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BVB in der Krise: Marco Rose out - Edin Terzic in?

BVB in der Krise: Marco Rose out - Edin Terzic in?

Borussia Dortmund steckt nach dem 1:1 gegen Augsburg weiter in der Krise fest und erstmals wackelt auch der Trainerstuhl von Marco Rose. Der BVB ist aus allen Pokalwettbewerben ausgeschieden und in der Bundesliga können sich die Schwarz-Gelben endgültig von der Meisterschaft verabschieden. Es geht „nur“ noch um den zweiten Tabellenplatz, wo der Vorsprung auf den Dritten, Bayer 04 Leverkusen, auf sechs Zähler geschrumpft ist. Doch ist der Misserfolg an Rose festzumachen? (Foto: IMAGO / Team 2)

Das Ausscheiden in den europäischen Wettbewerben war genauso wie das Pokal-Aus gegen St. Pauli im DFB-Pokal, ganz vorsichtig ausgedrückt, äußerst vermeidbar. Fragt man die Vereinsverantwortlichen, allen voran Marco Rose, so hört man oftmals die sich durch die gesamte Saison ziehende Verletzungsmisere, umstrittene Schiedsrichterentscheidungen oder das Fehlen der „Gelben Wand“ bei Heimspielen etwa. Stellt man die seit Jahren schon immer wieder aufkeimende Frage nach der fehlenden Mentalität, bekommt man zumeist die Antwort, individuelle Fehler sei die Ursache.

Fehlt es der Mannschaft an Charakter?

Die Inkonstanz, defensive Anfälligkeit, ein oft vorkommender Leistungsabfall in wichtigen Spielen und unnötige Punktverluste gegen Mannschaften aus dem Tabellenkeller begleiten die Dortmunder allerdings schon seit Jahren. Seit Jürgen Klopp – und mit leichten Abstrichen auch Thomas Tuchel – hat es kein BVB-Trainer geschafft, der Mannschaft den absoluten Siegeswillen einzuimpfen und eine für Erfolge unabdingbare Beständigkeit aufrechtzuerhalten. Die hohe Fluktuation im Kader, ständige Transfergerüchte um die Top-Stars wie auch bei Haaland und fehlende „Typen“ wie zum Beispiel Mats Hummels und Emre Can können gute Gründe für die Charakterschwäche des Teams sein. Eine eingespielte Truppe mit Leistungsträgern, auf die man mindestens mittelfristig bauen kann, sind elementar für den Erfolg eines Vereins.

Der BVB holt stattdessen stets hochtalentierte Spieler, die von der Spielpraxis auf höchstem Niveau profitieren und dann nach ein oder zwei guten Saisons für viel Geld zu einem europäischen Topklub wechseln. Wie soll so eine Identifikation der Spieler mit dem Verein entstehen? Doch genau das war eines der wesentlichen Rezepte für die glorreiche Zeit unter Klopp. Für die Kaderzusammenstellung sind die Vereinsverantwortlichen um Michael Zorc, Sebastian Kehl & Co. verantwortlich, da kann ein Trainer wenig bewirken.

Zorc & Co. haben nicht die passenden Trainer geholt

Wirkliche Mentalitätsmonster, wie eben Jürgen Klopp, waren keines seiner Vorgänger, und das obwohl für die Führungsriege das Anforderungsprofil des gesuchten Trainers stets dem von Klopp entsprach. Weder Tuchel, noch Bosz, Stöger und Favre waren für ihre flammenden Ansprachen und mitreißenden Seitenlinienchoreografien bekannt, sondern waren eher ruhigere Typen, die eher mit ausgeklügelten Taktiken die Mannschaft zum Erfolg zu führen versuchten.

Auch Marco Rose kann man nicht wirklich als „Kloppschen Trainer“ bezeichnen, auch wenn beide gemeinsam beim FSV Mainz 05 spielten und sich lange kennen. Auffällig ist bei Rose, dass er stets nach Ausreden bemüht ist und oftmals die Schuld bei den Spielern sucht, die schlicht seine Vorgaben nicht umsetzen oder die typischen BVB-Ausreden müssen herhalten. Im Umgang mit den Medien erlebt man ihn besonders nach nicht so berauschenden Spielen als zynisch und wenig selbstreflektierend. Es scheint, als ob er die Mannschaft nicht wirklich erreicht und den Spielern auch nicht genügend taktische Hilfsmittel an die Hand geben kann. Zuletzt war er oft ratlos und wirkte leicht überfordert mit der Aufgabe beim BVB.

Kommt jetzt der Retter Edin Terzic?

Bereits in der letzten Saison hat er seine Borussia gerade noch in die schier unmöglich zu erreichende Champions League Qualifikation gerettet und die Saison mit dem Gewinn des DFB-Pokals, der erste Titel seit 2017, gekrönt. Der gute und nie abgerissene Draht von Terzic zur Mannschaft sowie sein kühler Kopf auch in schwierigen Zeiten, waren der Triumph für den Erfolg in der letzten Saison. Es gibt nicht wenige Fans, die Terzic damals wie heute als den perfekten BVB-Trainer sehen und deshalb heilfroh sein dürften, dass er aus seiner Liebe zum Verein lukrative Angebote als Cheftrainer ausgeschlagen hat, um dem Verein in neuer Rolle als Technischer Direktor erhalten zu bleiben. Vielleicht hat er auch insgeheim spekuliert, dass seine Dienst womöglich erneut gefragt sein könnten und er dann sogar langfristig seinen Traumjob ausüben darf.

Viel zu retten gibt es momentan allerdings nicht, da die Qualifikation für die CL-Gruppenphase ob der aktuell zehn Punkten Vorsprung auf den Tabellenfünften SC Freiburg so gut wie sicher und das einzig noch zu erreichende Ziel ist. Daher ist zum jetzigen Zeitpunkt ein Rausschmiss von Marco Rose recht unwahrscheinlich. Die Diskussion werden aber spätestens nach Saisonende wieder entfachen.

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