Ein 22-jähriges italienisches Talent wechselt aus der Serie C in die 2. Bundesliga und sorgt dort direkt für Furore. Mohamed Ali Zoma, geboren in der Lombardei, Sohn ivorischer Eltern, spielt sich beim 1.FC Nürnberg gerade in den Fokus zahlreicher Scouts. Mit 9 Toren und zwei Vorlagen in 21 Partien hat er Aufmerksamkeit erregt, ohne je eine Jugendakademie durchlaufen zu haben. Wir stellen euch Miro Kloses Wunschtransfer genauer vor. (Bild: IMAGO / Zink)
Stell dir vor, du verlässt nach über zehn Jahren, die du zwischen Jugendabteilung und ersten Schritten im Profifußball verbracht hast, dein sportliches „Zuhause“ und findest dich über 600 Kilometer entfernt in einem fremden Land mit unterschiedlicher Kultur wieder. Mit einem Ziel: weiterhin der Protagonist zu sein. Unmöglich? Nicht für „Momo“ Zoma, der nach seinen beeindruckenden Leistungen im Trikot von Drittligist AlbinoLeffe nun auch die Fans des 1. FC Nürnberg mit seinen Toren und Dribblings begeistert. Aber gehen wir einen Schritt zurück.
Es ist Sommer 2025, als Momo nach einem erfolgreichen Jahr, das mit den Playoffs der Serie C endete, beschließt, dass es Zeit für einen neuen Schritt in seiner Karriere ist. Nach einer Saison mit 15 Toren und 9 Vorlagen mangelt es dem Spieler des Jahrgangs 2003 natürlich nicht an Optionen. Am Ende entscheidet er sich für Nürnberg, wo der aus Merate/Lombardei stammende Stürmer mit einer echten Legende wie Miroslav Klose zusammenarbeitet.
Klose der entscheidende Faktor
Gerade die Anwesenheit des ehemaligen Spielers von Lazio Rom war einer der Gründe, warum Zoma seine Komfortzone in Italien verlassen und die Herausforderung der deutschen 2. Bundesliga angenommen hat. Das Ergebnis? Der 22-jährige Italo-Ivorer erzielte in seiner ersten Saison im Trikot von Nürnberg bereits neun Tore und lieferte zwei Vorlagen, wodurch er – zumindest vorübergehend – die Torjägerkrone des Teams übernahm.
Der Nachmittag des 13. Februar wird sicherlich in die Geschichte von Zoma eingehen. Ein Traum-Hattrick, der erste unter den Profis. Der Jubel ist immer noch derselbe, den die Fans von AlbinoLeffe so lieben, mit der Hand vor dem Gesicht:
„Am Anfang war es ein Scherz mit meinem besten Freund, jetzt mache ich das nach jedem Tor“, wie Momo selbst gegenüber der Bild-Zeitung erklärte.
After Stefanos Tzimas and Can Uzun, the next big attacking sale from FC Nürnberg will undoubtedly be Mohamed Alì Zoma (2003) 🇮🇹🇨🇮🇧🇫.
— Alfred Frank (@alfredfrank_) February 23, 2026
Came from Serie C last summer and has been very quick to adapt to German football, bagging 11 goal contributions within 21 appearances this season… pic.twitter.com/1SJ3gp11le
Laufstärke, Tore und Qualität
Moderner Stürmer. Zwei Worte, die Zomas Spielweise am besten beschreiben, der oft sowohl technisch als auch vor dem Tor eine wichtige Stütze für Kloses Mannschaft ist. Zu seiner Torausbeute und starker Technik, kommt noch ein starkes Dribbling hinzu, was den Spieler mit der Nummer 23 zu einem entscheidenden Akteur in Miro Kloses System macht.
Das kann auch gar nicht anders sein, wenn man bedenkt, dass Zoma beim Sprinten Geschwindigkeiten von bis zu 36 Stundenkilometern erreicht. Seine Beidfüßigkeit und Beweglichkeit machen ihn zu einem flexibel einsetzbaren Angreifer. Das sind wertvolle Eigenschaften im heutigen Fußball, und das weiß Klose nur zu gut, denn er hatte bereits ein Auge auf den italienisch-ivorischen Angreifer geworfen, als dieser noch in der Serie C kickte:
„Ich wusste, dass er sich so entwickeln würde, weil wir seine Qualitäten bereits erkannt hatten. Es ist wichtig, dass er weiter an sich arbeitet, dann wird es sehr, sehr schwer sein, ihn zu stoppen.“
Schwächen
Zomas Trainer hat es erfasst und den Finger auf die Defizite des 22-jährigen Italieners gezeigt. Denn gerade in der Rückwärtsbewegung fehlt es ihm an Durchsetzungsvermögen. Sein aktives Pressing und die Bereitschaft defensiv zu arbeiten gelten als ausbaufähig. Sollte der gebürtige Lombarde zukünftig wieder in seinem Heimatland kicken wollen, sollte er da verstärkt seinen Fokus drauf legen.
Zudem trifft er noch zu oft falsche Entscheidungen, respektive verhält sich am Ball zu eigensinnig, was seine Integration in ein strukturiertes Team erschweren könnte. Darüber hinaus kann Zoma, wie viele seiner Mitspieler auf fremden Boden nicht sein volles Potenzial abrufen, was jedoch auch ein kollektives Problem der Klose-Truppe darstellt.
TRIPLÉ de Mohamed Ali Zoma avec Nuremberg Allemagne D2.
— FasoSports (@fasosports18) February 13, 2026
Mohamed Ali Zoma vient de claquer trois (3) buts avec Nuremberg contre Karlsruhe en deuxième division allemande.
À 22 ans, l’attaquant reste éligible pour trois sélections: le Burkina Faso, la Côte d’Ivoire et l’Italie. pic.twitter.com/LnMAIzPrrk
Druck? Nicht für Zoma
Mit Druck umzugehen, das war zu Beginn dieser Saison eine weitere große Stärke von Zoma, in der der Neu-Nürnberger zum ersten Mal im Gegensatz zu wenig besuchten Serie C vor Tausenden von Zuschauern spielte. Und innerhalb weniger Monate ist er bereits zu einem Publikumsliebling im Max-Morlock-Stadion avanciert, in welchem man sich daran gewöhnt, seinen Namen in den Himmel zu schreien.
Natürlich nicht nur in fußballerischer Hinsicht. Momo wurde sofort zu einem wichtigen Mitglied der Mannschaft integriert und unterhält sich mit seinen Teamkollegen auch auf Englisch. Nicht schlecht für ein erstes Jahr fernab von „Zuhause“, oder? Und obwohl die Reise gerade erst begonnen hat, hat man das Gefühl, dass der Junge aus Merate schon bald wieder die Koffer packen, und die Luft der ersten Liga schnuppern wird.
Im Februar 2026 ist Zoma noch fest beim Club und kein akuter Abgangskandidat – aber die Gerüchte werden sich häufen, je länger er auf diesem Level performt. Ein Sommer-Transfer 2026 in die 1. Bundesliga oder der Serie A (z. B. zu einem Mittelfeld- oder Aufsteiger-Club) ist sehr realistisch, wenn er die Spielzeit stark beenden sollte. Bis dahin bleibt es bei Spekulationen und Beobachtung durch Scouts. Der Club wird ihn nur schweren Herzens ziehen lassen, aber bei einem passendem Angebot (vermutlich 8–15 Mio. € plus Boni) könnte ein Transfer dann ganz schnell Fahrt aufnehmen.



