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Mathys Tel-Transfer fix – so könnte die Bayern-Offensive aussehen

Mathys Tel-Transfer fix – so könnte die Bayern-Offensive aussehen

Mit dem Transfer von Mathys Tel haben die Bayern im Sturm noch einmal nachgelegt. Für den 17-Jährigen Franzosen zahlt der Rekordmeister kolportierte 28,5 Millionen Euro an Stade Rennes. Damit ist er nach Renato Sanches (2017 für 35 Millionen Euro von Benfica Lissabon gewechselt) der zweitteuerste Teenager der Vereinshistorie. Doch ist das Sturmjuwel ein Eins-zu-Eins-Ersatz für Robert Lewandowski oder verfolgen die Bayern einen anderen Plan für die Offensive? Zumindest was die Trikotnummer angeht, wird er Lewandowski nicht beerben, da Tel zukünftig mit der Nummer 39 auflaufen wird. (Foto: IMAGO / PanoramiC)

Die Frage nach dem klassischen Neuner

Die Bayern haben eine große Tradition, wenn es um Mittelstürmer geht, allen voran natürlich der "Bomber der Nation" Gerd Müller. Doch auch Stürmer wie Giovane Elber, Roy Makaay, Luca Toni, Mario Gomez und natürlich Robert Lewandowski haben den Rekordmeister mit vielen Toren und Erfolgen geprägt. Nachdem der Transfer von Robert Lewandowski zum FC Barcelona in trockenen Tüchern war, stellte sich die Frage, ob Sadio Mané die Lewy-Rolle einnehmen soll oder noch ein "echter Neuner" verpflichtet wird. Als Nachfolger fiel immer wieder der Name Sasa Kalajdzic und ein Transfer hätte durchaus Sinn ergeben. Als torgefährlicher und extrem kopfballstarker Spieler wäre Kalajdzic prädestiniert für die Rolle, zumal er nicht ausnahmslos in jedem Spiel auf dem Platz stehen müsste, ohne dass er für Unruhe sorgen würde. Außerdem fehlt im aktuellen Kader ein Spieler, der durch seine Physis Bälle festmachen kann und so Räume für die Mitspieler eröffnet. Spekuliert wurde auch über Harry Kane, den Julian Nagelsmann auch jüngst öffentlich lobte und dafür umgehend von Antonio Conte, aktueller Trainer der Tottenham Hotspurs und von Kane, gerügt wurde.

Bereits vor dem Lewandowski-Transfer verpflichteten die Bayern Sadio Mané vom FC Liverpool, der zwar in der abgelaufenen Saison von Jürgen Klopp zumeist im Sturmzentrum eingesetzt wurde, dennoch eigentlich gelernter Flügelstürmer und weniger ein Neuner, obwohl er eine herausragende Saison gespielt hat. Er wurde nicht explizit als positionsgetreuer Ersatz für Lewandowski nach München gelotst, dennoch hatten Brazzo & Co. sicherlich Manés Variabilität im Hinterkopf gehabt.

Joshua Zirkzee traut man diese Rolle trotz seiner erfolgreichen Leihe bei RSC Anderlecht, wo er in der abgelaufenen Saison in 32 Partien 15 Tore verbuchte und acht Torvorlagen lieferte, wohl nicht zu. Er soll nach Möglichkeit verkauft werden und eine Ablösesumme generieren.

Wie sieht der Plan mit Mathys Tel aus?

Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten, da Tel kaum Profierfahrung hat (lediglich 7 Kurzeinsätze als Einwechselspieler in der letzten Saison, null Tore), sodass man seine Rolle noch noch nicht abschließend beurteilen kann. Er ist in der Offensive, ähnlich wie Mané, variabel einsetzbar und kommt aufgrund seiner enormen Geschwindigkeit auch gerne über die Flügel. Allerdings spielte Tel bei der U17-EM für die französische Nationalmannschaft im Sturmzentrum und führte die Equipe Tricolore als Kapitän mit drei Treffern zum Turniersieg. Das 17-jährige Talent ist bereits jetzt 1,83m groß und sicherlich noch nicht am Ende seiner Wachstumsphase angelangt. Er könnte sich also zu einem echten Neuner entwickeln und perspektivisch die Lewy-Rolle einnehmen.

„Er ist natürlich noch kein Eins-zu-eins-Ersatz für Robert Lewandowski, aber er kann eines Tages einer der besten Stürmer werden – das ist unser Plan. Er kann sich zu einem Weltklassespieler entwickeln. Ich habe die Vision, dass er eines Tages 40 Tore schießt." - Julian Nagelsmann

Systemumstellung auf eine Doppelspitze?

Julian Nagelsmann hat bei seinen vorigen Stationen RB Leipzig und die TSG Hoffenheim stets mit zwei Stürmern gespielt. Diese Variante war bislang mit Lewandowski nicht denkbar, da das Spiel der Bayern auf den Polen zugeschnitten war und er sich in einem System mit nur einem Mittelstürmer am wohlsten fühlt. Nun herrschen andere Vorzeichen und Nagelsmann könnte auf eine Doppelspitze umstellen und so das Spiel des Rekordmeisters variabler und unberechenbarer machen.

Dabei bieten sich ihm verschiedene Möglichkeiten an. Sowohl Thomas Müller als auch Serge Gnabry haben bereits in der Vergangenheit, vor allem bei der Deutschen Nationalmannschaft, die Position des Mittelstürmers bekleidet und wurden auch in den bisherigen Vorbereitungsspielen, wo stets mit zwei zentralen Stürmern agiert wurde, dort eingesetzt. Dann wären auch Sadio Mané und Mathys Tel als Mittelstürmer denkbar. Sogar Jamal Musiala hat diese Position in seiner Jugend bekleidet und wäre eine weitere Alternative für den Sturm - außerdem wäre da noch Eric Maxim Chuopo-Moting, der jedoch nach wie vor eher als Back-up gesehen wird. All die genannten Spieler würden sich in einem System mit nur einer echten Spitze sichtlich schwer tun, in einer Grundformation mit zwei Spitzen jedoch den Lewy-Abgang abfangen können.

Fazit

Das Spiel der Bayern wird unabhängig von der Grundformation sehr viel variabler und schwerer auszurechnen. Es wird in der Offensive keinen Fixpunkt mehr geben, auf den sich sowohl die Mitspieler als auch die gegnerische Verteidigung fokussieren werden. Spieler wie Leroy Sané, Kingsley Coman und Serge Gnabry können mehr Zug zum Tor entwickeln und auf die eigenen Scorerpunkte schauen. Es ist ganz stark davon auszugehen, dass Julian Nagelsmann mit zwei Spitzen agieren wird und so allen Offensivspieler viele Tore ermöglichen wird. Es deutet vieles darauf hin, dass Gnabry und Mané die Doppelspitze bilden werden.

Mathys Tel würde so die nötige Zeit bekommen, um sich im Profifußball und in München einzuleben, und sich perspektivisch zu einem klassischen Neuner weiterentwickeln.

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