It´s coming Home? - Ich denke nicht!

It´s coming Home? - Ich denke nicht!

Am Sonntag steigt das Finale der Fußball EM der Frauen im ehrwürdigen Wembley-Stadion vor 90.000 Zuschauern. Der Klassiker zwischen England und Deutschland verspricht spannenden, temporeichen Fußball. Bei dem Stadion kommen natürlich Erinnerungen an die Männer-EM von 1996 auf. Ein gutes Omen für die Deutschen? (Foto: IMAGO / Sports Press Photo)

Im ersten Halbfinale setzten sich die Engländerinnen am Dienstagabend eindrucksvoll gegen machtlose Schwedinnen mit 4:0 durch. Besonders das dritte Tor durch Alessia Russo – technisch einwandfrei mit der Hacke durch die Beine von Schwedens Keeperin Lindahl hindurch – steht sinnbildlich für die Überlegenheit der Three Lionesses gegen die Skandinavierinnen.

Bei den deutschen Fußballerinnen sah das nicht ganz so dominant aus. In einem offenen Schlagabtausch mit Großchancen auf beiden Seiten setzten sich die Spielerinnen von Martina Voss-Tecklenburg mit 2:1 gegen die Französinnen durch – der Doppelpackerin Alexandra Popp sei dank. Grundsätzlich verdient, aber nicht unbedingt übermächtig wie die englischen Profis.

Im Finale wird es dann auf mehrere Faktoren ankommen – neben der Unterstützung von Seiten der Fans, dem unbedingten Willen und einem Quäntchen Glück ist die Tagesform entscheidend. Auch wenn viele dieser Punkt für die „Coming Home“-These sprechen, bin ich überzeugt, dass die deutschen Spielerinnen den Titel holen werden.

Wie schon über weite Strecken des Turniers, aber insbesondere gegen die für überlegen gehaltenen Spanierinnen und Französinnen blühte man in der Underdog-Rolle auf und gewann dank sehr starker Teamleistungen. Hinzukommend ist die Defensive rund um Abwehrchefin Marina Hegering und Torhüterin Merle Frohms etwas überraschend zu einer echten Waffe geworden – nur ein Gegentor in fünf EM-Spielen spricht für sich. Der X-Faktor im Finale wird für mich wieder einmal Alex Popp werden. Die 31-jährige Angreiferin kann Ihre erfolgreiche Nationalmannschaftskarriere mit einem EM-Titel krönen und wird dafür alles geben.

Für England wird es insbesondere auf Beth Mead ankommen – mit nunmehr 6 Toren ist sie unangefochtene Torschützenkönigin. Diesen Titel wird man ihr auch nur noch in der Theorie nehmen können. Allerdings weiß gerade die englische Mittelstürmerin Ellen White noch nicht zu überzeugen, weshalb sich der deutsche Defensivverbund vermehrt auf Mead konzentrieren kann und sie aus dem Spiel nehmen wird. Die englische Verteidigung ist vor allem eins: physisch. Gegen die großgewachsenen Innenverteidigerinnen Millie Bright und Leah Williamson wird man mit Flanken nicht viel erreichen. Aber gerade gegenüber temporeichen Dribblings, schnellen und vertikalen Pässen sind sie anfällig. Und für diesen Spielstil haben wir mit Svenja Huth, Klara Bühl und Jule Brandt die idealen Spielerinnen.

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