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Preußen Münster und Rot-Weiß Oberhausen - Zwischen großen Träumen und der Realität

Preußen Münster und Rot-Weiß Oberhausen - Zwischen großen Träumen und der Realität

Preußen Münster und Rot-Weiß Oberhausen – die einen Gründungsmitglied der Bundesliga, die anderen langjähriges Mitglied der ersten beiden Ligen. Große Namen des deutschen Fußballs mit einer noch größeren Geschichte, wenn auch nicht immer ganz rühmlich. Heute spielen beide Vereine – mehr oder weniger ambitioniert – in der Regionalliga West. Am Wochenende besuchte ich jeweils ein Spiel der Clubs und versuche mich an einer Antwort auf die Frage, welche Rolle die Tradition beim Niedergang der nur 70 Kilometer voneinander entfernten Vereine spielt. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports)

Spiel 1: Preußen Münster gegen den FC Rödinghausen

Topspiel der Regionalliga West am Samstag um 14:00 Uhr. Der Erste gegen den Zweiten – das versprach Spannung, Spektakel und viele Tore. Immerhin trafen die beiden besten Offensiven der Liga aufeinander. Münster bisher ungeschlagen, die Rödinghausener mit den zweitmeisten Siegen der Liga. Gerade in der ersten Hälfte waren die Preußen überlegen, konnten sich aber erst zu Beginn der zweiten Halbzeit durch ein Tor von Thorben Deters belohnen. Auch wenn die Gäste gerade in den letzten 20 Minuten noch einmal alles nach vorne warfen, blieb es beim 1:0. Weniger Tore als erhofft – aber am Ende trafen eben nicht nur die beiden besten Angriffsreihen aufeinander, sondern auch die besten Verteidigungen.

Spiel 2: Fortuna Köln gegen Rot-Weiß Oberhausen

Wieder Regionalliga West, wieder 14:00 Uhr, allerdings dieses Mal am Sonntag. Bei regnerischem Herbstwetter, aber beste Laune im Heimblock würde pünktlich von einem luxemburgischen Schiedsrichter (Austauschprogramm) angepfiffen. Nach 24. Minuten ging die Fortuna etwas überraschend in Führung, nur um etwas mehr als 10 Minuten später den Ausgleich zu kassieren. In der Folge hatte dann zumeist der RWO die Oberhand, konnte sich aber abgesehen von einer Großchance kurz vor Abpfiff keine gefährlichen Möglichkeiten herausspielen, sodass es beim Remis blieb.

Über die Bürde der Tradition

Das der Titel „Traditionsverein“ nicht nur positive Aspekte mit sich bringt, dürfte jedem Fußballfan klar sein. Große Hoffnungen, ambitionierte Erwartungen, unerfüllte Träume und Erinnerungen an eine sportlich bessere Zeit treffen hier oft auf eine sportliche Realität, die alldem nicht entspricht. So keimt in Fan-Lagern Enttäuschung auf, die nicht selten auch in Wut umschlägt (bspw. Schalke 04 in der Abstiegssaison), welche dann das Image, aber eben auch dem Erfolg des Vereins nachhaltig schadet und beeinträchtigt. Der Sportvorstand eines Fußballvereins braucht in der Regel seine Ruhe, um vernunftbasiert, emotionsfrei und sportliche Ziele verfolgend arbeiten und entscheiden zu können. Dies sind auch die Gründe für den momentanen Erfolg von Union Berlin oder dem SC Freiburg, aber eben auch für den Absturz von Traditionsvereinen wie Preußen Münster oder RW-Oberhausen.

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