfitger Kapitän sowohl beim FC Bayern München als auch der Deutschen Nationalmannschaft. Und genau deshalb war der Aufschrei groß, als er seine Skepsis und sein Zögern äußerte.

Ausgerechnet Kimmich dachten sich dann auch mehr als nur Mancher als rauskam, dass er sich mit dem Virus infiziert hat. Er musste fortan von allen Seiten Kritik einstecken. Gefühlt wurde in jeder Polit-Talkshow ausschließlich über ihn und seine Entscheidungdiskutiert diskutiert; überwiegend war es laute Kritik.

Doch auch der Verein, seine Mitspieler und sogar Hansi Flick, DFB-Bundestrainer, äußerten sich zu dieser Thematik und stellten positiionierten sich sehr deutlich für die Impfung als einzige Möglichkeit die Pandemie zu bekämpfen. Selbst Politiker, wie z.B. Karl Lauterbach, boten erneute Aufklärungsgespräche an, um das Missverständnis auszuräumen, es bedürfe Langzeitstudien, um den Impfstoffen zu vertrauen. Zwar standen viele FCB-Fans zu und hinter ihm, doch leider gab es auch einige, die eine gewisse Genugtuung gespürt haben, dass ausgerechnet der unschlüssige und Nichtgeimpfte erkrankt ist. Eine solch moralisch verwerfliche Denkweise darf in unserer Gesellschaft keinen Platz haben!

Er zeigt Reue und hinterfragt sich selbst

Kimmich zeigt Reue im Interview. Mit einer Ruhe und Sachlichkeit, die seinesgleichen sucht, erklärt er die Beweggründe für sein Zögern bei der Impfung und gewährt einen Einblick in seine Gefühlswelt. Er sei davon ausgegangen, dass er sich durch sein Verhalten vor dem Virus schützen kann. Ein Trugschluss.

Er gesteht ein, seine Mannschaftskameraden im Stich gelassen zu haben. Er zeigt sogar Verständnis für die Maßnahme seines Vereins, ihm während seiner Quarantäne aufgrund des Kontakts mit einer infizierten Person, sein Gehalt zu kürzen und hält sie gar für begründet. Denn mit einer Impfung hätte er zumindest diese Quarantäne vermeiden können. Er habe sich sogar selbst die Frage gestellt, ob er seiner Vorbildfunktion nicht mehr gerecht werde.

Ich habe meine Mitspieler im Stich gelassen.

Eine große Persönlichkeit

Fehler zu machen gehört zum menschlichen Dasein dazu. Ein wahres Vorbild stellt sich der Öffentlichkeit und gesteht aufrichtig seine Fehler ein. Diese Ehrlichkeit, Einsicht und Selbstkritik zeugt von wahrer Größe und dient nich nur den jungen Menschen, sondern ALLEN als Beispiel.

Natürlich hat ihn die öffentliche Debatte nicht kalt gelassen und auch seine Familie hat darunter leiden müssen. Doch er hat nicht zum Rundumschlag ausgeholt, sondern hat Verständnis für die Kritik in der Sache, auch wenn er die Art und Weise, wie über ihn gesprochen wurde, nicht in Ordnung findet.

Deshalb ist Kimmich mehr denn je ein Vorzeigesportler. Dass ein Profifußballer in seinem Alter bereits eine solche Charakterstärke zeigt, macht ihn zum über jeden Zweifel erhabenen Nachfolger für das Kapitänsamt sowohl seines Vereins als auch der DFB-Elf.

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